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Freitag, 19. August 2011

RKI bitte melden: offene Fragen zur Sicherheit der Babyimpfungen

Von Dr. Martin Schlaud und Kollegen vom Robert Koch Institut erreichte mich vorhin folgende Mitteilung:

Sehr geehrter Herr Ehgartner,
auf Ihre Anfragen zur TOKEN-Studie vom 14.06.2011 und vom 27.07.2011 haben wir jeweils sehr ausführlich geantwortet. Kurz nach Erhalt der zweiten Antwort haben Sie innerhalb von zwei aufeinander folgenden Tagen weitere drei E-Mails zum selben Thema an uns gerichtet. Wir bitten um Verständnis, dass wir nun keine Detailfragen mehr beantworten können.
Alle Informationen zur TOKEN-Studie und sämtliche Auswertungsergebnisse sind in dem umfangreichen Endbericht enthalten, der seit Februar veröffentlich ist und Ihnen offenbar vorliegt.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Schlaud
Leiter des Fachgebiets "Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Präventionskonzepte"
Abt. für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
Robert Koch-Institut
Postfach 65 02 61
13302 Berlin
Tel. 030/18-754-3437
Fax: 030/1810-754-3437
E-Mail: m.schlaud@rki.de
Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ich habe daraufhin folgendermaßen geantwortet:


Sehr geehrter Herr Dr. Schlaud,
danke für die bisherigen Antworten. Und entschuldigen Sie, dass ich noch drei Mails geschrieben habe. Aber Ihre Studie hat von der Methodik einige zusätzliche Fragen aufgeworfen, die mir durch Ihre vorangegangenen Antworten nicht schlüssig erklärt worden sind.
Ich habe zu Ihrer Arbeit auf meinem Blog einen Beitrag verfasst, in dem ich Ihre Antworten zum Teil berücksichtigt habe.

Insgesamt bleibt meine Kritik bestehen:

  1. Sie haben die Ergebnisse der Token Studie tendenziös aufbereitet, immer mit dem Bestreben, den Status Quo zu rechtfertigen und nichts an der derzeitigen Impfpraxis infrage zu stellen.
  2. Sie haben keinerlei Selbstkritik bezüglich der Finanzierung dieser Studie durch die Impfstoff-Hersteller erkennen lassen
  3. Sie haben in der Zusammenfassung der Studie auf Ihrer Webseite nicht signifikante Ergebnisse referiert, die Ihnen in den Kram passten, ohne bekannt zu geben, dass diese Ergebnisse nicht signifikant waren.
  4. Andere statistisch signifikante Ergebnisse haben Sie hingegen in der Zusammenfassung unterschlagen, weil diese Resultate die Sicherheit der Babyimpfungen in Frage gestellt hätten
  5. Sie haben im Zuge der Auswertung einige der Daten gewichtet, so dass Todesfälle in nahem zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen weniger "zählten" als Todesfälle, die in weiterem Abstand zu Impfungen auftraten. Nur durch diese Maßnahme ist es gelungen, wichtige Ergebnisse in den nicht signifikanten Bereich zu verschieben. Diese Resultate haben Sie dann in der Zusammenfassung der Ergebnisse auf Ihrer Website berichtet, ohne zu erwähnen, dass diese Ergebnisse durch Gewichtung zustande gekommen sind.
  6. Obwohl in Ihrer Arbeit zahlreiche alarmierende Resultate zur Sicherheit der Babyimpfung aufgetreten sind, haben Sie nicht erwähnt, dass Sie diese Fragen durch nachfolgende Studien im Detail aufklären wollen.
  7. Sie haben in Ihren Antworten nicht erklären können, warum Sie die Token Studie überhaupt durchgeführt haben, wo Sie doch im Vorhinein wussten, dass es nicht möglich sein würde die Daten der verstorbenen Kinder mit deren Impfdaten zu verknüpfen, sondern dass es dafür der Einwilligung und der Mitarbeit der Eltern bedurfte.
  8. Sie haben zwar in Ihren Mails erklärt, dass zentrale Impf- und Sterberegister an sich wünschenswert wären, Sie haben aber in keiner Weise beschrieben, was Sie für die Einführung dieser Maßnahmen unternommen haben oder unternehmen wollen.


Auch wenn Sie angekündigt haben, mir nicht mehr in dieser Sache zu antworten möchte ich Ihnen noch drei offene Fragen stellen:

  • Das RKI, bzw. die an Ihrem Institut beheimatete STIKO empfiehlt Impfungen. Wenn Sie nun selbst mit der Prüfung beauftragt wurden, ob diese Empfehlungen Schaden und sogar Todesfälle bei zuvor gesunden Babys auslösen können - bestand dann nicht von vorn herein ein enormer Interessenskonflikt?
  • Wäre es nicht redlicher gewesen, die Durchführung und Aufbereitung dieser Studie an eine unabhängige und nicht befangene wissenschaftliche Institution zu vergeben?
  • Besteht die Absicht, ein zentrales Impf- und Sterberegister einzuführen und die Studie dann - ohne die "Notwendigkeit" nachträglicher Gewichtung und statistischer Nachbesserung - zu wiederholen und damit einen wirklich objektiven und Aussage-kräftigen Beitrag zur Frage der Sicherheit der Baby-Impfstoffe zu leisten?

mit freundlichen Grüßen
Bert Ehgartner

Samstag, 13. August 2011

Die Tricks des Robert Koch Instituts: Wie gefährlich sind Baby-Impfungen wirklich?

Eine genaue Analyse der Token-Studie zeigt, dass das Robert Koch Institut (RKI) zu statistischen Tricks griff, um die bisherige Impfpraxis bei den Babys nicht in Frage stellen zu müssen.

Ohne diese "Anpassungen" hätte es nämlich beispielsweise melden müssen, dass das Sterberisiko aller Babys im Zeitraum von drei Tagen nach einer Fünffach- oder Sechsfach-Impfung beim Dreifachen der impffreien Kontroll-Periode liegt. Oder dass Frühgeborene, die zu den üblichen Terminen geimpft werden, ein sechsfach höheres Risiko haben, kurz danach zu sterben.
Eine Behörde, die ihre Verantwortung für das Wohl der Kinder ernst nimmt, würde nun bei den Gesundheitspolitikern darauf drängen, schleunigst ein allgemeines Impfregister einzuführen und die Token-Studie - diesmal ohne peinliche Fehler - rasch zu wiederholen. Dafür bräuchte es jedoch Fachleute, denen der Sinn nach Wahrheit steht - und nicht ausschließlich nach Verteidigung des Status Quo.

Foto: Pascal Dolémieux / sanofi pasteur (cc)
Der Frühling des Jahres 2011 war gerade ins Land gezogen, da hat sich das Robert Koch Institut endlich dazu aufgerafft, seine lange erwartete Token-Studie zu veröffentlichen. Diese Untersuchung hatte große Ansprüche: Sie sollte erstmals lückenlos alle ungeklärten, plötzlichen und unerwarteten Todesfälle bei Kindern im Alter zwischen 2 und 24 Monaten erfassen und prüfen, ob es einen Zusammenhang zu den laut Impfkalender empfohlenen Impfungen gibt. Konkreter Anlass waren eine Reihe unerklärlicher Todesfälle in nahem zeitlichen Zusammenhang zu Impfungen, die auch zu einer vorübergehenden behördlichen Sperre des damals meist verwendeten Sechsfach-Impfstoffes "Hexavac" von Sanofi-Pasteur führten. Die Token-Studie begann im Sommer 2005. Kurz darauf nahm Sanofi-Pasteur seinen umstrittenen Impfstoff ganz vom Markt. Offiziell deshalb, weil es ein Problem mit der Langzeit-Wirksamkeit der Hepatitis-B Komponente des Sechsfach-Impfstoffes gebe. Inoffiziell wurde natürlich ein Zusammenhang mit der angelaufenen Studie vermutet.
Von Sommer 2005 bis Sommer 2008 wurden nun im Großteil Deutschlands von den teilnehmenden Gesundheitsämtern die Todesfälle gesammelt und die Daten an das Berliner Studienzentrum am Robert Koch Institut übermittelt. Zunächst hieß es, die Studie würde zu Jahresbeginn 2009 veröffentlicht. Auf meine Nachfragen beim RKI wurde ich mehrfach vertröstet, schließlich erschien sie mit zweijähriger Verspätung.


Die Geburtsfehler der Token-Studie

Ich habe die Darstellung der Ergebnisse damals in Artikeln hier und hier besprochen und das Robert Koch Institut scharf kritisiert.
Meine vorrangigen Kritikpunkte betrafen zum einen die Blödheit, sich diese Studie ausgerechnet von den Herstellern der zu untersuchenden Impfstoffe bezahlen zu lassen. Für einen Sponsor-Beitrag von 2,5 Millionen Euro erkauften sich die Firmen damit laut Vertrag das Recht, "unverzüglich über relevante Erkenntnisse oder Bewertungen unterrichtet zu werden". Weiters wurde ihnen das Recht zugestanden, dass sie vor der Veröffentlichung der Resultate "Gelegenheit zur wissenschaftlichen Stellungnahme zu den zur Publikation vorgesehenen Texten erhalten".
Bei einer Summe von mehr als 500 Millionen Euro, welche jedes Jahr für die von der STIKO empfohlenen Impfungen vom Gesundheitsbudget in die Kassen der Impfstoff-Hersteller abgeführt wird, erkauften sich die Sponsoren ihr Mitspracherecht demnach aus der Portokasse.
Wozu also brauchte das Robert Koch Institut die Sponsoren wirklich? Der Verdacht liegt nahe, dass es vor allem darum ging, das methodische Know-how und die strategische Beratung der Firmen zu nutzen, um die Resultate "im Sinne des Impfgedankens" aufzuhübschen.

Zum zweiten kritisierte ich, dass in Deutschland der Datenschutz scheinbar mehr zählt als die Kindergesundheit. "Aus Gründen des Datenschutzes" war es nämlich nicht möglich, die persönlichen Daten der verstorbenen Kinder mit den Angaben aus deren Impfpässen zu verknüpfen. Dazu wäre es notwendig gewesen ein allgemeines Impfregister einzuführen, welche hier die elektronische Basis für eine seriöse Untersuchung schafft. Das wurde jedoch bisher versäumt.
Durch dieses Informations-Defizit genau in jenem Kernbereich, der untersucht werden sollte, ergab sich die Notwendigkeit, mit den betroffenen Eltern Kontakt aufzunehmen. Sie wurden gebeten, die Impfpässe ihrer verstorbenen Babys herauszusuchen und sollten umfangreiche Fragebögen ausfüllen. Es ist wohl nachvollziehbar, dass dies für viele Mütter und Väter psychisch nicht verkraftbar war. Und so kam es auch: Rund zwei Drittel der Eltern der insgesamt 667 im Untersuchungs-Zeitraum verstorbenen Kinder verweigerten ihre Teilnahme an der Token-Studie trotz mehrfacher Kontaktaufnahme.


Schock für das RKI

Als die Daten in der Folge einlangten und die ersten Zwischenauswertungen analysiert wurden, ergab sich ein alarmierendes Bild, das wohl beim RKI zu einigen Krisensitzungen und heißen Diskussionen Anlass gab. Es zeigte sich nämlich, dass überproportional viele Kinder in nahem Zusammenhang zu den Impfungen gestorben waren.
Die offizielle Version lautet nun, dass die Eltern von Kindern, deren Babys kurz nach Impfungen verstorben waren, scheinbar häufiger ihre Erlaubnis zur Teilnahme an der Studie gegeben hatten. Außerdem, so das RKI sinngemäß, hätten auch noch die Gerichtsmedizinischen Institute die Auswertung verfälscht, indem sie dafür sorgten, dass speziell Todesfälle nach Impfungen vermehrt in die Studie aufgenommen wurden.
Aus diesen Umständen leitete das RKI das Recht ab, die Feile an die eigenen Daten zu legen und diese - im Nachhinein - statistisch zurecht zu schleifen. Mit dem weithin verlautbarten Ergebnis, dass Impfungen keinerlei Rolle bei unerklärlichen Todesfällen im ersten und zweiten Lebensjahr spielen.

Ich habe in meinen Artikeln diese Darstellung kritisiert und zusätzlich zur erwähnten methodischen Kritik angeführt, dass man nur einen einfachen Taschenrechner braucht, um fest zu stellen, dass an der Kernaussage des RKI etwas faul sein muss. Wenn man nämlich die Basis-Daten eingibt und das Sterberisiko ausrechnet, ergibt sich im Zeitraum von zwei Wochen nach einer Impfung eine dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit auf einen unerklärlichen Todesfall als in den darauf folgenden Wochen.

Ich habe meine Kritik dieser Praktiken mitsamt einigen Ergänzungsfragen an den RKI-Mitarbeiter und verantwortlichen Leiter der Token-Studie, Martin Schlaud geschickt.
Mittlerweile haben wir mehrfach hin und her gemailt und Herr Schlaud hat mir ausführliche Erläuterungen zukommen lassen, inklusive Belehrungen, ich solle meinen Taschenrechner lieber eingesteckt lassen und mir einschlägige Lehrbücher der Epidemiologie besorgen.

Schlaud teilte mir mit, dass ich bei meiner Analyse der Ergebnisse schlicht darauf vergessen hatte zu bedenken, dass selbstverständlich das Sterberisiko der Babys im Lauf der Monate abnimmt und es deshalb ganz normal sei, dass kurz nach einer Impfung das Risiko höher ist als später.
Ganz einfach deshalb, weil die Kinder später älter sind und deshalb ein geringeres Risiko haben, plötzlich zu versterben.


Risikospitze in den Impfmonaten

Die Neurobiologin Catherina Becker, eine weitere Kritikerin meiner Kritik, postete hier im blog eine Übersicht aus dem British Medical Journal zur Altersverteilung bei plötzlichen unerwarteten Todesfällen - ob erklärbar ("explained SUDI") oder nicht erklärbar ("SIDS"):


Catherina versuchte damit ebenfalls den steilen Abfall des Sterberisikos im Lauf des ersten Lebensjahres darzustellen. Und tatsächlich lässt sich das ja auch aus der Graphik ablesen.
Was damit allerdings nicht erklärt wird, ist die Tatsache, dass die Kurve der Todesfälle just in jenen Monaten ihren Höhepunkt erreicht, wo die meisten Babys ihre ersten Impfungen erhalten.
Wenn es tatsächlich so wäre, dass das Sterberisiko mit höherem Alter der Kinder kontinuierlich abnimmt, warum erfolgt dann vom ersten zum dritten Lebensmonat ein derart rasanter Anstieg?

Zu prüfen, ob diese Spitzen im Sterberisiko mit den Impfungen zu tun haben, wäre die vordringlichste Aufgaben der Token-Studie gewesen. Zumal sich ja auch hier beim Zeitpunkt der deutschen Todesfälle ein ganz ähnliches Muster ergab. (Ich beziehe mich im folgenden auf die Angaben aus der Studie, Tabelle 21, Seite 95.  Ich habe die dort angegebenen Todesfälle in ein zeitliches Verhältnis gesetzt, um das Todesfallrisiko vergleichbar zu machen. Warum das RKI in der Tabelle ungleiche Intervalle verwendet, ist mir ein Rätsel geblieben.)

Bei den 98 Kindern, die nach Sechsfachimpfung im Verlauf der Studienperiode starben zeigte sich bezogen auf das Alter der Kinder folgende zeitliche Abfolge:

Alter der Kinder..........  Anzahl Todesfälle .......  Todesfälle pro Tag
    30-60 Tage ........
.......    1 .................................   0,03
    61-91 Tage................    8 .................................   0,27
  92-152 Tage................  27 .................................   0,45
153-183 Tage................    9 .................................   0,30
184-274 Tage................  27 .................................   0,30
275-365 Tage................  15 .................................   0,17
366-456 Tage................    3 .................................   0,03
457-730 Tage................    8 .................................   0,03


Die Mehrzahl der Todesfälle ereignete sich also im Alter zwischen vier und fünf Monaten (91-152 Tage). Im dritten Lebensmonat, wo zwischen Tag 61 und 91 bei den meisten Kindern die erste Sechsfach-Impfung fällig wird, starben in diesem frühen Alter "nur" 8 Babys. In den beiden nächsten Monaten, wenn die Dosen zwei und drei der Basis-Immunisierung folgen, ereigneten sich hingegen bereits 27 Todesfälle. Je mehr Impfungen also, desto höher das Sterberisiko.
Wie aber misst man nun, ob diese Todesfälle etwas mit den vorangegangenen Impfungen zu tun haben?


Eine methodische Herausforderung

Zu untersuchen, ob das Sterberisiko nach Impfungen erhöht ist, ist methodisch nicht ganz einfach, da es im herkömmlichen Sinn keine Kontrollgruppe gibt.
Wenn ich etwa prüfen möchte, ob eine bestimmte Diät zum Abnehmen taugt, so hält sich eine Studiengruppe an den vorgegebenen Speiseplan, die andere ernährt sich wie bisher. Und am Ende bringt die Waage den Erfolg oder Misserfolg der Methode ans Licht.
Beim Sterberisiko nach Impfungen haben wir mit so einem Design hingegen gravierende Probleme.
Zum einen ist dieses Risiko glücklicherweise sehr gering. Das heißt man bräuchte zwei extrem große Gruppen, damit überhaupt solche zählbaren Todesfälle auftreten. So eine Studie wäre unfinanzierbar teuer.
Das zweite Problem betrifft die Kontrollgruppe. Keine Ethik-Kommission würde es genehmigen, Kinder per Zufall in eine Nicht-Impf-Gruppe zuzuweisen.

Dies sind die beiden Hauptgründe, dass in den 90er Jahren für die Risikobewertung von Impffolgen ein eigenes mathematisches Modell entwickelt wurde: Die so genannte Self-controlled case series (SCCS). Eine angepasste Version der SCCS Methode wurde auch für die Auswertung der Token-Studie verwendet.

Das besondere an der SCCS Methode ist, dass sie ohne Kontrollgruppe auskommt. Es werden nur "Fälle" in die Berechnung aufgenommen. In unserem Fall also die insgesamt 254 Kinder, die im Lauf der drei Studienjahre verstorben sind.
Als nächstes werden Risikoperioden definiert. In der Token-Studie gab es derer drei: Den Zeitraum binnen 3 Tagen, 4 bis 7 Tage und 8 bis 14 Tage nach dem Impftermin.
An Stelle einer Kontroll-Gruppe tritt bei der SCCS der Kontroll-Zeitraum. Und anschließend wird berechnet, ob das zu untersuchende Ereignis überdurchschnittlich häufig in der zuvor definierten Risikoperiode auftritt.Wer sich über die Details der SCCS-Methode genauer informieren möchte, kann sich z.B. hier schlau machen.
An sich ist die SCCS-Methode ein recht brauchbares Design, um Risikoverteilungen in bestimmten Zeitperioden zu messen. Nicht erfasst werden dadurch allerdings Zusammenhänge, welche außerhalb der vorher festgelegten Zeitspannen auftreten. Wenn also eine unerwünschte Impffolge erst nach einigen Wochen oder Monaten eintritt, würde sie mit der SCCS nicht aufgespürt werden.

Sehen wir uns also an, was bei der Token-Studie raus kam. Die Ergebnisse sind auf der Website des RKI nachzulesen. Es ist allerdings empfehlenswert, die Langfassung der Studie (nur in englischer Sprache abrufbar) zu lesen, weil die deutsche Zusammenfassung - um es einmal vorsichtig auszudrücken -  daraus nur sehr selektiv zitiert.


Zaubern mit Statistik

Laut RKI war das Risiko für einen plötzlichen Todesfall binnen drei Tagen nach einer Impfung ebenso wenig erhöht wie binnen einer Woche nach Impfung. In den Tagen vier bis sieben nach der Impfung zeigte sich angeblich sogar ein verringertes Risiko. Die toten Kinder zeigten auch keinerlei gemeinsame Anzeichen von Krankheit, etwa eines Hirnödems.
Vielmehr sei die Schuld an den Todesfällen eher bei den Eltern selbst zu suchen, denn, so das RKI:
Fast alle kurz nach Impfung verstorbenen Kinder hatten anerkannte Risikofaktoren für einen plötzlichen Kindstod: Schlafen in Bauchlage, mütterliches Rauchen oder Überwärmung durch Heizung, Kleidung oder Bettzeug.

Soweit also die Kernaussage der Behörde: Keinerlei Probleme mit Impfungen, wenn Babys sterben sind die Eltern selber schuld, indem sie rauchen, das Bett überhitzen oder die Babys in der gefährlichen Bauchlage schlafen lassen.
"Vorsichtige Entwarnung", titelte daraufhin das Deutsche Ärzteblatt. Bei diesem Artikel fungierte Token-Studienleiter Martin Schlaud vorsichtshalber gleich als Co-Autor.

So, und nach dieser offiziellen Einleitung kommen wir nun zu dem, was wirklich in der Studie steht. Und hier finden sich plötzlich Resultate, die alles andere als beruhigend klingen:
  • Drei Tage nach einer Sechsfachimpfung war das Sterberisiko laut SCCS-Analyse um das 2,3 fache erhöht.
  • Drei Tage nach einer Fünffachimpfung war das Sterberisiko sogar um das 8,1 fache erhöht.
  • Wurden Fünf- und Sechsfach Geimpfte gemeinsam ausgewertet, ergab sich ein dreifach höheres Risiko.
  • Frühgeborene hatten ein sechsfach höheres Risiko binnen drei Tagen nach Fünf- oder Sechsfach-Impfung zu sterben
  • Während des zweiten Lebensjahres war das Risiko, binnen drei Tagen nach Impfung zu sterben um das nahezu Vierzehnfache erhöht

Diese Ergebnisse waren statistisch signifikant. Das bedeutet, dass bei einer Wiederholung der Studie unter denselben Voraussetzungen eine 95%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein Resultat innerhalb des Vertrauensintervalls heraus kommt.

Nicht signifikante Ergebnis sind nicht aussagekräftig, weil sie außerhalb des zuvor festgelegten Vertrauensintervalls liegen und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Zufallsfund darstellen. Nicht signifikant bedeutet, dass bei einer Wiederholung der Studie auch das Gegenteil rauskommen kann.

Es gilt deshalb als unseriös, nicht-signifikante Ergebnisse als Resultate darzustellen.
Genau das macht aber das RKI gleich auf der Startseite zur Token-Studie mit dieser, als einer von sieben Haupt-Aussagen graphisch hervor gehobenen Feststellung:
In den Tagen vier bis sieben nach der Impfung zeigte sich ein verringertes Risiko

Tatsächlich traten die Todesfälle in der Studie gehäuft an den Tagen 0 bis 3 nach der Impfung - und dann an den Tagen 8 bis 14 auf. Zwischen Tag 4 bis 7 wurden nur wenige Todesfälle registriert. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Zufall, das verminderte Risiko war auch nicht signifikant. Es demonstriert jedoch gut die manipulative Absicht der Studienautoren, dass genau dieser Zufallsfund als eine der Haupt-Aussagen der Token-Studie verkauft wird.

Als ebenso unseriös gilt es, die methodische Auswertung einer Studie im Nachhinein zu ändern und so anzupassen, dass die "richtigen" Ergebnisse heraus kommen.

Genau dies geschah aber mit der so genannten "Gewichtung" der Daten.

Die Studienautoren des RKI stellten nämlich fest, dass jene Fälle, die von den gerichtsmedizinischen Instituten zur Teilnahme vermittelt wurden, mit höherer Wahrscheinlichkeit kurz nach der Impfung gestorben waren, als jene die von den Gesundheitsämtern gemeldet wurden. Deshalb beschlossen die Statistiker des RKI diese Fälle zu gewichten. Sie errechneten einen Gewichtungsfaktor von 0,41. Das heißt, dass ein von den Gesundheitsämtern gemeldeter Todesfall in der Berechnung gleich viel zählte, wie zweieinhalb Todesfälle der Gerichtsmediziner.

Erst mit diesem absurden Kunstgriff gelang es, das Sterberisiko im Zeitraum von drei Tagen nach der Impfung in den nicht-signifikanten Bereich zu drücken. Und ausschließlich diese gewichteten Resultate wurden in der Zusammenfassung der Studie genannt. Natürlich ohne dort zu erwähnen, dass dieses Ergebnis nur durch eine künstliche und willkürlich anmutende Reduktion jener Fälle, die dem RKI nicht in den Kram passten, zustande gekommen war.

Beim achtfach höheren Sterberisiko nach Fünffach-Impfung half wohl auch der Gewichtungs-Trick nichts mehr. Hier argumentiert das RKI mit der geringen Fallzahl. Zitat RKI:
Allerdings trugen nur 14 fünffach geimpfte Fälle, von denen vier Fälle innerhalb von 3 Tagen nach Impfung verstorben waren, zu dieser Berechnung bei. Zusätzlich gibt es eine besonders hohe Teilnahmebereitschaft der Eltern, deren Kinder kurz nach Fünffachimpfung gestorben sind.

Ähnlich lautete die Argumentation beim exorbitant höheren Sterberisiko im zweiten Lebensjahr.

Tief im Bauch der Studie versteckt ist der Hinweis, dass früh geborene Babys ein viermal so hohes Risiko haben, binnen drei Tagen nach einer Sechsfach-Impfung zu sterben. Ihr Risiko ist damit doppelt so hoch wie bei Babys, die zum Termin geboren wurden. Werden Fünffach-geimpfte Frühchen auch noch dazu gezählt, steigt das Risiko sogar auf den Faktor 6,03.
Ein Ergebnis, das jenen Ärzten recht gibt, die Frühgeborene sicherheitshalber immer etwas später impfen.

In der Aufbereitung des RKI wurde alles versucht, diese alarmierenden Resultaten klein zu reden und im Haupttext der 160 Seiten umfassenden Studie zu verstecken. Möglicherweise ist es auch kein Zufall, dass diese deutsche Arbeit von der RKI-Homepage ausschließlich in englisch zum download bereit gestellt wird - und nur die geschönte Zusammenfassung in deutscher Sprache verfasst ist.


Konsequenzen

Was machen wir also mit diesen Resultaten?
Laut vermelden, dass eh alles in Ordnung ist, zur Tagesordnung über gehen und weiter impfen wie bisher, so wie es das Robert Koch Institut praktiziert?

Ich bin weit davon entfernt, alle diese Resultate, welche ich hier aus der Token-Studie zitiert habe, als gültige Beweise für die Gefährlichkeit von Babyimpfungen anzusehen.
Ich denke auch, dass es möglich wäre, dass Eltern, die ihre Kinder kurz nach Impfungen verloren haben, eine höhere Teilnahme-Moral hatten als andere Eltern. Möglich wäre es, auch wenn mir keine Gründe dafür einfallen, warum Eltern, deren Kinder ungeimpft oder in weiterem Abstand zu einem Impftermin gestorben sind, nicht ebenso interessiert an einer Aufklärung der Zusammenhänge sein sollten.

Doch selbst wenn dem so wäre, so kann man mit diesem Hinweis auf eine "Übererfassung von Todesfällen kurz nach Impfung" nicht einfach den Schwamm-Drüber-Blues anstimmen.
Fast alle der von mir zitierten Resultate der SCCS-Analyse haben weit reichende Konsequenzen für die tägliche Impfpraxis, wenn sie sich als real erweisen. Das muss geprüft werden. Stattdessen aber versuchte das RKI eine methodisch verpfuschte Studie durch ein Zurechtbiegen der Resultate "im Sinne des Impfgedankens" als korrekten Beitrag zur Impfstoff-Sicherheit zu verkaufen.
Und das ist eben eine glatte Manipulation.

Das Thema ist viel zu ernst, um hier sorglos oder nachlässig zu sein. Millionen von gesunden Kindern werden jährlich geimpft. Und deren Eltern wollen die größtmögliche Sicherheit, dass ihre Liebsten dabei nicht zu schaden kommen.
Diese Kinder müssen geschützt werden, und nicht irgendein anonymer "Impfgedanken".
Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut dieser Beamten und Impfexperten stecken, wenn sich in einigen Jahren heraus stellen sollte, dass hier alle Warnzeichen einer Katastrophe ignoriert, manipuliert und kleingeredet wurden.

Ein zivilisiertes Land braucht auch endlich ein nationales Impfregister, in dem jede verimpfte Dosis namentlich registriert wird. "So etwas existiert in Deutschland nicht", antwortete mir Martin Schlaud auf meine diesbezügliche Frage. "Impfpässe verbleiben im Besitz der Eltern, ohne dass die dokumentierten Impfdaten an zentraler Stelle zusammengeführt würden."
Ebenso wenig gibt es ein bundesweites Sterberegister, in dem alle Todesbescheinigungen zentral verfügbar wären. "Prinzipiell", so Schlaud, "böte die Verknüpfung zwischen diesen Registern weitreichende Möglichkeiten für wissenschaftliche Untersuchungen von Zusammenhängen zwischen Impfungen und plötzlichen Todesfällen."

Prinzipiell wäre das eine gute Idee. Ja, aber der Datenschutz…

Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Datenschutz ein idealer Verbündeter von Verantwortungslosigkeit Faulheit und Ignoranz ist.

Und dieselben Eigenschaften zeichnen auch Gesundheitsbehörden aus, welche sich bei jeder Gelegenheit mit der Industrie ins Bett legen und nichts so sehr fürchten wie eine objektive und unvoreingenommene Untersuchung der Impfstoff-Sicherheit.

Das Robert Koch Institut als jene Behörde, die Impfungen empfiehlt, damit zu beauftragen, die Sicherheit ihrer eigenen Empfehlungen zu bewerten, war von vornherein eine Schnapsidee. Befangenheit, nennt man das in der Rechtswissenschaft.
Wie sollte diese Behörde plötzlich als objektiver Gutachter auftreten - und beispielsweise nachweisen, dass einige dieser Impfungen auch Schaden anrichten: Es widerspricht der menschlichen Psyche diametral, Dinge, die einem emotional nahe gehen, objektiv bewerten zu können. Man sieht das, was man sehen will - das gilt auch in der Wissenschaft.
Und deshalb braucht es für die Untersuchung der Impfstoff-Sicherheit Fachleute, die neutral zum Thema stehen - und nicht solche, die ihr ganzes Berufsleben darauf aufgebaut haben, dass Impfungen schützen und nützen. Und zwar immer und ausnahmslos.

Eine seriöse Gesundheitspolitik müsste dem Robert Koch Institut, das in seiner Rolle so eindeutig befangen ist, diese Agenden wegnehmen und eine wirklich unabhängige wissenschaftliche Organisation mit der Neuauswertung und - wenn nötig - auch der Neuorganisation dieser Token-Studie beauftragen.

Denn die Fragen, welche die Token-Studie beantworten sollte, sind noch längst nicht geklärt.
Im Gegenteil: So wie das RKI hier vorgegangen ist, stürzt das Vertrauen in die Sicherheit der Baby-Impfungen ins Bodenlose ab.

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Dienstag, 22. März 2011

KiGGS Umfrage: Kaum Asthma bei ungeimpften Kindern

Geimpfte Kleinkinder haben tendenziell mehr Infekte als ungeimpfte Kinder und leiden häufiger an Allergien. Dies ergab eine wissenschaftliche Umfrage des Robert Koch Institutes unter mehr als 13.000 repräsentativ ausgewählten Familien in Deutschland. Bei ungeimpften Kindern im Alter unter zehn Jahren wurde kein einziger Fall von Asthma identifiziert. Laut Studienautoren ist jedoch alles in Ordnung.

Der groß angelegte Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) verfolgte die Absicht den Zusammenhang zwischen Impfstatus und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen und ist kürzlich im Deutschen Ärzteblatt erschienen. Die Arbeit basiert auf einer repräsentativen Befragung der Eltern von mehr als 17.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von eins bis 17 Jahren. Insgesamt lagen für 13.453 Teilnehmer auswertbare Angaben zu deren Impfstatus vor. Und abermals hatte ich – so wie bei der TOKEN-Studie – den Eindruck, dass hier entweder gewaltig gepfuscht wurde, oder eine offene Aufarbeitung möglicher Zusammenhänge gar nicht erwünscht war.

Den seltsamen Problemen der TOKEN-Studie habe ich mich bereits in einem anderen Beitrag gewidmet. Die teure und extrem aufwändige Studie war vom Robert Koch Institut organisiert worden, um ein für alle Mal zu klären, ob von bestimmten Impfungen, die während der ersten beiden Lebensjahre allgemein verabreicht werden, ein höheres Sterberisiko ausgeht.
Insgesamt sind während des Untersuchungszeitraumes von 2005 bis 2008 in Deutschland 667 Babys im Alter von 1 bis 24 Monaten "unerwartet" und "unerklärbar" gestorben.
Nun wäre es für das Studienziel nötig gewesen, zu erfahren, wann diese Kinder geimpft worden sind und um welche Impfungen es sich dabei gehandelt hat. Diese Verknüpfung war aber - vorgeblich aus Gründen des Datenschutzes - nicht möglich.
Also mussten über den Umweg der lokalen Gesundheitsämter die betroffenen Eltern ausfindig gemacht und um ihre Mithilfe gebeten werden. Zwei Drittel der Eltern weigerten sich aus nachvollziehbaren Gründen, die mühsamen und extrem langen Fragebögen auszufüllen und damit ihren Schmerz über den Verlust ihrer Kinder wieder aufzurühren. Nun wird man vielleicht meinen, ein Drittel von 667 sei ja auch noch ganz schön viel, um daraus Schlüsse zu ziehen. Das stimmt zwar, allerdings beklagten die Autoren einen Umstand, der zuvor scheinbar nicht bedacht worden war: Angeblich haben sich nämlich gerade jene Eltern vermehrt zur Teilnahme bereit erklärt, deren Kinder kurz nach Impfungen verstorben waren.
Aus den Daten ergab sich beispielsweise, dass das Sterberisiko im Zeitraum von drei Tagen nach der Impfung mehr als doppelt so hoch war, wie an "normalen Tagen". Das Risiko 14 Tage nach einer Impfung zu sterben war sogar um das mehr als Dreifache höher als in den restlichen Wochen des Halbjahres nach der Impfung. Und dies erscheint auch dann noch ungewöhnlich, wenn man berücksichtigt, dass das Sterberisiko mit jedem Monat leicht abnimmt.
Dieser beobachtete Effekt - so die Autoren der TOKEN-Studie - sei aber nicht real, sondern eben ein Resultat des beschriebenen Erfassungsfehlers. Und so mussten die Rohdaten gewichtet und statistisch angepasst werden, um diesen methodischen Fehler auszugleichen. Offizielles Ergebnis der TOKEN-Studie war schließlich, dass zwischen Impfungen und Todesfällen keinerlei Zusammenhang besteht.


Im Boot mit den Impfstoff-Herstellern

Neben der erwähnten methodischen Panne trug es auch nicht gerade zum Vertrauen in diese Resultate bei, dass sich das Robert Koch Institut die TOKEN-Studie zum Großteil von den Herstellern der Baby-Impfstoffe bezahlen ließ. Sie steuerten einen Betrag von rund 2,5 Mio. Euro bei. Die Pharmafirmen hatten zwar offiziell keinen Einfluss auf die Interpretation der Daten, mussten laut Vertrag aber "unverzüglich über relevante Erkenntnisse oder Bewertungen unterrichtet werden". Weiters wurde ihnen das Recht zugestanden, dass sie vor der Veröffentlichung der Resultate "Gelegenheit zur wissenschaftlichen Stellungnahme zu den zur Publikation vorgesehenen Texten erhalten".
In diesem Abstimmungs-Prozedere lag wohl auch der tiefere Grund, dass die TOKEN-Studie nicht wie ursprünglich vorgesehen, im ersten Halbjahr 2009, sondern erst jetzt - mit zweijähriger Verspätung - veröffentlicht worden ist.

Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) wurde ebenfalls vom Robert Koch Institut durchgeführt. Sowohl Untersuchungszeitraum als auch die Autorenteams der beiden Studien überlappten sich. Die Beteiligung war mit 66,6 Prozent etwa doppelt so hoch wie bei der TOKEN-Studie. Die Anzahl der komplett ungeimpften Kinder war mit 94 Kindern bzw. 0,7 Prozent der Gesamtgruppe jedoch sehr niedrig. Signifikante Unterschiede zeigen sich lediglich bei der Vermeidung impfpräventabler Erkrankungen wie Masern, Mumps, Röteln oder Keuchhusten. Abgesehen davon ergab sich bei weiteren wesentlichen Fragen das Problem, dass die Kontrollgruppe der ungeimpften Kinder viel zu klein für halbwegs verlässliche Aussagen war. Die Autoren leiteten daraus die Schlussfolgerung ab, dass
…Unterschiede im Auftreten allergischer Erkrankungen und der Häufigkeit von Infekten zwischen ungeimpften und geimpften Kindern nicht zu beobachten sind.

In Vorab-Meldungen zu dieser Studie hatte es noch geheißen, dass Impfungen sogar einen schützenden Effekt hätten. 2009 hieß es im Allergo Journal, dem Organ der Deutschen Gesellschaft für Allergie- und Immunitätsforschung:
Die KiGGS-Daten weisen auf einen leicht protektiven Zusammenhang zwischen Impfungen im ersten Lebensjahr und dem Risiko für spätere atopische Erkrankungen hin. Befürchtungen, Impfungen könnten das Allergierisiko erhöhen, werden durch die Daten jedenfalls nicht gestützt.


Mehr Infekte, höheres Asthmarisiko

Wenn man sich nun die Details der veröffentlichten Arbeit ansieht, kann man sich über beide Aussagen nur wundern. Zwar haben Keuchhusten-, Masern-, Mumps-, und Röteln-geimpfte Kinder deutlich weniger Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln. Diesen Effekt hatte aber auch vor der Studie kaum jemand bezweifelt.
Überraschend war jedoch, dass – von diesen klassischen impfpräventablen Krankheiten abgesehen – das Pendel tendenziell in die Gegenrichtung zeigte. Ungeimpfte Kinder in der Gruppe der Ein- bis Fünfjährigen hatten im Jahresmittel 3,3 Infekte, bei den Geimpften waren es im Schnitt 4,2. In derselben Altersgruppe lag der Anteil der Kinder mit mindestens einer atopischen Erkrankung bei 12,6 Prozent, in der Gruppe der Geimpften bei 15 Prozent. Weil bei niedrigen Fallzahlen die statistische Schwankungsbreite hoch ist, erreichte keines dieser Ergebnisse die Grenze zur Siginifikanz.

Erstaunlich sind die Unterschiede bei Asthma. In der Altersgruppe unter zehn Jahren findet sich in der ungeimpften Gruppe kein einziger Asthma Fall. Bei den 11 bis 17-jährigen sind es gerade mal zwei. Der Asthma-Anteil der ungeimpften Kinder lag somit bei 2,1 Prozent. In der Gruppe mit mindestens einer Impfung hatten 617 Kinder oder 4,6 Prozent die Diagnose Asthma. Das Risiko wäre für Geimpfte demnach also mehr als doppelt so hoch.

Davon ist jedoch in der Auswertung keine Rede. Derartige Effekte erklärten sich aus der geringen Fallzahl, meinen die Studienautoren. Sie schreiben lakonisch:
Für Asthma bronchiale sind bei ungeimpften Kindern im Alter von 1 bis 10 Jahren keine Arztdiagnosen berichtet worden. Aufgrund der geringen Erkrankungswahrscheinlichkeit und den besonderen Schwierigkeiten einer Diagnosestellung in diesem Alter sowie der geringen Fallzahl Ungeimpfter wären auch kaum Asthmakranke zu erwarten.

Am erstaunlichsten in der gesamten Auswertung finde ich die strikte Beschränkung auf vollständig ungeimpfte Kinder. Wenn ein Kind beispielsweise im Alter von sechs Jahren eine einmalige Masernimpfung erhält und sonst gar nie gepiekst wurde, so zählt es nach dieser Auswertung schon zur Gruppe der "Geimpften", die – nach dem gültigen Impfkalender der letzten Jahre – in den ersten 24 Lebensmonaten auf 13 Impfungen kommen, die von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch Institutes empfohlen - und von den Kassen bezahlt werden. Darunter ist die Sechsfachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio, Hib und Hepatitis B, Pneumokokken- und Meningokokkenimpfung, sowie die Lebendviren-Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.
Einige Studien haben gezeigt, dass das Risiko vermehrter Allergien von jenen Kinderimpfungen ausgehen, die problematische Hilfsstoffe enthalten. Besonders verdächtig sind hier Aluminiumhydroxid und andere Aluminiumsalze, die als Wirkverstärker z.B. in allen Diphtherie-Tetanus-Keuchhusten(DTP)-Impfungen enthalten sind. Impfstoffe, die abgeschwächte Lebendviren enthalten wie jene gegen Masern, Mumps und Röteln, sind hingegen frei von derartigen problematischen Hilfsstoffen (Adjuvantien). Hier gibt es auch kaum Hinweise auf negative Auswirkungen auf das Immunsystem.
Wenn also in der KiGGS-Auswertung nicht "vollständig ungeimpfte" gegen "mindestens einmal geimpfte" Kinder verglichen worden wären, sondern beispielsweise DTP-geimpfte gegen DTP-ungeimpfte, so hätten sich mit Sicherheit größere Fallzahlen in der Kontrollgruppe ergeben und damit eine höhere statistische Aussagekraft.


Selbstzensur der Wissenschaft

Dabei können erstaunliche Resultate heraus kommen, wie etwa eine britische Arbeit von Tricia McKeever und Kollegen aus dem Jahr 2004 zeigte. Die Wissenschaftler der Universität Nottingham fanden ein 14-fach erhöhtes Asthma-Risiko nach DTP Impfung. Mit dem hahnebüchenen Argument, dass ungeimpfte Kinder seltener zum Arzt gehen und deshalb auch weniger "Chancen" haben, vom Arzt eine Asthma-Diagnose verpasst zu bekommen, erklärten McKeever und Kollegen jedoch originellerweise ihre eigenen Ergebnisse für ungültig. Mit dieser Feststellung wurde ohne nähere Erklärungen ein Schlussstrich unter die Studie gezogen. Wo es bei der Mehrzahl der wissenschaftlichen Arbeiten am Ende nämlich heißt, dass "weitere Forschung nötig ist", um verbliebene Fragen zu klären, fehlte diese Standardphrase wissenschaftlicher Literatur in der McKeever-Arbeit vollständig.

Sehr ähnlich wie die KiGGS-Ergebnisse klingen die Daten einer Neuseeländischen Arbeit von Trudi Kemp und Kollegen, wo in der - ebenfalls recht kleinen – Gruppe der DTP-ungeimpften Kinder gar kein Fall von Asthma registriert wurde.
Eine Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC unter Leitung von Frank DeStefano kam in einer Studie auf ein signifikant erhöhtes Asthma-Risiko nach Einführung der - ebenfalls Aluminium-verstärkten – Hepatitis B-Impfung. Der Effekt zeigte sich deshalb recht deutlich, weil zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Studie noch ein größerer Teil der US-Kinder nicht Hepatitis-B geimpft war und es damit eine gute Vergleichsgruppe gab. Auswirkungen hatte diese Beobachtung jedoch keine, Frank DeStefano tippte, so wie auch Tricia McKeever auf einen "Erfassungsfehler" in den eigenen Daten.

Wie sehr es in der Auswertung der KiGGS-Daten auch wichtig gewesen wäre, den Zeitpunkt der Impfungen mit ein zu beziehen, zeigte die Arbeit eines kanadischen Forscherteams unter Leitung von Anita Kozyrskyj aus dem Jahr 2008. Die Gruppe fand in einer großen Jahrgangs-Kohorte von Kindern ein deutlich vermindertes Asthma-Risiko wenn die DTP-Impfungen später verabreicht wurden. Eine Verschiebung der ersten DTP-Dosis um nur zwei Monate nach hinten reduzierte das spätere Asthmarisiko der Kinder immerhin auf die Hälfte. Wurden alle drei Teilimpfungen der Grund-Immunisierung nach hinten verschoben, so sank das Asthma-Risiko gar um signifikante 61 Prozent.

All diese alarmierenden Signale hätten mit den Daten aus der KiGGS-Umfrage nachgeprüft werden können. Doch das wurde unterlassen. Und so wissen wir weiterhin nicht, wie es um den Zusammenhang zwischen Allergien und Impfungen steht und ob die beschriebenen Effekte auch in Deutschland vorkommen.

Doch es ist ja noch nicht zu spät. Die Daten von KiGGS liegen vor. Man müsste sie bloß dem Robert Koch Institut weg nehmen und sie von unabhängigen Wissenschaftlern auswerten lassen.
Denn niemand ist schlechter geeignet für eine objektive Prüfung, als jemand, der sich mit einer kritischen Beurteilung selbst schaden würde. Und das wäre zweifellos der Fall, wenn sich herausstellen sollte, dass einige der Impfungen, die von Experten des Robert Koch Institutes empfohlen wurden, Kinder krank machen könnten
Befangenheit nennt man das in der Rechtssprechung.
In der Medizin werden solche Befangenheiten schlichtweg ignoriert. Und niemand findet etwas dabei, wenn sich Impfexperten selbst überprüfen - und dabei ständig rauskommt, dass eh alles in Ordnung ist.

Mittwoch, 9. März 2011

TOKEN Studie: Dreifach erhöhtes Sterberisiko nach Sechsfach-Impfung

Im Zeitraum von 2005 bis 2008 untersuchte das Robert-Koch-Institut (RKI) alle Sterbefälle bei Babys im Alter zwischen zwei und 24 Monaten. Die Ergebnisse sollten 2009 veröffentlich werden. Mit zwei Jahren Verspätung war es nun endlich so weit. Die Resultate der TOKEN-Studie sind auf der Homepage des RKI nachzulesen. Und nun scheint auch klar, warum die Publikation der Daten so lange verzögert wurde: Es zeigte sich nämlich, dass das Sterberisiko im Zeitraum zwei Wochen nach einer Sechsfach-Impfung – im Vergleich zu den Monaten danach – um das Dreifache erhöht ist. 

Wer bereits nachgesehen hat, auf der RKI-Homepage, wird sich wundern, wie ich zu meiner Aussage komme. Dort ist von derartigen Resultaten nämlich keine Rede. Dafür erfolgt in der Rubrik "Ergebnisse" der Studien-Zusammenfassung gleich über eine ganze Seite eine Erklärung, warum bei den vorliegenden Rohdaten der TOKEN Studie ein schwerer methodischer Fehler, nämlich ein so genannter "Selection Bias" vorliegt.
Der Grund dafür wird vom RKI folgendermaßen erklärt:
Im Rahmen der dreijährigen Studie wurden 676 uSUD-Fälle (Anm: "unerklärliche und nicht erwartete plötzliche Todesfälle") durch die Gesundheitsämter gemeldet. Von diesen 676 gemeldeten Fällen konnten 37,6% (254 Fälle) in die Studie aufgenommen werden, die Eltern der anderen 422 Fälle stimmten einer Studienteilnahme nicht zu. ...
Eine Auswertung der Teilnahmequoten für den epidemiologischen Studienteil ergab, dass Eltern von Kindern, die kurz nach einer Impfung verstorben waren, sich eher bereiterklärten, an der Studie teilzunehmen. Diese Selbstselektion von Eltern exponierter Fälle (‚selection bias’) kann in der Auswertung nicht korrigiert werden und führt zu einer verzerrten Risikoberechnung. Das in der TOKEN-Studie berechnete Risiko überschätzt deshalb das ‚wahre’ Risiko. Dies muss bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.

Sehen wir uns an, wie sich das in den Daten wieder spiegelt.

Tabelle 12 der Studie zeigt, in welchem Abstand zur letzten vorangegangenen Sechsfach-Impfung die Kinder gestorben sind:

  • 27 Kinder starben binnen zwei Wochen nach der letzten Sechsfach-Impfung 
  • 102 Kinder starben im Zeitraum zwischen zwei Wochen und sechs Monaten nach dem letzten Impftermin

Wenn die Impfung nichts mit den Todesfällen zu tun hat, sollte das Sterberisiko nach der Impfung etwa gleich hoch sein, wie im Lauf des folgenden halben Jahres (und nur dem leichten Abwärtstrend des allgemeinen Sterberisikos während der ersten beiden Lebensjahre folgen).
Eine simple Division zeigt nun, dass dem nicht so ist:

  • Binnen zwei Wochen nach der Impfung wurden pro Tag 1,93 Todesfälle registriert.
  • In den 168 Tagen des restlichen Halbjahres nach der Impfung wurden pro Tag hingegen nur 0,61 Todesfälle registriert.

Daraus ergibt sich ein um den Faktor 3,2 höheres Sterberisiko im Zeitraum von zwei Wochen nach der Impfung.

Ein derartiges Ergebnis ist natürlich schockierend, kann nach den vorliegenden Rohdaten aber nicht geleugnet werden.
Wenn das Argument der Studienautoren stimmt, dass sich vorwiegend jene Eltern, deren Kinder kurz zuvor geimpft worden sind, bereit erklärt haben, an dieser Studie teilzunehmen, so haben wir aber ein Dilemma. Denn natürlich würde das die Studien-Aussage verfälschen.

Daraus ergibt sich die Frage, warum es überhaupt notwendig ist, Eltern, deren kleine Kinder vor kurzem gestorben sind, für eine vollständig anonyme Studie um ihr Einverständnis zu bitten und mittels eines Fragebogens zu belästigen.
Es ist selbstverständlich, dass viele dieser Eltern nicht erfreut sind, über den Tod ihres Kindes Auskunft zu geben und langwierige Fragebögen auszufüllen.
Es wirft ein bezeichnendes Bild auf den Zustand der epidemiologischen Forschung in Deutschland, wenn es nicht möglich ist, diese Daten anonym zu erheben. Handelt es sich doch - nach der Definition dieser Todesfälle um "nicht erwartete und von der Medizin nicht erklärbare Todesfälle" bei Babys.
Man sollte doch annehmen, dass hier nicht einfach der Sargdeckel zugeschraubt und die Kinder - ohne weitere Untersuchungen - beerdigt wurden, sondern dass diese Todesfälle besonders genau untersucht werden.
Warum ist es nicht möglich, diese Erhebungen in die RKI-Studie aufzunehmen? Zumal ja die Studie weithin bekannt war und nahezu alle Gesundheitsämter, Gerichtsmediziner und sonstigen einschlägigen Behörden in Deutschland vorab über die TOKEN-Studie informiert worden waren.
Hier nun ohne Daten da zu stehen - und mühselig an die Eltern der toten Kinder herantreten zu müssen ist eine unglaubliche Schlamperei und eine Perversion des Datenschutz-Gedankens. Wissenschaftler skandinavischer Länder können über so etwas wohl nur ungläubig den Kopf schütteln.

Wir haben also eine mit großem Aufwand durchgeführte Erhebung aller unerklärten plötzlichen Todesfälle in Deutschland. Und nun ist es kaum möglich, diese Daten vernünftig zu interpretieren, weil es bei zwei Drittel der toten Babys keine Angaben zu den vorangegangenen Impfungen gibt.

Um überhaupt Aussagen treffen zu können, wurden einige epidemiologische Spezial-Verfahren vorgenommen. So wurde eine Fall-Kontroll-Studie gebildet, um das Sterberisiko statistisch zu bemessen.
Hier ergeben sich nun lauter nicht signifikante Ergebnisse.

Solche Spezial-Erhebungen haben nun aber einen vergleichsweise hohen Unsicherheits-Faktor. Zudem besteht - auf Grund der langen Verzögerung - der begründete Verdacht, dass diese Auswertungen erst vorgenommen wurden, nachdem das verheerende Resultat der Rohdaten-Auswertung bekannt wurde.

Bleibt also als unbefriedigendes Fazit dieser teuren und langwierigen Studie, dass die Ergebnisse ungewiss sind.

Das hätte nicht sein müssen, wenn jene Behörden und Gerichtsmediziner, die mit den Todesfällen befasst waren, ein anonymes Datenblatt ausgefüllt hätten, in dem die nötigen Angaben zu vorangegangenen Impfungen erfasst gewesen wären.
Dann hätten wir nun das,  was wir uns eigentlich von der TOKEN-Studie erhofft hatten: Klarheit über die Frage, ob es nach Impfungen - und falls ja, nach welchen - ein höheres Sterberisiko gibt.
Auf diesen einfachen Gedanken ist aber scheinbar niemand gekommen und diese Chance wurde vertan.

Wenn man nun von Seiten des RKI aber als Ergebnis raus posaunt, dass das Risiko für einen plötzlichen Tod innerhalb einer Woche nach Sechsfachimpfung nicht erhöht ist, so muss man auch dazu sagen, dass es sich dabei nicht um die korrekte Wiedergabe der erhobenen Daten handelt, sondern um eine über statistische Umwege erreichte Ersatz-Interpretation handelt.

Das kann jeder – siehe oben – ganz simpel mit einem Taschenrechner nachprüfen.


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