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Montag, 3. September 2018

Neues Buch: Gute Impfung - Schlechte Impfung

Während der letzten Monate habe ich an einem Buch zum Thema Impfen gearbeitet.
Das Manuskript ist nun fertig - und in der Druckerei. Journalisten, die sich für Rezensionsexemplare interessieren, können diese beim Verlag Ennsthaler bestellen.
Und so sieht das Buch aus:

Bert Ehgartners neues Buch kommt Anfang Oktober in den Buchhandel

Die Impfthematik interessiert mich seit langem und es ist sowas wie mein berufliches Spezialgebiet geworden. Ich hatte immer mal wieder Teilaspekte in meinen Filmen und Büchern und habe über die Jahre (u.a. hier im Blog) auch zahlreiche Artikel dazu geschrieben.
Doch ein monothematisches Buch zum Impfen gab es von mir noch nie. Nun ist es soweit: Ende September erscheint auf rund 400 Seiten „Gute Impfung - Schlechte Impfung“ im Verlag Ennsthaler.

Weil Impfungen immer auch "Kinder ihrer Zeit" sind, war es für die traditionsreichen älteren Impfungen notwendig, tief in die historischen Archive zu steigen. Ich habe dazu viele Wochen recherchiert und es war extrem spannend, die Hintergründe und die ersten Erfahrungen mit solchen legendären Impfstoffen wie jener gegen Kinderlähmung oder Tetanus aus der zeitgenössischen Sicht der damaligen wissenschaftlichen Debatte neu zu beleuchten.

Ich habe versucht, alle gebräuchlichen Impfungen - sowie auch das behördliche und wissenschaftliche Rundum - einer ebenso sorgfältigen wie kritischen Analyse zu unterziehen - so als wäre „das Impfen“ ein ganz normaler Teil der Wissenschaft – was es meiner Meinung nach auch sein sollte.
Das Impfwesen ist keine „Heilige Kuh“. Ich finde es gefährlich, wenn in der öffentlichen Diskussion immer so ein großer Respektabstand gehalten wird, um nur ja die „Impffreudigkeit der Bevölkerung“ nicht zu gefährden. Das fördert Trägheit bei den Behörden und Arroganz bei den Herstellern. Wohin das Gefühl, man werde nicht mehr kontrolliert, führen kann, haben wir zuletzt am Beispiel der deutschen Autoindustrie und dem Abgas-Skandal gesehen.

Persönlich stehe ich dem Impfen neutral gegenüber. Ich bin weder Impfgegner noch unkritischer Befürworter. Doch ich finde, dass bei Impfungen besonders hohe Ansprüche an deren Sicherheit zu stellen sind: Eben weil sie einen präventiven Eingriff an zumeist gesunden Menschen darstellen. Und deshalb sollten sie mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft werden: damit die Geimpften nach dem Arzttermin genauso gesund sind wie davor.

Sie werden im Buch sehen, dass dies bei manchen Impfungen nicht der Fall ist und weder Wirksamkeit noch Sicherheit den Ansprüchen eines modernen Verbraucherschutzes genügen.
Bei anderen Impfungen - wie beispielsweise der Masernimpfung – gibt es hingegen zusätzliche positive Aspekte, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Anstatt die Eltern mit Angstmache zum Arzt zu treiben, wäre es wohl für viele Eltern interessant, mehr von diesen positiven Eigenschaften zu erfahren.

Freut Euch also auf ein kritisches Buch, das zahlreiche Überraschungen birgt.

Rezensionswünsche bitte an Frau Mag. Ingrid Führer (e-mail). Bei Interesse an Veranstaltungen / Vorträgen / Diskussionsrunden zum Thema ist die Ansprechpartnerin Frau Geraldine Schirl-Ennsthaler (e-mail).

Montag, 17. August 2015

Autismus und Impfungen: Ein CDC-Insider packt aus

Die USA wird von einer Autismus-Epidemie unvorstellbaren Ausmaßes erfasst. Die noch vor drei Jahrzehnten extrem seltene Entwicklungsstörung betrifft heute bereits jedes 68. Kind. Die Ursachen für die Katastrophe liegen völlig im Dunklen. 
William Thompson, ein führender Forscher der US-Gesundheitsbehörde CDC konnte die Praktiken seiner Behörde mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren und machte nun mehr als 100.000 Seiten interner Unterlagen für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese Daten belegen, wie sehr die CDC versuchte, einen möglichen Einfluss von Impfungen bei der Entstehung von Autismus zu vertuschen. Wie Thompson und seine Kollegen dafür sogar Daten gefälscht und relevante Ergebnisse vertuscht haben. Ende August erscheint nun "Vaccine Whistleblower" mit seiner Anklage. Thompson belegt darin, wie voreingenommen, wissenschaftsfeindlich und korrupt die weltweit einflussreichste Gesundheitsbehörde tickt. 

Whistleblower William Thompson packt aus 
Dass es innerhalb der CDC brodelte - ähnlich einer kriminellen Vereinigung, die wusste, dass Feuer am Dach ist - das erfahren wir staunend. Und zwar über einen langjährigen Mitarbeiter, der als Chef-Epidemiologe und Statistiker zur Führungs-Riege im „Nationalen Impfprogramm“ gehörte: William Thompson.
Im August 2014 wandte er sich über das Anwaltsbüro Morgan Verkamp, das einen guten Ruf als Rechtsbeistand für Whistleblower genießt, mit einem schockierenden Statement an die Öffentlichkeit. Er gab in seiner Nachricht zu, dass er und andere Kollegen der CDC in ihren Studien betrogen, Daten unterschlagen und Resultate gefälscht hatten, um Impfungen vom Ruf frei zu waschen, sie könnten irgend etwas mit der Autismus-Epidemie zu tun haben. Thompson selbst hatte an mehreren Dutzend Arbeiten zur Sicherheit von Impfungen mitgearbeitet, darunter drei Studien, welche jeglichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus glatt widerlegten.


"Ich gehe jetzt durch die Hölle…"

Thompson begründete seinen Schritt an die Öffentlichkeit mit schlechtem Gewissen. In mehreren auf Band aufgezeichneten Gespräch mit Brian Hooker, einem befreundeten Wissenschaftler, der selbst Vater eines autistischen Sohnes ist, legte er seine Beichte ab. Über die Konsequenzen sei er sich im klaren, sagte Thompson, doch das werde er schon durchstehen. Er könne es nicht mehr länger verantworten zu schweigen.  „Für mich bedeutet es nur, dass ich ein paar Monate durch die Hölle gehe, wenn das jetzt alles öffentlich wird. Aber was ist das schon im Vergleich zu einer Familie, zu einem Kind, das tagein tagaus leidet. So sehe ich das. Ich bin zutiefst beschämt, was ich getan habe.“

Ende August 2015 erscheint ein Buch, zusammen gestellt von Anwalt Kevin Barry, das Thompsons komplette Aussagen zusammen fasst. Thompson gibt darin sich und seinen Kollegen die Schuld, „dass wir mindestens zehn Jahre Forschung versäumt haben, ein Jahrzehnt, in dem die CDC wie gelähmt war und ihr Wissen nicht transparent gemacht hat.“ 
Thompson erzählt von der in internen Sitzungen ausgegebenen Parole, „dass wir niemals zugeben werden, dass Autismus eine tatsächliche Nebenwirkung von Impfungen ist“. Dass in diese Richtung keine öffentlichen Förderungsgelder  ausbezahlt werden sollten, stand sogar in offiziellen Publikationen zu lesen, etwa des „Institute of Medicine“ (IOM), dem obersten wissenschaftlichen Beratungsgremium der US-Politik.


Jeder 42. Junge in den USA ist Autist


Barack Obama: "Wir werden niemals genug Geld haben,…"

Derartige Dinge muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land steht inmitten einer verheerenden Gesundheits-Katastrophe, die hunderttausende Familien schwerstens belastet. Wo Babys erkranken, die ihr ganzes Leben lang spezielle Therapie und Pflege brauchen. Wo niemand sagen kann, wie das jemals finanziert werden soll. Auch Präsident Barack Obama erwähnte in einer Rede vor Journalisten, „dass wir - wenn die Autismus-Zahlen weiter so explodieren - niemals genug Geld haben werden, um diesen enormen Betreuungsaufwand leisten zu können.“  Und die wissenschaftlichen Berater des Präsidenten schließen gleichzeitig eine vorurteilsfreie Suche nach möglichen Ursachen der Katastrophe von vornherein aus. 

Das beste Beispiel für diese Forschungsstrategie liefert die CDC selbst mit ihrem „SEED-Projekt“, der, wie auf der CDC Webseite stolz angekündigt wird „bislang größten amerikanischen Studie zur Erforschung von Risikofaktoren für Entwicklungsstörungen im Kindesalter“. 
Zur Information der Öffentlichkeit über den Fortschritt der Studie veröffentlicht die CDC Halbjahres-Berichte. In der zuletzt erschienenen 11. Ausgabe dieser SEED-Berichte gibt es Informationen über die Wichtigkeit von Bewegung für die Gesundheit der Kinder. Weiteres ein Bericht über einen autistischen Jugendlichen, der auf Konferenzen motivierende Vorträge hält und kürzlich sogar ein Buch veröffentlicht hat. Und schließlich News aus der wissenschaftlichen Praxis, wo es um das Verständnis geht, welche Gene bei der Entstehung der verschiedenen Störungen des autistischen Spektrums beteiligt sein könnten.


Thompson platzt der Kragen

Hinter diesen weitgehend nichtssagenden Berichten für die Öffentlichkeit stehe aber „eine wahre Goldmine, ein Disneyland an Daten“, berichtet William Thompson. Unter anderem „die Gesundheitsakten von rund 1.200 Kindern mit bestätigter Autismus-Diagnose inklusive alle Impfdaten der Kinder und sogar ihrer Eltern.“ Gerade diese Akten werden aber bislang „unter Verschluss gehalten und weggesperrt“.

Es sei beabsichtigt, damit in Zukunft zu arbeiten und es gibt laut Thompson auch schon rund 60 Forschungsanträge von Wissenschaftlern, welche Studien mit dem SEED-Datensatz machen möchten. „Aber keine einzige davon befasst sich mit Impfungen, keine einzige.“ Im aufgezeichneten Gespräch mit Hooker merkt man Thompson an, wie sehr ihn diese Ignoranz empört: 1.200 Kinder mit Autismus, dazu eine Kontrollgruppe, alle Daten, die man sich nur wünschen kann, das ergäbe alle Zutaten zur Beantwortung der lange gesuchten Frage, ob Impfungen in der Entstehung von Autismus eine Rolle spielen oder nicht. Er sei in der Behörde aktiv geworden und habe die Kollegen gelöchert, sie konfrontiert: „Wie werdet Ihr Euch rechtfertigen, dass ihr niemals die Impfungen untersucht habt?“ - Dass niemand diese „Hauptader der Goldmine“ mit ihm fördern und wissenschaftlich auswerten wollte, gab möglicherweise den letzten Anlass, dass Thompson resignierte und keine andere Chance mehr sah, als einen Schlussstrich hinter seine Karriere zu ziehen und sich an die Öffentlichkeit zu wenden.


Drei Inhaltsstoffe unter Verdacht

Bislang sind drei Inhaltsstoffe von Impfungen mit der Entstehung von Autismus in Verbindung gebracht worden: die Lebendviren aus der MMR-Impfung, sowie die Metallverbindungen von Aluminium und Quecksilber (Thiomersal). Alle drei haben unterschiedliche Funktionen, unterschiedliche Wirkmechanismen und damit auch ein unterschiedliches Gefahrenpotenzial. Forschungsfragen gäbe es wahrlich genug.

In den USA und den meisten Entwicklungsländern, sind noch immer Thiomersal-haltige Impfstoffe am Markt. In Europa wird Quecksilber als Konservierungsmittel nur noch „im Notfall“ - wie es heißt - in Impfstoffen eingesetzt. Zuletzt war dies bei der Schweinegrippe Pandemie der Fall. Thompson erzählt von Experimenten mit Ratten, wo gezeigt wurde, dass die Tiere - wenn man die Dosierung etwas erhöhte - ein deutlich höheres Sterberisiko hatten. In den USA muss man sich bloß gegen Influenza impfen lassen und man bekommt eine Dosis Quecksilber. „Ich weiß nicht, warum sie das immer noch für schwangere Frauen empfehlen“, sagt Thompson, „das ist die letzte Personengruppe, denen ich Quecksilber spritzen würde.“

In Studien zum Zusammenhang von MMR und Autismus war Thompson persönlich beteiligt. Diese Studien, erklärt Thompson, waren gedacht als Antwort auf die Wakefield Diskussion und den Vertrauensverlust in deren Sicherheit. Dummerweise ergab sich bei der Auswertung ein signifikant höheres Autismus-Risiko für Jungen afroamerikanischer Herkunft, die - entsprechend dem offiziellen Impfplan - im Alter unter drei Jahren gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurden. „Das war ein Resultat, das wir nicht erwartet hatten und es wurde endlos darüber diskutiert, wie wir das wieder los werden.“ Schließlich, deutet Thompson an, hätten sie eine Gruppe von Teilnehmern und deren Daten einfach aus dem Protokoll gestrichen - und damit war das Ergebnis nicht mehr auffällig. „Ich war Komplize“, gesteht Thompson, „wir haben niemandem von den signifikanten Resultaten erzählt. Wenn ich jetzt Familien mit autistischen Kindern treffe, dann fühle ich eine riesengroße Scham. Denn ich habe möglicherweise dazu beigetragen.“


"Reporter plappern korrupten Gesundheitsbeamten wie Papageien nach"

Das Vorwort zum Buch stammt von Boyd E. Haley, einem Professor für Chemie an der Universität von Kentucky, der als Experte für die Toxikologie von Inhaltsstoffen der Impfstoffe gilt. Er appelliert, dass jeder Kinderarzt dieses Buch lesen sollte, um gemeinsam eine medizinische Untersuchung einzuleiten. „Die Vorwürfe von Dr. Thompson sind so gravierend, dass die Frage der Sicherheit von Impfungen vollständig neu geprüft werden muss.“

Der Anwalt und Autor Robert F. Kennedy Jr. unterstützt diese Forderung Haleys in einem weiteren Vorwort und greift die US-Medien frontal an, weil sie bislang zu den Vorgängen um die CDC weitgehend geschwiegen haben: „Die Reporter plappern die Sprechblasen, die ihnen von korrupten Gesundheitsbeamten und den Sprechern der Impfstoff-Industrie hingeworfen werden, kritiklos nach wie Papageien.“ Dies sei wohl nur damit zu erklären, schrieb Kennedy, dass sich die Medienkonzerne als Komplizen der pharmazeutischen Industrie sehen, von deren Anzeigen sie finanziell abhängig seien.



Das Müllsack-Meeting

Besonders bildlich wird Thompsons Bericht, wo es um die Vertuschung des ganzen Skandals geht. „Die Autoren der Studie vereinbarten einen Termin, wo alle Dokumente im Zusammenhang mit der Studie zerstört werden sollten. Wir waren zu viert und einer brachte in den Konferenzraum einen riesigen Müllsack mit. Dann gingen wir durch alle Dokumente und entschieden, welche wir entsorgen. Das geschah auch. Allerdings hatte ich damals schon Bedenken, dass das illegal ist, was wir hier tun. Und ich behielt von allen Dokumenten Kopien in meinem Büro. Sowohl in Papier als auch am Computer.“

Genau diese Aussage von Thompson las der republikanische Kongress-Abgeordnete aus Florida, Bill Posey, am 29. Juli 2015 im US-Repräsentantenhaus öffentlich vor. Thompson hatte ihm, als Abgeordneter seines Vertrauens, mehr als 100.000 Seiten der brisanten CDC Unterlagen zukommen lassen.

Posey erklärte in seiner Rede, dass er dazu beitragen möchte, dass dieser Skandal aufgeklärt wird. Wer immer möchte - ob Politiker oder Vertreter der Medien - brauche nur in seinem Büro anzurufen und könnte bei ihm sofort die Kopien von Thompsons Unterlagen erhalten.
Der Applaus auf seine Rede war schwach.
Bis heute haben weder Politiker noch Journalisten aus den großen Medienhäusern sein Angebot wahr genommen.


Nachtrag

Seit 1998 ist die pharmazeutische Industrie zum mit Abstand größten Sponsor der beiden großen politischen Parteien der USA aufgestiegen. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 3,15 Milliarden US-Dollar offiziell als Ausgaben für politisches Lobbying verbucht. Bei den Zuwendungen für die Demokraten und Republikaner hat sich im Lauf der letzten Jahre ein interessanter Wechsel ergeben. Während im Jahr 2000 nur 36 Prozent der Zuwendungen der Pharmaindustrie an die Demokraten gingen und 2004 gar nur 31 Prozent, brachte der Wahlkampf von Barack Obama im Jahr 2008 den Umschwung. Von den 20 Millionen US-Dollar, die offiziell von Big Pharma an die Kandidaten gespendet wurden, waren nun beide Parteien etwa gleich stark bedacht. Barack Obama erhielt in diesem Jahr mit 848.000 US-Dollar die mit Abstand höchsten Zuwendungen als Einzelperson.

Die beiden größten Impfstoff-Hersteller der USA, Merck und Pfizer gaben im Jahr 2014 jeweils mehr als 8 Millionen US-Dollar für politisches Lobbying aus und stehen damit an der Spitze aller Branchen, noch weit vor Öl- oder Rüstungsfirmen oder den großen Versicherungsunternehmen.

Freitag, 6. März 2015

Impfprämie statt Impfzwang? - Erfahrungen aus Oberösterreich

Während in Deutschland die Masern-Impfpflicht diskutiert wird, gibt es in einem österreichischen Bundesland - nämlich in Oberösterreich - schon seit etwa zehn Jahren ein umgekehrtes Modell: Die Prämie für die Absolvierung des Mutter-Kind-Passes (zwei mal 185 EUR) wird nur bezahlt, wenn im Reigen der diversen vorgesehenen Untersuchungen auch die 6-fach Impfung (Grundimmunisierung mit drei Dosen) sowie zwei Masern-Mumps-Röteln Impfungen (MMR) durchgeführt werden.

Ich wollte wissen, wie sich diese - für Österreich einzigartige - Maßnahme auf die Impfraten ausgewirkt hat. Vorhin hat mich die zuständige Beamtin, Frau Dr. Eva Magnet von der Landessanitätsdirektion OÖ, angerufen und mir dazu Auskunft gegeben.

Laut österreichischer Impfstatistik liegt die Rate bei Masern für die erste MMR-Impfung zwischen 84 und 100 Prozent. Beide MMR Impfungen haben österreichweit zwischen 63 und 81 Prozent der Kinder.

Eva Magnet erklärte mir, dass die Berechnungen in jedem Bundesland nach einem eigenen Schlüssel erfolgen und methodisch schwer vergleichbar sind. Ein österreichweites Impfregister mit verlässlichen Daten, die auch eine konkrete Basis für die wissenschaftliche Kontrolle der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfungen ermöglichen würden, gibt es gar nicht.

Wie liegt nun Oberösterreich - wo die Durchführung der Impfungen mit immerhin 370 Euro belohnt wird?
Eva Magnet nennt die Zahlen aus 2013, dem letzten abgeschlossenen Berichtsjahr.
Die erste MMR Impfung haben 85 Prozent der Kinder in OÖ erhalten, beide empfohlenen MMR Impfungen gerade mal 75 Prozent der Kinder.

Damit findet sich OÖ ziemlich genau im österreichischen Mittelfeld. Weit weg von der berühmten, von der WHO geforderten Rate von 95 Prozent, die für eine Ausrottung der Masern als notwendig angesehen wird.

Von den rund 13.000 Kindern eines Geburtsjahrganges in OÖ werden im Schnitt für 9.500 Kinder die Mutter-Kind Pässe abgegeben und die Prämien abberufen. Das entspricht insgesamt einer recht bescheidenen Rate von 70 Prozent.

Laut Impfplan sollte die 1. MMR Impfung vom 11. bis zum 14. Lebensmonat durchgeführt werden, die 2. MMR folgt dann im Abstand von mindestens einem Monat. Das ist jedoch Theorie. In der Realität wird deutlich später geimpft:
"Eltern, die ihre Kinder tatsächlich nach den im Impfplan vorgesehenen Zeiten gegen Masern, Mumps und Röteln impfen, sind in der Minderzahl", erklärte Magnet. "Die von mir genannte Rate von 75 Prozent bei der Masern-Impfung erreichen wir erst im 4. Lebensjahr."

Mit 90 Prozent Beteiligung deutlich höher liegt die Quote bei der Grundimmunisierung mit der Sechsfachimpfung. "Viele Eltern sehen die Masern wohl noch immer als etwas, das nicht so gefährlich ist, weil sie es ja selbst auch gut überstanden haben."
Die Anzahl der Impfgegner liegt in Oberösterreich zwischen 5 und 10 Prozent, sagt Magnet.

Im Jahr 2014 sind in OÖ insgesamt zehn Fälle von Masern gemeldet worden.
"Diese Zahl wurde im heurigen Jahr bereits bis Anfang März erreicht", berichtet Magnet. "Fünf Fälle davon sind in einer einzigen Familie aufgetreten."

Eine Impfprämie scheint also auch nicht des Rätsels Lösung bei der Bekämpfung der Impflücken bei Masern. 30 Prozent der Bevölkerung nimmt die Prämie nicht in Anspruch.


Samstag, 28. Februar 2015

Masern mal anders

Seit Wochen grassieren die Masern. Politiker denken laut über die Einführung einer Impfpflicht nach. Seit dem Tod eines Berliner Kleinkinds ist die Diskussion vollends eskaliert. In den Kitas schäumen die Emotionen hoch, in den Internet-Foren tobt der Impfkrieg. Der gesamte Themenbereich scheint vermintes Gelände. - Höchste Zeit für ein paar Sachargumente. 



Als die Masernimpfung eingeführt wurde, waren die meisten Mediziner zunächst wenig begeistert. Masern galt als typische Kinderkrankheit, unangenehm schon - aber im Normalfall nach einer Woche Bettruhe überstanden - mit einem lebenslangen Schutz vor Wiederkehr der Krankheit.
In den 1980er Jahren wurde die Impfwerbung stärker, die WHO proklamierte offiziell das Ziel der "Ausrottung" der Masern Die wissenschaftliche Diskussion beschränkte sich auf die dafür notwendigen "Durchimpfungsquoten" und sonstige Details der für die Ausrottung nötigen Maßnahmen. Ob eine Krankheit auch biologischen Sinn machen und die Gesundheit auf lange Sicht vielleicht sogar fördern könnte, solche Themen kamen den Strategen gar nicht in den Sinn. Also begann die Ära der weltweiten Masern-Massenimpfung. Und nachdem sich rasch zeigte, dass die Impfung großartig wirkt, waren alle zufrieden.

 Einbahnstraße ohne Umkehrmöglichkeit 

In der Vor-Impf-Ära zogen die Masern in Wellen etwa alle zwei Jahre durchs Land. Die Viren werden beim Husten oder Niesen mittels Tröpfcheninfektion übertragen, nahezu alle Personen, die noch keine Immunität erworben haben, erkranken acht bis zehn Tage nach der Infektion. Typisches Masernalter war das Vor- und Grundschulalter.
 Damals galt die Faustregel, dass auf 10.000 Masernerkrankungen ein Todesfall, auf 1000 Erkrankungen eine Gehirnentzündung und auf 500 Erkrankungen eine Lungenentzündung kommt.
 Dieses Verhältnis hat sich im Vergleich zu früher deutlich verschlechtert. Aktuelle Ausbrüche zeigen ein verändertes Muster. Viel mehr Menschen erkranken außerhalb des günstigen Masern-Zeitfensters im Kindesalter. Das Risiko für schwere, kompliziertere Verläufe ist stark gestiegen. Betroffen sind vor allem zwei Gruppen: Erwachsene - sowie Babys im ersten Lebensjahr.
 Es gibt also deutlich weniger Masernfälle. Bei jenen, die trotzdem erkranken ist jedoch das Komplikationsrisiko deutlich angestiegen.

 Manche Impfgegner erträumen einen Umschwung in der öffentlichen Meinung und eine Wiederkehr der Zeit vor der Massenimpfung. Hier kann man nur entgegnen: Wacht auf! Das ist vollkommen unrealistisch. Wenn schon ein einziger Todesfall - so wie in Berlin - die Wogen derart hoch gehen lässt, ist ein Szenario wo die Kinder der Impfverweigerer zwangsgeimpft werden, wesentlich wahrscheinlicher als eine Abkehr vom Ziel der Masern-Ausrottung. Schon alleine deswegen, weil keine Umkehr möglich ist. Eine großräumige Wiederkehr der Masern hätte heute wahrscheinlich das Ausmaß einer neuen Cholera-Epidemie. Bleibt also nur noch der Weg nach vorne – Weiterimpfen, bis zur Ausrottung! Der Rückweg ist versperrt.

 An ein Ausstiegs-Szenario dachte bei Einleitung der Masern-Massenimpfung niemand. Was würde passieren, wenn beispielsweise neue Studien zeigen, dass die Masern-Impfung schwere Nebenwirkungen hat? - Keine Ahnung! - Was wäre, wenn es in der sensiblen und Pannen-anfälligen Impfstoff-Produktion zu länger andauernden Schwierigkeiten kommt? – Um Himmels Willen! - Oder wenn die Hersteller der Impfstoffe eigenständig die Produktion einstellen? – Gottogott!
 Das zuletzt genannte Argument ist übrigens gar nicht so weit her geholt: zur Mitte der 80er Jahre wurde die Einstellung der Produktion von Impfstoffen von der Pharmaindustrie tatsächlich massiv angedroht - um einen besseren rechtlichen Schutz vor Schadenersatzklagen zu bekommen. Erst da schwante der Gesundheitspolitik, wie sehr sie erpressbar ist, weil es gar keinen Notausgang gibt.


 Die Risiko-Gruppen 

 Dass heute mehr Babys im ersten Lebensjahr erkranken, liegt daran, dass nun die Mütter zunehmend selbst geimpft worden sind. Eine Impfung mit den abgeschwächten Lebendviren macht aber leider auch eine abgeschwächte Immunreaktion. Geimpfte Mütter geben daher über die Plazenta weniger Masern-spezifische Antikörper, den so genannten Nestschutz weiter. Und damit können Babys mitunter schon nach wenigen Monaten an Masern erkranken.
 Dieser Nestschutz ist im übrigen auch der Grund, warum die Impfung erst im Alter ab 11 Monaten durchgeführt wird. Bei früherem Zeitpunkt hätten die mütterlichen Leih-Antikörper die Impfviren attackiert und es wäre keine ausreichende Immunreaktion zustande gekommen. Nun wird über eine Vorverlegung der Masern-Impfung diskutiert. Weil sich jedes Kind immunologisch unterscheidet, ist es jedoch nicht einfach, hier eine fixe Regel fest zu legen. Bei einem zu frühen Zeitpunkt würde sich die Wirksamkeit der Impfung deutlich verringern.

 Die zweite gefährdete Gruppe wären Erwachsene, bei denen die Impfung keine ausreichende Wirkung zeigte oder die nie geimpft worden sind. Auch bei ihnen steigt das Risiko von Komplikationen. Dies liegt vor allem daran, dass ein kindliches Immunsystem besser für einen Virenkontakt gerüstet ist. Sinn des Nestschutzes ist es, die Babys gegen alle relevanten Viren oder Bakterien der Umgebung zu schützen. Bei Mädchen wird – im Gegensatz zu Jungen – diese Immunreaktion hormonell verstärkt, damit für die kommenden Schwangerschaften genügend Nestschutz vorrätig ist. Eines der dafür wichtigsten Organe des Immunsystems ist die Thymusdrüse. Sie ist bei Babys bereits zu voller Größe entwickelt – bildet sich aber in der späteren Kindheit und Jugend zurück, bis sie schließlich vollständig ihre Funktion verliert.

 Grund dafür ist rationelles Verhalten:  Alle Viren der Umgebung sind bis zur Pubertät mit hoher Wahrscheinlichkeit schon mal durchgezogen, haben eine Immunreaktion hinterlassen. Wenn die Schwangerschaften kommen, wird die Energie für anderes benötigt. Deshalb baucht es die Thymusdrüsen nicht mehr.
 Und das ist einer der Gründe, warum Erwachsene schlechter mit viralen Infekten zurecht kommen als Kinder.
 Ob man selbst gefährdet ist, lässt sich über die Messung des Antikörper-Titers feststellen. Der Titer ist jedoch leider ein recht unzuverlässiger Parameter. Über die Beschaffenheit der in der Krankheitsabwehr mindestens ebenso wichtigen zellulären Immunität sagt er nichts aus.
Der Anteil der Erwachsenen unter den Masernopfern steigt laufend an. Beim letzten größeren Ausbruch in der Schweiz in den Jahren 2007 und 2008 waren nur 18 Prozent der knapp 3.000 Masernkranken über 20 Jahre alt. Vom deutschen Ausbruch gibt es derzeit noch keine Daten. Die aktuelle Analyse der slowenischen Masernfälle ergab zum Jahreswechsel 2015 eine Erwachsenenquote von mehr als 80 Prozent.


 Propaganda statt Information 

 Für viele Menschen ist es unverständlich, warum eine wirksame Impfung nicht angenommen wird – und damit nicht nur der eigene Nachwuchs, sondern auch die Umgebung gefährdet wird. Ungeimpfte Kinder gelten als potenzielle Bioterroristen und dürfen nicht mehr zu Besuch kommen. An den Kitas kursiert die Gerüchteküche, welche Eltern zu den Impfgegnern zählen könnten. Die Impfgegner selbst ziehen sich in Internet-Foren zurück und holen sich Trost und Stärkung von ihren Mitstreitern. Da heißt es dann, dass die Impfung gar nicht wirkt. Dass speziell die Masern-Geimpften die Masern übertragen. Dass es gar keine Belege für die Existenz der Masernviren gibt, oder dass die Masern „von Innen ausbrechen“, dass es dafür gar keine Ansteckung braucht.

 Derartiger Irrationalität setzt die Gesundheitspolitik als eine Art Flucht nach vorne Propaganda entgegen. In Österreich gab das Ministerium im Vorjahr eine aufwendige Werbe-Kampagne in Auftrag, welche die Bevölkerung über alle Medien mit der Notwendigkeit der Impfung flutete (www.keinemasern.at).
 In Deutschland wird die Impfpflicht diskutiert. Besonders seit der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) zu Beginn der Woche bekannt gegeben hat, dass ein an Masern erkranktes Kleinkind gestorben ist. "Das Kind war geimpft, aber nicht gegen Masern", sagte Czaja und Spiegel online fügte hinzu: "Es hatte demnach keine Vorerkrankungen."
Ob die Angabe zum Impfstatus stimmt, ist ungewiss. Aus dem Umfeld der Kita, die der verstorbene Junge besuchte, heißt es, er sei sehr wohl gegen Masern geimpft gewesen. Gemäß seinem Alter allerdings erst einmal. Die zweite Impfung wäre - ganz nach Impfplan - in kürze dran gewesen.
 Ganz sicher falsch ist die Annahme, dass der Junge keine Vorerkrankungen hatte. Auf Anfrage des Münchener Kinderarztes Steffen Rabe gab Uwe Dolderer, Pressesprecher der Berliner Charité, bekannt, dass der Obduktionsbericht eine "aus der Anamnese bislang nicht bekannte Vorerkrankung" ergeben habe. Bei dieser Vorerkrankung handelte es sich dem Vernehmen nach um einen schweren angeborenen Herzfehler. Dolderer fügt in seinem Schreiben jedoch hinzu: "Ursächlich für den Tod des Kindes war die Masernerkrankung."

 Welche Relevanz dieser tödliche Verlauf der Masern für die Mehrzahl der gesunden Kinder ohne Herzfehler hat, ist zweifelhaft. Ebenso wie der Versuch, diesen Zusammenhang zu verschweigen. Denn das ist schon auffällig: Sobald ein Kind nach einer Impfung stirbt, wird sofort "maximale Diagnostik" gefordert und nachgeprüft, ob eventuell ein bislang nicht bekannter Gen- oder Stoffwechseldefekt die Impfung entlasten könnte. Wenn ein schwer krankes Kind an einem impfpräventablen Infekt stirbt, so war aber immer und ausnahmslos der Infekt schuld.


 Am Weg in die Medizin-Diktatur? 

 Ein anderes Argument, das in der Diskussion immer wieder mit besonders aggressivem Ton vorgebracht wird: Wer schützt die Immunschwachen? Die Leukämie-Kinder, die Chemotherapierten? Hier sei es die moralische Pflicht der Gemeinschaft, keine Keime einzuschleppen. Ungeimpfte nehmen den Tod ihrer Mitmenschen billigend in kauf, donnern manche Mediziner. Impfgegner seien Kindesmisshandler und potenzielle Mörder.
 Wer denkt, ich übertreibe mit diesen Aussagen, hat noch nicht die Untiefen der entsprechenden Foren im Internet aufgesucht.

Die hinter diesen Forderungen stehende Haltung zielt weit über die Pflicht zur Masern-Impfung hinaus. Sie schließt auch Windpocken, Rotaviren und alle möglichen anderen Impfungen ein. Dazu ein Hochsicherheits-Regime, wie es in Truthahn-Farmen und andere Tierfabriken üblich ist: Mit Zugangs-Schleusen wie bei einem Operationssaal, prophylaktischem Antibiotika im Futter und Impfungen gegen alles und jedes.
 Niemand wird wohl einen von Chemotherapie geschwächten Patienten mit einem frischen Schnupfen besuchen. Doch die allgemeinen Hygiene-Richtlinien nach dem allerschwächsten Glied der Kette auszurichten, würde das Tor öffnen zu einer unendlichen Anzahl von Zwangsmaßnahmen, mit elektronischen Impf-Checks am Eingang zur U-Bahn, verpflichtenden Atemmasken zur Influenza-Saison, Seuchen-Wächtern an jeder Ecke und ähnlichen Instrumentarien, die dann aber wohl schon das Gesamtbild einer Medizin-Diktatur ergeben.

 Auch die gesetzliche Verpflichtung zur Masern-Impfung wäre natürlich ein Weg in diese Richtung. Und jede Zwangsmaßnahme, auch wenn sie noch so gut gemeint sein sollte, ruft eine starke Opposition auf den Plan. Schon jetzt sind die Impfkritiker speziell in der zur Skepsis neigenden höheren Bildungsschicht vertreten. Jene, die sich nichts vorschreiben lassen wollen, wird eine gesetzliche Pflicht wohl noch misstrauischer machen. Wie schwach sind die Argumente der Impf-Experten, wenn sie zu Zwangsmaßnahmen greifen müssen? Wie sehr steht die Gesundheitspolitik schon unter der Knute der Pharma-Lobby?


 Neue Argumente für die Masern-Impfung 

 Die bisher vorgebrachten Argumente für die Masern-Impfung sind wirklich schwach. Im Prinzip bedienen sie das alte Muster: Krankheit sei unnötig und gefährlich, müsse also auf alle Fälle vermieden werden. Die Mehrzahl der Impfskeptiker wird das nicht ansprechen. Und zwar nicht, weil diese Leute nicht an die Existenz von Viren glauben – das ist nach wie vor nur eine kleine Gruppe von Sektierern, die solchem Schwachsinn nachläuft.
 Es wird deshalb nicht ankommen, weil viele Menschen erahnen, dass Kinderkrankheiten Sinn machen können. Dass sie dem Immunsystem der Kinder ein Trainingscamp bieten. Dass eine durchgemachte Krankheit bei den meisten Menschen ein Leben lang schützt – eine durchgemachte Impfung hingegen nur vielleicht.
 Die bisher angeführten Impf-Argumente liefern keine Antwort auf die Sorgen, dass geimpfte Mütter später ihren Babys weniger Nestschutz mitgeben. Keine Antwort auf das Argument, dass eine gleichzeitige Impfung mit lebenden Masern- Mumps- und Röteln-Viren höchst unnatürlich ist, weil diese Krankheiten im Real Life so gut wie nie gemeinsam auftreten. Und keine Antwort auf die Sorge, dass unter die Haut gespritzte Viren schon allein deshalb gefährlich sein könnten, weil das nicht dem natürlichen Infektionsweg entspricht.
Das sind die Bedenken, denen eine intelligente Gesundheitspolitik begegnen müsste. Hier wäre der wissenschaftliche Sachverstand der Impfexperten gefragt. Und nicht Polemik, Verhetzung und das Ausschlachten tragischer Einzelfälle tödlicher SSPE-Verläufe, welche versucht die Eltern mittels Horrorshow auf Facebook & Co. in die Impfpraxen zu treiben.

 Warum gibt es eigentlich noch keine Masern-, Mumps und Röteln-Impfstoffe, die inhaliert werden können, so wie das bei der Influenza-Impfung möglich ist? Die Eltern könnten das einzeln impfen lassen, die Kinder würden nicht mehr brüllen beim Impfarzt und der Ablauf der natürlichen Infektionswege würde auch eingehalten. Eine derartige „Bio-Impfung“ würde wohl gleich eine ganze Hand voll Bedenken beilegen. Also bitte, liebe Impfstoff-Hersteller, investiert doch etwas Hirnschmalz in diese Richtung. Es würde sich sicherlich auch für Euch lohnen.
Stattdessen finanzieren die Hersteller jedoch Pressekonferenzen, in denen befangene Impfexperten die Impfpflicht fordern. Mit dem absehbaren Resultat, dass die Pharmaindustrie dann endgültig die Forschung an innovativen Produkten einstellen und sich nur noch aufs Abkassieren beschränken würde.

Ein weiteres Argument, das ich bisher in der Diskussion vermisse, ist der Effekt der Masern-Lebendimpfung auf das Immunsystem. Eine ganze Reihe gut gemachter Studien zeigen, dass auch die Impfviren einen erstaunlichen Trainingseffekt auf das Immunsystem ausüben. Speziell die Studien von Peter Aaby und seiner internationalen Forschergruppe am Bandim Health Project in Guinea Bissau in Westafrika belegen klar, dass die Kinder von der Impfung profitieren. Der spezifische Schutz vor Masern macht dabei nur einen kleinen Teil der positiven Effekte der Impfung aus. Wichtiger ist der so genannte unspezifische Effekt. Aabys Studien zeigen, dass Kinder, die gegen Masern geimpft wurden, eine doppelt so hohe Chance haben, die Regenzeit mit ihren verheerenden Kankheiten zu überleben. Die Masern-Impfung schützt also vor Malaria, Durchfall und Lungenentzündung, den großen Killern der Tropen.

Vielleicht werden Aabys Studien aber deswegen nicht gerne erwähnt, weil man dann gezwungen wäre, auch über ein zweites, weniger erfreuliches Hauptergebnis seiner Studien zu berichten: Dass nämlich andere Impfungen – speziell jene, die Aluminiumsalze als Zusatzstoffe enthalten – einen genau gegenteiligen Effekt auf die Abwehrkräfte der Kinder zeigten: Kinder, die gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft wurden, hatten ein höheres Risiko in der Regenzeit zu sterben.
 Aabys Team bewies erst kürzlich, dass sich dieser Effekt nicht auf die Tropen beschränkt. In einer Vergleichsstudie wurde bei Kindern, die wegen Atemwegsinfektionen im Krankenhaus behandelt werden mussten, nachgesehen, was deren letzte Impfung war. In Dänemark ist dies möglich, weil es ein zentrales Impfregister gibt und Krankheiten mit Impfungen elektronisch verknüpft und ausgewertet werden können. Dabei zeigte sich, dass Kinder, die zuletzt eine Masernimpfung erhalten hatten, ein signifikant geringeres Risiko hatten, im Spital zu landen. „Es gibt gute Impfungen und schlechte Impfungen“, sagt Peter Aaby. „Solche, die das Immunsystem der Kinder stärken – und solche, die man am besten sofort vom Markt nehmen sollte.“
Die Masern-Impfung zählt zu den Guten.


 Der Einzug der Moderne ins Impfmuseum 

 Das ist ja auch so ein Phänomen in der Impfdiskussion: Es gibt keine Differenzierung. Man ist entweder Impfgegner oder Impfbefürworter. „Das Impfen“ gilt als die größte Errungenschaft der Medizin. Es wird dabei übersehen, dass es Impfungen gibt, die seit beinahe hundert Jahren nach denselben Rezepten hergestellt werden. Bei vielen Impfungen, speziell bei den Zusätzen, herrscht enormer Innovationsbedarf. „Toxische Substanzen wie Aluminium haben in Kinderimpfungen nichts verloren“, lautete das Resümee einer im Jahr 2012 von der französischen Nationalversammlung einberufenen Kommission von Impfexperten. Doch seither ist in dieser Angelegenheit wenig weiter gegangen. Die anderen Länder der EU sprangen nicht bei, und bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur in London gehen die Lobbyisten ein und aus und unterbinden möglichst alles, was den Konzernen weh tun könnte.

Die Hersteller von Impfstoffen haben es sich gemütlich eingerichtet im staatlich subventionierten Impf-Resort - wie die Krähen im Kornfeld. Sie werden den Teufel tun, hier selbst den Kopf zu heben und sich bemerkbar zu machen.
Deshalb braucht es die Initiative einer neuen Generation in Politik, Wissenschaft und Medizin. Den öffentlichen Druck, dass endlich auch im Bereich des Impfens konstruktive Kritik, unabhängige Kontrolle, Offenheit, sowie der unbedingte Vorrang des Verbraucherschutzes Einzug halten. Die Seuchenzeiten sind vorbei. Was wir heute haben, ist eine Epidemie von chronischen Erkrankungen, die mit einem aus der Bahn geworfenen Immunsystem zu tun haben. Impfungen setzen in erster Linie am Immunsystem an – deshalb müssen sie auch vorurteilsfrei als Verdächtige gelten und ohne Tabus und Rücksichten auf ihre historischen Verdienste geprüft werden.

 Die Masern-Impfung wird diese Prüfung wohl problemlos bestehen. Es braucht keinen gesetzlichen Impfzwang. Was es braucht sind neue Argumente für die Masern-Impfung, am besten auch noch neue moderne Einzel-Impfstoffe. Dann wird es kein Problem sein, die Wildmasern auszurotten.
Wegen der positiven Effekte der Viren auf das Immunsystem wird man die Impfungen wahrscheinlich trotzdem weiter geben: Als biologische Sparringspartner, welche die Abwehrkräfte der Kinder stärken. Wer sagt denn, dass künftige Impfungen immer gegen böse Keime gerichtet sein müssen? Moderne Impfkonzepte der Zukunft können durchaus auch dazu dienen, das Immunsystem zu trainieren und es mit Viren und Bakterien in Kontakt zu bringen, denen wir auf Grund der immer hygienischer werdenden Umweltbedingungen nicht mehr auf natürliche Weise begegnen. Vielleicht heißt es bald "Schmutzimpfung" statt Schutzimpfung.


PS: Bei Windpocken sind wir derzeit gerade dabei, eine in ihren Konsequenzen noch gefährlichere Einbahnstraße ohne Umkehrmöglichkeit einzuschlagen. In zehn Jahren werden die Schlagzeilen des Boulevards Alarm geben, wenn irgendwo die Windpocken ausbrechen. Und alle, die ihre Kinder jetzt dagegen impfen lassen, helfen mit, dass dieses Szenario Realität wird.

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Samstag, 26. November 2011

Komplikationen bei Windpocken: eine These

Immer wieder ist von heftigen Windpocken die Rede, welche den Kindern wochenlang zu schaffen machen, die Kinder mit unglaublich vielen Pusteln am ganzen Körper entstellen und schwer abheilen. Möglicherweise haben diese Reaktionen eine Ursache, die bisher unbeachtet blieb.

Auffallend ist nämlich, dass viele dieser Kinder davor eine 6-fach oder sonstige Impfung mit den üblichen Adjuvantien erhalten haben. Diese Wirkverstärker sind in etwa zwei Drittel der Impfungen enthalten (z.B. FSME, Pneumokokken, Meningokokkem). Die geläufigsten Adjuvantien sind Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat.
Bei Kindern, welche davor keine derartigen Impfungen erhalten haben, verlaufen die Windpocken normalerweise mild. Ich halte es deshalb für wahrscheinlich, dass das Risiko auf Komplikationen und ernsthafte Verläufe bei Windpocken ansteigt, wenn die Kinder davor adjuvierte Impfstoffe erhalten haben.

Falsche Reaktion des Immunsystems
Es ist bekannt, dass die üblichen Wirkverstärker die Immunantwort in Richtung einer Th2-Antwort manipulieren. - Windpocken-Viren werden vom Immunsystem, so wie zahlreiche andere Infekte, normalerweise jedoch mit einer Th1-Antwort bekämpft. Nach vorangegangener 6-fach Impfung ist aber nicht mehr gewiss, dass das Immunsystem den Viren mit der - im Lauf der Evolution eingespielten - besten Methode begegnet, sondern mit einer weniger gut geeigneten. Daraus folgt, dass sich die Viren über einen längeren Zeitraum vermehren können und größere Schäden anrichten.

Bei dieser Erklärung handelt es sich um eine These, die ich für recht wahrscheinlich halte und die durch zahlreiche Indizien gestützt wird. Dass Aluminium-haltige Adjuvantien die Immunantwort in Richtung einer Th2-Antwort manipulieren, kann in den meisten Immunologie-Lehrbüchern nachgelesen werden. Dass die Th2-Polung des Immunsystems nicht sofort nach der Impfung aufhört, sondern noch Wochen und Monate andauern kann, zeigen zahlreiche Studien z.B. (Aaby P., Boelen A. etc.)

Prof. Peter Aaby, der seit drei Jahrzehnten das Bandim Health Project in Guinea Bissau leitet, hat es in seinem Umfeld seit einigen Jahren zur Regel gemacht, dass alle Kinder zu ihrem Schutz - als letzte Impfung im Babyalter - eine Impfung erhalten sollten, welche das Immunsystem wieder Richtung Th1 Antwort zurück polt.
Diese Maßnahme hat einen sehr ernsthaften Hintergrund: Aaby und seine Mitarbeiter haben in zahlreichen Studien heraus gefunden, dass Kinder nach Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Impfungen ein deutlich erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko haben. Die geimpften Kinder erkranken danach wesentlich häufiger und ernsthafter an Tropenkrankheiten wie Malaria, oder an Infekten, die zu Lungenentzündungen oder Durchfall führen. Viele Jahre intensiver Forschung waren notwendig, bis Aaby entdeckte, welcher Mechanismus diese dramatischen Folgen erklären könnte. Als wahrscheinlichste Antwort kam er eben auf die Veränderung der Immunreaktion und die daraufhin geschwächte Abwehrkraft.

"Gute" Impfungen, welche die Abwehrkräfte stärken, gibt es jedoch auch. Dazu zählt z.B. die alte Tuberkulose-Impfung (BCG), die in Europa allerdings nicht mehr verwendet wird. Vor allem aber die Masern, bzw. die MMR Impfung. Diese Impfung ist imstande, neben ihrem Schutz vor Masern, Mumps und Röteln - auch die negativen Auswirkungen der vorangegangenen Impfungen auf das Immunsystem halbwegs zu neutralisieren.
Peter Aaby hat dazu nun einige Studien initiiert und erste Ergebnisse zeigen, dass negative Effekte deutlich verringert werden können.
Natürlich würde sich Prof. Aaby wünschen, dass das Impfkonzept der WHO, aber auch die immer größer werdenden Privat-Initiativen wie jene der Bill & Melinda Gates Stiftung, einmal grundsätzlich evaluieren würden, ob ihre Kampagnen beim Nutzen für die Gesundheit der Kinder überhaupt noch positiv bilanzieren, oder ob sie nicht eigentlich inzwischen mehr Schaden anrichten.
Bei diesen Organisationen besteht jedoch bislang keinerlei Bereitschaft, ihre Tätigkeit kritisch zu prüfen und schlechte Impfungen aus dem Programm zu eliminieren.

Wer prüft die langfristigen Impffolgen?
Empirisch überprüft wurde die These, dass Windpocken in zeitlicher Abfolge nach 6-fach Impfung komplikationsreicher verlaufen, meines Wissens bisher noch nicht. Dies liegt daran, dass diese Art von Forschung keinen kommerziellen Zwecken dient und sich von den Impfstoff-Herstellern nicht zu Geld machen ließe.
Im Gegenteil: wenn sich diese These bestätigt, würde das Unruhe auslösen und Geld kosten. Sechsfach- und sonstige adjuvierte Impfungen sowie die derzeit verwendeten Wirkverstärker würden in Verruf kommen. Die Hersteller wären gezwungen, viel Geld und Energie in die Forschung nach verträglicheren Adjuvantien zu investieren. Und das erscheint der Industrie wohl nicht gerade als eine lohnende Aussicht.

Wer darauf hofft, dass unsere Gesundheitsbehörden oder sonstige unabhängige Stellen einspringen, kann ebenso gut auf Godot warten. Von unabhängiger Seite wird leider nur sehr selten Geld in Impfstoff-Forschung und Impfstoff-Sicherheit investiert, da sich die Behörden eher als Bewahrer des "Impfgedankens" sehen. Die Abwicklung der Token-Studie zur Abklärung des Sterberisikos nach Sechsfachimpfung durch das Robert Koch Institut ist dafür ein gutes Beispiel.

Meist wird tunlichst alles unterlassen, was den Glorienschein des Impfens anpatzen könnte. Das ist - im Sinne der Impfstoffsicherheit - sehr ärgerlich und auch verantwortungslos, so ist es aber leider.