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Dienstag, 28. August 2018

Die Entlarvung des Fett-Mythos


Im Bereich der Ernährung wimmelt es von falschen Ratschlägen. Einige davon können durchaus lebensgefährlich sein. 

Der Kult ums Essen zieht eigenartige wissenschaftliche Propheten an (cc_Foto: Joshua Rappeneker)



Der mit Abstand am meisten gelesene Artikel des Jahres 2017 im britischen Medizinjournal „The Lancet“ war die Veröffentlichung der Resultate der PURE-Studie. Diese bislang ehrgeizigste Ernährungsstudie untersuchte den bereits zehn Jahre andauernden Streit, was nun problematischer für die Gesundheit ist: Fett oder Kohlenhydrate?

Als Teilnehmer fungierten insgesamt 135.335 gesunde Menschen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren, die in 18 verschiedenen Ländern angeworben wurden. Ihre Ernährungsgewohnheiten wurden über einen Zeitraum von durchschnittlich sieben Jahren penibel aufgezeichnet. Die Sponsoren der Studie hatten weder Einfluss auf das Design noch auf die Auswertung.

Die Resultate der Studie waren eindeutig: Die Gruppe mit dem höchsten Anteil an Kohlenhydraten hatte im Vergleich zu einem niedrigen Konsum von Kohlenhydraten ein um 28 Prozent höheres Gesamt-Sterberisiko. Genau umgekehrt verlief der Trend beim Fettkonsum: Ein hoher Fett-Konsum wirkte lebensverlängernd. Dies bezog sich sowohl auf die einfach- wie die mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ebenso jedoch auch auf die viel geschmähten gesättigten Fettsäuren, die meist aus tierischen Produkten stammen. Ein hoher Anteil erwies sich sogar als speziell protektiv gegen Schlaganfälle.

Die Resultate der PURE-Studie bedeuten eine neuerliche schwere Niederlage für die internationalen Ernährungs-Gesellschaften, die nach wie vor in ihren Richtlinien den Fettanteil auf weniger als 30 Prozent – den Anteil der gesättigten Fette auf weniger als 10 Prozent beschränken.

Bereits davor hatten zahlreiche kleinere Studien angedeutet, dass die Politik der „Light-Welle“ mit der Verteufelung von Fett und der Aufwertung des Zucker-Anteils in Lebensmitteln, die seit den 1980er Jahren das Angebot der Supermärkte bestimmt, fatale Konsequenzen hat. Ausgehend von den USA eroberten denaturierte, hoch verarbeitete Lebensmittel den weltweiten Markt. Sie konnten extrem billig produziert werden und boten der Industrie eine hohe Gewinnspanne. Und mit Hilfe der Ernährungswissenschaften konnten sie nun sogar einen gesundheitlichen Bonus vorgaukeln.


Der Industrie verpflichtet

Kaum ein Bereich der Wissenschaft hat sich derart schamlos ihren Geldgebern angedient wie die Ernährungsexperten. Seit Jahrzehnten versteht sich ihre Elite als Handlanger der Nahrungsmittelindustrie. Manche ihrer Richtlinien zur "gesunden Ernährung" sind schlicht gemeingefährlich. Die katastrophalen Folgen ihrer Ratschläge sieht man am besten in den USA, wo die Kumpanei zwischen Wissenschaft, Industrie und gekaufter Politik am besten organisiert ist: im Land der Fetten.

Innerhalb von 30 Jahren ist ein ganzes Land - von international halbwegs normalen Werten zur Mitte der 80er Jahre - gewaltig in die Breite gegangen. Jedes fünfte High-School-Kid passt nur noch in XXL-Klamotten und watschelt wie eine Ente vom Schulbus zur Haustür. Und wer sich gewichtsmäßig einmal auf der Überholspur befindet, kommt kaum noch herunter. Die Zahl der Amerikaner mit extremer Fettsucht – einem BMI (Body Maß Index) über 40 – hat sich vervierfacht. Immer mehr US-Krankenhäuser erwägen den Erwerb veterinärmedizinischer Untersuchungsgeräte oder fahren mit ihren Problempatienten gleich in den Zoo. Und dort wird der Zwei-Zentner-Mann dann per Kran in die Röhre des CT gehievt - sobald das kranke Rhinozeros mit der Untersuchung fertig ist.

Kohlehydrate-Mast nach wissenschaftlichem Ratschlag (Foto: pixabay.com)

In Gang gesetzt wurde dieser Trend mit einer weltweiten Kampagne gegen Fett. Besonders des Teufels war tierisches Fett und die in Butter oder Schweineschmalz vorherrschenden "gesättigten Fettsäuren". In den Ernährungsratgebern wurde empfohlen, großflächig auf Kohlenhydrat-reiche Nahrungsmittel auszuweichen und "herzgesunde" Margarine zu verwenden. Hätten die "Experten" etwas genauer recherchiert, wären sie auf die alten Rezepte der Landwirte gestoßen, die seit langem wussten, dass ihre Schweine und Ochsen am raschesten mit einer Kohlenhydrate-Mast zunehmen. Und so geschah es dann auch bei den Menschen.

Millionen Todesfälle durch künstliches Fett

Das "böse" tierische Fett wurde durch billige Pflanzenöle von Mais, Raps und Sonnenblume ersetzt. Dumm nur, dass dies flüssig und deshalb schwer zu verarbeiten war. Doch auch hier kam Hilfe von der Wissenschaft: Wird das Öl auf über 200 Grad erhitzt und dann unter hohem Druck mit Wasserstoff "beschossen", so werden die Fettsäuren gesättigt und damit gehärtet. Das bequeme daran ist, dass man diesen Prozess jederzeit stoppen und den Kunden die geeignete Konsistenz liefern kann. Leider entstehen dabei - als eine Art Betriebsunfall der Härtung - künstliche Fette, so genannte Transfette. Sie können vom Organismus nur schlecht abgebaut werden und verursachen Entzündungen in den Blutgefäßen mit allen dramatischen Folgen. Noch bis in die 90er Jahre bestand Margarine bis zu einem Drittel aus Transfetten. Erst in den letzten Jahren wurde der Anteil an Transfetten in der EU streng begrenzt. Doch der angerichtete Schaden ist nicht mehr gut zu machen: "Wahrscheinlich", so Walter Willett von der Harvard University in Boston, "sind weltweit Millionen von Menschen vorzeitig gestorben, weil unsere Nahrung zu viele Transfette enthält."

Doch viele andere - ähnlich problematische - Ratschläge der Ernährungswissenschaft sind nach wie vor in Kraft. Etwa die lukrative Hetze gegen "gefährliches Cholesterin", mit der über den Verkauf entsprechender "Cholesterinsenker" Milliardenumsätze erzielt werden. Oder die Behauptung, dass Bauchfett besonders gefährlich wäre. Oder der Ratschlag, dass helles Fleisch (z.B. Geflügel) gesünder sei als rotes Fleisch (z.B. Rind).

Immer häufiger zeigt es sich, dass die Studien, auf denen diese Aussagen basieren, gespickt mit Fehlern waren. Werden sie über gut gemachte Arbeiten wiederholt, kommen ganz andere Resultate raus. Wie beispielsweise die groß angelegte europäische Studie zum Zusammenhang von Ernährung und Krebs, die von der Epidemiologin Sabine Rohrmann und ihrem Team der Universität Zürich koordiniert wurde. In den Resultaten zeigte sich kein Unterschied, ob jemand mehr Geflügel- oder Rindfleisch konsumierte. Sehr wohl einen Nachteil hatten hingegen Personen mit einem dauerhaft hohen Konsum von verarbeiteten Fleischprodukten. Bei ihnen war sowohl das Risiko von Krebs als auch von Herzkrankheiten signifikant höher. Die Wissenschaftler raten deshalb dazu, im täglichen Schnitt nicht mehr als 20 Gramm verarbeitete Fleischprodukte (z.B. Hot Dogs, fertige Fleisch-Saucen, Hühner-Nuggets, Streichwurst, etc.) zu essen.

Wie soll man nun aber essen, was ist wirklich gesund? Aus Studien mit Hundertjährigen weiß man, dass sie vor allem eines gemeinsam haben: Ihr Blutzuckerspiegel ist gering und sie haben verblüffend niedrige Insulinwerte. Es macht also Sinn, die Ernährung in diese Richtung auszuwählen und zu optimieren. 
Näheres dazu im ausführlichen Ernährungs-Kapitel meines Buches "Der Methusalem-Code".



Freitag, 13. Juli 2018

Niedrige Blutdruck-Grenzwerte bringen Senioren in Gefahr

Im Vorjahr beschloss die einflussreiche US-amerikanische Herzgesellschaft sowie die Kardiologen-Vereinigung die Einführung neuer Leitlinien für die Behandlung von Bluthochdruck. Sie sind derzeit noch nicht allgemein gültig, doch es gibt eine starke Lobby, die auch in Europa für eine straffere Behandlung eintritt. Kein Wunder, denn das würde Abermillionen von neuen Patienten schaffen, wie eine aktuelle Studie des British Medical Journal nun offen legt. Ob diese Maßnahme die Herzgesundheit erhöht, wie die US-Experten erklären, ist zweifelhaft. Speziell auch unter dem Eindruck einer kürzlich veröffentlichten Studie, die bei alten Menschen sogar ein höheres Sterberisiko feststellte, wenn der Blutdruck zu sehr gesenkt wird.

Bluthochdruck erfüllt auch einen biologischen Zweck (Foto: pixabay.com)

"Bluthochdruck ist eine der hauptsächlichen Ursachen für Schlaganfall und Herzinfarkt." So steht es in zahlreichen Medizinlexika und -journalen. Ich habe diese Ansicht nie verstanden, denn der Bluthochdruck ist ja keine Infektionskrankheit, mit der man sich anstecken kann. 
Wodurch entsteht denn Bluthochdruck? Wohl aus der Absicht des Organismus, auch noch die entlegensten Gliedmaßen mit Blut - und damit mit Nahrung und Sauerstoff zu versorgen. Und wenn das Kreislaufsystem mit verengten Gefäßen, etc. Probleme macht, dann wird eben der Druck erhöht. 

Wenn in diese vom Organismus selbst gewählte Balance von außen mit Hilfe von Medikamenten eingegriffen wird, so hat das nicht automatisch nur Vorteile. Zwar wird Druck aus dem System genommen und damit das Risiko gesenkt, dass Gefäße platzen oder ähnliche Überlastungsreaktionen passieren. Andererseits wird aber das grundlegende Problem nicht gelöst - die Engstellen werden nicht beseitigt. Und neben den sonstigen Nebenwirkungen der Medikamente besteht auch noch das Risiko, dass es zur Unterversorgung der Organe und Gliedmaßen kommt.
Das zeigen auch die Symptome vieler Menschen, die erstmals Blutdruck-Medikamente einnehmen: Sie werden leichter müde, haben weniger Energie, erleiden insgesamt einen Einschnitt in die Lebensqualität. Es gilt also die Vor- und Nachteile sorgsam abzuwägen. 


Vorteile von hohem Blutdruck

Neue Argumente für diese Debatte liefert eine gut gemachte Studie von Wissenschaftlern aus der Schweiz und den Niederlanden, die im Mai erschienen ist. Sie werteten dafür Daten eines Projektes der medizinischen Universität Leiden aus, das organisiert wurde um die Gesundheit der sehr alten Menschen zu untersuchen. Zur Teilnahme wurden alle Menschen der Stadt Leiden eingeladen, die das Alter von 85 Jahren erreichten. 570 Senioren gaben ihr Einverständnis und machten mit. Beinahe die Hälfte der alten Menschen bekam Medikamente gegen hohen Blutdruck.

Im Lauf der nächsten fünf Jahre starben 46% der Teilnehmer. Und die Auswertung birgt einige Überraschungen. Denn unter jenen, die Medikamente bekamen, hatten Personen mit einem systolischen Druck über 170 mmHg das geringste Sterberisiko. Mit jedem Abfall von 10 mmHg am Blutdruck-Messgerät nahm ihr Sterberisiko jedoch um 29% zu. 
Auch bei jenen, die keine Blutdruck-Medikamente bekamen, hatten Personen mit hohen Werten einen tendenziellen Vorteil gegenüber der Gruppe mit niedrigen Werten. Doch dies blieb knapp unter der Grenze zur Signifikanz.

Medikamente fördern das Demenzrisiko (Foto: pixabay.com)


Geistiger Abbau

Dramatisch waren auch die Auswirkungen der Medikamente auf die kognitiven Fähigkeiten. Zu Studienbeginn waren die Gruppen noch ausgewogen. Im zeitlichen Verlauf zeigten die Patienten mit den niedrigsten Blutdruckwerten den stärksten geistigen Abbau. Ein deutlicher Zusammenhang bestand hier auch mit körperlicher Gebrechlichkeit. Sie wurde mit einem Gerät zur Messung der Stärke des Händedrucks eingeschätzt. Bei Personen ohne Blutdruck-Medikamente ergab sich weder ein messbarer Unterschied zwischen hohem und niedrigem Blutdruck noch mit der Körperkraft. 

Dass niedriger Blutdruck ein relevantes Risiko für sehr alte Menschen bedeutet, haben bereits einige andere Studien zuvor gezeigt. Doch der Zusammenhang mit Blutdruck-Medikamenten ist eine neue Entdeckung. Die Studienautoren empfehlen deshalb der Ärzteschaft, bei Patienten im Alter ab 80 Jahren achtsam zu sein - und speziell bei geringer Übersteigung der Grenzwerte nicht automatisch Medikamente zu verschreiben. 


Verdoppelung der Patientenzahl

Genau hier würden aber die neuen Leitlinien ansetzen, die von den US-Ärztegesellschaften erstellt wurden. Bisher ist Bluthochdruck ab einem durchschnittlichen systolischen Wert von 140 mmHg sowie einem diastolischen Wert ab 90 mmHg diagnostiziert worden. Die Definition soll nach den neuen Leitlinien nun auf Werte ab 130/80 mmHg erweitert werden.

Die Autoren der Studie im aktuellen BMJ errechneten, dass diese Vorgaben die Zahl der Patienten im Alter von 45 bis 75 Jahren um mehr als 50 Prozent erhöhen würde. Außerdem würde ein relevanter Teil der bisher bereits behandelten Patienten eine Intensivierung der Therapie erhalten. "Für diese Empfehlungen gibt es keine solide wissenschaftliche Basis", kritisieren die Autoren - ein Team von Experten aus den USA und China. 
Und ich ergänze noch - auch im Sinne der Schweiz-Holländischen Wissenschaftler - dass es höchste Zeit wäre, die bestehenden Richtlinien einer strengen Prüfung zu unterziehen. Denn dass Blutdruck-Medikamente das Demenz- und Sterberisiko der Patienten erhöhen, ist wohl das Gegenteil einer sinnvollen Therapie. 


Mittwoch, 29. Juli 2009

Niedrigere Zielwerte beim Blutdruck bringen keine Vorteile


Dauer und Art der Therapie von Bluthochdruck hängt unmittelbar davon ab, welche Zielwerte die Ärzte für ihre Patienten anstreben. Viele Jahre lagen diese im Bereich von 140 bis 160 mmHg beim systolischen Wert, sowie bei 90 bis 100 mmHg beim diastolischen Wert. Im Lauf der letzten Jahre neu eingeführte Leitlinien empfehlen den Ärzten aber häufig, den Blutdruck auf niedrigere Zielwerte zu senken. Eine soeben veröffentlichte systematische Cochrane-Review untersuchte, ob dieses Vorgehen das Krankheits- und Sterberisiko der Betroffenen reduziert. Das Ergebnis: Die medikamentöse Senkung des Blutdrucks unter eine Grenze von 140/90 bringt keine Vorteile.

Dieses Ergebnis war insofern überraschend, als epidemiologische Studien einen direkten Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und Blutdruck zeigen. Allerdings gilt diese Korrelation vor allem für den höheren Blutdruck-Bereich und wird bei nur mäßig erhöhten Werten schwächer. Ein wirklicher harter Grenzwert wurde bislang noch nicht wissenschaftlich etabliert. Auf Konsensus-Meetings von Hypertonie-Experten wurden aber dennoch zuletzt immer niedrigere Zielwerte beschlossen und in die Leitlinien aufgenommen. Etwa zur Jahrtausendwende wurden auch einige prospektive randomisierte Studien gestartet, um den Wert der aggressiveren Blutdruck-Senkung wissenschaftlich zu prüfen. Theoretisch wäre es ja auch möglich, dass die Nebenwirkungen der Medikamente deren Nutzen übertreffen.

Für die westlichen Gesundheitssysteme sind diese Fragen auch ökonomisch von großer Bedeutung, da schon bisher mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Alter über 45 Jahren als Hypertoniker definiert sind. Jede weitere Absenkung der Grenzwerte würde wiederum Millionen von Menschen „Medikamenten-pflichtig“ machen. In den Leitlinien der „Deutschen Hypertonie Gesellschaft“ wird bei leicht erhöhten Werten (> 140/90), sofern keine anderen Risikowerte vorliegen (Übergewicht, Rauchen, Blutzucker, etc.) die „Veränderung der Lebensweise für einige Wochen“ angeraten. Wenn dies keinen Erfolg bringt - oder sich für den Patienten als undurchführbar erweist, wird in der Folge eine Behandlung mit Antihypertensiva angeraten. Sobald Risikofaktoren vorhanden sind, wird die Therapie sofort begonnen.
Bei einem diastolischen Zielwert von weniger als 90 mmHg, der über längere Zeit nicht erreicht wird, würde also ein Patient mit einem Wert von 92 mmHg von seinem Arzt entweder eine höhere Dosis Blutdruck senkender Medikamente oder ein zusätzliches Mittel verordnet bekommen.
„Es ist auch wichtig zu wissen, dass 30 bis 40 Prozent der Patienten in den von uns untersuchten Studien diese Zielwerte dennoch nicht erreichen“, schreiben die Cochrane Autoren. „Und das, obwohl dafür bis zu drei oder vier blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt werden.“

Insgesamt wurden in der Analyse sieben Studien mit zusammen mehr als 22.000 Teilnehmern ausgewertet. In den Gruppen, die einen niedrigeren Zielwert anstrebten wurde der Blutdruck im Mittel um -4/-3 mmHg gesenkt. Dies hatte jedoch weder auf das Herzinfarkt-, Schlaganfall-, oder Herzschwäche-Risiko, noch auf die Gesamt-Sterblichkeit einen signifikant günstigen Einfluss. Dasselbe gilt für chronisches Nierenversagen.

Möglich wäre sogar ein ungünstiger Einfluss durch die Nebenwirkungen der Medikamente. Dies, kritisieren die Autoren, sei jedoch schwer zu prüfen gewesen, da die Informationen über schwere Nebenwirkungen und die Gründe für einen Abbruch der Studienteilnahme, in sechs der sieben eingeschlossenen Arbeiten fehlten.


Für Patienten mit Nierenkrankheiten oder Diabetes gelten in den meisten Leitlinien noch niedrigere Zielwerte für eine erfolgreiche Therapie. Sie sind mit „weniger als 130/80“ relativ einheitlich festgesetzt. Das Dreierteam, das die Cochrane-Review durchführte – zwei Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver, einer von der Universidad de Costa Rica – wollen sich in einer neuen Arbeit dieser speziellen Gruppe widmen und sehen, ob zumindest den Hochrisiko-Patienten die niedrigeren Zielwerte einen Nutzen bringen.