Posts mit dem Label Hepatitis B werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hepatitis B werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 17. September 2026

Peter Aabys neuer Blick auf Impfungen irritiert WHO und Impflobbys

Die Festival Tour ist vorbei. Mein neuer Film 'LEBENDIG ODER TOT - DAS IMPF PARADOX' ist dabei mehrfach ausgezeichnet worden. Nun ist der Film endlich offiziell erhältlich und kann im Webshop meiner Homepage als Download erworben werden. Der Film beschreibt die spannende Geschichte des dänischen Wissenschaftlers Peter Aaby, der durch seine Forschung eine vollständig neue Sichtweise auf Impfungen ermöglichte. Das führte unter anderem dazu, dass in den USA kürzlich die allgemein empfohlenen Baby-Impfungen um ein Drittel reduziert wurden. Doch der Gegenwind ist enorm. 


"Soll ich zur Presse gehen und verkünden, dass die WHO Kinder tötet?" (Fotos: Bert Ehgartner)


Der Film zeigt eine spannende Zeitreise, die in den 70er Jahren mit dem Auftrag beginnt, die Gründe für die hohe Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern zu erforschen - und die bis in die Gegenwart reicht - von den Herausforderungen der Covid-Pandemie bis zu einem intensiv ausgetragenen Streit mit WHO und Impflobbys der Peter Aabys Lebenswerk zu zerstören droht. 

Das Impfwesen war lange Zeit nur eines von vielen Themen, die von Peter und seinem Team untersucht wurden. Denn interessant war für den studierten Anthropologen alles, was zur Kindergesundheit beitragen konnte. Die Ernährung, die Wohnverhältnisse, das soziale Milieu der Eltern - ja sogar deren Religions-Zugehörigkeit wurde als möglicher Einflussfaktor untersucht. Guinea Bissau - gelegen an der Küste Westafrikas - gehört bis heute zu den ärmsten Ländern der Welt mit einer enormen Kindersterblichkeit. 

Das Bandim Health Projekt beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter


Das Bandim Health Projekt ist ein Gesundheits-Überwachungssystem. Das heißt, dass alle teilnehmenden Haushalte in  regelmäßigen Abständen besucht werden - immer mit dem Fokus auf schwangere Frauen und deren Kinder. Die Anthropologie pflegt sozusagen den Adlerblick auf menschliche Kulturen und Gesellschaften. Das ist ein deutlich anderer wissenschaftlicher Zugang als der eines Mediziners, der doch stark auf Symptome, Leitlinien und Lehrbuch-Wissen fokussiert. Diesen eher ganzheitlichen Ansatz übertrug Aaby auch auf das Impfwesen. Ihn interessiert nicht so sehr die spezifische Wirkung einer Impfung (ob z.B. eine Diphtherie-Impfung vor Diphtherie schützt), sondern die Frage, ob die Kinder beim nächsten persönlichen Besuch gesund sind und noch leben. 

Wie wirken sich Impfungen gesamtheitlich auf die Gesundheit der Kinder aus?


Diese Frage machte einen enormen Unterschied aus. Denn darauf war im westlichen Medizinbetrieb erstaunlicherweise noch niemand gekommen. Da ging es oft um Antikörperspiegel als Bestätigung des Impferfolges, oder um Vergleichswerte mit Kontrollgruppen, wo neue Wirkstoffe gegen ältere getestet wurden. Aber konkret nachzusehen, wie es den geimpften Kindern geht, wie sich die Impfung auf die allgemeine Gesundheit und das Überleben auswirkt, das war ein völlig neuer Ansatz. 

Und hier ergab sich gleich ein ordentlicher Paukenschlag. Denn es zeigte sich, dass Kinder, die gegen Masern geimpft waren (oder auch solche, die Masern unkompliziert durchgemacht haben) in den Monaten danach einen signifikanten Überlebensvorteil hatten. Diese Kinder waren nach der besonders gefährlichen Regenzeit, wo das ganze Wohngebiet im Schlamm versinkt und die gefürchteten Tropenkrankheiten Malaria, Durchfall und Lungenentzündungen umgehen, mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit noch am Leben, als Kinder, die noch nie mit Masernviren Kontakt hatten.

Straßenszene in Bissau, wo ein Drittel der Haushalte am Forschungsprojekt teilnehmen

"Und das lag nicht allein am Schutz vor Masern", erklärt Peter. "Wir haben diesen Effekt auch in Jahren gesehen, wo überhaupt keine Masernwellen durchgezogen sind. - Der Kontakt mit den Impfviren bietet dem Immunsystem offenbar einen Lerneffekt, der die Kinder dann auch gegen andere Infekte schützt."

Die Masernimpfung enthält abgeschwächte aber lebende Viren. Bald zeigte sich, dass auch andere Lebendimpfungen ähnliche Effekte hatten. Zum Beispiel die BCG-Impfung gegen Tuberkulose, die lebende Bakterien enthält oder auch die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung, mit abgeschwächten Polioviren. 
Diese Resultate kamen bei der WHO und in der wissenschaftlichen Community gut an. Sie machten Peter und sein Projekt rasch bekannt. Die von ihm so benannten "unspezifischen Auswirkungen von Impfungen"  wurden in die großen "Meilensteine des Impfwesens" aufgenommen. 

Mit der Begeisterung war es allerdings rasch zu Ende, als Peter zur Jahrtausendwende Studien veröffentlichte, die den gegenteiligen Effekt bei inaktivierten Impfstoffen mit toten Erregern fand. Etwa bei der weit verbreiteten Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Hier waren die geimpften Babys ein doppelt so hohes Risiko, dass sie nach der Regenzeit nicht mehr am Leben waren. Und das betraf besonders die Mädchen. 

Vom Liebkind zum Störenfried 


Seit 25 Jahren sind diese Effekte mittlerweile bekannt. Und sie wurden in vielen Studien unabhängig bestätigt. Auch von Wissenschaftlern in anderen Ländern. Die Resultate zeigen, dass die beiden großen Gruppen - Lebend- und Totimpfungen - diametral unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder, insbesondere der Mädchen haben. 
Und das gilt auch für die westlichen Ländern. Zwar ist das Sterberisiko hier geringer, aber wenn man Fälle von Kindern vergleicht, die wegen Lungenentzündung im Krankenhaus liegen, so zeigte sich auch hier, dass eine vorangegangene Totimpfung das Risiko einer Krankenhaus-Einweisung – im Vergleich zu einer Lebendimpfung – massiv erhöht. 

Neue Leiterin des Bandim Health Projekts ist die dänische Medizinerin Christine Benn


Beliebt machen sich Peter Aaby und die Medizinerin Christine Stabell Benn, die seit einigen Jahren das Bandim Health Projekt leitet, mit solchen Publikationen nicht. Der Film bietet einen guten Einblick in die Taktiken der WHO, unterschiedliche wissenschaftliche Ansichten zu managen. Dazu zählte es zum Beispiel auch, alle unsere Anfragen um Interviews und eine offizielle Stellungnahme der WHO zu ignorieren. Stattdessen werden staatliche Förderungen für das Bandim Health Projekt gestrichen - trotz erstklassiger Resultate auf eine kurz davor durchgeführte wissenschaftliche Evaluierung. 

Beigetragen zum Unmut der WHO und der diversen Impf-Lobbys hat sicherlich die Aufmerksamkeit, die ihre Resultate beim neuen Gesundheitsminister der USA Robert F. Kennedy gefunden haben. Dieser strich beispielsweise eine Millionenförderung an die Gates Foundation mit dem Hinweis auf Studien des Bandim Health Projekts. Auch bei der Reduktion des übervollen Kinder Impfkalenders bezogen sich die US-Behörden auf das dänische Vorbild. Kennedy vergab zudem eine Millionenförderung für eine neue Studie zur Sinnhaftigkeit der Hepatitis B Impfung am ersten Lebenstag an Christine Benn, die das als Studienleiterin in Guinea-Bissau organisieren sollte. 

Feierliche Filmpremiere in Kopenhagen


Währenddessen erlebte unser Film seine interne Premiere im alt-ehrwürdigen Festsaal der Universität Kopenhagen. Etwa 100 Personen aus Peter Aabys beruflichem und privaten Umfeld kamen zusammen, um im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung seinen 80. Geburtstag zu feiern. Den Beginn machte die Vorführung von "DEAD OR ALIVE - THE VACCINE PARADOX", die den Festgästen den Jubilar in einer Art und Weise nahebrachte, wie das nur Dokumentarfilme können.

Premiere von DEAD OR ALIVE im Festsaal der Universität Kopenhagen

Peter Aaby bei seiner Festrede zur Premiere

Anschließend ging der Film auf Reise zu diversen Filmfestivals und bekam auch einige Auszeichnungen:
  • Berlin Indie Film Festival 2025 – Best Health and Medicine Subject Related Film
  • Sofia World Film Festival 2025 – Best Educational Film
  • Kyoto Film Festival 2025 – Nominierung für Best International Documentary Film
  • Independent Film Festival Rotterdam 2025 – Semi-Finalist for Best Documentary
  • Your Way International Film Festival 2026 - Official Selection
  • Black Owl Film Festival 2026 – Best Educational Film
  • Doc Only Copenhagen 2026 – Nominee
Der Film ist als Download im Webshop erhältlich. In einer Kurzversion (60 Min.)
oder einem Direktors-Cut mit Bonus-Szenen (75 Min.)


Massive Attacken auf das Bandim Health Projekt

Peter ist inzwischen 81 Jahre alt, arbeitet aber als aktiver Rentner nach wie vor mit. Erst vor einigen Tagen hatte ich mit ihm Kontakt. Er sitzt - mitten in der Regenzeit - in seinem Büro in Guinea-Bissau und berichtet, dass die Angriffe gegen das Bandim-Health Projekt nicht nachgelassen haben. Im Gegenteil. 
 
Eines der aktuellen Haupt-Projekte, die vom US-Gesundheitsministerium geförderte Hepatitis-B-Studie, wackelt. Es sollte dabei die Sinnhaftigkeit dieser Impfung  untersucht werden, die im WHO-Impfprogramm für Entwicklungsländer am ersten Lebenstag vorgesehen ist. Auch in den USA war das bislang die übliche Praxis.

Dass so eine Studie überhaupt in Betracht gezogen wurde, führte zu heftigen Attacken der Impf-Lobbys und alarmistischen Artikeln in der internationalen Presse, in denen der Segen der frühen Hepatitis B-Impfung beschworen wurde. Dass es für den Nutzen keine wirkliche Evidenz gibt, wurde dabei verschwiegen. Starker Glaube ist offenbar ein wesentlicher Grundpfeiler der Wissenschaft vom Impfen.
Nun ist es an der Kippe, ob die Hepatitis-B-Studie überhaupt zustande kommt.

Gleichzeitig haben Peter und Christine mit der Kampagne einer dänischen Wochenzeitung zu kämpfen, wo bereits 20 Artikel erschienen sind, in denen ihre wissenschaftliche Integrität in Zweifel gezogen wird. 

Was die Beweggründe ihrer Feinde sind, wissen Christine und Peter nicht. 
"Wir verbringen den Großteil unserer Zeit damit, gegen diese diffamierenden Angriffe vorzugehen", schreibt mir Peter. "So mussten wir diese Woche wieder Verteidigungsberichte an den Ausschuss der Universität verfassen. Parallel dazu müssen wir uns mit dem Ethikausschuss der Presse auseinandersetzen, der seit unserer ersten Beschwerde vor 16 Monaten noch immer keine Stellungnahme abgegeben hat. – Ich würde also sagen, dass wir ziemlich verzweifelt sind."

Wenn Ihnen dieser Blog interessant erscheint, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Arbeit unterstützen. Mit Ihrer Spende finanzieren Sie unbestechlichen Journalismus und Filmprojekte, die sonst niemand macht.



Montag, 3. September 2018

Neues Buch: Gute Impfung - Schlechte Impfung

Während der letzten Monate habe ich an einem Buch zum Thema Impfen gearbeitet.
Das Manuskript ist nun fertig - und in der Druckerei. Journalisten, die sich für Rezensionsexemplare interessieren, können diese beim Verlag Ennsthaler bestellen.
Und so sieht das Buch aus:

Bert Ehgartners neues Buch kommt Anfang Oktober in den Buchhandel

Die Impfthematik interessiert mich seit langem und es ist sowas wie mein berufliches Spezialgebiet geworden. Ich hatte immer mal wieder Teilaspekte in meinen Filmen und Büchern und habe über die Jahre (u.a. hier im Blog) auch zahlreiche Artikel dazu geschrieben.
Doch ein monothematisches Buch zum Impfen gab es von mir noch nie. Nun ist es soweit: Ende September erscheint auf rund 400 Seiten „Gute Impfung - Schlechte Impfung“ im Verlag Ennsthaler.

Weil Impfungen immer auch "Kinder ihrer Zeit" sind, war es für die traditionsreichen älteren Impfungen notwendig, tief in die historischen Archive zu steigen. Ich habe dazu viele Wochen recherchiert und es war extrem spannend, die Hintergründe und die ersten Erfahrungen mit solchen legendären Impfstoffen wie jener gegen Kinderlähmung oder Tetanus aus der zeitgenössischen Sicht der damaligen wissenschaftlichen Debatte neu zu beleuchten.

Ich habe versucht, alle gebräuchlichen Impfungen - sowie auch das behördliche und wissenschaftliche Rundum - einer ebenso sorgfältigen wie kritischen Analyse zu unterziehen - so als wäre „das Impfen“ ein ganz normaler Teil der Wissenschaft – was es meiner Meinung nach auch sein sollte.
Das Impfwesen ist keine „Heilige Kuh“. Ich finde es gefährlich, wenn in der öffentlichen Diskussion immer so ein großer Respektabstand gehalten wird, um nur ja die „Impffreudigkeit der Bevölkerung“ nicht zu gefährden. Das fördert Trägheit bei den Behörden und Arroganz bei den Herstellern. Wohin das Gefühl, man werde nicht mehr kontrolliert, führen kann, haben wir zuletzt am Beispiel der deutschen Autoindustrie und dem Abgas-Skandal gesehen.

Persönlich stehe ich dem Impfen neutral gegenüber. Ich bin weder Impfgegner noch unkritischer Befürworter. Doch ich finde, dass bei Impfungen besonders hohe Ansprüche an deren Sicherheit zu stellen sind: Eben weil sie einen präventiven Eingriff an zumeist gesunden Menschen darstellen. Und deshalb sollten sie mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft werden: damit die Geimpften nach dem Arzttermin genauso gesund sind wie davor.

Sie werden im Buch sehen, dass dies bei manchen Impfungen nicht der Fall ist und weder Wirksamkeit noch Sicherheit den Ansprüchen eines modernen Verbraucherschutzes genügen.
Bei anderen Impfungen - wie beispielsweise der Masernimpfung – gibt es hingegen zusätzliche positive Aspekte, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Anstatt die Eltern mit Angstmache zum Arzt zu treiben, wäre es wohl für viele Eltern interessant, mehr von diesen positiven Eigenschaften zu erfahren.

Freut Euch also auf ein kritisches Buch, das zahlreiche Überraschungen birgt.

Rezensionswünsche bitte an Frau Mag. Ingrid Führer (e-mail). Bei Interesse an Veranstaltungen / Vorträgen / Diskussionsrunden zum Thema ist die Ansprechpartnerin Frau Geraldine Schirl-Ennsthaler (e-mail).

Samstag, 21. Juli 2012

Hepatitis B - Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Zur Gefährlichkeit von Hepatitis B gibt es unterschiedliche Angaben, sowohl was den Verlauf der Infektion als auch die Gefahr der Ansteckung betrifft.
Der Wiener Impfexperte Wolfgang M., Initiator von impfinformationen.de, der damit sympathisiert, "Impfgegner mit nassen Fetzen zu jagen", erklärt, dass "von normalen sozialen Kontakten" das größte Infektionsrisiko ausgeht. Auf Türgriffen könne Hepatitis B bis zu einer Woche überleben, in einem Milliliter Speichel fänden sich bei Infizierten rund 20.000 Viren. Und auch wenn Hepatitis B bei den angesteckten Kindern "regelmäßig ohne Symptome verläuft", schreibt Wolfgang M., sei das noch kein Grund zur Entwarnung, denn:
Diese infizierten Kinder werden je nach Alter von null bis drei Jahren zwischen 95% und ca 30% so genannte "gesunde" Virusträger, die dann aber im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt sehr häufig massive Leberprobleme bekommen (Fibrose, Zirrhose, Leberzellkarzinom) und die natürlich andere anstecken können weil infektiös.

Dass chronische Hep-B Infektion ein Risikofaktor für Leberkrebs ist, bestreite ich nicht. So wie auch eine chronische Zervix-Entzündung ein Risikofaktor für Zervix-Karzinom oder eine chronische Magenentzündung ein Risikofaktor für Magenkrebs ist. Die meisten viralen Infektionen sind jedoch nicht chronisch, sondern vorübergehend. Den Teufel an die Wand zu malen und nach 30 oder 40 Jahren schlimmes Unglück zu prophezeihen ist schon deshalb problematisch, als es über so lange Zeiträume kaum relevante Studien gibt und derartige Vorhersagen eher mit Astrologie denn mit Wissenschaft verwandt sind.
Wenn es denn so wäre, dass chronische virale Infekte so lange bestehen, so wäre es wohl vernünftiger, diese Risikogruppe zu identifizieren und Energie in die Entwicklung einer Therapie für diese Menschen zu setzen.

Aber folgen wir seiner Argumentation noch ein Stück weiter:
Wolfgang M. behauptet, dass Hep B Infektionen im Säuglings und Kleinkindalter ein relevantes Problem sind. So relevant, dass mit der Impfung der Risikogruppe (Babys von HBsAg positiver Schwangerer) das Problem nicht in den Griff zu kriegen wäre. Deshalb müssten ALLE Kinder geimpft werden. Und er behauptet weiters, dass viele der bei der Geburt infizierten Babys nur scheinbar gesund und symptomlos sind und zwischendurch stecken sie (über Speichel und sogar von Türgriffen war die Rede) noch jede Menge Kontaktpersonen in Kindergruppe, Schule (und später dann beim GV) an.

Dann sehen wir uns doch einmal an, ob dieses Horrorszenario der Wahrheit entspricht.
Wenn dem so wäre, so müsste das ja sichtbar sein, indem vermehrt junge Menschen außerhalb der Risikogruppen (z.B. Drogensüchtige) an Hepatitis B erkranken.

In Dänemark wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren alle schwangeren Frauen auf HBsAg (Test auf Infektion mit dem Hepatitis B Virus) getestet. Dort wo der Test positiv ausfiel wurden die Babys geimpft. Die Gesundheitsbehörden erreichten damit eine Impfrate von 96 Prozent in der Risikogruppe. Die zugehörige Studie ist kürzlich im Journal "Vaccine" erschienen. 
Es stimmt also schon einmal nicht, dass die Risikogruppe nicht ausfindig zu machen wäre.
Auch in Deutschland und Österreich gehört ein Test auf HBsAg zum Standard - wird in der zweiten Schwangerschaftshälfte routinemäßig durchgeführt.
Warum also impft man nicht nur diese Risikogruppe?

Wegen des hohen Ansteckungsrisikos sagen die Befürworter der Impfung.
Dann sehen wir mal, wie es um dieses Argument steht und wie hoch das Ansteckungsrisiko tatsächlich ist:
Von 140.376 schwangeren Frauen, die im Lauf der zwei Jahre in Dänemark getestet wurden, war der HBsAg Nachweis bei 371 Frauen positiv. Zum Großteil handelte es sich dabei um Frauen aus Einwanderer-Familien, welche die Infektion wahrscheinlich in ihren Herkunftsländern erworben hatten. Schwangere, die im Ausland geboren waren, hatten eine Infektionsrate von 2,74 %. Am höchsten war der Prozentsatz Infizierter bei Frauen aus Südost-Asien (14,5 %).
Bei in Dänemark geborenen Frauen war hingegen der HBsAg Test gerade mal in 17 Fällen positiv. 
In Dänemark geborene Frauen - egal welcher Nationalität - haben also ein Infektionsrisiko von 0,01 %. Das zeigt, dass das Ansteckungsrisiko in Dänemark extrem niedrig ist.
Zudem ist nicht bekannt, wie viele der 17 HBsAg-positiven Frauen aus den bekannten Hepatitis B Risikogruppen (z.B. Drogensüchtige, Prostituierte) stammen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es einige sind - und damit zeigt sich, dass das Risiko für gesunde Personen außerhalb der Risikogruppen kaum existent ist. 


Gehen wir also nun zum Effekt der Impfung in dieser identifizierten Risikogruppe. 
Das Risiko einer Übertragung von Hepatitis B Viren von der Mutter auf das Kind wird in der Literatur mit 5 bis 12 % angegeben. Von den 17 Frauen hätten also - ohne Impfprogramm - eine bis zwei Mütter die Viren auf ihr Baby übertragen. Das ist weniger als eine Infektion pro Jahr. 
Bei in Dänemark geborenen Schwangeren vermag die Impfung der Risikogruppen also eine Infektion pro Jahr zu vermeiden. Und das bei einer Durchimpfungsrate von 96 Prozent, also einer nahezu vollständigen Erfassung der Risikogruppe!   


Wie sehr dieser Effekt durch die Impfung der Gesamtbevölkerung noch gesteigert werden sollte, ist mir ein vollständiges Rätsel. 


Fassen wir also noch einmal die dänischen Erfahrungen zusammen: 
  • Das Risiko einer Infektion für im Inland geborene Frauen ist extrem niedrig (erst recht, wenn sie keiner der bekannten Risikogruppen angehören) 
  • Die Impfung auf die Risikogruppen zu beschränken - würde im Rahmen eines guten Hep-B-Screeningprogramms den selben Effekt haben, wie die Impfung aller Babys 
  • Die Impfung auf Risikogruppen zu beschränken, würde den positiven Effekt der Impfung maximieren - bei gleichzeitiger Vermeidung von Nebenwirkungen bei Babys, die keiner Risikogruppe angehören. 
  • Anstatt 140.000 Babys zu impfen, genügt es - mit dem selben Effekt - die Impfung auf 370 Babys HBsAg-positiver Mütter zu beschränken. 
Wenn schon allgemeine Impfprogramme gegen Hepatitis B, dann sollten diese wohl eher dort durchgeführt werden, wo die Bedrohung für die Gesamtbevölkerung relevant ist, also etwa in Südostasien.
Tatsächlich gibt es auch solche Programme, beispielsweise in Taiwan (siehe hier oder hier). Die Autoren dieser Arbeiten schreiben, dass 89 Prozent der HBsAg-Träger unter den Kindern, auch HBsAg-positive Mütter haben. Dasselbe gilt für 96% der Kinder, die nach Einführung der Impfkampagne dennoch an Leberzell-Karzinom erkrankt sind. 
In der zweiten Arbeit heißt es: "Über den Zeitraum von rund 20 Jahren, in dem das nationale Hepatitis B Programm in Taiwan gelaufen ist, hat sich also die Leberkrebs-Rate bei Kindern auf ein Drittel reduziert."  Ein Teil des Effektes wird sicher auf die Impfung zurück zu führen sein, ein weiterer auf die allgemeine Verbesserung der hygienischen Situation in diesem Zeitraum. 


Aus der dänischen Studie haben wir gesehen, dass Frauen aus dem südasiatischen Raum tatsächlich das höchste Risiko einer chronischen Hepatitis B Infektion haben. Ich wäre also für eine Impfung der Risikogruppen. 
Wenn Wolfgang M. dafür plädiert, die Gesamtbevölkerung zu impfen, weil die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, dass die Impfung der Risikogruppen alleine nicht ausreicht, das Problem in den Griff zu bekommen, dann frage ich mich, worauf er sich dabei beruft. 
Die Erfahrungen in Taiwan können es nicht sein. Denn dort wird die Gesamtbevölkerung geimpft und das Problem lässt sich trotzdem nicht unter einen gewissen Pegel senken. 


Die gesamte einheimische Bevölkerung zu impfen und mit diesem Riesen-Aufwand - am Beispiel Dänemarks - eine einzige (!) Infektionsübertragung von der Mutter auf das Kind zu verhindern, das ließe sich mit einer Erfassung und Impfung der Risikogruppen genauso erreichen. 
Der gesundheitliche Effekt einer allgemeinen Hepatitis-B Impfung für alle Babys ist minimal und wurde in erster Linie zum Wohl der Impfstoff-Hersteller eingeführt. 


Dem gegenüber steht ein bislang kaum untersuchtes und deshalb nur schwer einschätzbares Sicherheits-Risiko der Hepatitis B Impfung. 
Gerade wenn der Vorteil einer Impfung so gering ist, müsste sicher gestellt und bewiesen werden, dass das Risiko der Impfung nahe null liegt. 
Davon kann jedoch keine Rede sein.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden 
wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen.