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Samstag, 10. Oktober 2026

Autismus Diagnosen stiegen seit der COVID-Zeit um 42 Prozent an

Seit Jahrzehnten steigen Entwicklungsstörungen wie ADHS, Autismus oder Lernschwäche massiv an. Besonders in den USA, mit zeitlicher Verzögerung aber auch in Europa. Häufig hört man den Einwand, dass sich die Aufmerksamkeit verändert habe und die Kriterien für die Diagnosen ausgeweitet wurden. Und der Anstieg deshalb überschätzt wird. Doch auch wenn man kürzere Zeiträume vergleicht - in der einheitliche Kriterien angewendet werden - zeigt sich, dass der Trend real ist und unsere westlichen Gesellschaften beim Gesundheitszustand der Kinder einer Katastrophe zusteuern. 

Seit 2019 stiegen die Autismus Diagnosen in den USA um 42% an

Das Ausmaß belegt nun eine neue Studie aus den USA. Vor wenigen Tagen ist der "National Health Interview Survey" veröffentlicht worden, ein große Erhebung der Behörde CDC, die von 2019 bis 2024 reicht. Im Zeitraum von fünf Jahren wurden knapp 40.000 Eltern befragt, ob ihre Kinder (Altersgruppe 3 bis 17 Jahre) eine diesbezügliche medizinische Diagnose erhalten haben. Die Interviews wurden von Mitarbeitern der Behörde im persönlichen Kontakt durchgeführt und dann bei Bedarf noch telefonisch vertieft. Die Kriterien waren einheitlich, der Zeitraum kurz und dennoch zeigte sich ein enormer Anstieg beim Zuwachs der Störungen. 

Bereits 2019/20 als die erste Welle der Interviews durchgeführt wurde, hatte jedes siebente Kind die Diagnose einer Entwicklungsstörung. 
Bei der zweiten Befragung 2023/24 war bereits jedes fünfte Kind betroffen. 
  • Die häufigste Störung war ADHS (12% der Kinder) mit einem Anstieg von 26%.
  • 8,9% der Kinder haben eine diagnostizierte Lernschwäche.
  • Und 4,5% eine Diagnose aus dem Autismus Spektrum. Hier stellten die Statistiker der CDC den größten Anstieg fest: Eine Zunahme um 42,4% binnen fünf Jahren. 
  • Das bedeutet, dass nun jedes 22. Kind in den USA "im Spektrum" ist, wie es so schön heißt.
  • Überdurchschnittlich betroffen sind sozial schwächer gestellte Familien. 


Ist der Anstieg real oder war es schon immer so?

Im Diskussionsteil der Studie wird viel über die möglichen Ursachen dieses unerwartet rasanten und dramatischen Anstiegs spekuliert. Und wieder werden die alten Erklärungsmuster aufgewärmt. Möglicherweise seien die Diagnosen ausgeweitet - und mildere Fälle einbezogen worden. Vielleicht sei auch die Aufmerksamkeit für Entwicklungsstörungen - speziell im Lauf der Covid-Pandemie - gestiegen? Eventuell sind deshalb mehr Eltern - aus der unteren sozialen Schicht - zu Ärzten gegangen?

Diese Argumente werden bereits seit Jahrzehnten vorgebracht, um den Anstieg bei Autismus & Co. zu erklären und damit sich selbst und die Öffentlichkeit zu beruhigen. 
Begonnen hat die Debatte in den 90er Jahren, als immer mehr Wissenschaftler Belege für die Autismus-Epidemie veröffentlichten. 
Eine Studie aus Kalifornien zeigte beispielsweise, dass Kinder mit dem Geburtsjahr 1990 ein siebenfach geringeres Risiko hatten bis zu ihrem 5. Geburtstag die Diagnose 'Autismus' zu erhalten, als Kinder des Geburtsjahres 2001. Die Autismus Inzidenz stieg im beschriebenen Zeitraum von 6,2 Fällen pro 10.000 Kindern auf 42,5 Fälle. 
Besonders markant war der Anstieg bei den 2- bis 3-jährigen. 

Die Studienautoren schreiben, dass ein Teil des Anstiegs (12%) dadurch zu erklären sei, dass vermehrt jüngere Kinder diagnostiziert wurden. Die Einbeziehung milderer Fälle erklärte sogar 56 %. "Der Rest des Anstiegs", so die Autoren, "verdient ernsthafte Berücksichtigung und mehr Forschung zu möglichen Umweltfaktoren."

Dass die Autismus-Diagnose zunehmend milde Fälle einschloss ist demnach ein Phänomen, das bereits für die späten 90er Jahre relevant war. Warum aber ging der Anstieg dennoch weiter?

Vierjährige Kinder in Kalifornien hatten laut Gesundheitsbehörde CDC im Jahr 2022 bereits eine Autismus Inzidenz von 606 Fällen pro 10.000 Kindern. Das ist ein Anstieg um das 14-fache seit 2001 und um das beinahe 100-fache seit 1990.

Allmählich wird es lächerlich die Autismus-Epidemie als Zeitgeist-Phänomen, Diagnose-Konstrukt oder angeborenen Gendefekt abzutun. Eine ernsthafte Suche nach den Umweltfaktoren wird aber nach wie vor verweigert. So auch in der gerade veröffentlichten CDC-Studie über den neuerlichen massiven Anstieg von 2019 bis 2024.

Impfungen als Elefant im Raum

Dass in diesem Zeitraum viele Kinder gegen Covid geimpft wurden, wird nicht mal erwähnt. Ebenso, dass in Kalifornien, New York und anderen Bundesstaaten noch strengere Impfvorschriften in Kraft getreten sind. Der Impfplan für Kinder wurde um weitere Impfungen erweitert. Ebenso der Impfplan für Schwangere. 

"Jede ehrliche Untersuchung der Ursachen für diesen starken Anstieg der Prävalenz von Entwicklungsstörungen müsste bei diesen offensichtlichen Faktoren ansetzen. Die Autoren erwähnen aber nichts davon, weil sie ihren Job verlieren würden, wenn sie kritische Fragen zur Kausalität stellen", ärgert sich der Autismus-Experte Toby Rogers vom Brownstone Institut. "Sie lassen jegliche Dringlichkeit, Neugier oder Empathie vermissen, um ihre Gehorsamkeit gegenüber der allmächtigen Pharmaindustrie zu signalisieren. Aber irgendwann wird diese Unterwürfigkeit lächerlich." 


Toby Rogers bei seiner Anhörung vor dem US-Senat

Rogers, der seine Dissertation an der Universität Sidney zur "Politischen Ökonomie von Autismus" geschrieben hat, forderte - unter anderem auch bei einem Hearing vor dem US-Senat - endlich eine vorurteilsfreie Forschung zu den Ursachen von Autismus - in die auch Impfungen einbezogen werden. In seinem im Mai 2025 veröffentlichten Opus Magnum "Mapping the entire field of autism causation studies in one article“ ("Übersicht über das gesamte Forschungsfeld der Autismusursachenforschung in einem Artikel") analysierte Rogers mehr als 850 Studien, schied unbrauchbare Studien mit Designfehlern aus und teilte den Rest in folgende vier Gruppen:

1) Große genetische Studien (Hunderte von Papers):

Mit enormer Vehemenz und einem finanziellem Aufwand von 2,3 Milliarden US-Dollar ist versucht worden, die genetischen Ursachen von Autismus zu finden. Das ist gescheitert. Es gebe keine „Gene für Autismus“, die den massiven Anstieg seit den 1980er-Jahren erklären könnten. Zwillingsstudien und andere Arbeiten zeigten, dass Genetik höchstens einen begrenzten Anteil (etwa 30–38 %) erkläre und nicht die zeitliche Zunahme. Neuartige Mutationen könnten nach Rogers Ansicht durch toxische Einflüsse mitverursacht sein.

2) Epigenetische Studien

Sie seien methodisch besser als die reinen Genetik-Arbeiten, untersuchten aber nicht ausreichend die Impfexposition als möglichen Auslöser und seien deshalb unzuverlässig.

3) Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus finden (22 große Arbeiten seit 2000)

Rogers wirft diesen Arbeiten vor, dass es hier keine ungeimpften Kontrollgruppen gab. Stattdessen wurden sozusagen 7-fach geimpfte mit 16-fach geimpften verglichen. Bei Autismus gäbe es aber keine reine Dosis-Wirkung Beziehung. Bereits eine oder zwei Impfungen können bei empfänglichen Kindern die entscheidende Gehirnentzündung auslösen. Ohne echte ungeimpfte Kontrollgruppe könne man den Effekt von Impfstoffen nicht messen. Diagnostische Veränderungen und bessere Erkennung erklärten nur einen kleinen Teil des Anstiegs.

4) Die übrig bleibenden guten Studien (6 Arbeiten)

Rogers nennt vor allem Arbeiten von Mawson (2017a, 2017b, 2025), Gallagher & Goodman (2008, 2010) und Hooker & Miller (2021). Nach seiner Auswertung erhöhen Impfungen das Autismus-Risiko im Schnitt etwa um den Faktor 4. In Subgruppen steige das Risiko noch stärker:

  • Impfung bei Frühgeborenen: um das ca. 14,5-fache
  • Impfung ohne Stillen: um das ca. 12,5-fache
  • Impfung plus Kaiserschnitt: um das ca. 18,7-fache

Weitere toxische Faktoren, die Rogers aus der Literatur heraushebt, sind u. a. Pestizide/Herbizide, bestimmte Pharmazeutika (Schmerzmittel wie Paracetamol, Antibiotika), Schwermetalle und andere Umweltgifte. Impfstoffe seien aber der dominierende Treiber.

Rogers kritisiert, dass die Mainstream-Forschung durch regulatorische und finanzielle Einschränkungen blockiert ist. Er fordert die Aufhebung des "National Childhood Vaccine Injury Act", ein im Jahr 1986 unter Präsident Ronald Reagan beschlossenes Gesetz, dass es unmöglich macht, Impfstoff-Produzenten zu klagen. 

In seinem aktuellen Blog-Beitrag schreibt Rogers: "Die amerikanische Medizin beginnt, den dunkelsten Tagen des sowjetischen Systems zu ähneln, in denen Wissenschaftler nur noch Dinge wiederholten, von denen sie wussten, dass sie unwahr sind, nur um sich der geforderten Darstellung der Realtität anzupassen. Das Ergebnis dieser extremen Vereinnahmung ist sowohl in der ehemaligen Sowjetunion als auch in den heutigen USA ein enormer Vertrauensverlust und das Absterben der Wissenschaft."

Abschließend sei noch erwähnt, dass Rogers Ausführungen natürlich im Widerspruch zum Konsens der großen medizinischen Fachgesellschaften stehen. Diese finden keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus. Der Anstieg sei vor allem auf breitere Diagnosekriterien, bessere Erkennung und Meldepraxis zurückzuführen.


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Dienstag, 19. November 2024

Long Covid Studie erfolglos beendet

Mit großen Hoffnungen haben viele betroffene Patienten eine Studie verfolgt, in der ein Medikament gegen eine Autoimmunerkrankung getestet wurde. Es handelt sich um den Wirkstoff mit dem Kürzel "BC-007", der in der Lage ist, Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren zu neutralisieren. Die Frage, die in den Studien geprüft werden sollte, war, ob sich dadurch eine Besserung der Symptome der Patienten ergibt. Die Symptome gleichen jenen von CFS/ME - dem chronischen Müdigkeitssyndrom.
 
Ursprünglich wurden die gefährlichen Antikörper vor allem bei Impfschäden gefunden

Die Firma 'Berlin Cures', die den Wirkstoff herstellt und die Studie durchgeführt hat, teilte vor einigen Tagen auf ihrer Webseite mit, dass die Teilnehmer der Studiengruppe keine besseren Ergebnisse erzielt haben als jene der Placebogruppe.
"Weitere detaillierte Analysen wurden nicht durchgeführt," heißt es. "Aufgrund finanzieller Engpässe war die Berlin Cures GmbH gezwungen, alle Aktivitäten einzustellen."
 
Ich verfolge diese Angelegenheit schon seit 8 Jahren. Damals recherchierte ich zu meinem Film "Unter die Haut" zu Impfschäden, die nach der HPV-Impfung aufgetreten sind. Der dänische Wissenschaftler Jesper Mehlsen hatte hunderte betroffene Frauen und Mädchen untersucht, die nach der Impfung nicht mehr in der Lage waren, ihr normales Leben weiter zu führen. Viele waren schwer geschädigt und konnten kaum noch das Bett verlassen. Und die Mehrzahl dieser Patientinnen waren positiv auf die oben erwähnten Autoantikörper.
 
Die Firma war finanziell nicht in der Lage, eine eigene Studie zu finanzieren. Doch dann kam COVID-19 und auch hier hatten viele Impfgeschädigte dieselben Antikörper im Blut. Auch bei Long-COVID Patienten fanden sich bei etwa jedem dritten solche Antikörper. Deutsche Ärzte forderten eine Studie und Gesundheitsminister Karl Lauterbach gab Forschungsgelder dafür frei. Die Studie war allerdings nur für Long COVID Patienten zugänglich. Nicht für impfgeschädigte.
Ich habe damals einen Vorstand von Berlin Cures für ein Interview telefonisch erreicht und fragte ihn, was es mit dieser Einschränkung auf sich hat. Er antwortete, dass klinische Studien sehr teuer seien und sie auf Fördermittel angewiesen sind. "Und weil Impfschäden kein gutes Image haben, schrieben wir unsere Förderanträge für Long Covid."

Long Covid ist ein Sammelsurium verschiedenster Symptome - viele davon mit psychosomatischer Komponente. Kann es an dieser Beschränkung liegen, dass die Studie keinen Erfolg zeigte? Man wird es wohl nie erfahren, denn gegen die Herstellerfirma 'Berlin Cures' wurde nun ein Konkursverfahren eingeleitet.

Mittwoch, 14. März 2018

Fieber macht Sinn

Wer fiebert braucht Bettruhe, fühlt sich abgeschlagen, erschöpft und „richtig krank“. Dennoch ist das Fieber selbst keine Krankheit. Ganz im Gegenteil. Fieber wird vom Organismus im Rahmen des Heilungsprozesses eingesetzt, um dem eigenen Immunsystem die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dessen ungeachtet lebt eine ganze Industrie davon, Fieber zu senken. Mit teils gravierenden Folgen für die Gesundheit.



„Mütter nehmen sich nicht frei“, heißt es in der TV-Werbung für Wick – DayMed. Und statt sich mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen ins Bett zu legen, sieht man die spontan genesene Mama, wie sie fröhlich mit ihrer Tochter einen Schneemann baut. Aspirin Complex wirbt mit 94% zufriedenen Kunden, Grippostad C mit gleich vier Wirkstoffen. Und überall wird suggeriert, dass die Medikamente das Fieber anstandslos beseitigen – und damit die Heilung beschleunigt wird. Tatsächlich stehen zahlreiche Medikamente zu Verfügung, mit denen sich die erhöhte Körpertemperatur rasch wieder auf ein normales Niveau bringen lässt. So wirft man schnell ein Thomapyrin oder Fibrex ein oder gibt dem Kleinkind ein Nurofen-Zäpfchen. Die Frage ist bloß, ob das auch tatsächlich eine gute Idee ist.

Auch bei gesunden Menschen schwankt die Körpertemperatur teils beträchtlich – meist im Bereich zwischen 35,8 und 37,2 Grad. Allein die Stelle, wo gemessen wird, kann einen Unterschied von rund einem Grad ausmachen. Am niedrigsten sind die Werte unter der Achsel, etwas höher bei oraler und deutlich höher bei rektaler Messung. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Am frühen Morgen kann die Temperatur um ein Grad unter den Messwerten des Abends liegen, ohne dass eine Krankheit vorliegt. Gutes Essen treibt die Körperwärme ebenso in die Höhe wie bei Frauen der Eisprung. Doch ohne Vorliegen einer Krankheit ist spätestens bei 38 Grad (rektal gemessen) Schluss – und erst darüber spricht man von Fieber.


Das Immunsystem verschafft sich bessere Arbeitbedingungen

Fieber ist nicht selbst die Krankheit, sondern ein Symptom, eine Reaktion auf interne Abläufe im Organismus: Den konkreten Anlass geben Aktivitäten des Immunsystems, die auf äußere Einflüsse – etwa eine Infektion mit Viren oder Bakterien, oder interne Signale auf Krankheitsherde reagieren.

Im Zuge der Heilungsreaktion wird unter anderem die Bildung von Prostaglandinen angekurbelt. Prostaglandine sind hormonelle Wirkstoffe und erfüllen im Organismus zahlreiche lebensnotwendige Aufgaben – unter anderem fungieren sie auch als Botenstoffe. Sie vermitteln dem im Zwischenhirn angesiedelten Hypothalamus, der als „Thermostat unseres Körpers“ fungiert, dass eine Erhöhung der Temperatur notwendig ist. Dadurch werden die Arbeitsbedingungen des Immunsystems in wesentlichen Bereichen verbessert. Fieber steigert die Tätigkeit des Abwehrsystems, indem es die Ausschüttung verschiedener Botenstoffe und Hormone forciert, die am Immungeschehen beteiligt sind. Dieser Prozess ist hochkomplex, im Detail noch nicht gänzlich erforscht. Dass Fieber auch Bakterien und Viren abtötet ist jedoch falsch.

Die Wirkung des Fiebers auf Mikroorganismen ist eine indirekte und basiert auf der Aktivierung des Immunsystems. Der Hitze selbst halten die meisten Keime dagegen problemlos stand.

Dass gerade eine Heilung im Gange ist, bemerken die Betroffenen nicht. Im Gegenteil: Fiebern ist anstrengend, denn das Aufheizen des Organismus verbraucht eine Menge Energie. Die Herzfrequenz steigt, die Durchblutung in der Haut erhöht sich und der Organismus gerät kräftig ins Schwitzen. Ein schweres Krankheitsgefühl setzt ein. Nebenher verstärken die dabei involvierten Nerven das Schwäche- und Schmerzempfinden. Das stärkt natürlich den Wunsch, dass die Krise mit medikamentöser Hilfe rasch wieder vorbei geht.

Doch diese heftige Reaktion macht schon Sinn. Dabei handelt es sich um eine im Lauf der Evolution eingeführte Rückkoppelung, welche dazu führt, dass kranke Lebewesen mit akuter Entzündung sich zurückziehen und ruhen, damit dem Heilungsverlauf nicht unnötig Energie entzogen wird.


Fiebersenker stören interne Kommunikation

Interessant ist nun die Wirkungsweise der Fiebersenker. Fiebersenker und Schmerzmittel aus der Klasse der nicht-steroidalen Entzündungshemmer wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Ibuprofen oder Diclofenac greifen in diesen wichtigen Reparaturmechanismus ein. Die Medikamente stören für einige Stunden die Herstellung aller Prostaglandine, nicht nur jener die für die als negativ empfundenen Symptome zuständig sind. Dadurch ergibt sich das Risiko zahlreicher Nebenwirkungen, speziell bei Überdosierung oder chronischem Missbrauch.

Interessante Resultate brachte auch eine im Oktober 2017 veröffentlichte Studie, die in der Notfall-Ambulanz der Kinderklinik Philadelphia durchgeführt wurde. Eingeschlossen waren etwas mehr als 22.000 Patienten mit nicht ernsthaftem Fieber. Etwas mehr als die Hälfte der Kinder erhielt – bei ansonsten weitgehend gleichem Krankheitsbild – fiebersenkende Mittel, entweder Paracetamol (38%), Ibuprofen (19%) oder beides. Die andere Hälfte erhielt keine Fiebersenker.

Unterschiede im Behandlungsablauf wie Röntgenaufnahmen und ähnliches wurden in der Auswertung berücksichtigt. Auch auf Alter, Antibiotika, etc. wurde kontrolliert, so dass in den Resultaten möglichst der pure Effekt der Fiebersenkung übrigblieb. Und der war enorm:

Kinder, deren Fieber gesenkt wurde, hatten einen signifikant längeren Aufenthalt in der Klinik. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie mehr als zwei Stunden bleiben mussten, lag beim Doppelten der unbehandelten Kinder. Den mit Abstand längsten Aufenthalt hatten jene Kinder, die beide Medikamente bekamen.

Fiebersenker sind jene Medikamente, die in Kinderkliniken am raschesten gegeben werden. Im Schnitt dauert es 54 Minuten von der Aufnahme bis zur Verabreichung des ersten Fiebersenkers. Wenn die Kinder unter Schmerzen leiden, aber keine erhöhte Temperatur haben, müssen sie hingegen deutlich länger – nämlich durchschnittlich 83 Minuten – warten, bis sie ein Medikament bekommen. „Dass Fieber so deutlich rascher behandelt wird als Schmerz hat mit den vorherrschenden Meinungen der Ärzte zu tun, dass es sich bei Fieber um das deutlich ernsthaftere Symptom handelt“, erklären die Studienautoren und fügen hinzu: „Medizinisch ist dieses Vorgehen unbegründet.“

Wenn schon Fiebersenker, so die aktuellen medizinischen Leitlinien zum Fieber-Management, so sollten diese oral gegeben werden. Bei der rektalen Gabe kommt es häufiger zur Überdosierung. Verschiedene Wirkstoffe sollten nicht kombiniert werden. Gänzlich verworfen wird die Praxis mancher Ärzte, den Eltern nach einem Impftermin Fiebersenker vorsorglich mitzugeben. Diese sind, wie zahlreiche Studien belegen, auch ungeeignet, um Fieberkrämpfen vorzubeugen.

Siegeszug von Paracetamol

In den 1960er Jahren berichtete der australische Mediziner Ralph D.K. Reye über Kinder, die nach der Gabe von Aspirin eine akute Schädigung von Gehirn und Leber erlitten haben.

Diese Problematik ging als „Reye Syndrom“ in die Medizinliteratur ein. Die Zusammenhänge wurden nie wirklich im Detail aufgeklärt und auch über die Häufigkeit des Auftretens dieses Syndroms herrscht Unklarheit. In Deutschland gab es während der letzten Jahrzehnte nur eine Handvoll gesicherter Fälle. Dennoch führten diese Warnungen dazu, dass bei Kindern massiv von der Gabe von Aspirin abgeraten wurde. Speziell im angloamerikanischen Raum wird bis heute vorwiegend Paracetamol verwendet.

Anders als Aspirin oder Ibuprofen wirkt Paracetamol nicht über die Hemmung der Prostaglandine, sondern über direkte Zugänge zu Gehirn und Rückenmark. Wie das jedoch im Detail abläuft, ist bis heute nicht bekannt. Länder mit dem höchsten Verbrauch von Paracetamol wie Australien, die USA oder Großbritannien führen auch die internationalen Rankings bei der Häufigkeit von Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen an. Daraus entstand die Frage, ob möglicherweise Paracetamol hier beteiligt sein könnte.

Allergien und Asthma

Zahlreiche Studien zeigten, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr Fiebersenker erhalten, später ein deutlich höheres Allergie-Risiko haben. Die Frage, ob der Einsatz der Fiebersenker ein unmittelbarer Auslöser von Asthma sein könnte, wird kontrovers diskutiert. Während große epidemiologische Arbeiten einen Zusammenhang nahelegen, warnen andere Wissenschaftler vor möglichen Fehlschlüssen. Joanne E. Sordillo, Medizineren in der Harvard Medical School in Boston, präsentierte dazu kürzlich eine Arbeit, in der 1490 Mütter mit ihren Kindern sowohl während der Schwangerschaft als auch während des ersten Lebensjahres auf die Verwendung von Fiebersenkern kontrolliert wurden. Wie weit verbreitet die Anwendung ist, zeigen die Resultate: Nur 30% der Frauen gaben an, dass sie während der Schwangerschaft niemals Paracetamol eingenommen haben. Während des ersten Lebensjahres des Kindes waren es sogar nur 4,5%.

Kinder die besonders häufig Fiebersenker bekamen, hatten ein um ein Drittel höheres Asthmarisiko. „Möglicherweise kommt das Asthma aber auch von den Infekten und nicht von den Medikamenten“, erklärt Studienautorin Sordillo. Gegen diese These spricht allerdings, dass die Kinder von Frauen, die während der ersten Phase der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen haben, später ebenfalls ein um ein Drittel höheres Asthmarisiko hatten – unabhängig von jeglichen Infekten beim Kind.


Wer fiebert wird schneller gesund

Dass Fieber selbst lebensgefährlich wird – und speziell ab 41 Grad unmittelbar zum Tod führt, ist ein hartnäckig verbreitetes Märchen. Fieber ist selbst limitierend. Wenn es zu hoch steigt, setzt eine Gegenregulation ein.

Richtig ist hingegen: Wer fiebert wird schneller und nachhaltiger gesund. Die Gesamtüberlebenschance einer Infektion ist bei Fieber deutlich erhöht. Schwerkranke Menschen, die nicht fiebern, haben demnach nicht nur einen verlangsamten Heilungsprozess, sondern auch eine deutlich schlechtere Prognose.

Dieser Effekt wird von manchen Krebstherapeuten eingesetzt, indem Fieber mit Hilfe der Injektion bakterieller Toxine aktiv erzeugt wird. Hohes Fieber kann das Immunsystem zu einer besseren Krebsabwehr stimulieren. Doch obwohl diese Tatsache unstrittig ist, wird der Ansatz in der Onkologie nach wie vor zu wenig erforscht. Zu stark scheint die Abneigung Fieber therapeutisch einzusetzen. Dabei wäre das nichts anderes als ein Nachahmen erfolgreicher Heilungstaktiken der Natur.

Bei diesem Artikel handelt es sich um die leicht gekürzte Version eines Berichts der in der März -Ausgabe der Zeitschrift "Naturarzt" erschienen ist. 

Freitag, 23. Februar 2018

Orientierung für ein glückliches Alter



So jung bin ich auch nicht mehr. Und nach all den medizinkritischen Filmen und Büchern dachte ich, es wäre mal an der Zeit für ein ausschließlich konstruktives Werk, das folgenden Fragen nach geht: Wie kann man über den persönlichen Lebensstil die besten Voraussetzungen für die zweite Lebenshälfte schaffen? Welche Antworten finden sich dazu in den zahlreichen Langzeitstudien, die bisher durchgeführt wurden? Ich habe aus dieser Motivation heraus ein - wie ich hoffe - ebenso spannendes wie brauchbares Buch geschrieben: Für mich selbst - und natürlich für alle interessierten Leser. Kürzlich ist "Der Methusalem-Code" erschienen. 


Was sind die wichtigsten Zutaten für ein langes glückliches Leben? Auf der Suche nach Antworten habe ich hunderte von wissenschaftlichen Studien durchforstet. Sicherlich ist es schwierig, die Menschen zu normieren und über einen Kamm zu scheren. Medikamente, die bei der Mehrzahl der Patienten nichts nützen oder sogar schaden, können bei dem einen oder anderen durchaus helfen. Es ist nicht möglich Regeln aufzustellen, die für wirklich alle Menschen zutreffen. Und möglicherweise gilt das sogar bei so unbestritten schädlichen Dingen wie dem Rauchen. Kennt nicht jeder – zumindest vom Hörensagen – eine putzmuntere Achtzigjährige, die noch immer „ihr“ Päckchen pro Tag raucht? Oder einen schlohweißen Bergfex, der den Wanderern entgegen lächelt mit der Pfeife in der Zahnlücke, den Vollbart tabakgefärbt, und der urig erklärt: „A G’söchts hoit si länga!" ("Geräuchertes hält länger!"). Ab und zu wird auch jemand beim Joggen von einem Auto erfasst und überfahren. An der grundsätzlichen Wahrheit, dass Rauchen schädlich und Bewegung gesund ist, ändert dies jedoch nichts.

Und so ist es sehr wohl möglich, jene Voraussetzungen zu bestimmen, die 99 Prozent der Menschen nützen. Angenehmer weise sind diese breit gültigen Richtlinien gar nicht so zahlreich und es ist möglich, hier einen Überblick zu gewinnen.

Das Kernthema des "Methusalem-Code" bildet die Erforschung von Glück und Gesundheit in der zweiten Lebenshälfte. Demgemäß ist es besonders interessant, Studien zu Rate zu ziehen, die sich den wahren Experten dieser Frage widmen: nämlich den Menschen, die es geschafft haben, glücklich und gesund alt zu werden. Es gibt mittlerweile weltweit eine ganze Reihe von aussagekräftigen Langzeit-Studien, die Personengruppen seit Jahrzehnten wissenschaftlich begleiten.

Mit Hilfe dieser Fülle von Daten bin ich nun folgenden Fragen nachgegangen:
  • Was unterscheidet jene Menschen, die früh sterben oder chronisch krank werden, von jenen, die glücklich alt werden und eine hohe Lebensqualität genießen? 
  • Wie unterscheidet sich – wenn man in der Datenbank zwanzig, dreißig Jahre zurückgeht – der Lebensstil der Glücklichen von dem der Unglücklichen, die im Alter krank und gebrechlich sind? 
  • Welche Faktoren sind es, die hier bereits im mittleren Lebensalter die Weichen in diese oder jene Richtung stellen?
Forscher, die außergewöhnlich alte Menschen untersuchten, fanden heraus, dass fast alle Hundertjährigen in eine von drei Gruppen passen: Etwa jeder fünfte der Greise gehört zu den „Entwischten“. Das sind jene Glücklichen, die noch nie eine der alterstypischen Erscheinungen oder chronischen Krankheiten hatten. Bei Ihnen hat Gott oder das Schicksal bei der Zusammenstellung der genetischen Grundausstattung scheinbar eine Doppelsechs gewürfelt.

Vier von zehn gehören zu den „Verspäteten“, wo die Alters-Wehwehchen erst mit 85 Jahren langsam angefangen haben. Der Rest gehört zur Gruppe der „Überlebenden“, die bereits Krebs, Herzinfarkt oder eine andere schwere Lebenskrise mitgemacht und überstanden haben.
Aus den genaueren Befragungen ergibt sich schließlich, dass beinahe die Hälfte dieser Hundertjährigen gar kein besonders gesundes Leben geführt haben. Ihr Geheimnis ist eine robuste Natur. Die andere Hälfte jedoch hat irgendwann den Beschluss gefasst, gesund alt zu werden und auch etwas dafür zu tun.

Es wurde auf dieser Welt bereits so vieles gedacht, so vieles ausprobiert. So viele Irrwege sind begangen, so viele geniale Gedanken ersonnen worden. Wir müssen nicht alle Fehler selbst machen. Wir können die richtigen Schlüsse ziehen. Und wir können uns dabei helfen lassen.

Zum Einstieg in die Thematik eignet sich am besten der "Methusalem-Test". Er dauert ungefähr zehn Minuten und liefert Ihnen ein personalisiertes Feedback zu 15 Lebensstil-Bereichen, inklusive der Einschätzung, wie viel Prozent ihres persönlichen Potenzials Sie derzeit ausschöpfen und wie alt Sie werden. Natürlich ist nichts davon fix. Alles ist veränderbar - und im Buch gibt es zahlreiche Tipps von denen doch viele überraschend und unerwartet sind. 

Donnerstag, 29. November 2012

Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium

Dieser Text ist das Vorwort zu meinem Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium" (Verlag Ennsthaler, 2012). Auf Basis dieser Recherche entstand später mein Film "Die Akte Aluminium" (ARTE, ZDF, ORF, SRF, 2013).


DeoWerbung: Hält 96 Stunden frisch und macht auch keine
Aluminium-Streifen auf der Kleidung

Eine meiner erwachsenen Töchter war kürzlich bei einer Freundin zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Sonntag rief sie an und bat mich, sie abzuholen. Als ich kam, waren einige der jungen Leute gerade beim Kochen, einige schauten TV – insgesamt „chillten“ etwa acht Freunde, die vom Fest übrig geblieben waren. Ich nahm die Einladung zum Essen zu bleiben an und setzte mich zu ihnen.

Im Fernsehen lief ein Werbespot, der plötzlich zum Gesprächsthema wurde. Dabei ging es um ein Deo, das über den Slogan beworben wurde, dass damit an T-Shirt, Hemd und Blusen „keine weißen Streifen“ mehr unter den Achseln auftreten, so wie das bei anderen Deos passieren kann – und wohl als gefürchteter Toilette-Fehler gilt. Jemand aus der Gruppe fragte, woraus diese „weißen Streifen“ bestünden. Ob das von einem Inhaltsstoff im Deo stamme oder ob das Rückstände von Schweiß seien.
Ich sagte, das sei wohl Aluminium. Daraufhin fragten sie mich, ob ich das ernst meine. Ich erzählte der Gruppe, dass in fast jedem Deo Aluminium als hauptsächlicher Wirkstoff enthalten ist. Dass Aluminium eines der reaktionsfreudigsten chemischen Elemente der Erde ist und es deshalb beispielsweise auch als Raketentreibstoff eingesetzt wird. Für den Start genügt es, feines Aluminiumpulver und Wasser zusammenzubringen und zu zünden. Darauf folgt eine ungeheure energetische Entladung. In Feuerwerken sorgt Aluminium nicht nur für explosive Gemische, sondern ist auch für verschiedene optische Glitter-Effekte zuständig. 

Aluminium-Deos verkleben die Zellen der Haut



ALICE - Rakete, die nur mit ALuminium
und ICE - gefrorenem Wasser betrieben wird
Und ebenso reaktionsfreudig ist Aluminium in Deos. Es reagiert sofort mit den Zellen der Haut und verändert diese radikal in ihrer Form und Funktion. Die Haut wird gestrafft, die Schweißdrüsen verkleben und darauf beruht der Effekt: Wasser kann nicht mehr durch die Poren, man schwitzt kaum noch. „Doch wehe, man hört damit auf“, sagte eine der jungen Frauen in der Runde, „dann stinkt man umso mehr!“ – Das kommt daher, erklärte ich, dass sich die Zellen mühsam vom schädlichen Einfluss des Aluminiums regenerieren. Zahlreiche Zellen haben Schaden erlitten, viele sind abgestorben. Sie befinden sich in diversen Stadien des Recyclings – und verströmen dementsprechend üblen Geruch. Viele Konsumenten fürchten sich regelrecht davor, wenn ihnen das Deo ausgeht. Ein Absetzen der Produkte wird nahezu unmöglich. Das wiederum ist ein Effekt, der den Herstellern ganz gut gefällt.
Die Zuhörer waren entsetzt, dass Kosmetik-Produkte solche Substanzen enthalten dürfen. Ich erzählte, dass ich vor habe, ein Buch über Aluminium zu schreiben, über dieses wohl seltsamste und vielleicht auch gefährlichste aller chemischen Elemente. Ich erläuterte auch, dass Aluminium nicht nur in Deos enthalten ist, sondern auch in zahlreichen Sonnencremes. Und dass wir uns – wenn wir uns nach den Richtlinien der WHO zum Sonnenschutz orientieren – an einem Tag am Strand ein Gramm Aluminium auf die Haut schmieren.

Alu-freie Impfstoffe
sind Mangelware
In zwei Drittel aller Impfungen ist Aluminium als Adjuvans enthalten: als Wirkverstärker, ohne den die meisten Impfungen deutlich schlechter oder gar nicht funktionieren würden. Und während gutgläubige Wissenschaftler davon ausgehen, dass Aluminium schnellstmöglich vom Organismus wieder ausgeschieden wird, zeigen aktuelle Forschungsarbeiten, dass dem eben nicht so ist. Dass Aluminium aus Impfungen bei vielen Menschen noch Jahre später an der Impfstelle im Muskel vorhanden ist und dort für schwere Irritationen sorgt. Dass die Haut – anders als von Kosmetik-Herstellern beteuert – keineswegs eine undurchdringliche Barriere für Aluminium darstellt und aggressive Aluminiumionen in vielen Organen angereichert werden, darunter auch im Gehirn.
Wir wissen mittlerweile, dass das Element bei bei mehr als 20 häufigen Krankheiten beteiligt ist und seine Verursacher-Rolle entweder feststeht oder es dafür starke Indizien gibt.
Die Belege werden immer überzeugender, dass Aluminium im Hirn Entzündungen auslösen kann und an der Entstehung der Alzheimer-Demenz beteiligt ist. Diese Krankheit verbreitet sich derzeit epidemisch. Sie verdüstert unseren Lebensabend und löscht das Wesen geliebter Menschen aus, noch bevor diese gestorben sind.
Wir wissen ebenso, dass Aluminium die Funktionsweise des Immunsystems schädigen und dauerhaft verändern kann. Möglicherweise liegt hier eine der Ursachen für den alarmierenden Anstieg bei Allergien und Autoimmunkrankheiten.
Und wir wissen, dass die Aluminiumindustrie in den letzten Jahrzehnten massiv in Ablenkungs-Manöver investiert und zahlreiche einflussreiche Wissenschaftler mit lukrativen Aufträgen versorgt und regelrecht eingekauft hat. Die Vorgangsweise erinnert an jene der Tabakindustrie in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Bloß dass hier die Vergehen weitgehend aufgedeckt sind und Milliarden an Strafzahlungen bezahlt werden mussten. Bei Aluminium stecken wir hingegen noch in jener Phase fest, wo darüber debattiert wurde, ob Lungenkrebs mit dem Rauchen tatsächlich etwas zu tun haben könnte.

Lobbys verhindern Aluminium-Forschung

In der Gruppe der Day-After-Party wurde es immer ruhiger. Alle hörten gespannt zu. Schließlich sagte eine Freundin meiner Tochter: „Das ist eine der ärgsten Geschichten, die ich je gehört habe. Wenn das stimmt, dann muss das doch eine der am intensivsten untersuchten Fragen der Wissenschaft sein.“
Ich sagte ihr, dass dieser Schluss wohl logisch wäre – in der Realität aber eher das Gegenteil der Fall ist. Es gibt zwar eine ganze Menge Fachleute, welche die problematischen Eigenschaften von Aluminium mit ihren Forschungsarbeiten belegen. Und dabei handelt es sich nicht um ein paar Außenseiter, sondern um angesehene Wissenschaftler, die in seriösen Journalen publizieren. Dennoch werden deren Thesen in der Öffentlichkeit oft als spekulativ oder als Einzelmeinung abgetan.
Während Abermillionen in die Entschlüsselung von Risikogenen oder in Projekte wie die „Alzheimer-Impfung“ gesteckt werden, liegen die Forschungsgelder auf Eis, wo es um die Wirkung von Aluminium geht. Sobald in einem Forschungsantrag die gesundheitlichen Effekte von Aluminium thematisiert werden, erzählten mir verschiedene Wissenschaftler, steigt die Wahrscheinlichkeit dramatisch, dass ein Projekt nicht gefördert wird. Viele wichtige Jurys in den staatlichen oder privaten Organisationen, welche über die Verteilung der Forschungsgelder bestimmen, sind von Alu-Lobbyisten besetzt. Fast überall hat sich der Slogan der Alu-Lobbyisten durchgesetzt: "Jeder Euro, der in Aluminiumforschung investiert wird, ist ein verlorener Euro: Das Thema ist durch - Aluminium stellt kein Gesundheitsrisiko dar!"
Aluminiumforschung ist deshalb meist nur über Selbstausbeutung oder mit Hilfe von Tricks möglich. Da wird dann aus Aluminium ein „Metall-Östrogen“, um die Aluminium-Lobby nicht aufzuscheuchen, oder es werden andere Projekte so ausgeweitet, dass darin auch Platz für Alu-Forschung ist. Angesichts dieser Schwierigkeiten ist es erstaunlich, dass in der aktuellen Medizinliteratur dennoch eine Studie nach der anderen zu negativen Effekten von Aluminium erscheint. Vielleicht nicht gerade in den absoluten Starjournalen, welche von den großen, von der Pharmaindustrie finanzierten Forschungen zu neuen Wirkstoffen dominiert werden, aber gleich in der zweiten Reihe.
"Pandoras box has been opened - Aluminium has been let out"
Christopher Exley, Professor für bioanorganische Chemie,
Keele University, UK (Foto: Ehgartner)
Man kann die Ergebnisse noch nicht in Wikipedia lesen oder in den Boulevardzeitungen, doch wer nur ein wenig tiefer in die Materie eintaucht und beispielsweise in „pubmed“, der internationalen Medizindatenbank, sucht, wird staunen über die Bandbreite der aktuellen kritischen Alu-Forschung. „Die Belege mehren sich, dass wir mit der Freisetzung von Aluminium aus der Erdkruste eine moderne ‚Büchse der Pandora’ geöffnet haben“, sagt der britische Aluminiumexperte Christopher Exley, der sich zeit seines Forscherlebens mit den Eigenschaften des seltsamen Metalls befasst hat. Aluminium könnte an zahlreichen Krankheiten – darunter solche Schrecken wie der Alzheimer-Krankheit, Parkinson, Brustkrebs oder Multiple Sklerose – ursächlich beteiligt sein.

Verbot Aluminium-haltiger Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Doch der Widerstand, der von den Lobbys geleistet wird, ist immer noch enorm. Und sobald eine positive Tat - im Sinne der Sicherheit der Menschen - gesetzt wird, versuchen sie, die Maßnahme umzudrehen.
Erst im Jahr 2008 hat etwa die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Grenzwert für die tolerierbare wöchentliche Aufnahme von Aluminium aus Nahrungsmitteln spektakulär von 7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht auf 1 Milligramm abgesenkt.
Begründet wurde diese Maßnahme unter anderem damit, "dass Aluminium das Nervensystem bereits in niedrigeren Dosen beeinträchtigen kann, als bisher angenommen wurde".
Die neuen Richtlinien waren nun allerdings so niedrig angesetzt, dass die Belastungsgrenzen, wie die EFSA Experten auch selbst schreiben, von „einem signifikanten Teil der europäischen Bevölkerung übertroffen werden“. Deshalb wurde empfohlen, einige Aluminium-Zusätze in Lebensmitteln stark zu reduzieren bzw. ganz zu verbieten.
Dies sollte nicht schwer sein, als ja Aluminium im Körper keinerlei sinnvolle Funktion erfüllt und Lebensmittel-Farbstoffe aus Aluminium oder Zusätze, welche beispielsweise die Rieselfreudigkeit von Milchpulver in Kaffeeautomaten erhöhen, nicht wirklich lebensnotwendig wären.
Der Aluminium-Industrie waren derartige Ansätze jedoch ganz und gar nicht angenehm. Bargen sie doch die Gefahr, dass Image schädigende Nachrichten in Umlauf geraten könnten. Die Lobbyisten der Industrie unternahmen deshalb mehrere Anläufe, diese Maßnahme rückgängig zu machen. Dazu bedienten sie sich der Hilfe „freundlich gesinnter“ Wissenschaftler.
Unter anderem wurde eine entsprechende, von der Industrie finanzierte Studie vorgelegt, um zu demonstrieren, dass Aluminium zum überwältigenden Teil über Harn und Stuhl sofort ausgeschieden wird und deshalb für Konsumenten kaum Gefahr besteht. Die Grenzwerte könnten also ruhig wieder angehoben werden.
 Die EFSA-Experten werteten diese Belege in einer Publikation von 2011 jedoch als nicht überzeugend und beharrten auf dem neuen niedrigeren Grenzwert. Im Mai 2012 wurde dann sogar eine Regulation erlassen, welche für alle EU-Mitgliedsstaaten bis spätestens 2014 bindend in die Landesgesetze zu übernehmen ist. Darin werden nun tatsächlich einige Aluminiumquellen wie Bentonite (E 558), Calcium Aluminium Sulfat (E 556) oder Kaolin (E 559) definitiv verboten. Die Lebensmittel-Behörden schlagen hier also einen Weg ein, der sich positiv abhebt von der sonst praktizierten Ignoranz.

"Aluminium is not a health problem"
Prof. Nicholas Priest, Toxikologe
(Foto: Langbein & Partner Media)
Doch auch die Lobbyisten machen weiter Druck. Der in Kanada tätige Toxikologie-Professor Nicholas Priest, einer der prominentesten industrienahen Wissenschaftler, erklärte mir im August 2012, dass die Grenzwerte definitiv wieder angehoben werden. Denn es sei ja schön und gut, vorsichtig zu sein, bei Aluminium bestehe dazu aber überhaupt kein Grund: „Wir wissen, dass von Aluminium keine Gefahr ausgeht – das Thema ist tot.“

Von den EU-Lebensmittelbehörden abgesehen, scheinen sich auch die meisten an diesen Grundsatz zu halten. Anstatt dem Verdacht nachzugehen und den Einfluss von Aluminium auf die sogenannten Zivilisationskrankheiten offensiv zu untersuchen, wird viel Geld in alternative Erklärungsmodelle – möglichst weit weg von Aluminium – investiert. Und so gilt heute das Interesse mehr der Jagd nach dem nächsten und übernächsten Multiple Sklerose- oder Alzheimer-Gen, statt offensiv die Rolle des Aluminiums aufzuklären.
Dasselbe gilt für die Epidemie an Krankheiten des Immunsystems, von autoaggressiver Diabetes, Morbus Crohn, bis hin zu krankhaften entzündlichen Prozessen im Gehirn, welche als mögliche Ursache für neuzeitliche Phänomene wie Autismus oder ADHS gelten.

Anschließend habe ich mit dem Freundeskreis meiner Tochter gegessen und mich dann verabschiedet. Doch seither ist kein Ende der Nachfragen, wie es mit dem Projekt weitergeht und ob es etwas Neues gibt. Nun kann ich ihnen endlich sagen, dass ich alles dokumentiert und aufgeschrieben habe. Mein Buch bietet einen Überblich zur aktuellen Aluminiumforschung und zeigt, dass Aluminium nahezu in jedem Bereich seiner Förderung, Verarbeitung und Anwendung ernsthafte Probleme macht. Es ist hoch an der Zeit, den Mantel des Schweigens zu einem der wichtigsten Probleme unserer Zivilisation zu lüften und die offene Diskussion voranzutreiben. Das wird schwer genug, da es einflussreiche Parteien gibt, die dabei nur verlieren können.
Die Vertreter von Pharma-, Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie werden wenig Freude damit haben, wenn die Sicherheit ihrer Produkte in Zweifel gezogen wird und sie möglicherweise in eigene Forschung investieren und Rezepturen ändern müssen. Dasselbe gilt für die Lobbyisten der Aluminium-Industrie, die alles Mögliche unternehmen, damit alles so weiterläuft, wie es bisher gelaufen ist. Vom Mainstream der Medizin ist wenig zu erwarten. In kaum einem Bereich der Wissenschaft ist das Beharrungsvermögen größer. Zudem haben Ärzte keine Freude mit iatrogenen Krankheiten, wie es ein befreundeter Wissenschaftler lakonisch formulierte. Sie sind also nicht sehr heiß darauf, sich selbst als Verursacher von Gesundheitsstörungen zu outen.
Auch bei unseren Gesundheitsbehörden ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie auf der Bremse stehen, statt Gas zu geben und für eine offensive Aufklärung einzutreten. Haben sie doch über Jahrzehnte viele Alarmzeichen ignoriert und sich bereitwillig von den Lobbyisten einlullen lassen.

Die drei Dogmen des Aluminium-Zeitalters

Bis heute sind zahlreiche – sogar rezeptfreie – Arzneimittel im Umlauf, die große Mengen an Aluminium enthalten. Bei Impfungen gibt es kaum Alternativen zu den aluminiumhaltigen Wirkverstärkern. Und sogar Trinkwasser wird in manchen Gebieten mit Aluminium aufbereitet. 
Sicherlich ist Aluminium nicht der einzige negative Einfluss. Monokausale Erklärungen ergeben in den seltensten Fällen die ganze Wahrheit. Doch umgekehrt kann auch eine Aufklärung nicht funktionieren, wenn Dogmen die wissenschaftliche Arbeit bestimmen und es Tabus gibt, die – nach stillschweigender Übereinkunft – nicht untersucht werden.
 Dass der Aufklärungsprozess rasch und reibungslos passiert, ist nicht zu erwarten. Die globalen Player haben viel zu verlieren und sie werden enorme Summen investieren, damit alles beim Alten bleibt. Dazu benützen sie ein kleines Arsenal von bewährten Argumenten, welche auf den ersten Gedanken durchaus einleuchtend erscheinen und immer wieder vorgebracht werden, sobald über Aluminium diskutiert wird.
Als Haupt-Argument wird gerade seine Häufigkeit angeführt: Wie sollte „das häufigste Metall der Erde“ für den Menschen schädlich sein? Das wäre doch absurd! Aluminium sei überall, wir könnten es nicht einmal vermeiden, wenn wir wollten.

Bauxit ist das einzige Erz, aus dem Aluminium profitabel gewonnen
werden kann: Mit ungeheurem Aufwand an Technik, Chemikalien,
elektrischer Energie - und katastrophalen Folgen für die Umwelt (Foto: Ehgartner)
Bei diesem Argument wird übersehen, dass Aluminium zwar überall, im Lehm, im Ton, im Granit, enthalten ist, dass es allerdings – bildlich gesprochen – die Energie eines Atomkraftwerks bräuchte, um es aus diesen Verbindungen herauszuholen. Es gibt nur ein einziges Erz, aus dem die Erzeugung heute wirtschaftlich möglich ist, nämlich Bauxit. Und auch hier ist der dafür nötige Energieeinsatz enorm.
Sobald dieses Argument genannt wird, machen die Lobbyisten einen radikalen Schwenk und kommen nun plötzlich mit dem Gegenteil. „Die Dosis macht das Gift“, heißt es nun. Und bei den minimalen Mengen, mit denen der Mensch konfrontiert sei, wäre eine Schädigung gar nicht möglich. Falls es aber doch einmal passieren sollte, dass jemand zu viel Aluminium abbekommt, gilt die These, dass das Metall vom Organismus umgehend wieder ausgeschieden wird. Und zwar vollständig.
Als drittes Dogma gilt schließlich die Feststellung, dass Aluminium, falls es – in wirklich ganz außergewöhnlich seltenen Fällen – doch nicht zur Gänze ausgeschieden werden könnte, in biologisch neutralen Depots, z. B. in den Knochen, eingeschlossen werde.
Diese drei Argumente begleiten das „Zeitalter des Aluminiums“ seit vielen Jahren und sie werden bis heute von Seiten der Aluminium-, Kosmetik-, Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie, aber auch von vielen Medizinern und Behördenvertretern angeführt, sobald von irgendeiner Seite Vorsichts-Maßnahmen gefordert oder auch nur andiskutiert werden. Bei sorgfältiger wissenschaftlicher Analyse erweisen sich – wie wir sehen werden – alle drei „Dogmen des Aluminium-Zeitalters“ als falsch.
Auch minimale Dosen können relevante Schädigungen auslösen, wenn die betroffene Person eine besondere Empfänglichkeit hat oder wenn das Aluminium besonders sensible Bereiche schädigt.

Die Gefährdung geht dabei im Allgemeinen nicht von den Werkstoffen aus, in denen metallisches Aluminium in Legierungen mit anderen Elementen fix gebunden ist, sondern von den biochemisch aktiven Aluminium-Verbindungen, wie sie in Kosmetikprodukten, Nahrungsmitteln und Medikamenten enthalten sind.
 Es ist auch von enormer Bedeutung, wie wir das Aluminium aufnehmen. Der menschliche Organismus ist beispielsweise relativ gut darauf vorbereitet, Gifte und schädliche Inhaltsstoffe in unserer Nahrung zu erkennen, zu isolieren und wieder auszuscheiden. Im Normalfall passiert das über die dafür zuständigen Organe Leber und Niere, mit der nachfolgenden Ausscheidung über Harn oder Stuhl. Bei Vergiftungs-Notfällen wird Erbrechen oder Durchfall ausgelöst. Der Organismus ist aber wesentlich schlechter ausgerüstet, Gifte, die über Kosmetikprodukte in die Haut aufgenommen werden, zu entsorgen. Und er hat im Lauf der Evolution gar keine Gegenstrategien erlernt, wenn Aluminiumsalze – so wie bei Impfungen – tief ins Muskelgewebe injiziert werden.

"Machen Sie sich selbst ein Bild!"

Wir leben im Zeitalter des Aluminiums. Und wie es scheint haben wir das Leichtmetall bislang sträflich unterschätzt. Neben der glänzenden Oberfläche hat das chemische Element eine dunkle Seite, der bisher von der Wissenschaft kaum Bedeutung geschenkt wurde. Die Recherche zu diesem Buch war demnach eine Entdeckungsreise zu den ebenso faszinierenden wie gefährlichen Eigenschaften von Aluminium, sowohl im Bereich der Umwelt, der Energie als auch der Gesundheit. Zentrale These dieses Buches ist es, dass Aluminium jener lange gesuchte Umweltfaktor sein könnte, welcher ursächlich zum rasanten Anstieg der sogenannten Zivilisationskrankheiten beigetragen hat: Von kindlichen Entwicklungsstörungen bis zur vollständigen Entgleisung des Immunsystems. Von Asthma und Allergien als Volkskrankheit bis zum Albtraum der Auflösung des Ichs von geliebten Menschen im Zuge einer immer weiter fortschreitenden Alzheimer-Epidemie.
Das Thema des Buches ist hoch brisant – angesichts einer in der Medizingeschichte noch nie da gewesenen Rate chronisch kranker Menschen. Ich lade Sie ein, die Reise in die Welt von Aluminium mit mir zu gehen. Machen Sie sich selbst ein Bild.

 Dieser Text ist das Vorwort zu meinem aktuellen Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium", das im November 2012 im Verlag Ennsthaler erschienen ist.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Idealer Blutzuckerwert von Diabetikern liegt bei 7,5

In den letzten beiden Jahren ist eine ganze Serie von Studien erschienen, die das Konzept der "guten Einstellung des Blutzuckers" bei Typ 2 - Diabetikern in Frage stellt. Zu ehrgeizige Zielwerte setzen die Patienten der Gefahr von Unterzucker aus, was deren Sterbe- und Demenzrisiko dramatisch erhöht. Eine in der aktuellen Ausgabe des Journals Lancet erschienene retrospektive Analyse von Krankenakten bestätigt diesen Vorwurf. Der ideale mittlere Blutzuckerwert, stellte sich dabei heraus, lag bei einem HbA1c von 7,5. Wer hingegen auf die in den Diabetes-Leitlinien als "ideal" bezeichneten Zielwerte von 6,5 gesenkt wurde, hatte ein gleich hohes Sterberisiko wie Patienten mit katastrophal hohen Zuckerwerten über 10,0.

Die Ärzte haben als Advokaten ihrer Patienten versagt. Sie hätten warnen und hinterfragen müssen – und nicht alles willfährig übernehmen, was ihnen von der Industrie vorgelegt wird. Es ist schon unsere Verantwortung als Ärzte, dass wir nicht Medikamente verschreiben, die unsere Patienten schädigen oder sogar umbringen könnten.

Dieses Zitat stammt aus einem Interview, das ich zum Thema mit dem Grazer Diabetologen Thomas Pieber geführt habe. Er zeichnet darin ein alarmierendes Bild seiner eigenen Fachdisziplin. Die Gefahr der lebensgefährliche Unterzuckerung durch die "gute Einstellung der Diabetiker" hätte schon viel früher erkannt werden müssen, kritisiert er. Viele führende Diabetologen hätten sich aber eher als Pillenverkäufer im Auftrag der pharmazeutischen Industrie gesehen, für die möglichst niedrige Zielwerte beim Blutzucker natürlich ein gutes Geschäft darstelle.
Hier das vollständige Interview mit Prof. Thomas Pieber.


Ehgartner: In den letzten Monaten sind gleich drei große Studien erschienen, die den Wert der Blutzuckersenkung kräftig erschüttern. Welche Bedeutung haben diese Resultate nun im klinischen Alltag bei der Behandlung von Diabetikern?

Pieber: : Es ist nach wie vor notwendig, Diabetiker zu behandeln. Der zentrale Streitpunkt ist die Einstellung des Blutzuckerwertes. Die große Mehrheit der Diabetologen meint, dass der Mittelwert des Blutzuckers, das HbA1c, das alles Entscheidende sei und mit allen Mitteln gesenkt werden muss, je niedriger desto besser.

Ehgartner: War denn die wissenschaftliche Basis dafür so eindeutig?

Pieber: :  Eben überhaupt nicht. Die wissenschaftlichen Grundlagen für dieses Konzept fehlen. Diabetiker mit niedrigerem Blutzucker haben zwar eine bessere Prognose, die Frage ist allerdings, warum diese Patienten so gut einzustellen sind. Das ist wissenschaftlich nicht unwesentlich. Denn vielleicht haben sie einfach eine leichtere Form des Diabetes. Dann wäre es nur logisch, dass diese Personen auch weniger Komplikationen haben. Und bei den Patienten mit schwerer Verlaufsform würde es auch nichts helfen, wenn ich den Blutzuckerwert mit vielen Medikamenten mit Gewalt senke. Das Weltbild, das trotzdem den Blutzuckerwert alleine in den Mittelpunkt rückt, war halt auch im Interesse der Industrie.

Ehgartner: Mit Hilfe von Medikamenten eine Volkskrankheit zu behandeln, ist kein schlechtes Geschäft.

Pieber: : Ja, die pharmazeutische Industrie hat uns aus ihren Forschungen immer diese Rückmeldung gegeben Der Blutzucker ist entscheidend. Wenn ich mir die Studienergebnisse des vergangenen Jahres ansehe, so kann man nun sagen: Das stimmt eindeutig nicht, und das scheint jetzt aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse endgültig zu sein.

Ehgartner: Es geht also eher um die Frage, wie der Zucker ins Blut kommt.

Pieber: : Medikamente ersetzen keinen gesunden Lebensstil. Das ist eben der große Unterschied. Im Vergleich zu dem, was wir für die Medikamente ausgeben, investieren wir in Wahrheit nur sehr wenig in das Ziel, durch gesunde Ernährung und Bewegung gar nicht erst zuckerkrank zu werden. Das ist leider mühsam und anstrengend und kann nicht so einfach verordnet werden. Da hilft kein Schimpfen und Drohen, das funktioniert nicht. Obwohl wir das schon seit 20 Jahren wissen, gibt es kaum Forschung nach alternativen Strategien.  Körpergewicht zu reduzieren ist schwierig und die Leute wirksam zur Bewegung zu animieren auch. Die Bemühungen waren nicht ausreichend, auch weil sich alle darauf verlassen haben, dass die Medikamente schon ihren Zweck erfüllen.

Ehgartner: Wäre es als Diabetes-Experte nicht möglich gewesen, viel früher drauf zu kommen, dass der Hase falsch läuft?

Pieber: : Es gab schon in den 70er und 90er Jahren große Untersuchungen, die gezeigt haben, dass das ganze Konzept nicht stimmt. Wenn man sie kritisch gelesen hat, wusste man längst, dass die Tabletten das Problem nicht lösen. Nun haben wir in der ACCORD-Studie gesehen, dass die Wahrscheinlichkeit zu sterben sogar steigt, wenn ein Patient mit den verfügbaren Medikamenten  scharf eingestellt wird. Und zwar steigt das Risiko gleich um 22 Prozent! Jetzt haben wir ein Ergebnis, das so eindeutig ist, dass allen klar sein muss: so geht es nicht!

Ehgartner: Diese Entwicklung erinnert sehr an den Irrweg der Hormonersatz-Therapie. Seit nicht mehr an fast alle Frauen ab der Menopause Hormonpillen verschrieben werden, gehen erstmals sogar die Brustkrebs-Zahlen stark zurück.  Steht nun bei Diabetes ein ähnlich radikaler Kurswechsel bevor?

Pieber: : Ja eindeutig. Die Blutzucker-zentrische Sichtweise des Diabetes ist eine Sackgasse. Wenn nur eine einzige Studie dagegen sprechen würde, so könnte man noch argumentieren, dass dies ein Ausreißer ist. Aber es gibt noch zwei weitere Studien, die ebenfalls keinen Nutzen der medikamentösen Zuckersenkung zeigen. Warum muss ich die Leute also mit allen möglichen Medikamenten so streng einstellen, wenn es ihnen eigentlich nichts bringt. Stattdessen beginnen jetzt die Diabetes-Experten, an den Resultaten herumzudoktern und behaupten – genau wie vor ein paar Jahren die Hormonpäpste – dass die Pillen schon ihren guten Zweck haben und dass nur die Studien total schlecht wären.

Ehgartner: Schlechte Ergebnisse zeigten sich speziell, wenn mehrere Diabetes-Medikamente kombiniert wurden. Waren diese Kombinationen eigentlich erprobt?

Pieber: : Nein. Man ist immer davon ausgegangen, dass die positiven Aspekte der Tabletten sich addieren. Es hat niemand darüber nachgedacht, dass es auch umgekehrt sein könnte. Neben Unterzuckerung und Gewichtszunahme. sind die negativen Effekte im Detail noch gar nicht bekannt.

Ehgartner: Welche Verantwortung trifft hier die Ärzte?

Pieber: : Das ist das Dilemma in der Diabetologie. Die Ärzte haben als Advokaten ihrer Patienten versagt. Sie hätten warnen und hinterfragen müssen – und nicht alles willfährig übernehmen, was ihnen von der Industrie vorgelegt wird. Es ist schon unsere Verantwortung als Ärzte, dass wir nicht Medikamente- verschreiben, die unsere Patienten schädigen oder sogar umbringen könnten. Als Diabetesexperten und Universitätsprofessoren haben wir entsprechende Untersuchungen nicht vehement genug eingefordert. Die Zulassungsbehörden hören bei dieser Frage natürlich sehr stark auf die Meinung der Mediziner. Und wenn von dort keine Warnung oder Skepsis kommt, so wird das auch nicht in den Zulassungsanforderungen enthalten sein.

Ehgartner: Wie sieht es denn nun aus mit der Kehrtwende? Wann werden denn die Diabetes-Leitlinien geändert?

Pieber: : Wäre bei den Studien raus gekommen, dass ein ganz niedriger Blutzuckerwert tatsächlich nützlich ist, wäre es innerhalb von Wochen zu einer Verschärfung in diese Richtung gekommen. Umgekehrt ist eine beinahe gespenstische Ruhe eingekehrt. Fast ein Jahr nach Erscheinen von ACCORD gibt es meines Wissens noch keine einzige Leitlinie, die auf das neue Wissen reagierte. Niemand rückt bis jetzt von den extrem niedrig angesetzten Zielwerten ab. Auch in Österreich nicht. Und niemand informiert die praktischen Ärzte.

Ehgartner: Soll man denn künftig vermitteln, dass hohe Zuckerwerte okay sind?

Pieber: : Nein, hohe Zuckerwerte sind nicht okay, wenn die Diabetiker Symptome aufweisen. Aber wenn ich einen Patienten betreue, der seit zehn Jahren an Diabetes leidet, aber relativ beschwerdefrei ist, und dessen Blutzuckerdauerwert bei 8,0 steht, so muss in den Leitlinien stehen, dass es keine wissenschaftliche Basis dafür gibt, dass die medikamentöse Absenkung dieses Zuckerwertes dem Patienten nützt. Und das betrifft Insulin genauso wie Insulinanaloga oder die oralen Antidiabetika.
Wir sollten endlich darüber diskutieren, dass wir jene Risikofaktoren ernst nehmen, mit denen wir nachweislich die Prognose günstig beeinflussen können Zum Beispiel sollten wir bei allen unseren Diabetikern den Blutdruck besser einstellen, da hängen tausende  Menschenleben dran.


Thomas Pieber, 48 ist Vorstand der klinischen Abteilung für Endokrinologie und Nuklearmedizin der Medizinischen Universität Graz. Er war bis 2006 im Vorstand der Europäischen Diabetesgesellschaft (EASD) und war Präsident der EASD-Jahrestagung 2009.

Das Gespräch führte Bert Ehgartner (eine gekürzte Version dieses Gesprächs ist im Nachrichtenmagazin Profil vom 10. 4. 2009 im Rahmen der Coverstory „Nutzlose Medizin“ erschienen). Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden 
wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen. 

Donnerstag, 18. Juni 2009

Bittner goes Pharma

Erst kürzlich hat sich Franz Bittner für eine Kampagne der Wiener Pharma-PR-Agentur Welldone einspannen lassen. Nun wechselt er vom Chefsessel der Wiener Gebietskrankenkasse überraschend die Seiten und wird Pharma-Lobbyist. Und zwar als Partner des illustren Welldone-Chefs Robert Riedl.

Franz Bittner erklärte seinen Abgang von der WGKK damit, dass er über die letzten Jahre "so manchen Betonblock mitgeschleppt hat" und mit dem Alter werde das nicht eben leichter. Also entschloss er sich, mit 55 Jahren nochmal neu anzufangen. Und zwar als geschäftsführender Gesellschafter der erst kürzlich von Robert Riedl gegründeten Firma "Peri Human Relations".

Riedls PR-Imperium
"Peri Human Relations" ist der jüngste Spross in Robert Riedls Pharma-PR Imperium mit Hauptsitz in der Wiener Lazarettgasse. Dazu zählen weiters die auf Lobbying spezialisierte "Peri Consulting GmbH". Ebenso "Update Europe", die sich mit Pharmamitteln der Ärztefortbildung widmet, die Ärztekrone Verlagsgesellschaft (als 20% Minderheits-Eigentümer), das "Gesunde Lunge - Institut" (33% Anteil), sowie das Mutterschiff, die "Welldone Marketing und Kommunikationsberatungsges.m.b.H". Als formeller Eigentümer tritt in allen diesen Fällen die BJK&R Privatstiftung auf.
Hervorragende Beziehungen pflegt Riedl zur Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), deren Konferenzen seine Firmen organisieren und deren Leitlinien (Consensus Berichte) sie sponsormäßig betreuen. Auch deren wissenschaftliche Obhut bleibt mit "Update Europe" im eigenen Haus und damit vor jeglichen pharmakritischen Tendenzen gut abgeschirmt.

Aber zurück zum ehemaligen Kämpfer gegen überhöhte Medikamentenpreise und Korruption, Franz Bittner. In einer Aussendung der Agentur Welldone wurde Mitte April zu einer Pressekonferenz im Presseclub Concordia eingeladen, bei der Franz Bittner am Podium saß und es um folgende scheinbar harmlose und auf den ersten Blick durchaus erfreuliche Mitteilung zu Fortschritten in der Therapie der rheumatoiden Arthritis (rA) ging:

Mit dem Inkrafttreten einer neuen Verordnungsregelung ab 1. Mai 2009 wurde nun ein weiterer Meilenstein in der rA-Therapie gesetzt: Bei Nichtansprechen auf die Behandlung mit 1 Basistherapeutikum kann sofort auf ein Biologikum umgestellt werden. Dies ermöglicht eine bessere Versorgung und eine Steigerung der Lebensqualität der Patienten.


Hintergrund dieser Affäre
Über mehrere Wochen schaltete die Initiative "Der Österreichische Patient" zahlreiche ganzseitige Inserate in den wichtigsten Zeitungen, um eine möglichst frühzeitige Therapie der Rheumatoiden Arthritis einzufordern. Nun deckte "Transparency International" auf, dass es sich dabei in Wahrheit um eine verdeckte Werbekampagne des US-Konzerns Wyeth für das Präparat Enbrel handelt.

In der ersten Phase der Anzeigen-Kampagne wurden wichtige "Player" des österreichischen Gesundheitssystems direkt angesprochen und mit den Folgekosten konfrontiert, die bei Rheumapatienten anfallen. Im Schnitt, heißt es, summieren sich diese Kosten für Krankenstände, Operationen und Krankenhausaufenthalte pro Patient auf jährlich 21.768 Euro. Dies könnte durch den frühzeitigen Einsatz neuer Arzneimittel geändert werden.
Und dann folgt in Balkenlettern die Frage, z.B. an Franz Bittner, den (damaligen) Chef der Wiener Gebietskrankenkasse:
WIE SIEHT IHRE LÖSUNG DAFÜR AUS, HERR BITTNER?

Die Antworten der damit konfrontierten Kammer- und Kassenfunktionäre ist vom Tenor recht einhellig: klar, doch, logisch! früher behandeln ist sinnvoll, wenn man damit Leid und Geld gleichzeitig sparen kann.
Oder im Originalton, wieder von Franz Bittner:

Gerade bei rheumatoider Arthritis ist ein früher Therapie beginn entscheidend, da die schwerwiegendsten Schäden in den ersten beiden Erkrankungsjahren entstehen. Hier gilt es, alte Denkmuster zu entsorgen und ihnen die tatsächliche Kostenwahrheit fair gegenüberzustellen. Natürlich ist der möglichst frühe Einsatz moderner Medikamente zuerst einmal kostenintensiver. Aber was man sich ersparen kann, neben Leid für die Betroffenen, sind die Folgekosten durch Krankenstände, Operationen, Prothesen, Krankenhausaufenthalte etc.

Wer sich über die Urheber dieser doch recht aufwändigen oder teuren Kampagne informieren wollte, wurde auf zwei Patientenorganisationen verwiesen: die Rheumaliga und die Initiative "Der Österreichische Patient".

Andrea Fried, Chefredakteurin der ÖKZ und Mitglied des Beirates von "Transparency International", deckte in einem Editorial des HTA-Newsletters des Wiener Ludwig Boltzmann Institutes auf, dass es keineswegs Patienteninitiativen waren, die diese Kampagne finanziert haben, sondern der US-Konzern Wyeth, der die Agentur Welldone dafür mit einem kolportierten Auftrags-Etat von rund 300.000 EUR bedachte.

Auffällig ist die Herkunft der Initiative "Der Österreichische Patient". Dabei, so Fried,
...handelt es sich um eine Kooperation der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) und dem Verein Altern mit Zukunft - beide enge Partner und Kunden der Werbeagentur Welldone, wo sich auch die Kontaktadresse der Initiative "Der Österreichische Patient" befindet.

Andrea Fried fand es höchst eigenartig, warum Versicherer (wie z.B. Franz Bittner) ausgerechnet pharmagesponserte Inserate brauchen, um auf eine vermeintlich schlechte Versorgung ihrer eigenen Versicherten hinzuweisen. "Sollte es hier wirklich Mängel geben", schließt Fried, "wären statt Inseraten wohl eher Handlungen gefragt."


TNF-Blocker: extrem teuer und riskant

Dem Auftraggeber Wyeth geht es offensichtlich darum, den Umsatz seines Medikamentes Enbrel (Wirkstoff Etanercept) zu erhöhen.
So wie Humira (Adalimumab) oder Remicade (Infliximab) gehört Enbrel zu den TNF-Blockern. Es handelt sich dabei um gentechnisch hergestellte Proteine, die in den Kreislauf der Immunreaktion eingreifen um damit das - bei Rheuma aus dem Ruder gelaufene - autoaggressive Potenzial des Immunsystems zu reduzieren.

Enbrel kostet für die in der Praxis üblichen Drei-Monats-Kur pro Patient fast 5.000 EUR und war bis dahin, so wie die anderen beiden Präparate, bei therapieresistenter mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis zugelassen.

"Für eine frühere oder breitere Anwendung", sagte mir der Stockerauer Rheuma-Experte Burkhart Leeb, "gibt es jedoch derzeit noch viel zu wenig Daten. Ich wäre da sehr vorsichtig."
Zumal die Nebenwirkungen, obzwar selten, so doch sehr ernsthaft sein können.
Im Austria Codex werden diese so zusammengefasst:
Lokale Reaktionen, Infektionen (auch schwerwiegend), unspezifische Symptome, Lupus, Allergien, Blutbild, sehr selten ZNS entmyelinisierende Ereignisse

Seit kurzem wird zudem ein höheres Krebsrisiko diskutiert (Zitat aus: a-t 2006; 37: 59-60):
Auch der Verdacht, dass sie Lymphome und andere Krebserkrankungen auslösen können, ist bislang nicht ausgeräumt. Die Störwirkungen sind biologisch plausibel, da TNF α an der Abwehr von Infektionen und bösartigen Erkrankungen beteiligt ist. Eine Auswertung der in randomisierten klinischen Studien und offenen Verlängerungsphasen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis unter Etanercept, Infliximab und Adalimumab dokumentierten Lymphome ergibt, jeweils bezogen auf eine hinsichtlich Alter und Geschlecht vergleichbare "Normalbevölkerung", für Etanercept ein relatives Risiko von 2,31 (95% Konfidenzintervall [CI] 0,85-5,03), für Adalimumab von 5,52 (95% CI 2,6-10,0) und für Infliximab von 6,35 (95% CI 1,7-16,3).


Bittners Spagat

Riskante und extrem teure Arzneimittel zum möglichst frühzeitigen Einsatz bei tausenden rA-Patienten freizugeben - zum Wohle der Hersteller: Diesen Auftrag hat Peter Riedls Agentur bravourös erledigt.
Und Franz Bittner hat mit seiner peinlichen Mithilfe in diesem Schwank zu Lasten der Beitragszahler wohl seine Aufnahmsprüfung in die illustre Welt der Privatwirtschaft gesehen.

Dass er seine Funktion als stv. Vorsitzender der Gewerkschaft Druck-Journalismus und Papier behält, ist bei derart artistischen Verrenkungen in Bezug auf seine berufliche Verantwortung, bloß noch ein weiterer Spagat.
Foto: © Michaela Bruckberger