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Montag, 9. August 2021

Rätsel, Gerüchte, Impfverträge: Meldungen aus dem Covid-Mittsommerloch

Mitten in der Urlaubszeit steigt bei Politik und Gesundheitsbehörden die Nervosität, was die steigenden Corona-Infektionszahlen wohl bedeuten und wie ihnen zu begegnen ist. Die US-Behörde CDC hat nun die Maskenpflicht in Innenräumen für alle Menschen im Alter über 2 Jahren empfohlen. Für besondere Aufregung sorgte, dass dies auch für bereits geimpfte Personen gilt, weil immer mehr Daten das Nachlassen des Impfschutzes belegen. Dessen ungeachtet sehen viele Experten die Rettung in Impfquoten von mindestens 85%. Angesichts der wachsenden Skepsis in der Bevölkerung sind derartige Quoten ohne gesetzliche Impfpflicht jedoch vollständig illusorisch. 


Normaler wird der Sommer nicht mehr - langsam klingt der Corona-Herbst an (Foto: SJ Golding)


Zur Lage in Israel 

In Israels Krankenhäusern sieht die Belegung mit Covid-Patienten mit Stand vom 6. August so aus.

Ernsthaft Kranke der Altersgruppe über 60 Jahren:
  • 196 sind vollständig geimpft
  • 5 sind einmal geimpft
  • 65 sind ungeimpft
Ernsthaft Kranke der Altersgruppe unter 60 Jahren:
  • 15 sind vollständig geimpft
  • 1 ist einmal geimpft
  • 46 sind ungeimpft
Ende Juli hatte die israelische Gesundheits-Behörde noch verlautbart, dass zwar der Schutz vor Infektionen bei Covid-Geimpften abnimmt (auf zuletzt 39%), dass jedoch der Schutz vor schweren Krankheitsfällen mit 91% unverändert hoch bleibt und die Geimpften zu 88% vor Hospitalisierung abgesichert sind. 
Mit den aktuellen Daten gilt das nicht mehr. In der Gruppe unter 60 Jahren liegt der Schutz vor Covid-bedingter Einweisung ins Krankenhaus zwischen 70 und 80%, in der Gruppe der Menschen über 60 Jahren nur mehr bei 65%. 

Die Gesundheits-Behörde versuchte einer negativen Impf-Stimmung gegenzusteuern, indem sie betonte, dass das Risiko einer Hospitalisierung bei ungeimpften älteren Menschen immer noch signifikant höher ist als bei geimpften. Verschwiegen wird bei dieser Rechnung jedoch, dass in Israel fast nur noch jene älteren Menschen ungeimpft sind, die zu schwach für eine Impfung sind. Dabei handelt es sich um Menschen über 80 mit erheblichen Vorerkrankungen. Und dass diese Gruppe ein höheres Risiko einer schwer verlaufenden Covid-Infektion hat, liegt auf der Hand. 

Besorgniserregend ist der zeitliche Trend des abnehmenden Impfschutzes auch insofern, als sich die Zahl der Covid-positiven Patienten, die täglich in Israels Krankenhäusern aufgenommen werden müssen, seit Anfang Juli von rund 5 pro Tag auf 40 pro Tag vervielfacht hat. 

Seit Anfang Juli steigen die Infektionszahlen in Israel und den USA rasant an

Die Infektionszahlen sind sogar um das Zehnfache angestiegen, liegen derzeit so hoch wie zuletzt Anfang März mit rund 4.000 Fällen pro Tag. Die Kurve weist weiter steil nach oben. Aus dem Expertenkreis des Gesundheitsministerium kommen immer mehr Stimmen, die für die September-Ferien in Israel einen landesweiten Lockdown fordern. 

Geimpfte genauso infektiös wie Ungeimpfte


Die britische Behörde "Public Health England" (PHE) gab bekannt, dass in der Vorwoche veröffentlichte Beobachtungen der US-Behörde CDC aktuell auch auf Großbritannien zutreffen: 
"Einige erste Ergebnisse ... deuten darauf hin, dass die Viruskonzentration bei Menschen, die sich mit Delta infizieren, nachdem sie bereits geimpft wurden, ähnlich hoch sein könnten wie bei ungeimpften Menschen. Dies könnte Auswirkungen auf die Ansteckungsfähigkeit von Menschen haben, unabhängig davon, ob sie geimpft wurden oder nicht."
Von den bestätigten Delta-Fällen, die seit dem 19. Juli ins Krankenhaus eingeliefert wurden, waren laut PHE 55,1% nicht geimpft, während 34,9% zwei Dosen eines COVID-19-Impfstoffs erhalten haben.

Deutscher Zweck-Optimismus

Das Robert Koch Institut (RKI) liefert im Gegensatz zu diesen eher ernüchternden Erkenntnissen einen regelrechten Jubelbericht ab, der die großartigen Effekte der Covid-Impfung feiert. 
Trotz seines Erscheinungsdatums (2. September 2021, online vorab) klingen die präsentierten Daten - im Zuge der aus den Israel, den USA und Großbritannien einlangenden Fakten – schon jetzt überholt.  
Zitat RKI-Bericht:
"Unsere hier präsentierten Daten belegen den überragenden Nutzen der COVID-19-Impfung bereits in den ersten 6,5 Monaten der Impfkampagne in Deutschland 2021. Unter anderem aufgrund einer noch nicht ausreichend hohen Impfquote unter den 18- bis 59-Jährigen und der sich derzeit ausbreitenden Delta-Variante steigen jedoch die Fallzahlen aktuell wieder an und Deutschland steht am Anfang einer vierten Welle. Um das Ausmaß einer vierten Welle so gering wie möglich zu halten, ist es notwendig, dass der Anteil der geimpften Bevölkerung schnellstmöglich erhöht wird, sodass ein vollständiger Impfschutz bei einer möglichst hohen Anzahl an Menschen besteht. Im Rahmen einer mit diesem Modell durchgeführten und früher publizierten Analyse ist hierfür eine Impfquote von 85 % in der Altersgruppe 12 bis 59 Jahre und eine Impfquote von 90 % bei Personen ≥ 60 Jahren notwendig."
Ohne allgemeine Impfpflicht sind solche Impfquoten kaum erreichbar. Doch wozu dienen derart hoch gesteckten Ziele überhaupt, wenn die Impfung schlecht vor SARS CoV-2 Infektionen schützt und damit die Erlangung einer Herdenimmunität in der Bevölkerung vollständig illusorisch macht?

Fauci fordert Impfpflicht

Anthony Fauci, der mittlerweile 80-jährige "Chief Medical Advisor" von US-Präsident Joe Biden liefert keine Antwort auf diese Frage, doch er fordert vehement eine Impfpflicht. Und zwar deshalb, "weil sich sonst das Virus weiter verbreiten und verändern könnte." Und dann, so Fauci, bestehe die Gefahr, dass sich am Ende eine Variante entwickle, die noch problematischer ist als Delta und vor der die aktuellen Impfstoffe gar keinen Schutz mehr bieten. 

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC haben mittlerweile 59 Prozent aller Bürger mindestens eine Impfdosis erhalten. Nach rasantem Start der Impfkampagne kommt sie angesichts verbreiteter Skepsis in der Bevölkerung mittlerweile aber nur noch schleppend voran. US-Präsident Joe Biden und hochrangige Regierungsvertreter rufen die Bevölkerung zunehmend verzweifelt auf, sich impfen zu lassen. Fauci erhöht mit seiner Forderung nach "Impfpflichten auf lokaler Ebene" den Druck. Die CDC hat ihre Forderung nach einer Maskenpflicht in Innenräumen letzten Sonntag auf "alle Menschen ab 2 Jahren" erweitert. 

STIKO soll verschwinden

Seit sich die deutsche STIKO ('Ständige Impfkommission' am Robert Koch Institut in Berlin) gegen eine allgemeine Impfung der Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen hat, läuft die Politik Sturm gegen diese widerborstigen Impfexperten, angeführt vom Ulmer Virologen Thomas Mertens.
Manne Lucha, Gesundheitsminister aus Baden-Württemberg, kritisierte beispielsweise, dass die STIKO dazu neigt, Entscheidungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erstmal eher nicht gutzuheißen. „Wir sind der Überzeugung, dass die Impfung für Jugendliche eine große Chance ist, und sind da auch selbstbewusster geworden.“
Der Tenor der politischen Offensive lautet: Wenn die EMA etwas zulässt, dann haben das gefälligst auch die deutschen Impfexperten zu empfehlen. Deshalb wird nun rundum von allen möglichen Bundes- und Landespolitikern die Gründung eines 'Bundesgesundheitsamtes' angeregt - anstelle der STIKO. 
Natürlich könne man sich immer andere Strukturen vorstellen, erklärte STIKO-Chef Mertens. Etwas Neues sollte aber besser sein als das Alte. „Ein Bundesgesundheitsamt gab es ja bereits früher.“
Tatsächlich ist das damalige Bundesgesundheitsamt im Jahr 1994 infolge eines Skandals um kontaminierte Blutpräparate aufgelöst worden. Um ein möglichst unabhängiges, frei von finanziellen Eigeninteressen agierendes Expertengremium zu schaffen, wurde in der Folge die STIKO gegründet. 

"Die wahren Covidioten"

Gereicht hat das Mittsommertheater offenbar dem ehemaligen SPD-Bundesfinanzminister und Ex-Chef der Linkspartei Oskar Lafontaine. Gestern ließ er auf seinem Facebook-Account eine richtige Wutrede los: 
"Als ich die geleakten Verträge mit Pfizer/Biontech auf den NachDenkSeiten gelesen habe, verschlug es mir die Sprache. Dort steht doch tatsächlich: „Der Käufer erkennt an, dass die langfristigen Wirkungen und die Wirksamkeit des Impfstoffs derzeit nicht bekannt sind und dass der Impfstoff unerwünschte Wirkungen haben kann, die derzeit nicht bekannt sind… Der Käufer erklärt sich hiermit bereit, Pfizer, BioNTech (und) deren verbundene Unternehmen (…) von und gegen alle Klagen, Ansprüche, Aktionen, Forderungen, Verluste, Schäden, Verbindlichkeiten, Abfindungen, Strafen, Bußgelder, Kosten und Ausgaben freizustellen, zu verteidigen und schadlos zu halten.”
Die Politiker, die solche Verträge abschließen, sind die wahren Covidioten. 
Unter Machtmissbrauch und Größenwahn fällt die Empfehlung der Gesundheitsminister der Länder, auch Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren Impfstoffe anzubieten. Was fällt diesen politischen Laiendarstellern eigentlich ein? Kennen sie, im Gegensatz zum Hersteller, die langfristigen Wirkungen des Impfstoffs und wissen sie bereits, dass der Impfstoff keine unerwünschten Wirkungen haben wird? Angefangen vom Bankkaufmann, Politikwissenschaftler und Pharmalobbyisten Spahn – auf welche Fachkompetenzen berufen sich diese Damen und Herren eigentlich?"
Diesem "Wort zum Sonntag" von Oskar Lafontaine ist wenig hinzuzufügen. 

Montag, 17. August 2015

Autismus und Impfungen: Ein CDC-Insider packt aus

Die USA wird von einer Autismus-Epidemie unvorstellbaren Ausmaßes erfasst. Die noch vor drei Jahrzehnten extrem seltene Entwicklungsstörung betrifft heute bereits jedes 68. Kind. Die Ursachen für die Katastrophe liegen völlig im Dunklen. 
William Thompson, ein führender Forscher der US-Gesundheitsbehörde CDC konnte die Praktiken seiner Behörde mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren und machte nun mehr als 100.000 Seiten interner Unterlagen für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese Daten belegen, wie sehr die CDC versuchte, einen möglichen Einfluss von Impfungen bei der Entstehung von Autismus zu vertuschen. Wie Thompson und seine Kollegen dafür sogar Daten gefälscht und relevante Ergebnisse vertuscht haben. Ende August erscheint nun "Vaccine Whistleblower" mit seiner Anklage. Thompson belegt darin, wie voreingenommen, wissenschaftsfeindlich und korrupt die weltweit einflussreichste Gesundheitsbehörde tickt. 

Whistleblower William Thompson packt aus 
Dass es innerhalb der CDC brodelte - ähnlich einer kriminellen Vereinigung, die wusste, dass Feuer am Dach ist - das erfahren wir staunend. Und zwar über einen langjährigen Mitarbeiter, der als Chef-Epidemiologe und Statistiker zur Führungs-Riege im „Nationalen Impfprogramm“ gehörte: William Thompson.
Im August 2014 wandte er sich über das Anwaltsbüro Morgan Verkamp, das einen guten Ruf als Rechtsbeistand für Whistleblower genießt, mit einem schockierenden Statement an die Öffentlichkeit. Er gab in seiner Nachricht zu, dass er und andere Kollegen der CDC in ihren Studien betrogen, Daten unterschlagen und Resultate gefälscht hatten, um Impfungen vom Ruf frei zu waschen, sie könnten irgend etwas mit der Autismus-Epidemie zu tun haben. Thompson selbst hatte an mehreren Dutzend Arbeiten zur Sicherheit von Impfungen mitgearbeitet, darunter drei Studien, welche jeglichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus glatt widerlegten.


"Ich gehe jetzt durch die Hölle…"

Thompson begründete seinen Schritt an die Öffentlichkeit mit schlechtem Gewissen. In mehreren auf Band aufgezeichneten Gespräch mit Brian Hooker, einem befreundeten Wissenschaftler, der selbst Vater eines autistischen Sohnes ist, legte er seine Beichte ab. Über die Konsequenzen sei er sich im klaren, sagte Thompson, doch das werde er schon durchstehen. Er könne es nicht mehr länger verantworten zu schweigen.  „Für mich bedeutet es nur, dass ich ein paar Monate durch die Hölle gehe, wenn das jetzt alles öffentlich wird. Aber was ist das schon im Vergleich zu einer Familie, zu einem Kind, das tagein tagaus leidet. So sehe ich das. Ich bin zutiefst beschämt, was ich getan habe.“

Ende August 2015 erscheint ein Buch, zusammen gestellt von Anwalt Kevin Barry, das Thompsons komplette Aussagen zusammen fasst. Thompson gibt darin sich und seinen Kollegen die Schuld, „dass wir mindestens zehn Jahre Forschung versäumt haben, ein Jahrzehnt, in dem die CDC wie gelähmt war und ihr Wissen nicht transparent gemacht hat.“ 
Thompson erzählt von der in internen Sitzungen ausgegebenen Parole, „dass wir niemals zugeben werden, dass Autismus eine tatsächliche Nebenwirkung von Impfungen ist“. Dass in diese Richtung keine öffentlichen Förderungsgelder  ausbezahlt werden sollten, stand sogar in offiziellen Publikationen zu lesen, etwa des „Institute of Medicine“ (IOM), dem obersten wissenschaftlichen Beratungsgremium der US-Politik.


Jeder 42. Junge in den USA ist Autist


Barack Obama: "Wir werden niemals genug Geld haben,…"

Derartige Dinge muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land steht inmitten einer verheerenden Gesundheits-Katastrophe, die hunderttausende Familien schwerstens belastet. Wo Babys erkranken, die ihr ganzes Leben lang spezielle Therapie und Pflege brauchen. Wo niemand sagen kann, wie das jemals finanziert werden soll. Auch Präsident Barack Obama erwähnte in einer Rede vor Journalisten, „dass wir - wenn die Autismus-Zahlen weiter so explodieren - niemals genug Geld haben werden, um diesen enormen Betreuungsaufwand leisten zu können.“  Und die wissenschaftlichen Berater des Präsidenten schließen gleichzeitig eine vorurteilsfreie Suche nach möglichen Ursachen der Katastrophe von vornherein aus. 

Das beste Beispiel für diese Forschungsstrategie liefert die CDC selbst mit ihrem „SEED-Projekt“, der, wie auf der CDC Webseite stolz angekündigt wird „bislang größten amerikanischen Studie zur Erforschung von Risikofaktoren für Entwicklungsstörungen im Kindesalter“. 
Zur Information der Öffentlichkeit über den Fortschritt der Studie veröffentlicht die CDC Halbjahres-Berichte. In der zuletzt erschienenen 11. Ausgabe dieser SEED-Berichte gibt es Informationen über die Wichtigkeit von Bewegung für die Gesundheit der Kinder. Weiteres ein Bericht über einen autistischen Jugendlichen, der auf Konferenzen motivierende Vorträge hält und kürzlich sogar ein Buch veröffentlicht hat. Und schließlich News aus der wissenschaftlichen Praxis, wo es um das Verständnis geht, welche Gene bei der Entstehung der verschiedenen Störungen des autistischen Spektrums beteiligt sein könnten.


Thompson platzt der Kragen

Hinter diesen weitgehend nichtssagenden Berichten für die Öffentlichkeit stehe aber „eine wahre Goldmine, ein Disneyland an Daten“, berichtet William Thompson. Unter anderem „die Gesundheitsakten von rund 1.200 Kindern mit bestätigter Autismus-Diagnose inklusive alle Impfdaten der Kinder und sogar ihrer Eltern.“ Gerade diese Akten werden aber bislang „unter Verschluss gehalten und weggesperrt“.

Es sei beabsichtigt, damit in Zukunft zu arbeiten und es gibt laut Thompson auch schon rund 60 Forschungsanträge von Wissenschaftlern, welche Studien mit dem SEED-Datensatz machen möchten. „Aber keine einzige davon befasst sich mit Impfungen, keine einzige.“ Im aufgezeichneten Gespräch mit Hooker merkt man Thompson an, wie sehr ihn diese Ignoranz empört: 1.200 Kinder mit Autismus, dazu eine Kontrollgruppe, alle Daten, die man sich nur wünschen kann, das ergäbe alle Zutaten zur Beantwortung der lange gesuchten Frage, ob Impfungen in der Entstehung von Autismus eine Rolle spielen oder nicht. Er sei in der Behörde aktiv geworden und habe die Kollegen gelöchert, sie konfrontiert: „Wie werdet Ihr Euch rechtfertigen, dass ihr niemals die Impfungen untersucht habt?“ - Dass niemand diese „Hauptader der Goldmine“ mit ihm fördern und wissenschaftlich auswerten wollte, gab möglicherweise den letzten Anlass, dass Thompson resignierte und keine andere Chance mehr sah, als einen Schlussstrich hinter seine Karriere zu ziehen und sich an die Öffentlichkeit zu wenden.


Drei Inhaltsstoffe unter Verdacht

Bislang sind drei Inhaltsstoffe von Impfungen mit der Entstehung von Autismus in Verbindung gebracht worden: die Lebendviren aus der MMR-Impfung, sowie die Metallverbindungen von Aluminium und Quecksilber (Thiomersal). Alle drei haben unterschiedliche Funktionen, unterschiedliche Wirkmechanismen und damit auch ein unterschiedliches Gefahrenpotenzial. Forschungsfragen gäbe es wahrlich genug.

In den USA und den meisten Entwicklungsländern, sind noch immer Thiomersal-haltige Impfstoffe am Markt. In Europa wird Quecksilber als Konservierungsmittel nur noch „im Notfall“ - wie es heißt - in Impfstoffen eingesetzt. Zuletzt war dies bei der Schweinegrippe Pandemie der Fall. Thompson erzählt von Experimenten mit Ratten, wo gezeigt wurde, dass die Tiere - wenn man die Dosierung etwas erhöhte - ein deutlich höheres Sterberisiko hatten. In den USA muss man sich bloß gegen Influenza impfen lassen und man bekommt eine Dosis Quecksilber. „Ich weiß nicht, warum sie das immer noch für schwangere Frauen empfehlen“, sagt Thompson, „das ist die letzte Personengruppe, denen ich Quecksilber spritzen würde.“

In Studien zum Zusammenhang von MMR und Autismus war Thompson persönlich beteiligt. Diese Studien, erklärt Thompson, waren gedacht als Antwort auf die Wakefield Diskussion und den Vertrauensverlust in deren Sicherheit. Dummerweise ergab sich bei der Auswertung ein signifikant höheres Autismus-Risiko für Jungen afroamerikanischer Herkunft, die - entsprechend dem offiziellen Impfplan - im Alter unter drei Jahren gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurden. „Das war ein Resultat, das wir nicht erwartet hatten und es wurde endlos darüber diskutiert, wie wir das wieder los werden.“ Schließlich, deutet Thompson an, hätten sie eine Gruppe von Teilnehmern und deren Daten einfach aus dem Protokoll gestrichen - und damit war das Ergebnis nicht mehr auffällig. „Ich war Komplize“, gesteht Thompson, „wir haben niemandem von den signifikanten Resultaten erzählt. Wenn ich jetzt Familien mit autistischen Kindern treffe, dann fühle ich eine riesengroße Scham. Denn ich habe möglicherweise dazu beigetragen.“


"Reporter plappern korrupten Gesundheitsbeamten wie Papageien nach"

Das Vorwort zum Buch stammt von Boyd E. Haley, einem Professor für Chemie an der Universität von Kentucky, der als Experte für die Toxikologie von Inhaltsstoffen der Impfstoffe gilt. Er appelliert, dass jeder Kinderarzt dieses Buch lesen sollte, um gemeinsam eine medizinische Untersuchung einzuleiten. „Die Vorwürfe von Dr. Thompson sind so gravierend, dass die Frage der Sicherheit von Impfungen vollständig neu geprüft werden muss.“

Der Anwalt und Autor Robert F. Kennedy Jr. unterstützt diese Forderung Haleys in einem weiteren Vorwort und greift die US-Medien frontal an, weil sie bislang zu den Vorgängen um die CDC weitgehend geschwiegen haben: „Die Reporter plappern die Sprechblasen, die ihnen von korrupten Gesundheitsbeamten und den Sprechern der Impfstoff-Industrie hingeworfen werden, kritiklos nach wie Papageien.“ Dies sei wohl nur damit zu erklären, schrieb Kennedy, dass sich die Medienkonzerne als Komplizen der pharmazeutischen Industrie sehen, von deren Anzeigen sie finanziell abhängig seien.



Das Müllsack-Meeting

Besonders bildlich wird Thompsons Bericht, wo es um die Vertuschung des ganzen Skandals geht. „Die Autoren der Studie vereinbarten einen Termin, wo alle Dokumente im Zusammenhang mit der Studie zerstört werden sollten. Wir waren zu viert und einer brachte in den Konferenzraum einen riesigen Müllsack mit. Dann gingen wir durch alle Dokumente und entschieden, welche wir entsorgen. Das geschah auch. Allerdings hatte ich damals schon Bedenken, dass das illegal ist, was wir hier tun. Und ich behielt von allen Dokumenten Kopien in meinem Büro. Sowohl in Papier als auch am Computer.“

Genau diese Aussage von Thompson las der republikanische Kongress-Abgeordnete aus Florida, Bill Posey, am 29. Juli 2015 im US-Repräsentantenhaus öffentlich vor. Thompson hatte ihm, als Abgeordneter seines Vertrauens, mehr als 100.000 Seiten der brisanten CDC Unterlagen zukommen lassen.

Posey erklärte in seiner Rede, dass er dazu beitragen möchte, dass dieser Skandal aufgeklärt wird. Wer immer möchte - ob Politiker oder Vertreter der Medien - brauche nur in seinem Büro anzurufen und könnte bei ihm sofort die Kopien von Thompsons Unterlagen erhalten.
Der Applaus auf seine Rede war schwach.
Bis heute haben weder Politiker noch Journalisten aus den großen Medienhäusern sein Angebot wahr genommen.


Nachtrag

Seit 1998 ist die pharmazeutische Industrie zum mit Abstand größten Sponsor der beiden großen politischen Parteien der USA aufgestiegen. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 3,15 Milliarden US-Dollar offiziell als Ausgaben für politisches Lobbying verbucht. Bei den Zuwendungen für die Demokraten und Republikaner hat sich im Lauf der letzten Jahre ein interessanter Wechsel ergeben. Während im Jahr 2000 nur 36 Prozent der Zuwendungen der Pharmaindustrie an die Demokraten gingen und 2004 gar nur 31 Prozent, brachte der Wahlkampf von Barack Obama im Jahr 2008 den Umschwung. Von den 20 Millionen US-Dollar, die offiziell von Big Pharma an die Kandidaten gespendet wurden, waren nun beide Parteien etwa gleich stark bedacht. Barack Obama erhielt in diesem Jahr mit 848.000 US-Dollar die mit Abstand höchsten Zuwendungen als Einzelperson.

Die beiden größten Impfstoff-Hersteller der USA, Merck und Pfizer gaben im Jahr 2014 jeweils mehr als 8 Millionen US-Dollar für politisches Lobbying aus und stehen damit an der Spitze aller Branchen, noch weit vor Öl- oder Rüstungsfirmen oder den großen Versicherungsunternehmen.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Panik + Epidemie = Pandemie

Angesichts der bevorstehenden Ausrufung der höchsten Pandemie-Warnstufe durch die WHO erinnern sich auch in den USA immer mehr Mediziner und Politiker daran, dass die Schweinegrippe schon mal ein Thema war (siehe "Das Schweinegrippe-Debakel").
Der Kongress-Abgeordnete Ron Paul war damals einer von nur zwei Politikern, die gegen die staatlichen Maßnahmen - einer generellen Durchimpfung der Bevölkerung gegen die Schweinegrippe votierten.




Hier zum Ausgleich ein Beispiel für die Art von Information die von der US-Behörde CDC generell (abseits der Schweinegrippe) zum Thema Influenza geliefert wird.
Ein propagandistisches Plädoyer für die Impfung, das unter die Haut geht und als Konsequenz der Verweigerung den Tod der eigenen Kinder androht.
Natürlich ohne jegliche Hinweise über mögliche Nebenwirkungen der Impfung - oder über den laut Cochrane-Metaanalyse fehlenden Nachweis einer Wirkung der Grippe-Impfung im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Zitat:
In children under the age of two, the efficacy of inactivated vaccine was similar to placebo.

In dieser britischen Studie wurde die Wirksamkeit der Influenza-Impfung bei Kindern zwischen 6 und 59 Monaten im Verlauf von zwei Influenza-Saisonen (2003/04 + 2004/05) getestet.

Zitat:
Significant influenza VE (vaccine effectiveness) could not be demonstrated for any season, age, or setting after adjusting for county, sex, insurance, chronic conditions recommended for influenza vaccination, and timing of influenza vaccination (VE estimates ranged from 7%-52% across settings and seasons for fully vaccinated 6- to 59-month-olds).

Von all diesen Fakten ist im Propaganda-Machwerk der CDC keine Rede. Hier wird stattdessen in übelster Manier - und als Hohn auf die Forderung nach "informierter Entscheidungsfindung" bei medizinischen Interventionen – Stimmung gemacht.
Und das von jener Behörde, die nun, im Verbund mit der WHO, auch bei der Influenza A/H1N1 (vormals Schweinegrippe) die weltweite Vorgehensweise bestimmt:



(Dieser Beitrag erschien am 5. 5. 2009 auf meinem alten Blog)

Beruhigungsmittel Tamiflu

"Angst vor dem viralen Supergau", betitelt Focus online eine bange Story über die kommende Influenza-Pandemie. "Schweinegrippe-Virus springt auf USA über", lieferte Spiegel online erste Belege. Und Michael Kunze, Österreichs oberster Sozialmediziner sah sich in Interviews ob seiner Einschätzung der Gefährlichkeit von Influenza vollständig bestätigt. Hält er es doch nun für möglich, dass sich seine 2005 - anlässlich der Vogelgrippe-Hysterie - geäußerte Prognose, "in spätestens fünf Jahren kommt die weltweite Pandemie mit Millionen Todesopfern", doch noch als seriöse Warnung erweist.


Je nach Quelle sind in Mexico bereits "über 60 " (Spiegel) oder "mindestens 103" (Dow-Jones-Newswire) Menschen an der verdächtigen Virusvariante, gestorben. Mexicos Gesundheitsminister Jose Angel Cordova gab im Fernsehen bekannt, dass sich derzeit rund 500 Personen mit Verdacht auf Schweinegrippe in Krankenhäusern befinden.

Doch die Rettung naht: Der Basler Roche-Konzern kündigte heute an, dass umgehend die Produktion der berühmten Influenza-Pille Tamiflu wieder hoch gefahren wird. Und weil dieser Prozess bis zum Endprodukt acht Monate in Anspruch nimmt, zeige sich nun, so eine Firmensprecherin, dass jene Behörden und Institutionen, die rechtzeitig vorgesorgt haben, eben doch die Klügeren waren.

Wie ernst sind nun all diese Meldungen zu nehmen?

Steht wirklich eine tödliche Pandemie bevor - oder wird nach der Vogelgrippe nun die nächste Viren-Sau durchs Weltdorf getrieben, auf dass zumindest die Pharmaindustrie von der Finanzkrise verschont bleibe?

Zunächst fällt es schwer, bei den aus Mexico gemeldeten Todesfällen den sicheren Bezug zur Influenza herzustellen, wenn - laut WHO derzeit in Mexico gerade mal 18 Labor-bestätigte Krankheitsfälle vorliegen. Und das, obwohl die Grippewelle, angeblich bereits im März ihren Ausgang nahm.
In den USA halten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) derzeit bei 20 bestätigten Fällen. Sie seien alle mild verlaufen, erklärte ein Behördensprecher, nur in einem Fall sei eine kurzfristige Hospitalisierung notwendig gewesen.

Sollten die Viren über der Grenze zu Mexico wesentlich schlimmere Infektionen auslösen? Das wäre eigenartig.

Einig sind sich die meisten Experten in der Empfehlung, sicherheitshalber eine Packung Tamiflu bereit zu halten.
Die CDC erklärte, dass Tamiflu (ebenso wie das zweite Mittel, Relenza) gegen die Schweingrippen-Variante des Influenza-A Typs H1N1 wirksam sei.

Doch was heißt das?
Aus klinischen Studien weiß man, dass Tamiflu die Symptome der Influenza abschwächt, den Krankheitsverlauf ein wenig verkürzt, ebenso die Zusatzkomplikationen.
Dies aber auch nur, wenn die Medikamente binnen 48 Stunden nach dem Einsetzen der ersten Symptome genommen werden.
Wie sich das zeitlich mit dem Rat der CDC vertragen soll, Medikamente nur nach definitiver Bestimmung durch
a) entweder real-time PCR oder
b) Virenkultur
einzunehmen, bleibt ein Rätsel, wenn nur die wenigsten Krankenhäuser in der Lage sind, diese Nachweise - noch dazu binnen kürzester Zeit zu erbringen.

Im realen Leben wird wohl jede Person, die über Tamiflu verfügt, das Mittel beim kleinsten Kribbeln im Hals sicherheitshalber einwerfen.

Ob das auch der Sicherheit dient, ist weniger sicher. Bislang konnte noch in keiner Studie gezeigt werden, dass Tamiflu die Sterblichkeit senkt. Auch bei Vogelgrippe-Patienten versagte Tamiflu. Hier wurde stets betont, dass die Medikamente zu spät eingenommen worden waren.

In Japan, dem Land mit der längsten Tradition in der Anwendung dieser Medikamente, gilt seit 2007 ein Tamiflu-Verbot für Teenager, nachdem es hier zu einer Reihe von mysteriösen Selbstmorden gekommen war. Auch in den USA wurden bei Kindern Halluzinationen, Verwirrtheit und Krampfanfälle berichtet.

Häufigste in den Zulassungsstudien beobachtete "normale" Nebenwirkungen waren Erbrechen (8%), Übelkeit (7,9%) und Bauchschmerzen (2,2%).

Wie es aussieht, werden die Viren auch schneller als befürchtet gegen die Mittel resistent - wie ein Artikel der New York Times zur Influenzasaison des zurückliegenden Winters zeigte:

Last winter, about 11 percent of the throat swabs from patients with the most common type of flu that were sent to the Centers for Disease Control and Prevention for genetic typing showed a Tamiflu-resistant strain. This season, 99 percent do.

“It’s quite shocking,” said Dr. Kent A. Sepkowitz, director of infection control at Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York. “We’ve never lost an antimicrobial this fast. It blew me away.”


Das Schweinegrippe-Debakel

Wenn derzeit jede Option etwas trostlos erscheint, so wissen wir wenigstens, wie mit solchen Phänomenen nicht umzugehen ist. Die Vorfälle ereigneten sich vor mehr als 30 Jahren in den USA und gingen als großes Schweinegrippen-Debakel in die Medizingeschichte ein.

Damals, am 4. Februar 1976 starb ein junger Soldat in einer Kaserne in New Jersey an Grippe, 19 weitere waren krank und drei davon waren von denselben Viren befallen wie das Todesopfer. In der Laboranalye zeigte sich, dass diese Unterart der Grippeviren starke Ähnlichkeit mit jenen hatte, die normalerweise nur Schweine befällt.
Diese Nachricht schlug in der wissenschaftlichen Kommune der Infektionsexperten ein wie eine Bombe: War die Grippe von den Schweinen auf die Menschen übergesprungen? Handelte es sich hier um eine mutierte Abart jener Viren, die im Nachkriegswinter 1918/19 jene weltweite Katastrophe ausgelöst hatte, in dessen Verlauf mehr Menschen starben als zuvor in vier Kriegsjahren. Die Expertengremien tagten rund um die Uhr, die Zeit drängte und schließlich wurde gehandelt. Präsident Gerald Ford verkündete im Fernsehen, dass „jeder Mann, jede Frau und jedes Kind“ in einer konzertierten Aktion gegen die tödlichen Epidemie geimpft werde. Ansonsten – so die dramatische Hochrechnung – würden noch im selben Jahr 1976 rund eine Million Amerikaner sterben.


President Gerald Ford geht mit Beispiel voran

Obwohl es in der Kaserne in New Jersey bei dem einen Todesfall blieb und weitere fünfhundert infizierte Soldaten mit der Grippe leicht fertig wurden, lief die Produktion des im Hauruck-Verfahren zugelassenen Impfstoffes das ganze Jahr über auf Hochtouren, um im Herbst, wenn das tödliche Virus zweifellos wiederkommen würde, gerüstet zu sein.
Und schließlich startete die generalstabsmäßig vorbereitete Aktion. Gleich zu Beginn starben in Pittsburgh drei Geimpfte innerhalb weniger Stunden. Das wurde als tragischer Zufall angesehen, die Aktion lief weiter. Insgesamt 45 Millionen Impfungen wurden verabreicht, zahlreiche Nebenwirkungen traten auf. Doch das galt als notwendiger Preis, den es für die Abwendung einer Katastrophe eben zu zahlen galt. Bis im Dezember 1976 ein Zwischenbericht der Behörden erschien, der zeigte, dass die Nebenwirkungen ein enormes Ausmaß annahmen. Besonders alarmierend war das Auftreten tausender Fälle von Guillain-Barre-Syndrom (GBS). Bei dieser Störung des Immunsystems leiden die Patienten unter Lähmungen, die tödlich enden können.
Am 16. Dezember wurde die Impfkampagne eingestellt. Die GBS-Opfer bekamen 90 Millionen Dollar Schadenersatz. Insgesamt hatte die Aktion 400 Millionen Dollar gekostet. Was die meisten Medizin-Experten für eine gute Idee gehalten hatten, ging stattdessen als Debakel in die Annalen der Medizin ein.
Harvey Fineberg, Dekan der Harvard School of Public Health gab in seiner abschließenden Analyse der Aktion auch einige Warnungen für die Zukunft mit: „Versprechen wir uns nicht zuviel von unseren Möglichkeiten“, appellierte er, „denken wir stets auch an das Unerwartete und rechnen wir niemals damit, dass die Experten später – wenn die Dinge sich überraschend ändern – auch noch zu dem stehen, was sie vorher gemeinsam empfohlen haben.“

(Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 27. 4. 2009 auf meinem alten blog)