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Mittwoch, 2. Februar 2011

Pandemrix: Narkolepsie bei deutschen Gesundheitsbehörden


Pandemrix war im Vorjahr in Deutschland, Skandinavien, und in vielen weiteren Ländern Europas der am häufigsten verwendete Schweinegrippe-Impfstoff. Insgesamt wurden mehr als 30 Millionen Menschen damit geimpft. Mit einem Impfstoff, der einen schlecht untersuchten und bisher kaum verwendeten neuen Wirkverstärker auf Öl-Basis enthielt ("Squalene").

Hier im blog habe ich mich mit allen möglichen Aspekten der Pandemie befasst: der Geschäftemacherei, der Unterwanderung von WHO und anderen Behörden mit Pharma-Lobbyisten, den unsicheren und schlecht getesteten Hilfsstoffen in den eilig auf den Markt geworfenen H1N1 Impfstoffen und der beschämend schlechten begleitenden Kontrolle dieser Massen-Medikation der Bevölkerung.

Die finnischen Gesundheitsbehörden haben gestern den Arbeitsbericht ihrer Arbeitsgruppe zu Verdachtsfällen von Narkolepsie bei Kindern und Jugendlichen vorgelegt.

Laut dem Bericht hatten Kinder und Jugendliche, die mit Pandemrix geimpft wurden ein um das Neunfache höheres Risiko an Narkolepsie zu erkranken. "Der beobachtete Zusammenhang ist so eindeutig, dass sich das Phänomen kaum über etwaige Störfaktoren erklären ließe", schreiben die Autoren der finnischen "National Narcolepsy Task Force" in ihrem Bericht.

Nun ist Narkolepsie eine recht seltsame Impfnebenwirkung. Wie soll eine Impfung Schlafkrankheit verursachen? Was ist das überhaupt konkret?

Narkolepsie ist alles andere als eine banale "Schlafkrankheit". Betroffene Patienten verlieren von einem Moment auf den andern das Bewusstsein, schlafen einfach ein. Ohne Kontroll-Möglichkeit. Die meisten Fälle treten während der Pubertät bis hinein in die Zwanziger Jahre auf, Männer sind ein wenig häufiger betroffen als Frauen. Führerschein oder ähnliche selbstverständliche Dinge sind für Narkoleptiker undenkbar. Narkolepsie ist eine schwere Behinderung. Sie beruht, so die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen, wahrscheinlich auf einer massiven neurologischen Störung.
Zitat aus Wikipedia:
Die Ursachen (Ätiologie) der idiopathischen Narkolepsie sind unbekannt. Untersuchungen lassen die Hypothese immer wahrscheinlicher werden, dass Zentren im Gehirn beteiligt sind, die für die Steuerung des Wach-Schlaf-Rhythmus zuständig sind (Hypothalamus, Suprachiasmatischer Nucleus). Neuere Ergebnisse weisen auf einen Verlust der sogenannten Hypocretin/Orexin-Zellen im Hypothalamus hin, sowie auf einen Verlust an grauer Substanz im Nucleus accumbens.

Bei "Squalene", dem Wirkverstärker in Pandemrix, wird seit längerem ein Risiko für autoaggressive Immunreaktionen diskutiert und in Tierversuchen auch bestätigt (z.B. hier und hier). Wenn das zutrifft, so könnte Pandemrix bei dafür empfänglichen Personen eine Attacke des Immunsystems auf körpereigene Nervenzellen "triggern", im Fall der Narkolepsie eben auf die Zellen im Hypothalamus. Derartige Zusammenhänge sind bisher jedoch kaum erforscht.

Das Problem bei Narkolepsie ist die enorme Dunkelziffer. In Wahrheit könnten viel mehr Personen betroffen sein, weil die Störung oft nicht erkannt wird, bzw. von den Ärzten gar nicht eigens danach gesucht wird. Zudem wäre es möglich, dass es leichtere Formen der Narkolepsie gibt, die als banale "Schlafstörung"abgetan werden.

Pandemrix stand von Anfang an unter heftiger Kritik. Speziell wegen des neuartigen Wirkverstärkers.
Squalene waren bislang nur in wenigen Impfstoffen enthalten (z.B. im Senioren Influenza-Impfstoff "Fluad") . Es gibt keine offen zugänglichen Sicherheits-Studien. Und bei den Pandemie-Impfstoffen gab es wegen der gebotenen Eile nur sehr harmlose, der möglichst schnellen Zulassung untergeordnete Sicherheits-Tests. Schließlich galt die Annahme, dass die Welt auf eine Ausnahme-Katastrophe zusteuert und nur die Impfstoffe die Menschen vor einem Massensterben schützen können.

In Österreich wurde Pandemrix nicht eingesetzt, sondern der Impftoff Celvapan von Baxter, der ohne Wirkverstärker auskam und als sehr gut verträglich galt. In Deutschland wurde Celvapan auch geordert und zwar speziell für Politiker, sowie die Angehörigen des Heeres. Er galt demnach bald als "Promi-Impfstoff", von Zwei-Klassen-Impfstoffen war die Rede. Die gewöhnlichen Bürger bekamen meist Pandemrix, von dem 50 Millionen Stück bestellt und auch bezahlt wurden.

Und hier interessiert mich die Frage, ob es in Deutschland möglich gewesen wäre, eine solche unerwünschte Arzneimittelwirkung - nämlich die Verursachung einer seltenen Störung wie Narkolepsie  - überhaupt zu entdecken.

So wie es aussieht, gibt es keinerlei Hinweis dafür.

Das Paul Ehrlich Institut (PEI) reagierte zunächst mit Verblüffung, als in Finnland, Schweden und Island diese Frage debattiert wurde: Bei der Behörde war nämlich keine einzige derartige Meldung eingegangen.
Eine Sprecherin des Pandemrix-Herstellers GlaxoSmithKline (GSK) versuchte zu beruhigen.
Weltweit seien 31 Millionen Dosen verimpft worden, insgesamt aber nur 161 Fälle von Narkolepsie aufgetreten, wovon 70 Prozent in Schweden und Finnland diagnostiziert wurden. „Das ist anscheinend auf diese Region beschränkt“, so die Aussage der GSK-Sprecherin.

Doch ist so eine Aussage haltbar? Soll man wirklich glauben, dass Pandemrix bei skandinavischen Kindern anders wirkt als bei deutschen? Oder liegt stattdessen eher der Verdacht nahe, dass es sich um einen Erfassungsfehler handelte und die Behörden außerhalb von Skandinavien – wo eigene Narkolepsie-Arbeitsgruppen eingerichtet worden sind – einfach nichts von diesen Krankheitsfällen erfahren hat.

Ich habe mir dazu die Datenbank des PEI angesehen, in der alle Meldungen auf unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen (UAW) nach Impfungen erfasst werden - und natürlich auch jene nach Pandemrix.
Insgesamt gibt es im Zeitraum von 2009/10 in allen Altersklassen knapp 1.979 UAW Meldungen im zeitlichen Zusammenhang mit der H1N1 Impfung mit Pandemrix, darunter 55 Todesfälle.
Bei Kindern bis zum 17. Lebensjahr sind insgesamt 265 UAW Meldungen eingegangen.

Doch "Narkolepsie" wird in der Datenbank tatsächlich kein einziges Mal als mögliche Impffolge erwähnt.

Ja, Schlafstörungen, Müdigkeit oder Somnolenz wird bei den Kindern oft genannt. Doch ist es von Müdigkeit bis zu Narkolepsie noch ein weiter Weg. Wie viele schwere Störungen verbergen sich hinter den banal klingenden Symptomen? Das ist nicht bekannt.
Doch auch die anderen Nebenwirkungen nach Gabe von Pandemrix sind nicht ohne:
Besonders häufig sind Störungen der Schilddrüse, Urticaria, Tics, "veränderter
Bewusstseinszustand", Arthritis, schlaffe Lähmungen, das Guillaine-Barre Syndrom, anaphylaktischer Schock, Hallzuination, Gesichtslähmung und vieles mehr.

Narkolepsie ist recht selten und den meisten Ärzten, die hier gemeldet haben, wahrscheinlich gar nicht aus eigener Erfahrung bekannt.
Und jene Fachärzte und Experten auf diesem Gebiet, bei dem die Patienten schließlich gelandet sind haben möglicherweise gar nicht mehr an die behördliche Meldung gedacht - weil der Zusammenhang zur Impfung irgendwann - beim Weg durch die medizinischen Institutionen - verloren gegangen ist. Möglicherweise haben sie auch - wie das unter Ärzten recht verbreitet ist -  die gesetzlich vorgeschriebene Meldung an die Behörde für eine bürokratische Schikane gehalten und schlicht ignoriert.
Das ist ein Problem aller passiven Meldesysteme. Man nimmt an, dass die tatsächliche Anzahl der Fälle in der Bevölkerung beim zehn- bis zwanzigfachen der tatsächlich gemeldeten Fälle liegt.

Bleibt die Frage, ob es in Deutschland - außer diesem schlecht funktionierenden Meldewesen - sonst irgendeine Art von Sicherheitsnetz gab, um solche Nebenwirkungen überhaupt zu bemerken – und dann - so wie die finnischen Behörden - auf guter Datenbasis zu untersuchen.

Es sieht derzeit nicht so aus.
Nachdem in der Öffentlichkeit im Sommer 2010 die Schwedischen und Finnischen Untersuchungen zu Narkolepsie breit diskutiert wurden, kamen dem PEI von Oktober 2010 bis Ende Januar 2011 doch noch acht Meldungen von Narkolepsie-Verdacht zu Ohren. Auf dieser schmalen Basis konnten jedoch keine gültigen wissenschaftlichen Aussagen gemacht werden.

Dass es angebracht gewesen wäre, eine so extrem teure und riskante Massentherapie der Bevölkerung wie bei der Influenza Pandemie engmaschig zu begleiten, um auch seltene Nebenwirkungen seriös erfassen und untersuchen zu können, ist den Behörden jedenfalls nicht in den Sinn gekommen. Scheinbar war man der Meinung, die Sorgfaltspflicht erstrecke sich nur darauf, den Herstellerfirmen mit Steuergeld die Impfstoffe abzukaufen.

Das ist natürlich eine bösartige Unterstellung. Denn selbstverständlich liegt den Behörden das Wohl der Bürger am Herzen. Deshalb kündigen die Gesundheits-Behörden nun auch an, sich an einer EU-weiten Studie zur Erforschung eines Zusammenhangs zwischen Pandemrix und Narkolepsie zu beteiligen, die in den nächsten Jahren hier Klarheit bringen soll.

Das klingt fürs erste nach einer halbwegs verantwortungsvollen Reaktion: Doch warum will meine Freude darüber nicht so recht aufkommen? War da nicht schon einmal eine ähnliche Situation mit einem ganz ähnlichen Lösungsansatz?


TOKEN-STUDIE: Verschollen im Behörden-Dreieck

Mich erinnert diese Maßnahme frappant an die Aufregung um Todesfälle nach der Sechsfach-Impfung, die im Jahr 2003 Schlagzeilen machten.

Auch hier waren es zunächst einige wenige Verdachtsfälle, nämlich fünf. Und auch hier war es nicht das Frühwarn-System der Behörden, welche den Anlass für die Untersuchung gab, sondern die Einzelinitiative eines Münchner Gerichtsmediziners, der gleich drei verdächtige Todesfälle aus seinem persönlichen Arbeitsbereich anzeigte.

Etwas später war die Rede von etwa 15 Todesfällen in nahem zeitlichen Zusammenhang zur Sechsfachimpfung. Eine Gruppe um den Münchner Epidemiologen Rüdiger von Kries untersuchte den Zusammenhang und veröffentlichte einen Bericht in dem von einem "Signal" die Rede war, dass die Sechsfachimpfung "Hexavac" möglicherweise ursächlich an den Todesfällen beteiligt sein könnte.
Und was machten die Behörden?
Sie organisierten mit medialem Getöse eine umfassende Studie, welche drei Jahre lang alle Todesfälle bei Babys und Kleinkindern im Alter von 2 bis 24 Monaten in Deutschland untersuchen sollte, die so genannte TOKEN-Studie. Die Studie sollte ein für alle Mal klären, ob die Babyimpfungen so sicher waren, wie das die Behörden und die Herstellerfirmen immer behauptet hatten.

Kurz nachdem diese Studie zur Jahresmitte 2005 gestartet wurde, zog der Hersteller des Marktführers "Hexavac" vollständig überraschend seinen Sechsfach-Impfstoff vom Markt zurück. Angeblich deshalb, weil Bedenken aufgetreten seien, dass die Hepatitis-B Komponente des Impfstoffes doch nicht so lange wirkt, wie man das gehofft hatte.
Mit dem Risikosignal für die geimpften Kinder hatte das selbstverständlich gar nichts zu tun.

Die Studie wurde nun also in Abwesenheit des Haupt-Verdächtigen weiter geführt. Einziger verbliebener Sechsfach-Impfstoff ist seitdem "Infanrix hexa" ebenfalls ein Produkt des Pandemrix-Herstellers GSK. Doch es schadet ja nicht, auch hier nach dem Rechten zu sehen, zumal den Babys ja nicht nur die Sechsfach-Spritze gegeben wird, sondern sich in den letzten beiden Jahrzehnten im Impfplan zahlreiche neue Impfungen angesammelt haben und zahlreiche Kinderärzte und Eltern mittlerweile Sorgen haben, ob das dem heranreifenden Immunsystem der Babys nicht irgendwann zu viel sein könnte.

Viele warteten also mit Spannung auf die Ergebnisse der Token Studie. Die Studie war 2005 gestartet worden und sollte drei Jahre dauern. Ich wandte mich also im April 2008 erstmals an die durchführende Behörde - in diesem Fall das Berliner Robert Koch Institut - und fragte an, wann denn mit den Resultaten zu rechnen sei.
Die Antwort lautete folgendermaßen:
Sehr geehrter Herr Ehgartner,

wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Studie.
Wir werden Sie gerne nach Abschluss der Studie über die Ergebnisse informieren, dies wird aber erst im ersten Quartal 2009 möglich sein.

Für weitere fragen stehe ich Ihnen gerne unter 030 18754 3322 zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen

Nadin Watzke
Robert Koch-Institut
Studiensekretärin der TOKEN-Studie

Naja, das erste Quartal 2009 ist nun schon einige Zeit Geschichte.
Ich meldete mich noch einige Male und wurde zunächst auf Frühling, dann auf Herbst 2010 vertröstet. Nun halten wir bei 2011 und es sind noch immer keine Ergebnisse publiziert.

Auch der wahrscheinliche Grund für die Verspätung ist typisch für den Umgang der Behörden mit dem heiklen Thema Impfstoff-Sicherheit.
Zur Finanzierung dieser hoch sensiblen Studie wurden nämlich ausgerechnet die beiden Herstellerfirmen angeschnorrt. Ein wirkliches Armutszeichen für eines der reichsten Länder der Welt.
Sanofi Pasteur und GlaxoSmithKline machten das natürlich gerne und übernahmen sofort den Großteil der Kosten. Aber natürlich gab es das Geld nicht ohne Gegenleistung.
Die beiden Impfstoff-Hersteller bekamen das Recht zugesprochen, vor Veröffentlichung der Studie Einblick in die Ergebnisse zu nehmen und Stellung zu beziehen.

Nun gibt es, wie man hört, hinter den Kulissen "erhebliche Abstimmungsprobleme" bei der Interpretation der Ergebnisse. Abstimmungsprobleme, die sich nun bereits zwei Jahre über den vom Robert Koch Institut genannten Veröffentlichungstermin hinziehen.
Es wird also gezogen und gezerrt - und das macht kein gutes Gefühl, wenn man an die vielen Babys denkt, die täglich mit diesen Arzneimitteln vorbeugend geimpft werden.
Was kam also bei der TOKEN-Studie raus? - Und was wird hier zurück gehalten? Es ist höchste Zeit, dass sich die Gesundheitspolitik dieser Miss-Stände annimmt und hier endlich für Transparenz sorgt.

In der UAW Datenbank des Paul Ehrlich Institutes sind mittlerweile 125 Todesfälle (mit Stand Ende Juni 2010) in zeitlichem Zusammenhang mit Sechsfachimpfungen eingetragen.
Zumindest bei Todesfällen scheint sich die Meldemoral der Ärzte gebessert zu haben.

Doch wer behandelt die Narkolepsie der Behörden?

Dienstag, 26. Oktober 2010

Impfstoff-Sicherheit: Tierversuche genügen!

In etwa zwei Drittel der derzeit verwendeten Impfstoffe für Babys, Jugendliche und Erwachsene sind Wirkverstärker (Adjuvantien). Das sind vor allem Aluminium-, in selteneren Fällen auch Squalene-Verbindungen (z.B. bei den zuletzt in Europa angebotenen Schweinegrippe-Impfstoffen). Eine ganze Reihe neuartiger Adjuvantien befindet sich derzeit in den diversen Teststadien.

Die derzeit zugelassenen Wirkverstärker verursachen an der Einstichstelle Entzündungen und sorgen damit für eine Alarmierung des Immunsystems. Ohne diese Wirkverstärker würden die meisten Impfungen nicht oder deutlich schlechter funktionieren. Ohne Wirkverstärker wäre die Antikörper-Bildung, nach der die Wirkung der meisten Impfungen bemessen wird schwächer oder gar nicht vorhanden.

Man weiß aus zahlreichen Studien, dass eben diese Wirkverstärker hauptverantwortlich für Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle sind und die nach Impfungen häufig auftretenden systemischen Reaktionen wie z.B. Fieber, etc. auslösen.
Durch die vorwiegend über die Wirkverstärker ausgelöste Immunreaktion entstehen bei allen Impflingen - neben der erwünschten Bildung von Antigen-spezifischen Zellen der Immunabwehr - auch autoaggressive T- oder B-Zellen bzw. Antikörper, die sich an körpereigene Zellen haften und diese fälschlicherweise als "fremd" und "gefährlich" markieren und damit für die Immunabwehr als Angriffsziele frei geben. Einer der dafür verantwortlichen Mechanismen ist "molecular mimicry" - darunter versteht man Verwechslungs-Prozesse auf molekularer Ebene.
Autoaggressive Zellen werden meist über die Selbstschutz-Mechanismen des Immunsystems identifiziert und unschädlich gemacht. Wenn bei empfänglichen Menschen dieser Mechanismus versagt, kann das jedoch auch zur Bildung von bleibenden Autoimmun-Störungen führen. Entweder unmittelbar nach der Impfung oder auch als schleichender Prozess mit zeitlicher Verzögerung.

Aluminium-Verbindungen werden seit mehr als 70 Jahren in Impfstoffen verwendet. Sie gelten als "Dirty little Secret" der Immunologie, weil die längste Zeit vollkommen unbekannt war, wie sie konkret wirken. Erst in den letzten zehn Jahren hat man hier einige Mechanismen aufklären können. So weiß man z.B. nun, dass die Alarmierung des Immunsystems über die Zerstörung von Körperzellen an der Einstichstelle abläuft, indem diese zerstörten Zellen als internes Alarmsignal Harnsäure frei setzen, welche dann massenhaft Immunzellen an die Einstichstelle rufen. Wer sich näher über die Effekte informieren möchte, empfehle ich den Artikel "The immunbiology of aluminium adjuvants: how do they really work" der im März 2010 im Journal "Trends in Immunology" erschienen ist.

Während auf der einen Seite also endlich damit begonnen wird, die biologischen Mechanismen der alten Aluminium-Adjuvantien aufzuklären, wirft die Industrie bereits neuartige, verstärkte Aluminium-Verbindungen auf den Markt.

Sie kamen erstmals in Gardasil und Cervarix, den beiden Impfstoffen gegen Humane Papillomaviren (HPV) bei Mädchen ab 12 Jahren in den Massen-Einsatz. Diese neuartigen Aluminium-Verbindungen heißen beim Produkt Cervarix von GlaxoSmithKline (GSK) "AS04" ("Adjuvans System 04") und beim Marktführer Gardasil von Sanofi Pasteur MSD "AAHS" („amorphous aluminum hydroxyphosphate sulfate“).
AAHS unterscheidet sich - laut Firmen-eigenem Forschungsbericht - sowohl vom Aufbau als auch von der Funktion wesentlich von den bisher eingesetzten Aluminiumsalzen und wurde speziell wegen seiner deutlich stärkeren immunogenen Eigenschaften für die HPV-Impfung ausgewählt.
Noch neuer und in seiner Komposition origineller ist der Wirkverstärker AS04. GSK setzt dabei auf das Alarmpotenzial einer Fettverbindung, die aus der Oberfläche von Salmonellen gewonnen wurde und kombiniert es mit Aluminiumhydroxid. Im direkten Vergleich mit Gardasil zeigte sich, dass AS04 tatsächlich eine explosive Kombination ist und einen um das zwei- bis sechsfach höheren Antikörper-Titer bei den Geimpften erzeugt.

Doch kommen wir nun zum Kernthema:
Wie werden diese neuartigen Wirkverstärker getestet??

Ich fragte Hugues Bogaerts, den für Cervarix zuständige Produktmanager des belgischen Konzerns GSK nach den Sicherheits-Studien für sein neuartiges Adjuvans, das bisher noch in keinem Massen-Impfstoff eingesetzt worden ist. Seine Antwort lautete: „Eigene Sicherheitsstudien am Menschen sind bei einem neuen Adjuvans nicht vorgesehen. Das wird in den großen klinischen Studien gleich in der fertigen Impfstoff-Kombination getestet.“

Wie ich hier schon mehrfach kritisiert habe, wurde bei den großen Studien (mit 40.000 Teilnehmerinnen) zu Gardasil und Cervarix jedoch auch in den Kontrollgruppen Aluminium-haltige Wirkverstärker eingesetzt, bei Gardasil sogar komplett dieselben wie sie auch in der Impfung enthalten sind.

Das bedeutet, dass die Mädchen, die nun - in Deutschland als Gratis-Leistung der Krankenkassen - gegen HP-Viren zur Vorsorge gegen ein späteres Zervix-Karznom - geimpft werden, mit biochemisch hoch aktiven Substanzen behandelt werden, die zuvor nur im Labor, bzw. in Tierversuchen auf ihre Funktion und Verträglichkeit getestet wurden.
Und nicht mal diese Tests sind öffentlich in den Datenbanken nachlesbar.

In den Beipacktext des Marktführers Gardasil musste auf Geheiß der US-Behörde FDA im Dezember 2008 die Information aufgenommen werden, dass bei 2,3 Prozent der Studien-Teilnehmerinnen während des Beobachtungszeitraumes von rund zwei Jahren "neue Krankheiten aufgetreten sind, die möglicherweise auf eine systemische Autoimmun-Störung" hinweisen. In Europa fehlt dieser Hinweis in der Impfstoff-Aufklärung.

Ich habe mich in dieser Angelegenheit sowohl an die STIKO als auch das zuständige Paul-Ehrlich Institut gewandt und Aufklärung verlangt, wie es zur Empfehlung bzw. Zulassung dieser Impfungen kommen konnte. Trotz fehlender Sicherheits-Studien, trotz alarmierender Studien-Ergebnisse.
Ich habe keinerlei Antwort erhalten. Die Chefs der österreichischen Zulassungsbehörden wussten auf meine diesbezüglichen Fragen nicht mal, dass es sich bei den in den HPV-Impfstoffen enthaltenen Wirkverstärkern um neuartige Aluminium-Verbindungen handelte.

Wahrscheinlich teilen sie alle die Meinung, die auch der Wiener Impfexperte Wolfgang Maurer mir gegenüber kürzlich öffentlich vertreten hat: (Firmen-interne, meist nicht öffentlich publizierte) Laborexperimente und Tierversuche genügen, um Impfstoffe mit neuartigen Wirkverstärkern massenhaft an gesunden Mädchen und jungen Frauen anzuwenden.

Sicherheitstests am Menschen? - Fehlanzeige!
Das wäre für die Firmen wohl zu riskant, denn da könnte ja - über die Aufklärung des konkreten Risikos - ein Milliardengeschäft gefährdet werden!

Unsere gesamte Impfexperten-Bürokratie scheint folgerichtig der Meinung, dass dieses Gesundheits-Risiko doch besser die Geimpften tragen sollen.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Schnellschuss mit Risiko

Auf Rat der Impfexperten investierte Deutschland Hunderte Millionen Euro Steuergeld in die Vorsorge gegen Schweinegrippe und das Zervix-Karzinom. Gesunde Menschen werden mit schlecht getesteten Impfstoffen gefährdet, die hoch riskante Wirkverstärker enthalten.


Manche Menschen sterben nach der Schweinegrippe, manche nach der Schweinegrippe-Impfung. Während im ersten Fall die tragischen Ereignisse dazu benützt werden, die weitere Impfbereitschaft medial anzukurbeln und die Experten betonen, wie wichtig und sinnvoll die Ausrufung der Pandemie war, ist im zweiten Fall stets Beruhigung angesagt: Fall für Fall tritt das Paul Ehrlich Insitut (PEI) zur Entlastungsoffensive an. Die Impfung stehe keinesfalls in ursächlichem Zusammenhang mit den schweren Nebenwirkungen oder den Todesfällen, ließ PEI-Sprecherin Susanne Stöcker via „Bild-Zeitung“ wissen: „Wenn nach der Impfung etwas geschieht, so heißt das nicht, dass es durch die Impfung geschieht.“
Ein Kleinkind, das nach der H1N1-Impfung mit dem Impfstoff Pandemrix einen tödlichen Lungeninfarkt erlitt, war schwer krank. Eine 65 jährige, ein 55 jähriger und ein 46 jähriger, die kurz nach der Impfung am Herzinfarkt starben, hatten zuvor schon chronische Beschwerden. Eine weitere 65 jährige war Diabetikerin, ein 66 jähriger Asthmatiker. Gelang es mal nicht, eine Vorerkrankung als Todesursache zu identifizieren, so wurde angenommen, „dass dieses Ereignis zwar ein seltenes ist, aber angesichts der Vielzahl von verabreichten Impfungen dennoch rein zufällig aufgetreten ist“.
Im umgekehrte Fall handelte es sich – auch wenn die Betroffenen ebenfalls in den meisten Fällen an chronischen Krankheiten litten – stets um Opfer der Schweinegrippe. Wären sie geimpft gewesen, so die Unterstellung, hätten sie mit ihrem Asthma oder ihrer sonstigen Organschwäche noch viele Jahre glücklich weiter gelebt.
Wilde Grippeviren sind demnach grundsätzlich böse und gefährlich, wurden diese Viren jedoch abgetötet, über Wirkverstärker biochemisch reanimiert und dann in den Muskel injiziert, so stand der gute Wille fürs Werk: da kann doch kaum etwas schief gehen.

Problematische Wirkverstärker
Weltweit wird bei der Entwicklung neuer Impfstoffe derzeit massiv der Einsatz innovativer Adjuvantien erprobt. Diese Wirkverstärker sollen auch dort eine Immunantwort provozieren, wo bislang das Impfkonzept versagte. Zu diesen Problembereichen gehört auch die Influenza. Nach den Übersichtsarbeiten der unabhängigen Cochrane-Gruppe dümpelt der Grippe-Impfstoff vom Kinder- bis zum Erwachsenenalter bei mittlerer Wirksamkeit dahin – je nachdem wie gut die Antigene im Impfstoff mit den tatsächlich zirkulieren Grippeviren überein stimmen. Bei Babys und Kleinkindern, sowie den älteren Menschen finden sich jedoch zwei schwarze Löcher der Wirksamkeit.
Novartis hat mit „Fluad“ – das mit dem Squalene-haltigen Hilfsstoff MF59 versetzt ist – bereits vor Jahren einen speziellen verstärkten Senioren-Impfstoff auf den Markt gebracht. Dieser ist nun auch im Schweinegrippe-Imfpstoff „Focetria“ enthalten. Der Konzern GlaxoSmithKline (GSK) setzte mit seinem „Adjuvans-System 03“ (AS03) bei „Pandemrix“ auf ein ähnliches Konzept.
Ich habe über intensive Recherchen versucht, Studien zu finden, in denen die Sicherheit und Verträglichkeit dieser neuartigen Adjuvantien eindeutig gezeigt wird. Die gibt es aber nicht. Beide Wirkverstärker kamen über eine in-vitro-Testphase im Labor, sowie ein paar Tierversuche unmittelbar in die Impfstoffe und werden nun bei Menschen verwendet.
Dasselbe gilt für die ebenso neuartigen Wirkverstärker, die in Gardasil und Cervarix, den beiden Impfstoffen gegen Humane Papillomaviren (HPV), verwendet werden. Hier kommen die neuartigen Aluminium-Verbindungen AS04 (Cervarix) und Gardasils AAHS („amorphous aluminum hydroxyphosphate sulfate“) zum Einsatz. Besonders originell ist der Wirkverstärker AS04. GSK setzt dabei auf das Alarmpotenzial einer Fettverbindung, die aus der Oberfläche von Salmonellen gewonnen wurde und kombiniert es mit Aluminiumhydroxid. Im direkten Vergleich mit Gardasil zeigte sich, dass AS04 tatsächlich eine explosive Kombination ist und einen um das zwei- bis sechsfach höheren Antikörper-Titer bei den Geimpften erzeugt. Das seien „exzellente Ergebnisse“ freute sich Hugues Bogaerts, der für Cervarix zuständige Produktmanager des belgischen Konzerns GSK. Ich fragte ihn nach den Sicherheits-Studien für sein neuartiges Adjuvans, das bisher noch in keinem Massen-Impfstoff eingesetzt worden ist. Seine Antwort lautete: „Eigene Sicherheitsstudien am Menschen sind bei einem neuen Adjuvans nicht vorgesehen. Das wird in den großen klinischen Studien gleich in der fertigen Impfstoff-Kombination getestet.“
Wenn man sich diese Studien ansieht, so ist das Erstaunen groß. Denn in den großen placebokontrollierten Zulassungsstudien von Gardasil und Cervarix mit ihren insgesamt mehr als 40.000 Teilnehmerinnen wurden die Impfstoffe nicht gegen "wirkliche" Placebos – das wäre im Normalfall eine physiologisch neutrale Salzwasser-Lösung – getestet, sondern gegen Pseudo-Placebos, also entweder gegen andere Aluminium-haltige Impfungen (bei Cervarix) oder gleich gegen eine pure Wasser-Aluminium-Lösung (bei Gardasil). Kritiker, wie der Aluminium-Experte Christopher Exley von der britischen Keele University finden dies fahrlässig, „weil Aluminium-Verbindungen bei zahlreichen Autoimmun-Prozessen beteiligt sind.“

Krank durch die Impfung?
Tatsächlich musste im September 2008 auf Geheiß der US-Behörde FDA in die Produktinformation von Gardasil der Hinweis aufgenommen werden, dass bei jeder 43. Teilnehmerin der Studien Krankheiten mit möglicherweise autoimmunem Hintergrund neu aufgetreten sind. In der deutschen Fachinformation ist davon nichts zu lesen.
Es ist seit langem bekannt, dass Aluminiumsalze die Immunantwort der Geimpften „in eine allergische Richtung“ manipulieren. Aber auch die Art der Immunreaktion kann – speziell bei genetischer Empfänglichkeit – dauerhaft verändert werden. Daraus resultiert die Gefahr, dass das Immunsystem auf nachfolgende Infekte falsch reagiert – und ansonsten harmlose Viren plötzlich mit einer überschießenden Immunreaktion beantwortet werden, die in den betroffenen Organen schweren Schaden anrichtet. Ebenfalls ist bekannt, dass jede Impfung auch Auto-Antikörper erzeugt, die an körpereigenes Gewebe binden und dieses in der Folge für die Fresszellen des Immunsystems als Angriffsziele markieren. Im Normalfall sollten diese fehlgesteuerten Antikörper, sowie auch T-Zellen mit autoimmuner Ausrichtung von den körperinternen Kontroll-Mechanismen erkannt und beseitigt werden. Doch diese Entwicklung kann außer Kontrolle geraten.
Normalerweise sollten bei Impfungen, die im Normalfall eine vorbeugende medizinischen Intervention bei Gesunden darstellen - die allerhöchsten Sicherheits-Kriterien gelten. Doch irgend eine Schraube setzt hier im ansonsten so sehr auf Kontrolle und Risiko-Minimierung bedachten behördlichen Apparat aus. Möglicherweise ist es das über historische Verdienste wie die Ausrottung der Pocken erworbene gute Image, das hier die Impfungen unter eine Art schützende Käseglocke stellt.
Dabei war gerade das Impfen traditionell immer eine eher intuitive Maßnahme, denn eine wissenschaftliche. Wir haben schon gegen virale Krankheiten geimpft, als man noch nicht mal wusste, dass es Viren gibt. Und wir haben dauerhaft ins Immunsystem eingegriffen, als vom Immunsystem noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs aufgetaucht war und so gut wie gar nichts von den näheren biologischen Mechanismen verstanden wurde, die hier ablaufen. Allein die Tatsache, dass wir uns heute inmitten einer tatsächlichen Pandemie der Krankheiten des Immunsystems befinden, wie die ständig steigenden Zahlen bei Asthma, Diabetes Typ 1, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder rheumatoider Arthritis zeigen, sollte uns sehr skeptisch machen.

Autoimmunkrankheiten: erste Schritte zum Verständnis
Was bei der Entstehung von Autoimmunkrankheiten im Organismus konkret abläuft, steht erst seit sehr kurzer Zeit im Fokus der wissenschaftlichen Forschung. Wobei sich die weitaus meisten Arbeiten weniger mit den Ursachen befassen, denn mit der Linderung der Symptome. Neue Arzneimittel gegen Rheuma oder Multiple Sklerose gehören zu den internationalen Bestsellern am Pharmamarkt. Mit der Ursachenforschung ist weniger zu verdienen und möglicherweise stehen wir auch deshalb beim Verständnis noch weitgehend in den Kinderschuhen. Erst 2005 erschien beispielsweise die erste Arbeit (Harrington et al.), die mit der so genannten Th17-Reaktion einen zentralen Schlüsselfaktor im Autoimmunprozess identifizierte. Hier wird – vor allem im Zusammenspiel mit regulatorischen T-Zellen auf der besänftigenden, sowie Interleukin 6 auf der aggressiven Seite – festgelegt, ob sich das Immunsystem in seiner Antwort tolerant oder autoaggressiv verhält.
Es trägt nicht eben zu Beruhigung bei, wenn man weiß, dass viele Adjuvantien speziell die Produktion von Interleukin 6 ankurbeln, wie dies beispielsweise eine vom Hersteller selbst finanzierte Studie zum Novarits Adjuvans MF59 eindrucksvoll belegte (Valensi et al.). Diese ist allerdings bereits 1994 publiziert worden, zu einem Zeitpunkt, wo die Th17-Reaktion noch vollständig unbekannt war.
Der MF59 haltige Grippe-Imfpstoff Fluad wurde bereits millionenfach an ältere Menschen verimpft. Ohne vorherige Sicherheitsstudien, die über dessen autoimmunes Potenzial Aufschluss gaben. Nun wird damit argumentiert, dass er eben deshalb sicher ist, weil es schon so oft verimpft wurde und bisher keine auffällige Häufung von Nebenwirkungs-Meldungen beim Paul Ehrlich Institut registriert wurde. Wer jedoch meint, dass die Behörden davon erfahren würden, wenn ein geimpfter Rentner drei Monate nach der Fluad-Injektion einen Rheumaschub bekommt, überschätzt das Meldewesen enorm.  – Hier geht die Wahrscheinlichkeit praktisch gegen Null. Sobald eine Impfung einmal am Markt ist, muss sich schon etwas ziemlich Auffälliges ereignen, damit das von den Behörden registriert würde.
„Die Ärzte, die gesetzlich verpflichtet sind, diese Meldungen zu machen, wissen ja zum Großteil überhaupt nicht, dass Impfungen überhaupt Autoimmunreaktionen auslösen können“, sagt der Wiesbadener Mediziner Klaus Hartmann, der zehn Jahre beim Paul Ehrlich Institut für die Bewertung von Impfschäden zuständig war und nunmehr als gerichtlicher Impfschadens-Gutachter tätig ist. „Damit die Ärzte melden, müsste man diese erst mal intensiv informieren und an ihre Meldepflicht erinnern. Doch das ist gar nicht erwünscht.“
Squalen-haltige Adjuvantien werden sogar dazu verwendet, um Tiermodelle für bestimmte Autoimmunkrankheiten zu erzeugen. Barbro C. Carlson zeigte mit einem Team von Rheuma-Experten des schwedischen Karolinska Instituts beispielsweise, dass eine einzige Injektion von Squalen unter die Haut bei Ratten chronische Gelenksentzündungen auslösen kann (Carlson 2000). Damit zu beruhigen, dass die Dosis das Gift macht und in den Impfungen für Menschen ja wesentlich niedrigere Squalen-Dosierungen enthalten sind, halte ich in Abwesenheit jeglicher Evidenz für verantwortungslos.
 Zumal es immer individuelle Empfänglichkeit gibt, wo dann auch eine niedrige Dosierung zum Problem werden kann.

"Unkontrollierter Menschenversuch"
Als „unkontrollierten Menschenversuch“ bezeichnete auch Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber des arznei-telegramm die zurückliegenden Impfaktionen. Scheinbar werde versucht über die Massenanwendung der Squalen-haltigen impfstoffe Fakten zu schaffen, um dann – nach demselben Muster wie bei „Fluad“ – mit deren Verträglichkeit und Sicherheit argumentieren zu können. Die US-Gesundheitsbehörden sind diesbezüglich deutlich strenger als die Behörden der EU. Dort sind bislang nur herkömmlich – ohne Wirkverstärker – hergestellte Schweinegrippe-Imfpstoffe am Markt.
Warum bei einer Influenza die milder verläuft als in vielen anderen Saisonen überhaupt die Pandemie ausgerufen wurde, hat viel mit der Entwicklung der Weltgesundheits-Organisation (WHO) zu tun, die in den letzten Jahrzehnten sehr stark unter einem Zwang zum gesundheitspolitischen Aktionismus laboriert und sich immer mehr als globale Seuchenpolizei versteht. Angesichts von Malaria, Tuberkulose und Durchfall-Krankheiten, die vor allem in den Entwicklungsländern jährlich Abermillionen an Todesfälle verursachen, wundern sich viele Experten über die enorme Bedeutung, welche die WHO vergleichsweise harmlosen Erregern wie den Influenzaviren zumisst. Dazu kommt eine Budgetstruktur, die zunehmend von "Private-Public Partnerships" dominiert ist. Durch die Etablierung dieser Industrie-Partnerschaften wuchs der Anteil der „gespendeten“ finanziellen Mittel am WHO Haushalt im letzten Jahrzehnt überproportional. Lag das Verhältnis 1998 bei einem Verhältnis von 842 Millionen US Dollar regulärem Haushalt zu 804 Spendermillionen noch halbwegs ausgeglichen, so betrugen die privaten Zuwendungen bereits 2004 mehr als das doppelte des regulären Haushaltes. Und damit stand den Vertretern der Industrie Tür und Tor offen. Bei allen Besprechungen zur Pandemie waren – wie selbstverständlich – auch die Impfstoff-Hersteller geladen.
Es ist kein allzu gewagter Schluss, dass die H1N1 Pandemie von WHO und Impfstoff-Herstellern als eine Art "Feuerwehrübung" für den theoretischen Ernstfall einer wirklich verheerenden Influenza-Pandemie inszeniert wurde. Andernfalls wären ja auch die vielen Millionen, die anlässlich der Vogelgrippe (H5N1) in die Entwicklung pandemischer Impfstoffe gesteckt wurden, fehlinvestiert gewesen. Es wurde demnach – so meine Einschätzung – das nächstbeste Influenzavirus genommen, das kam, um die Tauglichkeit der Infrastruktur zur raschen Herstellung der Impfstoffe zu testen.
Die Frage der Sicherheit wird von der Industrie hingegen weder bei den Schweinegrippe, noch bei den HPV-Impfstoffen freiwillig geklärt werden. Hier bräuchte es endlich Druck der Öffentlichkeit auf die Gesundheitspolitik und damit auf die zuständigen Behörden. Es bräuchte endlich öffentlich finanzierte unabhängige Studien, um die Rolle der Wirkverstärker in Impfungen wissenschaftlich zu klären. Und vielleicht käme damit auch endlich Licht in die einzige derzeit wirklich grassierende ernsthafte  Pandemie – nämlich die Flut an Allergien und Autoimmunkrankheiten die bereits ein Drittel der Bevölkerung in den Industrieländern erfasst hat.

Dieser Artikel erschien als Coverstory in der aktuellen Ausgabe des Magazins Paracelsus.