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Donnerstag, 23. März 2017

FSME-Impfung: unkontrollierter Menschenversuch

Die Impfung gegen die von Zecken übertragenen FSME Viren reduziert wahrscheinlich das Risiko schwerer Gehirnentzündungen bei Erwachsenen. Doch gilt dasselbe auch für Kinder? Und wie steht es um die Nebenwirkungen? Immer häufiger gibt es Berichte, dass die Impfung Rheuma, Diabetes oder MS auslöst. Ist da etwas dran?

Ekliger, krank machender Vampir: Kaum ein Tier ist so gefürchtet wie die Zecke 


Frühling wird’s und die Werbung für die "Zeckenimpfung" wird intensiver. Man merkt die Auswirkungen im Bekanntenkreis: Immer häufiger treten die Fragen auf, ob man/frau/kind sich impfen lassen soll. Na gut, dann sehen wir mal, wie es um das Nutzen/Risiko Verhältnis der FSME-Impfung steht und welche Evidenz es gibt.
Zunächst wollte ich einige Fragen auflisten, die es wert wären, sie wissenschaftlich korrekt und für alle nachvollziehbar zu beantworten. Denn nur mit gesichertem Wissen ist eine informierte Entscheidungsfindung zur Sinnhaftigkeit einer FSME-Impfung möglich.


Gesundheitsbehörden als Werbepartner der Impfstoff-Hersteller

Da wäre zunächst die Frage, ob man in einem der so genannten Risikogebiete wohnt und was das überhaupt bedeutet. Die österreichische Tageszeitung "heute" hat das - nach offenbar gründlichem Studium der vom Impfstoff-Hersteller zur Verfügung gestellten Informationen - so beantwortet: "In Österreich herrscht ein landesweites FSME-Risiko."
Diese dramatische Aussage wird auch durch den nachfolgenden Zusatz nicht leichter verkraftbar: "Eine Therapie der FSME-Erkrankung ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich." Der einzig wirksame Schutz, so die "heute"-Expertise, sei "die aktive Impfung". Und das ist ja wohl auch der Schluss, den die Lektüre der Karten vermitteln soll: Wer auch immer vorhat, seine Wohnung ab und zu zu verlassen, betritt ein Zecken-Risikogebiet!

Von besonderer Rafinesse ist die aktuelle Definition des Robert Koch Instituts:
Ein Landkreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen in mindestens einem der Zeiträume 2002 bis 2006, 2003 bis 2007, 2004 bis 2008, 2005 bis 2009, 2006 bis 2010, 2007 bis 2011, 2008 bis 2012, 2009 bis 2013, 2010 bis 2014 oder 2011 bis 2015 im Kreis ODER in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant (p < 0,05) höher liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung/100.000 Einwohner erwartete Fallzahl. Da es in den letzten 20 bis 30 Jahren keine Anzeichen für ein Erlöschen von FSME-Naturherden in den bestehenden Risikogebieten gegeben hat, und weil die Impfquoten seit 2006 deutlich angestiegen waren, wurde auf einem FSME-Expertentreffen im November 2011 am RKI entschieden, dass ein Kreis für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren seinen Status als Risikogebiet behalten sollte.

Hat das jemand verstanden?

Ich habe es mehrfach gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es den Behörden  gar nicht darum geht, verstanden zu werden. Sondern eher um den Effekt. Und diese Definition hat immerhin dazu geführt, dass mit Ausnahme des Stadtgebiets von München der Großteil von Bayern und Baden-Württemberg Risikogebiet ist.  Und damit gilt auch die öffentliche Impfempfehlung des RKI - für nahezu alle Süddeutschen im Alter über 2 Jahren.
Steffen Rabe bringt auf der Webseite der "Ärzte für Individuelle Impfentscheidungen" dazu ein originelles Beispiel aus dem Vorjahr: So schreibt das RKI selbst, dass beispielsweise im Landkreis Aichach-Friedberg, der seit 2005 als Risikogebiet gilt, die Häufigkeit einer FSME-Infektion "weder im Landkreis noch in der Kreisregion" signifikant über der magischen Grenze von 1 Fall pro 100.000 Einwohnern lag. Weil jedoch heute mehr geimpft wird, als früher, so die Argumentation des RKI, könnte das ja der Grund sein, warum keine FSME Fälle aufgetreten sind.  Steffen Rabe kommentiert das sarkastisch so:
  • Wir definieren ein Risikogebiet, das sich im Nachhinein als gar kein wirkliches Risikogebiet herausstellt.
  • Weil aber als Folge unserer Definition das eintritt, was wir uns ohnehin wünschen (eine höhere FSME-Impfrate), korrigieren wir diesen Fehler die nächsten 20 Jahre (!) lieber nicht... 
Soweit also ein Einblick in die Motivation der Gesundheitsbehörden, die sich in Impffragen offenbar schon seit langem ausschließlich als Werbepartner der Industrie begreifen. Noch origineller lief es über viele Jahre in Österreich, wo einer der Erfinder des Impfstoffes gleich auch mithalf, die Risikogebiete zu definieren.  Eine Mitarbeiterin hat mir erzählt, wie das damals ungefähr ablief: 
"Fräulein, haben wir nicht kürzlich einen FSME-Fall im Bezirk Korneuburg gehabt? - Nein? - Sie können sich nicht erinnern? - Na sicherheitshalber färben wir das trotzdem rot ein."
Derartige Pfuscherei und eine vollständig unklare Bewertung des tatsächlichen Risikos, erlaubt den Bürgern also keinerlei eigenständige Risiko-Abschätzung. Es gibt auch keine Abstufungen von sehr hohem, mittlerem oder geringem Risiko, so dass man beispielsweise die wirklich gefährlichen FSME-Gebiete meiden könnte - oder sich eben impfen lässt, wenn man in einer solchen Region lebt oder häufig zu tun hat.


Kinder haben nur ein minimales FSME-Risiko

Als nächstes wäre zu klären, wie hoch das Risiko ist, krank zu werden, wenn man gestochen wird. Doch auch hier ist Raten angesagt. Welchen Schaden die Zecken machen, darüber gehen die Schätzungen weit auseinander.  Viele Jahre galt die ungefähre Angabe, dass etwa einer von 1000 Zecken infiziert ist und bei jedem hundertsten Stich einer infizierten Zecke eine FSME ausbricht.  In jüngerer Vergangenheit werden allerdings oft deutlich dramatischere Zahlen genannt. Reinhard Kaiser, Neurologie-Professor an der Universität Freiburg, geht beispielsweise davon aus, dass in Risikogebieten bis zu 3% der Tiere mit FSME-Viren infiziert sind. Wird man von so einer verseuchten Zecke gestochen, entwickelt laut Kaiser jeder dritte Betroffene die Krankheit. Laut Kaiser genügten also 100 bis 300 Zeckenstiche, um einen FSME-Fall auszulösen.  Das wäre ein enorm hohes Risiko.  Kaiser bleibt allerdings alle Belege für seine Angaben schuldig. Weder gibt es eine verlässliche Untersuchung, wie viele Zecken tatsächlich Träger der Viren sind. Noch gibt es Ansteckungsversuche mit infizierten Zecken, wo im Tierversuch ermittelt worden wäre, wie viele davon die Viren auf ihre Wirte übertragen - und wie sich das anschließend auswirkt.

Zahlen, die auf tatsächlich erhobenen Fakten beruhen, gibt es aus der Schweiz.
Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich gilt in der Schweiz die Impfempfehlung der Behörden erst für Kinder ab 6 Jahren. Dennoch treten offenbar kaum FSME-Fälle bei jüngeren Kindern auf, obwohl diese meist nicht geimpft werden.  Bei einer über 5 Jahre laufenden Studie, die alle FSME Fälle in der Schweiz erfasste, waren 55 Kinder betroffen. 84% davon waren älter als 5 Jahre.  Generell verlaufen die Krankheiten bei Kindern normalerweise mild. Christoph Berger, Professor an der Kinderklinik Zürich fasste im Journal der Schweizer Kinderärzte die Situation wie folgt zusammen: "Das Risiko, nach einem Zeckenstich schwer an FSME zu erkranken existiert, ist aber sehr gering."
Das liegt vor allem daran, dass die FSME bei Kindern normalerweise nur als FSM auftritt. Kinder erkranken meist nicht an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), sondern "nur" an Meningitis. Die Patienten zeigen in dieser Krankheitsphase Fieber über 38°C, eine starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens sowie Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifigkeit. Dass die FSME bei Erwachsenen eine schlechtere Prognose hat, liegt daran, dass die Entzündung von den Hirnhäuten häufiger auf das Gehirn über greift. Das Risiko, das sich die FSM zu einer FSME entwickelt, steigt von 5% bei Kindern auf bis zu 60% bei älteren Menschen an.

Eine ähnliche Einschätzung des Risikos für Kinder liefert eine Studie, die in der Steiermark durchgeführt wurde, jenem Bundesland, in dem viele Jahre das höchste FSME Risiko in Österreich herrschte (seither hat sich das Risiko weiter nach Westen verlagert). Von 1981 bis 2005 wurden in der Steiermark 116 Fälle von FSME bei Kindern im Alter unter 16 Jahren gezählt. In der Mehrzahl verlief die Krankheit mild. Insgesamt waren nur bei sechs Kindern Aufenthalte in der Intensivstation notwendig. Bei fünf dieser Kinder heilten die Symptome vollständig aus. Nur ein einziges blieb halbseitig gelähmt. Und gerade dieses Kind war vollständig geimpft.


Fahrlässiger Umgang mit Gesundheit

Kinder haben also ein sehr geringes Risiko, einen bleibenden Schaden davon zu tragen und davor bietet auch die Impfung keinen vollständigen Schutz. Bei Erwachsene kann der Verlauf schwerer sein. Insofern wäre es für eine informierte Entscheidungsfindung wichtig, das Risiko zu kennen, das von der FSME Impfung selbst aus geht.  Dafür wäre es beispielsweise interessant, wenn eine Studie über einen ausreichenden Zeitraum den Gesundheitszustand FSME-geimpfter Personen mit ungeimpften Personen verglichen hätte. Doch Fehlanzeige. So eine Studie wurde bisher noch nie durchgeführt.  Für die Zulassung genügte es stets, wenn die Impfstoff-Hersteller den Behörden nachwiesen, dass der Antikörper Titer gegen die FSME-Viren nach der Impfung über einen bestimmten Grenzwert anstieg und während der kurzen Beobachtungszeit nach der Impfung keine übermäßigen Nebenwirkungen auftraten.  Die Behörden waren dabei stets extrem entgegenkommend. Als im Jahr 2000 die Rezeptur des österreichischen Impfstoffes geändert wurde, lagen nicht mal die banalsten Sicherheits-Studien vor. Als dann die Impfung hohes Fieber auslöste und beinahe ein Drittel der erstmals geimpften Kinder klinisch behandelt werden musste, war das Erstaunen groß. Das Paul Ehrlich Institut war damals über die "Lässigkeit" der Herstellerfirma so verärgert, dass in Deutschland ein Jahr lang gar kein FSME Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zugelassen wurde.  In Österreich waren die Behörden deutlich cooler und verzichteten auch im nächsten Jahr auf eine Studie zur Erfassung der Nebenwirkungen im Zeitraum nach der Impfung. Stattdessen gab es ein Überwachungssystem, bei dem eine Reihe von Ärzten als Alarmposten fungierten, die Bescheid geben sollten, falls sich die Nebenwirkungen wieder häufen. Die ersten Impflinge waren demnach die Versuchskaninchen. So verliefen die "Sicherheitsprüfungen made in Austria".
Wie lange reicht eine Impfung bis zur nächsten Auffrischung?
Drei, fünf oder zehn Jahre?

Lange galt die Regel, dass die FSME-Impfung alle drei Jahre aufzufrischen ist - und zumindest in Österreich hielten sich drei Viertel der Bevölkerung daran. Keine andere Impfung, die selbst zu bezahlen ist, erreicht derartige Rekord-Impfquoten. Unterstützt von der jährlich zum Frühlingsbeginn startenden Impfwerbung, die meist auf ungehemmte Angstmache setzte, strömten die Menschen zu den Impfärzten. Dass auch ein Abstand von fünf Jahren ausreichen könnte, oder - wie in der Schweiz empfohlen - gar ein Jahrzehnt, das gefiel den Herstellerfirmen wenig.  Und so mussten die Impfexperten einspringen, um dem entgegenzusteuern.
Beispielsweise die „internationale wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur FSME“, in der sich einige Dutzend FSME-Experten versammelt haben. Geleitet wird die Gruppe von der Wiener Medizinerin Ursula Kunze, die zusätzlich im Vorstand der „Österreichischen Liga für Präventivmedizin“ sitzt. Diese Gruppe zählt zum Dunstkreis des „Österreichischen Grünen Kreuzes“, einer von den Impfstoff-Herstellern gegründeten Interessensvertretung. Es ist in Österreich seit vielen Jahren üblich, dass die führenden „unabhängigen“ Impfexperten gleich auch als Vorstände im Industrie-nahen Verein fungieren.
Diese "wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur FSME", die eher einem Lobbyisten-Club ähnelt, wurde vor bald 20 Jahren gegründet und trifft sich jährlich zu Konferenzen. Eine dieser Jahrestreffen widmete sich den geeigneten Impfabständen und dem FSME-Risiko von Menschen über 50 Jahren. Sie seien gesünder, wohlhabender, pflegen einen aktiveren Lebensstil, heißt es im Arbeitspapier - und seien deshalb - wir haben es geahnt - natürlich auch öfter in den Zeckengegenden unterwegs. Wer sich nun eine Übersicht erwartet hätte zum Nutzen-Schadens-Potenzial der Impfung wird enttäuscht. Der Bericht liefert stattdessen die allgemeine Aussage, dass das Immunsystem älterer Menschen nicht mehr so leistungsfähig ist und es deshalb unbedingt nötig sei, die FSME-Impfung keinesfalls später als alle drei Jahre - "besser noch in einem kürzeren Intervall" - auffrischen zu lassen. An der Impfung selbst liege es keinesfalls, dass die Wirkung bei älteren Menschen nachlässt, denn "die Schutzwirkung liegt über 97% - ohne signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen."  Solche Erfolgsraten liefern sonst nur Wahlen in Militärdiktaturen. 


Titertest vor der FSME-Auffrischung?

Eine Bekannte hat kürzlich überlegt, sich gegen FSME auffrischen zu lassen. Davor machte sie jedoch einen Test, ob sie noch genügend Antikörper im Blut hatte. Der Test fiel positiv aus. Zwölf Jahre nach der letzten Impfung hatte sie noch immer so viele Antikörper, dass sie deutlich über dem Grenzwert lag. Dennoch warnte sie der Hausarzt, dass dieses Resultat wenig zuverlässig sei und nichts über einen tatsächlichen Schutz aussagt. Dasselbe stand dann auch noch im schriftlichen Befund des Labors inklusive der Empfehlung, besser im Fünfjahres-Rhythmus weiter zu impfen.
Sie war deshalb einigermaßen ratlos und fragte mich, was das soll: "Wie kommt ein Labor dazu, seine eigenen Messresultate durch eine solche Empfehlung in Zweifel zu ziehen, immerhin weisen doch Antikörper per Definition den Schutz nach?"

Die Argumentation zeigt tatsächlich, auf welch dünnem Eis sich das gesicherte Wissen beim Thema Impfen befindet. Die Höhe des Titers, heißt es von Seiten der Impf-Experten, sei kein Beleg für einen konkreten Schutz. Gleichzeitig beruht genau auf diesem Antikörper-Titer aber der Nachweis, dass die Impfung wirkt. Damit ein Impfstoff zugelassen wurde, genügte stets der Nachweis, dass die Geimpften einen ausreichenden Antikörper-Titer erreichen. Es handelt sich um einen so genannten Surrogat-Parameter. Also einen indirekten Beleg. Beruht der Impfschutz demnach auf einem Irrtum?
Tatsächlich gibt es keine Studien zum FSME-Impfstoff, in denen die Krankheitsvermeidung eindeutig bewiesen wurde. Beispielsweise indem gezeigt wurde, dass Geimpfte ein geringeres FSME-Risiko haben. Zwar gibt es Hinweise - etwa den Rückgang der FSME-Fälle im Vergleich zur Vorimpf-Zeit. Doch auch dies könnte irreführend sein, weil Krankheiten immer wieder Schwankungen unterliegen. (Siehe dazu meinen Artikel "Zecken ziehen nach Westen")
Aber möglicherweise geht die Initiative gegen den Titertest ja auch bloß von den Impfstoff-Herstellern aus, die befürchten, dass immer mehr Leute die Impfungen deshalb verschieben.



Verursacht die Impfung Rheuma, Hashimoto, Diabetes oder MS?


Immer wieder erreichen mich Anfragen von Menschen, die nach der FSME-Impfung schwer erkrankt sind. Die Rede ist von Multipler Sklerose, Rheumatoider Arthritis, Hashimoto und anderen Autoimmunerkrankungen.  Erst heute vormittag kam die Mail eines jungen Mannes, der beim Bundesheer im Alter von 18 Jahren eine Doppelimpfung erhalten hatte: linker Oberarm Hepatitis, rechter FSME. Nach dem zweiten Impftermin erkrankte er an einer Art Sommergrippe mit hohem Fieber. Er veranlasste einen Titertest und die Antikörper-Werte waren derart in die Höhe geschossen, dass sein Arzt meinte, es seien keine weiteren Impfungen mehr notwendig.
Schrittweise traten dann jedoch während der nächsten Monate Symptome auf, die sich schließlich als Diabetes Typ 1 entpuppten: Sein ultra-aggressives Immunsystem hatte die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Seither muss er Insulin spritzen und ständig seine Blutzucker-Werte messen. Der junge Mann stellt jetzt mir die Frage, ob die Impfungen der Auslöser seines Gesundheitsschadens sein können. Und ich kann nur antworten: Diese Frage ist nicht untersucht.
Es ist wirklich ein haarsträubendes Ärgernis. Die Impfstoff-Hersteller verdienen seit Jahrzehnten gutes Geld mit dem Verkauf ihrer Impfstoffe. Überall im Land wird mit Hilfe der Behörden für die Impfung Werbung gemacht. Doch dass unsere hoch bezahlten Beamten eine einzige zuverlässige Überprüfung der Sicherheit der Impfung beauftragt – oder selbst durchgeführt – hätten: Fehlanzeige!

Weder gibt es diese Studien noch gibt es eine nachfolgende gute Kontrolle auf mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe. Meist denken weder die Geimpften noch die Ärzte an einen möglichen Zusammenhang. Und wenn die Patienten doch einen Verdacht hegen und ihre Ärzte fragen, ob eine bestimmte Nebenwirkung von der Impfung stammen könnte, so lautet die Antwort im Normalfall "Nein! Sicher nicht." Ich kenne zahlreiche Fälle, wo schwer geschädigte Patienten bei jedem Arzt, der ihnen im Lauf ihrer Krankengeschichte begegnete, den zeitlichen Zusammenhang zur Impfung erwähnten - und kein einziger fühlte sich bemüßigt, der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht dieser möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkung nachzukommen. 
Das ist einer der zahlreichen Absurditäten im Impfwesen: Niemand meldet einen möglichen Impfschaden - und anschließend verkünden die Behörden, es gebe keine. 
Das Paul Ehrlich Institut geht in seiner Risikoberechnung zur FSME-Impfung beispielsweise von einem einzigen gesicherten Impfschaden aus. 66 weitere gemeldete Schadensfälle werden als „wahrscheinlich“ beurteilt. Daraus errechnete die Behörde ein Gesamtrisiko von 1,5 Schadensfällen pro 1 Million Impfungen.  Da es die Behörden im gesamten deutschsprachigen Raum nicht für notwendig empfunden haben, ein Impfregister einzuführen, bei dem Impfungen mit nachfolgenden Krankheitsfällen verknüpft werden können, ist es auch rechnerisch gar nicht möglich, die Folgen der Impfungen empirisch zu untersuchen. Es gibt keine Evidenz. Und eigenständige unabhängige Untersuchungen der Behörden gibt es schon gar nicht. 
Am Beispiel der FSME-Impfung lässt sich kurz zusammenfassen, dass alle möglichen Risiken ausschließlich die Geimpften zu tragen haben, während die Gewinne in die Kassen der Impfstoff-Hersteller fließen. Die spendieren einen Teil ihrer Profite den Impfexperten, die daraufhin brav Auftragsstudien abliefern, die den Wert der Impfung über den grünen Klee loben. Die Behörden wiederum machen es sich einfach, indem sie die Aussagen der Experten für bare Münze nehmen, die Impfungen loben und sie weiter kräftig bewerben.

Meine Antwort an den jungen Diabetiker lautet deshalb: Ja! Es ist durchaus möglich, dass die Impfungen Ihre Autoimmunerkrankung ausgelöst haben. Es gibt keine brauchbaren Belege für die Sicherheit der FSME-Impfung. Und solange dieser skandalöse Zustand aufrecht ist, kann niemand sagen, dass der Nutzen der Impfung den möglichen Schaden übertrifft.



Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Montag, 9. Dezember 2013

HPV-Impfung: Schmutzige Tricks & Kranke Mädchen

In Frankreich hat eine staatliche Komission den Hersteller der HPV-Impfung Gardasil zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet, weil eine Schülerin kurz nach der Impfung an Multipler Sklerose erkrankt ist. In Japan hat eine Task-Force des Gesundheitsministeriums 38 Fälle schwerer Nebenwirkungen untersucht und darauf hin überraschend die gültige Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren zurück gezogen. In fast allen Melderegistern für mögliche Impfschäden führt die HPV-Impfung die Listen mit großem Vorsprung an. Doch statt diese seit ihrer Zulassung im Jahr 2006 höchst umstrittene Impfung endlich einer unabhängigen Sicherheits-Prüfung zu unterziehen, sorgen Pharma-Lobbyisten für die immer weitere Verbreitung. 

Mika Matsufuji, Sprecherin einer Elterninitiative in Japan, berichtete in einer Pressekonferenz von den Leiden der betroffenen Mädchen (Foto: Japantimes.co.jp)

Ab Februar 2014 wird die rund 400 Euro teure Impfung auch in Österreich auf Steuerkosten angekauft und dann als "Gratis"-Impfung an den Schulen angeboten. Die einflussreiche "Österreichische Krebshilfe", welche von der Pharmaindustrie (darunter die Vermarkter von Gardasil) massiv finanziell unterstützt wird, hatte diesen Schritt - zusammen mit anderen Pharma-Lobbyisten – jahrelang gefordert. Geschäftsführerin Doris Kiefhaber jubelte: "Endlich ist diese Impfung auch in Österreich für alle zugänglich!"
Auf rund 30 Millionen Euro pro Jahr wurde in einer Studie des Ludwig Boltzmann Institutes von 2007 der finanzielle Aufwand für diese Impfung geschätzt, wenn beide Geschlechter geimpft werden. Mittlerweile dürfte der Preis etwas gesunken sein. Doch mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,78 Milliarden US-Dollar für Gardasil hat sich der Impfstoff des US-Konzerns Merck ohnedies zu einem der umsatzstärksten Arzneimittel aller Zeiten entwickelt. In Europa wird Gardasil in Kooperation mit dem französischen Konzern Sanofi Pasteur vermarktet. Cervarix, der etwas später zugelassene zweite HPV Impfstoff des Konzerns GSK bringt es immerhin noch auf 581 Umsatz-Millionen.


Wahrscheinlicher Auslöser für Multiple Sklerose

Seit Jahren begleiten unangenehme Nachrichten über Todesfälle und schwere Erkrankungen den finanziellen Siegeszug. So auch jetzt wieder:
Ende November 2013 hatte eine staatliche medizinische Kommission in Bordeaux (CRCI) die Impfung als wahrscheinlichen Auslöser bezeichnet, dass die 18-jährige Océane an Multipler Sklerose erkrankt ist. Das Mädchen war vor drei Jahren geimpft worden und konnte seither kaum noch in die Schule. Es leidet an ständiger extremer Müdigkeit und schweren Krankheits-Schüben.  Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, wo ein entfesseltes Immunsystem die eigenen Nerven angreift und zerstört.
Die Pariser Anwältin Camille Kouchner, welche Océane vertritt, kündigte an, dass sie in kürze weitere Schadenersatz-Klagen einbringen wird, weil drei andere junge Frauen, ebenfalls nach Gardasil, schwer erkrankt sind. Der Hersteller-Konzern Sanofi Pasteur MSD wies alle Vorwürfe als unbegründet zurück und beschuldigte die französische CRCI, das Vertrauen in ihren Impfstoff zu untergraben und damit die Frauen dem Risiko von HPV-bedingten Krankheiten auszusetzen.


Nebenwirkungen um das 20- bis 30 fache häufiger

In Japan war es eine Elterninitiative, die schließlich die Einsetzung einer staatlichen Untersuchung erreichte. Deren Sprecherin Mika Matsufuji vertritt 38 Mädchen und junge Frauen, die nach der HPV Impfung schwer erkrankt sind. Ihre eigene Tochter wurde 2011 geimpft, berichtete Matsufuji auf einer Pressekonferenz (siehe Foto), daraufhin verlor sie die Fähigkeit zu gehen und sitzt seither im Rollstuhl. Gemeinsam sind allen Betroffenen chronische starke Schmerzen.
Zur Jahresmitte 2013 gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt, dass die Impfung nicht mehr empfohlen werden sollte. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass die Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Nebenwirkung bei den HPV-Impfstoffen um das 20 bis 30 fache höher liegt als bei der Influenza-Impfung.
Im Oktober wurde ein großes Studienprogramm beschlossen, an dem 17 japanische Kliniken teilnehmen. Eine Forschergruppe widmet sich der Frage, wie diese Impfungen auf das Nervensystem wirken. Eine zweite Gruppe versucht therapeutische Ansätze zu finden, wie die chronischen Schmerzen der betroffenen Mädchen und Frauen gelindert werden können und betreibt hier auch Ursachenforschung. Mit den Resultaten ist allerdings erst in einigen Jahren zu rechnen.


Gardasil ist bekannt für Nebenwirkungen 

Fragen zu den HPV-Impfstoffen gibt es genug. In den USA führt Gardasil in der jeweiligen Altersgruppe mit weitem Abstand die Liste der schweren Nebenwirkungen im Melderegister an. Chris Shaw und Lucija Tomljenovic von der University of British Columbia in Vancouver wiesen in ihrer Analyse der letzten sechs Meldejahre nach, dass Gardasil involviert war bei…

  • 60,9 Prozent der schweren Nebenwirkungen (gesamt 2.157 Fälle)
  • 64,9 Prozent der lebensgefährlichen Ereignisse (gesamt 456)
  • 61,9 Prozent der Todesfälle (gesamt 63)
  • 81,9 Prozent der Ereignisse mit bleibendem Schaden (gesamt 589)

In der deutschen Datenbank des Paul Ehrlich Institutes für Verdachtsfälle von schweren Nebenwirkungen finden sich für Gardasil 1.356 Meldungen (darunter 5 Todesfälle).

Derartige passive Meldesysteme haben eine bekannt hohe Dunkelziffer. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass nur zwischen 1 und 5 Prozent der tatsächlich auftretenden Fälle damit erfasst werden können. 


Schmutzige Tricks bei der Zulassung

Wie hoch der Anteil der ursächlichen Nebenwirkungen ist, sollte eigentlich aus den Zulassungsstudien eines Arzneimittels hervor gehen. Das Studiendesign mit der höchsten Aussagekraft ist eine so genannte Placebo-kontrollierte randomisierte Studie. Dabei werden die Teilnehmer per Los in die Wirkstoffgruppe oder in die Placebogruppe zugewiesen. Weder die Forscher noch die Probanden dürfen dabei wissen, welche Gruppe die Impfstoff-Gruppe ist ("Doppelblind-Design"). 

So weit so gut. - Wer einen Blick auf die Zulassungsstudien bei Gardasil wirft, wird den Eindruck gewinnen, dass hier tatsächlich das oben beschriebene beste Design angewandt wurde. Erst auf den zweiten Blick eröffnet sich dann jedoch ein schmutziger Trick, wo es mich heute noch wundert, wieso vernunftbegabte Menschen dem zustimmen konnten. Die Behörden hatten aber kein Problem, ein haarsträubendes Design abzusegnen, das von den Strategen des Konzerns Merck vorgeschlagen worden war.

Doch der Reihe nach. Kommen wir zuerst zu den besonderen Herausforderungen, denen die Impfstoff-Hersteller ausgesetzt waren.


Immunsystem hält HP-Viren nicht für gefährlich

Es gibt knapp einhundert unterschiedliche Typen der Humanen Papillomaviren. Gardasil richtet sich gegen vier, Cervarix gegen zwei dieser HPV-Typen. Diese Viren sind extrem verbreitet. 80 Prozent der Menschen sind zumindest vorübergehend mit ihnen besiedelt. Das Immunsystem pflegt im Normalfall einen recht entspannten Umgang mit ihnen, da diese Viren anscheinend als wenig gefährlich eingestuft werden. Es war deshalb eine der schwierigsten Herausforderungen für die Impfstoff-Entwickler, das Immunsystem auf die Viren scharf zu machen, damit es überhaupt zu einer Immunreaktion kommen kann.
Der Impfstoff besteht aus abgetöteten humanen Papillomaviren, die aus Sicherheitsgründen noch zusätzlich von ihrer Erbsubstanz befreit wurden. Diese "virus-like particles" sind die Wirkstoffe der HPV-Impfung, die so genannten "Antigene".
Da diese Viren - wie erwähnt - schon als Wildtypen vom Immunsystem kaum als Feinde gesehen werden, gilt das für die ausgehöhlten und abgetöteten Virentrümmer erst recht.

Es brauchte deshalb einen besonderen Hilfsstoff, der in der Lage sein musste, dem Immunsystem einen derartigen Schock zu versetzen, dass sogar die seltsamen Partikel im HPV-Impfstoff als Verdächtige hopps genommen und gegen sie Antikörper entwickelt würden.
Die bisher für diese Aufgabe eingesetzten Hilfsstoffe (Adjuvantien) Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat erwiesen sich jedoch als zu "sanft". Beide Impfstoff-Hersteller mussten deshalb eigene verstärkte Aluminium-Verbindungen entwickeln, welche in der Lage sein mussten, das Immunsystem so zu manipulieren, dass seine Aggressivität geweckt würde und es kampfeslustig gegen die Virus-ähnlichen Partikel ausschwärmt.

GSK erfand für sein "Adjuvant System 04" (AS-04) eine Kombination aus Aluminiumhydroxid und den Oberflächen-Proteinen von Salmonellen. Eine rabiatte Kombination, welche das Immunsystem im ganzen Körper in Alarmzustand versetzt.
Der in Gardasil verwendete Wirkverstärker heißt "Amorphes Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat" - kurz AAHS. Eine Eigenentwicklung von der die Merck-Wissenschaftler schwärmen, dass diese chemische Komposition eine deutlich stärkere und länger andauernde Immunreaktion auslöst.

Keine Sicherheitstests nötig

Normalerweise sollte man annehmen, dass derartige Neuentwicklungen sorgfältig auf ihre Sicherheit getestet werden müssen. Doch Fehlanzeige! Bei Alu-Verbindungen gibt es nämlich eine Art behördlichen Freibrief, weil Aluminium-Salze schon seit den 1920er Jahren in Impfstoffen eingesetzt werden. Deshalb dürfen diese Chemikalien sofort nach der "Dosisfindung" im Tierversuch in die Impfstoffe für den Menschen gemixt werden.

Seit Jahren weiß man aus zahlreichen Arbeiten, dass es die Aluminiumverbindungen sind, welche den Großteil der Nebenwirkungen der Impfstoffe auslösen. Das betrifft die spontanen Reaktionen nach der Impfung wie z.B. Entzündungen und Verhärtungen an der Einstichstelle oder Fieber.
Außerdem stehen diese Aluminiumverbindungen seit Jahren unter Verdacht, dass sie bei genetisch empfänglichen Personen Allergien oder Autoimmunerkrankungen auslösen können. 

Bei neuartigen verstärkten Aluminiumverbindung gilt dieser Verdacht umso mehr.

Und den Impfstoff-Herstellern war dieses Risiko offensichtlich wohl bewusst. 

Welches Design schlugen also z.B. die Merck-Strategen den Behörden vor?

Sie schlugen vor, die neuartigen Alu-Booster auch in der Placebogruppe einzusetzen, also den Teilnehmerinnen, welche in die Kontrollgruppe gelost werden, mit Aluminium versetztes Wasser zu spritzen. 


Aluminium-Wasser als Placebo-Impfung

In Wikipedia wird ein Placebo folgendermaßen definiert:
Ein Placebo (lat. „ich werde gefallen“) ist im engeren Sinn ein Scheinarzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann.
Bei Impfungen würde also z.B. eine physiologisch neutrale Salzwasser-Lösung diesen Zweck erfüllen. Mit so einer Kontrollgruppe wäre zweifelsfrei zu erkennen, welche Nebenwirkungen auf die Impfung und deren Wirk- und Inhaltsstoffe zurückzuführen sind.

Die Behörden verzichteten jedoch darauf, dieses unangefochten beste Design durchzusetzen und genehmigten den absurden und jeglicher wissenschaftlichen Redlichkeit widersprechenden Vorschlag des Gardasil-Herstellers. 

Und so geschah es: Abgesehen von einer kleinen Studie, wo tatsächlich eine physiologisch neutrale Saline-Lösung als Placebo-Impfung verwendet wurde, bekamen 95 Prozent der insgesamt rund 20.000 Teilnehmerinnen demnach die neuartigen Alu-Booster gespritzt.

Damit wurde also eine Substanz, die nie am Menschen auf ihre Sicherheit getestet worden ist, gleich im Impfstoff angewendet, der auf den Markt kommen sollte. Und um sicher zu gehen, dass keine Probleme damit auftreten, spritzte man die neu entwickelte Alu-Verbindung auch gleich den Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe.

Damit waren also alle Nebenwirkungen, die vom "Amorphen Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat" ausgehen mochten, vollständig maskiert und unsichtbar gemacht.

GSK ging bei seinem AS-04 System ähnlich vor, hatte aber immerhin den Anstand, seinen Impfstoff Cervarix mit dem Alu-Salmonellen-Gemisch zumindest gegen eine herkömmliche Aluminium-Verbindung in der Kontrollgruppe zu testen.

Doch sehen wir, wie es beim Marktführer Gardasil weiter ging:


Fast 500 Gardasil-Studienteilnehmerinnen erkrankten

Ein Konzern, der eine wissenschaftliche Studie finanziert, hat kein Interesse daran, dass mögliche Krankheiten von Studienteilnehmern dem eigenen Arzneimittel zugeschrieben werden. Deshalb werden vor der Aufnahme in eine wissenschaftliche Studie alle Teilnehmer gründlich untersucht, ob sie auch wirklich vollkommen gesund sind.

Umso erstaunlicher ist es, dass bei den Gardasil Studien laut Behörden-Protokoll im Lauf von rund 18 Monaten bei insgesamt 463 der etwas mehr als 20.000 Teilnehmerinnen "neue Krankheiten mit potenziell autoimmunem Hintergrund" auftraten. 
Dabei handelte es sich in der Mehrzahl um Gelenksentzündungen (Arthritis) sowie diverse Erkrankungen der Schilddrüse. 17 Teilnehmerinnen erkrankten an Morbus Crohn bzw. Colitis Ulcerosa, 7 an autoimmunem Diabetes, 6 an Multipler Sklerose und 4 an Lupus Erythematodes.

Insgesamt betrug also das Risiko binnen etwas mehr als einem Jahr von völliger Gesundheit in chronische Krankheit zu schlittern 1 zu 41. Das bedeutet einen Anteil von 2,3 Prozent.

Wie viele dieser neu aufgetretenen Erkrankungen nun tatsächlich auf die Impfungen zurück zu führen sind und wie viele auch ohne diese medizinische Intervention passiert wären, ist schwer zu sagen.
HPV-Experten und Lobbyisten weisen darauf hin, dass diese 2,3 Prozent wohl der Anteil der jeweiligen Bevölkerung sind, welcher in diesem Zeitraum ohnedies erkrankt wären.

Wenn diese jährliche Rate an Neuerkrankungen tatsächlich der Realität entsprechen würde, müsste allerdings bereits die halbe Bevölkerung an Autoimmunerkrankungen laborieren.
Soweit sind wir aber doch (noch?) nicht.

Jedenfalls wird von den HPV-Lobbyisten zur Untermauerung dieser Behauptung auf eine Studie der Schweizer Impfexpertin Claire-Anne Siegrist verwiesen. Sie kam - etwa zeitgleich zur Veröffentlichung der Gardasil-Studien - mit einer eigenartigen Arbeit an, welche sich auf Daten großer Versicherungen bezog und zeigte, dass junge Frauen relativ häufig von Autoimmunerkrankungen betroffen sind.
Die Arbeit trug den bezeichnenden Untertitel: "Eine Kohortenstudie, um zu illustrieren, welche Ereignisse irrtümlich für Nebenwirkungen gehalten werden könnten" (!)

Ein Finanzier ist in dieser Studie - im krassen Gegensatz zu den Kriterien für seriöse wissenschaftliche Arbeit - nicht angegeben. Da Frau Professor Siegrist in der Vergangenheit aber auf der Honorarliste von fast allen großen Impfstoff-Konzernen stand, nehmen wir mal nicht an, dass sie die Arbeit gratis und unbezahlt in ihrer Freizeit durchführen musste. 


War Bestechung im Spiel?

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: 
Zunächst wird unter Komplizenschaft der Gesundheitsbehörden der USA und der EU ein bekannter Risikofaktor für Autoimmunerkrankungen "entschärft", indem diese Chemikalie auch der "Placeboimpfung" beigemischt wird. 
Anschließend wird eine - strategisch vorab geplante und zeitgleich publizierte - Studie vorgelegt, welche den Eindruck erwecken soll, dass ohnedies viele Frauen und Mädchen - auch ohne Impfung - diese Krankheiten entwickeln.

Seither wird bei allen Anfragen oder Bedenken zur Sicherheit von Gardasil von der Herstellerfirma sowie den HPV-Lobbyisten sofort auf die Siegrist Studie verwiesen. Auf strategisch aufbereitete Daten aus Versicherungs-Archiven, die überhaupt nichts mit den Impfstudien zu tun haben. 

Ein prächtiges Ablenkungsmanöver, dass wohl von folgender Frage ablenken soll:

Wie viele der 463 Frauen und Mädchen, die an den Gardasil-Studien teilgenommen haben, sind auf Grund der neuartigen Wirkverstärker erkrankt? 

Wir wissen es nicht!

Das wäre nur zu klären gewesen, wenn die Impfung gegen eine biologisch neutrale Salzwasser-Lösung als Placebo-Impfung getestet worden wäre.
Das heraus zu finden lag jedoch nicht in der Absicht von Merck & Co.

Also fließen Milliarden an Steuergeldern für einen organisierten Trickbetrug in die Konzernkassen.
Als Gegenleistung werden gesunde Jugendliche und junge Erwachsene dem Risiko ausgesetzt, dass sie nach der Impfserie dauerhaft krank sind. 

Es wäre höchste Zeit für die Einberufung einer Untersuchungs-Kommission, um die rationalen Argumente für die Beweggründe der involvierten Behörden aufzuklären. Vor allem interessiert mich die Kernfrage, wie sie diesem wissenschaftlich absurden Design zustimmen konnten. 

Möglicherweise waren diese "rationalen Argumente" ja ganz profane Bestechungsgelder. 

Eines ist jedenfalls klar: Wenn der Anteil der durch HPV-Impfungen geschädigten Mädchen und Frauen auch nur annähernd den Bereich von einem Prozent erreicht, dann geht von der Impfung ein vielfach höheres Risiko aus als von den HP-Viren. 

(Zumal bei einem guten organisierten Screening Programm zur frühzeitigen Erkennung von Gebärmutterhals-Krebs, wie es etwa in Finnland praktiziert wird, in den allermeisten Jahren keine Zervixkarzinom-Todesfälle bei Frauen unter 50 Jahren auftreten.
Ob die Wirkung der HPV-Impfungen überhaupt länger als drei Jahrzehnte anhält, um dann eventuell das Krebsrisiko zu reduzieren, steht derzeit vollständig in den Sternen.)


Wenn Ihnen dieser Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 

Samstag, 8. Dezember 2012

Liste der mit Aluminium assoziierten Krankheiten

Die Tabelle ist gekürzt und stammt aus der Arbeit „Aluminium and Medicine“ von Christopher Exley. Der britische Aluminium-Experte führt darin jene Krankheiten an, die in der wissenschaftlichen Literatur mit dem Einfluss von Aluminium in Verbindung gebracht wurden. Im Ranking von 1 bis 10 wertet Exley die Wahrscheinlichkeit, dass sich die (Mit-)Beteiligung von Aluminium an der Entstehung der Krankheit in Zukunft erweisen wird. Eine Bewertung mit 1 bedeutet demnach, dass eine Beteiligung unwahrscheinlich – eine Bewertung mit 10 dass diese bereits erwiesen ist.


(die Tabelle stammt aus dem Buch "Molecular and Supramolecular Bioinorganic Chemistry", Herausgeber: ALR Merce et al., Nova Science Publishers, 2008)

Donnerstag, 19. November 2009

Sehnsucht nach der Pandemie

Rinderwahn, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe: So lauteten einige der Schreckgespenster, die uns in den letzten Jahren heimsuchten. Wenn wir keine Probleme haben, so scheint es, dann machen wir uns eben welche. Die Bilder in den TV-Nachrichten zeigen Schreckensbilder von Rindern oder Hühnern, die vorsichtshalber verbrannt werden. Einsatzkräfte mit Ganzkörper-Schutzanzügen verrichten ihr abartiges Handwerk. Auf den Flughäfen, in den U-Bahnen und sogar in Schulklassen sehen wir Menschen mit Mundmasken. Die Bedrohung ist unsichtbar und gerade deshalb allgegenwärtig.
Und irgendwann ist dann plötzlich Schluss. Die fetten Schlagzeilen werden schlanker und verschwinden von den Titelseiten. So als hätte irgendwo im Hintergrund jemand – verborgen vor der Öffentlichkeit – die Zielflagge geschwenkt: Genug jetzt, es ist vorbei. Eben so schnell, wie der Spuk aufgezogen ist, verschwindet er wieder.
Am Höhepunkt der Vogelgrippe-Hysterie,  im Herbst 2005, hatte noch  jeder altersschwache Schwan die Chance, zur Spitzenmeldung der Tagesschau zu werden. Zwei Jahre später wurden auf bayrischen Mastbetrieben fast 450.000 Enten getötet, weil einige von ihnen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert waren. Die Berichte darüber schafften es nicht mal mehr in die überregionalen Nachrichten. Und heute denkt man an einen Druckfehler, wenn noch irgendwo von H5N1 die Rede ist. Denn jetzt ist Schweinegrippe-Saison: H1N1!
Fast scheint es, als hätte die Menschheit eine tiefe Sehnsucht nach Seuchen gepackt. Eine Sehnsucht nach der Pandemie, nach einer tödlichen Gefahr, die aus dem Nichts auftaucht und uns allen kollektiv an den Kragen will. Uns gleich macht in unserer Hilflosigkeit und unserem Schutzbedürfnis.
Und als ob es eine Inszenierung wäre, treten sofort auch die Retter auf den Plan. Experten stellen sich souverän den Kameras und wissen, was zu tun wäre: Millionen Todesfälle, das Ende des Tourismus und des freien Warenverkehrs, der endgültige Einbruch der Weltwirtschaft, das alles wäre zu vermeiden. Aber nur, wenn jetzt sofort in die Vorsorge investiert würde. Das dürften aber keine Kinkerlitzchen sein, mahnen die Experten. Da bräuchte es schon eine gemeinsame weltweite Kraftanstrengung der besten Geister. So etwas kostet. – Misstrauen ist nicht angebracht, denn die Experten genießen den besten Ruf. Zudem sind sie offensichtlich unabhängig, gehören der Welt-Gesundheits-Organisation, angesehenen Universitäten oder staatlichen Behörden an. Ihr Wort wiegt schwer.
Als nächstes treten jetzt die Volksvertreter auf. Eingeschüchtert von diesem apokalyptischen Szenario greift ein Politiker nach dem anderen mit vollen Händen in die Steuertöpfe und investiert in die Pandemie-Polizze. Barack Obama, Nicolas Sarkozy, Angela Merkel: Gleichsam im Dominotakt folgt im Sommer 2009 ein Industrieland dem nächsten. Sie stellen Milliarden bereit für den Ankauf von Medikamenten und die Neuentwicklung von Impfstoffen. Jeder einzelne Staatsbürger soll geschützt werden vor der heimtückischen Gefahr. Nicht zuletzt nützt dieses Investment auch ihrer eigenen Wiederwahl. Denn was würde wohl die Opposition trompeten, wenn ausgerechnet das Land, in dem sie die Verantwortung tragen, ausschert aus dem Gleichklang der internationalen Selbstverteidigung: unverantwortlich wäre das!
Von Kritikern hört man vereinzelt den Vorwurf, die Medien würden hier ohne wissenschaftliche Basis eine Hysterie schüren und mit den Ängsten der Menschen Geschäfte machen. Ich denke jedoch nicht, dass dieser Vorwurf berechtigt ist. Pressevertreter gehen nun mal auf Pressekonferenzen. Und sie berichten, was dort gesagt wird. Das ist ihr Job. Im Gegenteil – wenn ab und zu Kritik aufkam an dieser allumfassenden Mobilmachung, dann kam diese von den Medien. Dann waren es Journalisten, die ihrer Verwunderung Ausdruck verliehen, warum bei einer derart minimalen Bedrohung, derart martialische Maßnahmen gesetzt werden müssen: Eine ganze Bevölkerung durchzuimpfen, wie es manche Gesundheitspolitiker ankündigten, wurde als „unkontrollierter Menschenversuch“ bezeichnet. Und das Vorhaben, allein in Deutschland rund eine Milliarde Euro an Steuergeldern zu investieren für eine Infektion, die mildes Fieber und ein wenig Halsschmerzen verursacht, als hoffnungslos überzogen.
Derartige Vorstöße blieben aber selten. Denn die Medien sind ein Spiegel eines kollektiven Bewusstseins. Und dieses erwies sich als ungemein empfänglich für die Kampagne. Dazu trug sicher auch die unappetitliche Assoziation bei, dass hier ein Virus vom Schwein auf den Menschen gehüpft ist. Einst aus dem ekligen Rüssel der Sau entkommen, mutiert und milliardenfach vervielfacht, verbreiten sich diese Keime in allen möglichen Menschen und springen vielleicht auch auf die eigene Familie über: in die Nase meines Babys. Diese Vorstellung schockt und verängstigt. Und auf diesen Ängsten, auf diesem unguten Gefühl, lässt sich eine Marketing-Kampagne schon aufbauen.
Zumal ja auch genug investiert wurde. Schon vor fünf Jahren, als die Viren noch von den Vögeln kamen und H5N1 hießen, waren neue Technologien entwickelt worden für den Ernstfall. Erstmals wurden die Viren nicht mehr nur auf den Embryos von befruchteten Hühnereiern vermehrt, sondern es wurden richtiggehende Impfstoff-Fabriken geschaffen. Anstelle der unsicheren und komplizierten Eier-Technologie konnten die Viren nun auf robusten Zellkulturen wachsen. Auf theoretisch unsterblichen Zelllinien von Affennieren, die immer weiter wuchern, solange sie mit Nährlösung versorgt werden und in Fermentern bei der idealen Temperatur gehalten werden. Hier wurden von den Konzernen große Summen investiert. H5N1-Impfstoffe gingen in die klinischen Tests. Tausende von Studien-Teilnehmer wurden angeworben und mussten auch entlohnt werden für ihren Mut, sich unbekannte Arzneimittel injizieren zu lassen. Sollte diese Investition vergebens gewesen sein, jetzt wo kein Hahn mehr nach der Vogelgrippe kräht?
Tausende von Experten sind Teil eines mit Milliardenaufwand geschaffenen, weltweiten Influenza-Netzwerkes. Sie werden dafür bezahlt, die Augen offen zu halten und bei allen erkrankten Menschen nach den Verursachern zu fahnden. Im Auftrag der WHO, im Auftrag der Nationalen Zentren zur Infektionskontrolle. Diese Experten wollen ihre Arbeit erfüllen. Und sie wollen zeigen, dass das investierte Geld, gut investiert ist. Sie finden die Viren, sie analysieren sie mit immer moderneren Methoden. Und sie können nun sagen, dass bestimmte Gen-Sequenzen im Erbgut der Viren sie an jene von Vögeln oder von Schweinen erinnern. Mit jeder Schlagzeile sichern sie die eigenen Budgets – und damit ihre Jobs. Und so halten sie die Medienkampagnen in Gang und verleihen den Angstparolen mit ihren grauen Schläfen, der hohen Stirn und dem weißen Arztkittel den nötigen Anstrich von Seriosität. Und sie posaunen es auch nicht allzu laut hinaus, dass sie nebenher recht schön mitverdienen über ihre Beraterverträge mit der Industrie und die neuen, von der Politik erpressten Forschungsgelder.


Die neuen Brahmanen
Im alten Indien – an der Wiege der meschlichen Zivilisation – liefen die Brahmanen in ihrer Funktion als Priester, Heiler und Propheten, immer wieder Gefahr, dass die herrschende Kaste der Krieger den Respekt verliert. Dass sie selbst als Schmarotzer entlarvt werden, als unnütze Anhängsel, deren Rituale leer sind und deren Vorhersagen wertlos. Sie mussten teuflisch aufpassen, ihren hohen Status in der Gesellschaft und ihre Privilegien nicht zu verlieren und von verärgerten oder gelangweilten Fürsten davon gejagt zu werden. Deshalb war es die oberste Kunst der Brahmanen, ihr Geheimwissen so auszuspielen, dass die Mächtigen in beständiger Furcht gehalten wurden, und sich nie ganz sicher sein konnten, ob sie nicht schon morgen den Beistand der Priester gegenüber einer entfesselten rasenden Gottheit dringend benötigen würden.
Um diesen Nimbus abzusichern, entwickelten die Brahmanen ein ganzes Arsenal an hilfreichen Techniken. Sie erfanden eine Schrift, schufen Verse, Zaubersprüche und die ältesten Lehrbücher der Menschheitsgeschichte. Geheime Kenntnisse, die nur innerhalb der eigenen Kaste gelehrt und weiter gegeben werden durften. Um die Altare exakt nach den Himmelsrichtungen auszurichten, erlernten sie die Astronomie. Sie entwickelten ausgefeilte Opfer-Rituale, die so kompliziert und so eindrucksvoll waren, dass sie jahrelang geübt werden mussten. Beim großen Pferdeopfer beispielsweise – mussten mehrere Tiere gleichzeitig getötet werden. Sie mussten in derselben Sekunde sterben – andernfalls galt das Opfer als misslungen – mit schrecklichen Konsequenzen für den Herrscher. In einer über Tage laufenden Zeremonie wurden die Tiere zum Höhepunkt gemeinsam geopfert. Wenn alles erfolgreich nach Plan lief, warf der oberste Priester das Herz des besten Pferdes ins Feuer, so dass seine „göttlichen Dämpfe“ vom König und dessen Frauen eingeatmet werden konnten. Dadurch waren sie dann immun gegen jegliche Gefahren, die Götter versöhnt.
Gerade bei der Schweinegrippe drängt sich nun der Verdacht auf, dass diese Urzeiten der Medizin noch nicht gänzlich überwunden sind. Eine mythisch überhöhte Gefahr – die Jahrhundert-Pandemie des Nachkriegswinters 1918/19 – wird seit Jahren regelmäßig heraufbeschworen, um ein jederzeit wieder mögliches Horrorszenario mit Abermillionen von Todesopfern an die Wand zu malen. Ein angesichts der realen Bedrohung durch die läppische Gripperl-Welle geradezu absurd überzogener Vergleich. Die theatralische Ausrufung der Pandemie durch die WHO im Juni 2009 gleicht demnach einem modernen „Pferdeopfer“. Und es verfehlt noch immer nicht seine einschüchternde Wirkung auf die Kaste der Krieger und Fürsten, die sich heute Politiker und Volksvertreter nennen. Zum einen sichert das die Budgets der modernen Brahmanen, zum anderen den Absatz der bereits im Testlauf erprobten Impfstoffe, die nun nur noch rasch von der H5N1-Basis auf H1N1 umgebaut werden mussten.
Um die Aktion nicht zu gefährden, änderte die WHO sogar noch die Definition für eine Pandemie. Sie wurde von der WHO bis Anfang Mai noch als weltweite Infektion bezeichnet, die „eine enorme Zahl von Todesfällen und Krankheiten“ verursacht. Dieser Passus verschwand spurlos und übrig blieb die schnelle Ausbreitung über ein großes Gebiet. Dabei fällt es selbst den Experten schwer, zu erklären, warum wir nach dieser geografischen Definition nicht jedes Jahr die Pandemie ausrufen. Wo doch in jedem Jahr eine mehr oder weniger starke saisonale Influenza-Welle abläuft.
Ebenso schwer fällt die Erklärung, warum wir die Pandemie eigentlich auf die Influenza beschränken. Sind doch die Grippeviren nur ein kleiner Teil der mehrere hundert Unterarten umfassenden Viren, die über den Atmungstrakt übertragen werden und recht ähnliche Symptome auslösen. Untersuchungen zeigen, dass sie nur für sieben Prozent dieser Erkrankungen verantwortlich sind. Sie sind auch bei weitem nicht die gefährlichsten Erkältungsviren. Die so genannten RS Viren verursachen – speziell bei den Kindern – etwa wesentlich ernsthaftere Symptome. Rhinoviren und Coronaviren, die den Großteil der Infektionen ausmachen, können sich bei den älteren Menschen ebenfalls zu lebensgefährlichen Lungenentzündungen „auswachsen“. Objektiv gesehen besteht also der einzige Unterschied darin, dass es für Influenza spezielle Medikamente (z.B. Tamiflu), Impfstoffe und ein eigenes weltumspannendes Experten-Netzwerk gibt. Bei Rhino-, Corona- und RS-Viren hingegen nicht.
Ich schreibe dieses Vorwort im September 2009. Ich weiß noch nicht, wie dieses Spektakel endet. Die Gefahr, dass die – über Abermilliarden von Steuergeld finanzierte – Pandemie-Vorsorge mehr gesundheitlichen Schaden anrichtet, als die Schweinegrippe jemals vermocht hätte, ist jedoch groß. Wir wissen seit langem, dass die antiviralen Medikamente, die meist beim ersten Kratzen im Hals verordnet werden, schwere Nebenwirkungen haben. Speziell bei den Kindern. Wir haben zudem nichts aus dem Schweinegrippe-Debakel der USA von 1976 gelernt, wo Millionen von Amerikanern mit im Eilverfahren entwickelten Impfstoffen geschützt werden sollten. Am Ende dieses hysterischen Feldzuges standen Tausende von Impfopfern, viel davon tot oder mit bleibenden Schäden. Das einzige was damals ausblieb – ja sogar spurlos vom Erdboden verschwand – war die gefürchtete Epidemie. Diesen Effekt dem gewaltigen Rasseln der Influenza-Brahmanen zuzuschreiben, traute sich dann aber doch niemand mehr.

Die Erblast aus der Seuchenzeit
Viele dieser Haltungen im Umgang mit Infektionskrankheiten sind nur aus der kollektiven, Generationen überdauernden Erinnerung an die traumatischen Zeiten der Cholera und der Tuberkulose zu erklären. Speziell die Amerikaner, die weltweit den Takt in der Medizin vorgeben, sind noch tief in dieser historischen Erblast verfangen. Und heute werden von hier aus die Strategien gegen die neuen Weltseuchen organisiert: Das West-Nile Virus, ein Virus, das in anderen Ländern kaum beachtet wurde, war inneramerikanisch mehrere Jahre lang ein Dauerthema. Hier gelang es noch nicht, die eigene Paranoia weltweit zu exportieren. Bei SARS, Vogelgrippe und nun bei der Schweinegrippe lief hingegen bereits alles nach den Regeln der USA.
Es ist in der Tat verblüffend, wie gut der Angstknüppel noch immer wirkt. Wie leicht eine Gesellschaft durch die Androhung von Krankheit einzuschüchtern ist. Es genügt, ein paar spektakuläre Einzelfälle in den Medien groß aufzublasen und wir denken sofort, die Gefahr lauere um die nächste Ecke. Auch wenn es in Wahrheit wesentlich wahrscheinlicher ist, von einem Blitz oder einem Dachziegel erschlagen zu werden, als ernsthaft zu erkranken. Allzu viele in unserer Gesellschaft haben das Selbstvertrauen eingebüßt, mit einer Krankheit – und sei sie auch noch so banal – selbst fertig zu werden. Für die Krankheiten der Kinder gilt das noch viel mehr.
Kein Wunder, sind wir doch einer täglichen unsäglichen Massenpropaganda ausgesetzt, die uns einredet, dass alle Hilfe von außen kommt. Dass wir nur dann geschützt sind, wenn wir vorsorgen. Dass wir nichts dem Zufall überlassen sollen. Und so wird vorgesorgt: Mit den Jahr für Jahr immer zahlreicher werdenden Impfungen gegen alles und jedes. Mit Antibiotika, Cortison und fiebersenkenden Medikamenten, sobald die Stirn heiß wird.
Und das obwohl wir längst wissen, dass die Verhinderung von Krankheiten selbst ein Krankheitsrisiko darstellt. Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren häufig Antibiotika oder fiebersenkende Medikamente verschrieben bekommen, haben ein deutlich höheres Allergierisiko. Die vielen Impfungen – von ihrem Grundkonzept her eigentlich gut gemeinte Manipulationen des Immunsystems – tragen das ihre dazu bei, ein kindliches Immunsystem in seiner Reifephase zu stören. Dazu fällt – mit dem Wegfall der meisten Kinderkrankheiten und einer immer hygienischer werdenden Umwelt – das Trainingscamp aus, das die Natur bisher für Kinder in ihren ersten Lebensjahren eingerichtet hatte. Ein Trainingscamp, das dem Immunsystem in diesen frühen Jahren das Rüstzeug mitgab, ein ganzes langes Leben lang seine vielfältigen Funktionen der Infektionsabwehr oder der Krebsbekämpfung zu erfüllen.
In den Industrieländern leidet heute bereits mehr als ein Drittel der Bevölkerung an irgendeiner Form von Allergie. Das sei gar nichts im Vergleich zu einer Lungenentzündung oder einer Diphtherie, sagen die Statistiker der Massentherapie. Jede vermiedene schwere Krankheit, sagen sie, sei ein Erfolg. Und wo die Medizin die Möglichkeit hätte, müsse jede Chance ergriffen werden, die Menschen prophylaktisch zu schützen oder am besten die Krankheitserreger gänzlich auszurotten. Als Traum von der möglichst keimfreien, hygienisch reinen Umgebung und einem über medizinisches Geschick hochgerüsteten Immunabwehr.
Doch immer mehr Menschen zweifeln insgeheim an der Wahrheit dieser Thesen. Immer mehr Menschen merken schon jetzt die Schwächung und Irritation ihres Immunsystems und haben dadurch gewaltige Einbußen in ihrer persönlichen Lebensqualität: mit bedrohlichen Asthma-Attacken, verunstaltenden Neurodermitis-Schüben oder chronischen entzündlichen Krankheiten, welche eine dauernde Einnahme cortisonhaltiger Medikamente erfordern.
Immer mehr Menschen sind nicht mehr in der Lage, im Krankheitsfall richtiges Fieber mit Temperaturen über 38 Grad zu entwickeln. Fieber, das die Keime schwächt und gleichzeitig dafür sorgt, dass ein starkes reaktionsfähiges Immunsystem nun die idealen „Arbeitbedingungen“ vorfindet. Stattdessen fühlen sie sich wochenlang schlapp und angeschlagen, kämpfen sich zum Arbeitsplatz und wissen, dass sie eigentlich zu Hause bleiben sollten – wenn sie bloß richtig krank sein könnten.
In fast jeder Schulklasse gibt es heute ein Kind, das an Hyperaktivität leidet, Kinder mit unerklärlichen Aufmerksamkeitsstörungen oder Lerndefiziten. Wir sehen immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene, die täglich Medikamente nehmen müssen, um ihr überschießendes Immunsystem zu dämpfen, Menschen die an unerklärlichen Darmentzündungen leiden oder kein Insulin bilden können, weil ihr eigener Körper die hormonbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse attackiert und irreversibel geschädigt hat.
Wir wissen heute, dass viele diese Schädigungen hausgemacht sind. Dass die hoch gepriesene Prävention und der damit einhergehende vorsorgliche Eingriff ins Immunsystem bei vielen Menschen nach hinten losgeht und chronische, nicht mehr heilbare, sondern bestenfalls kontrollierbare Krankheiten die Folge sind. Unser Problem sind nicht die banalen Infekte, vor denen uns die Pandemiker schützen wollen. Gerade in einer Epoche des materiellen Wohlstandes, wie sie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte möglich war, halten wir heute bei einem Anteil von unheilbar Kranken, der sich kaum von jenem in der Seuchenzeit unterscheidet. Bloß dass sich die Namen geändert haben. Asthma ersetzte die Schwindsucht, Rheuma die Rachitis und Multiple Sklerose die Syphilis. Wir stecken inmitten einer tatsächlichen Pandemie von schwersten Störungen des Immunsystems.
Doch wer sollte diese Fehlentwicklung korrigieren, wer sollte sie überhaupt aufklären und öffentlich machen? Wenn doch die Mediziner als allein befugten Kontrolleure des Systems selbst den Löwenanteil zu der Katastrophe beigetragen haben, in der wir uns heute befinden. Wer nimmt den modernen Brahmanen den Zauberstab aus der Hand?

Ein neues Selbstbewusstsein
Es wird uns nichts übrig bleiben als das selbst zu versuchen. Für unseren persönlichen Lebensbereich, für das Wohl unserer Kinder und unser eigenes. Was es dafür in erster Linie braucht, ist ein neues Selbstbewusstsein, das aus dem Wissen um den biologischen Zweck entstehen kann, den Krankheiten für unser Wohlergehen haben.
Und dieses Buch kann dazu eine, wie ich hoffe, wertvolle Hilfestellung geben und einen Gegenentwurf ermöglichen zu dem Bild von Krankheit, wie es uns heute vermittelt wird. Ich habe dazu mit zahlreichen hervorragenden Wissenschaftlern gesprochen. Ich habe hoch interessante Literatur zur Entwicklung und den Funktionen unseres Immunsystems studiert, die mir selbst auch eine völlig neue Sicht auf diesen erstaunlichen Lebensbegleiter und Schutzengel offenbarte.  Und schlussendlich habe ich – als Vater von fünf Kindern – auch viele persönliche Erfahrungen bei der Begleitung von Krankheiten einfließen lassen.
Erst das Wissen um den biologischen Zweck von Krankheit, verschafft uns die Möglichkeit, uns aus dem Kreislauf aus Angstmache und Versicherungsdenken, der uns permanent in Abhängigkeit halten will, zu befreien. Und es ist erstaunlich, wir rasch daraus ein völlig neues Selbstbewusstsein entsteht.
Wer ab und zu krank ist, bleibt auf lange Sicht gesund. Wir sollten diese kleinen Auszeiten willkommen heißen, so wie alle anderen Bestandteile eines gesunden Lebens: Gutes Essen, Bewegung, Humor und Liebe.
Und darum geht es in diesem Buch: Um das Selbstbewusstsein, Krankheiten zuzulassen. Im Vertrauen auf ein gesundes, kompetentes Immunsystem, das uns begleitet und beschützt und auf das wir stolz sein können. Ein ganzes Leben lang.

(dieser Text ist das aktualisierte Vorwort für das Taschenbuch von "Lob der Krankheit", das im Januar erscheint und jetzt schon vorbestellbar ist)

Donnerstag, 18. Juni 2009

Bittner goes Pharma

Erst kürzlich hat sich Franz Bittner für eine Kampagne der Wiener Pharma-PR-Agentur Welldone einspannen lassen. Nun wechselt er vom Chefsessel der Wiener Gebietskrankenkasse überraschend die Seiten und wird Pharma-Lobbyist. Und zwar als Partner des illustren Welldone-Chefs Robert Riedl.

Franz Bittner erklärte seinen Abgang von der WGKK damit, dass er über die letzten Jahre "so manchen Betonblock mitgeschleppt hat" und mit dem Alter werde das nicht eben leichter. Also entschloss er sich, mit 55 Jahren nochmal neu anzufangen. Und zwar als geschäftsführender Gesellschafter der erst kürzlich von Robert Riedl gegründeten Firma "Peri Human Relations".

Riedls PR-Imperium
"Peri Human Relations" ist der jüngste Spross in Robert Riedls Pharma-PR Imperium mit Hauptsitz in der Wiener Lazarettgasse. Dazu zählen weiters die auf Lobbying spezialisierte "Peri Consulting GmbH". Ebenso "Update Europe", die sich mit Pharmamitteln der Ärztefortbildung widmet, die Ärztekrone Verlagsgesellschaft (als 20% Minderheits-Eigentümer), das "Gesunde Lunge - Institut" (33% Anteil), sowie das Mutterschiff, die "Welldone Marketing und Kommunikationsberatungsges.m.b.H". Als formeller Eigentümer tritt in allen diesen Fällen die BJK&R Privatstiftung auf.
Hervorragende Beziehungen pflegt Riedl zur Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), deren Konferenzen seine Firmen organisieren und deren Leitlinien (Consensus Berichte) sie sponsormäßig betreuen. Auch deren wissenschaftliche Obhut bleibt mit "Update Europe" im eigenen Haus und damit vor jeglichen pharmakritischen Tendenzen gut abgeschirmt.

Aber zurück zum ehemaligen Kämpfer gegen überhöhte Medikamentenpreise und Korruption, Franz Bittner. In einer Aussendung der Agentur Welldone wurde Mitte April zu einer Pressekonferenz im Presseclub Concordia eingeladen, bei der Franz Bittner am Podium saß und es um folgende scheinbar harmlose und auf den ersten Blick durchaus erfreuliche Mitteilung zu Fortschritten in der Therapie der rheumatoiden Arthritis (rA) ging:

Mit dem Inkrafttreten einer neuen Verordnungsregelung ab 1. Mai 2009 wurde nun ein weiterer Meilenstein in der rA-Therapie gesetzt: Bei Nichtansprechen auf die Behandlung mit 1 Basistherapeutikum kann sofort auf ein Biologikum umgestellt werden. Dies ermöglicht eine bessere Versorgung und eine Steigerung der Lebensqualität der Patienten.


Hintergrund dieser Affäre
Über mehrere Wochen schaltete die Initiative "Der Österreichische Patient" zahlreiche ganzseitige Inserate in den wichtigsten Zeitungen, um eine möglichst frühzeitige Therapie der Rheumatoiden Arthritis einzufordern. Nun deckte "Transparency International" auf, dass es sich dabei in Wahrheit um eine verdeckte Werbekampagne des US-Konzerns Wyeth für das Präparat Enbrel handelt.

In der ersten Phase der Anzeigen-Kampagne wurden wichtige "Player" des österreichischen Gesundheitssystems direkt angesprochen und mit den Folgekosten konfrontiert, die bei Rheumapatienten anfallen. Im Schnitt, heißt es, summieren sich diese Kosten für Krankenstände, Operationen und Krankenhausaufenthalte pro Patient auf jährlich 21.768 Euro. Dies könnte durch den frühzeitigen Einsatz neuer Arzneimittel geändert werden.
Und dann folgt in Balkenlettern die Frage, z.B. an Franz Bittner, den (damaligen) Chef der Wiener Gebietskrankenkasse:
WIE SIEHT IHRE LÖSUNG DAFÜR AUS, HERR BITTNER?

Die Antworten der damit konfrontierten Kammer- und Kassenfunktionäre ist vom Tenor recht einhellig: klar, doch, logisch! früher behandeln ist sinnvoll, wenn man damit Leid und Geld gleichzeitig sparen kann.
Oder im Originalton, wieder von Franz Bittner:

Gerade bei rheumatoider Arthritis ist ein früher Therapie beginn entscheidend, da die schwerwiegendsten Schäden in den ersten beiden Erkrankungsjahren entstehen. Hier gilt es, alte Denkmuster zu entsorgen und ihnen die tatsächliche Kostenwahrheit fair gegenüberzustellen. Natürlich ist der möglichst frühe Einsatz moderner Medikamente zuerst einmal kostenintensiver. Aber was man sich ersparen kann, neben Leid für die Betroffenen, sind die Folgekosten durch Krankenstände, Operationen, Prothesen, Krankenhausaufenthalte etc.

Wer sich über die Urheber dieser doch recht aufwändigen oder teuren Kampagne informieren wollte, wurde auf zwei Patientenorganisationen verwiesen: die Rheumaliga und die Initiative "Der Österreichische Patient".

Andrea Fried, Chefredakteurin der ÖKZ und Mitglied des Beirates von "Transparency International", deckte in einem Editorial des HTA-Newsletters des Wiener Ludwig Boltzmann Institutes auf, dass es keineswegs Patienteninitiativen waren, die diese Kampagne finanziert haben, sondern der US-Konzern Wyeth, der die Agentur Welldone dafür mit einem kolportierten Auftrags-Etat von rund 300.000 EUR bedachte.

Auffällig ist die Herkunft der Initiative "Der Österreichische Patient". Dabei, so Fried,
...handelt es sich um eine Kooperation der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) und dem Verein Altern mit Zukunft - beide enge Partner und Kunden der Werbeagentur Welldone, wo sich auch die Kontaktadresse der Initiative "Der Österreichische Patient" befindet.

Andrea Fried fand es höchst eigenartig, warum Versicherer (wie z.B. Franz Bittner) ausgerechnet pharmagesponserte Inserate brauchen, um auf eine vermeintlich schlechte Versorgung ihrer eigenen Versicherten hinzuweisen. "Sollte es hier wirklich Mängel geben", schließt Fried, "wären statt Inseraten wohl eher Handlungen gefragt."


TNF-Blocker: extrem teuer und riskant

Dem Auftraggeber Wyeth geht es offensichtlich darum, den Umsatz seines Medikamentes Enbrel (Wirkstoff Etanercept) zu erhöhen.
So wie Humira (Adalimumab) oder Remicade (Infliximab) gehört Enbrel zu den TNF-Blockern. Es handelt sich dabei um gentechnisch hergestellte Proteine, die in den Kreislauf der Immunreaktion eingreifen um damit das - bei Rheuma aus dem Ruder gelaufene - autoaggressive Potenzial des Immunsystems zu reduzieren.

Enbrel kostet für die in der Praxis üblichen Drei-Monats-Kur pro Patient fast 5.000 EUR und war bis dahin, so wie die anderen beiden Präparate, bei therapieresistenter mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis zugelassen.

"Für eine frühere oder breitere Anwendung", sagte mir der Stockerauer Rheuma-Experte Burkhart Leeb, "gibt es jedoch derzeit noch viel zu wenig Daten. Ich wäre da sehr vorsichtig."
Zumal die Nebenwirkungen, obzwar selten, so doch sehr ernsthaft sein können.
Im Austria Codex werden diese so zusammengefasst:
Lokale Reaktionen, Infektionen (auch schwerwiegend), unspezifische Symptome, Lupus, Allergien, Blutbild, sehr selten ZNS entmyelinisierende Ereignisse

Seit kurzem wird zudem ein höheres Krebsrisiko diskutiert (Zitat aus: a-t 2006; 37: 59-60):
Auch der Verdacht, dass sie Lymphome und andere Krebserkrankungen auslösen können, ist bislang nicht ausgeräumt. Die Störwirkungen sind biologisch plausibel, da TNF α an der Abwehr von Infektionen und bösartigen Erkrankungen beteiligt ist. Eine Auswertung der in randomisierten klinischen Studien und offenen Verlängerungsphasen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis unter Etanercept, Infliximab und Adalimumab dokumentierten Lymphome ergibt, jeweils bezogen auf eine hinsichtlich Alter und Geschlecht vergleichbare "Normalbevölkerung", für Etanercept ein relatives Risiko von 2,31 (95% Konfidenzintervall [CI] 0,85-5,03), für Adalimumab von 5,52 (95% CI 2,6-10,0) und für Infliximab von 6,35 (95% CI 1,7-16,3).


Bittners Spagat

Riskante und extrem teure Arzneimittel zum möglichst frühzeitigen Einsatz bei tausenden rA-Patienten freizugeben - zum Wohle der Hersteller: Diesen Auftrag hat Peter Riedls Agentur bravourös erledigt.
Und Franz Bittner hat mit seiner peinlichen Mithilfe in diesem Schwank zu Lasten der Beitragszahler wohl seine Aufnahmsprüfung in die illustre Welt der Privatwirtschaft gesehen.

Dass er seine Funktion als stv. Vorsitzender der Gewerkschaft Druck-Journalismus und Papier behält, ist bei derart artistischen Verrenkungen in Bezug auf seine berufliche Verantwortung, bloß noch ein weiterer Spagat.
Foto: © Michaela Bruckberger