Posts mit dem Label Deodorant werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Deodorant werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 16. Dezember 2019

Alu-Deos: "Zeit-online" gibt Entwarnung

Keine Alu-Deos benutzen, rät das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung in einer aktuellen Aussendung. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie krank machen. "Experten widersprechen", schreiben die beiden Zeit-online Journalisten Hinnerk Feldwisch-Drentrup und Jakob Simmank - und blasen in ihrem Artikel gleich auch zur Jagd auf kritische Forscher.


Wie problematisch sind Aluminiumverbindungen wirklich?
Ich geb's ja zu, dass ich eine gewisse Mitschuld trage, dass heute die meisten Deos im Drogeriemarkt den Aufdruck "Aluminium-frei" tragen. Bevor im Jahr 2013 meine Doku "Die Akte Aluminium" auf ARTE lief - war das Verhältnis noch genau umgekehrt: da musste man nachfragen, wo die paar Öko-Deos stehen, die auch damals schon ohne Aluminiumchlorohydrat oder ähnliche Inhaltsstoffe auskamen.
Im Film porträtiere ich einige Wissenschaftler, die gesundheitsschädigende Effekte der Aufnahme von Aluminium in den Körper befürchten und dafür eine Reihe von Indizien präsentierten.
Die britische Onkologin Philippa Darbre zeigte beispielsweise, dass der Anteil der Tumoren, die im äußeren oberen Quadranten der weiblichen Brust (neben den Achseln) diagnostiziert werden, seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts massiv zugenommen haben. Während in der Zeit vor der massenhaften Verwendung von Aluminium-Deos gerade 30 Prozent der Tumoren in dieser Region auftraten, stieg der Anteil im Lauf der Jahrzehnte nahezu linear an und lag zuletzt bei 60 Prozent.

Eine Studie der Universität Innsbruck fand, dass im Gewebe Brustkrebs-kranker Frauen im Schnitt mehr als doppelt so viel Aluminium enthalten ist als im Gewebe einer Vergleichsgruppe gesunder Frauen, die sich einer Brust-Verkleinerung unterzogen haben.

Japanische Wissenschaftler beschreiben, dass bereits rund 200 biochemische Abläufe im menschlichen Körper entdeckt wurden, die von Aluminium negativ beeinflusst werden.

Eine einzige sinnvolle Funktion von Aluminium in einem gesunden Organismus wurde hingegen bisher noch nicht entdeckt.


Warnung der Behörden

Mitte November 2019 hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ebenfalls eine eindringliche Warnung veröffentlicht, solche Alu-Deos und andere Kosmetikprodukte möglichst zu meiden. Denn "es sei nicht auszuschließen, dass sie krank machen".
Zwei Reporter von "Zeit online" ärgerten sich offenbar maßlos über diese amtliche Warnung und kündigen im Vorspann ihres Artikels an: "Experten widersprechen."
Als Kronzeuge für die Entwarnung wird vor allem der Umweltmediziner Hans Drexler genannt. Er hat in einer Studie 21 gesunde Personen gebeten, 14 Tage lang Alu-Deos zu verwenden. Dann wurden Alu-Werte in Harn und Plasma gemessen - und mit den Werten vor dem Versuch verglichen.
In den "Conclusions" der Studie liest man: "No measurable contribution to the overall systemically available aluminum load due to daily use of an antiperspirant for 14 days could be shown, but real-life data concerning long-term use or higher concentrations are still lacking."
Was heißt das nun?
Zum einen ist es gar nicht so beruhigend, wenn Aluminium nicht ausgeschieden wird. Denn möglicherweise ist es im Gewebe gebunden. Zum anderen - so betonen auch Drexler und seine Mitarbeiter - fehlen Studien die über einen Zeitraum von 14 Tagen hinaus gehen.


Keine Forschungsförderung  für kritische Fragestellungen

Was aber machen die Zeit-Autoren? Anstatt bessere Studien zu fordern, die diese Frage sorgfältiger prüfen, attackieren sie jene, die - dem Vorsorgeprinzip entsprechend - vor dem durchaus vermeidbaren Risiko warnen.
Dabei wird gleich auch massiv verleumdet.
Besonders wurmt die Autoren, dass das BfR in seiner Warnung Studien des Aluminium-Experten Chris Exley - zitiert, der sich an der britischen Keele-University seit bald 40 Jahren der Erforschung des Metalls widmet. Exley sei "radikal" und "isoliert" - und als wichtigstes Argument: er wird von Impfgegnern unterstützt.

Tatsächlich wird es für Exley seit etwa 20 Jahren zunehmend schwieriger öffentliche Förderungsgelder zu generieren. Während es in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch einige Dutzend akademische Teams gab, die sich der Erforschung der gesundheitlichen Auswirkung des Einsatzes von Aluminiumverbindungen in sensiblen Lebensbereichen widmeten, sind inzwischen kaum noch welche übrig. Dem ging eine massive Lobbying-Offensive der Industrie voraus, in der ein gesundheitlicher Schaden durch Alu-haltige Inhaltsstoffe bestritten - und Alu-kritische Forschung als vollständig unnötig und als "Geldverschwendung" attackiert wurde.

Im Lauf der Jahre gelang es damit tatsächlich, die Forschungsgelder umzulenken und den ungeliebten Fachbereich auszutrocknen. Auch in Keele wurde das Umfeld zunehmend feindlicher. "Sobald in einem Forschungsantrag Aluminium in einem kritischen Zusammenhang genannt wird, kann man nahezu sicher sein, dass die Förderung abgelehnt wird", sagte mir Exley schon vor Jahren.


Wer darf unabhängige Forschung finanzieren?

Niemand kommt normalerweise auf die Idee, einen Wissenschaftler oder dessen Studien von vornherein zu disqualifizieren, weil der Finanzier und Auftraggeber der Studie ein Pharmakonzern war. Denn dann müsste der Großteil der klinischen Studien für ungültig erklärt werden.
Dabei kontrollieren sie penibel den Fortgang der Projekte, zwingen die teilnehmenden Wissenschaftler vertraglich zum absoluten Stillschweigen und entscheiden schließlich, ob die Resultate für eine Veröffentlichung taugen. Ergeben die Studien nicht die gewünschten Resultate, wird häufig mit Hilfe von Experten so lange am Design der Arbeit geschraubt, bis die Zulassungsbehörden zufrieden sind. Kaum jemand kritisiert diese Zustände.
Sogar Konzerne, die in Betrugsverfahren verwickelt waren und Milliarden an Entschädigungszahlungen für geschädigte Patienten oder deren Angehörige zahlen mussten, finanzieren munter weiter Studien, um ihre neuen Produkte auf den Markt zu bringen.

Doch was passiert, wenn das Geld aus privaten Quellen kommt? z.B. von reichen Philanthropen, die eine Industrie-unabhängige Forschung ermöglichen wollen?
Oder von den Eltern chronisch kranker Kinder, die frustriert vom auf Symptom-Linderung beschränkten Medizinbetrieb Geld sammeln, um die Forschung nach tatsächlichen Heilmitteln zu unterstützen?

Um überhaupt noch forschen zu können, griff Exley auf die Hilfe solcher nicht-akademischer Fördermittel zurück. Speziell das Childrens Medical Safety Research Institute wurde ein wichtiger Geldgeber. Diese Organisation widmet sich besonders der Erforschung der Wirkungsweise von Impfungen auf das Immunsystem.
Chris Exley, alles andere als ein Impfgegner, widmete sich den aluminium-haltigen Adjuvantien und publizierte dazu eine Reihe von Arbeiten.

Und damit geriet Exley gleich ins Schützenfeuer der so genannten "Skeptiker", die überall Verschwörung und Esoterik vermuten, wo z.B. Impfungen einer kritischen Untersuchung unterzogen werden. Denn ja, Alu-Verbindungen werden in etwa zwei Drittel aller Impfungen als Wirkverstärker eingesetzt. Doch nach Ansicht vieler Journalisten und "Experten" genießen Impfungen im Bereich der Medizin einen Sonderstatus: Sie dürfen keinesfalls einer kritischen öffentlichen Diskussion ausgesetzt werden, weil damit die "Impffreudigkeit der Bevölkerung" gefährdet werden könnte - wie das einmal ein Direktor des Paul-Ehrlich-Institutes mir gegenüber so schön formuliert hat.

Ich hab diese bodenlose Schwarz-Weiß Malerei, deren Ziel offenbar ein rigoroses Diskussionsverbot ist, sowas von satt.
Sollte sich eines Tages heraus stellen, dass von diesen Alu-Zusätzen tatsächlich ein relevantes Gesundheitsrisiko ausgeht, so trägt dieser elende Meinungs-Journalismus, der ohne jegliche Scham zur Hexenjagd auf kritische Wissenschaftler bläst, kräftig Mitschuld daran, dass viele Jahre Forschungsarbeit verloren gehen und unzählige Menschenleben gefährdet wurden.

Zu den vielen offenen Fragen bzgl. der Sicherheit von Aluminium verweise ich auf diesen reich verlinkten aktuellen Blog-Beitrag von Chris Exley.

Montag, 4. Mai 2015

Hyperaktive Metallionen im menschlichen Körper


Werden Krankheiten wie die Alzheimerdemenz oder Brustkrebs durch Aluminium begünstigt? An einer Konferenz in Lille haben Forscher neue Erkenntnisse zu dieser Frage präsentiert.


Aluminium ist nach Eisen das weltweit meistverwendete Metall. Die Produktion liefert laufend Rekorde und hielt zuletzt bei einer Jahresförderung von 52 Millionen Tonnen. Autobleche, Verpackungen, elektrische Leitungen, Dächer oder Fassaden-Elemente: Der dekorativ glänzende Werkstoff ist allgegenwärtig. Während des nächsten Jahrzehnts soll so viel Aluminium erzeugt werden wie in den 150 Jahren zuvor – also seit es Aluminium in reiner Form überhaupt gibt. Davor lagerte es – ebenso allgegenwärtig, aber unsichtbar – im Boden. Fest verbunden mit Sauerstoff oder Silikaten ist Aluminium als Bestandteil von Schiefer, Granit oder Lehm das häufigste Metall der Erdkruste.


Kritische Aluminiumforschung

Wie könnte ein so häufiges Element toxisch sein? Der Beantwortung dieser Frage widmete sich das «11. Keele Meeting on Aluminium», eine Art Weltkongress der kritischen Aluminiumforschung, der Anfang März im nordfranzösischen Lille abgehalten wurde. «Das Leben hat sich entwickelt, während Aluminium in den Silikaten eingeschlossen war», sagte Christopher Exley, Professor für bioanorganische Chemie an der britischen Keele University und Organisator der Veranstaltung. Das Problem sei erst entstanden, als wir Aluminium aus seinen chemisch neutralen Erzen befreit und als hochaktive Metallionen in den biochemischen Kreislauf des Lebens gebracht hätten.

Christopher Exley: "Wir befinden uns in einer aktiven Phase der Evolution"
Alu-Werkstoffe sind dabei laut Exley das kleinste Problem, weil die positiv geladenen Metallionen sofort mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren. Auf diese Weise bildet sich eine stabile Oxidschicht, welche die darunterliegenden Metallionen isoliert und damit vor weiteren Reaktionen abhält. Im neutralen pH-Bereich ist Aluminium nahezu unlöslich und damit auch nicht toxisch. Es gibt jedoch viele Aluminiumverbindungen, die deutlich weniger stabil sind und in sensiblen Lebensbereichen eingesetzt werden, etwa in Kosmetikprodukten, Lebensmittelfarbstoffen oder Medikamenten. Hier können die Metallionen relativ leicht freigesetzt werden – etwa im leicht sauren Milieu der Haut oder bei der Passage durch den Magen, wo pH-Werte von 1 bis 2 herrschen.

Ob Aluminium gesundheitliche Probleme auslösen kann oder nicht, hängt also davon ab, in welchem Umfang sich die Metallionen aus einer Verbindung lösen. Diese Ionen gehen dann nahezu wahllos Verbindungen im Organismus ein. Bisher sind über 200 Mechanismen bekannt, wie Aluminium biologische Abläufe beeinflusst und in den Stoffwechsel eingreift. «Manche denken, dass die Evolution des Lebens abgeschlossen ist», sagte Exley in Lille. Doch mit dem Eintritt von Aluminium in die biologischen Systeme befänden wir uns in einer aktiven Phase der Evolution.
Beunruhigende Befunde

Wie sich das auswirken könnte, zeigen Studien aus den letzten Jahren. Viele Krankheiten, darunter Brustkrebs, Alzheimerdemenz, Parkinsonkrankheit, Allergien und Autoimmunerkrankungen sind mit den «hyperaktiven» Metallionen in Verbindung gebracht worden. Ein Forscherteam der Universität Sydney publizierte 2014 die Resultate eines mehrjährigen Experiments mit Ratten . Dabei zeigte sich, dass Tiere, die mit Aluminiumdosen im oberen Bereich der in westlichen Ländern üblichen Ernährung gefüttert wurden, gehäuft zu alzheimerähnlichen Gedächtnisstörungen neigten.

Eine 2013 publizierte Arbeit der katholischen Universität Rom untersuchte Ferritine, also eisenspeichernde Eiweisse, die über das Blut im ganzen Organismus zirkulieren. Die Forscher analysierten die Fracht der Ferritine bei Alzheimerpatienten und fanden, dass hier – im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe aus gesunden Blutspendern – nicht nur Eisen, sondern mehrheitlich Aluminium geladen war . Weil Ferritine problemlos die Blut-Hirn-Schranke passieren, wäre damit auch ein möglicher Zugang ins Gehirn gefunden.

Arbeiten der Universitäten Reading in England und Genf wiesen zudem nach, dass gesunde Brustzellen bereits unter dem Einfluss niedrigster Aluminiumkonzentrationen Doppelstrangbrüche der DNA und andere Anzeichen von physiologischem Stress zeigen, die das theoretische Krebsrisiko erhöhen.

Die Berichterstattung zu Aluminium stieg in Folge dieser Entdeckungen in den letzten beiden Jahren deutlich an. Vor allem das mögliche Risiko, das von aluminiumhaltigen Deos ausgeht, war Thema zahlreicher Artikel und TV-Beiträge. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) präsentierte Ende 2014 die Resultate einer repräsentativen Umfrage. Demnach sehen mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung von Aluminium in Verbraucherprodukten ein hohes Risiko ausgehen.


Datenlage noch ungenügend

Noch erlaube die Datenlage aber keine definitive Beurteilung, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel an einem «Aluminium-Forum» im November in Berlin. Unsicherheiten bestünden insbesondere bei der Einschätzung der Langzeitfolgen bei chronischer Aluminium-Aufnahme. Die wichtige Frage, wie viel Aluminium über Deodorants in die Haut eindringt, beruhe beispielsweise auf einer einzigen Studie mit zwei Probanden. «Wir haben deshalb die Industrie aufgefordert, bessere Untersuchungen vorzulegen», so Hensel.

Besonders gross ist das öffentliche Interesse an der Aluminium-Thematik in Frankreich. Hier kam es im Mai 2014 zu einem Hearing im Parlament in Paris, zu dem Aluminium-Experten eingeladen waren. Schon davor hatte eine von der französischen Nationalversammlung eingesetzte Kommission von Impfexperten empfohlen, besonders bei den Impfstoffen für Babys Alternativen ohne den Wirkverstärker Aluminium anzubieten. Denn bei Kindern mit genetischer Vorbelastung könnten sich die Aluminiumionen im Organismus anreichern, warnte der Jury-Sprecher. Der Vorschlag liegt derzeit bei der europäischen Arzneimittelagentur in London.


Aluminium - ein Problem für Pflanzen

In Lille haben sich mehr als hundert Wissenschafter aus den verschiedensten Fachgebieten versammelt. In den fünf «Sessions» wurde intensiv über neue Studien und deren Potenzial zur Aufklärung der Einflüsse von Aluminium diskutiert. 

Am ersten Tag ging es um die Frage, wie sich Pflanzen evolutionär an Aluminium im Boden angepasst haben. Speziell in tropischen Gebieten, aber auch im Norden Europas überwiegen Böden mit pH-Werten im sauren Bereich. Falsche oder übermässige Düngung mit Ammonium leiten auch bei neutralen Böden eine schrittweise Versauerung ein, wodurch toxische Metalle freigesetzt werden. Bei einem pH-Wert unter 3 kommt das Wachstum der Pflanzen generell zum Stillstand. Nur wenige Gräser und Sträucher haben die Fähigkeit, Aluminium zu akkumulieren. Sie binden das Element mit neutralisierenden Inhaltsstoffen wie Oxalaten oder Phenolen. Von den Pflanzen, die für die menschliche Ernährung eine Rolle spielen, sind das vor allem Tee und Buchweizen. Die meisten auf sauren Böden heimischen Pflanzen verwenden hingegen viel Energie, um Aluminium gar nicht erst aufzunehmen. Dazu verändern sie etwa den pH-Wert in der Wurzelregion oder setzen aluminiumbindende Chemikalien frei. Für die Landwirtschaft sind toxische Aluminiumionen ein grosses Problem. Denn abgesehen von Reis haben die meisten Getreidesorten keine erworbenen Resistenzmechanismen und gedeihen auf sauren Böden schlecht. Der Amerikaner Leon Kochian von der Cornell University im Gliedstaat New York hat mit seinem Team Gene identifiziert, welche die Pflanzen vor den toxischen Auswirkungen des Aluminiums schützen und diese in das Erbgut verschiedener Mais- und Weizensorten transferiert. Auf Versuchsböden in Westafrika mit niedrigem pH-Wert konnten die Forscher zeigen, dass es damit möglich ist, die Ernteerträge in tropischen Gebieten zu steigern. Auch Saatgutkonzerne wie Monsanto experimentieren mit gentechnisch veränderten Sorten und bieten unter anderem Aluminium-resistentes Soja an.


Neue Studien zu Brustkrebs

Einen ersten Einblick in eine interessante, aber noch nicht abgeschlossene Arbeit gab die Biologin Caroline Linhart von der Medizinischen Universität Innsbruck. In ihrer Arbeit will sie das Gewebe von 200 Patientinnen mit Brustkrebs auf Aluminium untersuchen und mit dem Gewebe von gesunden Frauen vergleichen. Noch gibt es keine Messergebnisse, dafür aber eine detaillierte Übersicht zu den kosmetischen Gewohnheiten der Probandinnen. Und hier zeigte sich, dass Frauen, die häufig Alu-Deos verwendet haben, signifikant früher an Brustkrebs erkrankten.

Inspiriert wurde Linharts Arbeit von Resultaten der britischen Krebsforscherin Philippa Darbre, die seit zwei Jahrzehnten die möglichen Auswirkungen kosmetischer Inhaltsstoffe auf die Entstehung von Tumoren im Brustgewebe untersucht. 2011 wies sie nach, dass in der Brustflüssigkeit von Brustkrebspatientinnen – im Vergleich zu gesunden Frauen – deutlich erhöhte Konzentrationen von Aluminium enthalten sind. Darbre hatte auch gezeigt, dass in den letzten Jahrzehnten die Krebsdiagnosen im oberen äusseren Quadranten der Brust – also neben den Achseln – von 30 Prozent in den 1940er und 1950er Jahren auf nahezu den doppelten Wert angestiegen sind. Im selben Zeitraum haben die Frauen auch vermehrt aluminiumhaltige Deos verwendet.

«Wir haben schon viele Indizien für eine toxische Auswirkung von Aluminium auf die Zellen gefunden», sagt die britische Onkologin. Es sei höchste Zeit, dass es vermehrt Wissenschafter gebe, die diese wichtigen Fragen prüften.


Aluminium im Essen


Testserien haben gezeigt, dass der Aluminiumgehalt in frisch geerntetem Getreide und Früchten sich sehr stark von den Werten in den daraus hergestellten Speisen und Getränken unterscheiden kann. Die Rohstoffe sind dabei meist viel weniger stark belastet. Daraus folgt, dass Aluminium nur zu einem geringen Teil von den Pflanzen aus dem Boden aufgenommen wird. Wesentlicher scheinen die Einflüsse von Verarbeitung und Verpackung zu sein – wenn etwa Fruchtsäuren über längere Zeit in Kontakt mit Alufolien kommen.

Kroatische Forscher haben Getränke in Aludosen untersucht und dabei gefunden, dass deren Aluminiumbelastung von zwei Faktoren abhängig war: vom pH-Wert des Getränks und der Lagerdauer im Supermarkt. Ein anderes Beispiel einer externen Aluminiumquelle: Wenn Laugengebäck auf Alublechen in den Backofen geschoben wird, kann die verwendete Lauge Metallionen aus dem Blech lösen. Inzwischen ist auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit aktiv geworden. Seit 2014 sind eine Reihe aluminiumhaltiger Lebensmittelzusätze verboten. Dazu zählen etwa Calciumaluminiumsilikat (E556) und Bentonit (E558), die unter anderem als Trennmittel – etwa bei Scheibenkäse – eingesetzt wurden. Backpulver auf Aluminiumbasis ist in Europa bereits seit einigen Jahren verboten.


Endstation Lymphknoten

Andere Forschergruppen haben in verschiedenen Tierversuchen den Einfluss von Aluminium auf die Entstehung der Alzheimerdemenz, auf entzündliche Darmerkrankungen oder Störungen des autistischen Spektrums untersucht. Eine erstmals in Lille präsentierte kanadische Arbeit zeigte, dass Mäuse, die Aluminium unter die Haut injiziert bekamen, ein verändertes soziales Verhalten zeigten. Wurden den Tieren im Experiment andere Mäuse ins Gehege gesetzt, liefen die Tiere aus der Alu-freien Kontrollgruppe sofort los, um diese ausgiebig zu beschnuppern. Nager, die mit Aluminium behandelt worden waren, ignorierten die Neuankömmlinge dagegen weitgehend.

Forscher der Universität Paris-Est wollten prüfen, wohin sich das Aluminium im Organismus verteilt, das Impfstoffen zugesetzt wird. Dafür wurde das Aluminiumsalz an fluoreszierende Diamant-Nanopartikel gekoppelt und damit sichtbar gemacht. Eine 2013 von der Gruppe publizierte Studie hatte gezeigt, dass sich Aluminiumpartikel in einem Jahr über den ganzen Organismus der Maus verteilten und in geringen Dosen auch das Gehirn erreichten.

Die neue Arbeit sollte diese Resultate an mehr Tieren überprüfen. Nun kam zur Überraschung der Forscher aber ein ganz anderes Resultat heraus: An den Lymphknoten war für das Aluminium nämlich Endstation – auch nach einem halben Jahr Beobachtungszeit hatten noch keine Alu-Partikel das Rückenmark, das Gehirn oder andere sensible Regionen erreicht und sich dort eingelagert. Wie es zu den konträren Studienresultaten kommen konnte, wurde in Lille intensiv diskutiert, aber ohne eine Antwort zu finden.

Eines der Hauptprobleme bei der Untersuchung der Wirkung von Aluminium ist der Faktor Zeit. Krankheiten wie Brustkrebs oder Alzheimer entwickeln sich über viele Jahre und werden von unzähligen Faktoren beeinflusst. Wie können solche biologischen Prozesse in Studiendesigns übertragen werden, die eine gültige Aussage über den Einfluss von Aluminium erlauben? Dieses Problem ist noch ungelöst. Bei der abschliessenden Pressekonferenz des «Lille Meetings» gab es zumindest darüber Einigkeit, dass dringend mehr Forschung finanziert werden sollte, um die drängendsten Fragen zu beantworten. Bis es soweit ist, sollten wir das Thema Aluminium nicht länger kleinreden, sagte Exley. Denn wo immer wir Aluminium im Körper fänden, habe es die Fähigkeit, Schaden anzurichten.

Dieser Artikel ist (in einer leicht gekürzten Version) am 29. April 2015 in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen

Samstag, 3. Mai 2014

Alufreie Deos: Handel und Politik reagieren - Unilever blockt

In den letzten Wochen kommt enorme Bewegung in die Debatte um toxische Aluminium-Deos und andere aluhaltige Kosmetikprodukte. Nach einer Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag kündigte eine Sprecherin des Verbraucherschutz-Ministeriums nun an, mögliche Gefahren der toxischen Chemikalien - etwa auf Brustkrebs - zu prüfen. 

Denkbar sei auch, dass Kosmetika, die Aluminium enthalten künftig gekennzeichnet sein müssen. Diese Forderung entspricht genau unserer Petition bei change.org, die bereits von mehr als 23.000 Menschen unterzeichnet worden ist.
Unterdessen merkt der Handel immer mehr, wie stark die Nachfrage nach aluminiumfreien Deos ansteigt. Bei Müller hat man diesbezüglich schon reagiert und alle Deos ohne Aluminium eigens markiert. (Danke für die Zusendung des Bildes an Bea & Sabine)

Weniger einsichtig zeigen sich manche Hersteller. Allen voran der Konzern Unilever, unter dessen Dach sich Marken wie Rexona oder Dove befinden.
Solange die Sicherheit der Alu-Verbindungen nicht erwiesen ist, sollten eigentlich das Prinzip der Vorsicht gelten und die bekannt toxischen Chemikalien nicht in sensiblen Bereichen des Lebens eingesetzt werden.
Die Marketing-Verantwortlichen bei Rexona pfeifen sich jedenfalls gar nichts und werben sogar mit der Extraportion Alu. Auf seiner Webseite verspricht Rexona „Maximalen Deo Schutz“ mit „Maximum Protection“. Und das wird folgendermaßen begründet:

„Leistungsstarke Schweißhemmung durch den Einsatz eines Aluminium-Zirkoniumsalz Wirkstoffes in besonders hoher Dosierung. Aluminium-Zirkoniumsalze zeigen eine stärkere Wirkung gegen Achselnässe als herkömmlich in Deodorants verwendete Aluminiumsalze.“

Das klingt ja schon mal beruhigend.
Auf einer eigenen Informationsseite gibt es nähere Informationen zum Einsatz von Aluminiumsalzen in Rexona-Produkten. Da heißt es, dass in den Medien vermehrt über „einige Studien“ berichtet wurde, welche „einen Zusammenhang zwischen dem Aluminium in Anti-Transpirantien bzw. Deodorants und Brustkrebs herstellen wollten“. Das sei aber Unfug, denn „es versichern Krebsexperten, Wohltätigkeitsorganisationen und Gesundheitsbehörden – darunter die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), dass keine überzeugenden wissenschaftlichen Beweise existieren.“
Sorgen über die Sicherheit der Aluminiumsalze seien vollständig unnötig, versichert Unilever: „Selbstverständlich können Anti-Transpirantien über lange Zeit und für einen täglichen Gebrauch angewendet werden.“


Die Kosmetik-Lobby wird in der EU aktiv

Etwas im Magen liegt den Unilever-Mitarbeitern hingegen der Trend, dass immer mehr Konkurrenz-Deos „alufrei“ oder „ohne Aluminium“ auf ihre Produkte schreiben.
In der Angelegenheit wurden anscheinend auch gleich die Lobbyisten der Kosmetikindustrie in der EU mobilisiert. Denn es heißt weiter:
Die EU erwägt jedoch derzeit die Einführung neuer Richtlinien, die den Gebrauch der ‚ohne …‘-Auslobungen auf Körperpflegeprodukten einschränken. Hintergrund ist, dass einige ‚ohne …‘-Auslobungen Konsumenten glauben lassen könnten, der aufgeführte Inhaltsstoff könne schädlich sein, obwohl er als sicher eingestuft und für die Verwendung in Kosmetikprodukten zugelassen ist.
Nach dem Wunsch von Unilever soll also die Bezeichnung „alufrei“ eingeschränkt oder verboten werden. Das erklärt wohl auch, warum es von Seiten des Konzerns bisher noch keine positive Reaktion auf unsere Petition gegeben hat, die bereits von mehr als 23.000 Menschen unterschrieben worden ist. In dieser Petition an den Kosmetikkonzern geht es allerdings um die genau gegenteilige Forderung: dass Unilever auf seinen Produkten nämlich die Art und die Menge des Aluminiums deklarieren soll, so wie auf Zigarettenpackungen die Menge von Nikotin und Teer deklariert wird.

In der EU dafür einzutreten, dass die Bezeichnung „alufrei“ abgeschafft wird, ist natürlich eine besonders originelle und kundenfreundliche Gegenreaktion.
Wir werden sehen, welche Art von „Verbraucherschutz“ sich am Markt als nachhaltiger erweisen wird.

Mittwoch, 19. März 2014

Replik auf Jens Lubbadeh / Spiegel online

Heute widmete sich der Gesundheits-Aufmacher von Spiegel online dem Thema Alu-Deos. Autor ist Jens Lubbadeh, im Hauptjob Redakteur bei "Technology Review" und wie er selbst schreibt "mit Leib und Seele Wissenschaftsjournalist".

Lubbadeh unterzieht sich einem Deo-Test sprüht sich abwechselnd mit verschiedenen Deos ein und nötigt dann jeweils seine Freundin zum "Schnüffeltest", in welcher Achselhöhle er jetzt besser oder schlechter duftet. Das ganze wird abgerundet mit einem kurzen Interview mit einem Toxikologen des Bundesinstitut für Risikobewertung, dessen Neubewertung der Alu-Problematik derzeit in vielen Medienberichten Thema ist.

Der Spiegel-online Artikel ist reichlich banal und wäre keiner besonderen Erwähnung wert, wenn es Lubbadeh nicht für nötig befunden hätte, über unseren Film "Die Akte Aluminium" und über mich als Person zu urteilen. Er schreibt folgendes:
Der Film genügt nicht wissenschafts- und medizinjournalistischen Standards. Er arbeitet wenig mit harten Fakten, aber viel mit Emotionen. Da ist eine Krebspatientin, die einen Zusammenhang zwischen ihrer Krankheit und ihrem Deo-Gebrauch vermutet. Da ist eine Wissenschaftlerin, die Aluminium auf Zellen kippt und den Zusammenhang bewiesen haben will. Und in der Hauptrolle als Bösewicht: das Aluminium, das nicht nur Brustkrebs und Alzheimer verursachen soll, sondern auch die Umwelt verschmutzt und sogar Mitschuld an der Katastrophe vom 11. September trägt. Immerhin: Für die Finanzkrise und den Klimawandel ist es offenbar nicht verantwortlich.
Der erste Satz ist mit einem Link zu einem Artikel von Stephan Angene unterlegt, der als Gastbeitrag im Blog der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)" veröffentlicht wurde. Der Artikel des EDV-Technikers "Angst essen Verstand auf - Die Akte Aluminium" diente dem Spiegel online Wissenschaftsjournalisten Lubbadeh anscheinend als wissenschaftliche Hintergrund-Recherche.

Ich habe Jens Lubbadeh - der mir vollständig unbekannt ist - folgendes Mail geschrieben:

Hallo Herr Lubbadeh,

ich habe den Film "Die Akte Aluminium" gestaltet und zumindest zwei Jahre Arbeit in diese Doku investiert. 
Sie schreiben, dass er medizin- und wissenschaftsjournalistischen Standards nicht genügt und verlinken als Beleg zu einem Artikel eines beleidigten EDV-Technikers, dessen Hauptargument es zu sein scheint, dass ich angeblich "Impfgegner" bin und einen "Eintrag" bei "psiram" habe, wo ich von irgendwelchen "Skeptikern" aus dem anonymen Off verleumdet werde.

Ich habe zum Thema Aluminium auch ein Buch geschrieben ("Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium", Ennsthaler 2012) wo ich rund 140 Quellverweise zu wissenschaftlichen Studien anführe. Das ist nicht nichts und wäre eine Basis für eine kritische Diskussion gewesen.
Ich nehme mal an, dass Sie das Buch nicht gelesen haben und auch nicht kennen. Müssen Sie auch nicht. Ein Artikel bei Spiegel Online ist wahrscheinlich nicht genügend honoriert, um dafür wochenlange Recherchen betreiben zu können. 

Was ich Ihnen aber mitgeben wollte: Seien Sie sich etwas mehr bewusst, wie rasch und hemmungslos Sie Kollegen und deren Arbeit verurteilen und in den Müll kippen! 
Die Aluminium-Problematik steht erst am Anfang der wissenschaftlichen Aufarbeitung und es könnte sein, dass hier ein für die Gesundheit der Menschen bedeutendes und relevantes Risiko verborgen liegt. Für mich - der ich mich im Gegensatz zu Ihnen sehr intensiv mit der Thematik befasst habe - deutet einiges darauf hin. 

Mein Film und mein Buch dienen einem hauptsächlichen Zweck: Darauf hin zu weisen, dass beim Einsatz von Aluminiumverbindungen in den sensibelsten Lebensbereichen ein öffentliches Interesse an unabhängiger wissenschaftlicher Forschung besteht und man es nicht einfach der Kosmetik-, Lebensmittel- und Pharma-Industrie überlassen kann, welche und wie viel Alu-Verbindungen sie weitgehend ohne Sicherheits-Belege in ihre Produkte rein stecken.

Artikel wie Ihrer tragen dazu bei, dass diese Arbeit noch ein paar Jahre länger unerledigt liegen bleibt.


Freundliche Grüße
Bert Ehgartner

Dienstag, 18. März 2014

Deklarationspflicht für Alu-Deos!

Als kürzlich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seine Einschätzung der Gefährlichkeit von Aluminium in Deos änderte, war das Presse-Echo stark. Waren die Vertreter von BfR oder dem deutschen Krebsforschungszentrum bislang eher auf Entwarnung aus, so änderte sich das mit der neuen Veröffentlichung. "Angstschweiß wegen Deos" titelte etwa die taz.
Unter anderem meldete sich bei mir Radio Berlin Brandenburg und ich gab folgendes Interview.
Dove Werbung und Wahrheit: Wenn Alu-Deos auf frisch rasierte Haut aufgetragen werden,
dringen viel mehr toxische Alu-Ionen ins Gewebe ein und verursachen dort Zellschäden

Auch die Organisatoren von Change.org, mit denen ich schon länger in Kontakt bin, nahmen die Veröffentlichung zum Anlass, mit mir gemeinsam eine Kampagne zu starten. Es geht darum, dass die Kosmetikfirmen die Art und Menge des verwendeten Aluminiums deutlich auf der Packung kenntlich machen sollen, damit man auf den ersten Blick erkennt, ob und wie viel Aluminium sie enthalten.
Ich bin stolz, dass bereits nach fünf Tagen mehr als 19.000 Mitstreiter die Petition unterzeichnet haben. Vorhin habe ich die Kommentare herunter geladen und darin gelesen: Es sind 95 Seiten voll guter Wünsche und Anregungen für eine Fortführung der Kampagne. Das zeigt, welche Sorgen - aber auch welcher Zorn beim Umgang der Kosmetikindustrie und der Gesundheitspolitik mit dem Thema aufkommen.

Hier ist der Text der Petition:

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Aluminium Ihr Körper verträgt? Wahrscheinlich nicht. Alu-Verbindungen werden zwar in den sensibelsten Lebensbereichen eingesetzt, aber wir sind uns dessen kaum bewusst. Auch weil die versteckten Alu-Fallen kaum sichtbar gemacht werden. Mein Name ist Bert Ehgartner. Ich bin Autor und Journalist und habe die letzten Jahre intensiv zu Aluminium recherchiert (Buch & Film: Die Akte Aluminium). Mein Fazit: Es ist höchste Zeit, dass wir unsere Wachsamkeit gegenüber Aluminium erhöhen.
Deswegen habe ich diese Kampagne gestartet:
Ich möchte erreichen, dass die Hersteller der wichtigsten Deodorants besser über Aluminiumsalze in ihren Produkten aufklären. Denn in fast allen Deos, die wir Tag für Tag verwenden, versteckt sich Aluminium, das wir über die Haut aufnehmen.
Es gibt einen aktuellen Anlass: Vor kurzem revidierte das Bundesamt für Risikobewertung seine Einschätzung von aluminiumhaltigen Deodorants. Während Deos dem Bundesamt bislang als unbedenklich galten, schließen die traditionell vorsichtigen Bundesprüfer nun nicht mehr aus, dass Aluminium schwere gesundheitliche Schäden anrichten kann.
Wer nur einmal pro Woche diese Deos verwendet, kann damit bereits den „tolerierbaren Grenzwert“ der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) überschreiten. Mit dramatischen gesundheitlichen Folgen.

Es gibt immer mehr wissenschaftliche Indizien, die eine übermäßig hohe Aufnahme von Aluminium mit Brustkrebs und der Alzheimer-Krankheit in Verbindung bringen. Darüber hinaus sind mittlerweile rund 200 biochemische Abläufe im menschlichen Organismus bekannt, welche durch die toxischen Alu-Verbindungen gestört werden. Es ist höchste Zeit, dass bei Aluminium das Prinzip der Vorsorge angewandt wird – dass also eine problematische Chemikalie sicherheitshalber vermieden wird, auch wenn noch nicht alle Beweise für einen ursächlichen Zusammenhang erbracht sind. Auch die Hersteller sind hier in der Pflicht, Ihren Kunden zumindest klare Orientierung auf den ersten Blick zu bieten.

In keinem Produkt kommen wir so unmittelbar und in so hohen Dosen mit Aluminium in Kontakt wie in Deos. Deswegen fordere ich von Deutschlands beliebtester Deomarke Dove: Aufklärung jetzt!

Vorschlag: Auf jedem Deo, das Aluminium enthält, sollte dies (so wie Nikotin und Teer auf Zigaretten-Packungen) gut sichtbar gekennzeichnet und für uns Verbraucher auf den ersten Blick erkennbar sein. Mit Deklarierung der Alu-Verbindung und genauer Mengenangabe. Denn nur so können wir als Verbraucher eine informierte Entscheidung treffen. Außerdem muss der Hinweis auf die Packung, dass nach der Rasur dringend von Alu-Deos abgeraten wird (weil durch die kleinen Wunden die Alu-Ionen noch viel besser ins Gewebe eindringen).

Dove ist der Vorreiter eines neuen Frauenbildes in der Werbung. Jetzt sollen sie auch zum Vorreiter von transparenter Kommunikation werden! Ich sage: Warten wir nicht ab, bis endlich der Minister für Verbraucherschutz aktiv wird oder die Rolle von Aluminium als Auslöser von Brustkrebs hundertprozentig wasserdicht erwiesen ist. Das kann noch Jahre dauern. Wir als Verbraucherinnen und Verbraucher können schon jetzt unser Verhalten ändern. Aber das geht nur wenn uns die Kosmetikfirmen transparent über ihre Inhaltsstoffe aufklären.
Deshalb fordere ich vom Unilever Konzern: Klären Sie auf den Deos Ihrer Marke Dove transparent über Aluminium auf!

Bitte unerzeichnen auch Sie die Petition an Unilever. Hier geht es zur Petitions-Seite. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden 
wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen. 

Samstag, 1. Februar 2014

Alu-Deos: Kosmetikindustrie als Behördenflüsterer

Seit Jahrzehnten steigt die Häufigkeit von Brustkrebs rasant an. Mehr als die Hälfte der Tumore werden im Quadrant neben den Achseln diagnostiziert: Dort wo Roll-on oder Deospray aufgetragen werden. Viele dieser Kosmetikprodukte enthalten als Wirkstoff eine Aluminium-Chlor-Mischung. Diese Chemikalie dringt in die Haut ein und verklebt die Schweißporen. Das oberste deutsche Kontrollgremium, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), stellte den Alu-Deos bisher einen Freibrief aus. Nun stellt sich heraus, dass die Behörde bei dieser Einschätzung einen wichtigen Einflüsterer hatte: die Kosmetikindustrie. 

Etwa zwei Drittel der Deos enthalten Aluminiumchlorohydrat
Es ist eines der ungelösten Rätsel bei Brustkrebs: Fast 60 Prozent der Tumoren treten im so genannten "oberen äußeren Quadranten" der Brust auf. Also in jenem Bereich, der den Achseln am nächsten ist. Da die weibliche Brust in fünf etwa gleich große Bereiche - die vier Quadranten und einen zentralen Bereich um den Nippel - gegliedert wird, sollten es rein mathematisch doch nur 20 Prozent sein.
Als Erklärung wird genannt, dass dieser Bereich bei den Achseln eben besonders dichtes Gewebe enthalte und hier besonders viele der milchproduzierenden Zellen versammelt sind, aus denen meist das Krebsgeschehen entspringt.

Die britische Onkologin Philippa Darbre von der Universität Reading im Norden Londons gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und vertiefte sich in historische Aufzeichnungen aus der Zeit bevor massenhaft Deos verwendet worden sind. Und siehe da: In den 1930er und 40er Jahren waren die Tumoren deutlich gleichmäßiger über die gesamte Brust verteilt. Nur 31 Prozent fanden sich damals im "oberen äußeren Quadranten". Zum Beginn der 80er Jahre war der Anteil in England, Wales und Schottland bereits auf fast 40 Prozent angestiegen, mit der Jahrtausendwende übersprang er schließlich die 50 Prozent Marke. Und jetzt liegt er schon fast beim Doppelten der Vor-Kosmetik-Ära.
"Das", meint Darbre, "weist deutlich darauf hin, dass Kosmetikprodukte hier eine Rolle spielen." Sie tippte zunächst auf die Parabene. Schließlich aber fand sie einen anderen, noch deutlich aggressiveren Inhaltsstoff, den sie seit zwei Jahrzehnten erforscht und dazu viele Studien veröffentlicht hat. (Nähere Informationen dazu: siehe hier).


BfR gab Grünes Licht für Alu-Deos

Im krassen Gegensatz zu diesen Erkenntnissen gab das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch in seinen Publikationen stets grünes Licht für die Alu-Deos.

Hier eine der Entwarnungen des BfR im Wortlaut:
Die geschätzte Aufnahme über die Haut (dermale Resorption) liegt bei 0,01 % (21). (…) Ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aluminiumaufnahme aus unterschiedlichen Quellen wie Lebensmitteln, Medikamenten oder kosmetischen Mitteln und einer Alzheimer Erkrankung wurde bisher wissenschaftlich nicht belegt. Nach Auffassung der Kosmetikkommission besteht kein Risiko durch eine Aluminiumaufnahme aus kosmetischen Mitteln speziell aus Deodorantien.
Vom wissenschaftlichen Gehalt machte die Risikobewertung des BfR den Eindruck eines recht beliebigen, nebenher verfassten Gutachtens. Die oben zitierte Aussage stützte sich auf wenige kleine Studien und berücksichtigte die neuere kritische Evidenz zum Thema Brustkrebs gar nicht.
Mehrfach wurde ich von Journalistenkollegen kontaktiert, welche im Zuge ihrer Recherchen beim BfR nachgefragt hatten und dort die Auskunft bekamen, Aluminium stelle keinerlei Gesundheitsgefahr dar. Ansgesprochen auf die Belege, die ich in meinem Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium", sowie in meinen Filmen präsentiert habe, hieß es von Seiten der BfR-Sprecher: "An der Sache ist nichts dran." Hier würde bloß jemand (also ich) ohne jegliche Substanz Angst verbreiten.

Vor einigen Monaten aber stand auf der Webseite des BfR plötzlich die Mitteilung, dass die Frage der Sicherheit von Kosmetikprodukten - speziell auch wegen der vielen Anfragen zu Alu-Zusätzen - neu bewertet werde.

Nun wurden die neuen Erkenntnisse publiziert.

Zur Frage, ob Aluminiumhaltige Deos gesundheitsschädlich sind, erklären die BfR Experten  jetzt folgendes:
"Die geschätzte Aufnahme von Aluminium aus Antitranspirantien liegt möglicherweise im Bereich dessen, was von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als duldbare wöchentliche Aufnahmemenge festgesetzt wurde. Da Aluminium auch aus anderen Quellen, wie beispielsweise Lebensmitteln, aufgenommen wird, könnte diese Menge bei einem Teil der Bevölkerung überschritten werden. Um eine zu hohe Aluminiumaufnahme zu verhindern, sollte ein übermäßiger Gebrauch von aluminiumhaltigen Antitranspirantien daher vermieden werden. Außerdem sollte nach der Rasur oder bei geschädigter Achselhaut ein Deodorant ohne Aluminiumsalze verwendet werden."
Das klingt immerhin nicht mehr ganz so sorglos, wie die letzte größere Erörterung dieser Problematik, wo es noch sinngemäß geheißen hatte, man brauche sich diesbezüglich überhaupt keine Gedanken machen.


Fiel das BfR auf Industrie-Expertise herein?

Das Protokoll zur 11. Sitzung der Kosmetik-Kommission, die im Mai 2013 (!) stattfand, wurde vor ein paar Tagen am 23. Januar 2014 veröffentlicht. Darin wird zum Tagesordnungspunkt Aluminium ein interessantes Faktum erwähnt. Dass nämlich bei einer der zurückliegenden Sitzungen des BfR (am 23. November 2011) ein Vertreter der Industrie anwesend war.
Zitat aus dem Bericht:
Damals stellte ein Vertreter der Industrie eine Expositionsberechnung vor, bei der sich unter der Annahme einer Penetrationsrate von 0,012 % eine systemische Expositionsdosis (SED) von 9 µg/Person/Tag bzw. 0,15 µg/kg KG ergab.
Damit, hatte der Industrievertreter der BfR-Kommission erklärt, liege das Risiko um das 200-fache unter dem Grenzwert. Also weit jenseits jeglicher Gefahr.
Der Vertreter bezog sich dabei auf eine Studie aus dem Jahr 2001, an der gerade einmal zwei Personen (!) teilgenommen hatten. Genau diese Studie (siehe oben:  21) wurde aber in den BfR Entscheidungen stets als wichtiger wissenschaftlicher Hinweis für die Harmlosigkeit der Alu-Deos genannt. 

Bei der aktuellen Sitzung des BfR war nun ein neuer Experte anwesend, von dem im Bericht keine Industrienähe gemeldet wird. 
Und siehe da, er kam nun zu gänzlich anderen Resultaten. Zitat aus dem Protokoll:
Ein Experte berichtet zum aktuellen Sachstand von Aluminium in kosmetischen Mitteln und stellt eine neue Expositionsberechnung nach Notes of Guidance vor. Aus einem neuen, nach OECD Richtlinie durchgeführten in vitro-Versuch ergaben sich Penetrationsraten in Abhängigkeit von der Formulierung zwischen 0,3 (für ein Roll-On) und 1,61 µg/cm2 (für ein Aerosol). Anhand dieser Penetrationsraten ergäben sich weitaus höhere systemische Einträge.
Demnach werde allein über Deos so viel Aluminium in den Körper aufgenommen, dass damit der Grenzwert der EU Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für die "tolerierbare wöchentliche Aufnahme" bereits erreicht werde. Also keine Rede mehr von einem 200-fachen Sicherheitsabstand.

Welchem Experten soll nun also vertraut werden, wenn die Resultate des einen um das 200-fache von jenen des anderen abweichen?

Daraus entspann sich im Plenum eine Diskussion, wo u.a. Kritik an den Mängeln der vorangegangenen - vom Industrie-Lobbyisten - vorgetragenen Studie aufkam. 
Der Bericht des BfR fasst den Abschluss der Debatte folgendermaßen zusammen:
Aufgrund der insgesamt schlechten Datenlage zum Thema dermale Penetration sei es schwer, eine vernünftige Expositionsbetrachtung zu machen. Es bestehe dringender Bedarf an einer OECD-konformen in vivo-Studie unter Anwendungsbedingungen.
Schließlich wird im Protokoll noch erwähnt, dass es zusätzlich zu den Deos mit dem Wirkstoff Aluminiumcholorohydrat noch eine Reihe weiterer Aluminium-haltiger Kosmetikprodukte gibt, welche die Gesamtlast erhöhen. Aufgezählt werden: 
Aluminiumfluorid in Zahnpasta, Aluminiumverbindungen in Lippenstift sowie Aluminium-beschichtetes Titandioxid in Sonnenschutzmitteln 
Jedenfalls, so endet der Bericht, "soll das Thema bei der nächsten BfR-Sitzung erneut diskutiert werden".

Wann denken Sie ist die nächste Sitzung?
Auch dies geht aus dem Protokoll hervor: Es ist der 7. November 2013.

Wir müssen also nur noch ein paar Monate warten, bis wir erfahren, welche neuen Schlüsse das BfR vor drei Monaten gezogen hat.

Das BfR beschäftigt 775 Mitarbeiter, davon mehr als 300 Wissenschaftler

PS: Auf der Homepage des BfR gibt es ein Übersichtspapier, welches Daten und Fakten zum BfR auflistet. Gegründet wurde das BfR im Jahr 2002 als Anstalt öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. 
Ziele des BfR sind laut Statut:
Das BfR versteht sich als Anwalt für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Sein Ziel ist es, gestützt auf seine Risikobewertungen den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu stärken.
Etwas weiter oben hier im Artikel finden wir die Feststellung des BfR, dass "dringender Bedarf" bestehe an zuverlässigen Anwendungsstudien, um endlich mal die Frage zu klären, wie viel des toxischen Alu-Chlor-Gemisches über die Antitranspirantien nun tatsächlich in den Körper - und damit auch ins Brustgewebe - gelangt.

Hierzu noch ein Blick in die Aufgaben des BfR:
Das BfR hat den gesetzlichen Auftrag, Forschung zu betreiben, soweit diese in engem Bezug zu seinen Arbeitsschwerpunkten und Tätigkeiten steht und für die Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben nötig ist.
Bleibt also die Frage, was die Hundertschaften des BfR (darunter mehr als 300 Wissenschaftler) aufhält, diesen dringenden Bedarf selbst zu stillen (und sich bei Bedarf fachkundige Experten zu Hilfe zu holen).

Nachdem sich damit hoffentlich zweifelsfrei klären lässt, wie viel Aluminium in die Haut geht, schließe ich mich gleich mit einer Inspiration für eine mögliche weitere Fragestellung an:

Hoch interessant wäre nämlich auch, was die reaktionsfreudigen und bekannt toxischen Aluminium-Ionen dann - nachdem sie die Haut durchdrungen haben - im Brustgewebe anrichten.
Hierzu gibt es bereits ausgiebig Literatur, welche ich den BfR-Experten (bei Bedarf) gerne zukommen lasse.




Mittwoch, 24. Juli 2013

Nivea streitet Risiken durch Aluminium ab

Gestern lief die Wiederholung unseres Filmes "Die Akte Aluminium" auf ARTE. Einige Radio und TV-Stationen bringen mittlerweile Beiträge zum Thema und in zahlreichen Internet-Foren wird über die Gesundheitsgefahren durch Aluminium diskutiert. 
Der öffentliche Druck auf Firmen, die nach wie vor biochemisch aktive Alu-Verbindungen in ihren Produkten verwenden, steigt. Die Kunden fragen zunehmend nach - und so erscheinen dann auf manchen Webseiten offizielle Antworten zur Aluminium-Problematik. 
Eine besonders freche Entwarnung lieferte der deutsche Beiersdorf Konzern, welcher die Produktlinie "Nivea" vertreibt, die nach eigener Aussage "weltweit größte Hautpflegemarke".

Zahlreiche Produkte von Beiersdorf enthalten Alu-Verbindungen

Auf der Webseite des Konzerns werden "Aktuelle Fragen" aufgeworfen. Gleich die erste Frage lautet: "Sind Aluminiumverbindungen in Hautpflegeprodukten gefährlich?"

In vier Absätzen wird die Frage von der Pressestelle des Konzerns ganz eindeutig beantwortet: "Nie und nimmer!" - Hier geht es zur Webseite.

Die Textbausteine, welche die Beiersdorf Pressestelle in ihren Ausführungen zu Aluminium verwendet, findet man fast wortgleich auf zahlreichen Industrie-Webseiten - und auch in Ausführungen von diversen Aluminium-Fachleuten, welche nahen Kontakt zur Alu-Lobby pflegen.
In den Argumenten fällt auf, dass es immer die anderen Bereiche sind, welche angeblich deutlich mehr Aluminium verwenden bzw. enthalten. Bei den Unmengen, die in Lebensmitteln oder Medikamenten enthalten sind – so die Argumentation – brauche man sich über Kosmetikprodukte gar keine Sorgen mehr machen.
Wenn man den ersten Absatz liest, hat man beinahe das Bedürfnis, in den Drogeriemarkt zu gehen und sich Aluminiumpulver als Nahrungsergänzung einzukaufen, um nur ja keinen Mangel zu erleiden.
Aluminiumsalze sind Bestandteil unserer täglichen Nahrung. Sie sind zum Beispiel in Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch sowie unserem Trinkwasser enthalten.
Doch einen derart suggerierten "natürlichen Aluminiumgehalt" findet man in den allermeisten Lebensmitteln - sofern sie nicht kontaminiert sind - in Wahrheit nicht. Und nicht einmal die eingefleischtesten Alu-Lobbyisten, mit denen ich im Zuge meiner Recherchen gesprochen habe, würden öffentlich behaupten, dass Aluminium unproblematisch für die Gesundheit ist.

Im Meer, wo das Leben seinen Ursprung nahm,  ist – abgesehen vom Mündungsbereich belasteter Flüsse – sogar heute noch die Aluminium-Konzentration meist unter der Nachweisgrenze. Für die allermeisten Pflanzen und ausnahmslos alle Tiere ist Aluminium toxisch. Bis heute kennt man - vom kleinsten Bakterium bis zum Menschen - keinen einzigen biochemischen Mechanismus, in dem Aluminium eine sinnvolle Rolle spielt. Dafür sind mittlerweile mehr als 200 Mechanismen bekannt, wo sich Aluminium-Ionen einbauen und Schaden anrichten. "Bevor wir Aluminium vor ca. 100 Jahren mit enormem Aufwand an Energie aus der Erdkruste geholt haben, waren bioaktive Aluminium-Ionen nicht verfügbar", sagt der britische Aluminium Experte Prof. Christopher Exley. "Das Leben auf der Erde entstand in Abwesenheit von Aluminium."

Einige der Argumente, die auf der Webseite von Beiersdorf genannt werden, sind eindeutig falsch - so wie z.B. diese Aussage:
Bei den in Kosmetika verwendeten Stoffen handelt es sich meist um unlösliche Aluminiumverbindungen mit entsprechender vernachlässigbarer Bioverfügbarkeit von Aluminium, das heißt eine Anreicherung im Gewebe ist ausgeschlossen. Lösliche Aluminiumverbindungen werden hauptsächlich in Antitranspiranzien eingesetzt, wobei hier auf der Haut und in den Schweißdrüsen unlösliche Aluminiumverbindungen entstehen und somit die Bioverfügbarkeit von Aluminium ebenfalls gering ist.
Dass eine Anreicherung im Gewebe ausgeschlossen werden kann, ist eine reichlich mutige Ansage, für die jegliche Evidenz fehlt. Bereits Minuten nach dem Auftragen von Alu-Verbindungen können diese im Blut gemessen werden. Aktuelle Untersuchungen zeigten, dass Aluminium sich sehr wohl z.B. in den Knochen, im Brustgewebe oder im Gehirn anreichern kann

Ebenso frech wie falsch ist auch diese Behauptung:
Der Vorwurf durch Verwendung von aluminiumhaltigen Kosmetika würde sich das Risiko erhöhen, an Brustkrebs oder Alzheimer zu erkranken, gilt als widerlegt. 
Auf welche Belege sich die Pressestelle des Unternehmens hier bezieht, wird ebenso wenig genannt wie eine Methode, mit der ein Risiko als "widerlegt" dargestellt werden kann. Das ist nämlich beinahe noch schwieriger als das Gegenteil: Ein Risiko zu beweisen.

Tatsache ist, dass eine konkrete Verursacherrolle von Aluminium als Auslöser von Krankheiten bisher erst in wenigen Fällen bewiesen werden konnte. So wurden Alu-hältige Arzneimittel, welche Nierenkranken verabreicht wurden, als Verursacher der so genannten Dialyse-Demenz überführt. Und zwar dadurch, dass diese Krankheit nicht mehr auftrat, nachdem die Medikamente verboten wurden. Mit ähnlichen Methoden wurde Aluminium als Auslöser von Anämie und Knochenerweichung überführt.
Doch bei anderen Krankheiten, welche sich in der Normalbevölkerung über einen Zeitraum vieler Jahre entwickeln - wie z.B. bei Brustkrebs oder der Alzheimer Krankheit - ist die Beweisführung ungleich schwieriger.
Zum einen, weil im Leben die wenigsten Krankheiten monokausal verursacht werden, sondern immer mehrere Einflüsse (z.B: Umweltfaktoren, genetischer Hintergrund) zusammen wirken. Zum zweiten, weil es im Bereich der Ursachenforschung bei Aluminium kaum öffentliche Förderungsmittel gibt und Kosmetik-, Pharma- oder Lebensmittelindustrie, welche Alu-Verbindungen einsetzen, verständlicherweise kein großes Interesse haben, in diesem Bereich selbstständig aktiv zu werden.

Doch es gibt unzählige Indizien, welche eine Rolle von Aluminium in der Entstehung dieser Krankheiten nahe legen. Am Beispiel der Alzheimer Krankheit bezeichnen es zunehmend auch führende Experten als wahrscheinlich, dass Aluminium eine Rolle spielt, wie ich hier im Blog - oder auch in meinem Buch zum Thema ("Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium") an zahlreichen Beispielen ausgeführt habe. Christopher Exley nennt eine ganze Reihe von Krankheiten, welche mit dem schädlichen Einfluss von Aluminium assoziiert sind.

Es wäre eindeutig die Aufgabe der Behörden, ihre Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung wahr zu nehmen und endlich für Aufklärung zu sorgen. Filme wie "Die Akte Aluminium" tragen hoffentlich dazu bei, dass öffentlicher Druck entsteht und die Behörden aus ihrem Faulbett aufstehen. Die seltsame Zurückhaltung bei der Forschungsförderung zur Aufklärung der Rolle von Aluminium muss endlich beendet wird.

Solange die Sicherheit der Alu-Verbindungen nicht erwiesen sind, sollte das Prinzip der Vorsicht gelten und die bekannt toxischen Chemikalien nicht in sensiblen Bereichen des Lebens eingesetzt werden.

Verantwortungsvolle Kosmetik-Konzerne könnten sich diesem Prinzip ja ebenfalls anschließen.

Samstag, 8. Dezember 2012

Heavy Metal Aluminium


Immer mehr Indizien stützen den Verdacht, dass mit der Freisetzung von Aluminium aus der Erdkruste eine Büchse der Pandora geöffnet wurde. Ist Aluminium der lange gesuchte Umweltfaktor, der den starken Anstieg bei manchen Zivilisationskrankheiten erklärt?

„Mein Name ist Sonja, ich bin 2010 gerade 36 Jahre alt und mein Leben ist perfekt“, beginnt der Blog mit der Adresse dreamsandme.com. Er stammt von der Altlengbacherin Sonja T. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und beschreibt mit diesen Worten ihre Ausgangssituation, bevor sie im oberen Bereich ihrer rechten Brust einen Knoten tastete. Die Befürchtung bestätigte sich, es handelte sich um ein invasives Mammakarzinom und Sonja schreibt: „Mein Leben stellt sich auf den Kopf“.
Sonja T. wurde brusterhaltend operiert, erhielt 33 Bestrahlungen und unter anderem eine bis heute anhaltende Antihormontherapie, welche sie stark belastet. „Die Medikamente fördern Depressionen, Gewichtszunahme, ich leide unter trockenen Schleimhäuten, kann nicht einschlafen und durchschlafen schon gar nicht.“ Bis 2015 dauert die Therapie noch an. „Wenn ein Rezitativ auftaucht, geht es natürlich weiter.“ In zwei Wochen ist der Termin zur Verlaufskontrolle. Da wird das CT zeigen, ob sich irgendwo Metastasen gebildet haben. „Vielleicht“, sagt Sonja T., „werde ich mit zur Sicherheit die Eierstöcke entfernen lassen.“

DNA-Schäden durch Aluminium

Mehr als 5.000 Frauen pro Jahr teilen in Österreich das Schicksal einer Neuerkrankung an Brustkrebs. Das sind um 2.000 mehr als zu Beginn der Achtziger Jahre. „Dieser enorme Anstieg binnen so kurzer Zeit kann nicht genetisch bedingt sein“, sagt die britische Onkologin Philippa Darbre, die mit ihrem Team seit 20 Jahren an der Universität Reading, nördlich von London die Ursachen von Brustkrebs erforscht.
Besonders auffällig ist, dass 60 Prozent der Krebsfälle im oberen äußeren Quadranten der Brust auftreten, dort wo auch bei Sonja T. der Tumor gewachsen ist. Diese Häufung wurde bisher damit erklärt, dass der Bereich neben den Achseln aus besonders dichtem Gewebe mit zahlreichen milchbildenden Zellen besteht. Diese Zellen sind – in Folge von Schäden an der Erbsubstanz DNA – auch besonders gefährdet für unkontrolliertes Wachstum und Krebs. Doch was verursacht diese DNA-Schäden?
Brustkrebs-Forscherin Philippa Darbre
Univ. Reading (Foto: Ehgartner)
Philippa Darbre fand einige detaillierte Studien mit der Auswertung hunderter Krebsfälle aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und staunte nicht schlecht. Denn damals wurden nur 30 Prozent der Tumoren im Quadranten neben den Achseln diagnostiziert. „Damit war klar, dass es sich um einen Umwelteinfluss handeln muss“, sagt Darbre. „Etwas, das sich in den letzten Jahrzehnten rapid verbreitet hat.“ Sie untersuchte Kosmetikprodukte und hier vor allem Deodorants. Dabei identifizierte sie als möglichen Verdächtigen Aluminiumverbindungen, welche bis zu 20 Prozent des Inhalts in Deos ausmachen. Deren Wirkprinzip klingt an sich schon reichlich ungesund: Die reaktionsfreudigen Alu-Ionen verschmelzen mit den Zellen der Haut und verkleben dabei die Schweißdrüsen, so dass man kaum noch schwitzt.

Haut ist keine Barriere 

Von Seiten der Kosmetikindustrie wurde stets Entwarnung gegeben: Die Haut sei für Aluminium eine unüberwindliche Barriere, Deo-Rückstände würden beim Duschen gleich wieder abgewaschen und falls doch kleine Mengen in den Organismus geraten, so würden sie umgehend ausgeschieden.
„Dabei wird völlig übersehen, dass sich speziell Frauen meist die Achselhaare rasieren“, sagt der französische Toxikologe Olivier Guillard von der Universität Poitiers. Er zeigte mit einem wissenschaftlichen Hautmodell, dass der Anteil des Aluminiums, der ins Gewebe eindringt, um das Sechsfache ansteigt, wenn die Hautzellen beschädigt sind.
Darbres Forschungsergebnisse der letzten Jahre ziehen die Darstellung der Industrie ebenfalls massiv in Zweifel. Bereits wenige Stunden nach der Anwendung seien die Inhaltsstoffe im Blut nachweisbar, fand sie. Je weiter man von den Achseln weggeht, desto geringer wird die Aluminium-Konzentration im Brustgewebe. Und wenn man die Flüssigkeit aus der Brust krebskranker Frauen mit jener von Gesunden vergleicht, so findet man dort eine doppelt so hohe Konzentration an Aluminium. Besonders beunruhigend sind aktuelle Resultate, in denen Darbre Kulturen lebender Brustzellen im Labor mit geringsten Konzentrationen des Alu-Chlor Gemisches versetzte, wie es auch in Deos verwendet wird. Bereits nach einigen Monaten begann ein schockierender Prozess: Unter dem Mikroskop war deutlich sichtbar, wie sich kleine schwarze Zellhaufen bildeten, während in der Alu-freien Kontrollgruppe die Zellen völlig unverändert blieben. „Es scheint, dass Aluminium fähig ist, eine normale Zelle in eine Krebszelle zu verwandeln“, lautet Darbres Verdacht. Wissenschaftler der Universität Genf legten zu Beginn des heurigen Jahres ähnliche Resultate vor.

Die Alu-Lobby wird aktiv

Während der wissenschaftliche Mainstream gerade erst beginnt, Darbres Resultate zu diskutieren und der Einfluss von Aluminium zunehmend Thema größerer Konferenzen wird, gilt bei einer anderen Seuche unserer Zeit die Diskussion über eine mögliche Beteiligung von Aluminium als abgeschlossen: „Aluminium ist kein Auslöser von Alzheimer“, heißt es auf der Webseite der Internationalen Alzheimer Gesellschaft. „Das ist ein bloßer Mythos“, fügt der britische Toxikologe Nicholas Priest hinzu, der im Auftrag der Aluminium-Industrie mehrfach Übersichtsarbeiten zu gesundheitlichen Aspekten von Aluminium publiziert hat. „Das Prinzip der Vorsicht ist ja schön und gut“, sagt Priest. Aber bei Aluminium sei es mittlerweile sonnenklar, dass davon kein Risiko ausgeht. „Das Thema ist tot.“
Ähnlich hatte auch der führende US-Alzheimer Experte Henry Wisniewski argumentiert: „Jeder Forschungsdollar, der in diese Richtung investiert wird, ist ein verlorener Dollar“, sagte er bis zu seinem Tod im Jahr 1999 jedem Reporter auf diese Frage ins Mikrophon. Und heute wird auf den internationalen Alzheimer Konferenzen jährlich der „Henry Wisniewski Preis“ für das Lebenswerk im Bereich der Alzheimer Forschung vergeben. Von Aluminium ist dort längst keine Rede mehr.

Henry Wisniewski
Das war bis in die frühen Neunziger Jahre hinein noch ganz anders. Zahlreiche Arbeiten fanden Indizien für eine Beteiligung von Aluminium. Sie wurden in hochrangigen Journalen wie „Science“ publiziert. Darunter etwa jene von Daniel Perl, Professor für Neuropathologie  an der Mount Sinai School of Medicine in New York. Perl entwickelte eigene bildgebende Verfahren, um das Aluminium in den Alzheimer-Plaques sichtbar zu machen. Er verglich die Gehirne von Menschen, die an Alzheimer gestorben waren, und der Zusammenhang war frappierend. „Aluminium hatte sich zwar ungleichmäßig im Gehirn verteilt“, sagt Perl, „aber genau dort, wo wir die höchste Konzentration fanden, waren auch die Zerstörungen am massivsten.“ In den beschädigten Regionen lag der Aluminiumanteil beim zwei- bis dreifachen Gehalt den man bei Menschen findet, die an anderen Ursachen gestorben sind.



Perl beschreibt, wie eine kleine Gruppe recht bekannter und im Wissenschafts-Betrieb sehr angesehener Kollegen rund um Henry Wisniewski auf Kongressen und in den Medien ständig lautstark gegen diese These auftrat. „Sie vertraten vehement den Standpunkt, es handle sich bei dem Aluminium, das wir fanden, wohl um Labor-Verunreinigungen oder sonstige schlampige Arbeit.“ – Nach und nach wirkte diese Art der Darstellung, zumal die Gruppe auch stets ausreichend finanzielle Mittel für Übersichts-Artikel zur Sicherheit von Aluminium hatte. „Wir vermuteten schon damals, dass sie von der Aluminium-Industrie finanziert wurden“, sagt Perl. „Später tauchten nach und nach die Beweise auf, dass hier massive Geldmittel geflossen sind und bis heute weiter fließen.“
Allzu offensiv wird dieser Interessenskonflikt jedoch nicht nach außen getragen, wie die Verabredung mit dem Alu-Experten Nicholas Priest belegt. Der Toxikologe stellt sich – über Vermittlung des „International Aluminium Insitute“ in London – in den Büroräumen der Alu-Lobbyisten zum Interview. Thematisiert möchte er diesen Zusammenhang jedoch nicht haben. „Das könnte meiner Glaubwürdigkeit schaden.“ Dass bioaktive Aluminium-Verbindungen neurotoxisch sind, bestreiten jedoch nicht einmal die „Aluminium-Botschafter. Es komme aber immer auf die Dosis an und die sei in den meisten Anwendungen extrem gering.

Jeder Mensch reagiert anders

Grenzwerte anzugeben ist in der Tat schwierig, weil die Menschen - je nach ihrem individuellen genetischen Hintergrund - extrem unterschiedlich reagieren. Bei einer Studie in welcher der Weg von radioaktiv markierten Aluminiumpartikeln im Körper nachverfolgt wurde, fand sich unter den fünf Freiwilligen, die hier teilnahmen, ein Unterschied in der Aluminium-Aufnahme von 300 Prozent. Das heißt, dass manche Personen das Aluminium schwer ausscheiden und die Dreifache Menge im Organismus behalten. Was diese Alien-Partikel dort anstellen ist vollkommen unklar. Die reaktionsfreudigen Metall-Ionen gehen ihre Bindungen nach dem Zufallsprinzip ein und verdrängen andere chemische Elemente. Bislang sind mehr als 200 biochemische Abläufe bekannt, welche durch Aluminium beschleunigt, verzögert oder gar unterbunden werden.
Der Pariser Neuropathologe Romain Gherardi schätzt den Anteil der Aluminium-Akkumulierer in der Bevölkerung auf etwa ein Prozent. "Wenn es uns gelingen würde, diesen Personenkreis über einen geeigneten Test zu identifizieren, so könnten wir hier gezielt Vorsichtsmaßnahmen setzen." Dafür wäre es allerdings dringend notwendig, so Gherardi, dass in allen Bereichen, wo Aluminium sinnvoll eingesetzt wird, auch Alu-freie Alternativen angeboten werden. "Dies gilt vor allem für Impfungen, wo Aluminiumhaltige Hilfsstoffe als Wirkverstärker verwendet werden."

Was Aluminium anrichten kann, erlebte Herwig Holzer der an der medizinischen Universität Graz viele Jahre lang die Abteilung für Nierenkrankheiten geleitet hat. In den 1970er Jahren wurde weltweit ein beunruhigendes Phänomen in Dialyse-Stationen beobachtet: „Wir haben damals ungewöhnlich viele neurologische Fälle mit schweren Ausfallserscheinungen  beobachtet“, sagt Holzer. „Besonders bei jungen Menschen sind Schlaganfall-ähnliche, Alzheimer-ähnliche Bilder entstanden.“ Das Phänomen ging als „Dialyse-Demenz“ in die Medizingeschichte ein. Als Auslöser wurden neuartige Medikamente identifiziert, welche Aluminiumhydroxid als Wirkstoff enthielten.  „Als wir das Problem erkannt haben, haben wir das Aluminiumhydroxid sofort abgesetzt“, sagt Holzer. Es war dann auch gleich eine Absenkung der Blutspiegel festzustellen. Entgegen der Hoffnung Holzers gab es bei den neurologischen Defiziten der Patienten jedoch keine Besserung mehr. „Es ist eben das Problem gewesen, dass das Aluminium schon im Gehirn war und dort seine toxische Wirkung verbreitet hat so dass Heilungen nicht mehr beobachtet wurden.“

Ähnliche Medikamente sind heute noch immer im Umlauf, werden aber nicht mehr an Dialyse-Stationen – sondern in den Apotheken als Mittel gegen Sodbrennen oder zum „Magenschutz“ abgegeben. Manche davon sogar rezeptfrei. Im Kleingedruckten der Patienteninformation wird vor Langzeit-Einnahme gewarnt. Dies könnte zu Demenz führen. Bei längerer Anwendung sollten jedenfalls die Aluminiumspiegel im Blut kontrolliert werden.

Allergien auf Bestellung

Erika Jensen-Jarolim und ihre Forschergruppe an der Universität Wien verwenden diese Mittel, um im Tiermodell Allergien – von Asthma bis zu Nahrungsmittel-Allergien – auszulösen. „Egal ob die Mittel injiziert oder verfüttert werden“, erklärt Jensen-Jarolim „mit Hilfe von Aluminium gelingt es, das Immunsystem der Tiere gezielt gegen eine gleichzeitig verabreichte Substanz scharf zu machen.“
Nun zeigen aktuelle Studien, dass sich dieses Risiko nicht auf Tiere beschränkt. In der Schwangerschaft leiden wegen des Zwerchfell-Hochstandes etwa die Hälfte der Frauen unter Sodbrennen. „Wenn diese Frauen Aluminium-haltige Medikamente nehmen“, erklärt Jensen-Jarolim, „so haben ihre Kinder ein doppelt so hohes Risiko einer Allergie.“

Krebs, Allergien, Alzheimer – die Liste der möglichen Aluminium-assoziierten Risiken ist lang. Der britische Umwelt-Toxikologe Christopher Exley hat dazu eine aufwändige Literatur-Recherche unternommen und Hinweise aus der Fachliteratur nach einer möglichen Beteiligung von Aluminium gewertet. Die Liste der Verdächtigen ist lange und prominent besetzt.

Christopher Exley, Aluminium-Experte der englischen Keele University
(Foto: Bert Ehgartner)

Auf internationale Konferenzen hört man nach wie vor wenig von derartigen Zusammenhängen. Exley hat bereits in den 90er Jahren die Konsequenz gezogen und veranstaltet selbst – alle zwei Jahre – Fachkonferenzen zur Aluminium-Forschung. Er vernetzt dabei etwa 600 Arbeitsgruppen weltweit, die – auch unter widrigsten Förderungs-Bedingungen – wissenschaftliche Forschung betreiben.
Im Februar findet nun das „10. Keele Meeting on Aluminium“ im englischen Winchester statt. Die Liste der eingereichten Forschungsarbeiten ist schon jetzt beeindruckend lang. Mit Massenbesuch wie bei den Alzheimer-Konferenzen ist jedoch nicht zu rechnen. „Wir bekommen keinerlei Förderung“, sagt Exley. „Jeder Teilnehmer muss alle Kosten selbst tragen.“

Die Brustkrebs-Patientin Sonja T. hat mittlerweile jedenfalls die Konsequenzen gezogen und ihre Alu-Deos entsorgt. „Ich glaube jedoch nicht, dass das der Auslöser für meine Krebserkrankung war“, sagt sie. Und fügt hinzu, dass das ein reichlich unerträglicher Gedanke wäre.

Das ist die Langversion eines Artikels, der am 21. November 2012 im österreichischen  Nachrichtenmagazin profil erschienen ist.