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Dienstag, 19. November 2024

Long Covid Studie erfolglos beendet

Mit großen Hoffnungen haben viele betroffene Patienten eine Studie verfolgt, in der ein Medikament gegen eine Autoimmunerkrankung getestet wurde. Es handelt sich um den Wirkstoff mit dem Kürzel "BC-007", der in der Lage ist, Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren zu neutralisieren. Die Frage, die in den Studien geprüft werden sollte, war, ob sich dadurch eine Besserung der Symptome der Patienten ergibt. Die Symptome gleichen jenen von CFS/ME - dem chronischen Müdigkeitssyndrom.
 
Ursprünglich wurden die gefährlichen Antikörper vor allem bei Impfschäden gefunden

Die Firma 'Berlin Cures', die den Wirkstoff herstellt und die Studie durchgeführt hat, teilte vor einigen Tagen auf ihrer Webseite mit, dass die Teilnehmer der Studiengruppe keine besseren Ergebnisse erzielt haben als jene der Placebogruppe.
"Weitere detaillierte Analysen wurden nicht durchgeführt," heißt es. "Aufgrund finanzieller Engpässe war die Berlin Cures GmbH gezwungen, alle Aktivitäten einzustellen."
 
Ich verfolge diese Angelegenheit schon seit 8 Jahren. Damals recherchierte ich zu meinem Film "Unter die Haut" zu Impfschäden, die nach der HPV-Impfung aufgetreten sind. Der dänische Wissenschaftler Jesper Mehlsen hatte hunderte betroffene Frauen und Mädchen untersucht, die nach der Impfung nicht mehr in der Lage waren, ihr normales Leben weiter zu führen. Viele waren schwer geschädigt und konnten kaum noch das Bett verlassen. Und die Mehrzahl dieser Patientinnen waren positiv auf die oben erwähnten Autoantikörper.
 
Die Firma war finanziell nicht in der Lage, eine eigene Studie zu finanzieren. Doch dann kam COVID-19 und auch hier hatten viele Impfgeschädigte dieselben Antikörper im Blut. Auch bei Long-COVID Patienten fanden sich bei etwa jedem dritten solche Antikörper. Deutsche Ärzte forderten eine Studie und Gesundheitsminister Karl Lauterbach gab Forschungsgelder dafür frei. Die Studie war allerdings nur für Long COVID Patienten zugänglich. Nicht für impfgeschädigte.
Ich habe damals einen Vorstand von Berlin Cures für ein Interview telefonisch erreicht und fragte ihn, was es mit dieser Einschränkung auf sich hat. Er antwortete, dass klinische Studien sehr teuer seien und sie auf Fördermittel angewiesen sind. "Und weil Impfschäden kein gutes Image haben, schrieben wir unsere Förderanträge für Long Covid."

Long Covid ist ein Sammelsurium verschiedenster Symptome - viele davon mit psychosomatischer Komponente. Kann es an dieser Beschränkung liegen, dass die Studie keinen Erfolg zeigte? Man wird es wohl nie erfahren, denn gegen die Herstellerfirma 'Berlin Cures' wurde nun ein Konkursverfahren eingeleitet.

Dienstag, 9. August 2022

Warum ich den Film "Unter die Haut" gemacht habe

Mein neuer Dokumentarfilm "UNTER DIE HAUT - Was macht Aluminium in Impfungen?" wird derzeit viel nachgefragt. Auslöser sind einige Besprechungen (z.B. hier und hier), die großes Interesse ausgelöst haben. Immer wieder werde ich gefragt, was meine Motivation war, diesen Film zu machen. Hier meine Antwort.

Die Idee zu "Unter die Haut" entstand bereits kurz nach der Ausstrahlung von „Akte Aluminium“ bei ARTE im Jahr 2013, als viel über den Film diskutiert wurde. - Allerdings ging es in den Medien fast ausschließlich über die Rolle der toxischen Alu-Verbindungen in Deos.

Deshalb beschloss ich, den mindestens ebenso problematischen Zusatz von Aluminiumverbindungen in Impfungen zum Thema eines eigenen Films zu machen. Denn schließlich bekommen z.B. die Babys heute dreimal so viele Impfungen, wie das noch in den 1980er Jahren der Fall war. Wenn alles geimpft wird, was z.B. im österreichischen Impfplan empfohlen ist, kommen die Kinder bis zum 18. Geburtstag auf 50 Spritzen – und da sind die Covid-Impfungen noch gar nicht mitgezählt. (In Deutschland und in der Schweiz sind es etwas weniger, weil z.B. die Influenza-Impfung nicht so früh empfohlen wird.)

Ich habe bereits 2016 mit dem Film begonnen. Es gab jedoch einige Rückschläge - ich wurde beispielsweise 5 mal von verschiedenen Jurys der Filmförderung abgelehnt - und das bedeutete jedes Mal monatelange Wartezeiten. 

Schließlich habe ich mich entschieden, den Film mit einigen Freunden selbst zu finanzieren und auf die „normalen“ Wege, den Film ins Fernsehen oder ins Kino zu bringen, zu verzichten. 

Denn das Thema des Films birgt enorme Brisanz, weisen doch zahlreiche Indizien darauf hin, dass die toxischen Wirkverstärker bei vielen geimpften Kindern und Erwachsenen das Immunsystem nachhaltig schädigen und zu bleibenden Krankheiten führen können. 

Fast alle modernen Krankheiten - wie Allergien, Autoimmunerkrankungen, Entwicklungsstörungen oder immun-bedingte Tumoren - haben mit einem hyper-aggressiven Immunsystem zu tun. 

Doch genau das ist die Aufgabe der Alu-Verbindungen in Impfstoffen: Sie sollen das Immunsystem aggressiv machen und zu einer Immunreaktion herausfordern. Ohne diesen Schockeffekt durch die toxischen Metall-Ionen wirken die meisten Tot-Impfstoffe (z.B. Tetanus, FSME, Keuchhusten, Pneumokokken,...) nicht. 

Die Impfstoff-Hersteller sind in einem Dilemma, weil es hunderte Millionen kosten würde, neuartige - weniger problematische - Wirkverstärker zu testen. Deshalb tun sie einfach nichts - solange die Behörden keinen Druck ausüben. 

Und die Arzneimittel-Behörden - die zu einem guten Teil von den Impfstoff-Herstellern finanziert werden - sehen bisher keine Notwendigkeit dazu.


Schlechte Impfungen aus dem Verkehr ziehen

Mein Film ist der Versuch, einen bestehenden Missstand, der die Gesundheit von Millionen junger (und auch älterer) Menschen bedroht, an die Öffentlichkeit zu bringen. Es braucht endlich eine offene tabulose Diskussion, weil es nicht sein kann, dass wir - einfach aus Fahrlässigkeit und weil es immer so war - toxische Inhaltsstoffe, die nie auf ihre Sicherheit getestet worden sind, auf ewig weiter verwenden. 

Es ist höchste Zeit, eine ignorante Gesundheitspolitik und die Behörden auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Wir brauchen objektive Studien, durchgeführt von unabhängigen Fachleuten - und nicht von den "üblichen" Impfexperten, die ihre ganze Karriere auf der Bewerbung von Impfungen aufgebaut haben. Alle Impfungen müssen einer strengen Überprüfung auf Nutzen und Schaden unterzogen - und nötigenfalls aus dem Verkehr gezogen werden. 

Zahlreiche Indizien weisen darauf hin, dass die Überstimulierung des Immunsystems schwere Krankheiten auslösen kann, welche die Lebensqualität der Betroffenen enorm einschränken. Wenn wir das nicht endlich aufklären, nehmen wir in kauf, dass bald die Hälfte der Bevölkerung chronisch krank ist. Durch eine unvoreingenommene wissenschaftliche Diskussion und die längst überfällige Aufklärung der Wirkungsweise von Impfungen wäre es möglich, dass häufige Krankheiten wie Asthma, Schilddrüsen-Fehlfunktionen, entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes Typ 1, kindliche Tumoren und vieles mehr - massiv reduziert werden oder sogar aussterben. 

Dazu beizutragen, diese Umstände aufzuklären, war für mich die Haupt-Motivation, diesen Film zu machen. Damit wir nach einer Impfung genauso gesund sind, wie davor. 

PS: Nähere Informationen zum Film finden sich auf unterdiehaut.online. Dort kann man den Film auch als DVD oder Download kaufen. Wer Interesse hat, den Film im Rahmen einer Vorstellung zu zeigen, nimmt bitte mit mir Kontakt auf. Wenn es zeitlich passt, komme ich gerne zu den Vorführungen, um mit dem Publikum offene Fragen zum Film - oder generell zu Impfungen (gerne auch zu Covid) zu besprechen. 


Mittwoch, 21. Februar 2018

Bingo-Offensive gegen Impf-Deppen

Nach wie vor findet beim Thema Impfen keine ernsthafte wissenschaftliche Diskussion statt. Während in nahezu allen anderen Bereichen der Medizin Nutzen, Schaden und mögliche Verbesserungen von Arzneimitteln und Therapien offen besprochen werden und es einen lebhaften Austausch von Argumenten gibt, werden Kritiker von Impfungen entweder als geistige Simpel dargestellt, die Verschwörungsfreaks auf den Leim gegangen sind, oder als präsenile Dummköpfe, denen der großartige Nutzen der Impfungen wegen ihres abgestürzten IQ-Wertes verborgen bleibt.  

Kürzlich postete das Deutsche Gesundheitsministerium auf seiner facebook-Seite folgende Nachricht:
"Machen Sie mit bei unserem Bullshitbingo! Suchen Sie in den Kommentaren nach diesen Falschaussagen. Der oder die Erste, die drei Falschaussagen in einer Reihe findet, bekommt von uns ein gratis Katzenbild."
Illustriert war diese neckische Mitteilung so:


Das ging auch vielen durchaus positiv zum Impfen eingestellten Menschen zu weit. "Ist das wirklich der richtige Weg, um Impfskeptiker einzufangen?", gab eine Userin namens Betz zu bedenken. "Diese Art des Lächerlichmachens verhärtet doch eher die Fronten."
Die Facebook-Beamten des Bundesministeriums konterten diesem Einwand folgendermaßen: Es brauche auch massentaugliche Maßnahmen, um die Aufmerksamkeit auf wichtige Themen zu lenken. Und das sei zweifellos gelungen: "Mit diesem Beitrag haben wir bereits in den ersten Stunden 300.000 Menschen erreicht, 3.500 Likes und Kommentare, 900 Menschen haben das Posting geteilt. Sie können sicher sein, dass wir auch in Zukunft mit viel Seriosität über wichtige Themen informieren werden." - Soweit also das Bundesministerium.

Sehen wir uns dazu kurz einige der als "Bullshit" deklarierten Bingo-Kästchen mit den Falschaussagen an:

"IN IMPFUNGEN IST QUECKSILBER"

Quecksilber-Verbindungen als Konservierungsmittel wurden Impfstoffen seit den 1930er Jahren zugesetzt, nachdem in den USA bei einer Schulimpfung Kinder an bakteriell verseuchten Impfungen gestorben waren.
Zur Jahrtausendwende verkündeten die internationalen Gesundheitsbehörden, dass nun die Quecksilber-Zusätze aus Impfstoffen entfernt werden. Als Grund wurde angegeben, dass die Kühltechnologie heute bereits so weit verbreitet ist, dass die Impfstoffe normalerweise auch ohne toxische Zusätze nicht verderben. Zumal die früher verwendeten Massen-Gebinde - wo eine ganze Schulklasse aus einem einzigen Behälter, oftmals mit einer einzigen Injektionsnadel, geimpft wurde - längst der Vergangenheit angehören und heute Einwegspritzen verwendet werden.
Schön, dass dies nach so vielen Jahrzehnten erkannt wurde.
Doch sind nun alle Impfungen quecksilberfrei, wie das Ministerium suggeriert? - Keineswegs!
Nach wie vor werden Influenza-Impfstoffe made in USA mit Quecksilber konserviert, ebenso viele Impfstoffen, die in Entwicklungsländern eingesetzt werden. Und in Europa erlebten Quecksilber-Impfstoffe während der Schweinegrippe-Pandemie von 2009/10 ein Comeback.
Die Aussage, dass "in Impfungen Quecksilber ist", generell als "Bullshit" zu klassifizieren, ist demnach selbst "Bullshit".


"IMPFUNGEN FÖRDERN ALLERGIEN"

Ob Impfungen Allergien oder auch Autoimmun-Erkrankungen fördern - und aus welchen Gründen - wäre ein lohnendes Thema für einen breiten wissenschaftlichen Diskurs.
Tatsache ist, dass die gemeinsame Ursache dieser Krankheiten stets in einer Fehlfunktion des Immunsystems begründet ist. Und nachdem Impfungen - wie keine andere medizinische Intervention - massiv ins Immunsystem eingreifen, ist es selbstverständlich notwendig, alle Zweifel mit äußerster Sorgfalt zu prüfen.
Auf aktuellen internationalen Konferenzen zu Allergien und Autoimmun-Erkrankungen wird demnach immer häufiger das Impfen als möglicher Auslöser diskutiert. Genauer gesagt ein bestimmter Zusatzstoff, die so genannten Adjuvantien („Hilfsstoffe“). Meist handelt es sich dabei um Aluminium-Verbindungen.
Alu-Verbindungen werden Impfstoffen beigemischt, um das Immunsystem aggressiver zu machen, die Immunreaktion zu fördern und damit die Wirksamkeit der Impfung zu verstärken. „Leider gibt es verschiedene Gruppen von Menschen, die auf Grund ihrer Erbanlagen für eine überschießende Immunreaktion anfällig sind“, erklärt Yehuda Shoenfeld, Experte für Autoimmun-Krankheiten der Universität Tel Aviv. „Diese Personen müssen wir identifizieren, weil bei ihnen Aluminium-haltige Impfstoffe großen Schaden anrichten können.“
Doch zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Impfungen auch in der Normalbevölkerung allergische Reaktionen auslösen können. In einer 2016 publizierten Arbeit aus Australien mit mehr als 4.400 Teilnehmern wurden Babys verglichen, bei denen der Start der Impfserie - z.B. wegen eines Infektes - um ein Monat nach hinten verschoben wurde. Im Vergleich zu den pünktlich geimpften Babys hatten die später geimpften ein um 43 Prozent reduziertes Risiko für allergische Hautausschläge. "Timing of routine infant immunizations may affect susceptibility to allergic disease", fassen die Autoren ihre Resultate zusammen. ("Der Zeitpunkt, wann die Babys ihre Routine-Impfungen erhalten, kann ihre Anfälligkeit für Allergien beeinflussen.")
Ähnliche Resultate brachte eine kanadische Studie mit mehr als 11.000 Teilnehmern in Bezug auf Asthma. Babys, deren erste Impfung um mindestens zwei Monate nach hinten verschoben wurde, hatten im Volksschulalter nur ein halb so hohes Asthma-Risiko. Wurden alle drei Impftermine nach hinten verschoben, reduzierte sich das Asthma-Risiko sogar um 61 Prozent. "The mechanism for this phenomenon requires further research", lautet die Schlussfolgerung der Autoren. ("Der Wirkmechanismus hinter diesem Phänomen erfordert weitere Unterschungen.")
Es gibt also genügend Forschungsbedarf. Kritik von vornherein als Bullshit abzuqualifizieren ist fahrlässig.

Die Aussage, dass mit Impfungen nur die "FARMERMAFIA" verdient, ist  ein doppelter Gag, impliziert sie doch, dass Impfskeptiker zu dumm sind, um den Bauernstand von der Pharmaindustrie zu unterscheiden. Sehr lustig!

Dass bestimmte Impfungen imstande sind, die natürlichen ABWEHRKRÄFTE ZU SCHWÄCHEN, kommt ebenso vor wie das Gegenteil: Bestimmte Impfungen (Masern- und andere Lebendimpfungen) stärken die natürlichen Abwehrkräfte, andere  Impfungen (inaktivierte Impfstoffe) scheinen sie zu schwächen. Dieses Phänomen wird unter dem Oberbegriff der "Nonspecific Effects of Vaccinations" auf zahlreichen Konferenzen debattiert. Siehe hier eine Übersicht zu diesen neuen Forschungsergebnissen und hier einen Bericht der NZZ. Offenbar haben die Mitarbeiter des Ministeriums davon noch nichts gehört.

Dass es zur Frage ob IMPFUNGEN AUTISMUS VERURSACHEN ebenfalls zahlreiche offene Fragen und einen gewaltigen Forschungsbedarf gibt, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Man kann den ministeriellen Bingospielern demnach getrost raten, dass sie bei ihrer Einschätzung, was genau nun "Bullshit" ist und was nicht, etwas vorsichtiger sein sollten. Denn gerade im Bereich der Medizin hat sich vieles, was in der Vergangenheit als gesichertes Wissen angesehen wurde, einige Jahrzehnte später als schrecklicher Irrtum erwiesen. Und viele der heute verabreichten Impfungen werden noch immer nach Rezepten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt.


Notwendigkeit einer unabhängigen Kontroll-Instanz

Wenden wir uns abschließen der Frage zu, was die Beamten dazu treibt, so zu argumentieren.
Ich denke nicht, dass die Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums unseriös sind, doch sie haben - ebenso wie die Kollegen des Robert Koch- oder des Paul Ehrlich Instituts - allesamt ein Problem mit intellektuellen Interessenskonflikten. Das bedeutet, sie sind mit hoher Wahrscheinlichkeit extrem positiv zum Impfen eingestellt und deshalb voreingenommen und parteiisch. Obendrein sind sie dem Druck einer Gruppe von Vorgesetzten und Kollegen ausgesetzt, die ebenso voreingenommen und parteiisch sind.

Diese intellektuelle Voreingenommenheit braucht niemand zu verwundern. Bundesministerium, RKI und PEI sind seit Jahrzehnten mit der Aufgabe betraut, die Bevölkerung vom Sinn der Impfungen im Impfplan zu überzeugen. Und über die Jahrzehnte wurde diese Aufgabe tief verinnerlicht.

Das bedeutet in der Konsequenz, dass diese Behörden haarsträubend einseitig informieren - ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. 
Gefestigte Einstellungen kritisch zu reflektieren, zu hinterfragen und möglicherweise zu ändern ist für alle Menschen schwierig und für die meisten ein Ding der Unmöglichkeit. Und wenn dann auch noch der eigene Beruf - die Karriere, das Einkommen - dran hängen, dann ist das noch zweimal so schwierig als bei Menschen, die unvoreingenommen zum Thema Impfungen kommen, z.B. weil sie ein Baby haben, das demnächst das "Impfalter" erreicht.

Insofern plädiere ich dafür, diese Behörden von der Aufgabe, das Impfwesen zu kontrollieren - möglichst rasch zu suspendieren. Niemand kann eine Maßnahme gleichzeitig einführen, diese Maßnahme bewerben und dann auch noch deren mögliches Schadenspotential objektiv bewerten.
Für diese verantwortungsvolle Aufgabe braucht es kritische Wissenschaftler, unabhängige Instanzen außerhalb der ministeriellen Hierarchie. Verbraucherschützer und Menschenanwälte, die keinen Lobbys verpflichtet sind und ihre Urteile erst fällen, nachdem eine sorgfältige Untersuchung Resultate erbracht hat.

Im Impfwesen finden derzeit solche Kontrollen nicht statt.
Denn im Impfwesen gelten andere Gesetze. Da gilt als oberstes Gebot, die "Impffreudigkeit der Bevölkerung" nicht zu gefährden. Wenn Missstände auftreten, so darf das nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Denn das wäre Wasser auf die Mühlen der Impfgegner.

Bei den allermeisten Aktionen der Gesundheitsbehörden hat man indes gar nicht das Gefühl, dass sie überhaupt hinsehen wollen. Dass sie überhaupt an einer Kontrolle der Angaben der Impfstoff-Hersteller zu Nutzen und Risiken ihrer Produkte interessiert sind.
Zu lange schon schwimmen die Behörden mit der Industrie im selben Boot, die Interessen der Hersteller und das Interesse der Beamten sind längst weitgehend ident: Die einen wollen Impfstoffe verkaufen und die anderen wollen eine möglichst hohe Durchimpfungsrate.
Da widerspricht sich nichts mehr. Da greift ein Rädchen ins andere.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Soll ich mein Kind gegen Windpocken impfen? Teil 1

Im Jahr 2004 empfahl die deutsche Impfkommission STIKO völlig überraschend und als erstes Land Europas die allgemeine Windpocken (Varizellen) Impfung der Kinder – nach dem Vorbild der USA – im Alter ab elf Monaten. 
Österreich ist diesem Beispiel kürzlich gefolgt. Im Impfplan für 2010 ist erstmals auch die frühe Windpocken-Impfung aller Kinder eingetragen – und zwar bereits ab einem Alter von neun Monaten, jedenfalls aber "vor dem Eintritt in Gemeinschafts-Einrichtungen". 
In der Schweiz gilt hingegen nach wie vor die alte Empfehlung, nur jene Jugendlichen und Erwachsenen zu impfen, welche die Windpocken nicht auf natürlichem Wege durchgemacht haben.
Der Druck, den Deutsch-Amerikanischen Weg bei der Bekämpfung der Windpocken einzuschlagen wird in der gesamten EU immer stärker. Mittlerweile sind bereits zwei Einzel- und ein Kombinations-Impfstoff gegen Windpocken am Markt. Die Mahnungen der Experten, die Kinder möglichst früh gegen diese überwiegend harmlos verlaufende Infektionskrankheit zu impfen, werden immer dringlicher. Als Grund wird angeführt, dass es in seltenen Fällen doch zu Komplikationen kommen kann, mit der Impfung Pflegetage bei berufstätigen Eltern reduziert werden und grundsätzlich jede vermiedene Krankheit der Gesundheit der Kinder nützt. Viele Eltern, aber auch zahlreiche Ärzte, fühlen sich nicht ausreichend informiert und wissen nicht, welchen Empfehlungen sie nun folgen sollen: Was spricht für – und was gegen die Windpocken Impfung?
Ich habe mich intensiv mit dieser Thematik befasst und möchte hier meine Argumente zur Diskussion stellen. 



Argument 1: Die Windpocken sind ein Trainingscamp für das reifende Immunsystem

Unser Immunsystem besteht aus zwei großen Teilen: dem angeborenen und dem erworbenen. Während das angeborene fix und fertig zur Verfügung steht und vor allem während der ersten Lebensmonate unentbehrlich ist, wächst die Bedeutung des erworbenen mit den im Lauf der Zeit erlernten Kompetenzen. Neben unserem Bewusstsein ist das Immunsystem unser zweites lernendes Ich. So individuell sich die Erfahrungen eines Menschen als spezielle Nerven-Netzwerke im Gehirn manifestieren, so tun sie das auch auf der Ebene unserer Immunabwehr.
Bereits während der Geburt beginnt das Immunsystem mit seiner Arbeit und hört damit - wenn wir Glück haben - ein ganzes Leben nicht mehr auf. Die wichtigsten Lerneffekte treten aber naturgemäß in den ersten Lebensjahren eines Kindes auf, wenn die Eindrücke frisch sind und das Immunsystem alle häufigen Viren und Bakterien der Umgebung kennen lernt.

Im Verlauf von Infekten erwirbt das Immunsystem schrittweise seine Kompetenzen. Dazu gehört die Interaktion von Immun- und Nervensystem, etwa bei der Regelung von Fieber, das Einleiten und Abstellen von Entzündungsprozessen, die molekulare Unterscheidung zwischen fremden und körpereigenen Proteinen,  die Beurteilung eines fremden Eiweißes als gefährlich oder ungefährlich und viele andere derartige Fähigkeiten, deren komplexe Abläufe die Wissenschaft derzeit gerade mal im Ansatz zu begreifen beginnt.
Wenn sich das Immunsystem ungestört entwickeln kann, gewinnen wir einen kompetenten Lebensbegleiter, der bis ins hohe Alter vor Infektionskrankheiten schützt. Eine zweite, wahrscheinlich noch wichtigere Funktion erfüllt das Immunsystem, wenn es während unseres Schlafes zu Höchstform aufläuft. Dabei unterzieht es den Organismus einem  regelmäßigen Service, bei dem kranke und krebsartig-wuchernde Zellen rechtzeitig entdeckt und gestoppt werden.
Das Immunsystem ist jedoch nicht nur ein Schutzengel des Menschen, es kann sich auch gegen den eigenen Organismus wenden und zum unberechenbaren Apparat werden, der das Leben zur Hölle macht: Wenn es etwa harmlose Blütenpollen für gefährliche Eindringlinge hält und über Entzündungen schwere Asthma-Schübe auslöst oder wenn es körpereigene Proteine nicht erkennt, die eigenen Darm- oder Nervenzellen attackiert und schwere irreparable Schäden anrichtet. Wo die Lernprozesse und der Reifungsprozess des Immunsystems nicht gelingen, drohen chronische Allergien und Autoimmun-Krankheiten.

Windpocken ist nun eine der typischen viralen Krankheiten, die bei praktisch allen Kindern ausbrechen und dem Immunsystem ein Trainingscamp bieten. Manche Mediziner argumentieren, dass jede vermiedene Krankheit prinzipiell schon einen Gewinn für die Menschen darstellt. Andere betonen, dass es die meist harmlos ablaufenden Kinderkrankheiten braucht, um die Reifung des Immunsystems zu sichern – und das erscheint mir wesentlich wahrscheinlicher.
Extreme Belege liefert hierfür der Tierversuch: Wenn Versuchstiere in keimfreier Umgebung aufwachsen, so gedeihen sie zwar prächtig - wenn sie dann allerdings einem noch so harmlosen Virus ausgesetzt werden, so sterben diese Versuchstieren auf der Stelle. Dies spricht gegen die These, dass jede vermiedene Krankheit ein Gewinn ist.
Die Windpocken-Impfung enthält abgeschwächte aber lebende Windpocken-Viren, die – im Gegensatz zu den Wildviren – nicht über die Schleimhäute "aus der Luft" aufgenommen, sondern vom Impfarzt unter die Haut injiziert werden. Die Verträglichkeit der Impfung wird als gut beschrieben, Fieber ist selten, die Reaktion des Immunsystems verläuft weitgehend unbemerkt. Wie sich der Lerneffekt der echten Viren von jenem der abgeschwächten Impfviren unterscheidet und welche Rolle Windpocken im Detail für die Reifung des Immunsystems spielen, ist unbekannt. Ungeklärt ist weiters, ob sich diese Lernprozesse von jenen unterscheiden, die das Immunsystem beispielsweise im Kontakt mit Erkältungsviren macht. Niemand weiß, wie viele banale Infekte für die Entwicklung eines reifen Immunsystems notwendig sind. Derzeit gleicht unser Wissen über die hoch komplexen Abläufe, nach denen das Immunsystem funktioniert, gerade mal der Spitze eines eben aufgetauchten Eisberges.

Dessen ungeachtet versucht die moderne Medizin - durchaus in guter Absicht - das Immunsystem über alle möglichen Hebel zu manipulieren und in eine gewünschte Richtung zu beeinflussen.
Etwa mit fiebersenkenden Arzneimitteln, welche die Absicht des Immunsystems - nämlich Fieber zu erzeugen und damit die eigenen Arbeitsbedingungen zu optimieren - sabotieren.
Oder mit Entzündung hemmenden Wirkstoffen wie Cortisol, das als Stresshormon Teil des wichtigsten Gegenspielers des Immunsystems ist.
Unmittelbare Auswirkungen haben auch Antibiotika, die im Darm, dem größten Teilorgan des Immunsystems, unter den hilfreichen Bakterien einen verheerenden Kahlschlag anrichten.
Weiters zählen dazu die vielen modernen Medikamente gegen Rheuma, Multiple Sklerose, Morbus Crohn und andere Autoimmunkrankheiten, die heute die "Blockbuster" unter den umsatzstärksten Arzneimitteln darstellen und die Krankenkassen in den finanziellen Abgrund treiben.
Und dazu gehören schließlich auch die Impfungen, wo dem Immunsystem - wieder in bester Absicht - die Erfahrungen durchgemachter Krankheiten vermittelt werden sollen - ohne diese Krankheiten tatsächlich selbst durch zu machen.
(Wer sich näher für die Entwicklung eines gesunden Immunsystems interessiert, sei auf mein Buch "Lob der Krankheit - Warum es gesund ist, ab und zu krank zu sein" verwiesen. Es wurde 2010 als Taschenbuch im Verlag Lübbe neu aufgelegt.)

Parallel zu diesen in den letzten Jahrzehnten immer häufiger gewordenen Eingriffen ins Immunsystem ist auch die Zahl der dauerhaften Störungen des Immunsystems sprunghaft angestiegen: Mehr als hundert Autoimmunkrankheiten sind mittlerweile bekannt, viele haben heute bereits den Rang von Volkskrankheiten. Dazu kommen die verschiedenen Allergien, von denen in den Industrieländern fast ein Drittel der Bevölkerung betroffen ist.
Doch so leicht es der Medizin fällt, ein gesundes Immunsystem in seinen Funktionen von außen zu beeinflussen, so hoffnungslos ist ihr Wissensstand, wenn es gilt ein gestörtes und aus der Bahn geworfenes Immunsystem wieder zu normalisieren.
Dass es einen Zusammenhang zwischen der Manipulation des Immunsystems und dessen Störungen geben könnte, wird entweder heftig bestritten oder stillschweigend ignoriert.

Fazit: Die Windpocken-Impfung bietet für die Reifung des Immunsystems im Vergleich zur natürlich ablaufenden Krankheit einen wahrscheinlich deutlich geringeren Lerneffekt. Zudem handelt es sich bei der Windpocken-Impfung um eine zusätzliche Manipulation des Immunsystems. Die Auswirkung dieser beiden Effekte sind unbekannt und nicht ausreichend erforscht.


Argument 2: Geimpfte Mütter geben ihren Babys weniger Nestschutz mit

Als Starthilfe für das bei Geburt noch unreife Immunsystem geben die Mütter ihren Babys einen Vorrat schützender Antikörper - den so genannten Nestschutz - mit.
Diese Antikörper vermitteln Schutz gegen jene Viren und Bakterien, mit denen das Immunsystem der Mutter im Lauf der Jahre Bekanntschaft gemacht und sich davon ein Immun-Gedächtnis in Form von Zellen und Antikörpern geschaffen hat. Mit diesem Nestschutz werden die ersten Wochen und Monate nach der Geburt überbrückt, in denen das Neugeborene gesundheitlich besonders gefährdet ist.

Windpocken-Geimpfte geben später ihren eigenen Kindern weniger "Nestschutz" in Form schützender Antikörper weiter, weil die Immunantwort nach einer Impfung schwächer ausfällt als nach durchgemachter Krankheit. Während Windpocken, das im üblichen Alter (etwa zwischen zwei und sechs Jahren) auftritt, meist vollkommen harmlos verläuft, ist das im Babyalter, sowie im Jugend- und Erwachsenenalter nicht der Fall. Die Komplikationsrate bei Windpocken verläuft in Form einer U-Kurve: zu Beginn des Lebens und im späteren Leben kommt der Organismus mit diesen Viren schlecht klar.

Dieses Problem gilt ebenso für andere virale Erkrankungen wie etwa die Masern. Weil hier bereits seit vielen Jahren geimpft wird, sind die Auswirkungen bereits besser erforscht.
Im einer methodisch sehr guten Arbeit, die im Mai 2010 im British Medical Journal veröffentlicht wurde, zeigten Elke Leuridan und Kollegen von der Universität Antwerpen wie enorm dieser Effekt ist. Sie untersuchten eine Gruppe von 207 Schwangeren, von denen etwa die Hälfte geimpft war und die andere Hälfte ihre Immunität über eine Masern-Erkrankung erhalten hatte.
Im Vergleich war bei den geimpften Frauen die Antikörperkonzentration, die an die Babys weiter gegeben wurde um das Dreieinhalbfache niedriger. Bereits nach einem Monat war deren "Nestschutz" aufgebraucht. Die Babys, deren Mütter noch die Masern durchgemacht hatten, waren hingegen über fast vier Monate vollständig vor Masern geschützt.
Das hier beobachtete Phänomen ist einer der Gründe, warum heute auch viele impfkritische Eltern ihre Kinder gegen Masern impfen lassen: Denn eine Masern-Welle würde für die neugeborenen Babys geimpfter Mütter eine enorme Gefahr bedeuten. Nur die Verhinderung einer Masern-Epidemie kann diese Babys schützen - zumal es auch nicht möglich ist, sie in diesem frühen Alter selbst zu impfen.
Über die allgemeine Masernimpfung ist also ein Zwang entstanden, der nun alle Menschen in die Pflicht nimmt, ihre Kinder ebenfalls impfen zu lassen. Andernfalls würden sie dazu beitragen, dass wieder neue Masern-Wellen auftreten können und dann für Babys geimpfter Mütter Lebensgefahr besteht.

Bei Windpocken stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. Der Weg ist aber nun aber durch die Empfehlung der STIKO in Deutschland und die Nachfolger in anderen Ländern schon vorgezeichnet: Binnen weniger Jahre ergibt sich hier eine ähnliche, vielleicht sogar noch schlimmere Dynamik wie bei Masern. Denn während Windpocken in der bisher typischen Altersgruppe überwiegend harmlos verlaufen, ändert sich das radikal, wenn sie plötzlich vermehrt bei Neugeborenen, Erwachsenen oder Schwangeren auftreten. Hier kann Windpocken Lebensgefahr bedeuten.

Fazit: Wer seine Kinder gegen Windpocken impfen lässt, riskiert, dass später die eigenen Enkelkinder weniger Nestschutz von ihren geimpften Müttern mitbekommen und diese Babys in der besonders empfindlichen Phase nach der Geburt an einer lebensgefährlichen Infektion erkranken können.


Argument 3: Der Impfschutz ist unzuverlässig, das Erkrankungsalter steigt dramatisch an.

Je höher der Anteil der geimpften Kindern, desto seltener wird eine Windpocken-Welle durchs Land ziehen. Die Folge ist, dass die Krankheit im Schnitt später auftritt.
Sehr gut kann man dies in den USA beobachten, wo bereits seit Mitte der 90er Jahre die allgemeine Impfempfehlung ab dem ersten Lebenjahr gilt. Wie in Europa stand auch in den USA zunächst ein Großteil der Bevölkerung wie auch der Ärzte der Windpocken-Impfung skeptisch gegenüber. Schließlich verfügte jedoch ein Bundesstaat nach dem anderen die Impfpflicht, nach dem bekannten Motto "no vaccination - no school". Wer keine philosophischen oder religiösen Einwände geltend machen konnte, oder wem diese Prozedur zu kompliziert war, musste die Kinder also impfen lassen, weil sie sonst nicht in die Schule durften. Über diesen Zwang gelang es, die Impfquote von 27 Prozent im Jahr 1997 auf 88 Prozent im Jahr 2005 zu heben.
Parallel dazu - zeigen die Berichte der Gesundheits-Behörden - hat sich das durchschnittliche Erkrankungsalter von fünf Jahren auf elf Jahre mehr als verdoppelt. Wenn sich dieser Trend fort setzt, so werden künftig regelmäßig Fälle von Windpocken in der Schwangerschaft auftreten. Hier können die Viren – ähnlich wie bei Röteln – schwere Schäden am Ungeborenen anrichten, worauf es zu Totgeburten kommt oder die Babys mit Behinderungen zur Welt kommen.

Dieses über die Impf-Kampagne ausgelöste Risiko ist auch den Behörden bewusst. Untersuchungen zeigen, dass zu dem Zeitpunkt als die Massen-Impfung eingeführt wurde, 95,5 Prozent der 20-jährigen und 98,9 Prozent der 30-jährigen und 99,6 Prozent der Menschen über 40 immun gegen Windpocken waren(Quelle: NHANES III "Varicella in Americans" JMedVirol. 2003; 70:111-118). Doch anstatt diese hohen Schutzraten zu bewahren, indem eben nicht geimpft wird und dadurch nahezu alle Kinder bis zur Pubertät die Windpocken (Varizellen) durch machen und damit geschützt sind, muss den Frauen nun - z.B. im österreichischen Impfplan von 2010 - vor der Schwangerschaft eine zweimalige Sicherheits-Impfung und sogar eine serologische Abklärung (Prüfung des Antikörper-Titers im Blut) empfohlen werden:
Da Varizellen bei Erwachsenen eine schwere Erkrankung darstellen und bei Erkrankung in der Schwangerschaft erhebliche Komplikationen auftreten können, wird empfohlen, bei allen ungeimpften 9-17-Jährigen ohne Varizellenanamnese (oder mit negativer Serologie) die Impfung (2 Einzeldosen im Mindestintervall von 6 Wochen) zu verabreichen.
In seltenen Fällen kann eine Varizellen-Zoster-Virusinfektion innerhalb der ersten 20 Schwangerschaftswochen zu Fehlbildungen beim Feten führen.

Die Bilanz der US-Impfkampagne ist also zwiespältig. Es erkranken nun zwar wesentlich weniger Kinder an Windpocken, jene die es dennoch erwischt, sind aber deutlich älter und haben ein höheres Komplikationsrisiko. Und es sind gar nicht so wenige, die trotz Impfung erkranken. Sogar Schulen, wo nahezu 100 Prozent der Schüler geimpft waren, wurden von Windpocken-Epidemien erfasst. Es zeigte sich, dass die ursprünglich als sehr hoch angenommene Wirksamkeit der Impfung binnen weniger Jahre stark nach ließ. Die US-Behörden mussten die Schutzrate der Impfung nach unten revidieren und gaben die Wirksamkeit nunmehr mit 44 bis 86 Prozent an.
Der Münchner Epidemiologe Rüdiger von Kries analysierte mit seinem Team alle Windpocken-Ausbrüche des letzten Jahrzehnts und kam in dieser Metaanalyse auf eine durchschnittliche Schutzrate von 72,5 Prozent.  Während ein sattes Viertel der geimpften Kinder durch die Impfung also gar keinen Schutz erhält, ist es derzeit auch beim Rest noch nicht abzusehen, wie lange bei ihnen der Impfschutz anhält, zumal auch der "Booster-Effekt" durch Wildviren zunehmend aus bleibt: Damit ist die Auffrischung der Immunität gemeint, die sich früher regelmäßig beim Kontakt mit Windpocken-kranken Kindern einstellte.

Derzeit sind zwei Einzelimpfstoffe (Varilrix von GlaxoSmithKline-GSK, sowie Varivax von Sanofi Pasteur MSD) und eine Kombinationsimpfung am Markt (Priorix-Tetra von GSK). Es gibt zahlreiche Hinweise, dass die Einzelimpfstoffe eine etwas höhere Wirksamkeit haben und der Schutz bei der Kombi-Impfung noch etwas rascher nach lässt. Dennoch wird heute in Deutschland meist die Kombi-Impfung verwendet - wohl auch um die Anzahl der belastenden Impftermine die häufig in ein Heulkonzert ausarten, möglichst niedrig zu halten. Neben der schlechteren Wirksamkeit zeigen sich nach der Kombi-Impfung zudem auch mehr Nebenwirkungen. Eine kürzlich im Fachjournal Pediatrics publizierte Studie ergab ein doppelt so hohes Risiko von Fieberkrämpfen im Zeitraum nach der MMRV-Kombi-Impfung wie bei Einzelgabe von MMR plus Varizellen-Impfung.

Die deutsche "Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen (AGMV)" betreibt ein Überwachungssystem, an dem etwa 600 Ärzte teilnehmen, die monatlich ihre Fälle melden. Die AGMV ist eine gemeinsame Initiative des Berliner Robert Koch Instituts (RKI) mit den Impfstoffherstellern. Die wissenschaftliche Federführung liegt zwar beim RKI, mit der Durchführung ist jedoch das Deutsche Grüne Kreuz beauftragt, die häufig als Lobbying- und PR-Agentur der Impfstoff-Industrie auftritt.
Es ist heutzutage längst Usus, dass sich die Behörden ihre Aktivitäten von der Industrie bezahlen lassen.
Diese investiert hier gerne. Erkauft sie sich doch mit derartigen Partnerschaften - neben dem Wohlwollen der Behörden - auch einen Erstzugriff auf die Daten. Daraus ergibt sich sowohl ein Informationsvorsprung als auch die Möglichkeit die Interpretation dieser Daten in der öffentlichen Kommunikation mit zu gestalten.

Bislang zeigen die Daten für Deutschland einen deutlichen Rückgang bei den Windpocken-Fällen. Im Zeitraum von 2006 bis 2008 stieg die Durchimpfungsrate bei Windpocken von 38% auf 53% an. Nahezu alle Befragten wissen bereits von der Windpocken-Impfung. Der wichtigste Einfluss-Faktor für oder gegen die Impfung war laut Elternbefragung der Rat der Ärzte. In der Regel folgten die Eltern der Arztempfehlung. Und die Ärzte sind dazu Jahr für Jahr stärker bereit. Von 2006 bis 2008 stieg deren Zustimmung zur Impfung von 48% auf 60% an. Das bedeutet jedoch, dass noch immer 40% der Ärzte der Windpocken-Impfung skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen.
Bei den Eltern bislang ungeimpfter Kinder zeigt sich ein gegenläufiger Trend. Hier stieg der Anteil jener, die erklären, dass sie ihr Kind nicht gegen Windpocken impfen lassen im Zeitraum von 34% auf 40% an.

Beunruhigend erscheint den Autoren eines Münchner Varicellen-Beobachtungs-Systems die Tatsache, dass die Zahl der Durchbruchserkrankungen über die Beobachtungsjahre stark anstieg. Damit sind jene Geimpften gemeint, die dann trotzdem an Windpocken erkranken. Lag der Anteil in der ersten Saison (2006/07) bei 2,7%, stieg er in den Folge-Saisonen auf 5,2% und lag 2008/09 bei 7,9%.
Wohin der Trend hier geht, zeigen die aktuellen Zahlen vom Oktober 2010. In diesem Monat meldeten die Arztpraxen des AGMV- Überwachungssystems insgesamt 395 Neuerkrankungen an Windpocken. Der Anteil der Geimpften unter den Kranken lag nun bereits bei 30,6%.

In den USA wurde auf Basis ähnlicher Erfahrungen ab 2006 die Empfehlung für eine obligate zweite Windpocken-Impfung zur Grund-Immunisierung ausgegeben, eine Maßnahme die in der Folge von industrienahen deutschen Impfexperten forciert wurde und seit 2009 in Deutschland und inzwischen auch in Österreich im Impfplan steht. Die Gesundheits-Behörden hoffen, dass sich damit nun eine bessere Wirksamkeit ergibt, die halbwegs mit jener der Masern-Mumps-Röteln Impfung mithalten kann.
Die deutschen Autoren der zitierten Metaanalyse (darunter zwei Mitglieder der STIKO) zeigen sich diesbezüglich in ihrer Arbeit jedoch skeptisch, und äußern die Befürchtung, dass die Schutzrate im Lauf der Zeit abermals nachlassen könnte.

Fazit: Der Schutz der Windpocken-Impfung lässt relativ rasch nach, etwa ein Viertel der Geimpften erkrankt später trotzdem. Ob dieser Effekt von der kürzlich eingeführten zweiten Impfung gestoppt werden kann, wird von Experten bezweifelt. Erfahrungen aus den USA zeigen, dass sich seit Einführung der Massenimpfung das durchschnittliche Erkrankungsalter verdoppelt hat. Nun drohen vermehrt Fälle von Windpocken während der Schwangerschaft, die - ähnlich wie bei Röteln - zu schweren Komplikationen und Fehlbildungen beim Ungeborenen führen können.


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Mittwoch, 5. Mai 2010

Was machen die Pneumokokken in der Lunge?

In Deutschland wird die Pneumokokken-Impfung als Gratisleistung für alle Kinder angeboten. In Österreich wird sie - trotz seit langem aufrechter Impfempfehlung des Impfausschusses - nur für „Risikokinder“ bezahlt. Immer wütender tragen Impfexperten die Forderung an die Öffentlichkeit, diese „Ungerechtigkeit“ doch endlich zu beseitigen - und der „beschämenden Zwei-Klassen-Medizin“ ein Ende zu machen. Impfexperte Herwig Kollaritsch „muss fast in Tränen ausbrechen“, wenn er an die österreichische Impfpraxis denkt: „Wir sind das letzte Land in der EU, in der es keine allgemeine Pneumokokken-Impfung gibt.“

In meinem letzten Beitrag habe ich die beiden neuen Pneumokokken-Impfstoffe Synflorix und Prevenar 13 vorgestellt. Synflorix darf bei Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr zur aktiven Immunisierung gegen invasive Erkrankungen (z.B: Meningitis, Sepsis) und Mittelohrentzündungen eingesetzt werden. Prevenar 13 ist bis zum Alter von fünf Jahren zugelassen und enthält drei Serotypen mehr. Sein Einsatzgebiet umfasst zusätzlich Schutz vor Pneumokokken-bedingter Pneumonie.

Nun möchte ich mich der Frage widmen, ob der Nutzen der Impfungen tatsächlich so gesichert ist, wie die Experten das öffentlich darstellen.

Klar ist, dass die Impfungen durchaus eine Wirkung haben. Bei Geimpften gehen Infektionen mit den in der Impfung enthaltenen Serotypen generell stark zurück. Das Immunsystem wird also gegen einen Teil der insgesamt rund 90 verschiedenen Pneumokokken-Serotypen scharf gemacht und verhindert deren Vordringen in Regionen, wo sie an Krankheiten beteiligt sind.

Wie zahlreiche Studien zeigen, nehmen die Infektionen mit anderen, nicht in der Impfung enthaltenen Serotypen allerdings beständig zu. Einige Arbeiten belegen sogar, dass damit insgesamt jetzt mehr invasive Pneumokokken-Erkrankungen auftreten als vor Einführung der Impfung.
Dieses Phänomen des Serotyp-Replacement war auch der unmittelbare Anlass, die neuen Impfstoffe einzuführen. Wirken diese doch nicht mehr gegen bloß 7 Pneumokokken-Typen, sondern gegen zehn, bzw. 13 Serotypen.

Warum aber findet dieses Replacement überhaupt statt? Warum finden wir plötzlich Pneumokokken im Gehirn, in der Lunge oder im entzündeten Mittelohr, die vor Einführung der Impfungen dort selten bis überhaupt nicht angetroffen wurden?

Sind diese Bakterien-Typen nun plötzlich aggressiver geworden?
Oder nehmen sie bloß ein Angebot wahr? Dringen also auf einen Platz vor, der vom Immunsystem zur Besiedlung frei gegeben ist, bzw. nicht ausreichend bewacht wird?

Welche Rolle spielen die Bakterien überhaupt in diesem Zusammenhang?

Handelt es sich bei den Pneumokokken wirklich um die Erreger einer Krankheit, die ohne deren Beteiligung nicht entstanden wäre?
Handeln Pneumokokken also so ähnlich wie Insekten, die eine Frucht anstechen und Ihre Eier dort rein legen, um ihren Larven Nahrung zu verschaffen.
Falls dem so wäre, stellt sich gleich wieder die Anschlussfrage, warum die Pneumokokken das nicht jedesmal tun. Warum befallen sie nicht jedesmal die Lungen, wenn sie in einem Organismus auftauchen? Immerhin siedeln Pneumokokken bei etwa einem Drittel aller gesunden Kinder als normale Bestandteile des bakteriellen Milieus an den Schleimhäuten des Hals-Nasen-Rachen-Raums.

Könnte es sein, dass Pneumokokken-Infektionen nur bei einer vorhandenen Organschädigung auftreten?
So ähnlich, wie sich die eben gerade zufällig anwesenden Insekten auf einen aufgeplatzten reifen Pfirsich setzen.

Das würde in der Praxis bedeuten, dass zuerst die Organschädigung ist und in der Folge irgend eine der ständig anwesenden Viren oder Bakterien-Arten diese Schwäche ausnützt.
Das wäre eine Erklärung für das Replacement: Wenn das Immunsystem gegen bestimmte Serotypen scharf gemacht wird, gehen eben die anderen in die Lunge.

Möglicherweise hat das sogar irgend eine biologische Ursache, die aus evolutionärer Sichtweise sinnvoll ist, uns aber bislang verborgen geblieben ist.
Vielleicht werden die Keime dazu benötigt, über eine kräftige Entzündung die zelluläre Erneuerung des Organs zu fördern. Gnadenlos und moralfrei wie die Natur handelt, möchte sie vielleicht ein gesundes wiederhergestelltes Individuum, dessen Organschwäche über das Recycling der beschädigten Zellen vollständig behoben ist - und geht dabei bewusst das Risiko ein, dass das betroffene Lebewesen diese radikale Reparatur nicht überlebt.

Welche Antworten geben die Experten auf diese Fragen?
Mir sind keine bekannt.
Auch in den Studien wird meist nur damit argumentiert, dass die Impfungen allein deshalb schon ihren Zweck erfüllen, weil sie die Häufigkeit der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen reduzieren. Zumindest jene, vor denen die Impfung schützt.
Wenn es nun technologisch gelänge irgendwann gegen alle 90 Pneumokokken-Serotypen in einer einzigen Impfung zu schützen, so würde das folgerichtig das Ende der Pneumokokken-assoziierten Krankheiten bedeuten - weil ja dann kein Serotyp-Replacement mehr möglich wäre. Soweit das Endziel dieser Strategie.

Aber vielleicht gibt es ja das Replacement Phänomen nicht nur innerhalb der Spezies der Pneumokokken, sondern ganz allgemein. Das wäre nicht unwahrscheinlich.
So wie ja nicht nur Fruchtfliegen an den reifen Früchten naschen, sondern auch Wespen und viele andere Insekten.

Es wäre also nicht nur nötig, zum Beleg des Nutzens der Impfung die Gesamtzahl der invasiven Pneumokokken-Krankheiten zu zählen und auszuwerten, sondern alle kindlichen oder adulten Gehirnhautentzündungen, Infektionen des Blutes (Sepsis), Pneumonien - auch jene mit viralen Auslösern - mit in die Rechnung aufzunehmen.

Erst wenn die Gesamtzahl der Erkrankungen zurück geht, ließe sich ein Mehrwert durch die Pneumokokken-Impfung behaupten.

Und das auch nur dann, wenn gleichzeitig seriös gemessen würde, wie stark der Effekt der unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung ist. Das wurde bislang nur schlampig und oberflächlich gemessen, so als handle es sich bei Impfungen um eine vollständig ungefährliche Maßnahme.

Jede Impfung verstärkt aber erwiesenermaßen das Aggressions-Potenzial des Immunsystems. Die Pneumokokken-Impfung hat den Zweck, das Immunsystem gegen einen Teil der eigenen Bakterien-Flora aggressiv zu machen. Also gegen Besiedler, die normalerweise nützliche Aufgaben im Organismus erfüllen.

Im Vergleich wäre das so ähnlich, wie die generelle Ausweisung aller Staatsbürger mit albanischer Herkunft. Mit dem Argument, dass Albaner eben überdurchschnittlich oft an Diebstählen und Bank-Überfällen beteiligt wären.

Die Pneumokokken-Impfung führt zu einer verstärkten Alarmierung und Gewalt-Bereitschaft des Immunsystems. Sein Aggressions-Potenzial steigt - sowohl gegenüber „Feinden“ von außen wie von innen. Jede Gewaltaktion hat aber ein gewisses Risiko, dass es sich um Fehlalarm handelt - und auf Grund von Irrtümern, Fehlinformationen oder schlichtem Zufall die falschen „Feinde“ attackiert werden und ein gewaltiger Kollateralschaden entsteht.
Und dadurch ergibt sich - übersetzt in den konkreten medizinischen Zusammenhang - die Gefahr einer Chronifizierung - in Form einer Autoimmunkrankheit oder einer Allergie.

Wir sollten diesen Verdacht besser nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn jemand in einem aussichtslosen Stadium einer Krebserkrankung ist, so ist es nachvollziehbar, wenn Arzt und Patient gemeinsam eine Therapie wählen, die selbst ein hohes Risiko darstellt.

Bei Eingriffen an Gesunden - und dabei handelt es sich bei Impfungen im Normalfall - müssen aber immer und ausnahmslos die strengsten Vorsichts-Maßnahmen gelten.
Und jedem Verdacht ist unvoreingenommen nachzugehen. Alle potenziell negativen Effekte sind dem möglichen Nutzen objektiv gegenüber zu stellen.

Wir können es uns nicht leisten, hier großzügig zu sein, uns ins Faulbett zu legen und das beste zu hoffen. Das wäre ein nicht Wahrnehmen der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und eine fahrlässige Gefährdung der Gesundheit der Kinder.

Immerhin befinden wir uns inmitten einer bislang überhaupt nicht verstandenen explosionsartigen Zunahme von Krankheiten des Immunsystems: Bei kindlichem Asthma oder Neurodermitis haben sich im Vergleich zur Situation in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Fallzahlen dramatisch erhöht. Autoimmune Diabetes nimmt ebenso stark zu, wie entzündliche Darmerkrankungen. Und auch bei ADHS, dem immer häufiger beobachteten "Zappelphilipp-Syndrom" wird eine autoimmune Genese immer wahrscheinlicher.

Bevor man den positiven Effekt einer Maßnahme wie der Pneumokokken-Impfung als erwiesen ansehen kann, sind also noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Und erst wenn das erledigt ist, haben seriöse Impfexperten das moralische Anrecht, angesichts der himmelschreienden Ungerechtigkeit, die sich hier abspielt, in Tränen auszubrechen.

Der Ordnung halber bitte aber auch dann noch unter Offenlegung ihrer finanziellen und intellektuellen Interessenskonflikte.

Freitag, 8. Januar 2010

Untröstliches Weinen nach Sechsfachimpfung

Eine Mutter schreibt, dass sie bei ihrem Baby nach der ersten Sechsfachimpfung folgendes erlebte:
Danach hat sie 2 Wochen lang sehr viel geweint und hatte ca 2 Monate eine Störung mit ihrem linken Arm.
Daraus zog sie gemeinsam mit ihrem Mann, diesen Schluss:
Deshalb haben wir nicht weitergeimpft, zu große Angst vor weiteren Nebenwirkungen.
Ich halte das für eine mutige und verantwortungsvolle Entscheidung - auch wenn das von vielen Impfexperten wahrscheinlich genau gegenteilig beurteilt wird, so in dem Sinne: "Was ist schon ein bisschen Wehweh gegen eine echte teuflische Diphtherie??"

Ich halte das "bisschen wehweh" hingegen für wesentlich bedeutsamer. Denn das untröstliche Kind mit der dauerhaften Störung im Arm - das ist REAL. Dieses Ereignis hat konkret stattgefunden.
Das Risiko ungeimpft an einer Diphtherie oder Polio oder Tetanus, etc. zu erkranken und einen dauerhaften Schaden zu erleiden, das hingegen ist ein theoretisches Risiko, wo niemand so genau weiß, wie groß - oder besser gesagt - wie klein dieses Risiko ist:
  • Eins zu einer Million?
  • Eins zu einer Milliarde?
Es weiß - zumindest bei diesen Uralt-Impfungen - auch niemand, wie sich das Risiko in den letzten 50 bis 70 Jahren, seit es diese Impfungen gibt, verändert hat. Man weiß ja nicht mal, wie hoch der Schutz ist, den diese Impfungen bieten - hier wird nur der Antikörper-Titer geprüft, und dieser Wert ist - wie sich oft schon gezeigt hat - ein sehr unzuverlässiger Parameter für den tatsächlichen Schutz im Ernstfall.

Wir haben also weder gesicherten Daten zum Risiko der Krankheit noch zur Wirksamkeit der Impfung.
Die Wichtigkeit und die Bedeutung der Impfung beruht vor allem auf Indizien aus ferner Vergangenheit, die heute nicht mehr nachprüfbar sind, bzw. wo niemand daran denkt, das ernsthaft wissenschaftlich zu prüfen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die erwähnten Krankheits-Gespenster längst von den verbesserten Sozial- und Hygienestandards verdrängt wurden, ist jedenfalls groß. (So wie auch Typhus, Cholera, TBC, etc. ohne Impfung verschwunden sind.) Bei Diphtherie, Tetanus und Polio haben wir das bloß noch nicht gemerkt und impfen auf ewig weiter.

Das was ich hier schreibe, ist meine persönliche Einschätzung und meine Meinung, die ich mir auf Basis vieler Indizien gebildet habe. Beweise habe ich nicht. Vielleicht irre ich mich ja - und z.B. die Tetanus-Impfung ist tatsächlich eine sehr notwendige und hilfreiche Maßnahme.

Dann sollte es aber auch ab und zu eine Untersuchung dazu geben, die das zeigt. So wie es aussieht, wird die Pflicht, eine medizinische Intervention an der gesunden Gesamtbevölkerung von Zeit zu Zeit auf ihren Nutzen und Schaden zu prüfen und an die veränderten Gegebenheiten anzupassen, aber gar nicht wahr genommen. Das wird von niemandem geprüft.
Und die Babys werden auf ewige Zeiten so weitergeimpft, mit dem Argument, dass ja z.B. der Tetanus-Erreger überall im Schmutz zu finden ist.
Das mag schon sein, aber:

  • dieser Erreger hat keine Chance, das Tetanus-Gift zu produzieren, wenn die Wunde - zumindest halbwegs gut - versorgt wird
  • in den extrem seltenen Fällen, wo dennoch ein Wundstarrkrampf auftritt, kann das heute medizinisch versorgt und folgenlos ausgeheilt werden

Gute Information über Wundbehandlung bei Kindern - sowie Informationen über das frühzeitige Erkennen von Wundstarrkrampf-Symptomen - wären also eine denkbare Alternative zur Impfung.
Speziell für jene Kinder, welche die Impfung nicht vertragen und für die eine Impfung ein konkretes Gesundheitsrisiko darstellt.

Denn eines sei den Leuten schon gesagt, die in solchen Fällen nach dem Motto "wird schon nichts passieren…" kritiklos zum Weiterimpfen raten:

  • Es gibt eine ganze Reihe von Hinweisen, dass unstillbares Schreien sehr wohl ein Symptom für interne Entzündungsprozesse im Zentralnervensystem sein könnten, die sich im späteren Leben als bleibende Gesundheitsstörungen manifestieren.
  • Es gibt weder von Seiten der Impfstoff-Hersteller, noch von Seiten der Impfexperten, noch der Behörden bislang irgendwelche ernst zu nehmende Arbeiten, welche diesen Zusammenhang untersuchen und den Verdacht entkräften. Das ist eine extrem verantwortungslose Vorgehensweise, die ich seit langem kritisiere! Über Stunden anhaltendes untröstliches Schreien ist eine der häufigsten ernsthaften Impf-Nebenwirkungen. Dies einfach als "vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle" abzutun, ist ein bewusstes Negieren möglicher unerwünschter Impffolgen - ein fahrlässiges Missachten der Alarmsymptome bei hilflosen Babys.
  • Es gibt auch eine ganze Reihe von Hinweisen, dass Aluminiumsalze - das sind die in etwa zwei Drittel der Impfstoffe enthaltenen Wirkverstärker - äußerst problematische Folgen haben können: Manche Menschen haben eine (geerbte?) Ausscheidungsschwäche für Metalle und es gelingt nicht das toxische Aluminium über Nieren oder Darm los zu werden. Bei anderen - aus irgendwelchen unbekannten Gründen - empfänglichen Personen können Aluminiumsalze die Reaktionsweise des Immunsystems dauerhaft stören - so dass daraus eine chronische Allergie oder Autoimmunkrankheit entsteht. 
  • Auch hier ist die Forschung noch ganz am Anfang. Eine ernsthafte vorurteilslose Untersuchung wird von der wissenschaftlichen Community eher hintertrieben als gefördert. Ursache dafür ist die Befürchtung, dass etwaige Ergebnisse dem "Impfgedanken" schaden könnten.

Aus allen diesen Gründen gratulierte ich diesen Eltern zu ihrem verantwortungsvollen Entschluss mit dem sie auch Zivilcourage bewiesen und - entgegen den Ratschlägen mancher Kinderärzte - die Sicherheit und Gesundheit Ihres Kindes an die erste Stelle setzten.

Mehrfach hatte ich schon mit Impfschäden zu tun, wo es ganz anders ablief. Und wo man sich - in den Gerichtsakten - durch eine monate- und jahrelange Katastrophengeschichte liest und dabei aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt, warum die Eltern nicht und nicht aufgehört haben zu impfen, obwohl es offensichtlich war, dass Ihr Kind die Impfungen nicht verträgt. Wo sogar nach lebensgefährlichen Episoden - auf Anraten der Impfärzte - immer weiter gemacht wurde mit der nächsten Impfung, damit die - ach so lebenswichtige - Grundimmunisierung abgeschlossen werden kann. Es wurde immer schlimmer - mit jeder neuen Impfung, Impfärzte und Eltern liefen sehenden Auges in die Katastrophe. Doch Schema ist Schema - und das muss durchgezogen werden - manchmal bis zur vollständigen lebenslangen Behinderung...

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Donnerstag, 19. November 2009

Sehnsucht nach der Pandemie

Rinderwahn, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe: So lauteten einige der Schreckgespenster, die uns in den letzten Jahren heimsuchten. Wenn wir keine Probleme haben, so scheint es, dann machen wir uns eben welche. Die Bilder in den TV-Nachrichten zeigen Schreckensbilder von Rindern oder Hühnern, die vorsichtshalber verbrannt werden. Einsatzkräfte mit Ganzkörper-Schutzanzügen verrichten ihr abartiges Handwerk. Auf den Flughäfen, in den U-Bahnen und sogar in Schulklassen sehen wir Menschen mit Mundmasken. Die Bedrohung ist unsichtbar und gerade deshalb allgegenwärtig.
Und irgendwann ist dann plötzlich Schluss. Die fetten Schlagzeilen werden schlanker und verschwinden von den Titelseiten. So als hätte irgendwo im Hintergrund jemand – verborgen vor der Öffentlichkeit – die Zielflagge geschwenkt: Genug jetzt, es ist vorbei. Eben so schnell, wie der Spuk aufgezogen ist, verschwindet er wieder.
Am Höhepunkt der Vogelgrippe-Hysterie,  im Herbst 2005, hatte noch  jeder altersschwache Schwan die Chance, zur Spitzenmeldung der Tagesschau zu werden. Zwei Jahre später wurden auf bayrischen Mastbetrieben fast 450.000 Enten getötet, weil einige von ihnen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert waren. Die Berichte darüber schafften es nicht mal mehr in die überregionalen Nachrichten. Und heute denkt man an einen Druckfehler, wenn noch irgendwo von H5N1 die Rede ist. Denn jetzt ist Schweinegrippe-Saison: H1N1!
Fast scheint es, als hätte die Menschheit eine tiefe Sehnsucht nach Seuchen gepackt. Eine Sehnsucht nach der Pandemie, nach einer tödlichen Gefahr, die aus dem Nichts auftaucht und uns allen kollektiv an den Kragen will. Uns gleich macht in unserer Hilflosigkeit und unserem Schutzbedürfnis.
Und als ob es eine Inszenierung wäre, treten sofort auch die Retter auf den Plan. Experten stellen sich souverän den Kameras und wissen, was zu tun wäre: Millionen Todesfälle, das Ende des Tourismus und des freien Warenverkehrs, der endgültige Einbruch der Weltwirtschaft, das alles wäre zu vermeiden. Aber nur, wenn jetzt sofort in die Vorsorge investiert würde. Das dürften aber keine Kinkerlitzchen sein, mahnen die Experten. Da bräuchte es schon eine gemeinsame weltweite Kraftanstrengung der besten Geister. So etwas kostet. – Misstrauen ist nicht angebracht, denn die Experten genießen den besten Ruf. Zudem sind sie offensichtlich unabhängig, gehören der Welt-Gesundheits-Organisation, angesehenen Universitäten oder staatlichen Behörden an. Ihr Wort wiegt schwer.
Als nächstes treten jetzt die Volksvertreter auf. Eingeschüchtert von diesem apokalyptischen Szenario greift ein Politiker nach dem anderen mit vollen Händen in die Steuertöpfe und investiert in die Pandemie-Polizze. Barack Obama, Nicolas Sarkozy, Angela Merkel: Gleichsam im Dominotakt folgt im Sommer 2009 ein Industrieland dem nächsten. Sie stellen Milliarden bereit für den Ankauf von Medikamenten und die Neuentwicklung von Impfstoffen. Jeder einzelne Staatsbürger soll geschützt werden vor der heimtückischen Gefahr. Nicht zuletzt nützt dieses Investment auch ihrer eigenen Wiederwahl. Denn was würde wohl die Opposition trompeten, wenn ausgerechnet das Land, in dem sie die Verantwortung tragen, ausschert aus dem Gleichklang der internationalen Selbstverteidigung: unverantwortlich wäre das!
Von Kritikern hört man vereinzelt den Vorwurf, die Medien würden hier ohne wissenschaftliche Basis eine Hysterie schüren und mit den Ängsten der Menschen Geschäfte machen. Ich denke jedoch nicht, dass dieser Vorwurf berechtigt ist. Pressevertreter gehen nun mal auf Pressekonferenzen. Und sie berichten, was dort gesagt wird. Das ist ihr Job. Im Gegenteil – wenn ab und zu Kritik aufkam an dieser allumfassenden Mobilmachung, dann kam diese von den Medien. Dann waren es Journalisten, die ihrer Verwunderung Ausdruck verliehen, warum bei einer derart minimalen Bedrohung, derart martialische Maßnahmen gesetzt werden müssen: Eine ganze Bevölkerung durchzuimpfen, wie es manche Gesundheitspolitiker ankündigten, wurde als „unkontrollierter Menschenversuch“ bezeichnet. Und das Vorhaben, allein in Deutschland rund eine Milliarde Euro an Steuergeldern zu investieren für eine Infektion, die mildes Fieber und ein wenig Halsschmerzen verursacht, als hoffnungslos überzogen.
Derartige Vorstöße blieben aber selten. Denn die Medien sind ein Spiegel eines kollektiven Bewusstseins. Und dieses erwies sich als ungemein empfänglich für die Kampagne. Dazu trug sicher auch die unappetitliche Assoziation bei, dass hier ein Virus vom Schwein auf den Menschen gehüpft ist. Einst aus dem ekligen Rüssel der Sau entkommen, mutiert und milliardenfach vervielfacht, verbreiten sich diese Keime in allen möglichen Menschen und springen vielleicht auch auf die eigene Familie über: in die Nase meines Babys. Diese Vorstellung schockt und verängstigt. Und auf diesen Ängsten, auf diesem unguten Gefühl, lässt sich eine Marketing-Kampagne schon aufbauen.
Zumal ja auch genug investiert wurde. Schon vor fünf Jahren, als die Viren noch von den Vögeln kamen und H5N1 hießen, waren neue Technologien entwickelt worden für den Ernstfall. Erstmals wurden die Viren nicht mehr nur auf den Embryos von befruchteten Hühnereiern vermehrt, sondern es wurden richtiggehende Impfstoff-Fabriken geschaffen. Anstelle der unsicheren und komplizierten Eier-Technologie konnten die Viren nun auf robusten Zellkulturen wachsen. Auf theoretisch unsterblichen Zelllinien von Affennieren, die immer weiter wuchern, solange sie mit Nährlösung versorgt werden und in Fermentern bei der idealen Temperatur gehalten werden. Hier wurden von den Konzernen große Summen investiert. H5N1-Impfstoffe gingen in die klinischen Tests. Tausende von Studien-Teilnehmer wurden angeworben und mussten auch entlohnt werden für ihren Mut, sich unbekannte Arzneimittel injizieren zu lassen. Sollte diese Investition vergebens gewesen sein, jetzt wo kein Hahn mehr nach der Vogelgrippe kräht?
Tausende von Experten sind Teil eines mit Milliardenaufwand geschaffenen, weltweiten Influenza-Netzwerkes. Sie werden dafür bezahlt, die Augen offen zu halten und bei allen erkrankten Menschen nach den Verursachern zu fahnden. Im Auftrag der WHO, im Auftrag der Nationalen Zentren zur Infektionskontrolle. Diese Experten wollen ihre Arbeit erfüllen. Und sie wollen zeigen, dass das investierte Geld, gut investiert ist. Sie finden die Viren, sie analysieren sie mit immer moderneren Methoden. Und sie können nun sagen, dass bestimmte Gen-Sequenzen im Erbgut der Viren sie an jene von Vögeln oder von Schweinen erinnern. Mit jeder Schlagzeile sichern sie die eigenen Budgets – und damit ihre Jobs. Und so halten sie die Medienkampagnen in Gang und verleihen den Angstparolen mit ihren grauen Schläfen, der hohen Stirn und dem weißen Arztkittel den nötigen Anstrich von Seriosität. Und sie posaunen es auch nicht allzu laut hinaus, dass sie nebenher recht schön mitverdienen über ihre Beraterverträge mit der Industrie und die neuen, von der Politik erpressten Forschungsgelder.


Die neuen Brahmanen
Im alten Indien – an der Wiege der meschlichen Zivilisation – liefen die Brahmanen in ihrer Funktion als Priester, Heiler und Propheten, immer wieder Gefahr, dass die herrschende Kaste der Krieger den Respekt verliert. Dass sie selbst als Schmarotzer entlarvt werden, als unnütze Anhängsel, deren Rituale leer sind und deren Vorhersagen wertlos. Sie mussten teuflisch aufpassen, ihren hohen Status in der Gesellschaft und ihre Privilegien nicht zu verlieren und von verärgerten oder gelangweilten Fürsten davon gejagt zu werden. Deshalb war es die oberste Kunst der Brahmanen, ihr Geheimwissen so auszuspielen, dass die Mächtigen in beständiger Furcht gehalten wurden, und sich nie ganz sicher sein konnten, ob sie nicht schon morgen den Beistand der Priester gegenüber einer entfesselten rasenden Gottheit dringend benötigen würden.
Um diesen Nimbus abzusichern, entwickelten die Brahmanen ein ganzes Arsenal an hilfreichen Techniken. Sie erfanden eine Schrift, schufen Verse, Zaubersprüche und die ältesten Lehrbücher der Menschheitsgeschichte. Geheime Kenntnisse, die nur innerhalb der eigenen Kaste gelehrt und weiter gegeben werden durften. Um die Altare exakt nach den Himmelsrichtungen auszurichten, erlernten sie die Astronomie. Sie entwickelten ausgefeilte Opfer-Rituale, die so kompliziert und so eindrucksvoll waren, dass sie jahrelang geübt werden mussten. Beim großen Pferdeopfer beispielsweise – mussten mehrere Tiere gleichzeitig getötet werden. Sie mussten in derselben Sekunde sterben – andernfalls galt das Opfer als misslungen – mit schrecklichen Konsequenzen für den Herrscher. In einer über Tage laufenden Zeremonie wurden die Tiere zum Höhepunkt gemeinsam geopfert. Wenn alles erfolgreich nach Plan lief, warf der oberste Priester das Herz des besten Pferdes ins Feuer, so dass seine „göttlichen Dämpfe“ vom König und dessen Frauen eingeatmet werden konnten. Dadurch waren sie dann immun gegen jegliche Gefahren, die Götter versöhnt.
Gerade bei der Schweinegrippe drängt sich nun der Verdacht auf, dass diese Urzeiten der Medizin noch nicht gänzlich überwunden sind. Eine mythisch überhöhte Gefahr – die Jahrhundert-Pandemie des Nachkriegswinters 1918/19 – wird seit Jahren regelmäßig heraufbeschworen, um ein jederzeit wieder mögliches Horrorszenario mit Abermillionen von Todesopfern an die Wand zu malen. Ein angesichts der realen Bedrohung durch die läppische Gripperl-Welle geradezu absurd überzogener Vergleich. Die theatralische Ausrufung der Pandemie durch die WHO im Juni 2009 gleicht demnach einem modernen „Pferdeopfer“. Und es verfehlt noch immer nicht seine einschüchternde Wirkung auf die Kaste der Krieger und Fürsten, die sich heute Politiker und Volksvertreter nennen. Zum einen sichert das die Budgets der modernen Brahmanen, zum anderen den Absatz der bereits im Testlauf erprobten Impfstoffe, die nun nur noch rasch von der H5N1-Basis auf H1N1 umgebaut werden mussten.
Um die Aktion nicht zu gefährden, änderte die WHO sogar noch die Definition für eine Pandemie. Sie wurde von der WHO bis Anfang Mai noch als weltweite Infektion bezeichnet, die „eine enorme Zahl von Todesfällen und Krankheiten“ verursacht. Dieser Passus verschwand spurlos und übrig blieb die schnelle Ausbreitung über ein großes Gebiet. Dabei fällt es selbst den Experten schwer, zu erklären, warum wir nach dieser geografischen Definition nicht jedes Jahr die Pandemie ausrufen. Wo doch in jedem Jahr eine mehr oder weniger starke saisonale Influenza-Welle abläuft.
Ebenso schwer fällt die Erklärung, warum wir die Pandemie eigentlich auf die Influenza beschränken. Sind doch die Grippeviren nur ein kleiner Teil der mehrere hundert Unterarten umfassenden Viren, die über den Atmungstrakt übertragen werden und recht ähnliche Symptome auslösen. Untersuchungen zeigen, dass sie nur für sieben Prozent dieser Erkrankungen verantwortlich sind. Sie sind auch bei weitem nicht die gefährlichsten Erkältungsviren. Die so genannten RS Viren verursachen – speziell bei den Kindern – etwa wesentlich ernsthaftere Symptome. Rhinoviren und Coronaviren, die den Großteil der Infektionen ausmachen, können sich bei den älteren Menschen ebenfalls zu lebensgefährlichen Lungenentzündungen „auswachsen“. Objektiv gesehen besteht also der einzige Unterschied darin, dass es für Influenza spezielle Medikamente (z.B. Tamiflu), Impfstoffe und ein eigenes weltumspannendes Experten-Netzwerk gibt. Bei Rhino-, Corona- und RS-Viren hingegen nicht.
Ich schreibe dieses Vorwort im September 2009. Ich weiß noch nicht, wie dieses Spektakel endet. Die Gefahr, dass die – über Abermilliarden von Steuergeld finanzierte – Pandemie-Vorsorge mehr gesundheitlichen Schaden anrichtet, als die Schweinegrippe jemals vermocht hätte, ist jedoch groß. Wir wissen seit langem, dass die antiviralen Medikamente, die meist beim ersten Kratzen im Hals verordnet werden, schwere Nebenwirkungen haben. Speziell bei den Kindern. Wir haben zudem nichts aus dem Schweinegrippe-Debakel der USA von 1976 gelernt, wo Millionen von Amerikanern mit im Eilverfahren entwickelten Impfstoffen geschützt werden sollten. Am Ende dieses hysterischen Feldzuges standen Tausende von Impfopfern, viel davon tot oder mit bleibenden Schäden. Das einzige was damals ausblieb – ja sogar spurlos vom Erdboden verschwand – war die gefürchtete Epidemie. Diesen Effekt dem gewaltigen Rasseln der Influenza-Brahmanen zuzuschreiben, traute sich dann aber doch niemand mehr.

Die Erblast aus der Seuchenzeit
Viele dieser Haltungen im Umgang mit Infektionskrankheiten sind nur aus der kollektiven, Generationen überdauernden Erinnerung an die traumatischen Zeiten der Cholera und der Tuberkulose zu erklären. Speziell die Amerikaner, die weltweit den Takt in der Medizin vorgeben, sind noch tief in dieser historischen Erblast verfangen. Und heute werden von hier aus die Strategien gegen die neuen Weltseuchen organisiert: Das West-Nile Virus, ein Virus, das in anderen Ländern kaum beachtet wurde, war inneramerikanisch mehrere Jahre lang ein Dauerthema. Hier gelang es noch nicht, die eigene Paranoia weltweit zu exportieren. Bei SARS, Vogelgrippe und nun bei der Schweinegrippe lief hingegen bereits alles nach den Regeln der USA.
Es ist in der Tat verblüffend, wie gut der Angstknüppel noch immer wirkt. Wie leicht eine Gesellschaft durch die Androhung von Krankheit einzuschüchtern ist. Es genügt, ein paar spektakuläre Einzelfälle in den Medien groß aufzublasen und wir denken sofort, die Gefahr lauere um die nächste Ecke. Auch wenn es in Wahrheit wesentlich wahrscheinlicher ist, von einem Blitz oder einem Dachziegel erschlagen zu werden, als ernsthaft zu erkranken. Allzu viele in unserer Gesellschaft haben das Selbstvertrauen eingebüßt, mit einer Krankheit – und sei sie auch noch so banal – selbst fertig zu werden. Für die Krankheiten der Kinder gilt das noch viel mehr.
Kein Wunder, sind wir doch einer täglichen unsäglichen Massenpropaganda ausgesetzt, die uns einredet, dass alle Hilfe von außen kommt. Dass wir nur dann geschützt sind, wenn wir vorsorgen. Dass wir nichts dem Zufall überlassen sollen. Und so wird vorgesorgt: Mit den Jahr für Jahr immer zahlreicher werdenden Impfungen gegen alles und jedes. Mit Antibiotika, Cortison und fiebersenkenden Medikamenten, sobald die Stirn heiß wird.
Und das obwohl wir längst wissen, dass die Verhinderung von Krankheiten selbst ein Krankheitsrisiko darstellt. Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren häufig Antibiotika oder fiebersenkende Medikamente verschrieben bekommen, haben ein deutlich höheres Allergierisiko. Die vielen Impfungen – von ihrem Grundkonzept her eigentlich gut gemeinte Manipulationen des Immunsystems – tragen das ihre dazu bei, ein kindliches Immunsystem in seiner Reifephase zu stören. Dazu fällt – mit dem Wegfall der meisten Kinderkrankheiten und einer immer hygienischer werdenden Umwelt – das Trainingscamp aus, das die Natur bisher für Kinder in ihren ersten Lebensjahren eingerichtet hatte. Ein Trainingscamp, das dem Immunsystem in diesen frühen Jahren das Rüstzeug mitgab, ein ganzes langes Leben lang seine vielfältigen Funktionen der Infektionsabwehr oder der Krebsbekämpfung zu erfüllen.
In den Industrieländern leidet heute bereits mehr als ein Drittel der Bevölkerung an irgendeiner Form von Allergie. Das sei gar nichts im Vergleich zu einer Lungenentzündung oder einer Diphtherie, sagen die Statistiker der Massentherapie. Jede vermiedene schwere Krankheit, sagen sie, sei ein Erfolg. Und wo die Medizin die Möglichkeit hätte, müsse jede Chance ergriffen werden, die Menschen prophylaktisch zu schützen oder am besten die Krankheitserreger gänzlich auszurotten. Als Traum von der möglichst keimfreien, hygienisch reinen Umgebung und einem über medizinisches Geschick hochgerüsteten Immunabwehr.
Doch immer mehr Menschen zweifeln insgeheim an der Wahrheit dieser Thesen. Immer mehr Menschen merken schon jetzt die Schwächung und Irritation ihres Immunsystems und haben dadurch gewaltige Einbußen in ihrer persönlichen Lebensqualität: mit bedrohlichen Asthma-Attacken, verunstaltenden Neurodermitis-Schüben oder chronischen entzündlichen Krankheiten, welche eine dauernde Einnahme cortisonhaltiger Medikamente erfordern.
Immer mehr Menschen sind nicht mehr in der Lage, im Krankheitsfall richtiges Fieber mit Temperaturen über 38 Grad zu entwickeln. Fieber, das die Keime schwächt und gleichzeitig dafür sorgt, dass ein starkes reaktionsfähiges Immunsystem nun die idealen „Arbeitbedingungen“ vorfindet. Stattdessen fühlen sie sich wochenlang schlapp und angeschlagen, kämpfen sich zum Arbeitsplatz und wissen, dass sie eigentlich zu Hause bleiben sollten – wenn sie bloß richtig krank sein könnten.
In fast jeder Schulklasse gibt es heute ein Kind, das an Hyperaktivität leidet, Kinder mit unerklärlichen Aufmerksamkeitsstörungen oder Lerndefiziten. Wir sehen immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene, die täglich Medikamente nehmen müssen, um ihr überschießendes Immunsystem zu dämpfen, Menschen die an unerklärlichen Darmentzündungen leiden oder kein Insulin bilden können, weil ihr eigener Körper die hormonbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse attackiert und irreversibel geschädigt hat.
Wir wissen heute, dass viele diese Schädigungen hausgemacht sind. Dass die hoch gepriesene Prävention und der damit einhergehende vorsorgliche Eingriff ins Immunsystem bei vielen Menschen nach hinten losgeht und chronische, nicht mehr heilbare, sondern bestenfalls kontrollierbare Krankheiten die Folge sind. Unser Problem sind nicht die banalen Infekte, vor denen uns die Pandemiker schützen wollen. Gerade in einer Epoche des materiellen Wohlstandes, wie sie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte möglich war, halten wir heute bei einem Anteil von unheilbar Kranken, der sich kaum von jenem in der Seuchenzeit unterscheidet. Bloß dass sich die Namen geändert haben. Asthma ersetzte die Schwindsucht, Rheuma die Rachitis und Multiple Sklerose die Syphilis. Wir stecken inmitten einer tatsächlichen Pandemie von schwersten Störungen des Immunsystems.
Doch wer sollte diese Fehlentwicklung korrigieren, wer sollte sie überhaupt aufklären und öffentlich machen? Wenn doch die Mediziner als allein befugten Kontrolleure des Systems selbst den Löwenanteil zu der Katastrophe beigetragen haben, in der wir uns heute befinden. Wer nimmt den modernen Brahmanen den Zauberstab aus der Hand?

Ein neues Selbstbewusstsein
Es wird uns nichts übrig bleiben als das selbst zu versuchen. Für unseren persönlichen Lebensbereich, für das Wohl unserer Kinder und unser eigenes. Was es dafür in erster Linie braucht, ist ein neues Selbstbewusstsein, das aus dem Wissen um den biologischen Zweck entstehen kann, den Krankheiten für unser Wohlergehen haben.
Und dieses Buch kann dazu eine, wie ich hoffe, wertvolle Hilfestellung geben und einen Gegenentwurf ermöglichen zu dem Bild von Krankheit, wie es uns heute vermittelt wird. Ich habe dazu mit zahlreichen hervorragenden Wissenschaftlern gesprochen. Ich habe hoch interessante Literatur zur Entwicklung und den Funktionen unseres Immunsystems studiert, die mir selbst auch eine völlig neue Sicht auf diesen erstaunlichen Lebensbegleiter und Schutzengel offenbarte.  Und schlussendlich habe ich – als Vater von fünf Kindern – auch viele persönliche Erfahrungen bei der Begleitung von Krankheiten einfließen lassen.
Erst das Wissen um den biologischen Zweck von Krankheit, verschafft uns die Möglichkeit, uns aus dem Kreislauf aus Angstmache und Versicherungsdenken, der uns permanent in Abhängigkeit halten will, zu befreien. Und es ist erstaunlich, wir rasch daraus ein völlig neues Selbstbewusstsein entsteht.
Wer ab und zu krank ist, bleibt auf lange Sicht gesund. Wir sollten diese kleinen Auszeiten willkommen heißen, so wie alle anderen Bestandteile eines gesunden Lebens: Gutes Essen, Bewegung, Humor und Liebe.
Und darum geht es in diesem Buch: Um das Selbstbewusstsein, Krankheiten zuzulassen. Im Vertrauen auf ein gesundes, kompetentes Immunsystem, das uns begleitet und beschützt und auf das wir stolz sein können. Ein ganzes Leben lang.

(dieser Text ist das aktualisierte Vorwort für das Taschenbuch von "Lob der Krankheit", das im Januar erscheint und jetzt schon vorbestellbar ist)

Sonntag, 28. Juni 2009

Die Sicherheit der HPV-Impfstoffe

Mit der Devise „stärker und länger“ wirbt der Pharmakonzern GSK für seinen Impfstoff Cervarix und versucht gegen den Marktführer Gardasil Terrain aufzuholen. Inzwischen mehren sich aber Bedenken um die möglichen Risiken der in den HPV-Impfstoffen enthaltenen neuartigen Zusätze, die vor ihrem Einsatz am Menschen gar nicht eigens getestet werden mussten.


2007, gleich im ersten Jahr seiner Zulassung, erreichte Gardasil, der erste Impfstoff zur Vorsorge gegen das Zervix-Karzinom, den Spitzenrang der umsatzstärksten Arzneimittel in Deutschland. Ein Jahr danach brachte der europäische Hersteller GSK sein Konkurrenzprodukt Cervarix auf den Markt. Und seit kürzlich bei der internationalen Papillomaviren-Konferenz in Malmö die ersten direkten Vergleichsdaten präsentiert wurden, ist zwischen den beiden Pharmagiganten Merck (Gardasil) und GSK der Wettstreit um den lukrativen Markt voll entbrannt.
Bei einer von GSK finanzierten Vergleichsstudie der beiden Impfstoffe unter 1.000 Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren erwies sich Cervarix als weitaus immunogener. Es erzeugte einen um das zwei- bis sechsfache höheren Titer neutralisierender Antikörper gegen die beiden wichtigsten HPV-Typen 16 und 18 als Gardasil, sowie fast dreimal so viele Gedächtniszellen. „Diese exzellenten Ergebnisse weisen auf einen lange andauernden Schutz“, freute sich GSK-Sprecher Hugues Bogaerts und bläst mit der Devise „stärker und länger“ nun zur Aufholjagd auf den Marktführer.

Bislang ist es – nach den Studienergebnissen - beiden Arzneimitteln gelungen, die von den HPV-Viren ausgelösten Krebs-Vorstufen an der Zervix-Schleimhaut drastisch zu reduzieren. Die am längsten laufende Studie überblickt derzeit aber erst einen Zeitraum von rund sieben Jahren. Und weil die Mehrzahl der Krebs-Todesfälle in der zweiten Lebenshälfte auftritt, dauert es noch lange Zeit, bis sich konkret nachweisen lässt, dass die Zielgruppe der heute 12 bis 17 jährigen Mädchen dann auch tatsächlich einen relevanten Überlebens-Vorteil hat.


"Da braucht man kein Gehirn…"

Bis heute sind etwa die Hälfte der Mädchen dieser Altersgruppe in Deutschland geimpft. Die Kosten dafür betrugen rund eine halbe Milliarde Euro und werden auf Grund der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für die Impfung von den Kassen übernommen. „Das ist ein absoluter No-Brainer“, argumentierte deren Vorsitzender Heinz-Josef Schmitt damals für die Eil-Aufnahme in den deutschen Impfplan, „da braucht man kein Gehirn dafür, wenn man sich diese Daten ansieht.“
Kritiker sahen dies von Beginn an deutlich weniger rosig. Von „schwacher Datenbasis“ war die Rede, ebenso von „enormer Industrie-Freundlichkeit der STIKO“. Dass Schmitt kurz nach der STIKO-Empfehlung einen Top-Job bei einem Impfstoff-Hersteller annahm und andere STIKO Mitglieder bis heute ungeniert auf der Honorarliste der Konzerne stehen, führte zu einem enormen Ansehensverlust der Expertenkommission.
Den bisherigen Höhepunkt der Kontroverse bildete ein „HPV-Manifest“, das im vergangenen November von 13 deutschen Wissenschaftlern unterzeichnet wurde. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), höchstes Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, forderte in der Folge die STIKO in einem detaillierten Fragekatalog auf, zu den einzelnen Kritikpunkten Stellung zu nehmen.
Sehr überzeugend sind die Antworten bislang wohl nicht ausgefallen. Bei der monatlich im Anschluss an die G-BA Sitzungen abgehaltenen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin kritisierte Ulrike Faber, Pharmazeutin und Patientenvertreterin im G-BA die STIKO jedenfalls heftig. Es würden „nur jene Fakten heran gezogen, die in den Kram passen“. Die Schlussfolgerungen seien entsprechend zweifelhaft und widersprüchlich. So würde, folgt man der STIKO „die Impfung fast doppelt so viele Fälle von Krebsvorstufen verhindern wie möglicherweise überhaupt vorkommen“, sagte Faber.
Bleiben die gravierenden Einwände an der Argumentation der STIKO bestehen, könnte der G-BA die Impfung auch wieder aus dem Erstattungskatalog der Kassen herausnehmen. „Sobald die umfassende Antwort der STIKO vor liegt“, erklärt Kai Fortelka, Pressesprecher des G-BA, „berät das bei uns sofort der zuständige Ausschuss.“ Die Entscheidung sei eine Frage weniger Wochen.


"Dirty little secret"
Während sich bislang die Debatte vor allem auf die Wirksamkeit konzentrierte, wird nun zunehmend auch die Sicherheit der HPV-Impfstoffe zum Thema. Gardasil und Cervarix unterscheiden sich vor allem durch die Funktionsweise ihrer Hilfsstoffe. Diese so genannten Adjuvantien werden in etwa drei Viertel aller Impfstoffe eingesetzt, weil sie ansonsten gar nicht, oder deutlich schlechter wirken würden.
Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Aluminium-Verbindungen. Bereits 1931 publizierte Alexander Thomas Glenny seine Entdeckung eines an Aluminiumhydroxid gebundenen Diphtherie-Impfstoffs. Trotz dieser enormen Anwendungserfahrung ist das Verständnis der Wirkmechanismen der Aluminiumsalze auf das Immunsystem bis heute noch weitgehend ungeklärt. Charles Jeneway Jr., Immunologe der Yale University in New Haven bezeichnete Aluminium deswegen als „dirty little secret“, als „schmutziges kleines Geheimnis“ der Immunologen.

Der Vorteil von Aluminiumsalzen ist, dass sie als Immunreaktion eine starke Antikörperbildung hervorrufen. Danach wird in den meisten Studien auch die Wirksamkeit der Impfungen bemessen. Die ebenso wichtige zelluläre Immunantwort stimulieren die meisten Adjuvantien hingegen nur gering. „Dadurch können sie das immunologische Gleichgewicht langfristig beeinträchtigen“, erklärt der Wiesbadener Impfschadens-Gutachter und langjährige Mitarbeiter des Paul Ehrlich Institutes, Klaus Hartmann.
Wie groß dieses Risiko konkret ist, kann derzeit nicht seriös beantwortet werden, weil es - aus ethischen Gründen - kaum Vergleichsstudien zwischen Geimpften und Ungeimpften gibt. „Aber selbst dort, wo dies möglich gewesen wäre, wurde die Chance von den zuständigen Behörden nicht genützt“, kritisiert Hartmann.

Aluminium-Verbindungen unter Verdacht
Tatsächlich wurde in den großen Zulassungsstudien von Gardasil und Cervarix mit ihren insgesamt mehr als 40.000 Teilnehmerinnen die Impfstoffe nicht gegen physiologisch neutrale Salzwasser-Lösungen getestet, sondern entweder gegen andere Aluminium-haltige Impfungen oder gleich gegen eine pure Wasser-Aluminium-Lösung. Kritiker, wie der Aluminium-Experte Christopher Exley von der britischen Keele University finden dies fahrlässig, „weil Aluminium-Verbindungen bei zahlreichen Autoimmun-Prozessen unter Verdacht stehen.“
Auf Geheiß der US-Behörde FDA musste in die Produktinformation von Gardasil der Hinweis aufgenommen werden, dass bei jeder 43. Teilnehmerin der Studien Krankheiten mit möglicherweise autoimmunem Hintergrund neu aufgetreten sind. In der deutschen Fachinformation ist davon nichts zu lesen.

Sowohl von STIKO als auch von Behördensprechern kam umgehend Entwarnung. Die Aluminium-haltigen Adjuvantien, hieß es stereotyp, würden schließlich schon seit Jahrzehnten Milliardenfach angewendet und hätten ihre Sicherheit klar demonstriert.

„Übersehen wurde dabei allerdings, dass sowohl in Gardasil als auch in Cervarix relativ ungewöhnliche und neuartige Hilfsstoffe enthalten sind“, kritisiert Klaus Hartmann. Der Konzern GlaxoSmithKline (GSK) setzt auf die Alarmpotenzial von Salmonellen und verwendet für sein „Adjuvant System 04“ (AS04) Monophospholipid (MLP), eine gereinigte Fettverbindung, die aus der Oberfläche von Salmonellen isoliert wurde (siehe Interview). Aluminiumhydroxid wird auch bei AS04 noch benötigt, allerdings nur als eine Art Mörtel, der die HPV-Antigene und MLP bindet und an der Injektionsstelle festhält. Auch im Konkurrenz-Produkt Gardasil ist mit Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat eine verstärkte Aluminium-Verbindung enthalten, die mit den traditionell verwendeten Substanzen wenig gemeinsam hat.
Beide Substanzen kamen nach einer kurzen Testphase im Labor, sowie in Tiermodellen gleich unmittelbar in die Impfstoffe. Eigene Sicherheitstests am Menschen sind bei Adjuvantien generell nicht vorgesehen.

Foto by fortinbras (Creative Commons)




„Exzellente Ergebnisse“

Interview mit Hugues Bogaerts, dem für Cervarix zuständigen Produktmanager des belgischen Konzerns GSK über das neuartige Wirksystem seines Impfstoffes gegen Humane Papillomaviren.

Ehgartner: In einer Vergleichsstudie zwischen den beiden HPV-Impfstoffen hat Ihr Produkt Cervarix eine deutlich stärkere Immunantwort erzielt als der Marktführer Gardasil. Wie erreichten Sie diesen Effekt?

Bogaerts:
Mit der herkömmlichen Impf-Technologie sind wir an Limits gestoßen. Für manche Krankheiten gibt es noch immer keine Impfungen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen braucht es einen starken Immun-Booster. Davon hängt es ab, ob eine Impfung funktioniert und wie lange der Schutz anhält. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit innovativen Adjuvant-Systemen und haben für unsere HPV-Impfung mit dem Produkt AS04 eine adäquate Methode entwickelt.

Ehgartner: Wie unterscheidet sich dieser Hilfsstoff von den bisher hauptsächlich verwendeten Aluminium-Verbindungen?

Bogaerts: AS04 enthält als wirksamen Bestandteil MPL, das ist ein gereinigtes bakterielles Fett aus der Zellwand von Salmonellen. Diese sind bekannt dafür, dass sie eine sehr starke Immun-Antwort auslösen. Tatsächlich ist MPL sogar zu stark, so dass wir die Substanz chemisch anpassen mussten, um sie überhaupt in Impfstoffen verwenden zu können. Wir haben bestimmte Teile dieser recht großen Moleküle abgeschnitten, um die toxische Wirkung zu reduzieren.

Ehgartner: Warum verwenden Sie in Cervarix trotzdem noch immer Aluminium?

Bogaerts: Aluminium brauchen wir als eine Art Mörtel, um alle Bestandteile der Impfung an der Injektionsstelle zusammen zu halten. Wenn man den Impfstoff tief in den Muskel injiziert, so bleibt er - dank des Aluminiums - dort, und es gibt einen regen Austausch mit den Zellen des Immunsystems.

Ehgartner: In den USA ist Cervarix noch immer nicht zugelassen. Es heißt, dass die Arzneimittelbehörde FDA wegen Ihres neues Adjuvant-Systems Bedenken hatte und zusätzliche Sicherheits-Daten verlangt hat?

Bogaerts: Nein, es gab keine Probleme. Wir haben als europäischer Konzern mit unseren vorläufigen Resultaten zuerst bei der Europäischen Behörde EMEA eingereicht. In den USA haben wir eine enorme Wettbewerbs-Situation, weil sich unser Konkurrenzprodukt Gardasil bereits seit drei Jahren am Markt befindet. Also überlegten wir, unser Produkt mit den bestmöglichen Daten zu präsentieren und auf die fertigen Resultate der Studien zu warten. Wir haben nun exzellente Ergebnisse präsentiert und erwarten die Zulassung in den USA für Ende des Jahres.

Ehgartner: Welche Studien sind denn nötig, um ein neues Adjuvans lizensieren zu können?

Bogaerts: Die meisten Tests werden ‚in vitro‘ im Labor durchgeführt. Aber es gibt auch bestimmte Tiermodelle. Eigene Sicherheitsstudien am Menschen sind bei einem neuen Adjuvans nicht vorgesehen. Das wird in den großen klinischen Studien gleich in der fertigen Impfstoff-Kombination getestet.

Ehgartner: Warum haben Sie hier in den Kontrollgruppen keine physiologisch neutrale Salzwasser Lösung als Placebo verwendet, sondern entweder eine andere Impfung oder eine Aluminiumhydroxid-Wasser-Verbindung?

Bogaerts: Wir hätten das in der Tat mit einem Salzwasser-Placebo vergleichen können. Aber wir sind nach dem Prinzip vorgegangen, dass wir Cervarix mit dem "standard of care" vergleichen. Also mit dem, was derzeit den allgemeinen Standard bei Impfstoffen darstellt.


Der Mediziner Hugues Bogaerts ist in der Zentrale des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) in Rixensart (Belgien) für den HPV-Impfstoff Cervarix, das Konkurrenzprodukt des Marktführers Gardasil (Sanofi Pasteur MSD), zuständig.

Freitag, 26. Juni 2009

HPV-Impfungen: Autoimmun-Reaktionen in den Studien absichtlich verschleiert?

Hier ein Mail, das ich eben an Gerd Antes, den Leiter des Deutschen Cochrane-Zentrum an der Univ. Freiburg, geschickt habe:

Sehr geehrter Herr Dr. Antes,

wir haben vorgestern am Präventions-Kongress in Baden über Sicherheits-Bedenken bezüglich der in den HPV-Impfstoffen verwendeten ungewöhnlichen und auch relativ neuen Adjuvantien gesprochen. Sie haben sich als Mitglied der STIKO dafür interessiert und mich ersucht, Ihnen dazu Unterlagen zu schicken, die Sie an die HPV-Fachexperten der STIKO weiterleiten wollen.

Heute ist in der Gesundheits-Beilage verschiedener deutscher Tageszeitungen (Berliner Morgenpost, Hannoversche Allgemeine, Leipziger Volkszeitung, Hamburger Abendblatt) ein Artikel von mir erschienen, der die Bedenken zusammen fasst.
Hier finden Sie die Online Version.

In der Anlage sende ich Ihnen eine Review der FDA zu Gardasil, die im September 08 veröffentlicht wurde und im Dezember zu einer Änderung in der US-Produktinformation führte. Dort muss jetzt vermerkt sein, dass bei den Teilnehmern der Gardasil-Studien im Beobachtungszeitraum bei 2,3% "new medical conditions potentially indicative of a systemic autodimmune disorder" aufgetreten sind. (Table 5 in der beiliegenden Produktinformation von Gardasil, Seite 141f. der clinical review der FDA)

Außerdem finden Sie in der Anlage eine Aussendung von GSK zum neu-entwickelten Adjuvans-System, das bislang nur im verstärkten Hepatitis B Impfstoff (spezieller Impfstoff für Patienten mit Nierenproblemen) Fendrix, sowie in Cervarix eingesetzt wird, sowie einen Artikel von Merck-Wissenschaftlern (Caulfield et al. 2007), der die Eigenschaften des Merck Adjuvans Aluminium Hydroxyphosphate Sulfate (AAHS) beschreibt.

Als Gegenargument zum möglicherweise erhöhten Risiko von Autoimmunreaktionen bei Geimpften wird meist auf eine Studie von Siegrist et al. verwiesen, die von den Herstellern finanziell unterstützt wurde.
Siegrist wertet darin Daten einer großen US-Versicherung aus und stellt fest, dass Autoimmun-Krankheiten in der Allgemeinbevölkerung relativ häufig sind. Dies könnte dazu führen, dass diese fälschlicherweise für Impfreaktionen gehalten würden.

Ich finde es bemerkenswert, dass auf diese Art und Weise scheinbar eine Art Pseudo-Kontroll-Gruppe erzeugt werden sollte, um den Verdacht eines erhöhten Risikos zu entkräften.

Wesentlich redlicher und auch beweiskräftiger wäre es gewesen, wenn in den Zulassungsstudien eine wirkliche Placebo-Impfung mit einer physiologisch neutralen Salzwasser-Lösung verwendet worden wäre, und nicht eine andere Impfung (Hepatitis A Impfung bei Cervarix) bzw. ein Adjuvans-Gemisch (bei Cervarix: Aluminiumhydroxid, bei Gardasil: AAHS). Ein Design mit einer saline-Placebo-Impfung wurde jedoch nur in einer einzigen - und sehr kleinen Studie (Reisinger et al. 2007) in den Gardasil-Studien verwendet. (Hier wurde in der saline-Gruppe keine Autoimmunstörung beobachtet).

Bei einer - in der FDA-Review erwähnten - Rate von 2,3% von neu aufgetretenen potenziellen Autoimmunstörungen, wären die zusammen weit mehr als 40.000 Teilnehmerinnen der HPV-Studien weitaus ausreichend gewesen, um einen derartigen Verdacht vollständig zu entkräften, bzw statistisch signifikant zu untermauern.

So besteht jedoch der begründete Verdacht, dass das Risiko erhöhter Autoimmunreaktionen den Herstellern der HPV-Impfstoffe bereits im Vorfeld bekannt war - und durch die Wahl der Studiendesigns absichtlich verschleiert werden sollte.

Herzliche Grüße, Bert Ehgartner