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Mittwoch, 10. Juni 2026

90 Prozent der Impfstudien haben "extrem niedrige Qualität"

Im Lauf der nun auch schon 40 Jahre meines Berufslebens entwickelte sich das Thema Impfen zu einem Schwerpunkt meiner journalistischen Arbeit. Zum einen aus Interesse an diesem rasch wachsenden, immer lukrativer werdenden Segment der Pharmaindustrie. Zum anderen aus Sorge um die Auswirkungen der Eingriffe in das Immunsystem gesunder Kinder und Erwachsener. Und diese Sorge ist nicht banal, wie viele glauben. 

Eine Studie untersuchte die wissenschaftliche Qualität von
Übersichtsarbeiten im Impfwesen: mit niederschmetterndem Ergebnis

Seit den 80er Jahren hat sich die Menge an empfohlenen Impfungen, die in den Impfplänen Europas vorgesehen sind, vervielfacht. Und auch die Anzahl der Pflichtimpfungen wächst. Frankreich hat im Vorjahr den Kindern nochmal zwei Impfungen (gegen Meningokokken) zusätzlich vorgeschrieben - und hält nun bei Pflichtimpfungen gegen 12 Krankheiten. Nur Lettland hat mit 13 Krankheiten noch mehr Impf-Vorschriften. Polen zieht mit der Zwangsimpfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) im nächsten Jahr gleich. Auch Kroatien führt die HPV-Impfung verpflichtend für Schulkinder ein. 

Wenn man dazu in der Literatur die neuesten Studien liest - und allein bei HPV sind das pro Woche Dutzende Veröffentlichungen - so gelangt man zum Eindruck, dass das alles seine Ordnung hat und die Fälle von Gebärmutterhalskrebs - vor dem die Impfung schützen soll - sich im freien Fall befinden. Mehr Impfungen, mehr Gesundheit. Und sogar Krebs wird verhindert. Was für Segnungen der modernen Medizin.

Sieht man sich hingegen die veröffentlichten Fallzahlen der Statistik-Behörden an, so fragt man sich, woher die Studienautoren ihren Optimismus nehmen. Ja, die Krebskurve ist gefallen. Seit den 70er Jahren hat sich das Risiko für Frauen mehr als halbiert. Doch seit 2007 die HPV Impfung auf den Markt kam, hat sich dieser Trend immer weiter abgeschwächt. Speziell in der jüngeren - bereits zu mehr als 80% geimpften - Altersgruppe nehmen die Krebsfälle in vielen Ländern sogar wieder zu. 


Impfschäden sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel

Und nicht nur die Wirksamkeit der Impfungen gerät zunehmend unter Verdacht, auch die Sicherheit ist fragwürdig: Wenn geimpfte Kinder mit ungeimpften Kindern verglichen wurden, zeigte in den letzten 20 Jahren Studie um Studie, dass die Impfungen keinen gesundheitlichen Vorteil bringen. Im Gegenteil: Impfungen fördern Allergien, Autoimmunerkrankungen und Entwicklungsstörungen. Heuschnupfen kann ebenso eine Impffolge sein wie Multiple Sklerose oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. 

In einer kürzlich veröffentlichten US-amerikanischen Studie (dazu gibt es auch einen Film) wurde das eindrucksvoll untermauert: Sie ergab, dass geimpfte Kinder ein vielfach höheres Risiko für chronische Krankheiten haben. Das Asthmarisiko war mehr als viermal erhöht, das Risiko für Allergien dreimal so hoch, das Risiko einer Autoimmunerkrankung sogar um das Sechsfache erhöht. 

Bei vielen Krankheiten konnten gar keine Zahlen genannt werden, weil in der Gruppe der ungeimpften Kinder – im Gegensatz zur Impfgruppe – ganz einfach keine Fälle vorkamen. Zum Beispiel bei ADHS. 262 Fälle in der Impfgruppe – aber kein einziger Fall unter 2.000 ungeimpften Kindern. Dasselbe Muster bei Verhaltensstörung, Lernstörung oder Hirnfunktionsstörung: es gab keine Fälle in der ungeimpften Gruppe. Ebenso bei frühkindlichem Diabetes, einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Alle paar Jahre verdoppeln sich hier die Fallzahlen. Und niemand in der ach so klugen Wissenschaft, kennt die Ursache.

Oder will sie kennen. 


Ein sich selbst bestätigendes System

Beim Impfwesen versagt jegliche Kontrolle. In der Wissenschaft wird gefördert, was von den Behörden gewünscht wird. Und nachdem sich die Behörden wünschen, dass die von ihnen geförderten Impfungen sich segensreich auf die Geimpften auswirken, liefern Wissenschaftler entsprechende Studienresultate. Sie wollen ja beim nächsten Mal auch wieder gefördert werden. 

Über die Jahrzehnte hat sich hier ein sich selbst bestätigendes System aufgebaut, das darauf ausgerichtet ist, die Gesellschaft mit immer mehr Impfungen zu fluten und den Profit der Hersteller zu maximieren. 

Bereits jetzt haben in den USA mehr als die Hälfte der Kinder mindestens eine verschreibungspflichtige chronische Krankheit. Und in Europa sind wir auf bestem Weg, hier rasch aufzuholen. 

Wenn ich derartige Argumente auf meinen Vorträgen bringe oder in meinen Filmen und Artikeln darauf hinweise, sind viele Eltern sehr betroffen. Viele können nicht glauben, was ich hier berichte, auch wenn ich zu allen Behauptungen die dazu gehörigen Quellen und Belege nenne. Sie können nicht glauben, in welch miserablen Zustand sich das wissenschaftliche System am Beispiel des Impfwesens befindet. Zwar gibt es auch in anderen Bereichen Schwächen. Beim Impfwesen ist das hingegen der Normalzustand. Oft hat man den Eindruck, dass es sich gar nicht mehr um eine Wissenschaft handelt, sondern vielmehr um ein Glaubenssystem, zu dem nur Zutritt hat, wer die Heilige Kuh ebenfalls anbetet. 


Studie prüfte die wissenschaftliche Qualität von Impf-Studien

Doch noch regt sich vereinzelt Widerstand. "There is a crack in everything. That’s how the light gets in", lautet ein berühmter Vers von Leonhard Cohen: "Es gibt einen Riss in allem. So kommt das Licht herein."

Und so ein Sprung im System wurde kürzlich als kritische Reflexion der Zustände im Impfwesen veröffentlicht. 

Die Studie wurde öffentlich - mit Mitteln des deutschen Gesundheitsministeriums und des 'Globalen Gesundheitsschutz-Programms' - gefördert. Das Autorenteam setzte sich zusammen aus Experten des Robert Koch Instituts, der Berliner Charite und der WHO. Und sie nahmen sich vor, die Qualität der Übersichtsarbeiten im Impfwesen zu prüfen. 

Systematische Übersichtsarbeiten spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Impfempfehlungen. Die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse hängt jedoch von deren methodischer Qualität ab. 

Die Autoren suchten 120 solche Übersichtsarbeiten die in der jüngeren Vergangenheit (2011-2023) publiziert worden sind. 

Die Studien wurden jeweils von zwei Experten nach einheitlichen Kriterien analysiert und danach in die Kategorien 'hohe', 'mittlere', 'niedrige' oder 'extrem niedrige' Qualität eingestuft.

Das niederschmetternde Resultat: 110 der 120 Arbeiten landeten in der letzten Kategorie mit "extem niedriger Qualität". 

Speziell schlecht schnitten Studien ab, deren Autoren finanzielle Interessenskonflikte hatten, also zum Beispiel für einen Konzern arbeiteten, der selbst Impfstoffe herstellt - oder häufig von solchen Konzernen Aufträge bekamen. 

Meine Suche nach Medienberichten über diese Studie brachte null Resultate. Es scheint nicht erwünscht, Wissenschaft - und schon gar nicht jene vom Impfen - öffentlich zu kritisieren. Spätestens seit der Covid-Pandemie hat sich in der Bevölkerung  eine gewisse Wissenschafts-Skepsis breit gemacht. Und dem wollte man wohl - mit der Besprechung einer derart kritischen Arbeit - keine unnötige Aufmerksamkeit zukommen lassen.


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Dienstag, 19. November 2024

Long Covid Studie erfolglos beendet

Mit großen Hoffnungen haben viele betroffene Patienten eine Studie verfolgt, in der ein Medikament gegen eine Autoimmunerkrankung getestet wurde. Es handelt sich um den Wirkstoff mit dem Kürzel "BC-007", der in der Lage ist, Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren zu neutralisieren. Die Frage, die in den Studien geprüft werden sollte, war, ob sich dadurch eine Besserung der Symptome der Patienten ergibt. Die Symptome gleichen jenen von CFS/ME - dem chronischen Müdigkeitssyndrom.
 
Ursprünglich wurden die gefährlichen Antikörper vor allem bei Impfschäden gefunden

Die Firma 'Berlin Cures', die den Wirkstoff herstellt und die Studie durchgeführt hat, teilte vor einigen Tagen auf ihrer Webseite mit, dass die Teilnehmer der Studiengruppe keine besseren Ergebnisse erzielt haben als jene der Placebogruppe.
"Weitere detaillierte Analysen wurden nicht durchgeführt," heißt es. "Aufgrund finanzieller Engpässe war die Berlin Cures GmbH gezwungen, alle Aktivitäten einzustellen."
 
Ich verfolge diese Angelegenheit schon seit 8 Jahren. Damals recherchierte ich zu meinem Film "Unter die Haut" zu Impfschäden, die nach der HPV-Impfung aufgetreten sind. Der dänische Wissenschaftler Jesper Mehlsen hatte hunderte betroffene Frauen und Mädchen untersucht, die nach der Impfung nicht mehr in der Lage waren, ihr normales Leben weiter zu führen. Viele waren schwer geschädigt und konnten kaum noch das Bett verlassen. Und die Mehrzahl dieser Patientinnen waren positiv auf die oben erwähnten Autoantikörper.
 
Die Firma war finanziell nicht in der Lage, eine eigene Studie zu finanzieren. Doch dann kam COVID-19 und auch hier hatten viele Impfgeschädigte dieselben Antikörper im Blut. Auch bei Long-COVID Patienten fanden sich bei etwa jedem dritten solche Antikörper. Deutsche Ärzte forderten eine Studie und Gesundheitsminister Karl Lauterbach gab Forschungsgelder dafür frei. Die Studie war allerdings nur für Long COVID Patienten zugänglich. Nicht für impfgeschädigte.
Ich habe damals einen Vorstand von Berlin Cures für ein Interview telefonisch erreicht und fragte ihn, was es mit dieser Einschränkung auf sich hat. Er antwortete, dass klinische Studien sehr teuer seien und sie auf Fördermittel angewiesen sind. "Und weil Impfschäden kein gutes Image haben, schrieben wir unsere Förderanträge für Long Covid."

Long Covid ist ein Sammelsurium verschiedenster Symptome - viele davon mit psychosomatischer Komponente. Kann es an dieser Beschränkung liegen, dass die Studie keinen Erfolg zeigte? Man wird es wohl nie erfahren, denn gegen die Herstellerfirma 'Berlin Cures' wurde nun ein Konkursverfahren eingeleitet.

Freitag, 15. November 2024

Paukenschlag: RFK Jr. wird US Gesundheitsminister (Kommentar)

Dass Robert F Kennedy Jr. nun Gesundheitsminister der USA werden soll, ist die spannendste Personalentscheidung in Trumps Regierungsteam. Und sicherlich auch die umstrittenste.

Rundum wird er in den Medien als Halbirrer porträtiert, als Impfgegner, Verschwörungstheoretiker und Querulant.
Die Wahrscheinlichkeit, dass gegen ihn massive langwierige Kampagnen laufen, liegt bei 100%.


Die Einschätzung der meisten Mainstream Medien steht bereits fest

Denn er hat sich mit seinen Ansagen, Amerika wieder gesund zu machen und mit der Korruption im Pharma- und Gesundheitsbereich aufzuräumen, die mächtigsten Feinde gemacht, die rundum zu finden sind.

Tatsächlich ist die Gesundheit der US-Bevölkerung - und speziell auch der Kinder und Jugendlichen - ein Drama. Etwa die Hälfte der unter 18-jährigen hat eine behandlungsbedürftige chronische Krankheit, 30% haben zwei oder mehr.

Noch nie gab es eine derart kranke Junge Generation.
Und das in einem Land, das mit Abstand das meiste Geld für ‚Gesundheit‘ ausgibt, nämlich 16,6% des Bruttoinlandprodukts. Deutschland, das an zweiter Stelle rangiert, folgt mit 12,6%. Österreich investiert 11,4% des BIP in Gesundheit.

Gerade jenes Land, das jeden zweiten Nobelpreis gewinnt und unglaublich stolz auf seine Wissenschaft und High-Tech Medizin ist, bringt mehr kranke Kinder hervor, als die alten Elends- und Seuchenzeiten. Und niemand fand das einer näheren Analyse wert. Man gewöhnte sich daran und schob es auf den modernen Lebensstil und die persönliche Verantwortung der Familien.

RFK Jr. legt den Finger nun genau in diese Wunde. Er thematisiert z. Bsp. die Rolle der unzähligen vorgeschriebenen Impfungen („no vaccination - no school“) als mögliche Ursachen von Autismus, Asthma oder kindlichem Krebs. Dinge für die man in den USA üblicherweise geteert und gefedert aus der Stadt gejagt wurde, bevor man B sagen konnte.
Spannende Zeiten.


PS: 
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Informationen zu Bert Ehgartners aktuellem Film "Unter die Haut" findet Ihr auf der Webseite zum Film. 
Wer an einem Interview, einem Vortrag oder einer Filmvorführung mit Bert Ehgartner interessiert ist, findet alle Informationen zu den Angeboten auf seiner Homepage. Eine Übersicht zu den aktuellen öffentlichen Auftritten, Vorträgen oder Filmvorführungen finden sich hier. 

Mittwoch, 18. Januar 2023

Die Kaperung unseres Immunsystems durch die Konzerne

Die Pipelines der Konzerne sind gut gefüllt mit neuen Impfungen. In den Nachrichten wurden wir bereits wieder an einen neuen Namen gewöhnt: die RS-Viren (Respiratorische Synzytial-Viren) gehen um. Und bald gehört die Dreifach-Impfung gegen die "Tripledemic" vor dem Winter zum obligaten Sicherheits-Paket. Der Billionen-Plan von der Fernsteuerung des menschlichen Immunsystems durch die Pharmaindustrie schreitet in großen Schritten voran. 


Seit der Massen-Impfaktion herrscht massive Übersterblichkeit 

In Österreich lag die Übersterblichkeit nun 17 Wochen in Folge über jener des Jahres 2019, meldet die Statistik Austria. Rund um Weihnachten eskalierte die Lage mit einem Plus bei den Sterbezahlen von 36% (KW 52) bzw. 42% (KW 51). Ähnlich ist die Lage in Deutschland, wo im Oktober und im Dezember 2022 die Übersterblichkeit im Vergleich zum Schnitt der Vorjahre 19% betrug. Auf die Frage nach den Ursachen dieser Entwicklung herrscht allgemeines Achselzucken. Sicher ist nur: An den Covid-Impfaktionen lag es nicht. Sicher nicht.
Allen offiziellen Aussagen in diese Richtung haftet allerdings das Manko an, dass es ja wohl schwierig wäre, einen derartigen Zusammenhang zuzugeben. Hatten doch Behörden, Politik und Medien in seltener Einigkeit gepredigt, dass die Impfstoffe sicher seien. So sicher, dass man sie notfalls auch zwangsweise verabreichen wollte. Wie also soll man nun sagen: "Sorry, wir haben uns geirrt, es gab doch beträchtliche Probleme mit deren Sicherheit." So etwas wird man nicht hören; auch nicht, wenn es stimmen sollte. 

Die kleinen Dienste der Wissenschaft

Die Hersteller der Covid-Impfungen glauben weiterhin felsenfest an die Vorteile ihrer Produkte. Die Pfizer Managerin Janine Small zitierte beispielsweise bei einer Befragung vor dem EU-Parlament dazu Modellrechnungen des Imperial College London mit ihrem Vordenker Neil Ferguson, die ergeben hatten, dass die Impfungen 20 Millionen Menschenleben gerettet haben. So etwas lässt man sich doch gerne nachsagen. 
Dass Ferguson und das Imperial College einen enorm schlechten Nachruf haben, was Vorhersagen betrifft, wird dabei geflissentlich verschwiegen: 
  • 2002 sagte Ferguson voraus, dass bis zu 50.000 Menschen in Großbritannien am Rinderwahn (Creutzfeldt Jakob Syndrom) sterben. Falls die Seuche auch auf Schafe übergreift wären es sogar bis zu 150.000. - Geworden sind es dann insgesamt 178 Todesopfer.
  • 2005 übertraf sich Ferguson anlässlich der Vogelgrippe H5N1 und warnte, dass weltweit bis zu 200 Millionen Menschen daran sterben werden. Als die WHO 2006 Bilanz zog, waren es dann insgesamt 78 Vogelgrippe Opfer.
  • 2009 beriet Fergusons Expertengruppe die britische Regierung und prognostizierte 65.000 Todesfälle durch die aktuelle Schweinegrippe. Es wurden dann 457.
Dass das Imperial College beim Aufbauschen der Risiken ebenso übertreibt, wie beim Nutzen der pharmazeutischen Gegenwehr, liegt möglicherweise auch an den Sponsoren der akademischen Einrichtung, wo sich zahlreiche Konzerne und auch z.B. die Gates-Foundation mit Millionenbeiträgen in die goldenen Bücher eingetragen haben. 

"Corona hat einmal mehr klargemacht, wie willfährig akademische Institutionen sich mit den Vorgaben der Politik synchronisieren und wie stark auf Universitäten und Akademien Konformismus und Duckmäusertum vorherrscht", beschreibt der Schriftsteller und Wissenschafts-Forscher Jan David Zimmermann in der Berliner Zeitung die aktuellen Zustände.

Die Kurve der weltweiten Covid-Todesfälle zeigte sich vom massenhaften Einsatz
der Covid-Impfung relativ unbeeindruckt (Quelle: Hart-Group)


Modernas zweiter Streich

Die Pharmaindustrie hat jedenfalls keinen Grund, nun zaghafter zu werden. Im Gegenteil, die Impfstoff-Hersteller und hier wieder speziell jene, die sich der mRNA Technologie verschrieben haben, erlebten ja zuletzt einen wahren Goldrausch. Und mittlerweile gibt es neue Fundstellen.

Die US-Firma Moderna hat soeben die Studien für einen mRNA-Impfstoff gegen RS-Viren für ältere Menschen abgeschlossen. RS-Viren zählen zu den Erkältungsviren und haben ein ähnliches Risikoprofil wie Influenza-Viren. Da es bisher keinen Impfstoff zu bewerben gab, kennt aber kaum jemand diese Viren.
Das ändert sich nun. 37.000 Personen nahmen an der Moderna Studie teil. Die Wirksamkeit der Impfung wird mit 83,7% angegeben.  Moderna möchte unbedingt zeigen, dass es nicht nur ein One-Hit-Wonder bleibt. Der RSV-Impfstoff wäre nach 'Spikevax' das zweite Produkt des US-Unternehmens. Moderna-Präsident Stephen Hoge zeigte sich bei der Präsentation der aktuellen Resultate jedenfalls in Feierlaune: "Wir glauben wirklich, dass wir zur Spitzenklasse gehören - 84 % ist eine hervorragende Wirksamkeit." Was Hoge dabei verschweigt: Diese Angabe beruht gerade mal auf 64 RSV-Infektionen. Es handelt sich demnach um eine Hochrechnung mit gewaltiger Schwankungsbreite. 

Modernas Börsewert stieg dennoch gleich um 7%. Moderna rechnet im Lauf von einigen Monaten mit einer positiven Antwort der Zulassungsbehörden in den USA und anschließend auch in Europa. Die Konzerne Pfizer und GSK befinden sich mit eigenen RSV-Impfungen ebenfalls in der Zielgeraden. Die Analysten prophezeien ein globales Marktvolumen von mehr als 10 Milliarden US$ - und das nur für die Impfung für Erwachsene. 
Der zweite große Markt sind die Kinderimpfungen. 
Und auch hier gibt es einige Produkte in der Pipeline - unter anderem einen Antikörper-Wirkstoff für Neugeborene namens 'Nirsevimab'. Er wurde von AstraZeneca gemeinsam mit Sanofi entwickelt und ist in der EU bereits zugelassen. 

mRNA Impfstoff auch bei Influenza

Bei Influenza ist ebenfalls eine Neuerung in Arbeit: eine Impfung auf mRNA Basis, die nicht mehr jährlich an die umlaufenden Viren angepasst werden muss, sondern gleich gegen alle bekannten Influenza-Subtypen wirkt. So erfreut sich das "World Economic Forum" auf seiner Webseite über diese Ankündigung gibt, so bekannt klingen die Einschränkungen:
"Es wird nicht erwartet, dass der Impfstoff eine so genannte sterilisierende Immunität verleiht, die eine Infektion vollständig verhindert", heißt es. "Vielmehr ermöglicht er es dem Körper, ein Gedächtnis für sein Immunsystem aufzubauen, das es ihm ermöglicht, sein Wissen abzurufen und sich schnell an neue Pandemiestämme anzupassen."
Das klingt schon weniger grandios. Den ersten Teil kennen wir von den Covid-Impfstoffen. Für den zweiten Teil der Aussage bräuchte es eigentlich keine Impfung, weil das die ganz normale Funktionsweise des Immunsystems beschreibt. 
Aber egal, es geht um die Marktchancen und die sind zweifellos intakt. Zumal die Konkurrenz der saisonalen Grippe-Impfstoffe keine allzu große Hürde darstellen sollte. Deren Wirksamkeit - die nicht auf Hochrechnungen, sondern auf dem tatsächlichen Vergleich von Influenza-geimpften mit Ungeimpften beruht – ist überschaubar. 
Laut Einschätzung des Robert Koch Instituts gab es in den Jahren 2012 bis 2019 gerade dreimal eine signifikante Wirksamkeit der saisonal angepassten Influenza-Impfung. Dies bezog sich jedoch nicht auf die 'ganze' Impfung, sondern lediglich auf einen der drei darin enthaltenen Subtypen. Dessen Wirksamkeit lag hier zwischen 48% und 61%.
Bei allen anderen 18 Komponenten waren die Nachweise über die Wirksamkeit nicht signifikant und damit wenig aussagekräftig. Interessant ist auch die Spannweite dieser Nicht-Wirksamkeit, die weit in den negativen Bereich hinein reicht. Wer sich etwa 2018 impfen ließ, hatte tendenziell ein 28% höheres Risiko an Influenzaviren des Subtyps H3N2 zu erkranken als nicht geimpfte Personen. Wer sich 2013 impfen ließ, hatte sogar ein 66% höheres Risiko auf einen Krankenstand.
Erklärt - oder erwähnt - werden derartige Effekte nicht. Schwächen die Influenza-Impfungen die körpereigenen Abwehrkräfte? Möglich wäre es.
Gesundheitsminister Lauterbach freute sich auf Twitter dennoch riesig, dass man sich künftig mit drei Impfungen – gegen Covid, RSV und Influenza – auf den Winter vorbereiten kann. Im Englischen wird dieses Trio Infernal bereits unter dem Schlagwort "Tripledemic" vermarktet. 

Tierfabriken als fragwürdiges Fernziel

Gesundheitsprävention mittels "Stärkung des Immunsystems durch Impfungen" wird immer mehr zum Verkaufsschlager. Doch hier ist eindeutig noch nicht der Gipfel des Möglichen erreicht. Bayer und Monsanto haben am Beispiel des Saatguts aufgezeigt, wie man dessen Nachhaltigkeit brechen und die Konsumenten in eine künstliche Abhängigkeit von jährlich neu einzukaufendem Hybrid-Saatgut treiben kann, dass dann im optimalen Fall auch gleich mit den darauf abgestimmten Herbi-, Fungi- und Pestiziden angeboten wird.

Am besten sieht man in der Veterinärmedizin, wohin es führt, wenn die Logik der Konzerne ohne Widerstand oder Kontrolle wuchern kann: Das Resultat ist dann eine Art Leasing-Immunität, bei der Medikamente und Impfungen das Immunsystem der Tiere ersetzen. Das funktioniert dann meist auch recht gut. Zumindest für den kurzen Zeitraum - bis die Tiere ihr Schlachtgewicht erreicht haben - und für spezielle Viren und Bakterien, gegen die Impfungen oder sonstige Medikamente verfügbar sind.
Die meisten Tiere in den Fleisch-, Milch- und Eierfabriken würden es heute allerdings nicht mehr überleben, wenn sie einen Tag in freier Wildbahn verbringen müssten. Aber nicht, weil sie gefressen oder überfahren werden, sondern weil ihr von der Pharmaindustrie ferngesteuertes Immunsystem mit fremdartigen Wiesen-Viren oder Schlamm-Bakterien heillos überfordert wäre. 

No-Vogelgrippe für Hühner

In diese Richtung geht auch die in Österreich derzeit gültige Stall-Pflicht für Freiland-Hühner.
Argumentiert wird diese Maßnahme mit der Vogelgrippe, welche die Hühnerwirtschaft gefährdet. Es geht also darum, die Tiere in den Fabriken zu schützen. Weil es derzeit noch keinen Impfstoff gegen die Vogelgrippe gibt, fällt den Veterinär-Behörden nichts besseres ein, als das meist recht robuste Freiland-Geflügel einzusperren.
Die Viren "auszuhungern" ist so eine Art No-Covid Ansatz und hat noch nie irgendwo funktioniert. Außerdem zirkulieren die Viren in Wildvögel, denen sie sonderbarerweise nichts anhaben. Wozu also diese Maßnahme? Genauso wenig, wie ein Wildvogel in die Putenmast-Anlage eindringt, tut dies ein Sulmtaler Hahn vom Bauernhof. Die Stallpflicht für Hühner ist vollständig unlogisch.  
Wahrscheinlich geht es den Veterinär-Behörden eher darum, eine Ausrede zu haben, falls 100.000ende Massenhaltungs-Hühner oder Puten eingehen. Schuld wären dann nämlich nicht die Haltungs-Bedingungen und die Über-Medikation sondern – so wie in der Pandemie – die bösen Ungeimpften: die rund ums Haus pickende Hühnerschar, die keinerlei Probleme mit den Keimen hat, die sich auf Wiese oder Misthaufen rumtreiben.
Eigentlich müsste man Veterinäre, die diese Linie vertreten auf ein wissenschaftliches Umerziehungslager schicken. Als Tierfabrik-Doktor ist man aber zugegeben arm dran, wenn es für irgendein Problem keine Medikamente oder Impfungen gibt. Dann hilft meist nur noch die Keulung, das vorsorgliche Töten der Tiere. 

Der Billionen-Dollar Plan

Auch bei den Menschen geht es in eine ähnliche Richtung: Geplant ist die Übernahme und Steuerung der Funktionen des Immunsystems durch die Pharmaindustrie. Hier gibt es ein weites Feld an Möglichkeiten. Das ist der Billionen-Dollar Plan für die nächsten Jahrzehnte. 
Während früher Schmerzmittel, Schlafmittel oder Diabetes-Medikamente zu den Umsatzbringern zählten finden sich unter den Top Ten heute vorwiegend Mittel zur Beeinflussung des Immunsystems sowie Krebsmedikamente. Angeführt wird die Liste von Humira das mit einem jährlichen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar gegen "entzündliche Prozesse des Immunsystems" verschrieben wird, beispielsweise bei Schuppenflechte. Eine einzige Injektion kostet rund 880 Euro. Weitere Produkte unter den Top Ten sind die Impfung gegen Pneumokokken, diverse Immunmodulatoren sowie Anti-Rheumatika. Auch bei den Krebsmitteln handelt es sich meist um Antikörper, die ins Immunsystem eingreifen.
Diese teuren Mittel stehen oft am Ende der Therapie, wenn es um die Behandlung der Krankheits-Symptome geht. Heilen kann kaum eines dieser Medikamente, sondern bestenfalls den Fortschritt der Krankheit hemmen oder die Beschwerden lindern. 

Ausgelöst werden die Probleme meist durch den ungezügelten Eingriff vieler Medikamente in das kindliche Immunsystem. Fiebersenker sabotieren es unmittelbar in seiner Arbeit. - Antibiotika-Kuren legen das so wichtige Zusammenspiel mit dem Mikrobiom im Darm lahm. Kleine Kinder sind nach  mehrfacher Antibiotika-Gabe oft regelrecht steril und müssen ihre Bakterienflora vollständig neu aufbauen.
Und auch das Thema Impfen wird in seinen Auswirkungen weder verstanden noch untersucht. 
Viele Impfstoffe - wie etwa Tetanus, Diphtherie, Polio oder FSME - sind seit vielen Jahrzehnten, weitgehend unverändert im Einsatz. Nie wurden diese Impfstoffe auf ihren Nutzen evaluiert. Stattdessen kommen laufend neue Impfstoffe dazu. Etwa die HPV Impfung, die sich speziell gegen den Viren-assoziierten Gebärmutterhalskrebs richtet. Oder die brandneue Herausforderung der mRNA-Impfstoffe. Wer sich z.B. in Österreich an die Empfehlungen des aktuellen Impf-Kalenders hält, mutet seinen Kindern bis zum 18. Geburtstag mindestens 50 Einzelspritzen zu.

"Alle modernen Krankheiten haben als Ursache ein hyperaggressives oder unreifes Immunsystem", erklärte mir dazu der deutsche Kinderarzt und Bestseller-Autor Herbert Renz-Polster. Herumgesprochen hat sich diese Weisheit noch nicht. Und beherzigt wird sie ebenso wenig. 
Und somit sind - mitten im Wohlstand - mindestens ebenso viele Kinder krank, wie in den alten Seuchenzeiten. Einzig die Art der Krankheiten hat sich von den Infektionen in den Bereich der chronischen Leiden verschoben. Sicherlich, daran stirbt man nicht so rasch. Doch auch hier ist die Bandbreite zwischen Heuschnupfen und immunbedingtem Krebs enorm.
In den USA haben mittlerweile bereits 50% der Kinder und Jugendlichen mindestens eine behandlungsbedürftige chronische Krankheit. 33% haben zwei oder mehr behandlungsbedürftige Krankheiten. 
In Europa liegen wir bei etwas über 30%. Doch auch hier zeigt die Tendenz auf: rasant steigend.

Die gezielte "Verkrankung" der Bevölkerung

Verwunderlich ist diese katastrophale Entwicklung nicht, liegt es doch in der internen Logik gewinn-orientierter Unternehmen, den Profit zu maximieren. Das bedeutet für den Gesundheitsbereich, dass möglichst viele Menschen über möglichst lange Zeit zu Kunden gemacht werden. Im Idealfall beginnt das bereits bei der Geburt mit Kaiserschnitt - und endet mit der finalen Chemotherapie. 
Auch wenn dieses Geschäftsziel nicht offiziell ausgesprochen wird, laufen alle internen Anreize und Algorithmen in diese Richtung. Was Gewinne verschafft, wird vermehrt angeboten - was die Gewinne schmälert wird fortan unterlassen. 
Dies ist auch gut daran erkennbar, dass in der wissenschaftlichen Forschung kaum noch nach Heilansätzen für Krankheiten gesucht wird. Stattdessen haben sich die Studien in die Richtung verschoben, wo die Milderung von Symptomen, oder die Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit als therapeutisches Ziel gilt. Offiziell wird deshalb aber niemand verkünden: "Wir wollen keine Heilung, sondern einen chronisch kranken Patienten, weil das für uns profitabler ist." Die meisten Mitarbeiter der Pharma-Konzerne werden diese Argumentation für sich persönlich auch zurückweisen. Das sei keinesfalls ihre Absicht. Doch darum geht es nicht: Konzernlogik funktioniert in vielen kleinen Schritten - so wie das Ticken einer großen Maschine. Niemand hat den konkreten Befehl ausgegeben, dass Heilung fortan nicht mehr erwünscht ist. Die Trendumkehr in der medizinischen Forschung ist in vielen kleinen Schritten passiert. Und wenn diese Schritte in eine profitable Richtung führten, wurden sie von der internen Konzernlogik verstärkt - wenn es in die Gegenrichtung ging, wurden sie eingebremst.
Für Einzelpersonen ist es schwer möglich, hier gegenzusteuern, weil Mitarbeiter, die sich gegen höhere Gewinne wehren, rasch identifiziert werden und ihren Job verlieren. Auch ein Direktoren-Job hilft da wenig, weil die meisten Konzerne von Shareholdern kontrolliert werden. Und wenn die Gewinne fallen, geht es zuerst dem Management an den Kragen.

Es wäre demnach Aufgabe von Gesundheitspolitik und Behörden, diesem unausgesprochenen Ziel der "Verkrankung" der Bevölkerung Grenzen zu setzen und eine wirksame Kontrolle auszuüben. Doch davon sind wir weit entfernt. 
Zum einen liegt das daran, dass die Konzerne über umfangreiche finanzielle Mittel verfügen, um Politik und Behörden mit einer Heerschar bestens ausgebildeter Lobbyisten zu belagern. Sie verfügen auch über den nötigen Hintergrund, die geeigneten Narrative in Umlauf zu bringen. Das können perfekt mit Zahlen untermalte PR-Konzepte sein, Modellrechnungen oder einfache Appelle an den Hausverstand. So wurde der simple Slogan "Vorbeugen ist besser als Heilen" zum Motiv, eine ganze Präventions-Industrie aus dem Boden zu stampfen, die es nunmehr ermöglicht, auch vollständig gesunde Menschen zu therapieren. "Gesund ist nur, wer nicht ausreichend untersucht ist", lautet die zynische Interpretation dieses Vorsorge-Gedankens.
Im Wettrüsten der Ideen, wie die Gesundheits-Ausgaben gesteuert werden sollten, ist die Politik derzeit auf verlorenem Posten. "Sinnvolle strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen sind wegen des Widerstands der Lobby-Verbände nicht möglich", erklärte dazu der ehemalige deutsche Gesundheitsminister Horst Seehofer. 
Wenn doch einmal versucht wurde, Kontrolle auszuüben, so folgte darauf eine massive Gegenreaktion. Der Mediziner Peter Sawicki hatte sich beispielsweise in seiner Funktion als Leiter des Kölner "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (IQWiG) ab dem Jahr 2005 bei der Pharma-Lobby unbeliebt gemacht, weil einige teure Medikamente nicht mehr von den Kassen ersetzt wurden. Daraufhin geriet Sawicki ins Visier von Politikern wie Jens Spahn (CDU) oder Philipp Rösler (FDP), die eine Neuausrichtung des IQWiG zu Gunsten der Pharmaindustrie forderten. Zwei Wochen nach der Vereidigung des neuen Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler wurde eine  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, Sawickis Spesenquittungen zu untersuchen. Dabei kam zum Vorschein, dass Peter Sawicki Rasenmäher-Benzin dienstlich abgerechnet hatte. Die Vorwürfe wurden an die Medien weiter gereicht - und Rösler sprach daraufhin die Kündigung Sawickis aus, die im Sommer 2010 erfolgte. 
Peter Sawicki arbeitete daraufhin wieder als Hausarzt in Duisburg. Der Freund der Pharmaindustrie Philipp Rösler wechselte 2014 nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag auf Einladung von Klaus Schwab in den Vorstand des World Economic Forum und übersiedelte in die Schweiz. 
Bei Jens Spahn stellte sich heraus, dass er zum Zeitpunkt der Aktion gegen Sawicki ebenfalls als Pharma-Lobbyist tätig war. Erst 2010 verkaufte er seine Anteile an der Lobby-Agentur mit der Begründung „er habe den Eindruck eines möglichen Interessenkonfliktes vermeiden wollen.“ Der nunmehrige Ex-Lobbyist Spahn brachte es schließlich sogar noch zum deutschen Gesundheitsminister (2018-2021).

Von Analyse oder Aufarbeitung dieser skandalösen Zustände keine Spur. Die meisten Menschen erkennen nicht einmal das Problem



PS: Wenn Dir mein Blog interessant und wichtig erscheint, freue ich mich sehr über eine Spende, die meine Arbeit unterstützt.



Informationen zu Bert Ehgartners aktuellem Film "Unter die Haut" findet Ihr auf der Webseite zum Film. Wer an einem Interview, einem Vortrag oder einer Filmvorführung mit Bert Ehgartner interessiert ist, findet die Kontaktdaten auf seiner Homepage.

Freitag, 2. September 2022

Pharma-nahes Impfgremium macht Österreich zum Impf-Europameister

Während die internationalen Behörden im Schnellverfahren neue Covid-Impfstoffe zulassen, steigt die Skepsis bei den nationalen Impfgremien, wie sie damit umgehen sollen: gab es doch in der Geschichte des Impfwesens noch nie Impfstoffe, die schlechter wirksam und gleichzeitig so unsicher waren. Nur zwei Länder hängen weiter unverdrossen am Impftropf fest: Deutschland und Österreich. 

Der eifrige Impf-Promoter Herwig Kollaritsch 


Die Argumente der Gesundheits-Politik in Deutschland und Österreich gleichen sich in ihrer Absurdität immer mehr an. Erst vor einigen Tagen hatte Minister Karl Lauterbach der Bevölkerung erklärt, dass Geimpfte rascher erkranken und früher Symptome entwickeln als Ungeimpfte. Wenn Geimpfte rascher erkranken als Ungeimpfte, so würde man das normalerweise als Beleg dafür nehmen, dass die Impfung unwirksam und unnötig ist. Nicht jedoch Lauterbach. Er sieht diesen Aspekt positiv, weil "die Geimpften bleiben dann zu Hause noch bevor sie wirklich ansteckend sind." Die bösen Ungeimpften hingegen stecken schon rundum alle an, bevor sie überhaupt Symptome zeigen. "Das", so Lauterbach "ist einer der Gründe, warum die Impfungen die Pandemie begrenzen."

Der Mediziner Herwig Kollaritsch, Sprecher des österreichischen "Nationalen Impfgremiums" (NIG) zeigte sich in seiner Art der Argumentation kongenial mit dem deutschen Minister, als er am Mittwoch dieser Woche die neuen Impfempfehlungen bekannt gab. "Bei der Omicron-Variante ist der Impfschutz schwächer, was bedeutet, dass wir letztlich durch eine verstärkte Aufmerksamkeit bezüglich der Impfabstände dem gegensteuern müssen", erklärte Kollaritsch.  

Bisher hat die Impfempfehlung nur für Risikogruppen und für Menschen ab 60 Jahren gegolten. Nun jedoch ist die 4. Covid-Impfung bereits für alle ab 12 Jahren empfohlen. Und auch die Impfabstände werden verkürzt. Vier Monate genügen.

Die aktualisierte Impfempfehlung des NIG sei laut Kollaritsch „der Versuch, ein einfaches, einprägsames und für alle gültiges Impfschema“ zu schaffen. Deshalb solle sofort damit aufgehört werden, eine natürlich durchgemachte Infektion, wie sie auch der Großteil der Geimpften bereits hinter sich hat, mitzuzählen. "Denn das verwirrt nur."

Weil die Impfung schwächer wirkt, sollen also mehr Leute in kürzeren Abständen geimpft werden. Und während 5-jährige nach Ratschlag des NIG zunächst mal ihre Grundimmunisierung mit 3 Dosen absolvieren sollen, können 12-Jährige bereits zum 4. Stich antreten. 

Lauterbach wird nicht schlecht gestaunt haben, als er von den Empfehlungen der Nachbarn hörte. So etwas hätte nicht mal er sich getraut, zumal - angesichts der Harmlosikeit der natürlich durchgemachten Omicron Infektion und des hohen Risikos von schweren Nebenwirkungen - kaum ein Land die Impfung für Kinder und Jugendliche überhaupt noch allgemein empfiehlt. Mit dieser Taktik steht Österreich ebenso allein da, wie kürzlich mit der Einführung der nationalen Impfpflicht. 


50 Spritzen bis zum 18. Geburtstag

Österreichs Impfexperten haben sich auch in der Vor-Covid-Ära bereits dadurch ausgezeichnet, dass sie normalerweise jede Impfung empfehlen, die es gibt. Während Deutschland beispielsweise eine Meningokokken-Impfung empfiehlt, stehen im österreichischen Impfkalender gleich drei. Während die Influenza-Impfung ab 60 Jahren allgemein empfohlen ist, sollen sich österreichische Babys bereits ab 6 Monaten impfen lassen. Wer sich an diese Ratschläge hält kommt bei einem Kind bis zu dessen 18. Geburtstag immerhin auf 50 Spritzen. Damit ist Österreich Impf-Europameister.

Falls sich jemand daran hält. Im Gegensatz zur Impf-Euphorie der NIG-Experten, regiert in der Bevölkerung eine gesunde Skepsis. Während Schweden beispielsweise eine Rekordquote von rund 80 Prozent bei der saisonalen Influenza-Impfung erreicht, kam Österreich in den Vor-Corona-Jahren gerade mal auf 8 Prozent. Und das hatte auch seine Vorteile: Impf-Nebenwirkungen wie Narkolepsie, die 2009/10 im Zuge der Schweinegrippe-Pandemie in Skandinavien tausende Menschen betrafen, kamen in Österreich - so wie auch in Deutschland - gar nicht vor. Und wenn es doch vorgekommen ist, wäre es nicht aufgefallen, weil das Thema Impfstoff-Sicherheit mangels Impfregister und mangels Interesse so gut wie gar nicht existiert. 


Die STIKO: einen Skandal voraus

Dass die österreichischen NIG-Experten die deutschen Kollegen von der STIKO an Impfeifer überflügeln, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Deutschland bereits eine heftige mediale Debatte über die mögliche Bestechlichkeit der STIKO hinter sich hat. Über viele Jahre wurde dieses Gremium nämlich vom Mainzer Professor Heinz-Josef Schmitt geleitet, der keinerlei Probleme hatte, nebenher für die Industrie zu arbeiten. Nahezu jährlich kamen auf sein Betreiben neue Impfungen in den deutschen Kalender: Pneumokokken, Meningokokken, Windpocken und schließlich im Jahr 2007 - als erstes Land der EU - auch noch die HPV-Impfung, die mit einem Preis von 450 EUR pro Grundimmunisierung alle Grenzen sprengte. Schmitt hatte keinerlei Bedenken, vom Hersteller der Impfung noch mal rasch einen "Preis zur Förderung des Impfgedankens" anzunehmen, der mit einer Summe von 10.000 EUR dotiert war. "Das sind doch öffentliche Bestechungen", empörte sich damals Wolfgang Becker-Brüser der Herausgeber des "arznei-telegramm" und auch andere Journalisten übten heftige Kritik. Daraufhin dankte Schmitt als STIKO-Vorsitzender ab, gab auch gleich seinen Professoren-Job in Mainz auf und wechselte ganz zur Industrie, wo er bei Novartis und später bei Pfizer im Vorstand saß. 

Ex-STIKO-Chef Heinz-Josef Schmitt wechselte in den Vorstand von Pfizer

Pharma-nahe Impfexperten

Derartige öffentlichkeitswirksame Vorfälle gab es in Österreich nicht. Und so hat sich im Impfwesen eine Clique von recht pharmanahen Persönlichkeiten etabliert. Dies erkennt man auch an den aktuellen Aktivitäten: 

Am Mittwoch dieser Woche gab Herwig Kollaritsch die neuen Empfehlungen des NIG bekannt, am kommenden Dienstag erklärt er seine "Gedanken zu COVID-19 Impfschemata" in einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte. Im Rahmen dieser "Webinare" treten auch andere Kollegen aus dem Kreis des NIG auf. Karl Zwiauer, der ehemalige Leiter der St. Pöltner Kinderklinik, referiert z.B. zur Pneumokokkenimpfung, die Wiener Virologin Monika Redlberger-Fritz über das RS-Virus, zu dem Pfizer zufällig vergangene Woche eine Impfung zur Zulassung bei den US-Behörden angemeldet hat. 

Auch NIG-Mitglied Karl Zwiauer sieht seine Haupt-Aufgabe in der Impfwerbung 

Seit langem ist es üblich, dass die Fortbildung für Ärzte von der Pharmaindustrie bezahlt wird. So auch hier. Sponsoren der Veranstaltungen sind folgerichtig Impfstoff-Konzerne wie Pfizer, Merck, Janssen - oder, wie bei der Veranstaltung zu den aktuellen Covid-Impfstoffen, die französisch-österreichische Firma Valneva, deren Totimpfstoff gerade von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen worden ist.

Wissenschaftlicher Leiter dieser Fortbildung-Reihe ist Florian Thalhammer, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie an der Meduni Wien. Der Urologe ist nebenher auch Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (ÖGIT) und damit erklärt sich wohl auch seine Kompetenz in der Impfthematik. 

Im Rahmen der "Open Alm", dem Höhepunkt der im August abgehaltenen "PRAEVENIRE Gesundheitsgespräche" im Tiroler Alpbach erklärte Thalhammer (laut einem Artikel von apa/vienna.at): "Wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lässt, wird auf der Intensivstation enden und über die Pathologie nach Hause gehen. Das muss man, glaube ich, klar aussprechen." 

Wie Thalhammer - speziell in Zeiten von Omicron - zu einer derart absurden Ansicht kommt, die von keinerlei Evidenz gedeckt ist, erklärte er nicht.

Auch hier braucht man sich keine Sorgen machen, dass Thalhammer auf eigene Kosten nach Tirol fahren musste, um seine Weisheiten loszuwerden. Denn das so seriös klingende "PRAEVENIRE Gesundheitsforum" gehört zur "Peri-Gruppe" von Robert Riedl, der mit seinen zahlreichen Firmen und einer Heerschar angeheuerter Lobbyisten seit Jahrzehnten das Pharma-Marketing in Österreich dominiert. 


"Dann kann ich zusperren..."

Wie viele andere hat Herwig Kollaritsch seine Karriere weitgehend auf der Bewerbung von Impfungen aufgebaut. Pharmanähe ist seit langem eine Grund-Bedingung für akademisches Arbeiten. Dies erlebte ich ganz konkret bei der Recherche zu einem Profil Artikel vor mehr als 20 Jahren. 

Damals - kurz nach der Jahrtausendwende - gab es Schwierigkeiten mit dem neuen FSME-Impfstoff "TicoVac" gegen die von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Speziell Kinder und erstmals Geimpfte reagierten oftmals mit Fieberkrämpfen und hoher Temperatur. Deutschland sagte im Folgejahr sogar die "Zeckenimpfung" für Kinder ganz ab, "weil wir", so Johannes Löwer, der damalige Präsident des Paul Ehrlich Instituts, "damit die Impffreudigkeit der Bevölkerung gefährden würden."

Österreichs Behörden kannten hier weniger Bedenken und brachten - ohne eigene Zulassungsstudien - eine neue Version der FSME-Impfung auf den Markt, die gleich direkt an den Geimpften erprobt wurde. Herwig Kollaritsch hatte damals eine Studie zu TicoVac fertig gestellt, die vom Hersteller der FSME-Impfung, dem US-Konzern Baxter bezahlt worden war. Die Resultate zeigten, dass die Geimpften ein signifikant erhöhtes Fieber-Risiko hatten. Der Sponsor hatte kein Interesse an einer öffentlichen Diskussion dieser Problematik, und verweigerte die Publikation. Kollaritsch war darüber sehr verärgert und sagte im Gespräch mit mir unter anderem: "Baxter ist ein Monopolist, der macht was er will." 

Als ich ihm die Abschrift des aufgezeichneten Interviews schickte, verlangte Kollaritsch, dass dies gestrichen wird. Ich war nicht erfreut und fragte nach dem Grund - schließlich hatte er das wortwörtlich so gesagt. Daraufhin wurde er ganz aufgeregt und bettelte regelrecht: "Bitte - wenn Baxter seine Förderungen zurückzieht, kann ich mein Institut zusperren."

Nun, dies geschah nicht. Dafür wurde Baxter von Pfizer übernommen und Herwig Kollaritsch empfiehlt nach wie vor Impfstoffe. 


Dieser Artikel erschien in leicht veränderter Form als Kommentar auf tkp.at

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Informationen zu Bert Ehgartners aktuellem Film "Unter die Haut" findet Ihr auf der Webseite zum Film. Wer an einem Interview, einem Vortrag oder einer Filmvorführung mit Bert Ehgartner interessiert ist, findet die Kontaktdaten auf seiner Homepage.









Montag, 22. August 2022

Impfwerbung auf der Pharma-Alm

Solche Aussagen muss man sich erst mal machen trauen: Florian Thalhammer, der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten erklärte am Samstag im Rahmen der "Open Alm" dem Höhepunkt der "PRAEVENIRE Gesundheitsgespräche" im Tiroler Alpbach: 
"Wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lässt, wird auf der Intensivstation enden und über die Pathologie nach Hause gehen. Das muss man, glaube ich, klar aussprechen."

Und weiter: 

"Der 'vierte Stich' ist für alle Altersgruppen ab dem fünften Lebensjahr ganz klar empfohlen. Die Wirksamkeit ist mit 95 Prozent extrem hoch."

 

Die "Covid-Experten" in Alpbach (Foto: Gattinger)

Diese Aussagen entbehren jeglicher Evidenz und sind vollkommen unwissenschaftlich. Die dramatische Prophezeiung, alle ungeimpften würden an Covid-19 sterben, war schon immer falsch. Doch spätestens seitdem die Omicron-Variante vorherrscht, ist die Behauptung obendrein auch noch absurd und lächerlich. 

In einer in der aktuellen September-Ausgabe von "Lancet - Regional Health Europe" veröffentlichten Fall-Kontroll-Studie mit knapp 14.000 Covid-Infizierten war beispielsweise der Verlauf bei 99,1% der Betroffenen mild. Zweimal geimpfte hatten zudem ein höheres Infektionsrisiko als gar nicht geimpfte.

Für Thalhammers zitierte Aussage gibt es keinerlei realen Hintergrund. Es handelt sich demnach um grobe Falsch-Information. 

Auf seiner Webseite bewirbt Thalhammer seine Antibiotika-App
sowie seine Privat-Ordination in Wien-Döbling 

Falsche Impfempfehlungen

Ähnlich daneben ist Thalhammers Aussage, die 4. Impfung sei für "alle Altersgruppen ab 5 Jahren" ganz klar empfohlen. 

Sogar das ohnehin sehr pharma-nahe nationale Impfgremium empfiehlt die 4. Impfung erst ab einem Alter von 60 Jahren allgemein. In den aktuellen Impfempfehlungen vom 10. August 2022 heißt es:

"Eine Auffrischungsimpfung (4. Impfung) verbessert bei immunkompetenten Personen bei den derzeit zirkulierenden Virusvarianten nur eingeschränkt und kurzfristig die Schutzwirkung gegen eine SARS-CoV-2-Infektion, bzw. eine milde Form der COVID-19-Erkrankung. Eine Auffrischungsimpfung wird daher für gesunde, immunkompetente Personen in der Altersgruppe von 12 bis 59 Jahren derzeit nicht allgemein empfohlen".

Und für Kinder ab 5 Jahren schon gar nicht.

Wenn Thalhammer obendrein noch "eine Wirksamkeit von 95%" herbei-phantasiert wäre die Quelle für diese Aussage interessant. Und auch das Ablaufdatum dieser Wirksamkeit. Bislang lag die Haltbarkeit derartiger Angaben - falls sie überhaupt jemals real waren - bei wenigen Wochen.


Natürlich erworbene Immunität zählt nicht

Durchgemachte Covid-Infektionen, so Thalhammer, seien zwar "immunologische Ereignisse", dürften aber nicht so verstanden werden, dass sie eine Impfung ersetzen: "Hier sind die Empfehlungen glasklar, eine Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen."

Dass eine natürliche - über eine Infektion - erworbene Immunität einer Impf-Immunität weit überlegen ist, wird im Rahmen der Expertenrunde, zu der u.a. auch der Epidemiologe Gerald Gartlehner, Christa Wirthumer-Hoche (Leiterin der AGES-Medizinmarktaufsicht) und Andreas Huss (Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse) gehören, gar nicht erwähnt. Niemand aus der Runde widerspricht zudem den fachlich falschen Aussagen Thalhammers. Oder der/die zuständige RedakteurIn hat es nicht für nötig befunden, das im Bericht zu erwähnen.

Im Schluss-Absatz des (redaktionell bearbeiteten) Berichts der Austria Presse Agentur (APA)  kommt dann auch die redaktionelle Haltung des Mediums (vienna.at) klar durch. Denn hier wird nicht mehr zitiert, sondern beklagt, dass es speziell bei Jugendlichen noch einen erheblichen Aufholbedarf bei der Impfung gäbe, seien doch "in der Zielgruppe der Zwölf- bis 14-Jährigen weniger als 30 Prozent geimpft".

Keine Rede vom hohen Nebenwirkungs-Risiko der Impfung (z.B. Herzmuskelentzündung) speziell für diese Altersgruppe, das in keinem Verhältnis zum (minimalen) Risiko der Infektion steht. Keine Rede davon, dass z.B. die dänischen Behörden gar keine Impfung mehr für Personen im Alter unter 18 Jahren anbieten.

Und keine Rede von den finanziellen Interessenskonflikten der Veranstalter. Denn das wohl klingende "PRAEVENIRE Gesundheitsforum" gehört zur "Peri-Gruppe" von Robert Riedl, der mit seinen zahlreichen Firmen und einer Heerschar angeheuerter Lobbyisten seit Jahrzehnten das Pharma-Marketing in Österreich dominiert. 


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Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
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Freitag, 13. Juli 2018

Niedrige Blutdruck-Grenzwerte bringen Senioren in Gefahr

Im Vorjahr beschloss die einflussreiche US-amerikanische Herzgesellschaft sowie die Kardiologen-Vereinigung die Einführung neuer Leitlinien für die Behandlung von Bluthochdruck. Sie sind derzeit noch nicht allgemein gültig, doch es gibt eine starke Lobby, die auch in Europa für eine straffere Behandlung eintritt. Kein Wunder, denn das würde Abermillionen von neuen Patienten schaffen, wie eine aktuelle Studie des British Medical Journal nun offen legt. Ob diese Maßnahme die Herzgesundheit erhöht, wie die US-Experten erklären, ist zweifelhaft. Speziell auch unter dem Eindruck einer kürzlich veröffentlichten Studie, die bei alten Menschen sogar ein höheres Sterberisiko feststellte, wenn der Blutdruck zu sehr gesenkt wird.

Bluthochdruck erfüllt auch einen biologischen Zweck (Foto: pixabay.com)

"Bluthochdruck ist eine der hauptsächlichen Ursachen für Schlaganfall und Herzinfarkt." So steht es in zahlreichen Medizinlexika und -journalen. Ich habe diese Ansicht nie verstanden, denn der Bluthochdruck ist ja keine Infektionskrankheit, mit der man sich anstecken kann. 
Wodurch entsteht denn Bluthochdruck? Wohl aus der Absicht des Organismus, auch noch die entlegensten Gliedmaßen mit Blut - und damit mit Nahrung und Sauerstoff zu versorgen. Und wenn das Kreislaufsystem mit verengten Gefäßen, etc. Probleme macht, dann wird eben der Druck erhöht. 

Wenn in diese vom Organismus selbst gewählte Balance von außen mit Hilfe von Medikamenten eingegriffen wird, so hat das nicht automatisch nur Vorteile. Zwar wird Druck aus dem System genommen und damit das Risiko gesenkt, dass Gefäße platzen oder ähnliche Überlastungsreaktionen passieren. Andererseits wird aber das grundlegende Problem nicht gelöst - die Engstellen werden nicht beseitigt. Und neben den sonstigen Nebenwirkungen der Medikamente besteht auch noch das Risiko, dass es zur Unterversorgung der Organe und Gliedmaßen kommt.
Das zeigen auch die Symptome vieler Menschen, die erstmals Blutdruck-Medikamente einnehmen: Sie werden leichter müde, haben weniger Energie, erleiden insgesamt einen Einschnitt in die Lebensqualität. Es gilt also die Vor- und Nachteile sorgsam abzuwägen. 


Vorteile von hohem Blutdruck

Neue Argumente für diese Debatte liefert eine gut gemachte Studie von Wissenschaftlern aus der Schweiz und den Niederlanden, die im Mai erschienen ist. Sie werteten dafür Daten eines Projektes der medizinischen Universität Leiden aus, das organisiert wurde um die Gesundheit der sehr alten Menschen zu untersuchen. Zur Teilnahme wurden alle Menschen der Stadt Leiden eingeladen, die das Alter von 85 Jahren erreichten. 570 Senioren gaben ihr Einverständnis und machten mit. Beinahe die Hälfte der alten Menschen bekam Medikamente gegen hohen Blutdruck.

Im Lauf der nächsten fünf Jahre starben 46% der Teilnehmer. Und die Auswertung birgt einige Überraschungen. Denn unter jenen, die Medikamente bekamen, hatten Personen mit einem systolischen Druck über 170 mmHg das geringste Sterberisiko. Mit jedem Abfall von 10 mmHg am Blutdruck-Messgerät nahm ihr Sterberisiko jedoch um 29% zu. 
Auch bei jenen, die keine Blutdruck-Medikamente bekamen, hatten Personen mit hohen Werten einen tendenziellen Vorteil gegenüber der Gruppe mit niedrigen Werten. Doch dies blieb knapp unter der Grenze zur Signifikanz.

Medikamente fördern das Demenzrisiko (Foto: pixabay.com)


Geistiger Abbau

Dramatisch waren auch die Auswirkungen der Medikamente auf die kognitiven Fähigkeiten. Zu Studienbeginn waren die Gruppen noch ausgewogen. Im zeitlichen Verlauf zeigten die Patienten mit den niedrigsten Blutdruckwerten den stärksten geistigen Abbau. Ein deutlicher Zusammenhang bestand hier auch mit körperlicher Gebrechlichkeit. Sie wurde mit einem Gerät zur Messung der Stärke des Händedrucks eingeschätzt. Bei Personen ohne Blutdruck-Medikamente ergab sich weder ein messbarer Unterschied zwischen hohem und niedrigem Blutdruck noch mit der Körperkraft. 

Dass niedriger Blutdruck ein relevantes Risiko für sehr alte Menschen bedeutet, haben bereits einige andere Studien zuvor gezeigt. Doch der Zusammenhang mit Blutdruck-Medikamenten ist eine neue Entdeckung. Die Studienautoren empfehlen deshalb der Ärzteschaft, bei Patienten im Alter ab 80 Jahren achtsam zu sein - und speziell bei geringer Übersteigung der Grenzwerte nicht automatisch Medikamente zu verschreiben. 


Verdoppelung der Patientenzahl

Genau hier würden aber die neuen Leitlinien ansetzen, die von den US-Ärztegesellschaften erstellt wurden. Bisher ist Bluthochdruck ab einem durchschnittlichen systolischen Wert von 140 mmHg sowie einem diastolischen Wert ab 90 mmHg diagnostiziert worden. Die Definition soll nach den neuen Leitlinien nun auf Werte ab 130/80 mmHg erweitert werden.

Die Autoren der Studie im aktuellen BMJ errechneten, dass diese Vorgaben die Zahl der Patienten im Alter von 45 bis 75 Jahren um mehr als 50 Prozent erhöhen würde. Außerdem würde ein relevanter Teil der bisher bereits behandelten Patienten eine Intensivierung der Therapie erhalten. "Für diese Empfehlungen gibt es keine solide wissenschaftliche Basis", kritisieren die Autoren - ein Team von Experten aus den USA und China. 
Und ich ergänze noch - auch im Sinne der Schweiz-Holländischen Wissenschaftler - dass es höchste Zeit wäre, die bestehenden Richtlinien einer strengen Prüfung zu unterziehen. Denn dass Blutdruck-Medikamente das Demenz- und Sterberisiko der Patienten erhöhen, ist wohl das Gegenteil einer sinnvollen Therapie. 


Montag, 14. November 2016

Impfen: "Besser erst nach dem ersten Lebensjahr"

Der Bürger- und Patientenverband "Gesundheit aktiv" lud in Hamburg zu einem gemeinsamen Vortrag von drei Münchner Kinderärzten zum Pro und Contra der gängigsten Impfungen im Kindesalter. "Impfungen sind hinsichtlich ihrer Sicherheit die am schlechtesten untersuchten Arzneimittel", lautete eine der für viele Zuseher überraschenden Warnungen der Impfexperten.


Steffen Rabe, Martin Hirte und Georg Soldner: "Dogmen haben beim Impfen keinen Platz"

Wogegen soll ich mein Kind impfen? Und wann? Das sind Fragen, mit denen alle frischgebackenen Eltern konfrontiert sind. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (StIKo), schon nach acht Lebenswochen mit einer Sechsfachimpfung zu beginnen, die dann dreimal wiederholt werden muss. Darin enthalten sind Wirkstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenza B (HiB), Hepatitis B. Meist wird dazu noch die Impfung gegen Pneumokokken gleichzeitig verabreicht. „Mit allem kann man bis nach dem ersten Lebensjahr warten, um dem empfindlichen Immunsystem des Kindes die Gelegenheit zu geben, sich zu stabilisieren“, sagt Georg Soldner. Frühes Impfen, das haben Studien gezeigt, fördert Allergien, das als Wirkungsverstärker zugesetzte Aluminium ist toxisch für das Immun- und Nervensystem. Nach dem ersten Lebensjahr ist das Immunsystem des Kindes nicht mehr so störbar. Impfungen werden dann besser vertragen, ohne dass die Immunantwort leidet.


Deutlich mehr Asthma bei nach Plan geimpften Kindern

Es gebe nirgendwo eine vergleichende Studie, die zeigen würde, dass Kinder gesünder groß werden, wenn sie sehr früh gegen sieben Krankheiten immunisiert werden, betonte Soldner. Wohl aber gebe es Hinweise, die nachdenklich machen: So erkrankten beispielsweise in einer norddeutschen Kinderarztpraxis von dreijährigen Kindern, die nach StIKo geimpft wurden, 8,5 Prozent an Asthma. Wurden die Kinder vorwiegend nach dem 1. Lebensjahr geimpft, waren es nur noch 2 Prozent, von den bis dahin Ungeimpften waren es nur 0,5 Prozent. Auch in Entwicklungsländern verbesserten die typischen Impfstoffe für das 1. Lebensjahr das Gesamtüberleben nicht. Demgegenüber hat die Masernimpfung in Ländern mit Armut und Unterernährung sehr deutlich zur Senkung der Kindersterblichkeit beigetragen. Aber auch diese Impfung wirkt zuverlässiger, wenn sie erst mit 18 Monaten verabreicht wird.


Die Risiken von Impfstoffen werden nicht erforscht

Alle drei Kinderärzte empfehlen, dass die Eltern selbst entscheiden sollten, wann und wogegen sie impfen. Viele Impfstoffe gibt es auch als Einzel-Impfung, so dass ein gezieltes Vorgehen möglich ist. „Dogmen haben beim Impfen keinen Platz“, sagte Dr. Martin Hirte. „Es gibt nicht nur ja oder nein, jedes Elternpaar muss selbst überlegen und entscheiden.“ Dies umso mehr, als sich die Empfehlungen ausschließlich auf Studien der Impfstoff-Hersteller stützen. „Es gibt keine unabhängige Impfstoff-Forschung – Impfungen sind hinsichtlich ihrer Sicherheit die am schlechtesten untersuchten Arzneimittel, die Risiken werden noch nicht einmal halbherzig erforscht. Es wird auch nicht gegen Placebo getestet, sondern immer nur ein neuer Impfstoff gegen einen alten, das würde man bei keinem Medikament durchgehen lassen.“ Welche Seren angeboten und welche Studien aufgelegt werden, entscheiden allein die Pharma-Konzerne.

Dies erscheint umso bedenklicher, als kaum ein anderes europäisches Land so früh so viele Impfungen empfiehlt wie die StIKo. „In den 19 Ländern Westeuropas gleicht keine Impfstrategie der anderen“, sagte Dr. Steffen Rabe. „90 Prozent der europäischen Kinder sind nicht nach den StIKo-Empfehlungen geimpft, es gibt beim Impfen – anders als bei vielen anderen medizinischen Verfahren – keinen internationalen Standard.“

Dieser Text ist eine leicht bearbeitete Presseaussendung des Veranstalters. Ich bin den drei Münchner Ärzten freundschaftlich verbunden und teile viele Ihrer Ansichten. Was auf der Veranstaltung in Hamburg gesagt wurde, weicht zwar vom medizinischen Mainstream ab, ist aber fachlich deutlich besser fundiert als der Großteil der Aussendungen von STIKO oder Paul Ehrlich Institut, die in vielen Bereichen bloß die Sichtweise der Impfstoff-Hersteller weiter geben. 
Bert Ehgartner

Info zur Veranstaltung: Mehr als 450 Eltern und Interessierte kamen am 11. November 2016 in Hamburg im Gebäude der Patriotischen Gesellschaft zusammen, um sich von drei erfahrenen Kinderärzten über Pro und Contra des Impfens informieren zu lassen. Dr. Martin Hirte, Dr. Steffen Rabe und Georg Soldner (alle aus München) plädieren seit vielen Jahren für eine individuelle, auf die Situation der Familie abgestimmte Impfentscheidung. Die Veranstaltung wurde organisiert von dem Bürger- und Patientenverband GESUNDHEIT AKTIV e. V., Berlin, in Kooperation mit der Victor Thylmann Gesellschaft, Hamburg.  (Fotos: Markus Köller, Die Lounge)



Dienstag, 9. Februar 2016

1. Auflage der Hygienefalle ausverkauft :)

Ausnahmsweise möchte ich hier mal einen Beitrag bringen, der nicht von mir ist, sondern von einer deutschen Heilpraktikerin. Sie begleitet schon seit vielen Jahren kritisch meine Arbeit, schreibt mir immer wieder mal Mails und weist mich auf Studien oder interessante Literatur hin.
Diesmal schickte sie eine Rezension der "Hygienefalle". Ich übernehme diese Buchkritik ohne Änderungen. Zum einen, weil ich damit einen Ansporn geben möchte, über das Buch öffentlich zu diskutieren. Zum anderen, weil die Rezension auf mein Buch neugierig macht. Und das ist nicht schlecht. Denn nachdem die 1. Auflage erfreulich schnell ausverkauft war sind beim Verlag Ennsthaler nun gerade die druckfrischen Exemplare der 2. Auflage eingelangt.  

Verleger Christoph Ennsthaler steckt hinter der Hygienefalle

Wer weiß schon, dass wir in unserem eigenen Körper in der Minderzahl sind, dass Bauernkinder nur die Hälfte des Allergierisikos der sonstigen Bevölkerung tragen, dass Darmparasiten das Immunsystem beruhigen und vor Allergien und Diabetes I schützen, dass Helikobakter Pylori, jener Magenkeim, der von der Schulmedizin gleich mit drei Sorten Antibiotika ausgerottet wird, vor Refluxerkrankungen und Speiseröhrenkrebs schützt?
In seinem neuen Buch stellt der investigative Medizinjournalist Bert Ehgartner wiederum eine Fülle an verblüffenden Fakten zu brennend aktuellen Gesundheitsthemen ebenso fundiert wie gut verständlich dar. Die Mikrobenzellen und ihre Gene, die wir auf und in uns tragen, übersteigen die Zahl unserer eigenen Körperzellen und Gene um ein Vielfaches und spielen jede Sekunde in der wundervollen Lebens-Symphonie unseres Organismus' mit. Wir sind, wie Ehgartner schreibt, "ein Superorganismus mit Myriaden Synergien".
Es ist höchste Zeit, diese Erkenntnis in unser Wissen von Biologie und Heilkunde zu integrieren und die Paradigmen einer Medizin, die vor 150 Jahren den Mikroben den Kampf angesagt hat und die Balance unseres Mikrobioms mit immer massiveren medikamentösen Eingriffen zerstört, zu hinterfragen und zu korrigieren. Ehgartners Buch liefert hierfür ein umfassendes, faktenreiches Kompendium, das die Dringlichkeit, mit der wir umdenken müssen, ebenso klar herausstellt wie die Richtung, in die eine Medizin und Gesundheitsvorsorge für das 21. Jahrhundert gehen muss.

Unsere Entwicklung beruht wie die Entwicklung aller höheren Arten auf der Integration zahlloser Mikroorganismen: unsere Zellkraftwerke, die Mitochondrien, sind "Fremdarbeiter", Mikroben, die einst in unsere Zellen einwanderten und sie seitdem zuverlässig mit Sauerstoff versorgen, das Bakteriom in unserem Darm sorgt für unsere Ernährung und sogar für gute Stimmung, andere Mikroorganismen helfen bei der Eichung und Regulierung unseres Immunsystems. Das vielfach und eindrucksvoll belegte Fazit Ehgartners lautet: "wenn es unseren Bakterien gut geht, geht es auch uns gut".
In diametralem Gegensatz dazu stand die Annahme Louis Pasteurs' und Robert Kochs, dass in einem gesunden Körper keine Bakterien nachgewiesen werden können. Ehgartners Exkurs in die jüngere Medizingeschichte ist brennend aktuell, denn es fragt sich, warum die Schulmedizin aus den Irrtümern der Mikrobenjäger aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bislang keine Konsequenzen gezogen hat: längst wissen wir, dass ein steriler menschlicher Organismus, der Koch noch als Ideal der Gesundheit galt, nicht lebensfähig wäre, dennoch sind viele medizinische Maßnahmen, die tief in den Organismus eingreifen, wie der flächendeckende Einsatz von Impfungen oder Antibiotika, weiterhin diesen obsoleten Paradigmen verpflichtet. Dass der Münchner Arzt von Pettenkofer und sein Assistent zwei Cholera-Kulturen vor Publikum austranken ohne nennenswert zu erkranken, dass Pettenkofer allein durch die Einführung einer zentralen Wasser- und Abfallversorgung die Stadt München von ihrem letzten Cholera-Ausbruch befreite, ganz ohne Quarantäne und Desinfektionsmaßnahmen - all diese Fakten sind bis heute in der Medizin kaum diskutiert, geschweige denn in eine umfassende Theorie der Krankheitsentstehung und -behandlung integriert worden.

Während der ganzheitliche Ansatz von Pettenkofers und anderer Ärzte, die Krankheit als Dysbalance des gesamten Organismus' ansahen, in der Schulmedizin verdrängt wurde (und bestenfalls bei naturheilkundlichen Ärzten oder Umweltmedizinern ein Nischendasein fristet), trat der medizinische Krieg gegen die Mikroben, flankiert von der aufstrebenden chemischen Industrie, seinen Siegeszug um die Welt an. Die unheilvolle Verquickung von Medizin und chemischer Industrie, die Ehgartner nachzeichnet, muss angeschaut und endlich auf ihre Angemessenheit hin überprüft werden. Die pharmazeutische Industrie macht weltweit Milliardenumsätze und ist seit 1998 zur mit Abstand größten Sponsorin der beiden großen politischen Parteien der USA aufgestiegen. Von dort übt sie massiven Einfluss auf die medizinische Forschung und Gesundheitspolitik nicht nur der westlichen Welt aus.

Neben den für eine freie medizinische Wissenschaft und Forschung verheerenden Verflechtungen mit der Pharmaindustrie beleuchtet Ehgartner auch die dunklen Seiten der Medizingeschichte, die nichts an Aktualität eingebüßt haben. Etwa jene des Gynäkologen Ignaz Semmelweis, dessen lebensrettende Erkenntnisse seine Standeskollegen vehement zurückwiesen - und so noch weitere 50 Jahre den Tod aus der Pathologie auf die Wöchnerinnenstationen trugen.
Bis heute wird die reflexhafte Abwehr neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse als "Semmelweis-Reflex" bezeichnet, und bis heute ist die Schulmedizin keineswegs frei von solch unwissenschaftlichem Verhalten, was Ehgartner u.a. anhand der Autismus-Kontroverse zeigt - der Diskussion um die Frage, ob Impfungen ursächlich an der Entstehung von Autismus beteiligt sein könnten -, ein Kapitel, das sich wie ein Krimi liest und das ich besonders allen Eltern von Kleinkindern ans Herz legen möchte. Zur Frage, warum es zum Thema Impfungen keine kritischen Studien gibt, zitiert Ehgartner den langjährigen Präsidenten der World Autism Organisation mit den Worten: "weil die Leute Angst haben, was sie finden könnten."

Wir dürfen der Angst vor dem, was wir finden könnten, nicht das Feld überlassen. Die Zahl der Autismus-Erkrankungen und vieler anderer Entwicklungsstörungen steigt massiv an, ebenso wie die Zahl der Autoimmunerkrankungen, für die ebenfalls der Verdacht besteht, dass sie durch die grobe diffuse Alarmierung des Immunsystems, die jede Impfung bedeutet, getriggert werden. Wir müssen uns der Angst stellen, der Angst vor der schmerzhaften Erkenntnis von falschen Entwicklungen im Medizinbetrieb, der Angst, vielleicht selbst - als Patienten, Eltern, Ärzte - Fehlentscheidungen im besten Glauben getroffen zu haben, und ebenso der Angst vor unseren mikrobiellen Symbionten, die uns viel häufiger nützen und viel seltener schaden, als uns Pharmaindustrie und Wissenschaft Glauben machen wollen. Angst ist kein guter Ratgeber. Es gibt weitaus bessere: unseren gesunden Menschenverstand, mit dem wir behauptetes von begründetem Wissen unterscheiden können, unsere Wahrnehmung, die uns Auskunft über erwünschte und unerwünschte Wirkungen von Medikamenten gibt, und nicht zuletzt eine wachsende Anzahl an wertvollen kritischen Informationen, wie sie Ehgartner hier präsentiert.
Neben Impfungen und antibiotischen Medikamenten unterzieht Ehgartner auch das HI-Virus und die Krebstherapie seinen unbestechlichen Recherchen - und zeigt das oft erschütternd brüchige Fundament von Theorien und Behandlungen auf, die im Wissenschaftsbetrieb geradezu als sakrosankt gelten - einem Wissenschaftsbetrieb, den der renommierte Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann an anderer Stelle als "Projekt der Gegenaufklärung" bezeichnet.

Wir müssen uns auf das Kantische "sapere aude" rückbesinnen, wir müssen unsere Vernunft befragen und scheinbar gesichertes Wissen mit dem Mut zur Wahrheit überprüfen - und die Verantwortung für unsere Gesundheit und die unserer Kinder wieder in unsere Hände nehmen - von der natürlichen Geburt, die den Säugling mit dem guten Mikrobiom der Mutter versorgt bis zu einem Umgang mit Krankheiten, der unserem mächtigen Schutzengel Immunsystem zuarbeitet, anstatt ihn mit chemischen Großangriffen außer Kraft zu setzen. Ehgartners Buch ist ein großes, mutiges Werk im besten aufklärerischen Sinn.

Die Autorin möchte gerne anonym bleiben. Ihre Buchkritik erschien bei Amazon unter dem Nick "anna logo". 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Zika-Zaka Hoi Hoi Hoi

In Brasilien werden "tausende Fälle" von zu kleinen Gehirnen bei Babys auf die Infektion mit den Zika Viren zurückgeführt. Die WHO ruft einen globalen Notstand aus. Und Texanische Behörden "weisen nach", dass das Zika Virus per Sex übertragen wird. Damit hätten wir wieder einmal alle Zutaten für ein paar Wochen Experten- und Mediengewitter.

Aedes aegypti - Mosquitos verbreiten die Viren (Foto: sciencemag.org)
Tatsächlich ist es bisher noch pure Spekulation ob die Mikrozephalien tatsächlich vom Zika-Virus verursacht werden. Dass bei einigen Frauen mit betroffenen Kindern die Viren nachgewiesen wurden, hat weder Beweis- noch sonderliche Aussagekraft.
Allein wenn im Zuge einer großen Fahndungsaktion auf bestimmte Viren untersucht wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Verbreitung der Viren überschätzt wird (verglichen z.B. mit einer historischen Arbeit, wo diese Viren in einem anderen Kontext erfasst wurden) rasant an. Speziell für Viren gilt: Wer suchet, der findet.
Zika Viren sind weit verbreitet und galten bisher als vergleichsweise harmlos. Komplikationen, wie sie derzeit in Brasilien beobachtet wurden, sind ein neuartiges Phänomen. Warum die Viren gerade in Brasilien plötzlich solche massiven Behinderungen auslösen sollten, ist vollkommen unlogisch. 
Unklar ist auch die wirkliche Dimension des Ausbruchs. Der deutsche Mikrobiologe Alexander S. Kekulé bezeichnet die Angaben der WHO als "Märchen" und als massive Täuschung der Öffentlichkeit.
Mit der sofortigen Festlegung auf die Viren als Auslöser werden zudem andere mögliche Ursachen für die Fehlbildungen von vorn herein ausgeklammert. Beispielsweise die Auswirkungen eines großen Freisetzungsversuches mit gentechnisch veränderten Mosquitos genau jener Art (Aedes aegypti) welche auch die Zika Viren übertragen.
Und alles läuft wieder in Richtung von Millionen-Aufträgen für die Impfstoff- und Medikamentenentwicklung. Gesichert ist hier nur eines: Dass davon die beauftragten westlichen Unternehmen und Experten profitieren werden. In den Ghettos Brasiliens wird inzwischen – noch massiver als bisher – Gift gesprüht.

Alarmismus statt seriöse Information
Bei internationalen Organisationen und auch den Outbreak-Experten ist der Fokus seit langem auf Alarmismus gerichtet. Über weltweiten Alarm kommen die Fördergelder, die Aufmerksamkeit, sowie die selbst empfundene Bedeutung.
Bei der WHO hat sich dieser Wandel vor ca. 20 Jahren zugetragen. Damals gab es jedes Jahr Probleme damit, dass die WHO überhaupt ihre Mitarbeiter bezahlen konnte. Ständig blieben die Mitgliedsstaaten ihre Beiträge schuldig - oder zahlten säumig (speziell die USA, die den Großteil des WHO-Budgets berappte, aber auch immer vehementer bestimmte Forderungen damit verknüpfte - z.B. eine engere Kooperation mit der Pharmaindustrie).
Schließlich ergab sich eine vollständige Neu-Ausrichtung der WHO. Mit dem Einwerben von privaten Geldern aus der Wirtschaft - die heute bereits deutlich über 50% des Budgets ausmachen. Und natürlich mit der Umdefinition ihrer Agenda: Weg von der ständig mahnenden, bedeutungsschweren Organisation, die sich für die Bekämpfung von Hunger, Durst und Analphabetismus, sowie den Aufbau einer vernünftigen Infrastruktur einsetzte – hin zu einer Behörde, die sich als schicke Viren- und Seuchenbekämpfer verstehen. Wo konsequenter Alarmismus die faden konstruktiven Predigten ablöste.
Die WHO fährt mit dieser Taktik gut. Sie wird weltweit gehört - und gefördert. Ihre Budgets wuchsen in den letzten 20 Jahren rapide an. Sie hat auch etwas zu vergeben, versorgt einen ganzen Ferkelhaufen von Experten, die gefüttert werden wollen. - Und natürlich dann auch wissen, was sie ihren Ernährern schuldig sind.
Im Prinzip geht es gar nicht darum, durch seriöse Arbeit die wirklichen Ursachen der schlimmen Behinderungen aufzuklären. Es geht nicht darum, die tatsächliche Gefährlichkeit des Zika-Virus objektiv abzuschätzen. Sondern es geht darum, eine neue Virensau durchs Weltdorf zu treiben und damit Imagepflege zu machen, in Erinnerung zu rufen, dass die mutigen Virenjäger allezeit wachsam sind - aber die Stange Geld, die sie kosten, jederzeit wert.