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Donnerstag, 10. April 2025

Die Influenza-Impfung als Grippe-Booster

Bei der Influenza Impfung gibt es zwei schwarze Löcher der Wirksamkeit. Sie betrifft Babys und Kleinkinder sowie ältere Menschen. Das ist bekannt. Doch wie steht es um die Wirksamkeit bei gesunden Erwachsenen? - Das wurde nun im Rahmen einer großen Studie geprüft. Und das Resultat ist verheerend. 

Beim österreichischen Gesundheitsministerium ist die Impfwelt noch in Ordnung

In der mittleren Altersgruppe geht man allgemein davon aus, dass die Impfung Vorteile bringt. Das Robert Koch Institut veröffentlicht beispielsweise jährlich Schätzungen zur Wirksamkeit der Grippe-Impfung mit Resultaten zwischen 20 und 60 Prozent. Manchmal fällt die Schätzung etwas tiefer aus, in manchen Jahren auch etwas höher. 

Aussagekräftige Studien auf hohem Evidenz-Niveau hat das Robert Koch Institut, so wie die meisten Gesundheitsbehörden jedoch noch nie zustande gebracht. Wichtiger war stets die gute Kooperation mit den Impfstoff-Herstellern, mit denen das RKI etwa im Rahmen der 'ARGE Influenza' zusammen arbeitet. 

Auch international sind gute Studien rar. Randomisierte kontrollierte Studien, bei denen die Teilnehmer in die Impfgruppe oder in die Placebogruppe gelost werden und sowohl die Geimpften als auch die Studienbetreiber verblindet sind - wären das Optimum. Diese Art von Studien hätte sogar Beweiskraft, wenn sie korrekt durchgeführt wird. Aber offensichtlich scheuen die Finanziers - und das sind fast immer die Hersteller der Impfungen - so ein Studiendesign. 

Was nun die Cleveland Kliniken - ein großer Krankenhaus-Betreiber im US-Bundesstaat Ohio - durchgeführt haben, ist keine randomisierte Studie. Aber von ihrem Evidenzgrad qualitativ immerhin wesentlich besser, als die Schätzungen des RKI. Die Studie wurde nämlich prospektiv durchgeführt. Das heißt, dass alle Mitarbeiter teilgenommen haben - und über die ganze Grippe-Saison 2024/25 - regelmäßig getestet wurden. Das ist wesentlich aussagekräftiger als ein retrospektives Design oder eine kleine Fall-Kontroll Studie. 

Negative Wirksamkeit

Von den 53.400 Mitarbeitern der Cleveland Kliniken ließen sich 82% impfen. Anfangs lagen die Geimpften und Ungeimpften weitgehend gleichauf, doch je länger die Grippe-Saison dauerte, desto deutlicher zeigte sich, dass die Geimpften ein signifikant höheres Erkrankungsrisiko hatten. Die Wirksamkeit der Influenza-Impfung in der Saison 2024/25 wurde schließlich mit MINUS 27% angegeben. Das heißt, die Geimpften hatten ein 27% höheres Risiko, dass sie an ärztlich bestätigter Influenza erkrankten. 

Die Studienautoren schreiben, dass in den Cleveland Kliniken - so wie in den USA in Gesundheitsberufen üblich - über viele Jahre für die Beschäftigten Impfpflicht herrschte. Nun sollte erstmals der Effekt dieser Maßnahme evaluiert werden. Ob das desaströse Resultat nun dazu beiträgt, die Impfpflicht ein für alle mal abzuschaffen, schreiben die Autoren nicht. Sie fordern aber immerhin, die Wirksamkeit der Impfung nunmehr jedes Jahr mit einem hochwertigen Studiendesign wie ihrem zu testen. Und zu prüfen, ob es sich bei der heurigen Grippe-Saison eventuell um einen Ausreißer gehandelt hat. 

PS: Das hier verwendete Bild stammt von der Seite des österreichischen Gesundheitsministeriums, wo massive unreflektierte Impfwerbung betrieben wird. Österreich ist eines der wenigen Länder, welche die Influenzaimpfung bereits ab 6 Monaten empfiehlt. Und dann jährlich bis ans Lebensende. 

Wenn sich die US-Resultate bestätigen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Lebensende für Geimpfte etwas früher kommt.


PS: Wenn Ihnen dieser Blog interessant erscheint, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Arbeit unterstützen. Mit Ihrer Spende finanzieren Sie unbestechlichen Journalismus und Filmprojekte, die sonst niemand macht.




Samstag, 3. Oktober 2020

Wie sinnvoll ist die Influenza-Impfung in der Corona-Zeit?

Politiker fordern die Gratis-Grippeimpfung. Doch viele Apotheken sind jetzt schon ausverkauft. Für alle, die sich Sorge machen, dass sie zu kurz kommen, liefere ich hier ein paar Argumente, die in den offiziellen Informationen fehlen.

Kinder sind eine Haupt-Zielgruppe der Werbung für die 
Gratis-Grippeimpfung in der Coronazeit (Foto: Ehgartner)


1.) Die Wirksamkeit der Impfung 

Sie ist - gelinde gesagt - verbesserungsbedürftig. Laut Schätzung des Robert Koch Instituts gab es in den Jahren 2012 bis 2019 gerade dreimal eine signifikante Wirksamkeit. Dies betraf jedoch nicht die "ganze" Impfung, sondern nur den Subtyp Influenza A (H1N1). Die Wirksamkeit lag hier zwischen 48% und 61%.

Bei allen anderen Komponenten sind die Resultate nicht signifikant und damit wenig aussagekräftig. 

Interessant ist auch die Spannweite, die weit in den negativen Bereich hinein reicht. Wer sich etwa 2013 impfen ließ, hatte tendenziell ein 66% höheres Risiko an Influenzaviren des Subtyps H3N2 zu erkranken. 

Einschätzung der Wirksamkeit: mäßig bis sehr schlecht (Robert Koch Institut)


2.) Impfung von Babys und Kleinkindern

Eine der raren gut gemachten Studien untersuchte, ob die Influenza-Impfung vor der speziell bei Babys gefürchteten Mittelohrentzündung schützt. Über zwei Saisonen wurden Babys geimpft - und mit einer Kontrollgruppe verglichen, die eine Placebo-Impfung mit neutraler Salzwasser-Lösung bekamen. Die Studie zeigte, dass Influenza-geimpfte Kinder ein signifikant höheres Risiko hatten, an schweren Verläufen von Mittelohrentzündungen zu erkranken. Die Eltern der geimpften Kinder mussten zudem doppelt so viele Pflegetage aufwenden, wie die Eltern der Babys in der Kontrollgruppe.


3.) Impfung älterer Menschen

Die USA sind eines der impffreudigsten Länder. Speziell für ältere Menschen wurde die Influenza-Impfung zuletzt immer massiver beworben.  Die Impfrate kletterte stetig von 15% im Jahr 1980 auf zuletzt 65%. In Altersheimen werden sogar Werte über 75% erreicht.

Eine über 20 Jahre laufende Analyse (Simonsen et al.) ergab jedoch nicht das geringste Indiz dafür, dass die Impfung auf das Sterberisiko einen positiven Effekt hatte. “Unsere Ergebnisse stellen die derzeitigen Konzepte infrage, wie ältere Menschen am besten vor dem Grippetod geschützt werden können”, erklärten die Autoren einigermaßen deprimiert im Schlusswort ihrer Studie. 

In einer 2017 veröffentlichten Arbeit aus den Niederlanden wurden mehr als 4.000 Menschen im Alter über 60 Jahren in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf Influenza und Grippe ähnliche Erkrankungen (ILI: influenza like illness) untersucht. Bei allen Erkrankungsfällen wurden Abstriche genommen und die Erreger identifiziert. 

  • Insgesamt erkrankten in der ersten Saison 7,2 Prozent der Teilnehmer an ILI. Unter diesen Personen wurden bei 18,9% Influenza-Viren gefunden. 
  • In der zweiten Saison erkrankten deutlich mehr Studienteilnehmer, nämlich 11,6 Prozent. Bei einem Drittel der Erkrankten war der Nachweis von Influenzaviren positiv. 
  • Bei einem Sechstel der Erkrankten wurde mehr als ein Erreger gefunden. 

Die Auswertung zeigte, dass Personen, die aktuell gegen Influenza geimpft waren, auch tatsächlich weniger an Influenza erkrankten. Die Gesamtzahl der Erkrankungen unterschied sich jedoch nicht wesentlich. Es zeigten sich auch keine signifikanten Unterschiede in der Schwere der Erkrankung, je nachdem ob Influenza-Viren involviert waren oder nicht:

  • In der ersten Saison erkrankten 7,6% der Geimpften und 4,2% der Ungeimpften
  • In der zweiten Saison erkrankten 10,8% der Geimpften und 11,2% der Ungeimpften

Dass Viren ständig anwesend sind – auch ohne krank zu machen – zeigt eine Analyse, die 8 Wochen nach der Erkrankung durchgeführt wurde. Da fanden sich nämlich immer noch bei rund 25 Prozent der Getesteten ILI-Viren im Rachen-Abstrich. Und auch in der vollständig gesunden Kontrollgruppe waren 21,5% der Proben positiv. 


4.) Schutz gegen mutierte neuartige Viren

Während der Schweinegrippe-Pandemie wurden die Behörden in Kanada auf ein seltsames Phänomen aufmerksam: Gerade jene Kinder, die jährlich immer die Grippe-Impfung erhalten haben, erkrankten besonders schwer an der neuartigen Schweinegrippe. Wie ist das möglich? - Die Behörden organisierten gleich vier Studien zu dieser Frage, die allesamt den Verdacht bestätigten.

Wissenschaftler fanden schließlich eine plausible Erklärung für diesen Effekt: durch die saisonale Impfung wird offenbar das Immunsystem der Kinder davon abgehalten, sich mit den Influenza-Viren auseinander zu setzen. Dadurch entfällt jeglicher Trainingseffekt für das Immunsystem. Ungeimpfte Kinder, die schon mal eine Grippe durchgemacht haben, gewinnen hingegen zumindest eine Kreuzprotektion gegen neuartige Mutationen. 


5.) Auswirkungen auf die allgemeine Abwehrkraft

In einer Placebo-kontrollierten Studie aus Hongkong (Cowling et al.) wurde der Effekt der Influenza Impfung auf die generelle Abwehrkraft von Kindern gemessen. Dabei zeigte sich, dass die geimpften Kinder im Lauf der nächsten 9 Monate ein vierfach höheres Risiko auf andere virale Infekte hatten als die Kinder in der Kontrollgruppe. 

Eine Studie des US Verteidigungsministeriums (Wolff et al.) zeigte zudem, dass Soldaten nach der Influenza-Impfung ein höheres Risiko einer Coronavirus-Infektion haben.


6.) Impfung der Gesundheitsberufe

Ob die Impfung von Ärzten und Krankenpflegern ihre Patienten davor schützt an Influenza zu erkranken, ist umstritten. Die unabhängige Cochrane Collaboration sieht "keine vernünftige Basis, um die Impfung der Menschen in Gesundheitsberufen allgemein zu empfehlen."

Aktuelle Arbeiten zeigen sogar einen möglichen negativen Effekt: Ein Team von Public Health Experten der University of Maryland (Yan et al.) untersuchten die Atemluft von 142 Patienten mit nachgewiesener Influenza auf ihre Virenlast. Dabei ergab sich ein erstaunlicher Unterschied. Patienten, die davor erfolglos gegen Grippe geimpft worden waren, hatten mehr als sechsmal so viele Influenza-Viren in ihrer Ausatemluft.


"Fantastische" Effekte der Influenza-Impfung 

Pro-Studien, welche für die Influenza Impfung sprechen, gibt es auch viele. Die meisten haben bei strenger wissenschaftlicher Prüfung jedoch eine derart schlechte Qualität, dass sie nicht zur Bewertung der Impfung taugen. 

In einer deutschen Meta-Analyse sollte beispielsweise geprüft werden, ob die Influenza-Impfung Diabetikern einen Vorteil liefert. Die Autoren schlossen mehr als 1000 Artikel in ihre Übersichtsarbeit ein. Das Resultat las sich dann auch großartig. Die Zusammenfassung der Studien ergab nämlich, dass die Influenza-Impfung jeden zweiten Krankenhaus-Aufenthalt verhindert.  – Das wäre ein gewaltiger Effekt. – Bei näherer Prüfung ergaben sich dann jedoch so viele Fehler in den Studien, dass damit die gesamte Aussage fragwürdig wurde. Das Resümee der Autoren liest sich dementsprechend: 

"Aufgrund der erheblichen Fehler in den meisten der identifizierten Studien sind die verfügbaren Belege unzureichend, um das Ausmaß des Nutzens zu bestimmen, den Diabetiker aus der Impfung gegen die saisonale Grippe ziehen. Ausreichend aussagekräftige randomisierte kontrollierte Studien oder quasi-experimentelle Studien mit laborbestätigten grippespezifischen Ergebnissen sind dringend erforderlich."

Ein 'berühmter' Fehler, der recht häufig ist, berücksichtigt beispielsweise den besseren Gesundheitszustand der geimpften Personen nicht ausreichend. Da werden beispielsweise die Bewohner eines Altenheimes, die zum Impftermin erscheinen, mit jenen verglichen, die das nicht tun. Dabei wird jedoch ignoriert, dass jene, die fit und geistig gesund sind, in höherer Zahl beim Impfarzt erscheinen, als Personen, die dement und bettlägerig sind. Insofern wundert es dann nicht, wenn die Impfung einen Überlebensvorteil heraus findet. Manche Studien finden eine Vervielfachung des Sterberisikos in der ungeimpften Kontrollgruppe. Andere stellen sogar fest, dass die Impfung vor Treppenstürzen und Oberschenkelfrakturen schützt. 

Diese Fehler sind so häufig, dass es dafür einen eigenen Fachbegriff gibt: den "Healthy Vaccinee Effekt". Um den Fehler zu vermeiden, ist es unbedingt notwendig, dass eine Kontrollgruppe von möglichst ähnlichem Alter und Gesundheitszustand ausgewählt wird, am besten durch Zufalls-Zuteilung (Randomisierung) in die Impf- oder Kontrollgruppe.

Viele der schlecht gemachten Studien sind von den Impfstoff-Herstellern finanziert - und es drängt sich der Verdacht auf, dass die Verfälschung hin zu einem positiven Effekt der Influenza-Impfung durchaus erwünscht ist. Zu einer unabhängig finanzierten gut gemachten prospektiven Studie, welche die Sinnhaftigkeit der Influenza Impfung zweifelsfrei ermittelt, kam es bisher - aus Mangel an Sponsoren - jedoch nie. Und hierin liegt auch ein eklatantes Versagen der Gesundheitspolitik. 


Politiker fordern Gratis Grippe-Impfung

Zahlreiche Politiker, speziell aus dem linken und grünen Lager fordern nun die kostenlose Grippe-Impfung für alle, um das Gesundheitswesen in Zeiten von Corona zu entlasten. 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte: "Wir können es uns leisten, diesen allen Versicherten kostenfrei zur Verfügung zu stellen." Ähnlich äußerte sich die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Kordula Schulz-Asche: "Wir müssen mit einer präventiven Strategie in die kalte Jahreszeit gehen, um steigende Grippe- und Covid-19-Infektionen zu verhindern", sagte sie der Welt am Sonntag. 

Die Ärztin und SPÖ Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner fordert von Seiten der Opposition vehement die Gratis-Grippe Impfung für alle Österreicher. Beim grünen Gesundheitsminister Rudi Anschober rennt sie damit wohl offene Türen ein. Schließlich ließ er sich im Vorjahr - als eine der ersten Amtshandlungen - öffentlich gegen Influenza impfen. 

Alle Vorstöße haben eines gemein: Sie liefern keinerlei Belege dafür, dass der Nutzen der Impfung den möglichen Schaden übersteigt. Sie glauben einfach fest daran. 


Versteckter Lobbyismus

Wissenschaftler wie Tom Jefferson, langjähriger Leiter der Cochrane-Impfgruppe, verdammen - wie viele andere kritische Impfexperten – das wissenschaftliche Niveau der meisten Influenza-Studien. "Derzeit kann niemand sagen, ob man sich auch nur einen Tag Krankenstand erspart, wenn man sich impfen lässt", erklärt Jefferson. "Es kann nämlich auch genau das Gegenteil passieren."

Eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung von Nutzen und Schaden der Influenza Impfung würde einen Bruchteil dessen kosten, was nun für die Gratis-Grippeimpfung an Steuergeld ausgegeben werden soll. Dafür hat sich Herr Lauterbach jedoch noch nie eingesetzt. Ebensowenig wie die österreichische Ex-Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. 

Warum das so ist? 

Eine Möglichkeit wäre, dass Lauterbach, Rendi-Wagner & Co extrem uninformiert sind und z.B. die oben angeführten Schwächen der Influenza-Impfung nicht kennen. 

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass diese Politiker nebenher als Lobbyisten der Pharmaindustrie arbeiten und sich damit schon jetzt für Jobs in der Wirtschaft in Stellung bringen, falls die Politik-Karriere demnächst enden sollte.

Die zweite Möglichkeit erscheint mir wahrscheinlicher. 


PS: Wenn Ihnen dieser Blog interessant und wichtig erscheint, würde ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen.



Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite


Donnerstag, 15. November 2018

Macht die Grippe Impfung Sinn?

Bei all den Zeitungs- und TV-Berichten, die derzeit umgehen, bekommt man den Eindruck, dass "Winter" ein vollständig altmodischer Begriff für die bevorstehende Jahreszeit ist. Eigentlich stehen wir nämlich vor der "Influenza-Saison". Und laufend sind wir mit der Frage konfrontiert, ob wir die Kinder und uns selbst impfen lassen sollen oder nicht. 


Foto: Andre Borges/Agência Brasília

Das, was wir gemeinhin als „Grippe“ bezeichnen kann vollständig unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt mehr als 200 Viren, die Grippe oder grippale Infekte auslösen können.  „Und auch wenn dies oft behauptet wird: Ohne Labortest können Ärzte die beiden Krankheiten nicht seriös auseinander halten“, erklärte mir Tom Jefferson, langjähriger Leiter der Impfabteilung der angesehenen Cochrane-Gruppe. 
In der Tat haben zahlreiche Studien die Ansicht widerlegt, dass nur die „echten“ Influenzaviren ernsthafte Krankheiten machen, die grippalen Infekte hingegen banal verlaufen. Bei kranken älteren Menschen zeigten sich beispielsweise die so genannten RS-Viren genauso oft als Verursacher eines Spitalsaufenthalts wie Influenzaviren. Noch extremer war das Verhältnis bei Kindern. Eine umfangreiche US-Studie zeigte, dass Influenzaviren hier im Jahresschnitt gerade einmal drei Prozent aller Klinikeinweisungen bei Atemwegsinfektionen verursachten und damit in der Rangliste der Krankheitserreger deutlich hinter RS-Viren, Noroviren oder Parainfluenza-Viren lagen. 

Besonders eindrucksvoll war dieser Unterschied während der Schweinegrippe-Pandemie von 2009/2010, wie eine Erhebung des nationalen slowenischen Gesundheitsinstituts in Ljubljana, ergab. Während die Influenza-Viren vorherrschten, kam es bei Kindern kaum zu Fällen von Bronchitits oder anderen Atemwegsinfekten, die einer Behandlung im Krankenhaus erforderten. Als die Grippesaison zu Ende ging und die RS-Viren dominierten, stiegen die stationären Aufnahmen hingegen um das Fünffache an. 
Auch ein historischer Überblick zur Sterblichkeit der vergangenen hundert Jahre in den USA belegt, dass der Einfluss der Influenza grob überschätzt wird. Studienautor Peter Doshi vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston wies nach, dass nicht einmal in den berühmten Grippejahren von 1957/58 (Hongkong-Grippe) und 1968/69 (asiatische Grippe) ein merkbarer Anstieg der Gesamtsterblichkeit erkennbar war. “Deutlich zeigte sich hingegen, dass mit den Fortschritten in der medizinischen Versorgung, der Hygiene und des allgemeinen Lebensstandards das Sterberisiko stark absinkt”, erklärt Doshi. “Die Bedrohung durch eine Influenza-Pandemie wird extrem überschätzt.”

Ebenso wie der Schutzeffekt der Influenza-Impfung. Eine Analyse der Sterblichkeit in den USA während der vergangenen beiden Jahrzehnte ergibt nicht das geringste Indiz dafür, dass die Impfung überhaupt einen Effekt hatte. Obwohl sich die älteren Menschen heute viel öfter impfen lassen und die Impfrate von 15 Prozent im Jahr 1980 auf zuletzt 65 Prozent gestiegen war, ergab sich kein Rückgang bei den Todesfällen durch Influenza. “Unsere Ergebnisse stellen die derzeitigen Konzepte infrage, wie ältere Menschen am besten vor dem Grippetod geschützt werden können”, erklärten die Autoren im Schlusswort ihrer Studie. 
Tatsächlich bestätigen die Zahlen, dass nur die spanische Grippe vom Nachkriegswinter 1918/19 sich überhaupt in einem Anstieg der Gesamtsterblichkeit bemerkbar machte. 


Was machte die Spanische Grippe so gefährlich? 

Zunächst einmal verlief die Krankheit so ungewöhnlich, dass viele Ärzte sie zunächst gar nicht für eine Influenza hielten, sondern an eine Rückkehr von Cholera oder Typhus dachten. Das begann schon mit dem Beginn des Ausbruchs, der nicht in die normale Grippesaison fiel, sondern bereits im Spätsommer 1918 startete und bis zum späten Frühjahr 1919 andauerte. 
Eines der ersten Todesopfer war der spanische König. Tuberkulosekranke – wie etwa Franz Kafka – traf die Grippe besonders hart. Aderlässe und Blutegel kamen zu neuen Ehren. Naturheiler brauten Wundermittel aus Tollkirschen. Und dennoch war kein Kraut gewachsen. Edith Schiele starb als sie im 6. Monat schwanger war. Ihr Mann Egon steckte sich bei ihr an und folgte ihr kurz darauf ins Grab. 
Während normale Grippewellen die Gefährdungskurve eines „U“ bilden – also für Kleinkinder und alte Menschen das höchste Risiko bedeuten, wurden hier speziell Menschen in der Blüte ihres Lebens, zwischen 20 und 40 Jahren dahingerafft. Im Jahr 2005 isolierten Wissenschaftler der US-Behörde CDC Originalviren von einem Influenzaopfer, das im Permafrost von Alaska konserviert worden war. Und hier zeigte sich bei Experimenten, dass die Viren bei Affen noch immer dieselben Symptome auslösen konnten, wie damals. 
Todesursache der "spanischen Grippe" war ein sogenannter Zytokinsturm – eine extrem heftige Reaktion des Immunsystems, welche befallenes Gewebe im Körper regelrecht verwüstet. Also eine Überreaktion, die zwar die Infektion stoppt, dabei aber so großen Schaden – vor allem an den Lungen – anrichtet, dass sie für die Betroffenen gefährlicher war als die Viren selbst. 
Auch der Grund, warum das Immunsystem – speziell bei jungen Erwachsenen – derart hysterisch reagierte, scheint nun geklärt. Eine Arbeitsgruppe um den Evolutionsbiologen Michael Worobey an der Universität von Arizona in Tucson rekonstruierte das Virus von 1918 und klärte auch dessen Entstehung durch Genanalysen auf. Dabei wurde klar, dass sich kurz vor dem Ausbruch eine vollständig neuartige Mischung mit Anteilen von Pferde- und Vogelviren gebildet hatte, die später als H1N1 Typus kategorisiert wurde. Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren hatten schon mit deren Vorgängern Bekanntschaft gemacht und hatten deshalb einen gewissen Schutz vor der neuen Variante. Die Altersgruppe der über 20-jährigen war in ihrer Kindheit – im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts – jedoch ausschließlich mit H3N8 Viren konfrontiert. Und hier reagierte das Immunsystem nun vollkommen überrascht und in fataler Weise falsch. 
Worobey schließt daraus, dass der frühe virale Kontakt in der Kindheit den wichtigsten Schutz vor neuartigen Virenvarianten darstellt. „Das wird in den derzeitigen Impfstoff-Strategien aber überhaupt nicht bedacht.“ 


Wenn Geimpfte ein höheres Risiko haben 

Mediziner und Schulbehörden in Kanada machten während der Schweinegrippe-Pandemie eine interessante Beobachtung, die für zukünftige Ereignisse lehrreich sein könnten: Sie bemerkten, dass die meisten Kinder mit dem neuartigen Virentyp, der damals die Welt umrundete, problemlos zurecht kamen. Es gab jedoch eine Ausnahme: Vergleichsweise schwer erkrankten nämlich jene Kinder, die zuvor jährlich eine Grippe-Impfung erhalten hatten. Auch hier waren die – zum Glück seltenen Todesfälle – meist wieder durch einen Zytokinsturm des Immunsystems ausgelöst. 
In Kanada wurden gleich vier Studien durchgeführt, um diesen Verdacht zu prüfen und ihn schließlich auch bestätigten: Anscheinend ist es für das Immunsystem der Kinder von Vorteil, die Viren - ohne pharmazeutische Schützenhilfe - kennen zu lernen. Dann erwerben sie über den immunologischen Kontakt auch das Rüstzeug, mit stark veränderten Viren klarzukommen. Jene Kinder, die keine saisonale Grippe-Impfung erhielten, profitierten über den Kontakt mit anderen Influenza-Stämmen und hatten gegenüber der neuartigen Variante zumindest einen Teilschutz erworben. Das Immunsystem war vorgewarnt und die Krankheit verlief zumeist mild. Die Impfung hingegen stört offenbar diesen Lerneffekt des Immunsystems. 

Eine Gruppe von Virologen und Kinderärzten der Erasmus Universität Rotterdam untersuchten diesen Zusammenhang mit einem recht drastischen Experiment. Dafür setzten die Wissenschaftler Mäuse verschiedenen Impfungen und nachfolgenden Infektionen aus. Der entscheidende „Elchtest“ für die Tiere war eine Konfrontation mit Vogelgrippe Viren vom Typ H5N1. Dieser besonders gefährliche Virustyp galt als Dummy für eine neuartige tödliche Mutation der Influenzaviren. 
Die Überlebenschancen der Mäuse, die in diesem Experiment eingesetzt wurden, standen nicht sonderlich gut: 

  • Wurden die Mäuse mit dem saisonalen Impfstoff geimpft und danach mit den Vogelgrippe-Viren konfrontiert, so starben sie. 
  • Wurden die Mäuse nicht geimpft und dann mit den Vogelgrippe Viren konfrontiert, so starben sie ebenfalls. 
  • Wurden die Mäuse mit saisonalem Impfstoff geimpft, danach mit saisonalen Viren infiziert, so überstanden sie im Normalfall die saisonale Grippe, starben aber ebenfalls wieder, wenn sie anschließend mit H5N1 infiziert wurden. 


Was denken Sie, war die einzige Variante, bei der die armen Versuchsmäuse dieses Experiment überlebten? 
Folgendes: Das Überlebensrezept bestand darin, dass die Mäuse ungeimpft eine normale Grippe durchmachten. Sie wurden krank und erholten sich wieder. Und siehe da: Danach waren sie plötzlich gegen die ansonsten stets tödlichen H5N1 Vogelgrippe-Viren gewappnet. 
Sie hatten weniger Viren in der Lunge, erkrankten weniger heftig und die meisten Tiere überlebten den Kontakt mit der Influenza-Mutation. 
Und dieser Lerneffekt des Immunsystems erklärt nach Ansicht der holländischen Mediziner auch die unterschiedlichen Verläufe, die während der Schweinegrippe Pandemie beobachtet wurden. Länder mit geringer Impfmoral bei der saisonalen Grippe-Impfung - wie beispielsweise Österreich, Holland oder Deutschland, kamen mit der Pandemie am besten zurecht. 
Länder wie die USA, wo die „Flu-Shots“ bereits ab einem Alter von 6 Monaten empfohlen und von der Bevölkerung auch angenommen werden, hatten hingegen während der Schweinegrippe-Pandemie eine vergleichsweise hohe Sterblichkeit. 
Wer seine Kinder gegen Grippe impft, geht demnach also das Risiko ein, dass diese nur eine "Scheinimmunität" gegen die in der Impfung enthaltenen Antigene erhalten, sich jedoch keine breitere Immunität gegen nachfolgende andersartige Grippeviren ausbilden kann. Und wenn dann doch einmal mutierte Viren kommen, verkehrt sich der vermeintliche Schutz ins Gegenteil. 


Glücksspiel Influenza Impfung 

Kaum eine Impfung hat einen so schlechten Ruf wie die Influenza-Impfung. Besonders skeptisch sind hier die Österreicher. Die Durchimpfungsrate, errechnet auf Basis der abgegebenen Impfdosen, betrug während der Saison 2017/18 magere 6,4 Prozent. „Im Vergleich zum Vorjahr war das zwar eine Steigerung von fast einem Prozent, insgesamt ist die Rate aber nach wie katastrophal", hieß es von Seiten des Verbands der Impfstoffhersteller. 
Die Grippewelle von 2017/18 war eine der stärksten der vergangenen Jahrzehnte. Sie begann rund um Weihnachten und dauerte ungewöhnlich lange bis Ende März. In Deutschland wurden bis Jahresmitte 2018 mehr als 270.000 Influenza-Fälle gemeldet. Im gesamten Jahr 2017 waren es dagegen nur 95.977 Meldungen. Nach Angaben der „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ sind 1.287 Menschen in Deutschland an Grippe verstorben. „Diese offiziellen Zahlen zur aktuellen Grippesaison beschreiben wohl längst nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen“, erklärte STIKO-Vorsitzender Thomas Mertens gegenüber der Ärztezeitung. Er geht von zehnmal höheren tatsächlichen Grippezahlen aus und von rund 12.000 Influenza bedingten Todesfällen. Bei derartigen Ungenauigkeiten stellt sich allerdings die Frage, warum überhaupt eine bundesweites - aus Steuergeldern finanziertes Influenza-Überwachungssystem notwendig ist, wenn dann die „tatsächlichen Zahlen“ ums Zehnfache abweichen. 

Der Großteil der Erkrankungen wurde vom Influenza Typ B - vom Stamm Yamagata - ausgelöst. Die H1N1 Variante vom Influenza Typ A, die in den Vorjahren vorgeherrscht hatte, war nur mehr für rund 25 bis 30% der Fälle verantwortlich. Blöd war allerdings, dass von den Impfstoffen nur ein einziger auch diesen Stamm abdeckte. Und der war - als sich dies herumsprach - bald nicht mehr lieferbar. Die Schutzwirkung der Impfung lag nach Angaben der Behörden insgesamt zwischen 25 und 52%. Für die nächste Saison soll nun jedenfalls auch der Stamm Yamagata in allen Impfstoffen enthalten sein. Man wird sehen, ob diese Nachjustierung den entscheidenden Erfolg beschert, oder ob sich auch diesmal wieder ein unvorhergesehener Virenstamm breit macht. 


Vorsicht vor Geimpften: Sechsmal mehr Viren in der Atemluft

Die Wirksamkeit der Impfung war nicht nur in der vergangenen Saison schlecht. Die Influenza-Impfung ist ein Dauer-Sorgenkind. Laut der unabhängigen Cochrane Collaboration bestehen bezüglich der Wirksamkeit der Influenza Impfung zwei schwarze Löcher. Für Kinder unter 2 Jahren gibt es gar keinen Nachweis der Wirksamkeit. Ebenso schlecht ist die Datenlage für Personen im Alter über 65 Jahren. Und sogar bei Menschen in Gesundheitsberufen schließen die Cochrane-Autoren:
"Unsere Übersichtsarbeit fand keine vernünftige Basis, um die Impfung der Menschen in Gesundheitsberufen allgemein zu empfehlen.
Es gibt demnach keine zuverlässigen Belege, dass die Patienten davon profitieren, wenn die Ärzte und Krankenpfleger geimpft sind. 
Im Gegenteil. Aktuelle Studien weisen sogar auf ein höheres Risiko. Die Kontaktpersonen von Geimpften haben allen Grund vorsichtshalber eine Atemmaske zu tragen. Dies zeigte eine Anfang 2018 veröffentlichte Arbeit, bei der die Atemluft von 355 Personen mit Grippe-Symptomen auf Viren untersucht wurde. Jene, die aktuell und im Jahr davor die saisonale Influenza-Impfung erhalten haben, hatten im Vergleich zu  nicht geimpften Grippe-Kranken eine sechsmal so hohe Virenlast in ihrer Atemluft. 

Unter Impfexperten wurde diese gut gemachte Studie weitgehend ignoriert. Die Werbekampagnen laufen, wie jedes Jahr. Derzeit, so der Cochrane Impfexperte, Tom Jefferson, "gleicht die Werbung für die Influenza-Impfung eher den Praktiken von Staubsauger-Verkäufern auf Jahrmärkten". 

In manchen Jahren bezieht sich das schwarze Wirksamkeitsloch der Impfung nicht nur auf Kleinkinder und Senioren, sondern dehnt sich auf die gesamte Bevölkerung aus. Als Grund für diese Abstürze nennen die Influenza-Experten die zeitverzögerten Herstellung. Der Impfstoff wird nämlich ein halbes Jahr im voraus - nach den vorherrschenden Influenza-Viren auf der Südhalbkugel - konzipiert. Und welche Typen sich dann sechs Monate später tatsächlich im Norden zeigen, ist Glückssache. 
Seit Jahren fordert die Cochrane Collaboration, dass die Auswirkungen der Influenza Impfung in einer gut gemachten Vergleichsstudie zwischen Geimpften und Ungeimpften gemessen werden. Nur so wäre eine objektive Bewertung der Impfung möglich. Tatsächlich weiß man bisher nicht einmal annähernd, wie viele Krankheitstage sich ein durchschnittlicher gesunder Erwachsener durch eine Impfung erspart. Wenn man sich überhaupt etwas erspart. 

Die Hersteller der Impfstoffe sehen keinen Anlass, so eine Studie zu finanzieren. Offenbar erscheint ihnen das Risiko zu groß, dass die Resultate einer derartigen Arbeit ihnen einen nachhaltigen finanziellen Schaden zufügen könnten. Es läge also an den Gesundheitsbehörden, hier tätig zu werden und so eine Studie öffentlich zu finanzieren. Schließlich werden auch viele Millionen an Steuergeld an Zuschüssen für die jährlichen Influenza-Impfaktionen bezahlt. Höchste Zeit, sollte man meinen, dass diese Ausgaben auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft werden. Bislang konnten sich die Behörden jedoch nicht zu einer relevanten Aktivität aufraffen.

Dieser Artikel ist ein kurzer Ausschnitt aus dem Influenza-Kapitel in meinem aktuellen Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung", das im Oktober 2018 im Verlag Ennsthaler erschienen ist. (417 Seiten, 24,90€)


Montag, 3. September 2018

Neues Buch: Gute Impfung - Schlechte Impfung

Während der letzten Monate habe ich an einem Buch zum Thema Impfen gearbeitet.
Das Manuskript ist nun fertig - und in der Druckerei. Journalisten, die sich für Rezensionsexemplare interessieren, können diese beim Verlag Ennsthaler bestellen.
Und so sieht das Buch aus:

Bert Ehgartners neues Buch kommt Anfang Oktober in den Buchhandel

Die Impfthematik interessiert mich seit langem und es ist sowas wie mein berufliches Spezialgebiet geworden. Ich hatte immer mal wieder Teilaspekte in meinen Filmen und Büchern und habe über die Jahre (u.a. hier im Blog) auch zahlreiche Artikel dazu geschrieben.
Doch ein monothematisches Buch zum Impfen gab es von mir noch nie. Nun ist es soweit: Ende September erscheint auf rund 400 Seiten „Gute Impfung - Schlechte Impfung“ im Verlag Ennsthaler.

Weil Impfungen immer auch "Kinder ihrer Zeit" sind, war es für die traditionsreichen älteren Impfungen notwendig, tief in die historischen Archive zu steigen. Ich habe dazu viele Wochen recherchiert und es war extrem spannend, die Hintergründe und die ersten Erfahrungen mit solchen legendären Impfstoffen wie jener gegen Kinderlähmung oder Tetanus aus der zeitgenössischen Sicht der damaligen wissenschaftlichen Debatte neu zu beleuchten.

Ich habe versucht, alle gebräuchlichen Impfungen - sowie auch das behördliche und wissenschaftliche Rundum - einer ebenso sorgfältigen wie kritischen Analyse zu unterziehen - so als wäre „das Impfen“ ein ganz normaler Teil der Wissenschaft – was es meiner Meinung nach auch sein sollte.
Das Impfwesen ist keine „Heilige Kuh“. Ich finde es gefährlich, wenn in der öffentlichen Diskussion immer so ein großer Respektabstand gehalten wird, um nur ja die „Impffreudigkeit der Bevölkerung“ nicht zu gefährden. Das fördert Trägheit bei den Behörden und Arroganz bei den Herstellern. Wohin das Gefühl, man werde nicht mehr kontrolliert, führen kann, haben wir zuletzt am Beispiel der deutschen Autoindustrie und dem Abgas-Skandal gesehen.

Persönlich stehe ich dem Impfen neutral gegenüber. Ich bin weder Impfgegner noch unkritischer Befürworter. Doch ich finde, dass bei Impfungen besonders hohe Ansprüche an deren Sicherheit zu stellen sind: Eben weil sie einen präventiven Eingriff an zumeist gesunden Menschen darstellen. Und deshalb sollten sie mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft werden: damit die Geimpften nach dem Arzttermin genauso gesund sind wie davor.

Sie werden im Buch sehen, dass dies bei manchen Impfungen nicht der Fall ist und weder Wirksamkeit noch Sicherheit den Ansprüchen eines modernen Verbraucherschutzes genügen.
Bei anderen Impfungen - wie beispielsweise der Masernimpfung – gibt es hingegen zusätzliche positive Aspekte, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Anstatt die Eltern mit Angstmache zum Arzt zu treiben, wäre es wohl für viele Eltern interessant, mehr von diesen positiven Eigenschaften zu erfahren.

Freut Euch also auf ein kritisches Buch, das zahlreiche Überraschungen birgt.

Rezensionswünsche bitte an Frau Mag. Ingrid Führer (e-mail). Bei Interesse an Veranstaltungen / Vorträgen / Diskussionsrunden zum Thema ist die Ansprechpartnerin Frau Geraldine Schirl-Ennsthaler (e-mail).

Montag, 29. Oktober 2012

Grippeimpfung: Teurer Schmu?

So lautet der Titel eines sehenswerten Beitrags des SWR-Magazins "Odysso".
Und er mag vielleicht darüber hinweg trösten, dass es europaweit – wegen der Beschlagnahme von Influenza-Impfstoffen des Konzerns Novartis – Probleme mit der Versorgung gibt.

Hier geht es zum Video: