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Montag, 28. März 2011

Schweinegrippe: Experten als Lobbyisten der Industrie

Die Schweinegrippe war im Jahr 2009 eines der bestimmenden medialen Themen (als Wort des Jahres landete die „Schweinegrippe“ auf den dritten Platz). Bis heute werden allerdings wiederholt Vorwürfe laut, die ausgedehnte Berichterstattung sei Ergebnis von Lobbying-Prozessen der Pharmaindustrie.
Eine Studie, die nun in der Fachzeitschrift Publizistik(VS-Verlag) unter dem Titel „Öffentliches und Geheimes“ erschien, resümiert, dass zwar keine Beweise, wohl aber Indizien für Lobbying-Aktivitäten ausgemacht wurden. Schießt die Pharmabranche bei ihrer Aufklärungsarbeit beizeiten tatsächlich über das Ziel hinaus?

Die Impfstoff-Branche hat nach der Vogelgrippe eine Menge Geld in neue Techniken zur Herstellung eines Pandemie-Impfstoffes investiert und wollte diese möglichst rasch kommerziell verwerten. Die Ausrufung der Pandemie entsprach diesem Wunsch und überraschend war eigentlich nur, wie rasch dieser erfüllt wurde.
Den Medien die Schuld an der Schweinegrippe-Hysterie zuzuschieben, halte ich für verfehlt. Es ist nunmal die Aufgabe der Journalisten, zu Pressekonferenzen zu fahren und den Experten dort Mikrophone unter die Nase zu halten. Das ist ihr Beruf.
Wirklich erstaunlich war hingegen das Verhalten der Influenza Masterminds. Als hätten sie einen gemeinsamen Text auswendig gelernt, handelte jedes öffentliche Statement von der nahenden Weltkatastrophe, die einzig mit Impfstoffen, sowie einem prall gefüllten Tamiflu-Lager zu überstehen sei.
Diese Warnung hatte wenig rationale Basis. Sowohl in Mexiko als auch später während der Influenza-Saison auf der Südhalbkugel löste das H1N1 Virus eine vergleichsweise milde Grippe aus. Das war frühzeitig bekannt.
Dennoch genügte das Codewort Pandemie, um weltweit eine ganze Armee von Universitätsprofessoren und Behördenvertretern in Lobbyisten zu verwandeln, die fortan versuchten die Politiker ihrer Länder zu möglichst umfassenden und möglichst teuren Präventions-Maßnahmen zu erpressen.
Die Analyse der großen Influenza-Pandemie von 2009/10 zeigt vor allem eines: Dass wir eine neue Generation von Experten brauchen. Experten, die ihre Berufung nicht als Handlangerdienst für die Industrie verstehen, sondern als verantwortungsvolle Beratung der Gesellschaft.

Dieser Beitrag erschien in der aktuellen Ausgabe des Ärztemagazin, wo ich auf Einladung des Chefredakteurs Raoul Mazhar seit kurzem mit dem Generalsekretär des Verbandes der Pharmazeutischen Industrie (Pharmig) Jan Oliver Huber in der Rubrik "Stich auf Stich" argumentativ die Klingen kreuze. Die Themen gibt jeweils das Ärztemagazin vor.

Mittwoch, 7. April 2010

Influenza-geimpfte hatten höheres Schweinegrippe-Risiko

Im Frühjahr 2009 - als in Kanadas Schulen die ersten Fälle von H1N1 Infektionen auftraten, fiel auf, dass vor  allem solche Schüler erkrankten, die davor gegen die normale Grippe geimpft worden waren.
Die kanadischen Gesundheitsbehörden gingen dem Verdacht nach und organisierten Studien, die zeigen sollten, ob an diesen Beobachtungen etwas dran ist. Es sind dazu vier verschiedene Studien unternommen worden, die nun in einer Zusammenfassung publiziert wurden.

Und tatsächlich bestätigte sich der Verdacht: Personen, die in der Grippe Saison 2008/09 gegen saisonale Influenza geimpft wurden, hatten ein um das 1,4 bis 2,5 fache höheres Risiko, an der Schweinegrippe zu erkranken.

Warum das so ist, ist unbekannt.
Es erinnert mich aber an einen niederländischen Tierversuch, in der dieser Zusammenhang ebenfalls thematisiert wurde.
Dort hatten die Wissenschaftler fest gestellt, dass das Durchmachen einer normalen Influenza in den Folgejahren einen gewissen Schutz vor neu auftretenden Influenzaviren bietet, weil die Beschäftigung des Immunsystems mit dem viralen Infekt zu einer breiteren Immunität führt als dies eine Impfung bieten kann. Besonders wichtig wäre eine solche durch Krankheit erworbene natürliche Immunität, falls neue Influenza-Viren auftreten sollten, die ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen.
Im Gegensatz zu Tieren, die bereits eine Influenza durchgemacht hatten, starben im niederländischen Experiment jene Tiere, die über eine Impfung vor dem Ausbruch einer Influenza geschützt wurden, wenn diese dann später mit gefährlichen Viren (in diesem Fall handelte es sich um Vogelgrippe-Viren) konfrontiert wurden.

Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass die Schweinegrippe für die Kinder in den USA und Kanada ein im Vergleich zu Europa deutlich höheres Sterberisiko darstellte. Möglicherweise hängt dies mit den in Nordamerika gültigen Impfempfehlungen zusammen, wo die jährliche Influenza-Impfung bereits ab einem Alter von sechs Monaten allgemein empfohlen wird. Geimpfte Kinder hätten demnach wesentlich schlechtere Chancen, eine eigenständige breitere Immunität gegen Influenzaviren aufzubauen.

Jene Influenza-Experten, die sich alljährlich ohne wissenschaftliche Absicherung in der Manier von Staubsauger-Vertretern (© Tom Jefferson) an der Ankurbelung der Grippe-Impf-Aktionen beteiligen, sollten also künftig bedenken, dass sie mit ihren Ratschlägen möglicherweise sogar Menschenleben gefährden.

Montag, 8. März 2010

Beschämte Abkehr vom "Weltvirus"

Im zurückliegenden Jahr war die H1N1-Schweinegrippe - neben der Finanzkrise - das wohl beherrschende globale Thema. In vielen Medien wird derzeit Bilanz gezogen, wie klug dieser Gefahr begegnet wurde und ob die Ausrufung der Influenza-Pandemie seriöse Gesundheitsvorsorge oder ein "unkontrollierter Großversuch" an der Bevölkerung war. Manche dieser Medien haben eine scharfe Korrektur vorgenommen - und sind aus dem von der WHO ("Welt-Hysterie-Organisation" - wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe übersetzt) vorgegebenen Kurs ausgeschert.
Das deutsche Leitmedium hat das am eindrucksvollsten hingekriegt und hinterfragt in einer erstklassigen Aufarbeitung der "Weltkampagne gegen die Schweinegrippe - die Chronik einer Massenhysterie" (nur in der Printausgabe verfügbar) immerhin auch die eigene Rolle. Denn zu Beginn der Kampagne hat der Spiegel mit der Titelstory vom "Welt-Virus"(Heft 19/2009) noch kräftig an der Panik mitgeschürt. Das hat sich in der Folge aber radikal geändert.
Im "Stern"-Archiv finden sich 300 Beiträge zur Schweinegrippe, unzählige Videos - von Urlaubern, die sich "krank wie ein Schwein" gefühlt haben, bis zu den ersten Todesfällen in Deutschland. Nun überwiegt auch hier die Kritik - vermittelt etwa über die Aussage des Epidemiologen der Universität Münster, Ulrich Keil, der beklagt, dass über die großteils unnötigen – weil weder medizinisch sinnvollen, noch von der Bevölkerung angenommenen – Schweinegrippe-Impfstoffe "eine Milliarde durch den Schornstein gepfiffen" wurde.
Trotzig wie ein böses Kind, gibt sich hingegen die Ärzte-Zeitung in Person ihres Redakteurs Michael Hubert. Er hatte mit seinem Medium die Seuche begleitet wie ein treuer Apostel der Pharmaindustrie und stets den medialen Verstärker gespielt, wenn es galt, die lebensrettende Impfung zu bewerben, das besondere Risiko der Schwangeren herauszustreichen oder vor der nächsten und übernächsten Grippewelle zu warnen.
Nun zieht auch Hubert Bilanz und stellt sich die Frage, ob es sich bei der Milliarde tatsächlich um verbranntes Geld gehandelt habe. Seine Antwort ist insofern originell, weil er sinngemäß meint: "Na, wenn schon!" Denn, so Hubert:
Für die einmalig eine Milliarde Euro Pandemieschutz bekommt man beispielsweise ein Jahr ermäßigte Mehrwertsteuer für Hoteliers.
Soll wohl heißen: Und da hätten wir Nicht-Hoteliers ja auch nicht großartig was davon.
Wenn sich ein Medium in erster Linie ihren Inserenten verpflichtet fühlt und erst weit abgeschlagen ihren ärztlichen Lesern, so sind solche Vergleiche im Blattumfeld wohl fast schon als Fakten zu werten.
Wir selber hier im Blog hatten keine wesentlichen Gründe zum argumentativen Hakenschlagen, galt uns die "Gripperl-Pandemie" doch von Beginn an eher als praktisches Beispiel einer Leerübung im Fach "Public-Health für Dummies". Und nach dem, was hier abgeliefert wurde, stand rasch fest, dass die Lehrer die Belehrten bestenfalls an erpresserischer Aufgeregtheit, jedoch sicher nicht an Seriosität überragt haben.

Freitag, 12. Februar 2010

Österreich beendet die Pandemie

Während die WHO sich beharrlich weigert, die Pandemiestufe 6 zurückzunehmen, ist der Hauptverband der Österr. Sozialversicherungen bereits forsch zur Tat geschritten.

Heute erreichte ein Schreiben der Ärztekammer ihre Mitglieder in dem der Hauptverband mit der Aussage zitiert wird,
 dass die Grippewelle mit 10. Februar beendet ist.

und dann folgt im Brief fett gedruckt und unterstrichen:
Deshalb endet ab sofort die für die Zeit der Grippewelle geltende Regelung für eine Tamiflu- oder Relenza-Verordnung

Die WHO ist also längst nicht mehr Meinungsführer in Sachen Pandemie - und zumindest was deren Management in Österreich betrifft - hiermit overruled.
Die ganze Welt stöhnt unter dem Joch der Pandemie - in Österreich ist sie offiziell abgeschafft.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Schnellschuss mit Risiko

Auf Rat der Impfexperten investierte Deutschland Hunderte Millionen Euro Steuergeld in die Vorsorge gegen Schweinegrippe und das Zervix-Karzinom. Gesunde Menschen werden mit schlecht getesteten Impfstoffen gefährdet, die hoch riskante Wirkverstärker enthalten.


Manche Menschen sterben nach der Schweinegrippe, manche nach der Schweinegrippe-Impfung. Während im ersten Fall die tragischen Ereignisse dazu benützt werden, die weitere Impfbereitschaft medial anzukurbeln und die Experten betonen, wie wichtig und sinnvoll die Ausrufung der Pandemie war, ist im zweiten Fall stets Beruhigung angesagt: Fall für Fall tritt das Paul Ehrlich Insitut (PEI) zur Entlastungsoffensive an. Die Impfung stehe keinesfalls in ursächlichem Zusammenhang mit den schweren Nebenwirkungen oder den Todesfällen, ließ PEI-Sprecherin Susanne Stöcker via „Bild-Zeitung“ wissen: „Wenn nach der Impfung etwas geschieht, so heißt das nicht, dass es durch die Impfung geschieht.“
Ein Kleinkind, das nach der H1N1-Impfung mit dem Impfstoff Pandemrix einen tödlichen Lungeninfarkt erlitt, war schwer krank. Eine 65 jährige, ein 55 jähriger und ein 46 jähriger, die kurz nach der Impfung am Herzinfarkt starben, hatten zuvor schon chronische Beschwerden. Eine weitere 65 jährige war Diabetikerin, ein 66 jähriger Asthmatiker. Gelang es mal nicht, eine Vorerkrankung als Todesursache zu identifizieren, so wurde angenommen, „dass dieses Ereignis zwar ein seltenes ist, aber angesichts der Vielzahl von verabreichten Impfungen dennoch rein zufällig aufgetreten ist“.
Im umgekehrte Fall handelte es sich – auch wenn die Betroffenen ebenfalls in den meisten Fällen an chronischen Krankheiten litten – stets um Opfer der Schweinegrippe. Wären sie geimpft gewesen, so die Unterstellung, hätten sie mit ihrem Asthma oder ihrer sonstigen Organschwäche noch viele Jahre glücklich weiter gelebt.
Wilde Grippeviren sind demnach grundsätzlich böse und gefährlich, wurden diese Viren jedoch abgetötet, über Wirkverstärker biochemisch reanimiert und dann in den Muskel injiziert, so stand der gute Wille fürs Werk: da kann doch kaum etwas schief gehen.

Problematische Wirkverstärker
Weltweit wird bei der Entwicklung neuer Impfstoffe derzeit massiv der Einsatz innovativer Adjuvantien erprobt. Diese Wirkverstärker sollen auch dort eine Immunantwort provozieren, wo bislang das Impfkonzept versagte. Zu diesen Problembereichen gehört auch die Influenza. Nach den Übersichtsarbeiten der unabhängigen Cochrane-Gruppe dümpelt der Grippe-Impfstoff vom Kinder- bis zum Erwachsenenalter bei mittlerer Wirksamkeit dahin – je nachdem wie gut die Antigene im Impfstoff mit den tatsächlich zirkulieren Grippeviren überein stimmen. Bei Babys und Kleinkindern, sowie den älteren Menschen finden sich jedoch zwei schwarze Löcher der Wirksamkeit.
Novartis hat mit „Fluad“ – das mit dem Squalene-haltigen Hilfsstoff MF59 versetzt ist – bereits vor Jahren einen speziellen verstärkten Senioren-Impfstoff auf den Markt gebracht. Dieser ist nun auch im Schweinegrippe-Imfpstoff „Focetria“ enthalten. Der Konzern GlaxoSmithKline (GSK) setzte mit seinem „Adjuvans-System 03“ (AS03) bei „Pandemrix“ auf ein ähnliches Konzept.
Ich habe über intensive Recherchen versucht, Studien zu finden, in denen die Sicherheit und Verträglichkeit dieser neuartigen Adjuvantien eindeutig gezeigt wird. Die gibt es aber nicht. Beide Wirkverstärker kamen über eine in-vitro-Testphase im Labor, sowie ein paar Tierversuche unmittelbar in die Impfstoffe und werden nun bei Menschen verwendet.
Dasselbe gilt für die ebenso neuartigen Wirkverstärker, die in Gardasil und Cervarix, den beiden Impfstoffen gegen Humane Papillomaviren (HPV), verwendet werden. Hier kommen die neuartigen Aluminium-Verbindungen AS04 (Cervarix) und Gardasils AAHS („amorphous aluminum hydroxyphosphate sulfate“) zum Einsatz. Besonders originell ist der Wirkverstärker AS04. GSK setzt dabei auf das Alarmpotenzial einer Fettverbindung, die aus der Oberfläche von Salmonellen gewonnen wurde und kombiniert es mit Aluminiumhydroxid. Im direkten Vergleich mit Gardasil zeigte sich, dass AS04 tatsächlich eine explosive Kombination ist und einen um das zwei- bis sechsfach höheren Antikörper-Titer bei den Geimpften erzeugt. Das seien „exzellente Ergebnisse“ freute sich Hugues Bogaerts, der für Cervarix zuständige Produktmanager des belgischen Konzerns GSK. Ich fragte ihn nach den Sicherheits-Studien für sein neuartiges Adjuvans, das bisher noch in keinem Massen-Impfstoff eingesetzt worden ist. Seine Antwort lautete: „Eigene Sicherheitsstudien am Menschen sind bei einem neuen Adjuvans nicht vorgesehen. Das wird in den großen klinischen Studien gleich in der fertigen Impfstoff-Kombination getestet.“
Wenn man sich diese Studien ansieht, so ist das Erstaunen groß. Denn in den großen placebokontrollierten Zulassungsstudien von Gardasil und Cervarix mit ihren insgesamt mehr als 40.000 Teilnehmerinnen wurden die Impfstoffe nicht gegen "wirkliche" Placebos – das wäre im Normalfall eine physiologisch neutrale Salzwasser-Lösung – getestet, sondern gegen Pseudo-Placebos, also entweder gegen andere Aluminium-haltige Impfungen (bei Cervarix) oder gleich gegen eine pure Wasser-Aluminium-Lösung (bei Gardasil). Kritiker, wie der Aluminium-Experte Christopher Exley von der britischen Keele University finden dies fahrlässig, „weil Aluminium-Verbindungen bei zahlreichen Autoimmun-Prozessen beteiligt sind.“

Krank durch die Impfung?
Tatsächlich musste im September 2008 auf Geheiß der US-Behörde FDA in die Produktinformation von Gardasil der Hinweis aufgenommen werden, dass bei jeder 43. Teilnehmerin der Studien Krankheiten mit möglicherweise autoimmunem Hintergrund neu aufgetreten sind. In der deutschen Fachinformation ist davon nichts zu lesen.
Es ist seit langem bekannt, dass Aluminiumsalze die Immunantwort der Geimpften „in eine allergische Richtung“ manipulieren. Aber auch die Art der Immunreaktion kann – speziell bei genetischer Empfänglichkeit – dauerhaft verändert werden. Daraus resultiert die Gefahr, dass das Immunsystem auf nachfolgende Infekte falsch reagiert – und ansonsten harmlose Viren plötzlich mit einer überschießenden Immunreaktion beantwortet werden, die in den betroffenen Organen schweren Schaden anrichtet. Ebenfalls ist bekannt, dass jede Impfung auch Auto-Antikörper erzeugt, die an körpereigenes Gewebe binden und dieses in der Folge für die Fresszellen des Immunsystems als Angriffsziele markieren. Im Normalfall sollten diese fehlgesteuerten Antikörper, sowie auch T-Zellen mit autoimmuner Ausrichtung von den körperinternen Kontroll-Mechanismen erkannt und beseitigt werden. Doch diese Entwicklung kann außer Kontrolle geraten.
Normalerweise sollten bei Impfungen, die im Normalfall eine vorbeugende medizinischen Intervention bei Gesunden darstellen - die allerhöchsten Sicherheits-Kriterien gelten. Doch irgend eine Schraube setzt hier im ansonsten so sehr auf Kontrolle und Risiko-Minimierung bedachten behördlichen Apparat aus. Möglicherweise ist es das über historische Verdienste wie die Ausrottung der Pocken erworbene gute Image, das hier die Impfungen unter eine Art schützende Käseglocke stellt.
Dabei war gerade das Impfen traditionell immer eine eher intuitive Maßnahme, denn eine wissenschaftliche. Wir haben schon gegen virale Krankheiten geimpft, als man noch nicht mal wusste, dass es Viren gibt. Und wir haben dauerhaft ins Immunsystem eingegriffen, als vom Immunsystem noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs aufgetaucht war und so gut wie gar nichts von den näheren biologischen Mechanismen verstanden wurde, die hier ablaufen. Allein die Tatsache, dass wir uns heute inmitten einer tatsächlichen Pandemie der Krankheiten des Immunsystems befinden, wie die ständig steigenden Zahlen bei Asthma, Diabetes Typ 1, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder rheumatoider Arthritis zeigen, sollte uns sehr skeptisch machen.

Autoimmunkrankheiten: erste Schritte zum Verständnis
Was bei der Entstehung von Autoimmunkrankheiten im Organismus konkret abläuft, steht erst seit sehr kurzer Zeit im Fokus der wissenschaftlichen Forschung. Wobei sich die weitaus meisten Arbeiten weniger mit den Ursachen befassen, denn mit der Linderung der Symptome. Neue Arzneimittel gegen Rheuma oder Multiple Sklerose gehören zu den internationalen Bestsellern am Pharmamarkt. Mit der Ursachenforschung ist weniger zu verdienen und möglicherweise stehen wir auch deshalb beim Verständnis noch weitgehend in den Kinderschuhen. Erst 2005 erschien beispielsweise die erste Arbeit (Harrington et al.), die mit der so genannten Th17-Reaktion einen zentralen Schlüsselfaktor im Autoimmunprozess identifizierte. Hier wird – vor allem im Zusammenspiel mit regulatorischen T-Zellen auf der besänftigenden, sowie Interleukin 6 auf der aggressiven Seite – festgelegt, ob sich das Immunsystem in seiner Antwort tolerant oder autoaggressiv verhält.
Es trägt nicht eben zu Beruhigung bei, wenn man weiß, dass viele Adjuvantien speziell die Produktion von Interleukin 6 ankurbeln, wie dies beispielsweise eine vom Hersteller selbst finanzierte Studie zum Novarits Adjuvans MF59 eindrucksvoll belegte (Valensi et al.). Diese ist allerdings bereits 1994 publiziert worden, zu einem Zeitpunkt, wo die Th17-Reaktion noch vollständig unbekannt war.
Der MF59 haltige Grippe-Imfpstoff Fluad wurde bereits millionenfach an ältere Menschen verimpft. Ohne vorherige Sicherheitsstudien, die über dessen autoimmunes Potenzial Aufschluss gaben. Nun wird damit argumentiert, dass er eben deshalb sicher ist, weil es schon so oft verimpft wurde und bisher keine auffällige Häufung von Nebenwirkungs-Meldungen beim Paul Ehrlich Institut registriert wurde. Wer jedoch meint, dass die Behörden davon erfahren würden, wenn ein geimpfter Rentner drei Monate nach der Fluad-Injektion einen Rheumaschub bekommt, überschätzt das Meldewesen enorm.  – Hier geht die Wahrscheinlichkeit praktisch gegen Null. Sobald eine Impfung einmal am Markt ist, muss sich schon etwas ziemlich Auffälliges ereignen, damit das von den Behörden registriert würde.
„Die Ärzte, die gesetzlich verpflichtet sind, diese Meldungen zu machen, wissen ja zum Großteil überhaupt nicht, dass Impfungen überhaupt Autoimmunreaktionen auslösen können“, sagt der Wiesbadener Mediziner Klaus Hartmann, der zehn Jahre beim Paul Ehrlich Institut für die Bewertung von Impfschäden zuständig war und nunmehr als gerichtlicher Impfschadens-Gutachter tätig ist. „Damit die Ärzte melden, müsste man diese erst mal intensiv informieren und an ihre Meldepflicht erinnern. Doch das ist gar nicht erwünscht.“
Squalen-haltige Adjuvantien werden sogar dazu verwendet, um Tiermodelle für bestimmte Autoimmunkrankheiten zu erzeugen. Barbro C. Carlson zeigte mit einem Team von Rheuma-Experten des schwedischen Karolinska Instituts beispielsweise, dass eine einzige Injektion von Squalen unter die Haut bei Ratten chronische Gelenksentzündungen auslösen kann (Carlson 2000). Damit zu beruhigen, dass die Dosis das Gift macht und in den Impfungen für Menschen ja wesentlich niedrigere Squalen-Dosierungen enthalten sind, halte ich in Abwesenheit jeglicher Evidenz für verantwortungslos.
 Zumal es immer individuelle Empfänglichkeit gibt, wo dann auch eine niedrige Dosierung zum Problem werden kann.

"Unkontrollierter Menschenversuch"
Als „unkontrollierten Menschenversuch“ bezeichnete auch Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber des arznei-telegramm die zurückliegenden Impfaktionen. Scheinbar werde versucht über die Massenanwendung der Squalen-haltigen impfstoffe Fakten zu schaffen, um dann – nach demselben Muster wie bei „Fluad“ – mit deren Verträglichkeit und Sicherheit argumentieren zu können. Die US-Gesundheitsbehörden sind diesbezüglich deutlich strenger als die Behörden der EU. Dort sind bislang nur herkömmlich – ohne Wirkverstärker – hergestellte Schweinegrippe-Imfpstoffe am Markt.
Warum bei einer Influenza die milder verläuft als in vielen anderen Saisonen überhaupt die Pandemie ausgerufen wurde, hat viel mit der Entwicklung der Weltgesundheits-Organisation (WHO) zu tun, die in den letzten Jahrzehnten sehr stark unter einem Zwang zum gesundheitspolitischen Aktionismus laboriert und sich immer mehr als globale Seuchenpolizei versteht. Angesichts von Malaria, Tuberkulose und Durchfall-Krankheiten, die vor allem in den Entwicklungsländern jährlich Abermillionen an Todesfälle verursachen, wundern sich viele Experten über die enorme Bedeutung, welche die WHO vergleichsweise harmlosen Erregern wie den Influenzaviren zumisst. Dazu kommt eine Budgetstruktur, die zunehmend von "Private-Public Partnerships" dominiert ist. Durch die Etablierung dieser Industrie-Partnerschaften wuchs der Anteil der „gespendeten“ finanziellen Mittel am WHO Haushalt im letzten Jahrzehnt überproportional. Lag das Verhältnis 1998 bei einem Verhältnis von 842 Millionen US Dollar regulärem Haushalt zu 804 Spendermillionen noch halbwegs ausgeglichen, so betrugen die privaten Zuwendungen bereits 2004 mehr als das doppelte des regulären Haushaltes. Und damit stand den Vertretern der Industrie Tür und Tor offen. Bei allen Besprechungen zur Pandemie waren – wie selbstverständlich – auch die Impfstoff-Hersteller geladen.
Es ist kein allzu gewagter Schluss, dass die H1N1 Pandemie von WHO und Impfstoff-Herstellern als eine Art "Feuerwehrübung" für den theoretischen Ernstfall einer wirklich verheerenden Influenza-Pandemie inszeniert wurde. Andernfalls wären ja auch die vielen Millionen, die anlässlich der Vogelgrippe (H5N1) in die Entwicklung pandemischer Impfstoffe gesteckt wurden, fehlinvestiert gewesen. Es wurde demnach – so meine Einschätzung – das nächstbeste Influenzavirus genommen, das kam, um die Tauglichkeit der Infrastruktur zur raschen Herstellung der Impfstoffe zu testen.
Die Frage der Sicherheit wird von der Industrie hingegen weder bei den Schweinegrippe, noch bei den HPV-Impfstoffen freiwillig geklärt werden. Hier bräuchte es endlich Druck der Öffentlichkeit auf die Gesundheitspolitik und damit auf die zuständigen Behörden. Es bräuchte endlich öffentlich finanzierte unabhängige Studien, um die Rolle der Wirkverstärker in Impfungen wissenschaftlich zu klären. Und vielleicht käme damit auch endlich Licht in die einzige derzeit wirklich grassierende ernsthafte  Pandemie – nämlich die Flut an Allergien und Autoimmunkrankheiten die bereits ein Drittel der Bevölkerung in den Industrieländern erfasst hat.

Dieser Artikel erschien als Coverstory in der aktuellen Ausgabe des Magazins Paracelsus.

Samstag, 12. Dezember 2009

Stiftung Kindergesundheit fürchtet um die Impfmoral

In einer Aussendung an Journalisten zeigt sich die "Stiftung Kindergesundheit" äußerst besorgt, dass die kontroverse Diskussion um Sinn und Nutzen der Schweinegrippe-Impfung den Kinderimpfungen insgesamt einen schweren Imageschaden zugefügt haben könnte.
Darin heißt es zur Einleitung:
„Impfgegner können sich zurzeit genüsslich zurücklehnen, denn die einander widersprechenden ‚Experten’ haben ihre Rolle übernommen!“ sagt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit nicht ohne Verbitterung. „Harmlose Lokalreaktionen nach einer Impfung gegen die neue Grippe wurden von den Medien leichtfertig zu schweren Nebenwirkungen hochgejubelt, bewährte Bestandteile von Impfstoffen zu gefährlichen Chemikalien befördert. Es ist zu befürchten, dass manche solchermaßen verunsicherte Eltern die haltlosen Befürchtungen auch auf die bewährten und sicheren Kinderimpfungen übertragen. Damit würden sie jedoch die Gesundheit ihres Kindes aufs Spiel setzen“, so der Münchner Kinder- und Jugendarzt, Stoffwechselspezialist der Universitäts-Kinderklinik München.
Die Stiftung Kindergesundheit gibt an, dass sie sich als unabhängige Organisation für die Interessen der Kindergesundheit einsetzt. Doch ist sie tatsächlich unabhängig?
Wenn sich eine "Stiftung Kindergesundheit" für ihre Aktivitäten von der Pharmaindustrie regelmäßig in großem Umfang finanziell unterstützen lässt (z.B. hier), dann auch noch mit Pharmapreisen auszeichnen lässt (z.B. hier), was macht dann eigentlich noch den Unterschied aus zwischen dieser "Stiftung" und einer Firma, die ganz einfach "Pharma PR" macht?

Der Vorsitzende dieser Stiftung, Berthold Koletzko ist zudem einer der am besten mit der Industrie verbandelten Mediziner Deutschlands. Seine "Conflict of Interest"-Erklärung liest sich recht eindrucksvoll:
Berthold Koletzko and his research group have been involved in scientific collaborations with Abbott, Ardeypharm, Baxter, B. Braun, Biovitrum, Bristol Myers Squibb Foundation, Cognis, Dairy Goat Cooperative, Danone, Fresenius-Kabi, Fronterra, JHeimbach LLC, Hipp, Martek, Merck Selbstmedikation, Nestlé, Orafti, Ordesa, Pharmaton, Unilever, Vifor, and Wyeth

Im folgenden werden in dieser Information an Journalisten eine Reihe von Einwänden gegenüber Impfungen aufgezählt und dann knallhart widerlegt.
In Punkt 1 des insgesamt 13 Punkte umfassenden Papiers heißt es unter anderem:
Tetanus-Erreger befinden sich im Erdboden auf der ganzen Welt und sind nicht zu bekämpfen. Nach wie vor erkranken Kinder in Deutschland an dieser lebensbedrohlichen Infektion. Eine Immunität gegen sie ist nur durch die Impfung zu erreichen.
Hier wird eine Gefahr hoch gespielt, die bei Kindern gar nicht in diesem Ausmaß existiert. Aber es ist eben eine sehr gut eingeführte, weit verbreitete Furcht, dass ohne Impfung viele Kinder an Tetanus erkranken würden. Und diese Furcht wird gehätschelt und gepflegt.
Wenn es möglich wäre, das mal tatsächlich zu prüfen, würden viele Impfbefürworter wahrscheinlich ihr blaues Wunder erleben.
In Wahrheit ist Tetanus nahezu ausschließlich für ältere Menschen gefährlich, wenn sie z.B. schlecht heilende Wunden haben. Bei gut versorgten und gereinigten Wunden von Kindern kommt Tetanus praktisch nicht vor. Beschriebene Fälle sind hier in der gesamten Medizinliteratur extrem selten. Mir ist hierzu eine Untersuchung aus den USA in Erinnerung, wo innerhalb von 20 Jahren 14 Fälle von Tetanus bei Kindern und Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren beschrieben wurden. Alle 14 Kinder (einige davon auch geimpft) wurden rechtzeitig behandelt und haben überlebt. In Deutschland ist seit mehr als 20 Jahren kein Kind mehr an Tetanus gestorben - und das bei hunderttausenden Ungeimpften.
Ich warte zudem schon lange auf eine Arbeit, die zeigt, wie gut die Impfung bei älteren Menschen wirkt und ob sie auch tatsächlich in der Lage ist, Tetanus zu verhindern. Bei chronisch kranken älteren Personen besteht ja tatsächlich ein kleines aber doch vorhandenes Risiko. Und hier wird den Risikogruppen auch konkret zur Auffrischung der Tetanus-Impfung geraten.
Gefunden habe ich bislang keine Arbeit dazu. Lediglich Hinweise, dass besonders gefährdete Personen (z.B. Diabetiker) einen deutlich schlechteren Immunstatus aufbauen wie gesunde Gleichaltrige.

Weiter im Text:
Auch Diphtherie-Erreger sind noch vorhanden. Sie können von Urlaubsheimkehrern, Geschäftsreisenden oder Einwanderern tagtäglich eingeschleppt werden und sich ausbreiten.
Auch das ist eine "Urban Legend". In ganz Mitteleuropa ist bei einem Großteil der Erwachsenen kein Diphtherie-Schutz mehr vorhanden.
Und ist deshalb in dieser Altersgruppe jemals eine Epidemie ausgebrochen? Null. Nicht mal als zu Beginn der 90er Jahre in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine große Diphtherie-Epidemie wütete, ist irgendwas zu uns rüber geschwappt.
Diphtherie scheint eine Krankheit zu sein, die Krieg und Elend folgt.

 Weiters heißt es:
Fälle von Kinderlähmung (Polio) sind vor einiger Zeit im Urlaubsgebiet der Dominikanischen Republik, … registriert worden
Dieses Beispiel zeigt besonders gut, wie tendenziös hier informiert wird. Dass die damaligen Polio-Ausbrüche in der Dom-Rep und Haiti nämlich in Wahrheit von der Polio-Impfung ausgegangen sind – wie auch bei anderen Ausbrüchen zuvor und danach  z.B. in Nigeria, China, oder Madagaskar – wird glatt unterschlagen.
Bei dieser Lebendimpfung bestand immer die Gefahr, dass Geimpfte oder deren Umgebung selbst an Polio erkrankten, weil die Viren nicht gut genug abgeschwächt waren oder in eine virulente Form "zurückmutierten". Das war auch der Hauptgrund, warum die (gut wirksame) Lebendimpfung vor einigen Jahren durch die jetzige (weniger gut wirksame) Polio-Totimpfung ersetzt wurde.
Damit hier keine Missverständnisse entstehen: Ich bin kein Gegner der Polioimpfung. Ich denke, dass sie große Verdienste hatte. Meine älteren Kinder drei Kinder bekamen alle noch die Polio-Lebendimpfung.
Was mich ärgert ist unredliche Information, wo mit falschen Behauptungen Propaganda gemacht wird.

Und schließlich wird noch mal der berühmte Diphtherie-Ausbruch im Osten bemüht:
…oder der explosionsartige Anstieg der Diphtherie in der ehemaligen Sowjetunion zeigen, dass eine Vernachlässigung von Schutzimpfungen ernsthafte Konsequenzen haben kann.
Hier wird unterschlagen, dass die Kinder in diesen Ländern nach mitteleuropäischen Maßstäben nicht weniger geimpft, sondern sogar überimpft waren.
In der Ukraine, einem der von der Epidemie am meisten betroffenen Länder, wurden Kinder sogar sechs Mal gegen Diphtherie geimpft. Unter den Diphtherie-kranken Kindern waren dort ca. 80% ordnungsgemäß geimpft. Die Wirksamkeit der Impfung wurde heftig bezweifelt.

Das war natürlich peinlich und so wurde der Ausbruch gründlich untersucht. Mit dem Ergebnis, dass z.B. die US-Behörde CDC verlautbarte, dass mit der Sowjetunion damals auch die Impfmoral zusammengebrochen sei. In der Bevölkerung habe sich eine enorme Impfskepsis verbreitet, zudem wurden neuartige russische Impfstoffe verwendet, die eine so niedrige dosierte Diphtherie-Komponente enthielten, dass die Impfung wohl deshalb nicht so gut wirkte.

Kurioserweise ist es ebenfalls die CDC, welche ihre eigenen Angaben widerlegt. Und zwar in einer Studie, die vor Ort in der Ukraine in Kooperation mit dem dortigen Gesundheitsministerium durchgeführt wurde.
Die Studienautoren testeten die vor Ausbruch der Epidemie verwendeten Impfstoffe. Sie gingen auch dem Verdacht nach, dass die sowjetische Impfstoffe für den Ausbruch verantwortlich sein könnten, die einen reduzierten Antigen-Gehalt hatten. Sie fanden jedoch, dass diese niedrigpotenten Impfstoffe nur von weniger als 5% verwendet wurden. Die anderen Impfstoffe erzielten hingegen exzellente Antikörper-Titer. Die Durchimpfungsrate war vergleichbar jener der USA.
Das kann also demnach keine Mitschuld haben, dass die Epidemie ausgerechnet in der Ukraine so gewütet hat.
Die Autoren tippen darauf, dass es am schlechten Immunitätsstatus der Erwachsenen lag.
The VE after three doses of any diphtheria
vaccine in children <15 years of age
was 98.2%, increasing to 99.7% and 99.9% with four and five
or more doses, respectively. These VE results are only slightly
lower than the 100% immunogenicity (defined as >0.01 IU)
after three doses in clinical trials [27]
While our sample size was inadequate to evaluate the VE of
the reduced-potency AKDS-m alone, it was reassuring that
only 5% of the cases and controls had received this vaccine,
suggesting that this was not a major contribution to lower
immunity in Ukraine. The vaccine coverage by age group
among the controls in our VE case-control study also provided
the first independent assessment of up-to-date vaccination
status of Ukrainian children. Before the outbreak, coverage
with three or more doses of diphtheria vaccine exceeded 80%
by 2 years of age and 85% by 3 years of age for almost all age
cohorts, compared with 83% by 2 years of age in 1992 in the
United States [32]. These results suggest that while efforts to
improve the 68% coverage with receipt of three doses by 1 year
of age are definitely worthwhile, low childhood vaccine coverage per se was unlikely to be a major cause of the outbreak.
Our findings also provided for the first time strong scientific evidence against alternative causes (e.g., toxin mutation and radiation exposure from Chernobyl), which were prevalent considerations early in the confusion of the outbreak [33]: This finding allowed for resources to be directed toward the main culprit—inadequate adult immunity [34].
Schließlich wundern sich die Autoren noch, warum die Diphtherie hier im Osten so wütete, während in anderen Ländern mit ähnlich miesem Immunstatus bei den Erwachsenen - trotz einiger eingeschleppter Diphtherie-Fälle von Reisenden - keine Epidemie folgte.
Sie tippen darauf, dass es mit dem kurz zurückliegenden Afghanistan Krieg zu tun haben könnte. In den Kasernen der heimkehrenden Soldaten waren auch die ersten Krankheitsfälle beobachtet worden:
 While the causes of this outbreak are likely to be multifactorial
[13, 34, 35], it is interesting that other countries
with long-standing routine childhood immunization programs
against diphtheria and poor compliance with adult booster
policies (and therefore poor adult immunity levels) have not
had similar resurgences despite periodic introductions of diphtheria [4, 34]. During World War II, large diphtheria outbreaks occurred in several countries on both sides upon return of large numbers of soldiers from tropical settings (e.g., North Africa and the South Pacific); the cutaneous diphtheria they had contracted transformed to respiratory diphtheria upon return to the more temperate climates [36, 37]. Diphtheria incidence increased sharply in Afghanistan after invasion by the former Soviet Union in 1979. Soviet troops were withdrawn in 1989, and the NIS outbreak was first detected among the military in various locations around this time [13]. Perhaps molecular epidemiology may one day provide insight on whether this was more than a coincidence [38].
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So, jetzt reichts, ich höre bei Punkt 1 des Pamphlets der "unabhängigen" Stiftung Kindergesundheit gleich wieder auf. Sonst wird das hier ein Monsterposting.
Dass diese Art Impfpropaganda den Karren des "Impfgedankens", der während der Schweinegrippe-Impfung scheinbar in den Dreck gefahren wurde, wieder herausziehen kann, bezweifle ich aber stark.