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Dienstag, 9. August 2022

Warum ich den Film "Unter die Haut" gemacht habe

Mein neuer Dokumentarfilm "UNTER DIE HAUT - Was macht Aluminium in Impfungen?" wird derzeit viel nachgefragt. Auslöser sind einige Besprechungen (z.B. hier und hier), die großes Interesse ausgelöst haben. Immer wieder werde ich gefragt, was meine Motivation war, diesen Film zu machen. Hier meine Antwort.

Die Idee zu "Unter die Haut" entstand bereits kurz nach der Ausstrahlung von „Akte Aluminium“ bei ARTE im Jahr 2013, als viel über den Film diskutiert wurde. - Allerdings ging es in den Medien fast ausschließlich über die Rolle der toxischen Alu-Verbindungen in Deos.

Deshalb beschloss ich, den mindestens ebenso problematischen Zusatz von Aluminiumverbindungen in Impfungen zum Thema eines eigenen Films zu machen. Denn schließlich bekommen z.B. die Babys heute dreimal so viele Impfungen, wie das noch in den 1980er Jahren der Fall war. Wenn alles geimpft wird, was z.B. im österreichischen Impfplan empfohlen ist, kommen die Kinder bis zum 18. Geburtstag auf 50 Spritzen – und da sind die Covid-Impfungen noch gar nicht mitgezählt. (In Deutschland und in der Schweiz sind es etwas weniger, weil z.B. die Influenza-Impfung nicht so früh empfohlen wird.)

Ich habe bereits 2016 mit dem Film begonnen. Es gab jedoch einige Rückschläge - ich wurde beispielsweise 5 mal von verschiedenen Jurys der Filmförderung abgelehnt - und das bedeutete jedes Mal monatelange Wartezeiten. 

Schließlich habe ich mich entschieden, den Film mit einigen Freunden selbst zu finanzieren und auf die „normalen“ Wege, den Film ins Fernsehen oder ins Kino zu bringen, zu verzichten. 

Denn das Thema des Films birgt enorme Brisanz, weisen doch zahlreiche Indizien darauf hin, dass die toxischen Wirkverstärker bei vielen geimpften Kindern und Erwachsenen das Immunsystem nachhaltig schädigen und zu bleibenden Krankheiten führen können. 

Fast alle modernen Krankheiten - wie Allergien, Autoimmunerkrankungen, Entwicklungsstörungen oder immun-bedingte Tumoren - haben mit einem hyper-aggressiven Immunsystem zu tun. 

Doch genau das ist die Aufgabe der Alu-Verbindungen in Impfstoffen: Sie sollen das Immunsystem aggressiv machen und zu einer Immunreaktion herausfordern. Ohne diesen Schockeffekt durch die toxischen Metall-Ionen wirken die meisten Tot-Impfstoffe (z.B. Tetanus, FSME, Keuchhusten, Pneumokokken,...) nicht. 

Die Impfstoff-Hersteller sind in einem Dilemma, weil es hunderte Millionen kosten würde, neuartige - weniger problematische - Wirkverstärker zu testen. Deshalb tun sie einfach nichts - solange die Behörden keinen Druck ausüben. 

Und die Arzneimittel-Behörden - die zu einem guten Teil von den Impfstoff-Herstellern finanziert werden - sehen bisher keine Notwendigkeit dazu.


Schlechte Impfungen aus dem Verkehr ziehen

Mein Film ist der Versuch, einen bestehenden Missstand, der die Gesundheit von Millionen junger (und auch älterer) Menschen bedroht, an die Öffentlichkeit zu bringen. Es braucht endlich eine offene tabulose Diskussion, weil es nicht sein kann, dass wir - einfach aus Fahrlässigkeit und weil es immer so war - toxische Inhaltsstoffe, die nie auf ihre Sicherheit getestet worden sind, auf ewig weiter verwenden. 

Es ist höchste Zeit, eine ignorante Gesundheitspolitik und die Behörden auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Wir brauchen objektive Studien, durchgeführt von unabhängigen Fachleuten - und nicht von den "üblichen" Impfexperten, die ihre ganze Karriere auf der Bewerbung von Impfungen aufgebaut haben. Alle Impfungen müssen einer strengen Überprüfung auf Nutzen und Schaden unterzogen - und nötigenfalls aus dem Verkehr gezogen werden. 

Zahlreiche Indizien weisen darauf hin, dass die Überstimulierung des Immunsystems schwere Krankheiten auslösen kann, welche die Lebensqualität der Betroffenen enorm einschränken. Wenn wir das nicht endlich aufklären, nehmen wir in kauf, dass bald die Hälfte der Bevölkerung chronisch krank ist. Durch eine unvoreingenommene wissenschaftliche Diskussion und die längst überfällige Aufklärung der Wirkungsweise von Impfungen wäre es möglich, dass häufige Krankheiten wie Asthma, Schilddrüsen-Fehlfunktionen, entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes Typ 1, kindliche Tumoren und vieles mehr - massiv reduziert werden oder sogar aussterben. 

Dazu beizutragen, diese Umstände aufzuklären, war für mich die Haupt-Motivation, diesen Film zu machen. Damit wir nach einer Impfung genauso gesund sind, wie davor. 

PS: Nähere Informationen zum Film finden sich auf unterdiehaut.online. Dort kann man den Film auch als DVD oder Download kaufen. Wer Interesse hat, den Film im Rahmen einer Vorstellung zu zeigen, nimmt bitte mit mir Kontakt auf. Wenn es zeitlich passt, komme ich gerne zu den Vorführungen, um mit dem Publikum offene Fragen zum Film - oder generell zu Impfungen (gerne auch zu Covid) zu besprechen. 


Donnerstag, 23. März 2017

FSME-Impfung: unkontrollierter Menschenversuch

Die Impfung gegen die von Zecken übertragenen FSME Viren reduziert wahrscheinlich das Risiko schwerer Gehirnentzündungen bei Erwachsenen. Doch gilt dasselbe auch für Kinder? Und wie steht es um die Nebenwirkungen? Immer häufiger gibt es Berichte, dass die Impfung Rheuma, Diabetes oder MS auslöst. Ist da etwas dran?

Ekliger, krank machender Vampir: Kaum ein Tier ist so gefürchtet wie die Zecke 


Frühling wird’s und die Werbung für die "Zeckenimpfung" wird intensiver. Man merkt die Auswirkungen im Bekanntenkreis: Immer häufiger treten die Fragen auf, ob man/frau/kind sich impfen lassen soll. Na gut, dann sehen wir mal, wie es um das Nutzen/Risiko Verhältnis der FSME-Impfung steht und welche Evidenz es gibt.
Zunächst wollte ich einige Fragen auflisten, die es wert wären, sie wissenschaftlich korrekt und für alle nachvollziehbar zu beantworten. Denn nur mit gesichertem Wissen ist eine informierte Entscheidungsfindung zur Sinnhaftigkeit einer FSME-Impfung möglich.


Gesundheitsbehörden als Werbepartner der Impfstoff-Hersteller

Da wäre zunächst die Frage, ob man in einem der so genannten Risikogebiete wohnt und was das überhaupt bedeutet. Die österreichische Tageszeitung "heute" hat das - nach offenbar gründlichem Studium der vom Impfstoff-Hersteller zur Verfügung gestellten Informationen - so beantwortet: "In Österreich herrscht ein landesweites FSME-Risiko."
Diese dramatische Aussage wird auch durch den nachfolgenden Zusatz nicht leichter verkraftbar: "Eine Therapie der FSME-Erkrankung ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich." Der einzig wirksame Schutz, so die "heute"-Expertise, sei "die aktive Impfung". Und das ist ja wohl auch der Schluss, den die Lektüre der Karten vermitteln soll: Wer auch immer vorhat, seine Wohnung ab und zu zu verlassen, betritt ein Zecken-Risikogebiet!

Von besonderer Rafinesse ist die aktuelle Definition des Robert Koch Instituts:
Ein Landkreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen in mindestens einem der Zeiträume 2002 bis 2006, 2003 bis 2007, 2004 bis 2008, 2005 bis 2009, 2006 bis 2010, 2007 bis 2011, 2008 bis 2012, 2009 bis 2013, 2010 bis 2014 oder 2011 bis 2015 im Kreis ODER in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant (p < 0,05) höher liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung/100.000 Einwohner erwartete Fallzahl. Da es in den letzten 20 bis 30 Jahren keine Anzeichen für ein Erlöschen von FSME-Naturherden in den bestehenden Risikogebieten gegeben hat, und weil die Impfquoten seit 2006 deutlich angestiegen waren, wurde auf einem FSME-Expertentreffen im November 2011 am RKI entschieden, dass ein Kreis für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren seinen Status als Risikogebiet behalten sollte.

Hat das jemand verstanden?

Ich habe es mehrfach gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es den Behörden  gar nicht darum geht, verstanden zu werden. Sondern eher um den Effekt. Und diese Definition hat immerhin dazu geführt, dass mit Ausnahme des Stadtgebiets von München der Großteil von Bayern und Baden-Württemberg Risikogebiet ist.  Und damit gilt auch die öffentliche Impfempfehlung des RKI - für nahezu alle Süddeutschen im Alter über 2 Jahren.
Steffen Rabe bringt auf der Webseite der "Ärzte für Individuelle Impfentscheidungen" dazu ein originelles Beispiel aus dem Vorjahr: So schreibt das RKI selbst, dass beispielsweise im Landkreis Aichach-Friedberg, der seit 2005 als Risikogebiet gilt, die Häufigkeit einer FSME-Infektion "weder im Landkreis noch in der Kreisregion" signifikant über der magischen Grenze von 1 Fall pro 100.000 Einwohnern lag. Weil jedoch heute mehr geimpft wird, als früher, so die Argumentation des RKI, könnte das ja der Grund sein, warum keine FSME Fälle aufgetreten sind.  Steffen Rabe kommentiert das sarkastisch so:
  • Wir definieren ein Risikogebiet, das sich im Nachhinein als gar kein wirkliches Risikogebiet herausstellt.
  • Weil aber als Folge unserer Definition das eintritt, was wir uns ohnehin wünschen (eine höhere FSME-Impfrate), korrigieren wir diesen Fehler die nächsten 20 Jahre (!) lieber nicht... 
Soweit also ein Einblick in die Motivation der Gesundheitsbehörden, die sich in Impffragen offenbar schon seit langem ausschließlich als Werbepartner der Industrie begreifen. Noch origineller lief es über viele Jahre in Österreich, wo einer der Erfinder des Impfstoffes gleich auch mithalf, die Risikogebiete zu definieren.  Eine Mitarbeiterin hat mir erzählt, wie das damals ungefähr ablief: 
"Fräulein, haben wir nicht kürzlich einen FSME-Fall im Bezirk Korneuburg gehabt? - Nein? - Sie können sich nicht erinnern? - Na sicherheitshalber färben wir das trotzdem rot ein."
Derartige Pfuscherei und eine vollständig unklare Bewertung des tatsächlichen Risikos, erlaubt den Bürgern also keinerlei eigenständige Risiko-Abschätzung. Es gibt auch keine Abstufungen von sehr hohem, mittlerem oder geringem Risiko, so dass man beispielsweise die wirklich gefährlichen FSME-Gebiete meiden könnte - oder sich eben impfen lässt, wenn man in einer solchen Region lebt oder häufig zu tun hat.


Kinder haben nur ein minimales FSME-Risiko

Als nächstes wäre zu klären, wie hoch das Risiko ist, krank zu werden, wenn man gestochen wird. Doch auch hier ist Raten angesagt. Welchen Schaden die Zecken machen, darüber gehen die Schätzungen weit auseinander.  Viele Jahre galt die ungefähre Angabe, dass etwa einer von 1000 Zecken infiziert ist und bei jedem hundertsten Stich einer infizierten Zecke eine FSME ausbricht.  In jüngerer Vergangenheit werden allerdings oft deutlich dramatischere Zahlen genannt. Reinhard Kaiser, Neurologie-Professor an der Universität Freiburg, geht beispielsweise davon aus, dass in Risikogebieten bis zu 3% der Tiere mit FSME-Viren infiziert sind. Wird man von so einer verseuchten Zecke gestochen, entwickelt laut Kaiser jeder dritte Betroffene die Krankheit. Laut Kaiser genügten also 100 bis 300 Zeckenstiche, um einen FSME-Fall auszulösen.  Das wäre ein enorm hohes Risiko.  Kaiser bleibt allerdings alle Belege für seine Angaben schuldig. Weder gibt es eine verlässliche Untersuchung, wie viele Zecken tatsächlich Träger der Viren sind. Noch gibt es Ansteckungsversuche mit infizierten Zecken, wo im Tierversuch ermittelt worden wäre, wie viele davon die Viren auf ihre Wirte übertragen - und wie sich das anschließend auswirkt.

Zahlen, die auf tatsächlich erhobenen Fakten beruhen, gibt es aus der Schweiz.
Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich gilt in der Schweiz die Impfempfehlung der Behörden erst für Kinder ab 6 Jahren. Dennoch treten offenbar kaum FSME-Fälle bei jüngeren Kindern auf, obwohl diese meist nicht geimpft werden.  Bei einer über 5 Jahre laufenden Studie, die alle FSME Fälle in der Schweiz erfasste, waren 55 Kinder betroffen. 84% davon waren älter als 5 Jahre.  Generell verlaufen die Krankheiten bei Kindern normalerweise mild. Christoph Berger, Professor an der Kinderklinik Zürich fasste im Journal der Schweizer Kinderärzte die Situation wie folgt zusammen: "Das Risiko, nach einem Zeckenstich schwer an FSME zu erkranken existiert, ist aber sehr gering."
Das liegt vor allem daran, dass die FSME bei Kindern normalerweise nur als FSM auftritt. Kinder erkranken meist nicht an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), sondern "nur" an Meningitis. Die Patienten zeigen in dieser Krankheitsphase Fieber über 38°C, eine starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens sowie Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifigkeit. Dass die FSME bei Erwachsenen eine schlechtere Prognose hat, liegt daran, dass die Entzündung von den Hirnhäuten häufiger auf das Gehirn über greift. Das Risiko, das sich die FSM zu einer FSME entwickelt, steigt von 5% bei Kindern auf bis zu 60% bei älteren Menschen an.

Eine ähnliche Einschätzung des Risikos für Kinder liefert eine Studie, die in der Steiermark durchgeführt wurde, jenem Bundesland, in dem viele Jahre das höchste FSME Risiko in Österreich herrschte (seither hat sich das Risiko weiter nach Westen verlagert). Von 1981 bis 2005 wurden in der Steiermark 116 Fälle von FSME bei Kindern im Alter unter 16 Jahren gezählt. In der Mehrzahl verlief die Krankheit mild. Insgesamt waren nur bei sechs Kindern Aufenthalte in der Intensivstation notwendig. Bei fünf dieser Kinder heilten die Symptome vollständig aus. Nur ein einziges blieb halbseitig gelähmt. Und gerade dieses Kind war vollständig geimpft.


Fahrlässiger Umgang mit Gesundheit

Kinder haben also ein sehr geringes Risiko, einen bleibenden Schaden davon zu tragen und davor bietet auch die Impfung keinen vollständigen Schutz. Bei Erwachsene kann der Verlauf schwerer sein. Insofern wäre es für eine informierte Entscheidungsfindung wichtig, das Risiko zu kennen, das von der FSME Impfung selbst aus geht.  Dafür wäre es beispielsweise interessant, wenn eine Studie über einen ausreichenden Zeitraum den Gesundheitszustand FSME-geimpfter Personen mit ungeimpften Personen verglichen hätte. Doch Fehlanzeige. So eine Studie wurde bisher noch nie durchgeführt.  Für die Zulassung genügte es stets, wenn die Impfstoff-Hersteller den Behörden nachwiesen, dass der Antikörper Titer gegen die FSME-Viren nach der Impfung über einen bestimmten Grenzwert anstieg und während der kurzen Beobachtungszeit nach der Impfung keine übermäßigen Nebenwirkungen auftraten.  Die Behörden waren dabei stets extrem entgegenkommend. Als im Jahr 2000 die Rezeptur des österreichischen Impfstoffes geändert wurde, lagen nicht mal die banalsten Sicherheits-Studien vor. Als dann die Impfung hohes Fieber auslöste und beinahe ein Drittel der erstmals geimpften Kinder klinisch behandelt werden musste, war das Erstaunen groß. Das Paul Ehrlich Institut war damals über die "Lässigkeit" der Herstellerfirma so verärgert, dass in Deutschland ein Jahr lang gar kein FSME Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zugelassen wurde.  In Österreich waren die Behörden deutlich cooler und verzichteten auch im nächsten Jahr auf eine Studie zur Erfassung der Nebenwirkungen im Zeitraum nach der Impfung. Stattdessen gab es ein Überwachungssystem, bei dem eine Reihe von Ärzten als Alarmposten fungierten, die Bescheid geben sollten, falls sich die Nebenwirkungen wieder häufen. Die ersten Impflinge waren demnach die Versuchskaninchen. So verliefen die "Sicherheitsprüfungen made in Austria".
Wie lange reicht eine Impfung bis zur nächsten Auffrischung?
Drei, fünf oder zehn Jahre?

Lange galt die Regel, dass die FSME-Impfung alle drei Jahre aufzufrischen ist - und zumindest in Österreich hielten sich drei Viertel der Bevölkerung daran. Keine andere Impfung, die selbst zu bezahlen ist, erreicht derartige Rekord-Impfquoten. Unterstützt von der jährlich zum Frühlingsbeginn startenden Impfwerbung, die meist auf ungehemmte Angstmache setzte, strömten die Menschen zu den Impfärzten. Dass auch ein Abstand von fünf Jahren ausreichen könnte, oder - wie in der Schweiz empfohlen - gar ein Jahrzehnt, das gefiel den Herstellerfirmen wenig.  Und so mussten die Impfexperten einspringen, um dem entgegenzusteuern.
Beispielsweise die „internationale wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur FSME“, in der sich einige Dutzend FSME-Experten versammelt haben. Geleitet wird die Gruppe von der Wiener Medizinerin Ursula Kunze, die zusätzlich im Vorstand der „Österreichischen Liga für Präventivmedizin“ sitzt. Diese Gruppe zählt zum Dunstkreis des „Österreichischen Grünen Kreuzes“, einer von den Impfstoff-Herstellern gegründeten Interessensvertretung. Es ist in Österreich seit vielen Jahren üblich, dass die führenden „unabhängigen“ Impfexperten gleich auch als Vorstände im Industrie-nahen Verein fungieren.
Diese "wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur FSME", die eher einem Lobbyisten-Club ähnelt, wurde vor bald 20 Jahren gegründet und trifft sich jährlich zu Konferenzen. Eine dieser Jahrestreffen widmete sich den geeigneten Impfabständen und dem FSME-Risiko von Menschen über 50 Jahren. Sie seien gesünder, wohlhabender, pflegen einen aktiveren Lebensstil, heißt es im Arbeitspapier - und seien deshalb - wir haben es geahnt - natürlich auch öfter in den Zeckengegenden unterwegs. Wer sich nun eine Übersicht erwartet hätte zum Nutzen-Schadens-Potenzial der Impfung wird enttäuscht. Der Bericht liefert stattdessen die allgemeine Aussage, dass das Immunsystem älterer Menschen nicht mehr so leistungsfähig ist und es deshalb unbedingt nötig sei, die FSME-Impfung keinesfalls später als alle drei Jahre - "besser noch in einem kürzeren Intervall" - auffrischen zu lassen. An der Impfung selbst liege es keinesfalls, dass die Wirkung bei älteren Menschen nachlässt, denn "die Schutzwirkung liegt über 97% - ohne signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen."  Solche Erfolgsraten liefern sonst nur Wahlen in Militärdiktaturen. 


Titertest vor der FSME-Auffrischung?

Eine Bekannte hat kürzlich überlegt, sich gegen FSME auffrischen zu lassen. Davor machte sie jedoch einen Test, ob sie noch genügend Antikörper im Blut hatte. Der Test fiel positiv aus. Zwölf Jahre nach der letzten Impfung hatte sie noch immer so viele Antikörper, dass sie deutlich über dem Grenzwert lag. Dennoch warnte sie der Hausarzt, dass dieses Resultat wenig zuverlässig sei und nichts über einen tatsächlichen Schutz aussagt. Dasselbe stand dann auch noch im schriftlichen Befund des Labors inklusive der Empfehlung, besser im Fünfjahres-Rhythmus weiter zu impfen.
Sie war deshalb einigermaßen ratlos und fragte mich, was das soll: "Wie kommt ein Labor dazu, seine eigenen Messresultate durch eine solche Empfehlung in Zweifel zu ziehen, immerhin weisen doch Antikörper per Definition den Schutz nach?"

Die Argumentation zeigt tatsächlich, auf welch dünnem Eis sich das gesicherte Wissen beim Thema Impfen befindet. Die Höhe des Titers, heißt es von Seiten der Impf-Experten, sei kein Beleg für einen konkreten Schutz. Gleichzeitig beruht genau auf diesem Antikörper-Titer aber der Nachweis, dass die Impfung wirkt. Damit ein Impfstoff zugelassen wurde, genügte stets der Nachweis, dass die Geimpften einen ausreichenden Antikörper-Titer erreichen. Es handelt sich um einen so genannten Surrogat-Parameter. Also einen indirekten Beleg. Beruht der Impfschutz demnach auf einem Irrtum?
Tatsächlich gibt es keine Studien zum FSME-Impfstoff, in denen die Krankheitsvermeidung eindeutig bewiesen wurde. Beispielsweise indem gezeigt wurde, dass Geimpfte ein geringeres FSME-Risiko haben. Zwar gibt es Hinweise - etwa den Rückgang der FSME-Fälle im Vergleich zur Vorimpf-Zeit. Doch auch dies könnte irreführend sein, weil Krankheiten immer wieder Schwankungen unterliegen. (Siehe dazu meinen Artikel "Zecken ziehen nach Westen")
Aber möglicherweise geht die Initiative gegen den Titertest ja auch bloß von den Impfstoff-Herstellern aus, die befürchten, dass immer mehr Leute die Impfungen deshalb verschieben.



Verursacht die Impfung Rheuma, Hashimoto, Diabetes oder MS?


Immer wieder erreichen mich Anfragen von Menschen, die nach der FSME-Impfung schwer erkrankt sind. Die Rede ist von Multipler Sklerose, Rheumatoider Arthritis, Hashimoto und anderen Autoimmunerkrankungen.  Erst heute vormittag kam die Mail eines jungen Mannes, der beim Bundesheer im Alter von 18 Jahren eine Doppelimpfung erhalten hatte: linker Oberarm Hepatitis, rechter FSME. Nach dem zweiten Impftermin erkrankte er an einer Art Sommergrippe mit hohem Fieber. Er veranlasste einen Titertest und die Antikörper-Werte waren derart in die Höhe geschossen, dass sein Arzt meinte, es seien keine weiteren Impfungen mehr notwendig.
Schrittweise traten dann jedoch während der nächsten Monate Symptome auf, die sich schließlich als Diabetes Typ 1 entpuppten: Sein ultra-aggressives Immunsystem hatte die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Seither muss er Insulin spritzen und ständig seine Blutzucker-Werte messen. Der junge Mann stellt jetzt mir die Frage, ob die Impfungen der Auslöser seines Gesundheitsschadens sein können. Und ich kann nur antworten: Diese Frage ist nicht untersucht.
Es ist wirklich ein haarsträubendes Ärgernis. Die Impfstoff-Hersteller verdienen seit Jahrzehnten gutes Geld mit dem Verkauf ihrer Impfstoffe. Überall im Land wird mit Hilfe der Behörden für die Impfung Werbung gemacht. Doch dass unsere hoch bezahlten Beamten eine einzige zuverlässige Überprüfung der Sicherheit der Impfung beauftragt – oder selbst durchgeführt – hätten: Fehlanzeige!

Weder gibt es diese Studien noch gibt es eine nachfolgende gute Kontrolle auf mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe. Meist denken weder die Geimpften noch die Ärzte an einen möglichen Zusammenhang. Und wenn die Patienten doch einen Verdacht hegen und ihre Ärzte fragen, ob eine bestimmte Nebenwirkung von der Impfung stammen könnte, so lautet die Antwort im Normalfall "Nein! Sicher nicht." Ich kenne zahlreiche Fälle, wo schwer geschädigte Patienten bei jedem Arzt, der ihnen im Lauf ihrer Krankengeschichte begegnete, den zeitlichen Zusammenhang zur Impfung erwähnten - und kein einziger fühlte sich bemüßigt, der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht dieser möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkung nachzukommen. 
Das ist einer der zahlreichen Absurditäten im Impfwesen: Niemand meldet einen möglichen Impfschaden - und anschließend verkünden die Behörden, es gebe keine. 
Das Paul Ehrlich Institut geht in seiner Risikoberechnung zur FSME-Impfung beispielsweise von einem einzigen gesicherten Impfschaden aus. 66 weitere gemeldete Schadensfälle werden als „wahrscheinlich“ beurteilt. Daraus errechnete die Behörde ein Gesamtrisiko von 1,5 Schadensfällen pro 1 Million Impfungen.  Da es die Behörden im gesamten deutschsprachigen Raum nicht für notwendig empfunden haben, ein Impfregister einzuführen, bei dem Impfungen mit nachfolgenden Krankheitsfällen verknüpft werden können, ist es auch rechnerisch gar nicht möglich, die Folgen der Impfungen empirisch zu untersuchen. Es gibt keine Evidenz. Und eigenständige unabhängige Untersuchungen der Behörden gibt es schon gar nicht. 
Am Beispiel der FSME-Impfung lässt sich kurz zusammenfassen, dass alle möglichen Risiken ausschließlich die Geimpften zu tragen haben, während die Gewinne in die Kassen der Impfstoff-Hersteller fließen. Die spendieren einen Teil ihrer Profite den Impfexperten, die daraufhin brav Auftragsstudien abliefern, die den Wert der Impfung über den grünen Klee loben. Die Behörden wiederum machen es sich einfach, indem sie die Aussagen der Experten für bare Münze nehmen, die Impfungen loben und sie weiter kräftig bewerben.

Meine Antwort an den jungen Diabetiker lautet deshalb: Ja! Es ist durchaus möglich, dass die Impfungen Ihre Autoimmunerkrankung ausgelöst haben. Es gibt keine brauchbaren Belege für die Sicherheit der FSME-Impfung. Und solange dieser skandalöse Zustand aufrecht ist, kann niemand sagen, dass der Nutzen der Impfung den möglichen Schaden übertrifft.



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ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Dienstag, 24. Januar 2017

Behörden verschleierten Typ 1 Diabetes Risiko

Der Titel des Briefes an die Herausgeber des "Journal of Internal Medicine" hat es in sich: "Versteckte Studiendaten der Behörden kamen nun ans Licht: Neben Narkolepsie hat der Schweinegrippe Impfstoff Pandemrix auch Typ 1 Diabetes verursacht". Absender des Briefes ist Lars Andersson, Professor am Department für Physiologie und Pharmakologie des Karolinska Instituts in Stockholm. Auf sein Betreiben mussten Mitarbeiter der schwedischen Gesundheitsbehörden nun zugeben, dass sie bei Typ 1 Diabetes die Einschluss-Kriterien einer Studie im Nachhinein verändert hatten. Ohne diesen Kunstgriff hätte die Studie ergeben, dass die Schweinegrippe-Impfaktion des Jahres 2009 rund 150 schwedische Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren zu Diabetikern gemacht hat. Diese müssen nun ein Leben lang Insulin spritzen.

60 Prozent der Schweden folgten der Empfehlung der Gesundheitsbehörden

Im Jahr 2009 waren - ausgehend von Mexiko - Influenzafälle mit einem neuartigen Virus vom Typ H1N1 gemeldet worden. Obwohl von den Erkrankungsfällen in Australien und Neuseeland bekannt war, dass diese neuartigen Grippeviren eine vergleichsweise sehr milde Krankheit auslösten, rief die WHO zur Jahresmitte eine Pandemie aus. Im Rekordtempo wurden Pandemie-Impfstoffe hergestellt. Der Konzern GlaxoSmithKline (GSK) brachte mit "Pandemrix" den in Europa mit Abstand meistverkauften Impfstoff auf den Markt.
Während normale saisonale Grippe-Impfstoffe meist keine Wirkverstärker (Adjuvantien) enthalten,  enthielt Pandemrix als Zusatz das von GSK entwickelte Adjuvantien-System AS03, bestehend aus Squalene, DL-α-Tocopherol und Polysorbat 80. Dieser Mix sollte gewährleisten, dass eine starke Immunreaktion auf den Impfstoff zustande kommt und ausreichend Antikörper erzeugt werden. Außerdem enthielt Pandemrix das Konservierungsmittel Thiomersal, eine Quecksilber-Verbindung, die in modernen Impfstoffen normalerweise nicht mehr verwendet wird.


Skepsis im Süden - hohe Impfmoral im Norden

Deutschland und die Schweiz kauften für die Bevölkerung große Mengen an Pandemrix ein. In Österreich wurde Celvapan ein Zusatzstoffe-freies Produkt des in Österreich ansässigen Herstellers Baxter angeschafft. Doch in allen drei deutschsprachigen Ländern war die Skepsis der Bevölkerung groß, ob die Ausrufung der Pandemie und die Empfehlung zur Durchimpfung der Weltbevölkerung tatsächlich gerechtfertigt waren. Die  Beteiligung an den Impfaktionen lag bei weniger als 10 Prozent. Die Behörden blieben auf vielen Millionen von Impfdosen sitzen und diese mussten ab 2010, als die WHO die Pandemie für beendet erklärte, entsorgt werden.
Ganz anders war die Situation im Norden Europas. Speziell in Skandinavien hatte die Werbung für die Impfaktion deutlich mehr Resonanz. In den Ländern Skandinaviens ließen sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung impfen.
Einfluss auf die Sterblichkeit an Grippe hatte die Impfung wenig. In Deutschland, wo 8 Prozent der Bevölkerung geimpft waren, meldeten die Behörden 3,1 Todesfälle pro Million Einwohner, etwa gleich viele wie in Schweden bei 60% Impfbeteiligung. Dort waren 29 Personen infolge einer Infektion mit H1N1 Viren verstorben. Insgesamt erwies sich die Pandemie-Grippe als deutlich milder als die normalen Grippewellen, wie sie fast jedes Jahr auftreten.


Hunderte Geimpfte erkranken an Narkolepsie

Zwei Jahre nachdem die Schweinegrippe durchgezogen war und die Hersteller von Medikamenten (Tamiflu) und Impfstoffen Milliarden verdient hatten, gingen beunruhigende Nachrichten aus Finnland um die Welt. Einem Mediziner waren bei geimpften Kindern und Jugendlichen gehäufte Fälle von Narkolepsie aufgefallen. Die Betroffenen leiden dabei an Schlafanfällen, die ohne Möglichkeit der psychischen Gegenwehr von einem Moment zum anderen auftreten. Ihnen sacken dabei mitunter die Beine weg und sie können sich nicht mehr bewegen. Die Lähmungen können wenige Sekunden, aber auch mehrere Minuten auftreten. Auslöser ist eine Störung in der Schlafsteuerung des Gehirns. Oft ist den Betroffenen kein selbstständiges Leben mehr möglich. Sie können nie einen Führerschein machen, viele ohne Begleitung gar nicht außer Haus gehen. Besonders fies ist der Zusammenhang mit Emotionen. Ein betroffenes Kind schildert die Gefahr: "Man darf nicht zu viel lachen, sonst fällt man zusammen."
Die finnischen Behörden setzten eine "Narkolepsie-Task-Force" ein. Und tatsächlich bestätigte sich der Verdacht. Geimpfte Kinder hatten ein vielfach erhöhtes Narkolepsie-Risiko.
Aufgrund dieser Meldungen wurden auch die schwedischen Arzneimittel-Behörden aktiv. Ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Ingemar Persson organisierte eine riesige Studie, welche die individuellen Gesundheitsdaten von 3,3 Millionen geimpften und 2,5 Millionen ungeimpften Personen verglich. Untersucht wurden 50 verschiedene Krankheiten mit neurologischem und autoimmunem Hintergrund, die im Zeitraum von zwei Jahren nach Beginn der Impfaktionen erstmals auftraten.
Dabei bestätigte sich das Narkolepsie-Risiko. Die seltene Störung trat bei 126 geimpften Kindern und Jugendlichen auf. Damit war das Erkrankungsrisiko dreimal so hoch wie in der Vergleichsgruppe der gleichaltrigen Ungeimpften. In der Gruppe der 20- bis 30-jährigen lag das Narkolepsie-Risiko beim doppelten. Erst ab einem Alter von 50 Jahren gab es keine messbaren Unterschiede mehr.

Narkolepsie: Höchstes Risiko in der Altersgruppe von 10 bis 19 Jahren



Studienautoren schlossen Diabetesfälle von Auswertung aus 

Abgesehen von Narkolepsie fand die von Professor Persson und seinem Team veröffentlichte Studie unter den restlichen 49 Krankheiten keine massive Risikoerhöhung. Eine leichte Zunahme von 12 Prozent gab es bei Nesselsucht (Urticaria), allergische und anaphylaktische Reaktionen waren in der Impfgruppe um signifikante 5 Prozent erhöht.
Statistische Signifikanz bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Resultaten um Zufallsfunde handelt deutlich unter 5 Prozent liegt.
Knapp unter dieser Signifikanz-Grenze lagen die Resultate bei Typ 1 Diabetes. Bei dieser Form von Diabetes greift ein fehlgeleitetes hyperaggressives Immunsystem die Betazellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie, so dass zu wenig oder gar kein Insulin mehr erzeugt werden kann. Rund 300.000 Personen leiden in Deutschland an dieser Autoimmunerkrankung, die speziell bei Kindern immer häufiger wird. Die Betroffenen müssen ihr ganzes Leben Insulin spritzen und täglich viele Male ihren Blutzuckerspiegel messen.

Lars Andersson, Professor für analytische Chemie, Biochemie und Immunchemie am Karolinska Institut, wunderte sich über die in der Studie genannte Fallzahl von 376 Personen in der am häufigsten betroffenen Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren. In "SWEDIABKIDS", dem schwedischen Diabetes-Register für Kinder wurde die Anzahl der Fälle nämlich deutlich höher, mit 463 Personen eingeschätzt. Andersson stellte eine öffentliche Anfrage an die Studienautoren und bat darum, diesen Widerspruch aufzuklären.
Ingemar Persson antwortete, dass eine gewisse Anzahl von Diabetes-Fällen nicht berücksichtigt wurde, weil diese nicht im Insulin-Register aufschienen.
Andersson ließ diesen Einwand nicht gelten. "In diesem Register werden nur Patienten geführt, welche ihr Insulin über Apotheken beziehen", erklärt er. "Zahlreiche Diabetiker beziehen Insulin aber in Kliniken oder ähnlichen Einrichtungen. Es ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt, diese Fälle auszuschließen." Außerdem, so Andersson, hätte dieses Vorgehen in der Studie erwähnt werden müssen. Dies sei allerdings nicht geschehen.

Mittlerweile hat Ingemar Persson die drei Jahre alte Publikation im "Journal of Internal Medicine" mit einer Korrektur in der aktuellen Januar Ausgabe des Journals ergänzt. Hier wird nun angeführt, dass die Fallzahlen des Insulin-Registers verwendet wurden.
Der Korrektur vorangestellt ist der Artikel Anderssons, mit der Kritik am Vorgehen der Behörden. Sie hatten nun auf Aufforderung 141 zusätzliche Diabetes Fälle - davon 52 aus der betroffenen Altersgruppe heraus gerückt (14 ungeimpft, 38 geimpft). Werden diese in die Auswertung eingerechnet, so wird die Signifikanz-Grenze deutlich erreicht. Geimpfte hatten demnach ein um 26 Prozent erhöhtes Risiko an Typ 1 Diabetes zu erkranken. "Das bedeutet, dass die Impfung mit Pandemrix in Schweden rund 150 Krankheitsfälle ausgelöst hat", erklärt Andersson.

Ingemar Persson entschuldigt sich in einem ebenfalls in derselben Ausgabe des Journals abgedruckten "Brief an die Herausgeber", dass die Definition für Typ 1 Diabetes im Originalartikel nicht richtig angegeben war. Das sei durch einen "administrativen Fehler" passiert. Dass die 52 aus der Studie ausgeschlossenen Fälle auch tatsächlich alle den Kriterien für eine Insulin-abhängige Typ 1 Diabetes entsprechen, bezweifelt Persson nach wie vor, weil bei der Mehrzahl dieser Personen die Diagnose nur bei einem einzigen Arztbesuch festgelegt wurde. "Aber dies ist kein Beweis, der Anderssons Spekulation vollständig widerlegt." Anderssons Anschuldigung, dass Fälle unterschlagen worden seien, weist Persson zurück. Eine Prüfung des Karolinska Instituts sprach die Autoren vom Vorwurf der Fälschung frei. Statistik sei eben kompliziert, schreibt Persson. Jeder Leser solle sich selbst ein Bild machen, wer hier im Recht ist.

Ob die schwedischen Behörden hier mit Absicht gehandelt haben, bleibt demnach ein Rätsel. Möglicherweise wollten sie die Öffentlichkeit - nach der Aufregung um die Narkolepsie-Häufung - nicht mit einer weiteren peinlichen Enthüllung zur desaströsen Schweinegrippe-Impfaktion beunruhigen.
Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Versuch, die Anzahl von Schadenszahlungen zu minimieren. Insgesamt 475 Narkolepsie-Betroffene haben nämlich die schwedischen Gesundheitsbehörden auf finanzielle Entschädigung geklagt. Bisher wurden 311 Patienten Zahlungen von bis zu einer Million Euro zugesprochen.


Impfskepsis als Schutzfaktor

In Deutschland, der Schweiz oder Österreich wären derartige Nebenwirkungen der Impfungen nie aufgefallen, da es hier - aufgrund fehlender Datenbasis - nicht möglich ist, die Auswirkungen von Impfaktionen auch nur halbwegs verlässlich zu messen. Weder deren positive noch deren mögliche negative Effekte.
Bei unerwünschten Reaktionen auf Impfungen gibt es zwar theoretisch eine gesetzliche Meldepflicht für Ärzte, doch diese wird in der Praxis meist großzügig ignoriert. Schätzungen gehen von einer Melderate zwischen 5 und 10 Prozent aus. Weil die Dunkelziffer zu hoch ist und es keine ungeimpfte Vergleichsgruppe gibt, können keine seriösen Schlüsse gezogen werden und die Meldepflicht könnte genauso gut gleich abgeschafft werden.
Impfungen sind demnach medizinische Masseneingriffe an der gesunden Bevölkerung, die weitgehend unkontrolliert ablaufen. Als wichtigster Schutzfaktor erwies sich im Fall der Schweinegrippe-Impfaktion offenbar die in der Bevölkerung - im Gegensatz zu Skandinavien - weit verbreitete Impfskepsis.




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Dienstag, 21. Juni 2016

Antibiotika – Das unerträgliche Mantra von der Resistenz

Noch immer setzen Ärzte Antibiotika ein, um „auf der sicheren Seite“ zu sein. Infektionsexperten und Behörden warnen vor der Gefahr von Resistenzen. Doch viel gefährlicher als diese Nebenwirkung der Überverschreibung von Antibiotika ist ihre Hauptwirkung: Der Kahlschlag, den sie im menschlichen Mikrobiom – der Gemeinschaft unserer bakteriellen Mitbewohner – anrichten.




In nahezu jeder Ansprache bei Infektionskongressen, in jedem Artikel zum „rationalen Einsatz der Antibiotika-Therapie“ wird vor der Gefahr gewarnt, dass Bakterien gegen die Medikamente resistent werden können. Die Wundermittel könnten bald nicht mehr wirken und die alten Seuchen wieder aufblühen, weil durch Überverschreibung viele Krankheitserreger nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. „Ohne ein rasches und koordiniertes Handeln aller Beteiligten steuert die Welt auf eine post-antibiotische Ära zu, in der normale Infektionen und kleine Verletzungen wieder tödlich enden können“, warnte kürzlich etwa der stellvertretende WHO-Direktor Keiji Fukuda.

Resistenzen – die Warnung ist so alt wie die Antibiotika selbst. Schon deren Erfinder Alexander Fleming hatte gewarnt, dass Bakterien gegen Penicillin resistent werden könnten. Er drohte, dass eine zu geringe Dosierung oder ein zu kurzer Einnahmezeitraum unabsehbare Folgen auf die Wirkung seines Wundermittels haben könnten.

Antibiotika-Resistenzen entstehen nach denselben Prinzipien wie bei einem Herbizid, das gegen Unkraut schrittweise seine Wirkung verliert. Bei der ersten Anwendung sterben von 100 Unkrautpflanzen 95. Die fünf überlebenden allerdings vererben Teile ihrer Fähigkeit, dem Gift zu widerstehen. In der nächsten Generation stirbt nur noch die Hälfte der Pflanzen. Und nach einigen weiteren Saisonen verträgt das Unkraut das Gift bereits fast besser als die Nutzpflanzen.


Massenmord an Bakterien

Genauso läuft es bei Antibiotika. Amoxicillin, ein Verwandter des Penicillins, ist eines der am meisten verschriebenen Antibiotika speziell bei Kindern. Schluckt ein Kind den meist rosa gefärbten süßen Saft, wird der Wirkstoff über den Darm ins Blut abgegeben und verteilt sich auf den ganzen Organismus, in alle Organe, den Mund, den Hals, die Haut, die Ohren, bei Mädchen in die Vagina. Überall, wo die Antibiotika auf Bakterien treffen, werden diese attackiert und getötet. Amoxicillin ist ein sogenanntes Breitbandantibiotikum und als solches ein sehr effektiver Bakterien-Massenmörder.

Doch bei jeder Bakterienart gibt es Exemplare, die über bestimmte Mutationen oder Genvarianten verfügen, die sie den Angriff überleben lassen. Resistenzen werden bei der Teilung dieser Bakterien weitergegeben. Nach all dem Sterben ist für die resistenten Mikroben nun auch Platz genug, sich zu teilen und sich massenhaft zu verbreiten. Das können nützliche Bakterien sein, welche wieder ihre Positionen einnehmen, es können seltene Bakterien sein, die normalerweise ein Nischendasein führen und sich nun – mit unbekannten Folgen für die Behandelten – ausdehnen, und es können hoch problematische Bakterien sein, die Krankheiten auslösen, viel schlimmer und ernsthafter als der banale Infekt, für den das Kind den Saft vielleicht bekommen hat.

Abgesehen vom „theoretischen Risiko“ der Resistenzen sehen sehr viele Ärzte keinerlei Gefährdungspotenzial, wenn sie Antibiotika verordnen. Und die ständige Wiederholung des Resistenz-Mantras scheint das Drohpotenzial selbst dieser Warnung abzunutzen. Am Ende zählt vor allem der Wunsch, den Patienten entgegenzukommen.
Die ewige Mahnung von der Antibiotika-Resistenz wird formelhaft beschworen, der wirklich gravierende Systemfehler ist in Wahrheit aber ganz wo anderes zu suchen.

Natürlich müssen es die Ärzte in den Kliniken ausbaden, wenn sie die komplizierten Fälle bekommen. Bei ihnen sammeln sich jene Erkrankten, die routinemäßig ein paar Kuren zu viel erhalten haben, jene, die – vielleicht sogar im Krankenhaus selbst – geschwächt von allen möglichen sonstigen Therapien und Eingriffen das Pech hatten, Krankenhauskeime aufzuschnappen und jetzt mit ihrem komplizierten, unkurierbaren Infekt den Antibiotika-Fachleuten an der Universitätsklinik das Leben schwer machen, die sich nun mit multiresistentem Staphylokokkus aureus, Clostridium difficile und wie die Biester sonst noch alle heißen, herumschlagen müssen.
Das viel größere Problem liegt aber nicht darin, dass nach fünfzehn Antibiotika-Therapien die sechzehnte vielleicht nicht mehr funktioniert. Sondern in den Katastrophen, welche die fünfzehn Verschreibungen davor schon angerichtet haben. Jede einzelne.

Das Problem liegt in der konkreten Wirkung der Antibiotika – nicht in der Nebenwirkung: in den verheerenden Folgen der inflationär und sorglos verordneten Chemotherapien auf unsere mikrobielle Besiedlung und dem Kahlschlag, der durch Antibiotika im Mikrobiom der Behandelten verursacht wird und der ein ganzes System entgleisen lassen kann.


„Alle Krankheiten beginnen im Darm“

Hippokrates, der Vater der modernen Medizin, hatte schon vor 2500 Jahren geschrieben, dass „alle Krankheiten im Darm beginnen“. Von den 100 Billionen Mikroben, die sich darin herumtreiben, hatte er noch keine Ahnung, doch dass er mit seiner Ansicht recht haben könnte, wird immer deutlicher. Die Entdeckung des Mikrobioms wirkte in den letzten Jahren wie ein Katalysator, der eine neue Sichtweise ermöglichte.

Viele Menschen engagieren sich für Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt. Es hat lange gedauert, doch nun geht immer mehr Leuten auf, dass auch wir selbst schwer bedrohte Biotope mit uns tragen. Inzwischen führen Forscher sogar schon Selbstversuche durch und experimentieren mit verschiedenen Ernährungsformen, um die Auswirkungen auf die Bakterien zu beobachten.

Jeff Leach, ein Wissenschaftler, den ich kürzlich kennengelernt habe, lebt viele Monate des Jahres beim Volk der Hadza in den Steppen Tansanias, um zu untersuchen, wie sich das Mikrobiom des Menschen bei einem Lebensstil wie in der Steinzeit verändert. Er selbst ist sein Versuchsobjekt: Leach lebt wie die Hadza, geht mit auf die Jagd, isst dieselben Beutetiere, Honig und Beeren – und als Dessert fette Maden. Er hat sogar wieder mit dem Rauchen angefangen, weil es zur Tradition der Hadza gehört, abends zusammenzusitzen und bestimmte Gräser zu paffen.

Jeff Leach untersucht die Auswirkungen eines Steinzeit-Lebensstils auf sein Mikrobiom


Andere Forscher nahmen sich selbst und andere Freiwillige als Versuchskaninchen, um die Einflüsse verschiedener Antibiotika auf die Darmflora im Detail zu studieren. Dabei zeigte sich, dass das Antibiotikum Clindamycin speziell auf die Gruppe der Bacteroides verheerende Auswirkungen hat und ihren Artenreichtum drastisch reduziert. Bacteroides gehören zur wichtigsten und zahlenmäßig häufigsten Spezies im Dickdarm. Selbst zwei Jahre nach einer Antibiotika-Kur hatte sich ihr Bestand nicht wieder erholt.

Das vorwiegend für Harnweginfekte und Entzündungen der Nasennebenhöhlen eingesetzte Antibiotikum Ciprofloxacin schafft es in drei Tagen, die Artenvielfalt im Darm drastisch zu reduzieren. Die britische Wissenschaftsautorin Alanna Collen berichtet in ihrem interessanten Buch „Die stille Macht der Mikroben“ sogar von einer Studie mit Babys, bei denen nach mehreren Antibiotika-Kuren überhaupt keine Bakterien-DNA mehr ausfindig gemacht werden konnte. Das heißt, das Mikrobiom, das viele von der Bedeutung her mittlerweile als eigenes Organ des Menschen betrachten, wurde bei diesen kleinen Kindern bereits vollständig zerstört.


Kleinkinder mit Diabetes


All diese Forschungsfragen betreffen drängende Probleme unserer Zeit: etwa die enorme Zunahme bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1, bei dem das Immunsystem die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Diabetes-1-Häufigkeit verdoppelt sich in Industrieländern alle 20 Jahre. Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind Kleinkinder unter fünf Jahren. Der Alltag dieser Familien ist fortan mit Mathematik ausgefüllt: Die Kinder müssen sich ständig stechen, Blutzucker messen, Nudeln oder Saucen abwiegen, Speisen in Broteinheiten umrechnen und daraus den Insulinbedarf berechnen.

Für ihre Eltern gibt es keine Nacht mehr, in der sie durchschlafen können. Sie müssen spätnachts aufstehen, Blutzucker messen, um Überzucker zu vermeiden – oder den noch schlimmeren Unterzucker. Erwischen Diabeteskranke irrtümlich zu viel Insulin, droht der „Hypo“, ein dramatischer Zuckerabfall, der zu Bewusstlosigkeit und Koma, dem sogenannten „hypoglykämischen Schock“, führen kann. Zahlreiche Studien zeigen, dass „Hypos“ das Risiko einer Demenz im späteren Leben dramatisch ansteigen lassen, weil das Gehirn hoch sensibel auf Phasen der Unterzuckerung reagiert.

Ursache von Typ-1-Diabetes ist ein entfesseltes Immunsystem, das auf den eigenen Körper losgeht. Doch warum dreht das Immunsystem durch? Kann es sein, dass ihm die hilfreichen Bakterien abhanden gekommen sind? Dass zu wenige regulierende T-Zellen gebildet werden oder dass sonst eine Beziehung gekappt wurde, die wir noch gar nicht kennen? Die Mikroben haben zusammen rund 20 Millionen Gene, mit denen sie in den Organismus eingreifen. Hundert Mal mehr Gene als wir in unserem humanen Genom zur Verfügung haben. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten, um auch nur die wichtigsten Zusammenhänge zu verstehen.

Jeff Leach beim Volk der Hadza (Foto + Infotipp: humanfoodproject.com)


Anlass für den Selbstversuch von Jeff Leach war die Krankheit seiner Tochter, die seit ihrem dritten Lebensjahr an dieser autoaggressiven Form von Diabetes leidet. Leach ist Anthropologe mit Studienabschluss an der London School of Hygiene. Durch die Krankheit seiner Tochter hat sich seine Einstellung zum Beruf verändert, und er machte die faszinierende Mikrobenwelt in uns zu seinem Forschungsschwerpunkt. „Irgendetwas mit unserem westlichen Lebensstil ist völlig aus dem Ruder gelaufen: mit unserer Medizin, unserer Nahrung, unseren Immunfunktionen“, sagte Leach bei einem unserer Skype-Gespräche, die er von der Savanne aus über Satellit mit mir führte. „Mit meiner Arbeit hier – indem ich wie ein Steinzeitmensch lebe – hoffe ich ein paar Antworten zu finden, die ich mit nach Hause nehmen kann.“ Nach Hause zu seiner Tochter, die mittlerweile in Kanada studiert. „Ich habe viel darüber nachgedacht, was wir bei ihr falsch gemacht haben. Sie war als Baby oft krank, bekam ständig Antibiotika. Ich frage mich mit dem Wissen, das ich heute habe, was wir damals wohl mit ihrem Mikrobiom angestellt haben.“


Unser Bauchhirn

Zunehmend rückt die MGB-Achse ins Zentrum der wissenschaftlichen Forschung. MGB steht für „microbiota, gut, brain“ also die Verbindung vom Mikrobiom zum Darm, dem größten und wichtigsten Organ des Immunsystems, hin zum Nervensystem und dem Gehirn. Die Mikroben regulieren die Darmfunktion und die Gesundheit. Die Beweislage wird immer massiver, dass sie das Immun- und das Nervensystem ebenso beeinflussen – und dass sich der Informationsfluss in jede Richtung bewegt. Dies passiert, ohne dass es uns auffällt, wenn wir bei guter Gesundheit sind. Was aber passiert bei den zahlreichen Erkrankungen, bei denen – zumindest zeitweilig – entzündliche Prozesse im Gehirn auftreten können? Viel spricht dafür, dass auch hier die MGB-Achse eine entscheidende Rolle spielt.

In verschiedenen Ländern werden mittlerweile Krankheiten untersucht, die auf den ersten Blick nicht verwandt scheinen, hier aber möglicherweise ihre gemeinsame Wurzel haben. Dazu zählen unter anderem Autismus, ADHS, Multiple Sklerose und diverse psychische Störungen.

Ein Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn erscheint auf den ersten Blick absurd. Doch sogar umgangssprachlich wird von „Entscheidungen aus dem Bauch heraus“ oder vom „Bauchgefühl“ gesprochen. Außer im Gehirn und im Rückenmark gibt es nirgendwo im Organismus eine derartige Anhäufung von Nervenzellen. Das „Bauchhirn“ umfasst rund 500 Millionen davon und entspricht damit etwa dem gesammelten Grips eines Hundes. Evolutionär ist das Bauchhirn wesentlich älter als das Gehirn, diesem aber neurochemisch, also von seinen Zelltypen, Wirkstoffen und Rezeptoren her, sehr ähnlich. Der Darm bedient sich des Gehirns im Kopf und kommuniziert mit ihm. Diese Kommunikation verläuft in beide Richtungen: Darmbakterien haben Einiges mitzureden.

Etwa bei der Produktion des Neurotransmitters Serotonin, das eine große Rolle bei verschiedenen kognitiven Prozessen wie dem Lernen spielt, aber auch für gute Stimmung oder einen ruhigen Schlaf zuständig ist. 80 Prozent der Serotoninproduktion im Körper erfolgt im Darm unter Aufsicht und Mithilfe von Bakterien. Nebenher erzeugen die Mikroben auch noch unterschiedliche andere Chemikalien, die für die Funktionen des Nervensystems notwendig sind, wie wasserunlösliche Lipide in Molekülgröße, sogenannte Ganglioside. Sie werden für die äußere Membran von Nervenzellen gebraucht.

Gut vorstellbar, dass Antibiotika in dieses sensible Gefüge eingreifen könnten, etwa indem sie die Produktion von Serotonin oder Gangliosiden behindern. „Bei Erwachsenen hat das vielleicht keine großen Folgen“, erklärt der US-amerikanische Mikrobiomforscher Martin Blaser, „aber bei einem Baby, dessen Gehirn sich gerade massiv entwickelt, wäre das durchaus vorstellbar. Zumal viele Studien zeigen, dass autistische Kinder oft abnorme Serotoninwerte haben.“


Rheuma-kranke Kinder

Eine andere Autoimmunkrankheit, die stark im Zunehmen begriffen ist, ist juveniles Rheuma, das bereits im Kindes- oder Jugendalter ausbricht. Hier werden Infektionen als Auslöser diskutiert. Sie sollen zur Bildung von Antikörpern führen, die in der Folge versehentlich auch körpereigenes Gewebe als „fremd“ markieren und damit Autoimmunreaktionen des Immunsystems provozieren. Eine aktuelle Arbeit der Universität von Pennsylvania in Philadelphia bringt nun einen anderen möglichen Auslöser ins Spiel: Kinder, welche diese Krankheit entwickelten, haben in ihren ersten Jahren mehr als doppelt so häufig Antibiotika bekommen wie die gesunden Kinder der Vergleichsgruppe. Infekte waren zwar ebenfalls mit der Krankheit assoziiert, allerdings nur, wenn sie mit Antibiotika behandelt worden waren. Nicht mit Antibiotika behandelte Infekte machten hingegen keinen Unterschied. Für einen kausalen Zusammenhang mit Antibiotika spricht, dass es eine Dosis-Wirkung-Beziehung gab: Kinder die mehr als fünfmal Antiobiotika erhalten hatten, erkrankten dreimal häufiger an juvenilem Rheuma als Kinder mit nur einer Dosis.


Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Bei entzündlichen Darmerkrankungen attackiert das Immunsystem den eigenen Darm. Die Ursachen dafür sind unbekannt. Möglicherweise spielt eine mikrobielle Fehlbesiedelung eine Rolle, die durch Antibiotika ausgelöst wurden. Gleichzeitig werden diese gegen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa aber auch in der Therapie eingesetzt, zusammen mit verschiedenen neuartigen Medikamenten, die auf die Besänftigung des Immunsystems abzielen.

Eine der größten Untersuchungen zum Thema stammt aus Dänemark. Dort hat sich – bei gleich bleibender Diagnostik – die Häufigkeit von Colitis ulcerose bei Kindern unter 15 Jahren während der letzten drei Jahrzehnte mehr als verdoppelt. Regelrecht explodiert sind die Fälle von Morbus Crohn: Heute gibt es 15-mal mehr Fälle als noch bis Mitte der 1980er Jahre. Anlass genug also, nach möglichen Auslösern zu suchen.
Zwischen 1995 und 2003 wurden in Dänemark rund 577.000 Kinder geboren. In der Studie wurden alle Arzneimittelverschreibungen dieser Kinder erfasst und über einen Zeitraum von sechs Jahren das Auftreten entzündlicher Darmerkrankungen registriert. Bei einer derart großen Stichprobe lassen sich auch selten auftretende Zusammenhänge untersuchen.
Insgesamt erkrankten in den sechs Jahren 117 Kinder. Im Schnitt waren sie bei der Diagnose gerade einmal dreieinhalb Jahre alt. Und hier zeigte sich abermals eine massive Korrelation mit Antibiotika, speziell bei Morbus Crohn. Das Erkrankungsrisiko von Kindern, die vor der Diagnose Antibiotika bekommen hatten, war dreifach erhöht. Und auch hier ein deutlicher Zusammenhang mit der Dosis: Jede Antibiotika-Verschreibung erhöhte das Risiko um 18 Prozent. Kinder, die siebenmal oder öfter Antibiotika bekommen hatten, hatten ein siebenfach höheres Risiko als Kinder, die ohne diese Mittel ausgekommen waren.


Warnung an die Ärzte

Diese Befunde und Zahlen ergeben ein Gesamtbild, das höchste Aufmerksamkeit verdient. „Doch wann haben Sie zuletzt von Ihrem Arzt gehört, dass Antibiotika einen Risikofaktor darstellen, dass Ihr Kind später an Morbus Crohn oder Asthma erkrankt?“, fragt Martin Blaser. Die Antwort lautet meist: nie.
Erst kürzlich war Blaser jedoch auf einer Konferenz mit Fachleuten, wo derartige Fragen diskutiert wurden. „Da stand plötzlich ein Arzt auf, den ich nicht kannte, und forderte angesichts all der Informationen eine Black-Box-Warnung für alle Antibiotika.“

Eine „Black-Box-Warnung“ ist die stärkste und auffälligste Form einer Warnung, die von den Behörden für rezeptpflichtige Arzneimittel verfügt werden kann. Den Namen hat sie von dem auffälligen schwarzen Rahmen, der die Warnung umschließt. Entsprechende Mitteilungen betreffen beispielsweise ein erhöhtes Blutungsrisiko bei bestimmten Blutverdünnungsmitteln oder auch die Warnung, dass manche Mittel nicht genommen werden dürfen, wenn eine Krebserkrankung vorliegt, weil sie das Tumorwachstum beschleunigen. Übertragen auf Deutschland wäre die Entsprechung ein „Rote-Hand-Brief“, in dem Pharmaindustrie und Arzneimittelbehörden eine wichtige Mitteilung machen. Das auffällige Symbol der roten Hand auf der Vorderseite des Briefes hält selbst dauergestresste Ärztinnen und Ärzte davon ab, den Brief achtlos wegzuwerfen. „Solche Methoden scheinen notwendig, um die Botschaft endlich unters Volk zu bringen“, sagt Blaser – und meint mit „Volk“ in erster Linie seine eigene – gegen Antibiotika-Erkenntnisse resistente – Kollegenschaft.


Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus meinem Buch "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien", das kürzlich im Verlag Ennsthaler erschienen ist.

Montag, 9. Dezember 2013

HPV-Impfung: Schmutzige Tricks & Kranke Mädchen

In Frankreich hat eine staatliche Komission den Hersteller der HPV-Impfung Gardasil zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet, weil eine Schülerin kurz nach der Impfung an Multipler Sklerose erkrankt ist. In Japan hat eine Task-Force des Gesundheitsministeriums 38 Fälle schwerer Nebenwirkungen untersucht und darauf hin überraschend die gültige Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren zurück gezogen. In fast allen Melderegistern für mögliche Impfschäden führt die HPV-Impfung die Listen mit großem Vorsprung an. Doch statt diese seit ihrer Zulassung im Jahr 2006 höchst umstrittene Impfung endlich einer unabhängigen Sicherheits-Prüfung zu unterziehen, sorgen Pharma-Lobbyisten für die immer weitere Verbreitung. 

Mika Matsufuji, Sprecherin einer Elterninitiative in Japan, berichtete in einer Pressekonferenz von den Leiden der betroffenen Mädchen (Foto: Japantimes.co.jp)

Ab Februar 2014 wird die rund 400 Euro teure Impfung auch in Österreich auf Steuerkosten angekauft und dann als "Gratis"-Impfung an den Schulen angeboten. Die einflussreiche "Österreichische Krebshilfe", welche von der Pharmaindustrie (darunter die Vermarkter von Gardasil) massiv finanziell unterstützt wird, hatte diesen Schritt - zusammen mit anderen Pharma-Lobbyisten – jahrelang gefordert. Geschäftsführerin Doris Kiefhaber jubelte: "Endlich ist diese Impfung auch in Österreich für alle zugänglich!"
Auf rund 30 Millionen Euro pro Jahr wurde in einer Studie des Ludwig Boltzmann Institutes von 2007 der finanzielle Aufwand für diese Impfung geschätzt, wenn beide Geschlechter geimpft werden. Mittlerweile dürfte der Preis etwas gesunken sein. Doch mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,78 Milliarden US-Dollar für Gardasil hat sich der Impfstoff des US-Konzerns Merck ohnedies zu einem der umsatzstärksten Arzneimittel aller Zeiten entwickelt. In Europa wird Gardasil in Kooperation mit dem französischen Konzern Sanofi Pasteur vermarktet. Cervarix, der etwas später zugelassene zweite HPV Impfstoff des Konzerns GSK bringt es immerhin noch auf 581 Umsatz-Millionen.


Wahrscheinlicher Auslöser für Multiple Sklerose

Seit Jahren begleiten unangenehme Nachrichten über Todesfälle und schwere Erkrankungen den finanziellen Siegeszug. So auch jetzt wieder:
Ende November 2013 hatte eine staatliche medizinische Kommission in Bordeaux (CRCI) die Impfung als wahrscheinlichen Auslöser bezeichnet, dass die 18-jährige Océane an Multipler Sklerose erkrankt ist. Das Mädchen war vor drei Jahren geimpft worden und konnte seither kaum noch in die Schule. Es leidet an ständiger extremer Müdigkeit und schweren Krankheits-Schüben.  Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, wo ein entfesseltes Immunsystem die eigenen Nerven angreift und zerstört.
Die Pariser Anwältin Camille Kouchner, welche Océane vertritt, kündigte an, dass sie in kürze weitere Schadenersatz-Klagen einbringen wird, weil drei andere junge Frauen, ebenfalls nach Gardasil, schwer erkrankt sind. Der Hersteller-Konzern Sanofi Pasteur MSD wies alle Vorwürfe als unbegründet zurück und beschuldigte die französische CRCI, das Vertrauen in ihren Impfstoff zu untergraben und damit die Frauen dem Risiko von HPV-bedingten Krankheiten auszusetzen.


Nebenwirkungen um das 20- bis 30 fache häufiger

In Japan war es eine Elterninitiative, die schließlich die Einsetzung einer staatlichen Untersuchung erreichte. Deren Sprecherin Mika Matsufuji vertritt 38 Mädchen und junge Frauen, die nach der HPV Impfung schwer erkrankt sind. Ihre eigene Tochter wurde 2011 geimpft, berichtete Matsufuji auf einer Pressekonferenz (siehe Foto), daraufhin verlor sie die Fähigkeit zu gehen und sitzt seither im Rollstuhl. Gemeinsam sind allen Betroffenen chronische starke Schmerzen.
Zur Jahresmitte 2013 gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt, dass die Impfung nicht mehr empfohlen werden sollte. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass die Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Nebenwirkung bei den HPV-Impfstoffen um das 20 bis 30 fache höher liegt als bei der Influenza-Impfung.
Im Oktober wurde ein großes Studienprogramm beschlossen, an dem 17 japanische Kliniken teilnehmen. Eine Forschergruppe widmet sich der Frage, wie diese Impfungen auf das Nervensystem wirken. Eine zweite Gruppe versucht therapeutische Ansätze zu finden, wie die chronischen Schmerzen der betroffenen Mädchen und Frauen gelindert werden können und betreibt hier auch Ursachenforschung. Mit den Resultaten ist allerdings erst in einigen Jahren zu rechnen.


Gardasil ist bekannt für Nebenwirkungen 

Fragen zu den HPV-Impfstoffen gibt es genug. In den USA führt Gardasil in der jeweiligen Altersgruppe mit weitem Abstand die Liste der schweren Nebenwirkungen im Melderegister an. Chris Shaw und Lucija Tomljenovic von der University of British Columbia in Vancouver wiesen in ihrer Analyse der letzten sechs Meldejahre nach, dass Gardasil involviert war bei…

  • 60,9 Prozent der schweren Nebenwirkungen (gesamt 2.157 Fälle)
  • 64,9 Prozent der lebensgefährlichen Ereignisse (gesamt 456)
  • 61,9 Prozent der Todesfälle (gesamt 63)
  • 81,9 Prozent der Ereignisse mit bleibendem Schaden (gesamt 589)

In der deutschen Datenbank des Paul Ehrlich Institutes für Verdachtsfälle von schweren Nebenwirkungen finden sich für Gardasil 1.356 Meldungen (darunter 5 Todesfälle).

Derartige passive Meldesysteme haben eine bekannt hohe Dunkelziffer. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass nur zwischen 1 und 5 Prozent der tatsächlich auftretenden Fälle damit erfasst werden können. 


Schmutzige Tricks bei der Zulassung

Wie hoch der Anteil der ursächlichen Nebenwirkungen ist, sollte eigentlich aus den Zulassungsstudien eines Arzneimittels hervor gehen. Das Studiendesign mit der höchsten Aussagekraft ist eine so genannte Placebo-kontrollierte randomisierte Studie. Dabei werden die Teilnehmer per Los in die Wirkstoffgruppe oder in die Placebogruppe zugewiesen. Weder die Forscher noch die Probanden dürfen dabei wissen, welche Gruppe die Impfstoff-Gruppe ist ("Doppelblind-Design"). 

So weit so gut. - Wer einen Blick auf die Zulassungsstudien bei Gardasil wirft, wird den Eindruck gewinnen, dass hier tatsächlich das oben beschriebene beste Design angewandt wurde. Erst auf den zweiten Blick eröffnet sich dann jedoch ein schmutziger Trick, wo es mich heute noch wundert, wieso vernunftbegabte Menschen dem zustimmen konnten. Die Behörden hatten aber kein Problem, ein haarsträubendes Design abzusegnen, das von den Strategen des Konzerns Merck vorgeschlagen worden war.

Doch der Reihe nach. Kommen wir zuerst zu den besonderen Herausforderungen, denen die Impfstoff-Hersteller ausgesetzt waren.


Immunsystem hält HP-Viren nicht für gefährlich

Es gibt knapp einhundert unterschiedliche Typen der Humanen Papillomaviren. Gardasil richtet sich gegen vier, Cervarix gegen zwei dieser HPV-Typen. Diese Viren sind extrem verbreitet. 80 Prozent der Menschen sind zumindest vorübergehend mit ihnen besiedelt. Das Immunsystem pflegt im Normalfall einen recht entspannten Umgang mit ihnen, da diese Viren anscheinend als wenig gefährlich eingestuft werden. Es war deshalb eine der schwierigsten Herausforderungen für die Impfstoff-Entwickler, das Immunsystem auf die Viren scharf zu machen, damit es überhaupt zu einer Immunreaktion kommen kann.
Der Impfstoff besteht aus abgetöteten humanen Papillomaviren, die aus Sicherheitsgründen noch zusätzlich von ihrer Erbsubstanz befreit wurden. Diese "virus-like particles" sind die Wirkstoffe der HPV-Impfung, die so genannten "Antigene".
Da diese Viren - wie erwähnt - schon als Wildtypen vom Immunsystem kaum als Feinde gesehen werden, gilt das für die ausgehöhlten und abgetöteten Virentrümmer erst recht.

Es brauchte deshalb einen besonderen Hilfsstoff, der in der Lage sein musste, dem Immunsystem einen derartigen Schock zu versetzen, dass sogar die seltsamen Partikel im HPV-Impfstoff als Verdächtige hopps genommen und gegen sie Antikörper entwickelt würden.
Die bisher für diese Aufgabe eingesetzten Hilfsstoffe (Adjuvantien) Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat erwiesen sich jedoch als zu "sanft". Beide Impfstoff-Hersteller mussten deshalb eigene verstärkte Aluminium-Verbindungen entwickeln, welche in der Lage sein mussten, das Immunsystem so zu manipulieren, dass seine Aggressivität geweckt würde und es kampfeslustig gegen die Virus-ähnlichen Partikel ausschwärmt.

GSK erfand für sein "Adjuvant System 04" (AS-04) eine Kombination aus Aluminiumhydroxid und den Oberflächen-Proteinen von Salmonellen. Eine rabiatte Kombination, welche das Immunsystem im ganzen Körper in Alarmzustand versetzt.
Der in Gardasil verwendete Wirkverstärker heißt "Amorphes Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat" - kurz AAHS. Eine Eigenentwicklung von der die Merck-Wissenschaftler schwärmen, dass diese chemische Komposition eine deutlich stärkere und länger andauernde Immunreaktion auslöst.

Keine Sicherheitstests nötig

Normalerweise sollte man annehmen, dass derartige Neuentwicklungen sorgfältig auf ihre Sicherheit getestet werden müssen. Doch Fehlanzeige! Bei Alu-Verbindungen gibt es nämlich eine Art behördlichen Freibrief, weil Aluminium-Salze schon seit den 1920er Jahren in Impfstoffen eingesetzt werden. Deshalb dürfen diese Chemikalien sofort nach der "Dosisfindung" im Tierversuch in die Impfstoffe für den Menschen gemixt werden.

Seit Jahren weiß man aus zahlreichen Arbeiten, dass es die Aluminiumverbindungen sind, welche den Großteil der Nebenwirkungen der Impfstoffe auslösen. Das betrifft die spontanen Reaktionen nach der Impfung wie z.B. Entzündungen und Verhärtungen an der Einstichstelle oder Fieber.
Außerdem stehen diese Aluminiumverbindungen seit Jahren unter Verdacht, dass sie bei genetisch empfänglichen Personen Allergien oder Autoimmunerkrankungen auslösen können. 

Bei neuartigen verstärkten Aluminiumverbindung gilt dieser Verdacht umso mehr.

Und den Impfstoff-Herstellern war dieses Risiko offensichtlich wohl bewusst. 

Welches Design schlugen also z.B. die Merck-Strategen den Behörden vor?

Sie schlugen vor, die neuartigen Alu-Booster auch in der Placebogruppe einzusetzen, also den Teilnehmerinnen, welche in die Kontrollgruppe gelost werden, mit Aluminium versetztes Wasser zu spritzen. 


Aluminium-Wasser als Placebo-Impfung

In Wikipedia wird ein Placebo folgendermaßen definiert:
Ein Placebo (lat. „ich werde gefallen“) ist im engeren Sinn ein Scheinarzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann.
Bei Impfungen würde also z.B. eine physiologisch neutrale Salzwasser-Lösung diesen Zweck erfüllen. Mit so einer Kontrollgruppe wäre zweifelsfrei zu erkennen, welche Nebenwirkungen auf die Impfung und deren Wirk- und Inhaltsstoffe zurückzuführen sind.

Die Behörden verzichteten jedoch darauf, dieses unangefochten beste Design durchzusetzen und genehmigten den absurden und jeglicher wissenschaftlichen Redlichkeit widersprechenden Vorschlag des Gardasil-Herstellers. 

Und so geschah es: Abgesehen von einer kleinen Studie, wo tatsächlich eine physiologisch neutrale Saline-Lösung als Placebo-Impfung verwendet wurde, bekamen 95 Prozent der insgesamt rund 20.000 Teilnehmerinnen demnach die neuartigen Alu-Booster gespritzt.

Damit wurde also eine Substanz, die nie am Menschen auf ihre Sicherheit getestet worden ist, gleich im Impfstoff angewendet, der auf den Markt kommen sollte. Und um sicher zu gehen, dass keine Probleme damit auftreten, spritzte man die neu entwickelte Alu-Verbindung auch gleich den Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe.

Damit waren also alle Nebenwirkungen, die vom "Amorphen Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat" ausgehen mochten, vollständig maskiert und unsichtbar gemacht.

GSK ging bei seinem AS-04 System ähnlich vor, hatte aber immerhin den Anstand, seinen Impfstoff Cervarix mit dem Alu-Salmonellen-Gemisch zumindest gegen eine herkömmliche Aluminium-Verbindung in der Kontrollgruppe zu testen.

Doch sehen wir, wie es beim Marktführer Gardasil weiter ging:


Fast 500 Gardasil-Studienteilnehmerinnen erkrankten

Ein Konzern, der eine wissenschaftliche Studie finanziert, hat kein Interesse daran, dass mögliche Krankheiten von Studienteilnehmern dem eigenen Arzneimittel zugeschrieben werden. Deshalb werden vor der Aufnahme in eine wissenschaftliche Studie alle Teilnehmer gründlich untersucht, ob sie auch wirklich vollkommen gesund sind.

Umso erstaunlicher ist es, dass bei den Gardasil Studien laut Behörden-Protokoll im Lauf von rund 18 Monaten bei insgesamt 463 der etwas mehr als 20.000 Teilnehmerinnen "neue Krankheiten mit potenziell autoimmunem Hintergrund" auftraten. 
Dabei handelte es sich in der Mehrzahl um Gelenksentzündungen (Arthritis) sowie diverse Erkrankungen der Schilddrüse. 17 Teilnehmerinnen erkrankten an Morbus Crohn bzw. Colitis Ulcerosa, 7 an autoimmunem Diabetes, 6 an Multipler Sklerose und 4 an Lupus Erythematodes.

Insgesamt betrug also das Risiko binnen etwas mehr als einem Jahr von völliger Gesundheit in chronische Krankheit zu schlittern 1 zu 41. Das bedeutet einen Anteil von 2,3 Prozent.

Wie viele dieser neu aufgetretenen Erkrankungen nun tatsächlich auf die Impfungen zurück zu führen sind und wie viele auch ohne diese medizinische Intervention passiert wären, ist schwer zu sagen.
HPV-Experten und Lobbyisten weisen darauf hin, dass diese 2,3 Prozent wohl der Anteil der jeweiligen Bevölkerung sind, welcher in diesem Zeitraum ohnedies erkrankt wären.

Wenn diese jährliche Rate an Neuerkrankungen tatsächlich der Realität entsprechen würde, müsste allerdings bereits die halbe Bevölkerung an Autoimmunerkrankungen laborieren.
Soweit sind wir aber doch (noch?) nicht.

Jedenfalls wird von den HPV-Lobbyisten zur Untermauerung dieser Behauptung auf eine Studie der Schweizer Impfexpertin Claire-Anne Siegrist verwiesen. Sie kam - etwa zeitgleich zur Veröffentlichung der Gardasil-Studien - mit einer eigenartigen Arbeit an, welche sich auf Daten großer Versicherungen bezog und zeigte, dass junge Frauen relativ häufig von Autoimmunerkrankungen betroffen sind.
Die Arbeit trug den bezeichnenden Untertitel: "Eine Kohortenstudie, um zu illustrieren, welche Ereignisse irrtümlich für Nebenwirkungen gehalten werden könnten" (!)

Ein Finanzier ist in dieser Studie - im krassen Gegensatz zu den Kriterien für seriöse wissenschaftliche Arbeit - nicht angegeben. Da Frau Professor Siegrist in der Vergangenheit aber auf der Honorarliste von fast allen großen Impfstoff-Konzernen stand, nehmen wir mal nicht an, dass sie die Arbeit gratis und unbezahlt in ihrer Freizeit durchführen musste. 


War Bestechung im Spiel?

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: 
Zunächst wird unter Komplizenschaft der Gesundheitsbehörden der USA und der EU ein bekannter Risikofaktor für Autoimmunerkrankungen "entschärft", indem diese Chemikalie auch der "Placeboimpfung" beigemischt wird. 
Anschließend wird eine - strategisch vorab geplante und zeitgleich publizierte - Studie vorgelegt, welche den Eindruck erwecken soll, dass ohnedies viele Frauen und Mädchen - auch ohne Impfung - diese Krankheiten entwickeln.

Seither wird bei allen Anfragen oder Bedenken zur Sicherheit von Gardasil von der Herstellerfirma sowie den HPV-Lobbyisten sofort auf die Siegrist Studie verwiesen. Auf strategisch aufbereitete Daten aus Versicherungs-Archiven, die überhaupt nichts mit den Impfstudien zu tun haben. 

Ein prächtiges Ablenkungsmanöver, dass wohl von folgender Frage ablenken soll:

Wie viele der 463 Frauen und Mädchen, die an den Gardasil-Studien teilgenommen haben, sind auf Grund der neuartigen Wirkverstärker erkrankt? 

Wir wissen es nicht!

Das wäre nur zu klären gewesen, wenn die Impfung gegen eine biologisch neutrale Salzwasser-Lösung als Placebo-Impfung getestet worden wäre.
Das heraus zu finden lag jedoch nicht in der Absicht von Merck & Co.

Also fließen Milliarden an Steuergeldern für einen organisierten Trickbetrug in die Konzernkassen.
Als Gegenleistung werden gesunde Jugendliche und junge Erwachsene dem Risiko ausgesetzt, dass sie nach der Impfserie dauerhaft krank sind. 

Es wäre höchste Zeit für die Einberufung einer Untersuchungs-Kommission, um die rationalen Argumente für die Beweggründe der involvierten Behörden aufzuklären. Vor allem interessiert mich die Kernfrage, wie sie diesem wissenschaftlich absurden Design zustimmen konnten. 

Möglicherweise waren diese "rationalen Argumente" ja ganz profane Bestechungsgelder. 

Eines ist jedenfalls klar: Wenn der Anteil der durch HPV-Impfungen geschädigten Mädchen und Frauen auch nur annähernd den Bereich von einem Prozent erreicht, dann geht von der Impfung ein vielfach höheres Risiko aus als von den HP-Viren. 

(Zumal bei einem guten organisierten Screening Programm zur frühzeitigen Erkennung von Gebärmutterhals-Krebs, wie es etwa in Finnland praktiziert wird, in den allermeisten Jahren keine Zervixkarzinom-Todesfälle bei Frauen unter 50 Jahren auftreten.
Ob die Wirkung der HPV-Impfungen überhaupt länger als drei Jahrzehnte anhält, um dann eventuell das Krebsrisiko zu reduzieren, steht derzeit vollständig in den Sternen.)


Wenn Ihnen dieser Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 

Mittwoch, 5. Mai 2010

Was machen die Pneumokokken in der Lunge?

In Deutschland wird die Pneumokokken-Impfung als Gratisleistung für alle Kinder angeboten. In Österreich wird sie - trotz seit langem aufrechter Impfempfehlung des Impfausschusses - nur für „Risikokinder“ bezahlt. Immer wütender tragen Impfexperten die Forderung an die Öffentlichkeit, diese „Ungerechtigkeit“ doch endlich zu beseitigen - und der „beschämenden Zwei-Klassen-Medizin“ ein Ende zu machen. Impfexperte Herwig Kollaritsch „muss fast in Tränen ausbrechen“, wenn er an die österreichische Impfpraxis denkt: „Wir sind das letzte Land in der EU, in der es keine allgemeine Pneumokokken-Impfung gibt.“

In meinem letzten Beitrag habe ich die beiden neuen Pneumokokken-Impfstoffe Synflorix und Prevenar 13 vorgestellt. Synflorix darf bei Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr zur aktiven Immunisierung gegen invasive Erkrankungen (z.B: Meningitis, Sepsis) und Mittelohrentzündungen eingesetzt werden. Prevenar 13 ist bis zum Alter von fünf Jahren zugelassen und enthält drei Serotypen mehr. Sein Einsatzgebiet umfasst zusätzlich Schutz vor Pneumokokken-bedingter Pneumonie.

Nun möchte ich mich der Frage widmen, ob der Nutzen der Impfungen tatsächlich so gesichert ist, wie die Experten das öffentlich darstellen.

Klar ist, dass die Impfungen durchaus eine Wirkung haben. Bei Geimpften gehen Infektionen mit den in der Impfung enthaltenen Serotypen generell stark zurück. Das Immunsystem wird also gegen einen Teil der insgesamt rund 90 verschiedenen Pneumokokken-Serotypen scharf gemacht und verhindert deren Vordringen in Regionen, wo sie an Krankheiten beteiligt sind.

Wie zahlreiche Studien zeigen, nehmen die Infektionen mit anderen, nicht in der Impfung enthaltenen Serotypen allerdings beständig zu. Einige Arbeiten belegen sogar, dass damit insgesamt jetzt mehr invasive Pneumokokken-Erkrankungen auftreten als vor Einführung der Impfung.
Dieses Phänomen des Serotyp-Replacement war auch der unmittelbare Anlass, die neuen Impfstoffe einzuführen. Wirken diese doch nicht mehr gegen bloß 7 Pneumokokken-Typen, sondern gegen zehn, bzw. 13 Serotypen.

Warum aber findet dieses Replacement überhaupt statt? Warum finden wir plötzlich Pneumokokken im Gehirn, in der Lunge oder im entzündeten Mittelohr, die vor Einführung der Impfungen dort selten bis überhaupt nicht angetroffen wurden?

Sind diese Bakterien-Typen nun plötzlich aggressiver geworden?
Oder nehmen sie bloß ein Angebot wahr? Dringen also auf einen Platz vor, der vom Immunsystem zur Besiedlung frei gegeben ist, bzw. nicht ausreichend bewacht wird?

Welche Rolle spielen die Bakterien überhaupt in diesem Zusammenhang?

Handelt es sich bei den Pneumokokken wirklich um die Erreger einer Krankheit, die ohne deren Beteiligung nicht entstanden wäre?
Handeln Pneumokokken also so ähnlich wie Insekten, die eine Frucht anstechen und Ihre Eier dort rein legen, um ihren Larven Nahrung zu verschaffen.
Falls dem so wäre, stellt sich gleich wieder die Anschlussfrage, warum die Pneumokokken das nicht jedesmal tun. Warum befallen sie nicht jedesmal die Lungen, wenn sie in einem Organismus auftauchen? Immerhin siedeln Pneumokokken bei etwa einem Drittel aller gesunden Kinder als normale Bestandteile des bakteriellen Milieus an den Schleimhäuten des Hals-Nasen-Rachen-Raums.

Könnte es sein, dass Pneumokokken-Infektionen nur bei einer vorhandenen Organschädigung auftreten?
So ähnlich, wie sich die eben gerade zufällig anwesenden Insekten auf einen aufgeplatzten reifen Pfirsich setzen.

Das würde in der Praxis bedeuten, dass zuerst die Organschädigung ist und in der Folge irgend eine der ständig anwesenden Viren oder Bakterien-Arten diese Schwäche ausnützt.
Das wäre eine Erklärung für das Replacement: Wenn das Immunsystem gegen bestimmte Serotypen scharf gemacht wird, gehen eben die anderen in die Lunge.

Möglicherweise hat das sogar irgend eine biologische Ursache, die aus evolutionärer Sichtweise sinnvoll ist, uns aber bislang verborgen geblieben ist.
Vielleicht werden die Keime dazu benötigt, über eine kräftige Entzündung die zelluläre Erneuerung des Organs zu fördern. Gnadenlos und moralfrei wie die Natur handelt, möchte sie vielleicht ein gesundes wiederhergestelltes Individuum, dessen Organschwäche über das Recycling der beschädigten Zellen vollständig behoben ist - und geht dabei bewusst das Risiko ein, dass das betroffene Lebewesen diese radikale Reparatur nicht überlebt.

Welche Antworten geben die Experten auf diese Fragen?
Mir sind keine bekannt.
Auch in den Studien wird meist nur damit argumentiert, dass die Impfungen allein deshalb schon ihren Zweck erfüllen, weil sie die Häufigkeit der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen reduzieren. Zumindest jene, vor denen die Impfung schützt.
Wenn es nun technologisch gelänge irgendwann gegen alle 90 Pneumokokken-Serotypen in einer einzigen Impfung zu schützen, so würde das folgerichtig das Ende der Pneumokokken-assoziierten Krankheiten bedeuten - weil ja dann kein Serotyp-Replacement mehr möglich wäre. Soweit das Endziel dieser Strategie.

Aber vielleicht gibt es ja das Replacement Phänomen nicht nur innerhalb der Spezies der Pneumokokken, sondern ganz allgemein. Das wäre nicht unwahrscheinlich.
So wie ja nicht nur Fruchtfliegen an den reifen Früchten naschen, sondern auch Wespen und viele andere Insekten.

Es wäre also nicht nur nötig, zum Beleg des Nutzens der Impfung die Gesamtzahl der invasiven Pneumokokken-Krankheiten zu zählen und auszuwerten, sondern alle kindlichen oder adulten Gehirnhautentzündungen, Infektionen des Blutes (Sepsis), Pneumonien - auch jene mit viralen Auslösern - mit in die Rechnung aufzunehmen.

Erst wenn die Gesamtzahl der Erkrankungen zurück geht, ließe sich ein Mehrwert durch die Pneumokokken-Impfung behaupten.

Und das auch nur dann, wenn gleichzeitig seriös gemessen würde, wie stark der Effekt der unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung ist. Das wurde bislang nur schlampig und oberflächlich gemessen, so als handle es sich bei Impfungen um eine vollständig ungefährliche Maßnahme.

Jede Impfung verstärkt aber erwiesenermaßen das Aggressions-Potenzial des Immunsystems. Die Pneumokokken-Impfung hat den Zweck, das Immunsystem gegen einen Teil der eigenen Bakterien-Flora aggressiv zu machen. Also gegen Besiedler, die normalerweise nützliche Aufgaben im Organismus erfüllen.

Im Vergleich wäre das so ähnlich, wie die generelle Ausweisung aller Staatsbürger mit albanischer Herkunft. Mit dem Argument, dass Albaner eben überdurchschnittlich oft an Diebstählen und Bank-Überfällen beteiligt wären.

Die Pneumokokken-Impfung führt zu einer verstärkten Alarmierung und Gewalt-Bereitschaft des Immunsystems. Sein Aggressions-Potenzial steigt - sowohl gegenüber „Feinden“ von außen wie von innen. Jede Gewaltaktion hat aber ein gewisses Risiko, dass es sich um Fehlalarm handelt - und auf Grund von Irrtümern, Fehlinformationen oder schlichtem Zufall die falschen „Feinde“ attackiert werden und ein gewaltiger Kollateralschaden entsteht.
Und dadurch ergibt sich - übersetzt in den konkreten medizinischen Zusammenhang - die Gefahr einer Chronifizierung - in Form einer Autoimmunkrankheit oder einer Allergie.

Wir sollten diesen Verdacht besser nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn jemand in einem aussichtslosen Stadium einer Krebserkrankung ist, so ist es nachvollziehbar, wenn Arzt und Patient gemeinsam eine Therapie wählen, die selbst ein hohes Risiko darstellt.

Bei Eingriffen an Gesunden - und dabei handelt es sich bei Impfungen im Normalfall - müssen aber immer und ausnahmslos die strengsten Vorsichts-Maßnahmen gelten.
Und jedem Verdacht ist unvoreingenommen nachzugehen. Alle potenziell negativen Effekte sind dem möglichen Nutzen objektiv gegenüber zu stellen.

Wir können es uns nicht leisten, hier großzügig zu sein, uns ins Faulbett zu legen und das beste zu hoffen. Das wäre ein nicht Wahrnehmen der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und eine fahrlässige Gefährdung der Gesundheit der Kinder.

Immerhin befinden wir uns inmitten einer bislang überhaupt nicht verstandenen explosionsartigen Zunahme von Krankheiten des Immunsystems: Bei kindlichem Asthma oder Neurodermitis haben sich im Vergleich zur Situation in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Fallzahlen dramatisch erhöht. Autoimmune Diabetes nimmt ebenso stark zu, wie entzündliche Darmerkrankungen. Und auch bei ADHS, dem immer häufiger beobachteten "Zappelphilipp-Syndrom" wird eine autoimmune Genese immer wahrscheinlicher.

Bevor man den positiven Effekt einer Maßnahme wie der Pneumokokken-Impfung als erwiesen ansehen kann, sind also noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Und erst wenn das erledigt ist, haben seriöse Impfexperten das moralische Anrecht, angesichts der himmelschreienden Ungerechtigkeit, die sich hier abspielt, in Tränen auszubrechen.

Der Ordnung halber bitte aber auch dann noch unter Offenlegung ihrer finanziellen und intellektuellen Interessenskonflikte.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Diabetes-Epidemie bei Kindern läuft ungebremst

Bei manchen Immunkrankheiten gibt es Signale, dass sich die stete Aufwärtskurve langsam abflacht. Asthma scheint sich beispielsweise auf einem hohen Niveau eingependelt zu haben. Verheerend sind die Aussichten hingegen bei Typ 1 Diabetes: Bis 2020 wird sich Europa-weit die Zahl der neu auftretenden Fälle bei Kindern unter fünf Jahren verdoppeln. Damit sind die pessimistischen Prognosen sogar noch übertroffen worden.

In der aktuellen Ausgabe des Lancet finden sich die neuesten Ergebnisse der EURODIAB Study Group, die seit 20 Jahren Europa-weit die Fälle von Diabetes Typ 1 sammelt. Bei dieser Autoimmunkrankheit wendet sich das eigene Immunsystem gegen die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und zerstört sie.
Im europäischen Schnitt steigt die Diabetes Inzidenz um 3,9 Prozent. Am stärksten ist der Anstieg in der Altersgruppe von 0 bis 4. Hier kommt es bis 2020 zu einer Verdoppelung der neuen Fälle. Insgesamt wird die Prevalenz von Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren um 70 Prozent ansteigen.

Die aktuellen Daten beweisen, dass die Krankheit, so wie zuvor schon in den USA beobachtet, sich immer früher manifestiert. Je früher die Krankheit auftritt, desto schwerer sind normalerweise die Symptome, die zur Entdeckung der Stoffwechselstörung führen. Häufig handelt es sich dabei um eine Ketoazidose, eine lebensgefährliche Unterversorgung des Organismus mit Energie - bei gleichzeitig extrem hohen Werten von Glukose und Ketonkörpern im Blut. Nur die rasche Gabe von Insulin kann den Energiefluss wieder in Gang bringen. Die Eltern stehen dann fassungslos vor der Diagnose, dass ihr Kind eine lebenslange chronische Krankheit hat.

"Die Verschiebung ins Baby und Kleinkind-Alter deutet darauf hin, dass sich im Lebensumfeld der Kinder etwas in eine gesundheitsschädliche Richtung verändert hat", schreibt Dana Dabelea, Epidemiologin an der Colorado School of Public Health in Denver, in einem Kommentar zu diesen Ergebnissen. Was genau hier die Ursache ist, weiß Dabelea natürlich nicht. Sie erhofft sich aber Antworten aus der so genannte TEDDY-Studie, die 2006 gestartet wurde und 7.000 Neugeborene bis zu ihrem 15. Lebensjahr begleiten soll. Bei diesen Kinder wird von der Hygiene bis zur Ernährung, vom genetischen Risiko bis zu den durchgemachten Infektionen alles aufgezeichnet und ausgewertet, was zu Entstehung von autoaggressiven Tendenzen des Immunsystems führen könnte und dies mit regelmäßigen Bluttests im Abstand von jeweils drei Monaten auch konkret nachgeprüft.

Wieder mal sucht man in der Studienbeschreibung vergeblich danach, ob auch der Einfluss der immer häufigeren Impfungen im Babyalter auf das Diabetes-Risiko untersucht wird. Nicht mal das Wort Impfungen findet sich auf der TEDDY Website.
Und das, obwohl das autoimmune Potenzial von Impfungen längst bekannt ist und bei den internationalen Kongressen zum Thema "Autoimmunity", bereits seit einigen Jahren in eigenen Veranstaltungsreien diskutiert wird.

Gut zusammengefasst wird das z.B. in dem Artikel "The Mosaic of Autoimmunity", verfasst von Yehuda Shoenfeld et al., der im Vorjahr im Journal der Israelischen Ärztegesellschaft erschienen ist.


Vaccines and adjuvants in the mosaic of
autoimmunity

Since 1796, when Edward Jenner inoculated cowpox material and
prevented smallpox in 12 people, vaccination has been used as
an indispensable tool against infectious diseases. In fact, it may
be considered one of the greatest medical discoveries since it
succeeded in totally eradicating some diseases around the world
(plague and smallpox) and consequently improved the quality of
life and survival of entire populations [19].
However, several adverse effects can ensue from the vaccination,
ranging from local reactions to systemic side effects, such
as fever, flu-like symptoms, gastrointestinal disorders and, in
the last two to three decades, the most serious – autoimmune
diseases [20]. Considerable data have recently been gathered with
regard to involvement of the immune system following vaccination,
although its precise role has not been fully elucidated [21].
Several authors have postulated that the autoimmunity process
could be triggered or enhanced by vaccine immunogen content
as well as by adjuvants, which are used to increase the immune
reaction [19].
A common target for the occurrence of autoimmune complications
is the central nervous system, with the appearance
of demyelinating disorders such as multiple sclerosis, and
other neurological conditions, e.g., Guillain-Barré syndrome and
autism.
Other autoimmune diseases that may occur after vaccination
include arthritis, rheumatoid arthritis, reactive arthritis,
SLE, diabetes mellitus, thrombocytopenia, vasculitis, Reiter’s
syndrome, dermatomyositis, and polyarteritis nodosa. Other
vaccines reported to be associated with the onset of autoimmune
disorders are the following: rubella, mumps and
measles; influenza; diphtheria, pertussis and toxoid; typhoid;
hepatitis A and B; tetanus; Meningococcus; Bacillus Calmette-
Guerin; rabies; smallpox; and poliovirus vaccines (practically
all types).
The relationship between vaccines and autoimmunity is
bi-directional. On the one hand, vaccines prevent infectious
conditions, and in turn prevent the development of an overt
autoimmune disease which in some individuals is triggered by
infections. On the other hand, many case reports and series that
describe autoimmune diseases post-vaccination strongly suggest
that vaccines can trigger autoimmunity.
It is important to emphasize that a temporal relationship
between autoimmunity and a specific vaccine is not always
apparent. This matter is complicated by the fact that one vaccine
may cause more than one autoimmune phenomenon and,
likewise, a particular immune process may be caused by more
than one vaccine [20].
Appropriate epidemiological studies should be undertaken to
confirm the case reports or series where familial or genetic risk
factors for autoimmune conditions were found in many of the
patients who developed autoimmune disturbances after vaccination.
In this way, vaccination should be considered part of the
mosaic of autoimmunity, in which abrogation of an infectious
disease could concomitantly induce another autoimmune disease.
In summary, throughout our lifetime the normal immune system
walks a fine line between preserving normalcy and the development
of autoimmune disease [21].