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Donnerstag, 10. April 2025

Die Influenza-Impfung als Grippe-Booster

Bei der Influenza Impfung gibt es zwei schwarze Löcher der Wirksamkeit. Sie betrifft Babys und Kleinkinder sowie ältere Menschen. Das ist bekannt. Doch wie steht es um die Wirksamkeit bei gesunden Erwachsenen? - Das wurde nun im Rahmen einer großen Studie geprüft. Und das Resultat ist verheerend. 

Beim österreichischen Gesundheitsministerium ist die Impfwelt noch in Ordnung

In der mittleren Altersgruppe geht man allgemein davon aus, dass die Impfung Vorteile bringt. Das Robert Koch Institut veröffentlicht beispielsweise jährlich Schätzungen zur Wirksamkeit der Grippe-Impfung mit Resultaten zwischen 20 und 60 Prozent. Manchmal fällt die Schätzung etwas tiefer aus, in manchen Jahren auch etwas höher. 

Aussagekräftige Studien auf hohem Evidenz-Niveau hat das Robert Koch Institut, so wie die meisten Gesundheitsbehörden jedoch noch nie zustande gebracht. Wichtiger war stets die gute Kooperation mit den Impfstoff-Herstellern, mit denen das RKI etwa im Rahmen der 'ARGE Influenza' zusammen arbeitet. 

Auch international sind gute Studien rar. Randomisierte kontrollierte Studien, bei denen die Teilnehmer in die Impfgruppe oder in die Placebogruppe gelost werden und sowohl die Geimpften als auch die Studienbetreiber verblindet sind - wären das Optimum. Diese Art von Studien hätte sogar Beweiskraft, wenn sie korrekt durchgeführt wird. Aber offensichtlich scheuen die Finanziers - und das sind fast immer die Hersteller der Impfungen - so ein Studiendesign. 

Was nun die Cleveland Kliniken - ein großer Krankenhaus-Betreiber im US-Bundesstaat Ohio - durchgeführt haben, ist keine randomisierte Studie. Aber von ihrem Evidenzgrad qualitativ immerhin wesentlich besser, als die Schätzungen des RKI. Die Studie wurde nämlich prospektiv durchgeführt. Das heißt, dass alle Mitarbeiter teilgenommen haben - und über die ganze Grippe-Saison 2024/25 - regelmäßig getestet wurden. Das ist wesentlich aussagekräftiger als ein retrospektives Design oder eine kleine Fall-Kontroll Studie. 

Negative Wirksamkeit

Von den 53.400 Mitarbeitern der Cleveland Kliniken ließen sich 82% impfen. Anfangs lagen die Geimpften und Ungeimpften weitgehend gleichauf, doch je länger die Grippe-Saison dauerte, desto deutlicher zeigte sich, dass die Geimpften ein signifikant höheres Erkrankungsrisiko hatten. Die Wirksamkeit der Influenza-Impfung in der Saison 2024/25 wurde schließlich mit MINUS 27% angegeben. Das heißt, die Geimpften hatten ein 27% höheres Risiko, dass sie an ärztlich bestätigter Influenza erkrankten. 

Die Studienautoren schreiben, dass in den Cleveland Kliniken - so wie in den USA in Gesundheitsberufen üblich - über viele Jahre für die Beschäftigten Impfpflicht herrschte. Nun sollte erstmals der Effekt dieser Maßnahme evaluiert werden. Ob das desaströse Resultat nun dazu beiträgt, die Impfpflicht ein für alle mal abzuschaffen, schreiben die Autoren nicht. Sie fordern aber immerhin, die Wirksamkeit der Impfung nunmehr jedes Jahr mit einem hochwertigen Studiendesign wie ihrem zu testen. Und zu prüfen, ob es sich bei der heurigen Grippe-Saison eventuell um einen Ausreißer gehandelt hat. 

PS: Das hier verwendete Bild stammt von der Seite des österreichischen Gesundheitsministeriums, wo massive unreflektierte Impfwerbung betrieben wird. Österreich ist eines der wenigen Länder, welche die Influenzaimpfung bereits ab 6 Monaten empfiehlt. Und dann jährlich bis ans Lebensende. 

Wenn sich die US-Resultate bestätigen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Lebensende für Geimpfte etwas früher kommt.


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Freitag, 8. April 2022

Weg mit der Impfpflicht für Gesundheitsberufe!

 Im deutschen Bundestag wurde gestern überraschend deutlich die allgemeine Impfpflicht abgelehnt. Der von Abgeordneten der Regierungskoalition eingebrachte Gesetzesentwurf erhielt 296 Stimmen. Dagegen stimmten 378 Abgeordnete. 

Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte nach der Abstimmung, um „unnötige Opfer im Herbst zu vermeiden, sollte der Versuch nicht aufgegeben werden, bis dahin trotzdem eine Impfpflicht zu erreichen“. Olaf Scholz sieht dies offenbar anders. Er finde die Entscheidung des Bundestags „sehr eindeutig“, sagte der Kanzler. „Und es wäre nicht sehr demokratisch, so zu tun, als wäre die Entscheidung ein Unfall oder sowas.“

Dringend nötig wäre es, nun auch noch die Einrichtungs-bezogene Impfpflicht für Gesundheitsberufe abzuschaffen. Ich habe dazu mit einem Team von OVALmedia einen neuen Film gemacht. 

Mit Klick aufs Bild oder hier hin könnt Ihr den Film ansehen. Er dauert eine halbe Stunde.


Anfangs wusste niemand, wie gefährlich das neuartige Corona-Virus war. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte mussten dennoch ihre Arbeit tun. Sie riskierten ihr Leben für ihren Beruf, für ihre Patienten. Viele steckten sich an. Egal ob geimpft oder ungeimpft. 
Nun sind die meisten genesen. Doch für die Politik sind nur geimpfte Pfleger gute Pfleger. Zwei Tage nach der Wahl von Olaf Scholz zum Bundeskanzler beschloss der deutsche Bundestag als erstes Gesetz die Impfpflicht in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen. Nun soll es umgesetzt werden. Tausenden Gesundheitsberuflern droht die Kündigung. Doch das Klinikpersonal wehrt sich.


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Mittwoch, 9. März 2022

Österreich sagt Impfpflicht ab - Deutschland überlegt noch

Die österreichische Impfpflicht ist nun also mal für 3 Monate ausgesetzt. Und das in einer Phase der Rekord-Inzidenz, die vor kurzem noch dafür ausgereicht hätte, einen superharten Lockdown einzuführen. Wir beobachten den ersten zaghaften Versuch der Politik, sich dem Panikmodus der Experten entgegen zu stellen und die eigenen "Haut-die-Ungeimpften"-Reflexe zu hinterfragen. Kann es sein, dass so etwas wie Vernunft einkehrt in der Blase der Corona-Kampffront?

Grün wechselte den Gesundheitsminister aus - und gab klein bei

Noch im November 2021 war Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer einem heftigen medialen Shitstorm ausgesetzt, als er sich den Forderungen des Krebsarztes, Unternehmers und Lobbyisten Richard Greil nach einem Lockdown entgegen setzte. 


Haslauer entschuldigte sich - der Lockdown kam. Und genutzt hat es gar nichts. Die Infektionskurve verlief in Ländern mit und ohne Lockdown - nahezu deckungsgleich. 

Covid-Fälle in Österreich (grüne Kurve) vs. Ungarn und Kroatien:
Der Lockdown im November 2021 wirkt in der Rückschau ziemlich sinnlos

Originellerweise lag Anfang November, als Greil aktiv wurde, die Inzidenz gerade mal bei einem Drittel der aktuellen Zahlen. Auch die Todesfälle lagen um ein Drittel niedriger als heute. Und dennoch nimmt derzeit kein Politiker das Wort "Lockdown" in den Mund. 

Die Politik hat offenbar eingesehen, dass diese Maßnahmen nichts anderes als hilflose Symbole sind und die Mehrzahl der Bevölkerung nicht mehr zu Logik-befreiten Einschränkungen der Freiheit und der Menschenrechte bereit ist. Einzig am ebenso sinnlosen Maskenzwang hält die Politik einstweilen noch fest. Auch nicht aus Überzeugung, sondern um die letzten Gläubigen in Bevölkerung und Medien nicht mit einer allzu raschen Umkehr zu verschrecken.

Deutschland steht vor Abstimmung 

Mit Interesse werden diese Ereignisse in Deutschland verfolgt, wo ab Mitte März die Impfpflicht für Gesundheitsberufe gilt. Anfang April wird im Bundestag obendrein über eine allgemeine Impfpflicht abgestimmt. SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (Foto) und die Mehrzahl der Grünen befürworten sie noch immer. 

Lauterbach schaffte es kürzlich, in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe gleich eine Sommer- UND eine Herbstwelle anzukündigen. Dafür brauche es eine Impfpflicht. Kontrollieren sollen das die Krankenkassen. "Wer keine Impfung nachweisen kann, würde Besuch vom Ordnungsamt bekommen", drohte der Minister. Ab Mai, so Lauterbach, steht ein Omikron-spezifischer Impfstoff zur Verfügung. Insgesamt wurden von der deutschen Regierung 554 Millionen Dosen bestellt. Das sollte für 80 Millionen Landsleute reichen.

Immer mehr Geboosterte auf Deutschlands Intensivstationen

Mit Ausnahme psychisch auffälliger Politiker und glaubens-starker Journalisten hält diese Impfstoffe jedoch kaum noch jemand für wirksam. Sie sind weder geeignet, um vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Viren zu schützen, noch schützen sie vor Weitergabe der Infektion. Und nun zeigt sich, dass sich auch der Schutz vor schweren Verläufen zunehmend in Luft auflöst, wie sogar in den öffentlich rechtlichen Medien nun nachzulesen ist.

Als erste ARD-Anstalt hob der mitteldeutsche Rundfunk (mdr) den bisherigen Denkstreik auf und unterzog die Zahlen des RKI einer kritischen Reflexion. Demnach sinkt die Wirksamkeit der Booster-Impfung gegen schwere Verläufe massiv ab. Binnen nur 6 Wochen ist der Anteil der geboosterten Patienten auf Intensivstationen von 5,8% auf 31,9% gestiegen. Der Anteil der ungeimpften Patienten fiel im selben Zeitraum von 62% auf 34,3% steil ab. Derzeit findet also ein Überholmanöver statt. Bald liegen deutlich mehr vollständig geimpfte als ungeimpfte Patienten auf Deutschlands Intensivstationen.


Die offiziellen Botschaften der Behörde täuschen der Öffentlichkeit jedoch immer noch eine hohe Wirksamkeit der Impfung vor. Die Wissen-Redaktion des mdr kritisiert, dass das Robert Koch Institut für seine Berechnungen auf die Meldungen der Gesundheitsämter zurück greift. Diese kommen aber offenbar überhaupt nicht mehr mit dem Melden nach - die Zahlen liegen deshalb nur noch bei etwa 5% der tatsächlichen Belegung der Intensivstationen. Das mdr nahm deshalb die Zahlen des DIVI Intensivregisters, wo immerhin 80% der Patienten erfasst werden - seit neuestem auch mit Impfstatus. 

Ich finde es ermutigend, dass sich endlich Wissenschaftsjournalisten der öffentlich Rechtlichen wieder auf ihre berufliche Kern-Aufgabe konzentrieren und selbst denken, anstatt offizielle Narrative nachzubeten und die Fakten entsprechend anzupassen. 

Noch verheerender sind die aktuellen Daten aus England. Schottland hat kürzlich sogar aufgehört, offizielle Daten der Behörden zu veröffentlichen, um damit nicht Stoff für die Impfkritik zu bieten.

Daten aus UK: Traurige Bilanz des unwirksamsten Impfstoffs aller Zeiten 


Dass man auf derartigen Zahlen keine Impfpflicht aufbauen kann - weder für die Allgemeinheit, noch für die Gesundheitsberufe –  sollte mittlerweile sogar den allerdümmsten Politikern und Ärztekammer-Funktionären einleuchten.

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Freitag, 26. November 2021

Numbers #06 - Das "Intensiv-Chaos"

 "Das Teufelsvirus hat wieder zugeschlagen in Deutschland und mit kräftiger Mithilfe der Ungeimpften unsere Intensivstationen überfüllt." So ähnlich tönt derzeit das gültige Narrativ aus allen Medien. Um die unerwartet starke Covid-Welle zu brechen, müsse deshalb die heroische tatkräftige Politik wieder mal den Erzieher spielen und uns - zu unser aller Schutz - wahrscheinlich bald in den Lockdown schicken.

Dass diese Schmierentragödie nun schon zum vierten Mal demselben tristen Höhepunkt entgegensteuert, hat in Wahrheit jedoch ganz andere Gründe. Etwa die schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege - die schon lange vor der Pandemie bekannt waren - nun aber durch Mobbing gegenüber Ungeimpften und Genesenen, die den anschließenden Booster verweigerten, noch gewaltig eskaliert sind. Politiker und Klinik-Manager, die gegenüber den "unmündigen Gesundheitsberuflern" gerne den Rohrstock auspacken, trieben viele in die Kündigung. Tausende Intensivbetten mussten daraufhin abgebaut werden, weil die Pflegefachkräfte fehlen. 

Numbers #06 holt diese und andere Auslöser für das aktuelle ‚Intensiv-Chaos‘ vor den Vorhang. 


Das Format "Numbers" gestalte ich zusammen mit dem Graphiker David Gehring für die Berliner Firma "OVALmedia". Hier geht es zum Telegram-Kanal von OVALmedia. 

Donnerstag, 22. Juli 2021

Die Stunde der Impfpflicht

Kein Tag vergeht ohne dass irgendjemand vehement in der Öffentlichkeit für die Impfpflicht eintritt. Im September läuft sogar ein Volksbegehren für die Impfpflicht an. 
Weil mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus Überzeugung - oder infolge des schon über Monate aufgebauten massiven Drucks - geimpft ist, schneidet die Forderung nach einer Impfpflicht auch in den Umfragen immer besser ab. Was man selbst gemacht hat, ist ja immer schon eine Richtschnur dafür gewesen, wie sich gefälligst auch die anderen zu verhalten haben.

Ärzte in einem kalifornischen Impfzentrum warten auf den Ansturm (credit)

 
Eine ältere Dame, die sich vorwiegend über die diversen Nachrichten-Formate des ORF informiert, drückte ihren Standpunkt kürzlich im Gespräch mir gegenüber so aus:
"Mir gehen diese Ungeimpften unglaublich auf die Nerven. Was glauben die eigentlich? Dass sie etwas Besseres sind? Die gefährden die Gesundheit aller Menschen. Da gehört ein Impfzwang her. Auch bei den Kindern. Von denen kommen ja die meisten Infekte her."

Vor einigen Wochen hat mir dieselbe Dame noch erzählt, dass sie nach der 2. Impfdosis drei Tage lang hohes Fieber und Schüttelfrost hatte, so dass sie glaubte, ihre letzte Stunde habe geschlagen. "Ein weiteres Mal würde ich mich sicher nicht mehr impfen lassen", hatte sie damals betont.
Darauf angesprochen sagt sie jetzt: "Ja, mir ist es schlecht gegangen. Aber mit Corona wäre ich wahrscheinlich gestorben."

Soweit also der medial geschulte Volksmund, der sich laut diversen Umfragen bereits auf 50 bis 70% Zustimmung zur Impfpflicht aufsummiert.

Nachdem sich die meisten Politiker an solchen Umfragen orientieren, und außerdem auch noch selbst geimpft sind, wird das Bedürfnis, eine Impfpflicht gesetzlich vorzuschreiben, immer verführerischer.


Die Spirale dreht sich rasch. Und überall blüht Polarisierung und Anlass-Gesetzgebung. Wer nicht geimpft ist, wird nicht mehr angestellt. Wer nicht geimpft ist, darf nicht in die Disko. Wer nicht geimpft ist, wird entlassen. Genesene werden zunehmend aus der 3 G Regel ausgenommen. Begründung: "Weil es so ist! - Warum sollte jemand belohnt werden, der sich infiziert hat?"


Mittlerweile sind laut Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen in Österreich rund 9 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Die Risikogruppen sind zu mehr als 90% durchgeimpft.

Im Vorjahr betrug um diese Zeit die Durchimpfungsrate noch 0%.

Was sich massiv geändert hat, ist die Anzahl der Tests. Österreich hat sich seit dem Vorjahr zum Test-Weltmeister entwickelt. Die Zahl der Tests liegt beim 40-fachen wie noch im Juli 2020. 

Insofern wundert es nicht, wenn auch die positiven Fälle angestiegen sind. 

Die positiven Fälle (blau) liegen deutlich über den Werten des Vorjahres


Die große Mehrzahl der positiv Getesteten hat keine Symptome. Getestet wird nicht, weil der Verdacht auf eine Krankheit besteht, sondern weil die Personen ins Gasthaus oder zum Friseur wollen. 

Aussagekräftiger als die Tests sind die Zahlen der aus den Krankenhäusern gemeldeten Fälle. 

Vergleich der Krankenhaus-Belegung mit Covid-Patienten zum Vorjahr


Wenn man die Bettenbelegung auf Normal- und Intensivstationen vom Juli 21 mit dem Juli 20 vergleicht, merkt man in den Kurven kaum einen Unterschied. Außer, dass es heuer mehr Covid-positive Intensivpatienten gibt.

Wieso hat sich da so wenig zum Besseren verändert, wo doch die Risikogruppen geimpft sind?
Handelt es sich um lauter Ungeimpfte, die in den Krankenhäusern liegen?
Wenn das tatsächlich so wäre, gäbe es längst unzählige Medienberichte, die das in Schlagzeilen und News-Berichten thematisieren. 
Doch hier ist Schweigen im Walde. Es gibt keine Angaben zum Impfstatus der hospitalisierten Corona-Patienten. Der Verdacht liegt somit nahe, dass es umgekehrt ist: dass im Spital großteils Geimpfte liegen.


Wenn die Covid-Kurve im Herbst ähnlich stark ansteigen sollte, wie im Vorjahr, dann wird der Teufel los sein.
Denn auszusprechen, dass die Impfung wenig gebracht hat, kommt für die regierenden Politiker und deren Expertenklüngel keinesfalls in Frage. Es braucht andere Schuldige.
Also wird zum Halali auf die Impfverweigerer geblasen. Der Absturz in die Barbarei ist nahe.

Bleibt nur, auf ein Wunder zu hoffen: Dass die Impfung doch besser wirkt, als sich das jetzt bereits abzeichnet. 
Oder auf das Wunder der Erkenntnis: Dass es doch keine so gute Idee war, die Menschheit einem hoch riskanten wissenschaftlichen Experiment zu unterziehen. 

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Mittwoch, 15. April 2020

Corona-Krise: Sonderwege, Zufälle und öffentliche Inszenierung

Die einen legen unter medialem Beifall das öffentliche Leben lahm - und improvisieren beim Schutz der Risikogruppen. Andere riskieren höhere Infektionsraten, um damit eine Herdenimmunität in der Bevölkerung zu erreichen. Es gibt nur eine Möglichkeit, sich vor der Corona-Krise zu schützen, sagt Anders Tegnell, der Architekt des schwedischen Sonderwegs und das ist die Immunität. Entweder man wartet 18 Monate auf eine Impfung - oder "die Menschen stecken sich an und werden wieder gesund." – Wer hat das bessere Rezept im Umgang mit den Coronaviren? 

Schweden setzt auf den Schutz der Risikogruppen - und lehnt den Lockdown ab (Foto: Jernej Furman)

Zwischen Belgien und den Niederlanden gab es viel böses Blut, weil die Holländer lange Zeit Veranstaltungen erlaubten und Geschäfte offen ließen. Belgien war hingegen unter den ersten EU-Ländern, die rigide Maßnahmen umgesetzt haben. Beide Länder sind etwa gleich dicht besiedelt. Beide hatten lange Zeit ähnliche Infektionsraten.
Wie ist es aber nun zu erklären, dass Belgien mit heutigem Stand 4.440 Corona-Todesfälle hat und die Niederlande weniger als 3.000?
Die Antwort liegt wohl im Übergreifen der Epidemie auf die Alten- und Pflegeheime. Von dort stammen nämlich 40% der belgischen Todesfälle. Das ist ein im internationalen Vergleich sehr hoher Anteil. Und es zeigt sich, was man eigentlich schon von Beginn an - von den chinesischen Erfahrungen her - wusste: Dass es in erster Linie drauf an kommt, diese Einrichtungen vor einem Übergreifen der Infektion zu schützen.

Insofern finde ich es einigermaßen spät, dass von Seiten der österreichischen Regierung "für die Zeit nach Ostern" ein Testschwerpunkt für die Alters- und Pflegeheime angekündigt wurde.
Man legt Mitte März ein ganzes Land still - um die Risikogruppe der chronisch Kranken und Hochbetagten zu schützen. Und Mitte April kommt man auf die Idee, dass es nun an der Zeit wäre, sich verstärkt den Heimen zu widmen.
Hätte man das nicht bereits ein Monat früher wissen können?
Oder ging es damals in erster Linie darum, Maßnahmen zu setzen, die jede Bürgerin / jeder Bürger sofort spürt. Damit deutlich wird, dass die Regierung entschlossen und handlungsstark ist und rasch etwas tut. Ob das auch sinnvoll ist, was getan wird, war wohl zweitrangig. Was zählte waren publikumswirksam im TV moderierte Sofortmaßnahmen.

Ich weiß aus persönlichen Kontakten, wie unterversorgt viele Heime mit Mundschutz & Co. waren. Wie sehr hier gewurschtelt und improvisiert werden musste. Wie kompliziert es war und wie lang es gedauert hat, bis Verdachtsfälle getestet werden konnten. Wie sich die Pfleger dann mit den "Risiko-Klienten" geplagt haben - und selbst keine Ahnung hatten, ob sie oder andere Kollegen nicht auch bereits längst infiziert waren.
Wie sehr es demnach pures Glück war, dass wir keine ähnlich hohe Infektionsrate wie Belgien oder Italien hatten.

Mehr und mehr zeigt sich, dass es wohl auf die unbemerkt abgelaufene Basis-Infektion in der Bevölkerung ankam, ob die Corona-Krise mehr oder weniger hart zugeschlagen hat. Das geschah Wochen oder Monate bevor überhaupt irgendwelche Maßnahmen gesetzt werden konnten - weil niemand ahnte, was im Stillen vor sich geht.
Und das wurde begünstigt, wenn dicht bevölkerte Ballungsräume zuerst infiziert wurden.
Und dann ging alles sehr schnell, als die Epidemie-Kurve anstieg und sichtbar wurde. Plötzlich überschwemmte eine Lawine an schwer kranken Menschen, binnen kurzer Zeit die Kliniken und löste in den Zentren der Epidemie das bekannte Katastrophen-Szenario aus.

Ob Schulen und Geschäfte etwas früher, oder später oder gar nicht geschlossen wurden, machte dabei weit weniger aus, als wir annehmen. Dies zeigt der Vergleich von Belgien und den Niederlanden - und auch der Verlauf der Infektionswelle in Großbritannien oder in Frankreich. Das unterscheidet sich nicht wesentlich. Wer annimmt, dass die Norweger oder die Österreicher klüger als die Spanier und die Franzosen wären oder die Süditaliener disziplinierter als die Norditaliener - wie das Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres kürzlich bei "Talk im Hangar" verlautbarte, macht sich und anderen etwas vor.

Am wichtigsten war wohl in erster Linie der Schutz bzw. Selbstschutz der Risikogruppen. Und ob es gelungen ist, die Viren aus den Alten- und Pflegeheimen, sowie bestimmten Krankenhaus-Abteilungen heraus zu halten.
In manchen Ländern ist das besser gelungen - teils durch gezielte Maßnahmen, teils durch pures Glück.

Jetzt wird es wärmer. Erkältungsviren klingen langsam ab. Wenn wir den Schutz der Risikogruppen hoch halten - wäre es eine gute Idee, die Kinder – nach dem Vorbild von Schweden – jetzt wieder in die Schulen und Kindergärten zu schicken. Damit sie dort noch Kontakt mit den Viren machen und immun werden.
Jedes immune Kind und jeder immune Erwachsene bildet im nächsten Winter, wenn die Viren wieder kommen, ein Schutzschild für die bedrohten Mitmenschen. Und verhindert ein neuerliches Aufflackern dieser Epidemie.

Montag, 6. April 2020

Coronaviren: Langsame Rückkehr zur Normalität

Die Zeichen mehren sich, dass der Höhepunkt der Corona-Krise überschritten ist. Deutlich früher als von vielen akademischen Reitern der Apokalypse erwartet, weisen die Zahlen der Neuinfektionen und Verstorbenen in Richtung eines Abklingens der Epidemie. Nun bleibt die Frage zu klären, was eigentlich konkret passiert ist. 
Und somit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie hoch der Beitrag der Isolations-Maßnahmen zur Bewältigung der Krise war und wie rasch diese nun aufgehoben werden können.  

Handelte es sich - wie Kritiker der "Corona-Hysterie" meinen, um ein neuartiges aber ansonsten ganz normales Virus, das unter dem Vergrößerungsglas der PCR-Tests und der enormen medialen Aufmerksamkeit zu einem Gespenst aufgeblasen wurde? - Oder war es tatsächlich eine unabwendbare Natur-Katastrophe, die ähnlich einem Tsunami die Welt überrollte - und damit den größten Einbruch der Weltwirtschaft seit 1945 ausgelöst hat.
Dies wäre unbedingt und ohne Rücksichten aufzuklären. Denn davon hängt es auch ab, ob wir in Zeiten des immer intensiver werdenden Viren-Trackings künftig alle paar Jahre ähnliche Zustände erleben.



Accessoir des Jahres 2020: Schutzmasken (c: FolsomNatural)
Millionenfach wurden in den letzten Wochen Artikel des Bloggers Tomas Pueyo geteilt, in denen er den Politikern nahelegt zu handeln. Sie müssten, schreibt er, den Hammer drastischer Maßnahmen schwingen, damit wir danach den Tanz der Erleichterung zelebrieren können ("Der Hammer und der Tanz"). Pueyo beschreibt, dass die Länder genau eine einzige Möglichkeit haben, um den Zusammenbruch der Gesundheitssysteme zu verhindern: "Entweder kämpfen sie jetzt hart, oder sie werden eine massive Epidemie erleiden." Wenn sie nicht drastische Maßnahmen setzen, "werden Hunderttausende sterben. In einigen Ländern Millionen."

Er argumentiert, dass es in China durch massive Maßnahmen zur Unterdrückung der Virus-Weitergabe gelungen ist, die Epidemie in den Griff zu bekommen. Es wäre demnach heller Wahnsinn, diesem Beispiel nicht zu folgen.
Sein Szenario für die USA klingt wie die Apokalypse: 75% der Bevölkerung infizieren sich, von ihnen sterben 4%, weil das Gesundheitssystem überfordert ist. "Das ist ungefähr das 25-fache der Zahl der US-Toten im 2. Weltkrieg."
Falls die Sterberate nur bei 0,6% liegen sollte - weil 75% der Infizierten keine Symptome zeigen und deshalb von den Tests nicht erfasst würden - ginge die Sache etwas glimpflicher aus - dennoch wären immer noch 500.000 Todesfälle zu erwarten.
Ähnliche Zahlen gelten für Europa.
Natürlich hat Pueyo – ein erfolgreicher Software-Entwickler und Unternehmer – diese Zahlen nicht selbst erfunden. Er zitiert zur Untermauerung seiner Angaben die Arbeiten angesehener Experten. Um dieses Horrorszenario zu verhindern, gäbe es nur einen einzigen Weg: Jenen der bestmöglichen Unterdrückung ("Suppression") der Weitergabe der Viren.


Wer bekämpft die Viren richtig hart?

Pueyo skizzierte mit seinen Artikeln eine "neue Normalität", die nach und nach umgesetzt wurde: Mit den bekannten Einschränkungen des Privat- und Berufslebens: mit "Homeoffice", Ausgeh- und Versammlungs-Verboten, geschlossenen Schulen und Geschäften. Die Länder überboten sich gegenseitig in der Schärfe ihrer Maßnahmen.
Doch einige Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Schweden versuchten zunächst den weniger strikten Weg der "Mitigation". Damit ist die Minderung der Viren-Übertragung gemeint - im Wesentlichen durch den Schutz bzw. die Isolation der Risikogruppen sowie den freiwilligen Hausarrest von Menschen mit Krankheitssymptomen. Gleichzeitig sollten nach dieser Strategie aber Schulen und Kindergärten sowie die meisten Geschäfte offenbleiben, damit jene, die ein geringes Risiko haben, sich infizieren und in der Folge immun werden. Solcherart wäre dann auf Dauer ein Großteil der Bevölkerung immun - und damit auch die Risikogruppen in Sicherheit.

Großbritannien stand von Beginn an unter heftiger Kritik. Mehr als 200 Wissenschaftler unterzeichneten einen Appell, schleunigst auf den Weg der "Suppression" umzusteigen. Ein Bericht des Imperial College London prognostizierte eine halbe Million Todesopfer. Als dann auch noch die Fallzahlen kräftig anstiegen, wurde es Boris Johnson zu heiß und er änderte radikal die britische Corona-Strategie. Die Fallzahlen stiegen zwar auch in anderen Ländern, wo die "Suppression" durchgesetzt wurde, doch Johnson kämpfte hier bereits um sein politisches Überleben und hielt dem Druck nicht mehr stand.
Dasselbe geschah - mit Abstrichen - in den Niederlanden, obwohl hier im Vergleich zum extrem strengen Nachbarland Belgien viele Geschäfte offen blieben.
In Schweden sind - zumindest zum heutigen Tag - hingegen noch immer fast alle Schulen (für Schüler unter 16 Jahren) und Kindergärten, sowie Gasthäuser, Geschäfte und Grenzen offen. Damit steht Schweden nun exponiert mit seiner Strategie und allein unter heftiger Kritik. Laufend müssen sich schwedische Politiker und Behörden den teils recht aggressiv vorgetragenen Fragen der Weltpresse - sowie der internationalen Virologen-Community stellen.
Am Sonntag sagte Schwedens führender Epidemiologe Anders Tegnell, dass es Zeichen gebe, dass der Ausbruch bald den Höhepunkt erreicht hat und die Kurve der Neuinfektionen flacher wird - speziell in der Hauptstadt-Region um Stockholm.


Spielen die Maßnahmen überhaupt eine Rolle?

Ich habe hier einige europäische Länder mit ähnlicher Bevölkerungsgröße verglichen. Obwohl die Schweiz eines der ersten Länder war, das Veranstaltungen abgesagt und Schulen geschlossen hat, führt es die Liste der COVID-19 Fälle an. Belgien und die Niederlande - Nachbarn, die sich für unterschiedliche Strategien entschieden hatten, unterscheiden sich in den Auswirkungen kaum. Und das "offene" Schweden liegt ebenso weit unten, wie Tschechien, das in der EU als eines der ersten die Grenzen zu Nachbarländern geschlossen hat.  Österreich, das eine sehr restriktive Politik fährt, rangiert im Mittelfeld.
Bei derartigen Kurven ist immer mit zu bedenken, dass die Kurve gar nicht fallen kann, weil die Zahlen hier kumulativ angegeben werden.



Auch wenn die Zahlen nicht kumulativ angeführt werden, sondern nach neuen Fällen pro Tag, ergibt sich ein ähnliches Bild. 



Und hier nun die aktuellen Zahlen, die Hoffnung machen, dass der Spuk bald ein Ende hat.
Die weltweit erhobene Zahl der Todesfälle mit positivem Corona-Befund scheint den Gipfel erreicht zu haben.

Hier die Trends aus den am stärksten betroffenen Ländern Europas: Spanien, Italien und Frankreich: 



Der Wachstums-Faktor schwächt sich deutlich ab. Ein Wert unter eins bedeutet ein Schrumpfen der Fallzahlen. 

Natürlich bedeutet das noch nicht die endgültige Entwarnung. Es ist ein Hoffnungs-Schimmer. Doch allemal geben diese Zahlen weitere Rätsel auf. Denn was ist nun eigentlich passiert?
Wie war es möglich, dass in Italien, Frankreich und Spanien so derart katastrophale Zustände herrschen, während andere Länder offenbar glimpflicher davon kommen. Und zwar weitgehend unabhängig davon, ob aggressive oder weniger aggressive Maßnahmen verhängt werden.
Die Aufklärung dieses Rätsels ist von immenser Bedeutung. Denn eines ist klar: Wenn die aggressive Unterdrückung der Infektion sich als Königsweg erweist, so wird der öffentliche Druck groß sein, bei nächster Gelegenheit dieselben – oder noch drakonischere – Maßnahmen einzusetzen.

"Wenn die Epidemie abgeklungen ist, wird sich eine Schlange von Menschen bilden, die dafür die Lorbeeren einstreifen wollen. – Aber vergessen Sie dabei nicht den Witz über die Tiger", schreibt der dänische Wissenschaftler Peter Gøtzsche in seinem Artikel "Eine Epidemie der Massen-Panik".
Der Tiger-Witz geht so:
"Warum bläst du denn ständig in die Trompete?" – "Um die Tiger fernzuhalten." – "Aber hier sind doch gar keine Tiger" – "Na, siehst du, es wirkt!"


Die Sache mit den Schutzmasken

Unbestritten ist die Gefährlichkeit der neuartigen Coronaviren für ältere Personen mit Vorerkrankungen. Eine von den italienischen Behörden kürzlich veröffentlichte Analyse der Todesfälle ergab ein Durchschnittsalter von 79,5 Jahren. Nur fünf Menschen waren unter 40 Jahre, alle waren krank, ehe sie sich mit dem Virus infizierten. 70 Prozent der Opfer sind Männer. Drei Personen ( 0,8 Prozent) starben offenbar ausschließlich "am" Coronavirus - "ohne wenn und aber", wie die Italiener sagen. Alle anderen litten an mindestens einer schweren Vorerkrankung.

Die Risikogruppe war also von Beginn an klar definiert. Es galt in erster Linie die Alten- und Pflegeheime, sowie die mit alten Patienten frequentierten Krankenhaus-Abteilungen zu schützen. Denn dort sind die Hotspots, aus denen die Überlastung des Gesundheitssystems resultiert. Wenn sich in diesen Einrichtungen die Infektion verbreitet, beginnt der Zustrom zu den Intensivstationen. Von dort kommen die Patienten, die den Betrieb lahm legen. Dort besteht das höchste Sterberisiko.

Zu einem Zeitpunkt, als Länder wie Österreich oder Deutschland ihr Sozial- und Wirtschaftsleben weitgehend still legten, fehlte es aber vollständig an einer klaren Strategie zum Schutz dieser Risikogruppen. Es gab weder genug Schutzkleidung noch Masken, noch einheitliche Richtlinien für deren Anwendung. Weder wurden die Angestellten routinemäßig getestet, noch funktionierte die Isolation der infizierten Senioren. Viele der Schutzmasken waren zudem vor allem darauf ausgerichtet, jene zu schützen, die sie trugen. Die Atemluft der Ärzte und Pfleger strömte ungefiltert in die Umgebung.
Es ist also weitgehend ein Wunder, dass sich bisher keine größeren Epidemien in diesen Einrichtungen ausgebreitet haben und für ähnliche Sterbezahlen sorgen wie in Italien oder Spanien.

Von einem Tag auf den anderen wurde die Wirtschaft lahm gelegt. Es bildete sich ein Heer von Arbeitslosen, unzählige Menschen sind in ihrer Existenz bedroht. Viele Milliarden Euro müssen aus dem Steuertopf bezahlt werden. Was hier angerichtet wurde, ist in den Konsequenzen überhaupt noch nicht absehbar.
Doch ob sich die Pflegeheime und Krankenanstalten in tödliche Infektionsherde verwandeln, das war mehr oder weniger Glückssache. Opa und Oma, für deren Schutz das Katastrophen-Szenario in erster Linie veranstaltet wurde, waren dem vollen Infektionsrisiko ausgesetzt.


Lehren aus der Krise

Nun verhält sich die Epidemie also, wie sich Epidemien verhalten. Solange empfängliche Personen rundum sind, breiten sich die Viren mit enormer Geschwindigkeit aus. Wenn dann in den Zentren der Infektion die Zahl der immunen Menschen steigt, wirkt das wie eine unsichtbare Mauer und die Epidemie stürzt - so schnell wie sie gekommen ist - in sich zusammen.

Das Immunsystem der weitaus meisten Menschen hatte keine Probleme mit den Viren. Ein Teil entwickelte die üblichen Symptome eines grippalen Infekts, die Mehrzahl wurde immun - ohne jegliche Anzeichen von Krankheit. Doch die Viren gaben sie weiter. Und eine spezielle Risikogruppe – eben die viel zitierten alten Menschen mit Vorerkrankungen – war besonders gefährdet. "Bei diesen Patienten scheint die Krankheit eine zweite Phase einzulegen", beschrieb das Phänomen ein italienischer Intensivmediziner, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe. "Während die einen über dem Berg sind, gibt es hier eine zweite Phase, in der das Immunsystem massiv die Lungen attackiert."

Wir haben diese neuartigen Coronaviren erst am Höhepunkt der Epidemie in Wuhan bemerkt. Mit großer Wahrscheinlichkeit waren sie aber bereits Monate davor in Umlauf. Auch aus Oberitalien gab es laut Giuseppe Remuzzi, Direktor des Mario-Negri-Instituts für Pharmakologische Forschung in Mailand, bereits im November 2019 Berichte über "eine Häufung von ungewöhnlich verlaufenden Lungenentzündungen".
Es fällt uns generell schwer, eine solche Krankheit mit dem Verstand zu begreifen, weil wir den Viren immer hinterher sind. Es dauert im Schnitt drei bis vier Wochen von der Infektion bis zu den Spätfolgen mit Lungenentzündung und Lebensgefahr. Deshalb erleben wir die Sterbezahlen, die viele von uns gebannt auf Worldometers.info , ourworldindata.org oder euromomo.eu verfolgen, mit einer enormen Verzögerung. Diese Zahlen haben jedoch wenig zu tun mit den aktuellen Quarantäne-Maßnahmen, weil ihr Ursprung großteils in der Zeit vor dem Lockdown liegt.

Was nehmen wir nun mit aus diesem "Corona-Frühling" und seinem Wahrzeichen, der Schutzmaske?
"Das Wort von jedem Menschenleben, das zählt, ist ja sehr freundlich und human und im Prinzip stimme ich dem zu", schreibt der deutsche Psychologe, Philosoph und Gesundheitswissenschaftler Harald Walach. "Aber im Moment wird es so interpretiert, als müsse man jeden Tod immer und um jeden Preis vermeiden."
Walach kritisiert die unbedingte Konzentration auf das eine Virus - als gebe es plötzlich keine anderen gesundheitlichen Probleme oder Todesfälle mehr. "Man sollte den Leuten sagen: Ja, es werden Leute an dieser Infektion sterben. Das ist gar nicht vermeidbar. Sie sterben auch an Grippe, an gebrochenen Herzen, an Einsamkeit, an Verzweiflung, nur findet man dann keinen Virus und zählt sie nicht jeden Tag im Fernsehen. Aber man sollte auch sagen, daß das höchstwahrscheinlich nicht mehr sein werden, als wir es von anderen Infektionskrankheiten kennen."




Dienstag, 1. Dezember 2015

Widerstand gegen den Pharma-Filz

Hier ein Interview, das Antje Plaikner für das Journal "Der österreichische Journalist" mit mir geführt hat. Es geht darin um die Schwerpunkte meiner Arbeit – die Inhalte meines aktuellen Buchs "Die Hygienefalle" – sowie die Rolle und den Zustand des Wissenschaftsjournalismus im Land.


Warum wurden Sie Medizinjournalist?

Bert Ehgartner: Als junger Journalist bei der Ganzen Woche habe ich einen kritischen Artikel zur Zeckenimpfung geschrieben und wurde daraufhin von der Herstellerfirma Immuno wegen angeblicher Geschäftsschädigung auf eine Million Schilling privat geklagt. Das war für mich existenzgefährdend und ein ziemlicher Schock. Ich habe mich daraufhin sehr gut auf den Prozess vorbereitet und war überrascht, wie schwach die wissenschaftliche Basis für die Impfempfehlung – speziell für deren Sicherheit – war. Immuno hat den Prozessbeginn zwei Jahre lang verzögert und dann plötzlich die Klage fallen gelassen. Ich wechselte 1997 zum Redaktionsbüro Langbein & Skalnik, weil mich deren Schwerpunkt auf Wissenschaft und Medizin fasziniert hat und setzte mein angesammeltes Wissen um die Zecken gleich in einem Dokumentarfilm um.


2013 erregte ihr Film "Die Akte Aluminium" große Aufmerksamkeit und rückte das Metall in ein ungesundes Licht. Sie bereiten derzeit einen weiteren Alu-Film vor. Wie kamen Sie zu diesem Thema?

Auch das hat mit Impfungen zu tun. Als ich mich um das Jahr 2000 mit Artikeln für die Entfernung von Quecksilber aus Babyimpfstoffen engagiert habe, bemerkte ich, dass dort mit Aluminium noch ein zweites toxisches Metall eingesetzt wird. Die Recherchen zeigten dann, dass Alu-Verbindungen in vielen hoch sensiblen Lebensbereichen eingesetzt werden.


Alu hatte ja bis vor kurzer Zeit ein sauberes Image.

Ja, aber schon in den 1970er und 80er-Jahren wurde diskutiert, ob Aluminium einer der Auslöser für Alzheimer sein könnte, weil es bei verstorbenen Patienten in hohen Dosen im Zentrum der zerstörten Gehirne gefunden wurde. Aluminium wird auch zur Trinkwasser-Reinigung verwendet. Und es gab einige Studien, die zeigten, dass in Trinkwasserbezirken, wo diese Technologie einsetzt wird, ein doppelt so hohes Risiko besteht an Alzheimer zu erkranken. Das hat die Aluminium-Industrie wachgerüttelt und diese betreibt seit den 80er-Jahren massives Lobbying. Zahlreiche Wissenschaftler wurden finanziert, die Literatur mit Pro-Aluminium Studien geflutet. Mit Erfolg. Kürzlich habe ich zwei aktuelle Bücher zum Thema Alzheimer und Demenz gelesen, in denen kommt nicht einmal mehr das Wort Aluminium vor.


Sie selbst fächern das Thema auf: Alu und Impfung, Alu und Alzheimer, Alu und Brustkrebs, Alu und Allergie.

Wir erleben derzeit eine Epidemie von chronischen Krankheiten, die alle mit einem aggressiven, fehl geleiteten Immunsystem zu tun haben. Und wir wissen gleichzeitig, dass es bei Impfungen die Aufgabe der Alu-Verbindungen ist, das Immunsystem aggressiv zu machen. Heute wird im Vergleich zu den 80ern zwei- bis dreimal so viel geimpft. Babys erhalten im Alter von drei Monaten bis zu drei aluminiumhaltige Impfungen an einem einzigen Tag. Die Folgen für das Immunsystem der Kinder werden nicht wirklich untersucht. Impfungen sind offenbar die Heiligen Kühe der Wissenschaft, die auf keinen Fall kritisch hinterfragt werden dürfen. Ich bleibe aber dran und werde deshalb im Internet als „Impfgegner“ und als Anhänger von Verschwörungstheorien verleumdet.


Wie beurteilen Sie das derzeitige berufliche Umfeld von Wissenschaftsjournalisten?

Speziell problematisch ist es für die freien Kollegen. Es gibt z.B. finanzierte Wissenschaftsbeilagen. Deren Auftraggeber verlangen oft Hofberichterstattung, wer dem nicht entspricht erhält kaum Aufträge. Die Vermischung von PR und Wissenschaft ist hier unglaublich. Doch auch die Wissenschaft selbst befindet sich in einer ähnlichen Situation, denn mehr als 90 Prozent der medizinischen Studien werden von der Industrie finanziert. Führende Köpfe an den Universitäten werden vor allem danach ausgewählt, wie gut sie mit der Industrie zusammenarbeiten und Drittmittel einwerben. Der Professorenjob gleicht mitunter dem einer Puffmutter, Lobbyisten lenken die Verteilung von Fördergeldern, und die Industrie hat es sich als Vampir der Gesundheits- und Sozialsysteme bequem eingerichtet.


Wie überlebt man in diesem Machtgezerre als Journalist?

Als unabhängiger Journalist überlebt man schwer. Es gibt kaum Rückhalt in den Verlagen. Ich habe beispielsweise 30 Titelgeschichten für Profil geschrieben. Die Honorare für solche Geschichten wurden zunächst eingefroren und schließlich sogar um 30 Prozent gekürzt. Mit kritischen Geschichten wurde es zuletzt immer schwieriger und ich hatte den Eindruck, dass immer mehr Rücksicht auf die Anzeigenkunden genommen wird. Ich habe deshalb die Zusammenarbeit eingestellt. Zum Glück stehe ich auf mehreren Beinen: Ich schreibe Bücher, mache Filme und arbeite für ausländische Medien.


Wer fördert denn diese Zustände?

Wenn es kaum unabhängige Wissenschaft gibt und Wissenschaftsjournalisten jedem Auftrag hinterherhecheln müssen, kann sich keine Opposition bilden, welche die unglaublichen Zustände in der Branche aufarbeitet. Die Gesundheitspolitik wird umschwärmt von Lobbyisten und hält es für eine gute Idee, die Wissenschaft vollständig der Industrie zu überlassen. Es gibt keinerlei Kontrollfunktion; mit dem Resultat, dass wir unverschämt teure Arzneimittel in einem vollständig korrupten Medizinsystem einkaufen müssen, wo nicht einmal die Wirksamkeit und Sicherheit der Mittel unabhängig geprüft wurde.


Was müsste sich grundsätzlich ändern?

Wir müssen uns als mündige Gesellschaft wieder eine unabhängige Wissenschaft leisten. Das heißt, der Pharmaindustrie sollte die Kontrolle über die Zulassungsstudien entzogen werden. Ein neu entwickeltes Medikament müsste einer unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtung übergeben werden, die damit Studien durchführt. Das ist eine Forderung Peter Gøtzsches, Medizinforscher und Direktor des Nordic Cochrane-Centers, der die Zusammenhänge in seinem aktuellen Buch Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität aufzeigt. Wir sind derzeit in einem mafiösen Geflecht gefangen. Die wirkliche Korruption spielt heute – viel mehr noch als in der Wirtschaft – in der Wissenschaft. Und das ist beruflich schon eine interessante Herausforderung.


Ist unsere Gesellschaft nicht recht immun gegen Veränderungen?

Rund ein Drittel der Bevölkerung ist mittlerweile chronisch krank, und der Anteil der Kinder mit Allergien, Autoimmunerkrankungen und Entwicklungsstörungen nimmt weiterhin rasant zu. In den USA sind die gesunden Kinder sogar schon in der Minderzahl und der Trend schlägt voll nach Europa durch. So weiter zu machen wie bisher, hieße in den Untergang zu steuern. Wir werden immer mehr zu einer Bevölkerung, die auf die Bedürfnisse der Industrie hin optimiert ist und ein Leben lang Therapien braucht: Vom Kaiserschnitt bis zur finalen Chemo.


Hat sich hier nicht schon etwas getan, weil die Öffentlichkeit Druck macht?

Viele Menschen informieren sich nur noch im Internet, weil offensichtlich ist, dass die Mainstream Medien befangen sind. Das Problem ist jedoch, dass dort die absolute Narrenfreiheit herrscht und wir erst lernen, diesen Wust an Infos einzuschätzen. Soziale Medien sind aber sicherlich – so wie auch in der Politik – ein Instrument der Opposition. Alufreie Deos sind ein gutes Beispiel. Hier haben die Konsumenten enormen Druck ausgeübt und etwas verändern können. Ein anderes Beispiel: In Frankreich hat eine starke Initiative 750.000 Unterschriften gesammelt, um für Babys alufreie Impfstoffe auf den Markt zu bringen. Nun sind die Behörden am Zug.


Bringen Bürgerbewegungen das zustande, wovor sich Politik fürchtet?

Der Druck muss von der Öffentlichkeit kommen. Nur dann zeigen Politiker Rückgrat und wehren sich gegen Lobbyisten, mit denen sie sonst kooperieren. Wir müssen als Gesellschaft extrem aufpassen, dass wir nicht in Richtung einer Medizindiktatur abgleiten, wo endgültig die Lobbys mit Angstparolen und Meinungsterror herrschen. Und in dieser schwierigen Situation spielen unabhängige Journalisten und Wissenschaftler eine entscheidende Rolle.  


[Dieses Interview erschien in der Ausgabe 10/11 2015 des ÖJ, Autorin: Antje Plaikner]

Freitag, 8. März 2013

Was tun gegen Impfskeptiker?

Gestern wurde eine Studie der Karl Landsteiner Gesellschaft (KLG) zur Einstellung der österr. Bevölkerung zu Impfungen präsentiert. Befragt wurden 750 Eltern (mit Kindern im Alter bis 13 Jahren).
Das Ergebnis wurde auf orf.at so zusammen gefasst:
Die Mehrheit der Eltern (57%) steht Impfungen kritisch gegenüber, vier Prozent lehnten sie überhaupt ab. Am häufigsten stimmen Eltern einer Impfung nicht zu, da sie den Schutz als unnötig empfinden (44 Prozent). Auch die Sorge, das Kind könnte zu stark belastet werden (35 Prozent) und die Angst vor Nebenwirkungen und Impfschäden (34 Prozent) spielen eine Rolle. 40 Prozent sehen sogar einen klaren Zusammenhang zwischen Impfungen im Kindesalter und der Zunahme von Allergien. Nur 68 Prozent gaben an, den österreichischen Impfempfehlungen zu vertrauen. Karl Zwiauer, Leiter des Instituts für pädiatrische Fortbildung und Forschung der KLG ortete einen "massiven Kommunikationsbedarf". 

Ich weiß nicht, ob es mit dieser immer skeptischer werdenden Öffentlichkeit zu tun hat, oder ob es reiner Zufall war. Jedenfalls habe ich vor einigen Tagen eine Anfrage der Vorsitzenden des "Nationalen Impfgremiums Österreich", sowie der Firma "Medical Dialogue" erhalten, in der ich um Mithilfe gebeten wurde.
Dies war das Schreiben:
Sehr geehrter Herr Ehgartner! 
Das Nationale Impfgremium arbeitet gerade an Empfehlungen zu dem Thema: „Impfungen: Reaktionen & Nebenwirkungen“. Diese werden im Herbst 2013 im Stile der beiliegenden Empfehlungen „Impfungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen“ publiziert werden. Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang ganz herzlich einladen/bitten, die Ihnen bekannten bzw. häufig diskutierten kritischen Argumente zu dem Thema Impfreaktionen und Nebenwirkungen stichwortartig festzuhalten und uns zukommen zu lassen. Wir möchten versuchen in dem geplanten Paper, soweit das möglich ist, auf alle Ängste und Unsicherheiten in diesem Zusammenhang einzugehen. Da Sie als Fachjournalist sicherlich häufig mit dieser Thematik zu tun haben, würden wir gerne Ihre Erfahrungen in dieses Projekt miteinfließen lassen.
Mit freundlichen Grüßen  
Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Vorsitzende des Nationalen Impfgremiums Österreichs, Karl Buresch Medical Dialogue
Einer der Autoren der erwähnten Impf-Empfehlungen für Mitarbeiter in Gesundheitsberufen war auch Univ.-Prof. Karl Zwiauer.
Um einen kurzen Eindruck zu bekommen, in welchem Stil und mit welcher Intention diese Empfehlungen verfasst sind, genügt es, die ersten beiden Sätze der Einleitung zu lesen:
Die Durchimpfungsraten sind beim Gesundheitspersonal (Health Care Workers, HCW) in Österreich – insbesondere auch im Krankenhausbereich – als nicht ausreichend zu bezeichnen. Dies ist ein Problem, das über die persönlichen Interessen der betroffenen MitarbeiterInnen hinausgeht, da hier vor allem auch der Schutz der betreuten PatientInnen vor durch Impfung vermeidbaren Infektionskrankheiten zu bedenken ist. 
In diesem Stil geht es weiter. (download der Empfehlungen). Auf 15 Seiten folgen Informationen über eine Impfung nach der anderen, welche sich durchwegs auf die Vorteile der Krankheitsvermeidung beschränken.
Im Punkt "Ethische Aspekte" wird sogar über verpflichtende Impfungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen - nach dem Vorbild der USA - spekuliert:
Das Spannungsfeld, in dem wir uns hier bewegen, ist das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen in Bezug auf das allgemeine Wohl. Ist es ehtisch vertretbar - ja sogar geboten -, die Autonomie des Einzelnen zu beschränken, wenn Nutzen für die Gemeinschaft erzielt werden kann?
Diese Frage wird sogleich beantwortet:
Folgende Kriterien werden unter anderem als ethische Legitimation für Präventionsprogramme herangezogen: nachgewiesene Effektivität, günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis und akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis. All diese Kriterien werden von Impfungen erfüllt.
Und wem das noch immer nicht ausreicht, den wird wohl das letzte, das finale Argument, vollends überzeugen:
Ein weiterer Grund, weshalb HCW es als professionelle Verpflichtung ansehen sollten, sich gegen Infektionskrankheiten impfen zu lassen, besteht darin, auf diese Weise ein öffentliches Statement für Impfungen abzugeben. 
So, nun ist es genug mit Zitieren.
Folgendes habe ich den Mitarbeitern des Nationalen Impfgremius geantwortet:
Danke für Ihr Schreiben und Ihr Interesse an meinen diesbezüglichen Erfahrungen. 
Erlauben Sie mir zunächst eine Bemerkung. Ihre beiliegenden Empfehlungen "Impfungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen" haben eine grundlegende Schwäche: Beginnend beim ersten Satz der Einleitung ähneln sie einer Werbeschrift, welche - ohne dafür Evidenz zu nennen - davon ausgeht, dass es der Idealzustand wäre, wenn 100 % der Mitarbeiter im Gesundheitswesen vollständig gegen alle empfohlenen Krankheiten geimpft wären. 
Damit wird allen Mitarbeitern im Gesundheitswesen, welche Impflücken haben, suggeriert, Sie würden sich, ihre Kollegen und die Patienten gefährden. Bei Mitarbeitern, welche einzelnen Impfungen kritisch gegenüber stehen, ist die Folge eine grundsätzlich ablehnende Haltung "gegen der Impflobby", welche diese Empfehlungen erstellt hat. 
Bestätigt wird dieses Misstrauen dann auch noch durch einen Blick auf die finanziellen Interessenskonflikte (welche löblicherweise angeführt werden). Gerade die Tatsache, dass etwa die Hälfte des Gremiums hier Bezüge hat, erfordert eine besonders offene Herangehensweise, welche verfügbare Evidenz nennt - aber auch Wissenslücken etc. thematisiert. 
Dass die Prävention von Krankheit durch Impfungen zwangsläufig eine gesündere Gesellschaft zur Folge hat, klingt zwar nach einem logischen Schluss - allerdings haben sich in der Medizin bereits einige derart mit "Hausverstand" begründete Thesen als falsch erwiesen, sobald z.B. randomisierte kontrollierte Studien verfügbar waren.
Als Beispiele sei die Hormonersatztherapie ab Menopause genannt oder auch die teils lebensgefährlichen Folgen einer "zu guten" Einstellung des Blutzuckers durch Medikamente. 
Gleich Ihr erstes Beispiel, die Impfung gegen DTP (Diphtherie/Tetanus/Pertussis)  argumentiert die Notwendigkeit der Impfung mit dem endemischen Vorkommen der Diphtherie z.B. in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Gleichzeitig führen Sie an, dass bei uns die Schutzrate in der erwachsenen Bevölkerung ständig abnimmt und ab einem Alter von 75 Jahren nur noch 21% der Menschen geschützt sind.
Warum aber kommt es dann - in Zeiten eines ständigen Austausches von Personen aus allen möglichen Erdteilen - nicht gelegentlich zu einer Diphtherie-Epidemie in Österreich oder zumindest zu gelegentlichen Ausbrüchen?
Und warum waren - z.B. in der Ukraine - während der großen Ausbrüche der Diphtherie in der ersten Hälfte der 90er Jahre mehr als 80% der erkrankten Kinder und jungen Erwachsenen ordnungsgemäß geimpft? (siehe dazu z.B. Chen RT et al. The Journal of Infectious Diseases 2000;181(Suppl 1):S178–83)
Am Beispiel dieser letzten größeren Epidemie mit mehreren tausend Todesfällen ergibt sich die Frage, ob die Diphtherie-Impfung überhaupt noch einmal zugelassen würde, wenn es sich um eine neue Impfung handeln würde. 
Ähnliche argumentative Probleme ergeben sich mit der Influenza-Impfung. Laut Cochrane Collaboration besteht bezüglich der Wirksamkeit der Influenza Impfung ein enormes Wissens-Defizit. Für Kinder unter 2 Jahren gibt es gar keinen Nachweis der Wirksamkeit. Ebenso schlecht ist die Datenlage für Personen im Alter über 65 Jahren.
Und auch bei gesunden Erwachsenen bzw. Mitarbeitern des Gesundheitssystems ist die Evidenz für eine Impfung extrem schwach. Hier bräuchte es nicht Impfwerbung sondern gute randomisierte prospektive Studien, um verlässliche Aussagen treffen zu können.
Derzeit, so der Vorsitzende der Impfgruppe der Cochrane Collaboration, Tom Jefferson, "gleicht die Werbung für die Influenza-Impfung eher den Praktiken von Staubsauger-Verkäufern auf Jahrmärkten". 
Bei anderen Impfungen ist die Evidenzlage zugegeben deutlich besser (z.B. Masern-Mumps-Röteln). Dennoch besteht im Bereich der Impfungen ein enormer Überhang von Hersteller-finanzierten Studien.
Untersuchungszeiträume zur Feststellung der Sicherheit von Impfungen sind extrem gering und beschränken sich meist auf Reaktionen an der Einstichstelle und das Messen von Fieber.
Das Meldewesen von möglichen UAWs (unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen) ist intransparent und wird von den Ärzten kaum genützt, etc.

Sie verstehen also meine Abneigung gegen Informationen, welche so tun, als gäbe es bei Impfungen vollständig gesicherte Grundlagen.
Derzeit sind wir aber leider noch immer weitgehend in einem Stadium, in welchem wir mehr auf "Glauben" als auf "Wissen" bauen. 
Insofern sind auch meine Anmerkungen wohl nicht sehr hilfreich. Denn ich kann nur generelle Skepsis ausdrücken und hoffen, dass sich der Impfbereich demnächst angleicht an andere Bereiche der Wissenschaft mit deutlich besserer Transparenz und Qualität bei der Datenlage.
In diesem Sinne herzliche Grüße
Bert Ehgartner
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Ich bin gespannt, ob meine Empfehlung, nicht alle Impfungen über einen Kamm zu scheren und auch mal den Mut zu haben, auf Evidenz-Lücken hinzuweisen, auf die Neufassung der Impfempfehlungen Auswirkungen hat.
Noch schöner wäre es, wenn damit begonnen würde, die Wissenslücken zur Sicherheit bzw. Unsicherheit der Impfungen zu schließen. Derzeit ist es ja bei den meisten Impfungen nicht möglich, Vor- und Nachteile halbwegs objektiv abzuwägen.

Schön jedenfalls, dass ein Dialog beginnt.