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Montag, 25. August 2025

'LEBENDIG ODER TOT - DAS IMPF PARADOX' - 'DEAD OR ALIVE - THE VACCINE PARADOX'

Mein neuer Film ist fertig. Er ist derzeit auf Tour zu verschiedenen Film-Festivals. Gleich beim ersten Antreten in Berlin hat er einen Award gewonnen. Wir zeigen den Film aber auch bei privat organisierten Veranstaltungen. (siehe: Veranstaltungskalender). Wer Interesse hat, so etwas zu organisieren, kann sich gerne an mich wenden. Kontakt Details gibt es auf meiner Homepage

My new film is finished. It is currently touring various film festivals. It won an award right at its first screening in Berlin. We are also showing the film at privately organized events. If you are interested in organizing such an event, please feel free to contact me.

Hier ist der deutsche Trailer:


and here the international trailer:


Der Film erzählt die Geschichte des dänischen Anthropologen Peter Aaby, der in den 1970er Jahren beauftragt wurde, die Ursachen für die hohe Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern zu untersuchen. Zu der Zeit geht jeder davon aus, dass Mangelernährung und Hunger für das große Sterben verantwortlich sind. Aaby reist mit einem interdisziplinären Team nach Guinea-Bissau in Westafrika, einem der ärmsten Länder der Welt. Nach sechs Monaten kündigt die Ernährungswissenschaftlerin, weil sie bisher noch kein einziges hungriges oder unterernährtes Kind gesehen hat. 

Peter Aaby gründete das Bandim Health Project, Christine Benn ist die aktuelle Leiterin

Das Masern-Rätsel

Als eine Masernwelle durchzieht, sterben zahlreiche Kinder. Auffällig sind die Cluster von Todesfällen in bestimmten Häusern. Peter untersucht das Phänomen, geht von Haus zu Haus. Die Schlafräume sind meist übervoll. Zehn und mehr Personen schlafen in einem schlecht durchlüfteten Raum. Peter befragt die Mütter wie die Infektion konkret abgelaufen ist. Dabei stellt sich heraus, dass die Kinder, die zuerst erkrankt sind, meist überleben. Doch Geschwisterkinder, die mit ihnen in der Hängematte oder im dicht besetzten Schlafzimmer liegen, starben. Peter sieht das als Hinweis, dass es von der initialen Virendosis abhängen könnte, ob die Kinder die Krankheit überleben. Denn jene Kinder, die sich beim Spiel, oder in der Schule infizieren, bekommen nur eine geringe Menge an Viren ab. Wenn sie die ganze Nacht von ihren fiebrigen Geschwistern angehustet werden, ist die Virenmenge hingegen wesentlich höher. 

An der Universität präsentiert Peter seine These, dass die hohe Kindersterblichkeit nicht durch Unterernährung verursacht wird, sondern von den überfüllten Schlafzimmern und der Menge an Viren, welchen die Kinder ausgesetzt sind. Ein Experte wird eingeladen, um das zu prüfen. Es handelt sich um den allseits bekannten Professor Erlang Norrby vom schwedischen Nobelpreiskomitee. Und er ist nicht begeistert von diesem jungen Wissenschaftler, der es wagt, die bestehende Lehrmeinung in Frage zu stellen. "Das ist der größte Schwachsinn, den ich jemals gehört habe", sagt er vor der versammelten Kommission zu Peter: „Ich werde alles tun, um Sie zu stoppen!“
Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Peter Aaby mit solchen Drohungen konfrontiert wurde. Aber Peter kann seine These mit Daten unterstützen und behält trotz der Angriffe des berühmten Professors das Vertrauen seiner Universität. Mit einer gewissen angeborenen Hartnäckigkeit kann er seine Suche nach Wahrheit  – jenseits bestehender Vorurteile – fortsetzen.

Nachhaltige Gesundheit

1978 gründet Peter Aaby mit schwedischen und dänischen Forschungsgeldern das Bandim Health Project. Es befasst sich mit bevölkerungsbezogener Gesundheitsforschung in einem der ärmsten Länder der Welt, Guinea-Bissau in Westafrika. Kernstück  ist ein System zur Überwachung der Gesundheit von Müttern und ihren Kindern, das mehr als 200.000 Menschen in städtischen und ländlichen Gebieten Guinea-Bissaus umfasst. Wenn eine Frau schwanger ist, so wird über sie eine Gesundheits-Akte angelegt und sie wird alle drei Monate von einem Mitarbeiter besucht, bis das Kind 2 Jahre alt ist. Dabei ergibt sich ein enges Vertrauensverhältnis. Die Field Worker des Bandim Health Projects sind gut ausgebildet und rundum bekannt. Mittlerweile arbeiten rund 170 lokale Ärzte, Krankenschwestern und Forschungsassistenten an dem Projekt. Damit ist es einer der größten Arbeitgeber der Hauptstadt.
Jedes Haus hat eine Forschungsnummer an der Wand. Wenn Peter und seine Mitarbeiter auf ihren Rundgängen die Mütter besuchen, ihre Babys wiegen und die Daten eintragen, treffen sie auf deren Großmütter, die ebenfalls bereits an Aabys Studien teilgenommen haben. Insgesamt sind die Gesundheitsdaten von einer halben Million Frauen und Kindern aus mehreren Jahrzehnten erfasst. Das ermöglicht Studien, die weit über die Möglichkeiten 'normaler Wissenschaft' hinaus gehen.


Peter Aabys Hauptthema werden die Kinder-Impfungen.
Zuerst ist er enthusiastisch - dann zunehmend entsetzt

Immunboost durch Kontakt mit lebenden Keimen

Aabys Forschungsansatz ist stets offen für Unerwartetes. Am wichtigsten sind die Daten, die er und sein Team vor Ort sammeln – und nicht das Lehrbuchwissen, das sie von ihren Heimatuniversitäten mitgebracht haben. Sie sind immer bereit, die vorherrschenden Paradigmen in Frage zu stellen.
Und so gewinnen sie mit ihrem unvoreingenommenen Blick immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Das betrifft auch die mit der Zeit immer zahlreicher werdenden Impfungen.
Aabys Ansatz unterscheidet sich fundamental von jenem der 'Vaccinology', wie es in den Industrieländern betrieben wird. Hier geht es nicht um Antikörper-Spiegel oder sonstige immunologische Messwerte, sondern um einen relativ simplen, aber wichtigen Aspekt: nämlich die Frage, ob die Kinder beim nächsten Besuchstermin in drei oder sechs Monaten noch leben oder nicht. 

In den Studienresultaten zeigt sich, dass Impfungen einen enormen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder haben. Zuerst fällt das bei Masern auf. In einem Entwicklungsland mit hoher Kindersterblichkeit führt die Krankheit viele Kinder in eine lebensgefährliche Krise. Peter erlebt eine katastrophale Masernwelle mit zahlreichen Todesfällen und organisiert daraufhin eine Kampagne zur Masernimpfung. Damit sinkt die Kindersterblichkeit von einem Jahr zum nächsten enorm. 
Doch es zeigt sich, dass dieser Effekt nicht allein auf den Schutz vor Masern beschränkt ist. Denn die Masernimpfung verringert die Kindersterblichkeit auch in Jahren, wo gar keine Masern durchziehen. Und das ist insofern bedeutsam, als die meisten der Kinder nicht an Masern, sondern an den berüchtigten Tropenkrankheiten Malaria, Durchfall und Lungenentzündung sterben. Und hier fällt Aaby zum ersten Mal dieses bisher unbekannte Phänomen auf: Der Kontakt mit den Masernviren und die sich daraus ergebende Immunreaktion lehrt das Immunsystem offenbar eine wichtige Lektion, die es später auch beim Kampf gegen Malaria & Co. gut einsetzen kann. Die Kinder kommen besser durch die gefährliche Regenzeit.
Dasselbe gilt für Kinder, die Masern natürlich durchgemacht haben. Auch sie haben anschließend ein geringeres Sterberisiko als Kinder, die nie Kontakt mit den Masernviren hatten. Was genau diesen Effekt ausmacht, ist bislang nicht bekannt. Doch das Immunsystem lernt etwas Entscheidendes und wird kompetenter. 

Ist das überhaupt noch eine Impfung?

Die paradoxe Wirkung von BCG 
Kurios ist der Effekt der BCG Impfung (Bacillus Calmette-Guérin). Sie wurde vor 100 Jahren von den franzöischen Forschern Albert Calmette und Camille Guérin entwickelt und enthält lebende aber abgeschwächte Rindertuberkulosebakterien. Ihr Schutz vor Tuberkulose ist mangelhaft, wie eine große Studie in Indien zeigte. Deshalb wurde die Impfung in Europa meist schon in den 80er Jahren eingestellt. In Entwicklungsländern wird jedoch weiter geimpft. 
In der Auswertung der indischen Studie zeigten sich bei Erwachsenen überraschende Nebenwirkungen.  Leprakranke reagierten nämlich oft mit einer Rückbildung der Symptome. Viele wurden sogar geheilt. Damit war das Interesse der Forscher geweckt. Und siehe da: auch bei Krebs kann BCG erfolgreich eingesetzt werden. Bei Blasenkrebs steht es mittlerweile sogar als offizielles Therapeutikum in den Lehrbüchern.
Und auch in den Studien des Bandim Health Projects zeigt sich ein signifikant positiver Effekt auf das Überleben der Kinder. 


Peter Aaby prägt den Begriff der 'unspezifischen Effekte' von Impfungen. Anders als der spezifische Effekt der Impfung - nämlich der Schutz vor der Zielkrankheit - sind die unspezifischen Effekte deutlich schwerer zu erkennen. Das Immunsystem lernt immunologisch eine bedeutende Lektion, die es im günstigen Fall ein ganzes Leben lang nicht vergisst. Es wird dadurch kompetenter in der Krankheitsabwehr - aber wahrscheinlich auch bei den sonstigen Aufgaben - etwa der lebenslangen Abwehr von Krebs und anderen Fehlregulationen auf Zellebene. 
Und bei BCG ist die Frage, ob man das überhaupt noch als Impfung bezeichnen kann. Denn hier steht - nachdem die Impfung ja kaum eine spezifische Wirkung hat - der unspezifische Effekt eindeutig im Vordergrund. 

Lehren aus dem Bürgerkrieg

Unspezifische Effekte können jedoch auch in die Gegenrichtung ausschlagen und das Immunsystem schwächen. Dies bemerkt Aaby während des Bürgerkriegs, der 1998 in Guinea-Bissau ausbricht. Während die NGOs, die Mitarbeiter der WHO und damit auch alle Impfteams das Land verlassen, bleibt Peter im Land. Er passt während der Kriegswirren auf das Eigentum des Bandim Health Projekts und speziell die wertvollen Daten in den Archiven auf. "Das größte Problem waren die betrunkenen Soldaten, die plündernd herum zogen", sagt er. "Da ist es von Vorteil, wenn man ein alter Mann ist, der den jungen Burschen sagen kann, sie sollen die Klappe halten und abhauen."

Als die Kriegshandlungen schwächer wurden, beginnt Peter mit Hilfe der einheimischen Field-Worker wieder mit der Erfassung der Daten. Und hier bemerkt er in einer Studie, die bereits vor dem Krieg begonnen worden ist, einen entscheidenden Unterschied. Ein Teil der Kinder hatte die Lebendimpfung gegen Masern erhalten, ein anderer Teil die Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP). Diese Impfung enthält keine lebenden Bakterien, sondern Proteine, die mit Hilfe von Formaldehyd abgetötet worden sind. Damit das Immunsystem auf diese Totimpfung überhaupt reagiert braucht es sogenannte Adjuvantien, Wirkverstärker, die Entzündungen auslösen. Meist werden für diese Aufgabe Aluminiumverbindungen verwendet. 
Und Peter bemerkt nun in den Daten, dass die Kinder, die vor dem Bürgerkrieg noch die DTP Impfung erhalten haben, ein signifikant höheres Sterberisiko haben als Kinder, die diese Impfung nicht mehr bekommen haben, weil die Impfteams bereits weg waren. Bei dieser Kontrollgruppe hat sich das Sterberisiko sogar verringert. Und das mitten im Krieg. 
Ende 2000 erscheint dann die bisher größte Studie zu den unspezifischen Effekten der Impfungen und sorgt für enormes Aufsehen. Denn sie belegt, dass Kinder nach einer Tot-Impfung ein fast doppelt so hohes Sterberisiko haben. Das betrifft besonders die Mädchen. 
Nach einer Lebendimpfung hingegen halbiert sich das Risiko der Kinder, an einer der typischen Tropenkrankheiten zu sterben. 

Ein Effekt, der bisher nie mit den voran gegangenen Impfungen in Zusammenhang gebracht und von der Wissenschaft bislang völlig übersehen wurde. "Heute denke ich, dass die unspezifischen Effekte der Impfungen sogar wichtiger sind, als ihre spezifischen", sagt Peter Aaby. „Impfungen machen etwas im Organismus, das bisher völlig übersehen worden ist." 

Negative Auswirkungen - auch in Europa und den USA

Peter Aaby und Christine Stabell Benn, seine Nachfolgerin als Leiterin des Bandim Health Project, wollen durchsetzen, dass die WHO auf diese Erkenntnisse Rücksicht nimmt. Etwa durch eigene Impfpläne für Mädchen. Oder durch eine Evaluierung, ob der Nutzen des spezifischen Effekts einer Impfung (z.B.: Schutz vor Tetanus) den Schaden durch den unspezifischen Effekt überhaupt aufwiegt. 
Doch alle Versuche, diese Fragen mit guten Studien zu klären wurden von der WHO bisher strikt abgelehnt. Ebenso der Versuch, die Impfpläne der Kinder zu optimieren und damit Leben zu retten. Alles scheiterte bisher am Widerstand der WHO und diverser Lobbys.

Die WHO befürchtet, dass der Ruf von Impfungen Schaden nehmen könnte, und sieht die Wissenschaftler des Bandim Health Projekts zunehmend als Störfaktoren im Impfwesen. 
Doch gegen alle Widerstände machen Peter und Christine weiter. 
Zuletzt erschien eine ganze Reihe von Studien, die zeigen, dass die unspezifischen Effekte der Impfungen auch bei uns in den Industrieländern eine wichtige Rolle spielen. So belegte eine dänische Arbeit, dass Kinder nach einer Tot-Impfung (z.B. Tetanus, Hepatitis B, Pneumokokken) ein signifikant höheres Risiko haben, wegen eines schweren Atemwegsinfekts im Krankenhaus zu landen. 

Auf der politischen Bühne haben Peter Aaby und Christine Benn zuletzt bedeutende Unterstützung erhalten. Der neue Gesundheitsminister Robert F. Kennedy kennt ihre Studien und zitiert sie oft in seinen Reden oder Postings. Kürzlich hat er der von der Gates Foundation im Jahr 2000 gegründeten globalen Impfallianz GAVI sogar eine Milliardenförderung gestrichen. Mit dem Hinweis, dass die GAVI zu wenig unternehme, um die Sicherheit ihrer Impfungen in Entwicklungländern zu gewährleisten. RFK bezog sich dabei konkret auf eine Studie des Bandim Health Projects. 
Das Verhältnis 'David gegen Goliath' kehrte sich damit erstmals um. 

Guter Festival Start

"DEAD OR ALIVE - THE VACCINE PARADOX" hat gleich beim ersten Antreten auf einem Festival im Juni 2025 einen Award gewonnen. Er wurde als "Best Health and Medicine Related Film" ausgezeichnet. 



Das nächste Festival, bei dem der Film eingeladen ist, ist das 'Sofia World Film Festival'. 
Wir zeigen den Film aber auch auf privat organisierten Veranstaltungen - oder in Extra-Veranstaltungen von unabhängigen Kinos. Bitte um Kontaktaufnahme - am besten per mail an Bert Ehgartner



PS: Wenn Ihnen dieser Blog interessant erscheint, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Arbeit unterstützen. Mit Ihrer Spende finanzieren Sie unbestechlichen Journalismus und Filmprojekte, die sonst niemand macht.






Montag, 16. März 2020

Corona-Pandemie: Der britische Umgang mit der Krise

Während weltweit Isolation verordnet und das öffentliche Leben weitgehend unterbunden wird, geht Großbritannien einen Sonderweg. Schulbetrieb und Geschäftsleben laufen großteils weiter wie bisher. Die wissenschaftliche Steuerungsgruppe der Corona-Krise rund um Chef-Berater Patrick Vallance nahm bisher Abstand von drastischen Beschränkungen. Vallance spricht sogar davon, dass die Verbreitung der Viren erwünscht sei, weil damit "eine gewisse Herdenimmunität" geschaffen wird. Dadurch würden viele Kinder und Erwachsene, die ohnedies nur leicht erkranken, immun. "Wir reduzieren damit das Übertragungsrisiko und schützen jene, die am stärksten gefährdet sind: ältere und chronisch kranke Menschen."

Patrick Vallance erklärt via BBC das britische Vorgehen 

Diese Taktik steht in krassem Gegensatz zu dem, was derzeit in Rest-Europa abläuft: In Italien und Spanien werden landesweite Ausgangssperren überlegt, das öffentliche Leben ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Deutschland schließt - wie viele andere europäische Länder - seine Grenzen. In Tirol sind mehrere Gemeinden isoliert worden, ganz Österreich hat die Schulen und die meisten Geschäfte geschlossen. Alle Europacup-Bewerbe im Fußball sind - wie alle anderen größeren Sport- und Kulturveranstaltungen – abgesagt. Wer nicht gerade im Supermarkt oder im Gesundheitswesen beschäftigt ist, so die allgemeinen Ratschläge, soll möglichst zu Hause bleiben und im Home-Office arbeiten. Spaziergänge - hieß es heute in den Früh-Nachrichten - seien zwar erlaubt, – aber nur kurz und in Gruppen von höchstens fünf Familienmitgliedern.
Soweit der Alltag derzeit in Europa in Zeiten der von der WHO deklarierten COVID-19-Pandemie.


Alles zum Schutz der Alten

Restriktionen und Quarantäne sind allgegenwärtig. Viele Berufsgruppen erleiden massive Einkommens-Verluste, das Wirtschaftssystem bricht ein. In den Seniorenheimen herrscht Besuchsverbot. Alleinerziehende Mütter und Väter haben enorme Schwierigkeiten, die Auflagen zu befolgen - zumal Großeltern als mögliche Aufsichtspersonen ausfallen. "Kinder dürfen keinesfalls zu den Großeltern gebracht werden", erklärte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. "Denn das sind die Personen, die wir bestmöglich schützen wollen."
Allen Kritikern der extremen Maßnahmen tönt es entgegen: "Was ist wenn es Deine Eltern trifft?" – Wer sich nicht an die Vorgaben hält, gefährdet deren Leben, heißt es. – Das erklärte Ziel all dieser Notfall-Pläne ist es, den rasanten Anstieg der Todesfälle bei älteren Menschen - wie er derzeit in Italien beobachtet wird - zu begrenzen. Doch gibt es tatsächlich nur diese eine Methode, die derzeit Europa lahm legt, um die Alten zu schützen?


Großbritanniens Sonderweg

Es ist keineswegs so, dass Großbritannien gar nichts macht. Die Expertengruppe um den Chief Medical Officer Chris Whitty, seine Stellvertreterin Jenny Harries, den Chief Scientific Adviser Sir Patrick Vallance und die Verhaltenspsychologin Susan Michie haben ein ganzes Paket an Verhaltensregeln veröffentlicht:
  • Personen mit Grippe-ähnlichen Symptomen und Fieber über 37,8 Grad oder dauerhaftem Husten sollen sich von anderen Menschen fern halten und sieben Tage zu Hause bleiben
  • Ältere und chronisch Kranke Menschen sollen Situationen meiden, wo man mit vielen Menschen in Kontakt kommt
  • Immer wieder zwischendurch für 20 Sekunden die Hände mit Seife waschen
  • Beim Niesen oder Husten ein Taschentuch verwenden
  • Fassen Sie sich möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht
Je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, wird auch überlegt, dass ältere und chronisch Kranke zu Hause bleiben und dort versorgt werden sollen. 
Der Mediziner Patrick Vallance, bis vor kurzem noch Forschungsdirektor beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline und nun oberster wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung, geht nicht davon aus, dass es sinnvoll ist, die Übertragung der Viren durch noch drastischere Maßnahmen zu unterbinden. "Quarantäne funktioniert nicht perfekt und außerdem kann man dies den Menschen nur über eine kurze Zeit zumuten." Deshalb, so Vallance, komme es auf das Timing an. Am wichtigsten sei es, zu vermeiden, dass viele Menschen gleichzeitig krank werden. Und dafür reichten die bisherigen Regeln aus.
Damit werde die Epidemie zwar etwas länger dauern, doch die Ressourcen des Gesundheitssystems würden nicht überfordert. Außerdem werde der kommende Frühling das seine tun, um die Erkältungsviren zurück zu drängen.
"Den Sombrero flach drücken", übersetzte Premier Boris Johnson den Briten diese Taktik, den Ausschlag der Epidemiekurve zu drosseln. Man werde in dieser Krise zwar "geliebte ältere Menschen vor der Zeit verlieren", sagte Johnson. Doch er vertraue darauf, dass sich der britische Weg als der nachhaltig bessere erweist.

Massive Kritik kam von allen Seiten. Rechtspopulist Nigel Farage warf ihm einen "Mangel an Führungsstärke" vor. Der ins Abseits gedrängte Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt zeigte sich besorgt, dass Großveranstaltungen nicht abgesagt wurden. Und mehr als 200 Wissenschaftler unterzeichneten einen Aufruf, dem Beispiel Europas zu folgen und schärfere Maßnahmen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung zu treffen.
"Es ist doch viel wahrscheinlicher, dass sich die Leute im eigenen Zimmer bei Familienmitgliedern anstecken als in einem großen Raum", konterte Vallance. Außerdem mache es einen enormen Unterschied, ob man sich - sozusagen im Vorbeigehen - eine Infektion mit einer geringen Virenlast einfängt - oder ob ein frisch Infizierter die ganze Nacht im Ehebett den Partner anhustet.
Dass die "initiale Virenlast" eine beträchtliche Rolle spielt und für schwere Verläufe ursächlich sein kann, ist tatsächlich infektiologisches Basiswissen.
Boris Johnson gab dem Druck im Lauf des Tages immer mehr nach. Großveranstaltungen über 500 Teilnehmern müssen jetzt auch in Großbritannien abgesagt werden. Und weitere Verhaltens-Anpassungen werden - ähnlich jenen in der EU - wohl bald folgen. 


Warum ist die Lage in Italien so eskaliert?

Gegen Ende Februar gingen die Fallzahlen in Italien massiv in die Höhe und lösten eine Lawine lebensgefährlicher Erkrankungen aus, wie das davor nur beim Ursprung der COVID-19 Epidemie in der chinesischen Stadt Wuhan beobachtet worden war. Wie ist das zu erklären?
Rasch kamen Spekulationen auf, dass es sich beim Ausbruch um einen Direktimport aus China handelte. In Oberitalien gibt es mehr als 1000 Textilbetriebe, welche unter chinesischen Arbeitsbedingungen bei Stundenlöhnen von wenigen Euro und dem verkaufs-fördernden Etikett "Made in Italy" schnelle Mode – "pronto moda" – erzeugen. Meist werden diese Betriebe von Chinesen geführt, die im Auftrag großen Modeketten – oder für die Wochenmärkte – arbeiten. Rund 60.000 Arbeiter logieren unter meist miserablen Bedingungen in Massenquartieren. Viele von ihnen sind Schwarzarbeiter und nicht versichert. Deshalb konnten sie auch schwer zum Arzt gehen.
Die Mehrzahl der Textilarbeiter stammt aus der 9-Millionen-Einwohner Stadt Wenzhou. Und das war die erste Metropole außerhalb der Krisen-Provinz Hubei, die ebenfalls wegen der Corona-Krise unter Quarantäne gestellt wurde. Das geschah Anfang Februar.
Rund um das Chinesische Neujahrsfest, das am 25. Januar gefeiert wurde, gibt es alljährlich eine große Reisetätigkeit - und dabei ist es durchaus möglich, dass über frisch infizierte Textilarbeiter größere Viren-Exporte nach Italien statt gefunden haben.
Das Magazin zack-zack.at erstellte eine Grafik, in der die Corona-Fälle mit dem Anteil der in der jeweiligen Provinz gemeldeten chinesischen Staatsbürgern korreliert wurden. Die Übereinstimmung ist recht eindrucksvoll.

Direktimport der Coronaviren aus China? (Quelle: zack-zack.at)
Tatsache ist, dass es in Italien niemals gelungen ist, den so genannten "Patient Null" zu finden. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass es bereits über mehrere Wochen zu einer unbemerkten Ausbreitung der Viren gekommen ist, die dann in einem plötzlichen Epidemie-Peak mündete. Annähernd gleichzeitig  wurden in manchen Regionen Dutzende schwer kranke Menschen in die Kliniken eingeliefert. Die Isolationsräume waren rasch belegt, Atemschutzmasken und sonstiges Krisen-Equipment gingen aus. In der Folge steckten sich zahlreiche Beschäftigte in den Kliniken an. Die Krise bringt bis heute das italienische Gesundheitssystem an die Grenzen der Belastbarkeit. Allein gestern, am Sonntag, dem 15. März wurden 368 neue Todesfälle gemeldet. Bereits heute mittag, rechnen die Experten, werde die Grenze von 2.000 Todesfällen überschritten. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt laut einer ersten Übersichtsstudie bei 81 Jahren. Bei vielen dieser Personen sei es allerdings nicht klar, erklärten italienische Mediziner, ob die Viren oder die sonstigen schweren Erkrankungen der Patienten ursächlich für das Ableben waren.

Mit der enormen Durchseuchung in regionalen Hot Spots unterscheidet sich die Situation in Italien jedoch stark von den meisten Ländern Europas, wo sich die Fälle viel gleichmäßiger verteilen. Damit ist es auch leichter, die kranken Menschen zu identifizieren und diese zu isolieren.


Enorme Infektionsrate in Wuhan

Aus Italien liegen noch keine konkreten Zahlen vor, wie hoch in den betroffenen Provinzen der Anteil der Infektionen in der Gesamt-Bevölkerung ist. Wenn sich auch hier eine Parallele zu China findet, so wäre das die lange gesuchte Erklärung für den ungewöhnlichen Sturm auf die Kliniken.
Aktuelle Untersuchungen der Situation in China fanden nun nämlich, dass in der Stadt Wuhan 19,1% der Bevölkerung mit den mutierten Viren infiziert waren. Damit kamen hunderttausende alte und chronisch kranke Menschen mit den Viren in Kontakt. Und auf Basis dieses massiven Eisberges ist auch erklärbar, warum deren katastrophale Spitze sichtbar wurde.
Nachdem nun die Gesamtzahl der Infekte in Wuhan bekannt ist, war es auch möglich, das Sterberisiko, das ursprünglich mit 4,2% angegeben worden war, neu zu berechnen. Und nun kommen die Wissenschaftler auf eine Rate von 0,04 bis 0,12%, das sich tatsächlich kaum noch vom Sterberisiko anderer grippaler Infekte unterscheidet.

Erste Daten aus Italien zeigen, dass in den Zentren der Infektion die Situation ähnlich sein könnte. Sergio Romagnani, Professor für Immunologie an der Universität Florenz, veröffentlichte Infektionsdaten aus dem schwer betroffenen Dorf Vo 'Euganeo, das seit Wochen unter Quarantäne steht. "Die überwiegende Mehrheit der mit Covid-19 infizierten Menschen, zwischen 50 und 75%, ist völlig asymptomatisch und stellt eine gewaltige Ansteckungsquelle dar", erklärte der Mediziner gegenüber La Repubblica.


Sind die enormen Beschränkungen des öffentlichen Lebens gerechtfertigt?

Wäre es also vernünftiger, dem entspannteren britischen Weg zu folgen und die Isolations-Maßnahmen auf den Schutz der konkreten Risikogruppen zu konzentrieren? Auf Basis unseres Wissens über die biologischen Hintergründe spricht einiges dafür.
Rationaler ist der britische Weg jedenfalls, als viele der Hysterie-fördernden Bonmots, die man rundum von diversen Experten hört. Beispielsweise die Aussage des Wiener Wissenschaftlers Josef Penninger, der generalisierend behauptet hatte, dass Coronaviren "30 mal tödlicher" seien als Influenzaviren. Um diese Zahlen zu fabrizieren, muss man jedoch die höchsten Sterberaten aus China oder Italien zugrunde legen und die Dunkelziffer der vielen leicht verlaufenen, nicht getesteten Infektionen unter den Tisch fallen lassen.
Ebenso drastisch klingt eine Aussendung des "Complexity Science Hub" (CSH) an der Universität Wien, das sich mit Modellrechnungen hochkomplexer Systeme beschäftigt. Ohne die Einführung der drastischen Maßnahmen der Regierung hätten sich die Erkrankungszahlen in Österreich alle 2,27 Tage verdoppelt, verlautbart CSH-Vorstand Stefan Thurner. Damit wäre die "exponentielle Ausbreitung" der Infektionswelle noch rascher vorangeschritten als in Italien (Verdoppelungszeit 3,4 Tage). Dass die epidemiologische Situation sich – wie oben erwähnt – von jener in Italien massiv unterscheidet, wird dabei allerdings nicht berücksichtigt.
Auch die konkreten Daten der CSH-Modellrechnung werden derzeit von der Aktualität überholt - und sehen aus der Perspektive der Gegenwart weniger gut aus. So heißt es beispielsweise, dass in Tirol bereits am 16. 3. die Kapazitätsgrenze bei den Intensivbetten erreicht sein wird. Auf ORF-Tirol liest man – am Nachmittag des 16. 3. – hingegen folgendes: "Nur ein Bett auf der Innsbrucker Intensivstation ist derzeit mit einem Corona-Infizierten belegt – dieser soll aber bald auf ein „Normalbett“ verlegt werden."

Wissenschaftler der Universität Wien modellierten den Ernstfall - mit und ohne Massnahmen

Rund herum überbieten sich Experten mit ähnlich fundierten Warnungen und treiben damit die Politik zu immer radikaleren Maßnahmen. Möglicherweise haben diese Wortmeldungen aber auch bloß damit zu tun, dass es nun um die Verteilung von Fördergeldern für Impfstoffe, Medikamente und sonstige Expertisen geht. Und meist bekommen jene Experten, die am lautesten schreien, das größte Stück vom Kuchen.

PS: Das Sterberisiko in der Bevölkerung ist generell im Winter höher als in den wärmeren Monaten. Die aktuellen Daten für Europa (Stand vom 8. 3. 2020) zeigen, dass der heurige Winter diesbezüglich der mildeste seit vier Jahren war. Besonders im Winter 2016/17 aber auch im Winter 2017/18 gab es eine deutlich höhere Winter-Sterblichkeit als 2019/20. Dies gilt im speziellen auch für Italien, wo bisher weniger Menschen starben als in durchschnittlichen Wintern.

Sterbezahlen europäischer Länder der letzten vier Jahre (Daten: EUROMOMO.eu)



Freitag, 28. September 2018

Peter Aaby: "Wir wissen nichts über die Langzeit-Effekte von Impfungen"

Der dänische Wissenschaftler Peter Aaby bezeichnet sich selbst als "Fan der Masernimpfung", denn "keine andere medizinische Intervention hat die Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern so günstig beeinflusst." Die Behörden sollten deshalb auf ihre Angst-Kampagnen zur Impfwerbung verzichten - und die Bevölkerung von den positiven Effekten der Lebendimpfungen auf das Immunsystem informieren. Bei inaktivierten Impfstoffen, so Aaby, sei die Situation hingegen vollständig anders. Hier hält er negative Langzeit-Effekte für sehr wahrscheinlich.  
Dieses Gespräch ist der 2. Teil meines Interviews mit Peter Aaby. Teil 1 erschien gestern hier im Blog. 

Peter Aaby - Gründer des "Bandim Health Projects" (Foto: Ehgartner)

Die Behörden werben für die Masernimpfung meist mit Angst-Argumenten, – z.B. mit der Warnung an der sehr seltenen, aber immer tödlichen Masern-Verlaufsform SSPE zu erkranken. Von den positiven Effekten der Lebendimpfungen hört man kaum etwas. Ist das ein Fehler?

Aaby: Ja, definitiv. Sie verwenden die falschen Botschaften, indem sie Angst vor Masern aufbauen. Das mag zutreffen für die Situation in Rumänien, wo in einer sozial schwachen Bevölkerungsgruppe zahlreiche Todesfälle aufgetreten sind. In Wahrheit ist das Risiko ernsthafter Verläufe von Masern heute aber sehr limitiert. Dazu kommt, dass Impfungen sehr wohl Nebenwirkungen verursachen können. Die Eltern befinden sich also in einer schwierigen Abwägung: Sie wissen, dass ernsthafte Verläufe der Krankheit sehr, sehr selten sind - und somit wiegen die möglichen Nebenwirkungen der Impfungen umso stärker. Darauf gründet die zögerliche Haltung vieler Eltern in Europa. Damit zu werben, dass die Masernimpfung positive Effekte für die Gesundheit der Kinder hat, wäre eine gute Idee. Und es gibt dafür mittlerweile ein solides wissenschaftliches Fundament.


Warum verwenden die Behörden dieses Argument nicht? 

Aaby: Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass WHO & Co. dann auch die ungünstigen Effekte mancher Impfungen öffentlich diskutieren müssten. Und das wollen sie vermeiden. Und das ist der Grund, warum sie lieber alle unspezifischen Effekte ausklammern.


Das war auch einer der häufigsten Vorwürfe in den Medienberichten über David Sievekings Film "Eingeimpft": Der Film erwähnt mögliche ungünstige Effekte von Impfungen und fördert damit Zweifel in der Bevölkerung. Und daran tragen Sie wohl Mitschuld… 

Aaby: Ja, die Situation ist recht absurd. Es gibt wohl niemanden, der bezweifelt, dass Medikamente Nebenwirkungen haben können. Sie werden laufend kontrolliert, eine ganze Menge von Arzneimitteln wurde im Lauf der Jahre vom Markt genommen. Dieses systematische Monitoring gibt es im Bereich der Impfstoffe nicht. Das beschränkt sich meist auf die Sofortreaktionen nach der Impfung: die Schmerzen an der Einstichstelle, die Rötung und die leichte Schwellung. Die Auswirkungen auf den ganzen Organismus werden jedoch kaum verfolgt. Es gibt wenig Kontrolle der negativen Folgen von Impfungen. 


Was müsste passieren? 

Aaby: Wir wissen nichts über die Langzeit-Effekte von Impfungen. Alles müsste überarbeitet werden, es braucht eine Erneuerung des ganzen Systems. Bis dahin müssen wir uns auf kleine Korrekturen beschränken. Und dazu zählt eben der Tipp, eine Impfserie möglichst mit einer Lebendimpfung abzuschließen.


Wie lange hält der positive Effekt der Lebendimpfungen an? 

Aaby: Extrem lang. Wir haben das kürzlich am Beispiel einer Kohorte von rund 50.000 dänischen Kindern untersucht, die in der Phase der Abkehr von den Pocken- und Tuberkulose-Impfungen Anfang der 70er Jahre lebten. Wir verglichen jene, die geimpft worden sind mit den nicht geimpften und fanden einen positiven Effekt, der über vier Jahrzehnte sichtbar war. Jene, die beide Impfungen erhielten, hatten ein um 46 Prozent geringeres Sterberisiko bei den natürlichen Todesfällen. Bei Unfällen, Morden oder Selbstmorden gab es hingegen keinen Zusammenhang.


Und wie steht es um die inaktivierten Impfstoffe? 

Aaby: Ich bin sicher, dass nicht nur die positiven, sondern auch einige der negativen Effekte der Impfungen Langzeit-Konsequenzen haben. Darauf können wir gerne wetten - aber schlagen Sie lieber nicht ein, denn ich werde gewinnen. Wenn die Diphtherie-Tetanus-Pertussis Impfung Kinder in den frühen Lebensjahren töten kann, weil es deren Immunsystem verdreht, wäre es nicht sehr überraschend, wenn diese Impfung auch negative Langzeit-Effekte hat. Künftige Forschung wird zeigen, dass auch einige der chronischen Krankheiten teilweise von Impfungen beeinflusst sind: Immunstörungen ebenso wie Stoffwechsel-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten oder Herzkrankheiten. Wir wollen das wissenschaftlich untersuchen und haben dafür Förderungen beantragt.


Was denken Sie denn, ist wichtiger: Die spezifischen oder die unspezifischen Effekte der Impfungen? 

Aaby: Wir haben das in mehreren Studien verglichen. Die BCG-Impfung hat die spezifische Sterblichkeit an Tuberkulose überhaupt nicht beeinflusst - doch die Gesamtsterblichkeit der geimpften Kinder um 38% reduziert.
Die Polio-Schluckimpfung für die Neugeborenen hatte ebenfalls keinen Einfluss auf die Polio-Sterblichkeit – einfach deshalb, weil es in unserer Region keine Kinderlähmung mehr gibt – doch das Sterberisiko der geimpften Babys ging um 32% zurück. 
Die Masernimpfung hat die spezifische Masern-Sterblichkeit um 4% reduziert. Die geimpften Kinder hatten im Studienzeitraum aber eine 26% Reduktion an Malaria, Durchfall oder Lungenentzündung zu sterben.
Wie Sie sehen, sind die unspezifischen Effekte der Impfungen demnach definitiv wichtiger als der spezifische Schutz vor Krankheiten.

Aaby und Mitarbeiter bei der Erhebung der Impfdaten (Foto: Ehgartner)

Immer mehr Länder - wie zuletzt Frankreich oder Italien - setzen verstärkt auf die Impfpflicht und schreiben die Impfung gegen zehn oder mehr Krankheiten zwingend vor. Was halten Sie davon? 

Aaby: Zwangsimpfungen führen zu einer weiteren Polarisierung in diesem ohnehin schon heiklen Bereich. Ich denke, dass gesetzlich vorgeschriebene Impfungen die Impfskepsis in der Bevölkerung erhöhen.


Anfang November feiern Sie das 40-jährige Bestehen des von Ihnen gegründeten „Bandim Health Projects“. Sie haben hunderte Studien in hochrangigen Journalen veröffentlicht. Es gibt kein vergleichbares wissenschaftliches Zentrum, wo über so einen langen Zeitraum Forschung zu den Lebensbedingungen in einem Hochrisikoland betrieben wurde. Wie geht es Ihrem Projekt? 

Aaby: Wissenschaftlich geht es besser und besser. Die Konsistenz unserer Resultate ist unglaublich. Wir haben nunmehr vier Lebendimpfungen, bei denen wir die positiven unspezifischen Effekte nachgewiesen haben. Lebendimpfungen sind ein wichtiger Grund für den Rückgang der Kindersterblichkeit in Guinea-Bissau.
Doch wir haben auch sechs inaktivierte Impfstoffe, die alle mit einem höheren Sterberisiko assoziiert sind. Das sind vollkommen unterschiedliche Impfstoffe, doch sie haben eine Gemeinsamkeit indem sie – speziell bei Mädchen – das Risiko auf nachfolgende Infekte erhöhen. Das ist vollkommen unnatürlich und dem wollen wir wissenschaftlich weiter nachgehen.

Statt Jubiläum Existenzängste: Das Bandim Health Center

Und wie geht es Ihnen wirtschaftlich? 

Aaby: Finanziell ist die Lage katastrophal. Es wird immer schlechter. Obwohl eine Evaluierung durch internationale Experten unsere wissenschaftliche Arbeit kürzlich mit „exzellent“ beurteilt hat, strich man uns aus seltsamen Gründen die staatliche dänische Förderung. Wir bekommen keine laufende Förderung mehr. Vielleicht gibt es da und dort Einzelprojekte. Doch wir müssen uns beträchtlich verkleinern und einschränken.

Peter Aabys Forschungsarbeit wird ausführlich in Bert Ehgartners neuem Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung" porträtiert, das in diesen Tagen an den Buchhandel ausgeliefert wird. 

Donnerstag, 27. September 2018

Peter Aaby: "Mein Versuch, das Impfprogramm zu reparieren"

Der dänische Wissenschaftler Peter Aaby stellt mit seinen Studien zu den Auswirkungen von Impfungen das bisherige Denkgebäude radikal in Frage. Aaby und sein Team zeigten in zahlreichen Studien, dass Impfungen deutlich mehr machen, als nur vor spezifischen Krankheiten zu schützen. Für viel wichtiger hält er deren unspezifischen Auswirkungen auf das Immunsystem. Und die können in zwei Richtungen gehen: Lebendimpfungen – wie die Masern-, die orale Polio- oder die Tuberkulose-Impfung – trainieren das Immunsystem und stärken die Abwehrkräfte. Impfstoffe mit abgetöteten Erregern – wie die Tetanus-, Diphtherie-, oder Keuchhusten-Impfung – haben hingegen einen negativen Effekt - und können gefährlicher sein, als die Krankheiten vor denen sie schützen sollen.
Peter Aaby kritisiert vehement die Impfpolitik der WHO (Foto: Ehgartner)
Dass in den deutschen Medien über "Eingeimpft" – den aktuellen Dokumentarfilm von David Sieveking – ein Sturm der Entrüstung niederging, lag speziell auch daran, dass Aabys Thesen im Film eine zentrale Rolle spielen. Zwar lassen Sieveking und seine Partnerin Jessica de Rooij ihre Kinder am Ende impfen, aber weit weniger und später als laut deutschem Impfkalender empfohlen. Und - nach dem Rat Aabys - mit einer abschließenden Lebendimpfung, welche negative Effekte der Totimpfstoffe halbwegs reparieren soll. Solche negativen Effekte werden von der WHO und den behördlichen Impfexperten nicht anerkannt. Aaby wirft ihnen Ignoranz vor. 

Auch in meinem aktuellen Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung", das in den nächsten Tagen in den Buchhandel kommt, ist Aabys Forschung ein großes Kapitel gewidmet. Ich verfolge seine wissenschaftliche Arbeit seit fast 20 Jahren und habe Peter Aaby in Guinea-Bissau – in dem von ihm vor 40 Jahren gegründeten "Bandim Health Project" – besucht.

Hier der erste Teil eines Interviews, das ich vor einigen Tagen mit Peter Aaby geführt habe.


Peter Aaby mit der Medizinerin Christine Benn, die das Forschungszentrum leitet (Foto: Ehgartner)

Hat Ihnen der Film "Eingeimpft" von David Sieveking gefallen?
Aaby: Ich habe den Film in Kopenhagen gesehen mit englischen Untertiteln. Er behandelt die Frage, ob man seine Kinder impfen lassen soll, recht ausgewogen und offen in alle Richtungen. Danach gab es eine längere Diskussion mit einer Menge guter Fragen aus dem Publikum. Jemand kritisierte, dass die WHO nicht zu meiner Kritik an deren Impfpolitik gefragt wurde. Doch sie waren schon eingeladen, sie wollten aber nicht Stellung nehmen.
Waren Sie damit zufrieden, dass Davids Kinder am Ende geimpft wurden?
Aaby: Ja, an sich schon. Ich halte es für wichtig, dass die Reihenfolge der Impfungen beachtet wird. Am Ende einer Impfserie sollte stets eine Lebendimpfung gegeben werden.
Kann man Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den „unspezifischen Effekten“ von Impfungen wirklich auf diesen einen Ratschlag an die Eltern eindampfen: "Zuletzt eine Lebendimpfung geben!"
Aaby: Die inaktivierten Impfstoffe schützen vor Krankheiten, die potenziell gefährlich oder sogar tödlich sein können. Insofern ist es gut, hier einen gewissen Schutz zu haben. Es handelt sich allerdings um schlechte Impfungen und sie können negative Konsequenzen haben, die bei vielen Kindern ernsthafter sind, als nicht geimpft zu sein. Mein Vorschlag, eine Lebendimpfung am Ende zu geben, ist eine Art Versuch, das derzeitige Impfprogramm notdürftig zu reparieren. 
Wenn wir beispielsweise dazu raten würden, die Pertussis-Impfung weg zu lassen, würden wir wahrscheinlich einen Sturm der Empörung auslösen, dass wir schuld sind, wenn unzählige Kinder an Keuchhusten sterben.
Tatsache ist, dass derzeit in einigen Ländern - wie den USA aber auch in Europa - so viele Keuchhusten-Fälle auftreten wie zu Zeiten, als noch gar nicht geimpft wurde. Die Impfung scheint also ohnehin nicht zu funktionieren?
Aaby: Die Pertussis-Impfung war schon immer eine schlechte Impfung. Meine Hoffnung liegt auf einem neuen französischen Impfstoff, der lebende abgeschwächte Keuchhusten-Bakterien enthält. Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass er positive unspezifische Effekte hat - und es gibt auch bereits einige Studien am Menschen.
Wie steht es um die anderen Impfstoffe? - Manche sind fast 100 Jahre alt. Wäre es Zeit für eine Evaluierung, was heute noch Sinn macht?
Aaby: Das wäre zweifellos eine gute Idee. Ich kann das aus afrikanischer Perspektive aber schlecht beurteilen. Wir haben meist nicht mal die Möglichkeit, Fälle von Diphtherie eindeutig zu diagnostizieren, falls welche auftreten sollten. Wir wissen nicht, wie relevant diese Krankheit heute ist. Auch bei Tetanus wissen wir das nicht wirklich. Wenn wir aufhören zu impfen, könnten eventuell Krankheiten zurückkommen. Was wir jedoch bräuchten wäre eine breite Evaluierung der spezifischen und unspezifischen Effekte aller derzeit verabreichten Impfungen.
Unterstützt die WHO dieses Vorhaben?
Aaby: Die WHO hat ganz andere Pläne. Sie propagiert derzeit die Erfassung der Kinder im zweiten Lebensjahr um hier zusätzliche Gesundheitsinterventionen zu setzen. In Entwicklungsländern definiert sich die gesundheitliche Hilfe vor allem über die Frage, wie viele Impfungen die Kinder bekommen. Und nun sollen eben im zweiten Lebensjahr zusätzliche Impfungen gegeben werden. Geplant ist etwa eine Booster-Dosis von Diphtherie-Tetanus-Pertussis - und Studien haben gezeigt, dass danach die Sterblichkeit ansteigt, speziell bei den Mädchen. - Und nun wollen sie zusätzlich noch eine Meningitis und die Malaria-Impfung einführen. Ebenfalls inaktivierte Impfstoffe mit negativen Effekten. Das sind gefährliche Pläne. Bei der Malaria-Impfung kommt noch dazu, dass die Impfung wahrscheinlich auch einen negativen Effekt auf die Ausbildung einer natürlichen Immunität hat.
Was ist denn dann gefährlicher, die Malaria Krankheit oder die Malaria Impfung?
Aaby: Die Impfung ist eindeutig gefährlicher. Die Studien zeigten bisher  eine bescheidene Wirksamkeit von rund 50% - doch gleichzeitig eine 10 bis 20% höhere Sterblichkeit in der Impfgruppe. Das war zwar nicht signifikant, doch  – wenn die Impfung vor Malaria schützt – sollte man eigentlich annehmen, dass der Trend in die andere Richtung geht und das Sterberisiko sinkt. 
Wir wollten die Daten für beide Geschlechter haben, weil wir wissen, dass Mädchen von den unspezifischen Effekten auf das Immunsystem stärker betroffen sind. Doch wir bekamen sie nicht. Schließlich hat uns doch jemand diese Daten zugespielt. Und wir sahen, dass die Mädchen danach ein doppelt so hohes Sterberisiko hatten. Derzeit laufen neue Studien in Malawi, Kenia und Ghana.
Was denken Sie, ist die biologische Basis dieser unspezifischen Effekte: handelt es sich um immunologische Abläufe, hormonelle Einflüsse oder ist das eine Reaktion auf problematische Zusätze wie die Aluminium-haltigen Wirkverstärker?
Aaby: Ich denke, dass es sich dabei um eine immunologische Reaktion handelt. Das Immunsystem ist ein lernendes System, es speichert Informationen über die gemachten Erfahrungen - und daraus entwickeln sich immunologische Muster für künftige Infekte. 
Einen konkreten Hinweis liefert eine aktuelle holländische Studie mit Medizinstudenten, die für einen Afrika-Aufenthalt eine Gelbfieber-Impfung brauchten. Das ist eine Impfung, die lebende Viren enthält. Ein Teil der Studenten bekam davor die BCG-Impfung gegen Tuberkulose, ebenfalls eine Lebendimpfung mit Bakterien. Es zeigte sich, dass die BCG-Impfung die Art wie das Immunsystem auf den nachfolgenden Kontakt mit den Gelbfieber-Viren reagiert, verändert. Das Immunsystem wurde aktiviert, die gemessene virale Ladung war signifikant geringer.  Hier zeigt sich der grundlegenden Mechanismus der unspezifischen Effekte. 
Bei Lebendimpfungen hat es das Immunsystem mit normalen Viren oder Bakterien zu tun. Bei inaktivierten Impfstoffen wird die Reaktion erzwungen über die Provokation mit chemischen Substanzen, die eine Art Schockreaktion auslösen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Aaby: Ja, in der Tat. Eine holländische Gruppe hat kürzlich am Beispiel von drei Impfungen gezeigt, dass inaktivierte Impfstoffe das Immunsystem zu einer Art falscher Toleranz verleiten und rasche Reaktionen des angeborenen Immunsystems abschwächen. Adjuvantien auf Basis von Aluminium oder anderer Verbindungen sind wahrscheinlich Teil dieses Prozesses. Dadurch dass es sich nicht um lebende Organismen handelt, induzieren sie wahrscheinlich eine gänzlich andere Vermittlung von Immungedächtnis. Diese Impfungen mögen vor den spezifischen Krankheiten schützen, aber sie schwächen die Abwehrkraft gegen andere nachfolgende Infekte.
Welchen Abstand empfehlen Sie nach der letzten inaktivierten Impfung zur abschließenden Lebendimpfung?
Aaby: Normalerweise wird ein Mindestabstand von vier Wochen empfohlen. Ich denke, dass sechs oder acht Wochen besser wären, weil dann die Masernimpfung ihr volles Potenzial entfalten kann.
Oft hört man das Argument, dass Ihre Resultate in Afrika unter gänzlich anderen Bedingungen erzielt wurden - und nicht auf Europa übertragbar sind.
Aaby: Natürlich sind die Effekte in Afrika stärker, weil dort die Kinder sterben. In Europa können die meisten dieser fatalen tropischen Krankheiten – z.B. Durchfall oder Lungenentzündung – adäquat medizinisch behandelt werden. Wir haben jedoch gezeigt, dass nahezu alle Beobachtungen, die wir in Afrika gemacht haben, in den Einkommens starken Ländern ebenso gelten. Wir zeigten in Dänemark, dass die MMR Impfung das Risiko einer Einweisung ins Krankenhaus wegen einem Atemwegsinfekt signifikant reduziert. Das ist ein klarer unspezifischer Benefit. Die US-Behörde CDC hat kürzlich unsere These ebenfalls getestet und der Effekt in den USA ist sogar noch deutlich stärker: Nach einer Lebendvirus Impfung hatten die Kinder nur ein halb so hohes Risiko auf eine Krankenhaus-Einweisung als nach einer inaktivierten Impfung. Ähnliche Resultate gibt es aus Italien und Holland.
Der dänische Anthropologe Peter Aaby, 73, gründete vor 40 Jahren das "Bandim Health Center" in Guinea Bissau in Westafrika. Er veröffentlichte mit seinem Team Hunderte von Studien zu den Lebensbedingungen in einem Hochrisikoland. Er arbeitet in Kooperation mit dem Statens Serum Institut in Kopenhagen.
Peter Aaby (l.) im Gespräch mit Bert Ehgartner (Foto: Georg Brodegger)

In Teil 2 des Interviews erklärt Peter Aaby seine Haltung zur Impfpflicht und bietet eine Wette an: 
Demnächst hier im Blog. 
Bert Ehgartners Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung" erscheint im Verlag Ennsthaler und wird am 1. Oktober an den Buchhandel ausgeliefert. Es hat 420 Seiten und kostet 24,90 €.


Mittwoch, 3. Februar 2016

Zika-Zaka Hoi Hoi Hoi

In Brasilien werden "tausende Fälle" von zu kleinen Gehirnen bei Babys auf die Infektion mit den Zika Viren zurückgeführt. Die WHO ruft einen globalen Notstand aus. Und Texanische Behörden "weisen nach", dass das Zika Virus per Sex übertragen wird. Damit hätten wir wieder einmal alle Zutaten für ein paar Wochen Experten- und Mediengewitter.

Aedes aegypti - Mosquitos verbreiten die Viren (Foto: sciencemag.org)
Tatsächlich ist es bisher noch pure Spekulation ob die Mikrozephalien tatsächlich vom Zika-Virus verursacht werden. Dass bei einigen Frauen mit betroffenen Kindern die Viren nachgewiesen wurden, hat weder Beweis- noch sonderliche Aussagekraft.
Allein wenn im Zuge einer großen Fahndungsaktion auf bestimmte Viren untersucht wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Verbreitung der Viren überschätzt wird (verglichen z.B. mit einer historischen Arbeit, wo diese Viren in einem anderen Kontext erfasst wurden) rasant an. Speziell für Viren gilt: Wer suchet, der findet.
Zika Viren sind weit verbreitet und galten bisher als vergleichsweise harmlos. Komplikationen, wie sie derzeit in Brasilien beobachtet wurden, sind ein neuartiges Phänomen. Warum die Viren gerade in Brasilien plötzlich solche massiven Behinderungen auslösen sollten, ist vollkommen unlogisch. 
Unklar ist auch die wirkliche Dimension des Ausbruchs. Der deutsche Mikrobiologe Alexander S. Kekulé bezeichnet die Angaben der WHO als "Märchen" und als massive Täuschung der Öffentlichkeit.
Mit der sofortigen Festlegung auf die Viren als Auslöser werden zudem andere mögliche Ursachen für die Fehlbildungen von vorn herein ausgeklammert. Beispielsweise die Auswirkungen eines großen Freisetzungsversuches mit gentechnisch veränderten Mosquitos genau jener Art (Aedes aegypti) welche auch die Zika Viren übertragen.
Und alles läuft wieder in Richtung von Millionen-Aufträgen für die Impfstoff- und Medikamentenentwicklung. Gesichert ist hier nur eines: Dass davon die beauftragten westlichen Unternehmen und Experten profitieren werden. In den Ghettos Brasiliens wird inzwischen – noch massiver als bisher – Gift gesprüht.

Alarmismus statt seriöse Information
Bei internationalen Organisationen und auch den Outbreak-Experten ist der Fokus seit langem auf Alarmismus gerichtet. Über weltweiten Alarm kommen die Fördergelder, die Aufmerksamkeit, sowie die selbst empfundene Bedeutung.
Bei der WHO hat sich dieser Wandel vor ca. 20 Jahren zugetragen. Damals gab es jedes Jahr Probleme damit, dass die WHO überhaupt ihre Mitarbeiter bezahlen konnte. Ständig blieben die Mitgliedsstaaten ihre Beiträge schuldig - oder zahlten säumig (speziell die USA, die den Großteil des WHO-Budgets berappte, aber auch immer vehementer bestimmte Forderungen damit verknüpfte - z.B. eine engere Kooperation mit der Pharmaindustrie).
Schließlich ergab sich eine vollständige Neu-Ausrichtung der WHO. Mit dem Einwerben von privaten Geldern aus der Wirtschaft - die heute bereits deutlich über 50% des Budgets ausmachen. Und natürlich mit der Umdefinition ihrer Agenda: Weg von der ständig mahnenden, bedeutungsschweren Organisation, die sich für die Bekämpfung von Hunger, Durst und Analphabetismus, sowie den Aufbau einer vernünftigen Infrastruktur einsetzte – hin zu einer Behörde, die sich als schicke Viren- und Seuchenbekämpfer verstehen. Wo konsequenter Alarmismus die faden konstruktiven Predigten ablöste.
Die WHO fährt mit dieser Taktik gut. Sie wird weltweit gehört - und gefördert. Ihre Budgets wuchsen in den letzten 20 Jahren rapide an. Sie hat auch etwas zu vergeben, versorgt einen ganzen Ferkelhaufen von Experten, die gefüttert werden wollen. - Und natürlich dann auch wissen, was sie ihren Ernährern schuldig sind.
Im Prinzip geht es gar nicht darum, durch seriöse Arbeit die wirklichen Ursachen der schlimmen Behinderungen aufzuklären. Es geht nicht darum, die tatsächliche Gefährlichkeit des Zika-Virus objektiv abzuschätzen. Sondern es geht darum, eine neue Virensau durchs Weltdorf zu treiben und damit Imagepflege zu machen, in Erinnerung zu rufen, dass die mutigen Virenjäger allezeit wachsam sind - aber die Stange Geld, die sie kosten, jederzeit wert.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Katastrophale neue Daten zur Impfpolitik in Afrika

Seit rund 15 Jahren werden laufend Studien veröffentlicht, die zeigen, dass die Impfprogramme von WHO oder der Bill & Melinda Gates-Foundation die Kinder in Entwicklungsländern eher gefährden als ihnen zu helfen.

Guinea-Bissau hat die weltweit fünfthöchste Kindersterblichkeit
Diese Studien stammen zum Großteil (aber nicht nur) vom Bandim Health Project - einer Forschungseinrichtung in Guinea Bissau, die seit 1978 existiert und seither in vielen hundert Arbeiten die Lebensumstände in einem der Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit untersucht. Gegründet wurde die Institution vom dänischen Wissenschaftler Peter Aaby.
Die Arbeiten erscheinen in angesehenen Journalen wie dem British Medical Journal oder dem Fachjournal Vaccine. Vielfach wurden die Arbeiten bereits auf ihren wissenschaftlichen Gehalt geprüft. Bisher konnten noch keine gravierenden methodischen Fehler nachgewiesen werden.

Die Verantwortlichen bei WHO, UNICEF, der GAVI Alliance sowie der Gates Foundation geraten nun immer mehr unter Druck, endlich Stellung zu beziehen. Den prominentesten Vorstoß machte im letzten August eine heftige Anklage im Editorial des "New Scientist" mit dem Titel "Silence isn't golden - Only openness can secure public trust in vaccines". Sowohl die Gates Foundation als auch die WHO hatten auf mehrfache Anfragen des "New Scientist" jeden Kommentar zu Aabys Studien verweigert.

Im Kern geht es bei den Resultaten aus Entwicklungsländern mit hoher Kindersterblichkeit immer um das selbe:
Während Lebendimpfungen (z.B. Masern, Mumps, Polio-Schluckimpfung, BCG) einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Kinder ausüben, steigt nach den Totimpfungen (z.B. Diphtherie, Tetanus, Pertussis) ihr Sterberisiko signifikant an.

Prof. Peter Aaby mit Mitarbeiter
Peter Aaby nennt das die "unspezifischen Effekte von Impfungen" auf die Abwehrkräfte der Kinder. "Anscheinend machen Lebendimpfungen das Immunsystem fitter und die Kinder haben hinterher bessere Abwehrkräfte gegen die lebensgefährlichen Tropenkrankheiten", beschrieb mir Aaby diesen Effekt. "Bei den Totimpfungen geht der Effekt hingegen ins Gegenteil, besonders stark bei den Mädchen. Diese Impfungen scheinen die Abwehrkräfte der Kinder zu schwächen, so dass sie in der Regenzeit häufiger an Durchfall, Lungenentzündung oder Malaria sterben."
Welcher Mechanismus konkret die Abwehrkräfte der Kinder schwächt, darüber kann Aaby nur Vermutungen anstellen: "Vielleicht liegt es an einem der Inhaltsstoffe. Unter Verdacht stehen etwa die Aluminiumsalze, die als Wirkverstärker eingesetzt werden. Doch das ist nur eine Vermutung, die es zu überprüfen gilt."

Nun ist im Journal "Vaccine"wieder eine solche Studie aus Guinea-Bissau erschienen. Mit besonders dramatischen Resultaten:
Insgesamt 2331 Kinder erhielten nach Zufallsprinzip entweder nur Lebendimpfungen (Masern, Gelbfieber-Impfung) oder zusätzlich auch Totimpfungen. Nach einem Beobachtungszeitraum von sechs Monaten war das Sterberisiko in der Gruppe mit den Totimpfungen um das mehr als Dreifache höher (Faktor 3,24).
Besonders krass waren die Resultate bei der im Jahr 2008 in Guinea-Bissau neu eingeführten Fünffach-Impfung. (Sie enthält zusätzlich zu DTP noch die HiB- sowie die Hepatitis B Komponente.) Kinder, die damit geimpft wurden, hatten im Vergleich zur Masern-Gelbfieber Kombination ein beinahe achtfach höheres Sterberisiko (Faktor 7,7).

Man wird sehen, ob es diesmal Reaktionen von Seiten der internationalen Gesundheits- und Hilfsorganisationen gibt, oder ob diese wie schon einige Male zuvor versuchen, mit methodisch extrem schwachen "Gegenstudien" ihre Impfpolitik zu verteidigen. Aaby und sein Team haben diese WHO-Studien öffentlich zerpflückt, weil dabei verstorbene Kinder generell als "ungeimpft" eingestuft wurden. Ob es sich dabei um einen laienhafter Fehler handelt - oder um einen Fälschungsversuch - beide Möglichkeiten sind nicht sonderlich schmeichelhaft. Jedenfalls gelang es damit, den positiven Effekt der Impfungen künstlich aufzublasen. Und das war wohl die Hauptsache. (Wer sich dazu näher informieren möchte: In meinem aktuellen Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium" habe ich viele Informationen sowie auch die Quellen zu Aabys Forschung detailliert angeführt.)

Es ist eine Schande, wie lange es dauert bis eine öffentliche Debatte über dieses wichtige Thema entsteht und die tatsächlichen Auswirkungen unserer Impfpolitik in den Dritte Welt Ländern ernsthaft geprüft werden.
Klar wäre der Image-Schaden für WHO, UNICEF, Gates & Co. enorm, wenn sich Aabys Resultate bestätigen. Doch was ist hier wohl mehr wert? Das Image der Organisationen oder die Sicherheit und das Leben der geimpften Kinder?
Es ist ein ungeheurer Skandal, der sich hier unter aller Augen ereignet.

Montag, 21. Juni 2010

Milliardengrab Schweinegrippe

Ein sehr interessanter Beitrag zum Thema Schweinegrippe lief letzten Donnerstag im Magazin Monitor der ARD. "Wer steuerte die WHO?", fragten die Redakteure und besuchen unter anderem das niederländische Influenza-Mastermind Albert Osterhaus, einen der Chef-Berater der WHO. Osterhaus ist neben vielen Industrie-nahen Jobs auch Vorsitzenden von ESWI, einer "unabhängigen Gruppe von Wissenschaftlern", die wie Osterhaus behauptet alle unentgeltlich arbeiten und rein zufällig Lobbyarbeit für die Hersteller der Influenza-Impfstoffe machen. Finanziert wird die ESWI von mehr als zehn dieser Pharmakonzerne. Dennoch hat Osterhaus die Chuzpe gegenüber Monitor zu behaupten: "ESWI ist in der Verwendung seines Geldes komplett unabhängig. Wenn die Industrie zu uns kommt und fragt, könntet Ihr das Geld für dieses oder jenes verwenden, so diskutieren wir das nicht einmal." - "Und Sie persönlich halten sich bei ESWI für einen unabhängigen Wissenschftler", fragt der Monitor-Reporter nach. "Hundert Prozent unabhängig!" lautet Osterhaus' Antwort. Wenn das so ist, können wir ja unbesorgt sein und auf Osterhausens Ratschlag noch ein paar Milliarden in seine nächste unabhängige Expertise investieren.

Samstag, 12. Juni 2010

Die Rache der Schweine

Sollen wir uns alle freuen, dass die Schweinegrippe-Pandemie so glimpflich abgelaufen ist? Mit deutlich weniger Todesfällen als von den Experten im Umfeld der WHO-Kampagne prophezeit worden war.
In diese Richtung geht derzeit die "offizielle" Argumentation und auch die Rechtfertigung der verantwortlichen Behörden: Man habe sich auf den worst case vorbereitet, habe verantwortungsvoll nach bestem Wissen gehandelt und die geeigneten Schutz-Maßnahmen getroffen. Dass die Pandemie wesentlich milder verlaufen ist, als angenommen, habe man im Vorfeld nicht ahnen können.

Länder wie Polen haben es hingegen schon vorher gewusst und jegliche Beteiligung an der Pandemie-Hysterie verweigert. Die Gesundheitsministerin Ewa Kopacz, selbst Ärztin, sah keine Notwendigkeit teure Impfstoffe oder Neuraminidase-Hemmer einzukaufen und warnte stattdessen vor übereilt zugelassenen Arzneimitteln und deren potenziellen Nebenwirkungen.



Die meisten Länder hielten sich aber an die Linie der WHO. Und haben nun den Salat. Millionen von Impfstoff-Dosen liegen unbenützt in den Lagern. Niemand will sie kaufen und nicht mal Dritte Welt Länder, die sich medienwirksam über Impf-Geschenke freuen, lassen sich auftreiben. Tamiflu- und Relenza-Tabletten nähern sich rasant ihrem Ablaufdatum.
Die Glaubwürdigkeit der "offiziellen Pandemie-Vorsorge" ist jedenfalls nachhaltig erschüttert. Künftige Aktionen werden von Beginn an von massivem Misstrauen begleitet und dem Hohn der vernetzten Gegen-Öffentlichkeit ausgesetzt sein.
Zumal sich jetzt die Pharmakonzerne in ihren Jahresberichten zum Pandemie-Jahr 2009 unverblümt über Rekordgewinne von 7 bis 10 Milliarden US-Dollar freuen, die allein über deren Impfstoff-Zweige eingespielt wurden.

Nun wäre es natürlich interessant zu erfahren, ob die Experten, welche die WHO auf ihrem Weg in die höchste Pandemie-Warnstufe beraten haben, tatsächlich unabhängig und ihre Entscheidungen von keinerlei finanziellen Interessenskonflikten getrübt gewesen wären.
Geglaubt haben wir das ohnehin nie, so wie sich die Strukturen der WHO, mit dem über die Jahre ständig gewachsenen Anteil der privaten Finanzmittel am Gesamtbudget, entwickelt haben. Wer zahlt, möchte mitbestimmen. Und je mehr der riesige Apparat von den Geldern der pharmazeutischen Industrie abhängig wurde, desto schwerer fiel offenbar die Gegenwehr. Und so saßen die Industrievertreter in den Entscheidungsgremien, die über die Strategien zur Influenza-Vorsorge berieten, immer mit am Verhandlungstisch.
Nun wiesen britische Journalisten im Umfeld des British Medical Journal nach, dass die Einflussnahme deutlich intensiver war. Demnach hatten auch einige Schlüsselkräfte der Pandemieplanung in der WHO vergessen, ihre finanziellen Beziehungen zu den Herstellern der Influenza-Pillen und Impfstoffe offen zu legen, und die WHO hatte Anfragen in diese Richtung als "Verschwörungstherorien" bezeichnet. Gerade diese Schlüsselkräfte hatten aber maßgeblichen Anteil an der Ausrufung der höchsten Pandemie-Warnstufe.

Milliarden an öffentlichen Geldern sind also über gezielte Panikmache verschwendet worden. Und die WHO hat das zu verantworten. In Kooperation mit Gesundheitspolitikern, die sich nur allzu leicht erpressen ließen und Medien, die sich nahezu ohne Gegenwehr auf die drohende Welt-Katastrophe einschwören ließen.
Wenn eben diese Medien nun ganz entrüstet über die Enthüllungen zu den Pharma-Verbindungen der WHO berichten, so klingt das etwas hohl und scheinheilig. Und damit haben sie mit der WHO etwas gemeinsam. Es wird verdammt hart werden, die verlorene Glaubwürdigkeit wieder aufzuholen.

Wie die eigenen Leser mit einem entsprechenden Artikel der "Welt" umgehen, entbehrt nicht der Komik.
Dort seufzte der Autor im Vorspann:
Was für ein Skandal: WHO-Autoren stehen auf der Gehaltsliste der Pharmakonzerne. War die Schweinegrippe nur Panikmache?

In 165 Kommentaren gingen die Leser dann geballt gegen ihr eigenes Medium vor. Hier ein paar Beispiele:
ACH, das hätte ich ja NIE gedacht! das war sowas von offensichtlich und die "qualitätspresse" hat schön mitgemacht. keine besonderen kritischen stimmen aus der presse. und ihr wundert euch wieso die print titel immer mehr an auflage verlieren!
bitte liebe journalisten, nehmt wieder eure rolle wahr!

Leider ist WELT auch ein Teil dieser Hysterie gewesen.
Es wurde die ureigenste Aufgabe von Journalisten vergessen, statt die Schlagzeilen der Agenturen zu schreiben, den kritisch den Kopf einzuschalten und nach den Ursachen zu forschen.
Es gibt das Cui bono-Prinzip:
Wem nützt das - da kommt man der Wahrheit meistens auf die Spur

Nachdem die WHO ihre Richtlinien geändert hatte, und es sichtbar war wer zu dieser Änderung beigetragen hatte, war es von Anfang an klar, daß es sich hier um Abzocke handelte,
Wie ist es nur möglich, daß ich als politisch interessierter Mensch die Zusammenhänge erkennen kann, aber unsere hochbezahlte Politik nichts mitbekommt?
Wie ist es möglich, daß sich renommierte deutsche Institute an dieser Panikmache beteiligt haben?
Der Vertrauensverlust in unsere Organe und Institutionen schreitet voran.
Das größte Übel unserer Gesellschaft ist die Politik die von Banken und Pharma-industrie an einem Nasenring durch die Arena geführt wird.
Mit ihrer Unfähigkeit sind sie dabei unsere Demokratie nachhaltig zu beschädigen.
Achso, vielleicht sollte man noch schnell die Krankenkassenbeiträge erhöhen, die nächste Sau wird ja wohl bald wieder durchs Dorf getrieben

Das ist ja unglaublich!
Wieviele Kommentare die genau das behauptet haben wurden seinerzeit, als das Märchen einer drohenden, weltweiten Pandemie auch von der Springerpresse mit forciert wurde, gnadenlos gelöscht?
Massenweise!
Und jetzt, nach Monaten kommt ihr selber damit an?
RESPEKT!

Montag, 8. März 2010

Beschämte Abkehr vom "Weltvirus"

Im zurückliegenden Jahr war die H1N1-Schweinegrippe - neben der Finanzkrise - das wohl beherrschende globale Thema. In vielen Medien wird derzeit Bilanz gezogen, wie klug dieser Gefahr begegnet wurde und ob die Ausrufung der Influenza-Pandemie seriöse Gesundheitsvorsorge oder ein "unkontrollierter Großversuch" an der Bevölkerung war. Manche dieser Medien haben eine scharfe Korrektur vorgenommen - und sind aus dem von der WHO ("Welt-Hysterie-Organisation" - wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe übersetzt) vorgegebenen Kurs ausgeschert.
Das deutsche Leitmedium hat das am eindrucksvollsten hingekriegt und hinterfragt in einer erstklassigen Aufarbeitung der "Weltkampagne gegen die Schweinegrippe - die Chronik einer Massenhysterie" (nur in der Printausgabe verfügbar) immerhin auch die eigene Rolle. Denn zu Beginn der Kampagne hat der Spiegel mit der Titelstory vom "Welt-Virus"(Heft 19/2009) noch kräftig an der Panik mitgeschürt. Das hat sich in der Folge aber radikal geändert.
Im "Stern"-Archiv finden sich 300 Beiträge zur Schweinegrippe, unzählige Videos - von Urlaubern, die sich "krank wie ein Schwein" gefühlt haben, bis zu den ersten Todesfällen in Deutschland. Nun überwiegt auch hier die Kritik - vermittelt etwa über die Aussage des Epidemiologen der Universität Münster, Ulrich Keil, der beklagt, dass über die großteils unnötigen – weil weder medizinisch sinnvollen, noch von der Bevölkerung angenommenen – Schweinegrippe-Impfstoffe "eine Milliarde durch den Schornstein gepfiffen" wurde.
Trotzig wie ein böses Kind, gibt sich hingegen die Ärzte-Zeitung in Person ihres Redakteurs Michael Hubert. Er hatte mit seinem Medium die Seuche begleitet wie ein treuer Apostel der Pharmaindustrie und stets den medialen Verstärker gespielt, wenn es galt, die lebensrettende Impfung zu bewerben, das besondere Risiko der Schwangeren herauszustreichen oder vor der nächsten und übernächsten Grippewelle zu warnen.
Nun zieht auch Hubert Bilanz und stellt sich die Frage, ob es sich bei der Milliarde tatsächlich um verbranntes Geld gehandelt habe. Seine Antwort ist insofern originell, weil er sinngemäß meint: "Na, wenn schon!" Denn, so Hubert:
Für die einmalig eine Milliarde Euro Pandemieschutz bekommt man beispielsweise ein Jahr ermäßigte Mehrwertsteuer für Hoteliers.
Soll wohl heißen: Und da hätten wir Nicht-Hoteliers ja auch nicht großartig was davon.
Wenn sich ein Medium in erster Linie ihren Inserenten verpflichtet fühlt und erst weit abgeschlagen ihren ärztlichen Lesern, so sind solche Vergleiche im Blattumfeld wohl fast schon als Fakten zu werten.
Wir selber hier im Blog hatten keine wesentlichen Gründe zum argumentativen Hakenschlagen, galt uns die "Gripperl-Pandemie" doch von Beginn an eher als praktisches Beispiel einer Leerübung im Fach "Public-Health für Dummies". Und nach dem, was hier abgeliefert wurde, stand rasch fest, dass die Lehrer die Belehrten bestenfalls an erpresserischer Aufgeregtheit, jedoch sicher nicht an Seriosität überragt haben.