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Freitag, 28. Dezember 2018

Was ist gefährlicher: die Krankheit oder die Impfung?


Impfungen sind im Normalfall ein Eingriff an Gesunden mit der Absicht eine mögliche spätere Krankheit zu vermeiden. Natürlich ist es sinnvoll, wenn eine Impfung auch wirkt. Um zu entscheiden, ob eine Impfung Sinn macht, geht es jedoch auch um die Relevanz der Krankheit. Und schließlich sollte man das Risiko nicht vergessen, das von der Impfung selbst aus geht. Risikoabschätzung fällt den meisten Menschen aber schwer.

Impfungen haben viel gemeinsam mit Versicherungen. So wie die Impfung vor einer schweren Krankheit schützen soll - ist die Haus- oder KFZ-Versicherung dazu da, mögliche finanzielle Folgen eines Brands oder eines Unfalls abzudecken.
Die Versicherungs-Mathematik beschäftigt sich vor allem mit der Einschätzung von Risiken. Und auch im Impfwesen wäre dies höchst sinnvoll.
Es gibt jedoch einen bedeutsamen Unterschied: Wenn sich ein Bergbauer gegen Hochwasser versichert, so wird das Risiko eines Schadensfalles normalerweise minimal sein. Der Vertreter kassiert seine Provision, der Bergbauer hat eine unnötige Ausgabe gemacht, doch abgesehen vom finanziellen Verlust, kann durch unnötige Überversicherung nicht viel passieren.
Bei Impfungen ist das anders. Impfungen sind Eingriffe in die Funktion des Immunsystems. Im Idealfall resultiert daraus eine lebenslange Immunität. Doch wie jedes wirksame Arzneimittel haben auch Impfungen Nebenwirkungen. Und somit ist es gefährlich und fahrlässig, Impfungen ohne seriöse Risiko-Nutzen-Abschätzung zu empfehlen.

Genau das passiert aber im Impfwesen ständig.
Impfexperten sehen das Risiko schwerer Nebenwirkungen von Impfungen als minimal an. Auch wenn eine Krankheit sehr selten ist, wie z.B. die Polio, Diphtherie oder Tetanus - soll dennoch geimpft und später aufgefrischt werden. "Denn das ist völlig harmlos", sagte gestern der Wiener Impfexperte Herwig Kollaritsch in der Ö1 Sendung "Was Sie schon immer über Impfungen wissen wollten".
Diese Aussage zeigt, wie schwer sich viele Menschen mit der korrekten Einschätzung von Risiken tun - speziell im Bereich des Impfens.

Sehen wir uns das am Beispiel der erwachsenen Bevölkerung genauer an. Bei Kindern kommt meist das Argument, dass sie deshalb nicht erkranken, weil ja die Mehrzahl geimpft wird. Erwachsene hingegen vergessen häufig auf Impfungen. Laut Robert Koch Institut haben 50 Prozent und mehr keine schützenden Antikörper mehr im Blut - mit einem Titer weit unter dem Grenzwert.
Etwa die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung ist demnach ungeschützt und wäre empfänglich für die erwähnen Krankheiten.

In Deutschland ist - bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen - schon viele Jahrzehnte keine Infektion mit Polio Wildviren bekannt geworden. An Tetanus starben in den 90er Jahren im Jahresschnitt rund 8 Menschen - und diese Personen waren meist multimorbid bei einem Durchschnittsalter von 80 Jahren. 2001 wurde die Meldepflicht abgeschafft, weil Tetanus kein relevantes Gesundheits-Risiko für die Bevölkerung mehr darstellte.

Die Krankheit Diphtherie hat sich stark gewandelt und keine Ähnlichkeit mehr zu ihrer Erscheinungsform in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wo Diphtherie als "Würgeengel der Kinder" galt. Heute fehlen den Bakterien im Normalfall die einst gefürchteten Diphtherie-Toxine.  Anstatt den Rachen zu besiedeln, finden sich die Bakterien bei Wund- und Hautinfektionen. Und auch das extrem selten: Die Fallzahlen liegen in Deutschland im einstelligen Bereich.
Das Risiko, als Erwachsener an Diphtherie oder Tetanus zu erkranken beträgt laut Meldezahlen demnach etwa 1 zu 10 Millionen. Dennoch wird von den Behörden - als sei es das selbstverständlichste der Welt - die regelmäßige Auffrischungs-Impfung empfohlen.
Noch wesentlich geringer ist die Wahrscheinlichkeit, sich in Mitteleuropa mit Polio-Wildviren zu infizieren. Das Risiko liegt nahe null - und ist wohl ähnlich relevant, wie die Gefahr, von Außerirdischen entführt zu werden.

Sehen wir uns nun das Risiko der Impfungen an:

Die Fachinformationen der einzelnen Impfungen geben bekannte Risiken im Detail an:
In der Rubrik "selten" (Risiko 1:1.000 bis 1:10.000) finden sich bei Tetanus-, Diphtherie- und Polio-Impfungen z.B: Nesselsucht (Urtikaria), Anämie, Veränderungen des Blutbildes, allergischer Schock (Anaphylaxie), Kollaps und Apnoe (Atemstillstand) bei Frühgeborenen.

Am Ärzte-Informationsportal "Neurologienetz" wird die Häufigkeit einer Gehirnentzündung nach Impfungen mit 1:300 bis 1:20.000 angegeben (siehe Screenshot).

Das postvakzinal (nach Impfungen auftretende) Risiko einer
akuten Gehirnentzündung (ADEM), Quelle: neurologienetz.de

Ein schwerer Impfschaden ist im Vergleich zum Risiko der erwähnten Krankheiten demnach um ein Vielfaches realitätsnäher.

Wir nehmen die Wahrscheinlichkeit realer Gefahren in kauf, um uns vor irrealen Risiken zu schützen. Im Impfwesen ist dieses Phänomen nicht die Ausnahme, sondern die Regel - weil ernsthafte Risiken des Impfens von Behörden, Impfexperten und Ärzten im Normalfall ignoriert werden.


Hinweis: In meinem aktuellen Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung" gebe ich für jede geläufige Impfung eine genaue Nutzen-Risiko-Abschätzung auf Basis der realen Meldezahlen der Krankheiten - sowie der Impf-Nebenwirkungen

Donnerstag, 27. September 2018

Peter Aaby: "Mein Versuch, das Impfprogramm zu reparieren"

Der dänische Wissenschaftler Peter Aaby stellt mit seinen Studien zu den Auswirkungen von Impfungen das bisherige Denkgebäude radikal in Frage. Aaby und sein Team zeigten in zahlreichen Studien, dass Impfungen deutlich mehr machen, als nur vor spezifischen Krankheiten zu schützen. Für viel wichtiger hält er deren unspezifischen Auswirkungen auf das Immunsystem. Und die können in zwei Richtungen gehen: Lebendimpfungen – wie die Masern-, die orale Polio- oder die Tuberkulose-Impfung – trainieren das Immunsystem und stärken die Abwehrkräfte. Impfstoffe mit abgetöteten Erregern – wie die Tetanus-, Diphtherie-, oder Keuchhusten-Impfung – haben hingegen einen negativen Effekt - und können gefährlicher sein, als die Krankheiten vor denen sie schützen sollen.
Peter Aaby kritisiert vehement die Impfpolitik der WHO (Foto: Ehgartner)
Dass in den deutschen Medien über "Eingeimpft" – den aktuellen Dokumentarfilm von David Sieveking – ein Sturm der Entrüstung niederging, lag speziell auch daran, dass Aabys Thesen im Film eine zentrale Rolle spielen. Zwar lassen Sieveking und seine Partnerin Jessica de Rooij ihre Kinder am Ende impfen, aber weit weniger und später als laut deutschem Impfkalender empfohlen. Und - nach dem Rat Aabys - mit einer abschließenden Lebendimpfung, welche negative Effekte der Totimpfstoffe halbwegs reparieren soll. Solche negativen Effekte werden von der WHO und den behördlichen Impfexperten nicht anerkannt. Aaby wirft ihnen Ignoranz vor. 

Auch in meinem aktuellen Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung", das in den nächsten Tagen in den Buchhandel kommt, ist Aabys Forschung ein großes Kapitel gewidmet. Ich verfolge seine wissenschaftliche Arbeit seit fast 20 Jahren und habe Peter Aaby in Guinea-Bissau – in dem von ihm vor 40 Jahren gegründeten "Bandim Health Project" – besucht.

Hier der erste Teil eines Interviews, das ich vor einigen Tagen mit Peter Aaby geführt habe.


Peter Aaby mit der Medizinerin Christine Benn, die das Forschungszentrum leitet (Foto: Ehgartner)

Hat Ihnen der Film "Eingeimpft" von David Sieveking gefallen?
Aaby: Ich habe den Film in Kopenhagen gesehen mit englischen Untertiteln. Er behandelt die Frage, ob man seine Kinder impfen lassen soll, recht ausgewogen und offen in alle Richtungen. Danach gab es eine längere Diskussion mit einer Menge guter Fragen aus dem Publikum. Jemand kritisierte, dass die WHO nicht zu meiner Kritik an deren Impfpolitik gefragt wurde. Doch sie waren schon eingeladen, sie wollten aber nicht Stellung nehmen.
Waren Sie damit zufrieden, dass Davids Kinder am Ende geimpft wurden?
Aaby: Ja, an sich schon. Ich halte es für wichtig, dass die Reihenfolge der Impfungen beachtet wird. Am Ende einer Impfserie sollte stets eine Lebendimpfung gegeben werden.
Kann man Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den „unspezifischen Effekten“ von Impfungen wirklich auf diesen einen Ratschlag an die Eltern eindampfen: "Zuletzt eine Lebendimpfung geben!"
Aaby: Die inaktivierten Impfstoffe schützen vor Krankheiten, die potenziell gefährlich oder sogar tödlich sein können. Insofern ist es gut, hier einen gewissen Schutz zu haben. Es handelt sich allerdings um schlechte Impfungen und sie können negative Konsequenzen haben, die bei vielen Kindern ernsthafter sind, als nicht geimpft zu sein. Mein Vorschlag, eine Lebendimpfung am Ende zu geben, ist eine Art Versuch, das derzeitige Impfprogramm notdürftig zu reparieren. 
Wenn wir beispielsweise dazu raten würden, die Pertussis-Impfung weg zu lassen, würden wir wahrscheinlich einen Sturm der Empörung auslösen, dass wir schuld sind, wenn unzählige Kinder an Keuchhusten sterben.
Tatsache ist, dass derzeit in einigen Ländern - wie den USA aber auch in Europa - so viele Keuchhusten-Fälle auftreten wie zu Zeiten, als noch gar nicht geimpft wurde. Die Impfung scheint also ohnehin nicht zu funktionieren?
Aaby: Die Pertussis-Impfung war schon immer eine schlechte Impfung. Meine Hoffnung liegt auf einem neuen französischen Impfstoff, der lebende abgeschwächte Keuchhusten-Bakterien enthält. Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass er positive unspezifische Effekte hat - und es gibt auch bereits einige Studien am Menschen.
Wie steht es um die anderen Impfstoffe? - Manche sind fast 100 Jahre alt. Wäre es Zeit für eine Evaluierung, was heute noch Sinn macht?
Aaby: Das wäre zweifellos eine gute Idee. Ich kann das aus afrikanischer Perspektive aber schlecht beurteilen. Wir haben meist nicht mal die Möglichkeit, Fälle von Diphtherie eindeutig zu diagnostizieren, falls welche auftreten sollten. Wir wissen nicht, wie relevant diese Krankheit heute ist. Auch bei Tetanus wissen wir das nicht wirklich. Wenn wir aufhören zu impfen, könnten eventuell Krankheiten zurückkommen. Was wir jedoch bräuchten wäre eine breite Evaluierung der spezifischen und unspezifischen Effekte aller derzeit verabreichten Impfungen.
Unterstützt die WHO dieses Vorhaben?
Aaby: Die WHO hat ganz andere Pläne. Sie propagiert derzeit die Erfassung der Kinder im zweiten Lebensjahr um hier zusätzliche Gesundheitsinterventionen zu setzen. In Entwicklungsländern definiert sich die gesundheitliche Hilfe vor allem über die Frage, wie viele Impfungen die Kinder bekommen. Und nun sollen eben im zweiten Lebensjahr zusätzliche Impfungen gegeben werden. Geplant ist etwa eine Booster-Dosis von Diphtherie-Tetanus-Pertussis - und Studien haben gezeigt, dass danach die Sterblichkeit ansteigt, speziell bei den Mädchen. - Und nun wollen sie zusätzlich noch eine Meningitis und die Malaria-Impfung einführen. Ebenfalls inaktivierte Impfstoffe mit negativen Effekten. Das sind gefährliche Pläne. Bei der Malaria-Impfung kommt noch dazu, dass die Impfung wahrscheinlich auch einen negativen Effekt auf die Ausbildung einer natürlichen Immunität hat.
Was ist denn dann gefährlicher, die Malaria Krankheit oder die Malaria Impfung?
Aaby: Die Impfung ist eindeutig gefährlicher. Die Studien zeigten bisher  eine bescheidene Wirksamkeit von rund 50% - doch gleichzeitig eine 10 bis 20% höhere Sterblichkeit in der Impfgruppe. Das war zwar nicht signifikant, doch  – wenn die Impfung vor Malaria schützt – sollte man eigentlich annehmen, dass der Trend in die andere Richtung geht und das Sterberisiko sinkt. 
Wir wollten die Daten für beide Geschlechter haben, weil wir wissen, dass Mädchen von den unspezifischen Effekten auf das Immunsystem stärker betroffen sind. Doch wir bekamen sie nicht. Schließlich hat uns doch jemand diese Daten zugespielt. Und wir sahen, dass die Mädchen danach ein doppelt so hohes Sterberisiko hatten. Derzeit laufen neue Studien in Malawi, Kenia und Ghana.
Was denken Sie, ist die biologische Basis dieser unspezifischen Effekte: handelt es sich um immunologische Abläufe, hormonelle Einflüsse oder ist das eine Reaktion auf problematische Zusätze wie die Aluminium-haltigen Wirkverstärker?
Aaby: Ich denke, dass es sich dabei um eine immunologische Reaktion handelt. Das Immunsystem ist ein lernendes System, es speichert Informationen über die gemachten Erfahrungen - und daraus entwickeln sich immunologische Muster für künftige Infekte. 
Einen konkreten Hinweis liefert eine aktuelle holländische Studie mit Medizinstudenten, die für einen Afrika-Aufenthalt eine Gelbfieber-Impfung brauchten. Das ist eine Impfung, die lebende Viren enthält. Ein Teil der Studenten bekam davor die BCG-Impfung gegen Tuberkulose, ebenfalls eine Lebendimpfung mit Bakterien. Es zeigte sich, dass die BCG-Impfung die Art wie das Immunsystem auf den nachfolgenden Kontakt mit den Gelbfieber-Viren reagiert, verändert. Das Immunsystem wurde aktiviert, die gemessene virale Ladung war signifikant geringer.  Hier zeigt sich der grundlegenden Mechanismus der unspezifischen Effekte. 
Bei Lebendimpfungen hat es das Immunsystem mit normalen Viren oder Bakterien zu tun. Bei inaktivierten Impfstoffen wird die Reaktion erzwungen über die Provokation mit chemischen Substanzen, die eine Art Schockreaktion auslösen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Aaby: Ja, in der Tat. Eine holländische Gruppe hat kürzlich am Beispiel von drei Impfungen gezeigt, dass inaktivierte Impfstoffe das Immunsystem zu einer Art falscher Toleranz verleiten und rasche Reaktionen des angeborenen Immunsystems abschwächen. Adjuvantien auf Basis von Aluminium oder anderer Verbindungen sind wahrscheinlich Teil dieses Prozesses. Dadurch dass es sich nicht um lebende Organismen handelt, induzieren sie wahrscheinlich eine gänzlich andere Vermittlung von Immungedächtnis. Diese Impfungen mögen vor den spezifischen Krankheiten schützen, aber sie schwächen die Abwehrkraft gegen andere nachfolgende Infekte.
Welchen Abstand empfehlen Sie nach der letzten inaktivierten Impfung zur abschließenden Lebendimpfung?
Aaby: Normalerweise wird ein Mindestabstand von vier Wochen empfohlen. Ich denke, dass sechs oder acht Wochen besser wären, weil dann die Masernimpfung ihr volles Potenzial entfalten kann.
Oft hört man das Argument, dass Ihre Resultate in Afrika unter gänzlich anderen Bedingungen erzielt wurden - und nicht auf Europa übertragbar sind.
Aaby: Natürlich sind die Effekte in Afrika stärker, weil dort die Kinder sterben. In Europa können die meisten dieser fatalen tropischen Krankheiten – z.B. Durchfall oder Lungenentzündung – adäquat medizinisch behandelt werden. Wir haben jedoch gezeigt, dass nahezu alle Beobachtungen, die wir in Afrika gemacht haben, in den Einkommens starken Ländern ebenso gelten. Wir zeigten in Dänemark, dass die MMR Impfung das Risiko einer Einweisung ins Krankenhaus wegen einem Atemwegsinfekt signifikant reduziert. Das ist ein klarer unspezifischer Benefit. Die US-Behörde CDC hat kürzlich unsere These ebenfalls getestet und der Effekt in den USA ist sogar noch deutlich stärker: Nach einer Lebendvirus Impfung hatten die Kinder nur ein halb so hohes Risiko auf eine Krankenhaus-Einweisung als nach einer inaktivierten Impfung. Ähnliche Resultate gibt es aus Italien und Holland.
Der dänische Anthropologe Peter Aaby, 73, gründete vor 40 Jahren das "Bandim Health Center" in Guinea Bissau in Westafrika. Er veröffentlichte mit seinem Team Hunderte von Studien zu den Lebensbedingungen in einem Hochrisikoland. Er arbeitet in Kooperation mit dem Statens Serum Institut in Kopenhagen.
Peter Aaby (l.) im Gespräch mit Bert Ehgartner (Foto: Georg Brodegger)

In Teil 2 des Interviews erklärt Peter Aaby seine Haltung zur Impfpflicht und bietet eine Wette an: 
Demnächst hier im Blog. 
Bert Ehgartners Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung" erscheint im Verlag Ennsthaler und wird am 1. Oktober an den Buchhandel ausgeliefert. Es hat 420 Seiten und kostet 24,90 €.


Montag, 3. September 2018

Neues Buch: Gute Impfung - Schlechte Impfung

Während der letzten Monate habe ich an einem Buch zum Thema Impfen gearbeitet.
Das Manuskript ist nun fertig - und in der Druckerei. Journalisten, die sich für Rezensionsexemplare interessieren, können diese beim Verlag Ennsthaler bestellen.
Und so sieht das Buch aus:

Bert Ehgartners neues Buch kommt Anfang Oktober in den Buchhandel

Die Impfthematik interessiert mich seit langem und es ist sowas wie mein berufliches Spezialgebiet geworden. Ich hatte immer mal wieder Teilaspekte in meinen Filmen und Büchern und habe über die Jahre (u.a. hier im Blog) auch zahlreiche Artikel dazu geschrieben.
Doch ein monothematisches Buch zum Impfen gab es von mir noch nie. Nun ist es soweit: Ende September erscheint auf rund 400 Seiten „Gute Impfung - Schlechte Impfung“ im Verlag Ennsthaler.

Weil Impfungen immer auch "Kinder ihrer Zeit" sind, war es für die traditionsreichen älteren Impfungen notwendig, tief in die historischen Archive zu steigen. Ich habe dazu viele Wochen recherchiert und es war extrem spannend, die Hintergründe und die ersten Erfahrungen mit solchen legendären Impfstoffen wie jener gegen Kinderlähmung oder Tetanus aus der zeitgenössischen Sicht der damaligen wissenschaftlichen Debatte neu zu beleuchten.

Ich habe versucht, alle gebräuchlichen Impfungen - sowie auch das behördliche und wissenschaftliche Rundum - einer ebenso sorgfältigen wie kritischen Analyse zu unterziehen - so als wäre „das Impfen“ ein ganz normaler Teil der Wissenschaft – was es meiner Meinung nach auch sein sollte.
Das Impfwesen ist keine „Heilige Kuh“. Ich finde es gefährlich, wenn in der öffentlichen Diskussion immer so ein großer Respektabstand gehalten wird, um nur ja die „Impffreudigkeit der Bevölkerung“ nicht zu gefährden. Das fördert Trägheit bei den Behörden und Arroganz bei den Herstellern. Wohin das Gefühl, man werde nicht mehr kontrolliert, führen kann, haben wir zuletzt am Beispiel der deutschen Autoindustrie und dem Abgas-Skandal gesehen.

Persönlich stehe ich dem Impfen neutral gegenüber. Ich bin weder Impfgegner noch unkritischer Befürworter. Doch ich finde, dass bei Impfungen besonders hohe Ansprüche an deren Sicherheit zu stellen sind: Eben weil sie einen präventiven Eingriff an zumeist gesunden Menschen darstellen. Und deshalb sollten sie mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft werden: damit die Geimpften nach dem Arzttermin genauso gesund sind wie davor.

Sie werden im Buch sehen, dass dies bei manchen Impfungen nicht der Fall ist und weder Wirksamkeit noch Sicherheit den Ansprüchen eines modernen Verbraucherschutzes genügen.
Bei anderen Impfungen - wie beispielsweise der Masernimpfung – gibt es hingegen zusätzliche positive Aspekte, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Anstatt die Eltern mit Angstmache zum Arzt zu treiben, wäre es wohl für viele Eltern interessant, mehr von diesen positiven Eigenschaften zu erfahren.

Freut Euch also auf ein kritisches Buch, das zahlreiche Überraschungen birgt.

Rezensionswünsche bitte an Frau Mag. Ingrid Führer (e-mail). Bei Interesse an Veranstaltungen / Vorträgen / Diskussionsrunden zum Thema ist die Ansprechpartnerin Frau Geraldine Schirl-Ennsthaler (e-mail).

Freitag, 8. März 2013

Was tun gegen Impfskeptiker?

Gestern wurde eine Studie der Karl Landsteiner Gesellschaft (KLG) zur Einstellung der österr. Bevölkerung zu Impfungen präsentiert. Befragt wurden 750 Eltern (mit Kindern im Alter bis 13 Jahren).
Das Ergebnis wurde auf orf.at so zusammen gefasst:
Die Mehrheit der Eltern (57%) steht Impfungen kritisch gegenüber, vier Prozent lehnten sie überhaupt ab. Am häufigsten stimmen Eltern einer Impfung nicht zu, da sie den Schutz als unnötig empfinden (44 Prozent). Auch die Sorge, das Kind könnte zu stark belastet werden (35 Prozent) und die Angst vor Nebenwirkungen und Impfschäden (34 Prozent) spielen eine Rolle. 40 Prozent sehen sogar einen klaren Zusammenhang zwischen Impfungen im Kindesalter und der Zunahme von Allergien. Nur 68 Prozent gaben an, den österreichischen Impfempfehlungen zu vertrauen. Karl Zwiauer, Leiter des Instituts für pädiatrische Fortbildung und Forschung der KLG ortete einen "massiven Kommunikationsbedarf". 

Ich weiß nicht, ob es mit dieser immer skeptischer werdenden Öffentlichkeit zu tun hat, oder ob es reiner Zufall war. Jedenfalls habe ich vor einigen Tagen eine Anfrage der Vorsitzenden des "Nationalen Impfgremiums Österreich", sowie der Firma "Medical Dialogue" erhalten, in der ich um Mithilfe gebeten wurde.
Dies war das Schreiben:
Sehr geehrter Herr Ehgartner! 
Das Nationale Impfgremium arbeitet gerade an Empfehlungen zu dem Thema: „Impfungen: Reaktionen & Nebenwirkungen“. Diese werden im Herbst 2013 im Stile der beiliegenden Empfehlungen „Impfungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen“ publiziert werden. Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang ganz herzlich einladen/bitten, die Ihnen bekannten bzw. häufig diskutierten kritischen Argumente zu dem Thema Impfreaktionen und Nebenwirkungen stichwortartig festzuhalten und uns zukommen zu lassen. Wir möchten versuchen in dem geplanten Paper, soweit das möglich ist, auf alle Ängste und Unsicherheiten in diesem Zusammenhang einzugehen. Da Sie als Fachjournalist sicherlich häufig mit dieser Thematik zu tun haben, würden wir gerne Ihre Erfahrungen in dieses Projekt miteinfließen lassen.
Mit freundlichen Grüßen  
Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Vorsitzende des Nationalen Impfgremiums Österreichs, Karl Buresch Medical Dialogue
Einer der Autoren der erwähnten Impf-Empfehlungen für Mitarbeiter in Gesundheitsberufen war auch Univ.-Prof. Karl Zwiauer.
Um einen kurzen Eindruck zu bekommen, in welchem Stil und mit welcher Intention diese Empfehlungen verfasst sind, genügt es, die ersten beiden Sätze der Einleitung zu lesen:
Die Durchimpfungsraten sind beim Gesundheitspersonal (Health Care Workers, HCW) in Österreich – insbesondere auch im Krankenhausbereich – als nicht ausreichend zu bezeichnen. Dies ist ein Problem, das über die persönlichen Interessen der betroffenen MitarbeiterInnen hinausgeht, da hier vor allem auch der Schutz der betreuten PatientInnen vor durch Impfung vermeidbaren Infektionskrankheiten zu bedenken ist. 
In diesem Stil geht es weiter. (download der Empfehlungen). Auf 15 Seiten folgen Informationen über eine Impfung nach der anderen, welche sich durchwegs auf die Vorteile der Krankheitsvermeidung beschränken.
Im Punkt "Ethische Aspekte" wird sogar über verpflichtende Impfungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen - nach dem Vorbild der USA - spekuliert:
Das Spannungsfeld, in dem wir uns hier bewegen, ist das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen in Bezug auf das allgemeine Wohl. Ist es ehtisch vertretbar - ja sogar geboten -, die Autonomie des Einzelnen zu beschränken, wenn Nutzen für die Gemeinschaft erzielt werden kann?
Diese Frage wird sogleich beantwortet:
Folgende Kriterien werden unter anderem als ethische Legitimation für Präventionsprogramme herangezogen: nachgewiesene Effektivität, günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis und akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis. All diese Kriterien werden von Impfungen erfüllt.
Und wem das noch immer nicht ausreicht, den wird wohl das letzte, das finale Argument, vollends überzeugen:
Ein weiterer Grund, weshalb HCW es als professionelle Verpflichtung ansehen sollten, sich gegen Infektionskrankheiten impfen zu lassen, besteht darin, auf diese Weise ein öffentliches Statement für Impfungen abzugeben. 
So, nun ist es genug mit Zitieren.
Folgendes habe ich den Mitarbeitern des Nationalen Impfgremius geantwortet:
Danke für Ihr Schreiben und Ihr Interesse an meinen diesbezüglichen Erfahrungen. 
Erlauben Sie mir zunächst eine Bemerkung. Ihre beiliegenden Empfehlungen "Impfungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen" haben eine grundlegende Schwäche: Beginnend beim ersten Satz der Einleitung ähneln sie einer Werbeschrift, welche - ohne dafür Evidenz zu nennen - davon ausgeht, dass es der Idealzustand wäre, wenn 100 % der Mitarbeiter im Gesundheitswesen vollständig gegen alle empfohlenen Krankheiten geimpft wären. 
Damit wird allen Mitarbeitern im Gesundheitswesen, welche Impflücken haben, suggeriert, Sie würden sich, ihre Kollegen und die Patienten gefährden. Bei Mitarbeitern, welche einzelnen Impfungen kritisch gegenüber stehen, ist die Folge eine grundsätzlich ablehnende Haltung "gegen der Impflobby", welche diese Empfehlungen erstellt hat. 
Bestätigt wird dieses Misstrauen dann auch noch durch einen Blick auf die finanziellen Interessenskonflikte (welche löblicherweise angeführt werden). Gerade die Tatsache, dass etwa die Hälfte des Gremiums hier Bezüge hat, erfordert eine besonders offene Herangehensweise, welche verfügbare Evidenz nennt - aber auch Wissenslücken etc. thematisiert. 
Dass die Prävention von Krankheit durch Impfungen zwangsläufig eine gesündere Gesellschaft zur Folge hat, klingt zwar nach einem logischen Schluss - allerdings haben sich in der Medizin bereits einige derart mit "Hausverstand" begründete Thesen als falsch erwiesen, sobald z.B. randomisierte kontrollierte Studien verfügbar waren.
Als Beispiele sei die Hormonersatztherapie ab Menopause genannt oder auch die teils lebensgefährlichen Folgen einer "zu guten" Einstellung des Blutzuckers durch Medikamente. 
Gleich Ihr erstes Beispiel, die Impfung gegen DTP (Diphtherie/Tetanus/Pertussis)  argumentiert die Notwendigkeit der Impfung mit dem endemischen Vorkommen der Diphtherie z.B. in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Gleichzeitig führen Sie an, dass bei uns die Schutzrate in der erwachsenen Bevölkerung ständig abnimmt und ab einem Alter von 75 Jahren nur noch 21% der Menschen geschützt sind.
Warum aber kommt es dann - in Zeiten eines ständigen Austausches von Personen aus allen möglichen Erdteilen - nicht gelegentlich zu einer Diphtherie-Epidemie in Österreich oder zumindest zu gelegentlichen Ausbrüchen?
Und warum waren - z.B. in der Ukraine - während der großen Ausbrüche der Diphtherie in der ersten Hälfte der 90er Jahre mehr als 80% der erkrankten Kinder und jungen Erwachsenen ordnungsgemäß geimpft? (siehe dazu z.B. Chen RT et al. The Journal of Infectious Diseases 2000;181(Suppl 1):S178–83)
Am Beispiel dieser letzten größeren Epidemie mit mehreren tausend Todesfällen ergibt sich die Frage, ob die Diphtherie-Impfung überhaupt noch einmal zugelassen würde, wenn es sich um eine neue Impfung handeln würde. 
Ähnliche argumentative Probleme ergeben sich mit der Influenza-Impfung. Laut Cochrane Collaboration besteht bezüglich der Wirksamkeit der Influenza Impfung ein enormes Wissens-Defizit. Für Kinder unter 2 Jahren gibt es gar keinen Nachweis der Wirksamkeit. Ebenso schlecht ist die Datenlage für Personen im Alter über 65 Jahren.
Und auch bei gesunden Erwachsenen bzw. Mitarbeitern des Gesundheitssystems ist die Evidenz für eine Impfung extrem schwach. Hier bräuchte es nicht Impfwerbung sondern gute randomisierte prospektive Studien, um verlässliche Aussagen treffen zu können.
Derzeit, so der Vorsitzende der Impfgruppe der Cochrane Collaboration, Tom Jefferson, "gleicht die Werbung für die Influenza-Impfung eher den Praktiken von Staubsauger-Verkäufern auf Jahrmärkten". 
Bei anderen Impfungen ist die Evidenzlage zugegeben deutlich besser (z.B. Masern-Mumps-Röteln). Dennoch besteht im Bereich der Impfungen ein enormer Überhang von Hersteller-finanzierten Studien.
Untersuchungszeiträume zur Feststellung der Sicherheit von Impfungen sind extrem gering und beschränken sich meist auf Reaktionen an der Einstichstelle und das Messen von Fieber.
Das Meldewesen von möglichen UAWs (unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen) ist intransparent und wird von den Ärzten kaum genützt, etc.

Sie verstehen also meine Abneigung gegen Informationen, welche so tun, als gäbe es bei Impfungen vollständig gesicherte Grundlagen.
Derzeit sind wir aber leider noch immer weitgehend in einem Stadium, in welchem wir mehr auf "Glauben" als auf "Wissen" bauen. 
Insofern sind auch meine Anmerkungen wohl nicht sehr hilfreich. Denn ich kann nur generelle Skepsis ausdrücken und hoffen, dass sich der Impfbereich demnächst angleicht an andere Bereiche der Wissenschaft mit deutlich besserer Transparenz und Qualität bei der Datenlage.
In diesem Sinne herzliche Grüße
Bert Ehgartner
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Ich bin gespannt, ob meine Empfehlung, nicht alle Impfungen über einen Kamm zu scheren und auch mal den Mut zu haben, auf Evidenz-Lücken hinzuweisen, auf die Neufassung der Impfempfehlungen Auswirkungen hat.
Noch schöner wäre es, wenn damit begonnen würde, die Wissenslücken zur Sicherheit bzw. Unsicherheit der Impfungen zu schließen. Derzeit ist es ja bei den meisten Impfungen nicht möglich, Vor- und Nachteile halbwegs objektiv abzuwägen.

Schön jedenfalls, dass ein Dialog beginnt.

Freitag, 8. Januar 2010

Untröstliches Weinen nach Sechsfachimpfung

Eine Mutter schreibt, dass sie bei ihrem Baby nach der ersten Sechsfachimpfung folgendes erlebte:
Danach hat sie 2 Wochen lang sehr viel geweint und hatte ca 2 Monate eine Störung mit ihrem linken Arm.
Daraus zog sie gemeinsam mit ihrem Mann, diesen Schluss:
Deshalb haben wir nicht weitergeimpft, zu große Angst vor weiteren Nebenwirkungen.
Ich halte das für eine mutige und verantwortungsvolle Entscheidung - auch wenn das von vielen Impfexperten wahrscheinlich genau gegenteilig beurteilt wird, so in dem Sinne: "Was ist schon ein bisschen Wehweh gegen eine echte teuflische Diphtherie??"

Ich halte das "bisschen wehweh" hingegen für wesentlich bedeutsamer. Denn das untröstliche Kind mit der dauerhaften Störung im Arm - das ist REAL. Dieses Ereignis hat konkret stattgefunden.
Das Risiko ungeimpft an einer Diphtherie oder Polio oder Tetanus, etc. zu erkranken und einen dauerhaften Schaden zu erleiden, das hingegen ist ein theoretisches Risiko, wo niemand so genau weiß, wie groß - oder besser gesagt - wie klein dieses Risiko ist:
  • Eins zu einer Million?
  • Eins zu einer Milliarde?
Es weiß - zumindest bei diesen Uralt-Impfungen - auch niemand, wie sich das Risiko in den letzten 50 bis 70 Jahren, seit es diese Impfungen gibt, verändert hat. Man weiß ja nicht mal, wie hoch der Schutz ist, den diese Impfungen bieten - hier wird nur der Antikörper-Titer geprüft, und dieser Wert ist - wie sich oft schon gezeigt hat - ein sehr unzuverlässiger Parameter für den tatsächlichen Schutz im Ernstfall.

Wir haben also weder gesicherten Daten zum Risiko der Krankheit noch zur Wirksamkeit der Impfung.
Die Wichtigkeit und die Bedeutung der Impfung beruht vor allem auf Indizien aus ferner Vergangenheit, die heute nicht mehr nachprüfbar sind, bzw. wo niemand daran denkt, das ernsthaft wissenschaftlich zu prüfen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die erwähnten Krankheits-Gespenster längst von den verbesserten Sozial- und Hygienestandards verdrängt wurden, ist jedenfalls groß. (So wie auch Typhus, Cholera, TBC, etc. ohne Impfung verschwunden sind.) Bei Diphtherie, Tetanus und Polio haben wir das bloß noch nicht gemerkt und impfen auf ewig weiter.

Das was ich hier schreibe, ist meine persönliche Einschätzung und meine Meinung, die ich mir auf Basis vieler Indizien gebildet habe. Beweise habe ich nicht. Vielleicht irre ich mich ja - und z.B. die Tetanus-Impfung ist tatsächlich eine sehr notwendige und hilfreiche Maßnahme.

Dann sollte es aber auch ab und zu eine Untersuchung dazu geben, die das zeigt. So wie es aussieht, wird die Pflicht, eine medizinische Intervention an der gesunden Gesamtbevölkerung von Zeit zu Zeit auf ihren Nutzen und Schaden zu prüfen und an die veränderten Gegebenheiten anzupassen, aber gar nicht wahr genommen. Das wird von niemandem geprüft.
Und die Babys werden auf ewige Zeiten so weitergeimpft, mit dem Argument, dass ja z.B. der Tetanus-Erreger überall im Schmutz zu finden ist.
Das mag schon sein, aber:

  • dieser Erreger hat keine Chance, das Tetanus-Gift zu produzieren, wenn die Wunde - zumindest halbwegs gut - versorgt wird
  • in den extrem seltenen Fällen, wo dennoch ein Wundstarrkrampf auftritt, kann das heute medizinisch versorgt und folgenlos ausgeheilt werden

Gute Information über Wundbehandlung bei Kindern - sowie Informationen über das frühzeitige Erkennen von Wundstarrkrampf-Symptomen - wären also eine denkbare Alternative zur Impfung.
Speziell für jene Kinder, welche die Impfung nicht vertragen und für die eine Impfung ein konkretes Gesundheitsrisiko darstellt.

Denn eines sei den Leuten schon gesagt, die in solchen Fällen nach dem Motto "wird schon nichts passieren…" kritiklos zum Weiterimpfen raten:

  • Es gibt eine ganze Reihe von Hinweisen, dass unstillbares Schreien sehr wohl ein Symptom für interne Entzündungsprozesse im Zentralnervensystem sein könnten, die sich im späteren Leben als bleibende Gesundheitsstörungen manifestieren.
  • Es gibt weder von Seiten der Impfstoff-Hersteller, noch von Seiten der Impfexperten, noch der Behörden bislang irgendwelche ernst zu nehmende Arbeiten, welche diesen Zusammenhang untersuchen und den Verdacht entkräften. Das ist eine extrem verantwortungslose Vorgehensweise, die ich seit langem kritisiere! Über Stunden anhaltendes untröstliches Schreien ist eine der häufigsten ernsthaften Impf-Nebenwirkungen. Dies einfach als "vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle" abzutun, ist ein bewusstes Negieren möglicher unerwünschter Impffolgen - ein fahrlässiges Missachten der Alarmsymptome bei hilflosen Babys.
  • Es gibt auch eine ganze Reihe von Hinweisen, dass Aluminiumsalze - das sind die in etwa zwei Drittel der Impfstoffe enthaltenen Wirkverstärker - äußerst problematische Folgen haben können: Manche Menschen haben eine (geerbte?) Ausscheidungsschwäche für Metalle und es gelingt nicht das toxische Aluminium über Nieren oder Darm los zu werden. Bei anderen - aus irgendwelchen unbekannten Gründen - empfänglichen Personen können Aluminiumsalze die Reaktionsweise des Immunsystems dauerhaft stören - so dass daraus eine chronische Allergie oder Autoimmunkrankheit entsteht. 
  • Auch hier ist die Forschung noch ganz am Anfang. Eine ernsthafte vorurteilslose Untersuchung wird von der wissenschaftlichen Community eher hintertrieben als gefördert. Ursache dafür ist die Befürchtung, dass etwaige Ergebnisse dem "Impfgedanken" schaden könnten.

Aus allen diesen Gründen gratulierte ich diesen Eltern zu ihrem verantwortungsvollen Entschluss mit dem sie auch Zivilcourage bewiesen und - entgegen den Ratschlägen mancher Kinderärzte - die Sicherheit und Gesundheit Ihres Kindes an die erste Stelle setzten.

Mehrfach hatte ich schon mit Impfschäden zu tun, wo es ganz anders ablief. Und wo man sich - in den Gerichtsakten - durch eine monate- und jahrelange Katastrophengeschichte liest und dabei aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt, warum die Eltern nicht und nicht aufgehört haben zu impfen, obwohl es offensichtlich war, dass Ihr Kind die Impfungen nicht verträgt. Wo sogar nach lebensgefährlichen Episoden - auf Anraten der Impfärzte - immer weiter gemacht wurde mit der nächsten Impfung, damit die - ach so lebenswichtige - Grundimmunisierung abgeschlossen werden kann. Es wurde immer schlimmer - mit jeder neuen Impfung, Impfärzte und Eltern liefen sehenden Auges in die Katastrophe. Doch Schema ist Schema - und das muss durchgezogen werden - manchmal bis zur vollständigen lebenslangen Behinderung...

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Samstag, 12. Dezember 2009

Stiftung Kindergesundheit fürchtet um die Impfmoral

In einer Aussendung an Journalisten zeigt sich die "Stiftung Kindergesundheit" äußerst besorgt, dass die kontroverse Diskussion um Sinn und Nutzen der Schweinegrippe-Impfung den Kinderimpfungen insgesamt einen schweren Imageschaden zugefügt haben könnte.
Darin heißt es zur Einleitung:
„Impfgegner können sich zurzeit genüsslich zurücklehnen, denn die einander widersprechenden ‚Experten’ haben ihre Rolle übernommen!“ sagt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit nicht ohne Verbitterung. „Harmlose Lokalreaktionen nach einer Impfung gegen die neue Grippe wurden von den Medien leichtfertig zu schweren Nebenwirkungen hochgejubelt, bewährte Bestandteile von Impfstoffen zu gefährlichen Chemikalien befördert. Es ist zu befürchten, dass manche solchermaßen verunsicherte Eltern die haltlosen Befürchtungen auch auf die bewährten und sicheren Kinderimpfungen übertragen. Damit würden sie jedoch die Gesundheit ihres Kindes aufs Spiel setzen“, so der Münchner Kinder- und Jugendarzt, Stoffwechselspezialist der Universitäts-Kinderklinik München.
Die Stiftung Kindergesundheit gibt an, dass sie sich als unabhängige Organisation für die Interessen der Kindergesundheit einsetzt. Doch ist sie tatsächlich unabhängig?
Wenn sich eine "Stiftung Kindergesundheit" für ihre Aktivitäten von der Pharmaindustrie regelmäßig in großem Umfang finanziell unterstützen lässt (z.B. hier), dann auch noch mit Pharmapreisen auszeichnen lässt (z.B. hier), was macht dann eigentlich noch den Unterschied aus zwischen dieser "Stiftung" und einer Firma, die ganz einfach "Pharma PR" macht?

Der Vorsitzende dieser Stiftung, Berthold Koletzko ist zudem einer der am besten mit der Industrie verbandelten Mediziner Deutschlands. Seine "Conflict of Interest"-Erklärung liest sich recht eindrucksvoll:
Berthold Koletzko and his research group have been involved in scientific collaborations with Abbott, Ardeypharm, Baxter, B. Braun, Biovitrum, Bristol Myers Squibb Foundation, Cognis, Dairy Goat Cooperative, Danone, Fresenius-Kabi, Fronterra, JHeimbach LLC, Hipp, Martek, Merck Selbstmedikation, Nestlé, Orafti, Ordesa, Pharmaton, Unilever, Vifor, and Wyeth

Im folgenden werden in dieser Information an Journalisten eine Reihe von Einwänden gegenüber Impfungen aufgezählt und dann knallhart widerlegt.
In Punkt 1 des insgesamt 13 Punkte umfassenden Papiers heißt es unter anderem:
Tetanus-Erreger befinden sich im Erdboden auf der ganzen Welt und sind nicht zu bekämpfen. Nach wie vor erkranken Kinder in Deutschland an dieser lebensbedrohlichen Infektion. Eine Immunität gegen sie ist nur durch die Impfung zu erreichen.
Hier wird eine Gefahr hoch gespielt, die bei Kindern gar nicht in diesem Ausmaß existiert. Aber es ist eben eine sehr gut eingeführte, weit verbreitete Furcht, dass ohne Impfung viele Kinder an Tetanus erkranken würden. Und diese Furcht wird gehätschelt und gepflegt.
Wenn es möglich wäre, das mal tatsächlich zu prüfen, würden viele Impfbefürworter wahrscheinlich ihr blaues Wunder erleben.
In Wahrheit ist Tetanus nahezu ausschließlich für ältere Menschen gefährlich, wenn sie z.B. schlecht heilende Wunden haben. Bei gut versorgten und gereinigten Wunden von Kindern kommt Tetanus praktisch nicht vor. Beschriebene Fälle sind hier in der gesamten Medizinliteratur extrem selten. Mir ist hierzu eine Untersuchung aus den USA in Erinnerung, wo innerhalb von 20 Jahren 14 Fälle von Tetanus bei Kindern und Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren beschrieben wurden. Alle 14 Kinder (einige davon auch geimpft) wurden rechtzeitig behandelt und haben überlebt. In Deutschland ist seit mehr als 20 Jahren kein Kind mehr an Tetanus gestorben - und das bei hunderttausenden Ungeimpften.
Ich warte zudem schon lange auf eine Arbeit, die zeigt, wie gut die Impfung bei älteren Menschen wirkt und ob sie auch tatsächlich in der Lage ist, Tetanus zu verhindern. Bei chronisch kranken älteren Personen besteht ja tatsächlich ein kleines aber doch vorhandenes Risiko. Und hier wird den Risikogruppen auch konkret zur Auffrischung der Tetanus-Impfung geraten.
Gefunden habe ich bislang keine Arbeit dazu. Lediglich Hinweise, dass besonders gefährdete Personen (z.B. Diabetiker) einen deutlich schlechteren Immunstatus aufbauen wie gesunde Gleichaltrige.

Weiter im Text:
Auch Diphtherie-Erreger sind noch vorhanden. Sie können von Urlaubsheimkehrern, Geschäftsreisenden oder Einwanderern tagtäglich eingeschleppt werden und sich ausbreiten.
Auch das ist eine "Urban Legend". In ganz Mitteleuropa ist bei einem Großteil der Erwachsenen kein Diphtherie-Schutz mehr vorhanden.
Und ist deshalb in dieser Altersgruppe jemals eine Epidemie ausgebrochen? Null. Nicht mal als zu Beginn der 90er Jahre in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine große Diphtherie-Epidemie wütete, ist irgendwas zu uns rüber geschwappt.
Diphtherie scheint eine Krankheit zu sein, die Krieg und Elend folgt.

 Weiters heißt es:
Fälle von Kinderlähmung (Polio) sind vor einiger Zeit im Urlaubsgebiet der Dominikanischen Republik, … registriert worden
Dieses Beispiel zeigt besonders gut, wie tendenziös hier informiert wird. Dass die damaligen Polio-Ausbrüche in der Dom-Rep und Haiti nämlich in Wahrheit von der Polio-Impfung ausgegangen sind – wie auch bei anderen Ausbrüchen zuvor und danach  z.B. in Nigeria, China, oder Madagaskar – wird glatt unterschlagen.
Bei dieser Lebendimpfung bestand immer die Gefahr, dass Geimpfte oder deren Umgebung selbst an Polio erkrankten, weil die Viren nicht gut genug abgeschwächt waren oder in eine virulente Form "zurückmutierten". Das war auch der Hauptgrund, warum die (gut wirksame) Lebendimpfung vor einigen Jahren durch die jetzige (weniger gut wirksame) Polio-Totimpfung ersetzt wurde.
Damit hier keine Missverständnisse entstehen: Ich bin kein Gegner der Polioimpfung. Ich denke, dass sie große Verdienste hatte. Meine älteren Kinder drei Kinder bekamen alle noch die Polio-Lebendimpfung.
Was mich ärgert ist unredliche Information, wo mit falschen Behauptungen Propaganda gemacht wird.

Und schließlich wird noch mal der berühmte Diphtherie-Ausbruch im Osten bemüht:
…oder der explosionsartige Anstieg der Diphtherie in der ehemaligen Sowjetunion zeigen, dass eine Vernachlässigung von Schutzimpfungen ernsthafte Konsequenzen haben kann.
Hier wird unterschlagen, dass die Kinder in diesen Ländern nach mitteleuropäischen Maßstäben nicht weniger geimpft, sondern sogar überimpft waren.
In der Ukraine, einem der von der Epidemie am meisten betroffenen Länder, wurden Kinder sogar sechs Mal gegen Diphtherie geimpft. Unter den Diphtherie-kranken Kindern waren dort ca. 80% ordnungsgemäß geimpft. Die Wirksamkeit der Impfung wurde heftig bezweifelt.

Das war natürlich peinlich und so wurde der Ausbruch gründlich untersucht. Mit dem Ergebnis, dass z.B. die US-Behörde CDC verlautbarte, dass mit der Sowjetunion damals auch die Impfmoral zusammengebrochen sei. In der Bevölkerung habe sich eine enorme Impfskepsis verbreitet, zudem wurden neuartige russische Impfstoffe verwendet, die eine so niedrige dosierte Diphtherie-Komponente enthielten, dass die Impfung wohl deshalb nicht so gut wirkte.

Kurioserweise ist es ebenfalls die CDC, welche ihre eigenen Angaben widerlegt. Und zwar in einer Studie, die vor Ort in der Ukraine in Kooperation mit dem dortigen Gesundheitsministerium durchgeführt wurde.
Die Studienautoren testeten die vor Ausbruch der Epidemie verwendeten Impfstoffe. Sie gingen auch dem Verdacht nach, dass die sowjetische Impfstoffe für den Ausbruch verantwortlich sein könnten, die einen reduzierten Antigen-Gehalt hatten. Sie fanden jedoch, dass diese niedrigpotenten Impfstoffe nur von weniger als 5% verwendet wurden. Die anderen Impfstoffe erzielten hingegen exzellente Antikörper-Titer. Die Durchimpfungsrate war vergleichbar jener der USA.
Das kann also demnach keine Mitschuld haben, dass die Epidemie ausgerechnet in der Ukraine so gewütet hat.
Die Autoren tippen darauf, dass es am schlechten Immunitätsstatus der Erwachsenen lag.
The VE after three doses of any diphtheria
vaccine in children <15 years of age
was 98.2%, increasing to 99.7% and 99.9% with four and five
or more doses, respectively. These VE results are only slightly
lower than the 100% immunogenicity (defined as >0.01 IU)
after three doses in clinical trials [27]
While our sample size was inadequate to evaluate the VE of
the reduced-potency AKDS-m alone, it was reassuring that
only 5% of the cases and controls had received this vaccine,
suggesting that this was not a major contribution to lower
immunity in Ukraine. The vaccine coverage by age group
among the controls in our VE case-control study also provided
the first independent assessment of up-to-date vaccination
status of Ukrainian children. Before the outbreak, coverage
with three or more doses of diphtheria vaccine exceeded 80%
by 2 years of age and 85% by 3 years of age for almost all age
cohorts, compared with 83% by 2 years of age in 1992 in the
United States [32]. These results suggest that while efforts to
improve the 68% coverage with receipt of three doses by 1 year
of age are definitely worthwhile, low childhood vaccine coverage per se was unlikely to be a major cause of the outbreak.
Our findings also provided for the first time strong scientific evidence against alternative causes (e.g., toxin mutation and radiation exposure from Chernobyl), which were prevalent considerations early in the confusion of the outbreak [33]: This finding allowed for resources to be directed toward the main culprit—inadequate adult immunity [34].
Schließlich wundern sich die Autoren noch, warum die Diphtherie hier im Osten so wütete, während in anderen Ländern mit ähnlich miesem Immunstatus bei den Erwachsenen - trotz einiger eingeschleppter Diphtherie-Fälle von Reisenden - keine Epidemie folgte.
Sie tippen darauf, dass es mit dem kurz zurückliegenden Afghanistan Krieg zu tun haben könnte. In den Kasernen der heimkehrenden Soldaten waren auch die ersten Krankheitsfälle beobachtet worden:
 While the causes of this outbreak are likely to be multifactorial
[13, 34, 35], it is interesting that other countries
with long-standing routine childhood immunization programs
against diphtheria and poor compliance with adult booster
policies (and therefore poor adult immunity levels) have not
had similar resurgences despite periodic introductions of diphtheria [4, 34]. During World War II, large diphtheria outbreaks occurred in several countries on both sides upon return of large numbers of soldiers from tropical settings (e.g., North Africa and the South Pacific); the cutaneous diphtheria they had contracted transformed to respiratory diphtheria upon return to the more temperate climates [36, 37]. Diphtheria incidence increased sharply in Afghanistan after invasion by the former Soviet Union in 1979. Soviet troops were withdrawn in 1989, and the NIS outbreak was first detected among the military in various locations around this time [13]. Perhaps molecular epidemiology may one day provide insight on whether this was more than a coincidence [38].
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So, jetzt reichts, ich höre bei Punkt 1 des Pamphlets der "unabhängigen" Stiftung Kindergesundheit gleich wieder auf. Sonst wird das hier ein Monsterposting.
Dass diese Art Impfpropaganda den Karren des "Impfgedankens", der während der Schweinegrippe-Impfung scheinbar in den Dreck gefahren wurde, wieder herausziehen kann, bezweifle ich aber stark.