Montag, 17. August 2015

Autismus und Impfungen: Ein CDC-Insider packt aus

Die USA wird von einer Autismus-Epidemie unvorstellbaren Ausmaßes erfasst. Die noch vor drei Jahrzehnten extrem seltene Entwicklungsstörung betrifft heute bereits jedes 68. Kind. Die Ursachen für die Katastrophe liegen völlig im Dunklen. 
William Thompson, ein führender Forscher der US-Gesundheitsbehörde CDC konnte die Praktiken seiner Behörde mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren und machte nun mehr als 100.000 Seiten interner Unterlagen für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese Daten belegen, wie sehr die CDC versuchte, einen möglichen Einfluss von Impfungen bei der Entstehung von Autismus zu vertuschen. Wie Thompson und seine Kollegen dafür sogar Daten gefälscht und relevante Ergebnisse vertuscht haben. Ende August erscheint nun "Vaccine Whistleblower" mit seiner Anklage. Thompson belegt darin, wie voreingenommen, wissenschaftsfeindlich und korrupt die weltweit einflussreichste Gesundheitsbehörde tickt. 

Whistleblower William Thompson packt aus 
Dass es innerhalb der CDC brodelte - ähnlich einer kriminellen Vereinigung, die wusste, dass Feuer am Dach ist - das erfahren wir staunend. Und zwar über einen langjährigen Mitarbeiter, der als Chef-Epidemiologe und Statistiker zur Führungs-Riege im „Nationalen Impfprogramm“ gehörte: William Thompson.
Im August 2014 wandte er sich über das Anwaltsbüro Morgan Verkamp, das einen guten Ruf als Rechtsbeistand für Whistleblower genießt, mit einem schockierenden Statement an die Öffentlichkeit. Er gab in seiner Nachricht zu, dass er und andere Kollegen der CDC in ihren Studien betrogen, Daten unterschlagen und Resultate gefälscht hatten, um Impfungen vom Ruf frei zu waschen, sie könnten irgend etwas mit der Autismus-Epidemie zu tun haben. Thompson selbst hatte an mehreren Dutzend Arbeiten zur Sicherheit von Impfungen mitgearbeitet, darunter drei Studien, welche jeglichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus glatt widerlegten.


"Ich gehe jetzt durch die Hölle…"

Thompson begründete seinen Schritt an die Öffentlichkeit mit schlechtem Gewissen. In mehreren auf Band aufgezeichneten Gespräch mit Brian Hooker, einem befreundeten Wissenschaftler, der selbst Vater eines autistischen Sohnes ist, legte er seine Beichte ab. Über die Konsequenzen sei er sich im klaren, sagte Thompson, doch das werde er schon durchstehen. Er könne es nicht mehr länger verantworten zu schweigen.  „Für mich bedeutet es nur, dass ich ein paar Monate durch die Hölle gehe, wenn das jetzt alles öffentlich wird. Aber was ist das schon im Vergleich zu einer Familie, zu einem Kind, das tagein tagaus leidet. So sehe ich das. Ich bin zutiefst beschämt, was ich getan habe.“

Ende August 2015 erscheint ein Buch, zusammen gestellt von Anwalt Kevin Barry, das Thompsons komplette Aussagen zusammen fasst. Thompson gibt darin sich und seinen Kollegen die Schuld, „dass wir mindestens zehn Jahre Forschung versäumt haben, ein Jahrzehnt, in dem die CDC wie gelähmt war und ihr Wissen nicht transparent gemacht hat.“ 
Thompson erzählt von der in internen Sitzungen ausgegebenen Parole, „dass wir niemals zugeben werden, dass Autismus eine tatsächliche Nebenwirkung von Impfungen ist“. Dass in diese Richtung keine öffentlichen Förderungsgelder  ausbezahlt werden sollten, stand sogar in offiziellen Publikationen zu lesen, etwa des „Institute of Medicine“ (IOM), dem obersten wissenschaftlichen Beratungsgremium der US-Politik.


Jeder 42. Junge in den USA ist Autist


Barack Obama: "Wir werden niemals genug Geld haben,…"

Derartige Dinge muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land steht inmitten einer verheerenden Gesundheits-Katastrophe, die hunderttausende Familien schwerstens belastet. Wo Babys erkranken, die ihr ganzes Leben lang spezielle Therapie und Pflege brauchen. Wo niemand sagen kann, wie das jemals finanziert werden soll. Auch Präsident Barack Obama erwähnte in einer Rede vor Journalisten, „dass wir - wenn die Autismus-Zahlen weiter so explodieren - niemals genug Geld haben werden, um diesen enormen Betreuungsaufwand leisten zu können.“  Und die wissenschaftlichen Berater des Präsidenten schließen gleichzeitig eine vorurteilsfreie Suche nach möglichen Ursachen der Katastrophe von vornherein aus. 

Das beste Beispiel für diese Forschungsstrategie liefert die CDC selbst mit ihrem „SEED-Projekt“, der, wie auf der CDC Webseite stolz angekündigt wird „bislang größten amerikanischen Studie zur Erforschung von Risikofaktoren für Entwicklungsstörungen im Kindesalter“. 
Zur Information der Öffentlichkeit über den Fortschritt der Studie veröffentlicht die CDC Halbjahres-Berichte. In der zuletzt erschienenen 11. Ausgabe dieser SEED-Berichte gibt es Informationen über die Wichtigkeit von Bewegung für die Gesundheit der Kinder. Weiteres ein Bericht über einen autistischen Jugendlichen, der auf Konferenzen motivierende Vorträge hält und kürzlich sogar ein Buch veröffentlicht hat. Und schließlich News aus der wissenschaftlichen Praxis, wo es um das Verständnis geht, welche Gene bei der Entstehung der verschiedenen Störungen des autistischen Spektrums beteiligt sein könnten.


Thompson platzt der Kragen

Hinter diesen weitgehend nichtssagenden Berichten für die Öffentlichkeit stehe aber „eine wahre Goldmine, ein Disneyland an Daten“, berichtet William Thompson. Unter anderem „die Gesundheitsakten von rund 1.200 Kindern mit bestätigter Autismus-Diagnose inklusive alle Impfdaten der Kinder und sogar ihrer Eltern.“ Gerade diese Akten werden aber bislang „unter Verschluss gehalten und weggesperrt“.

Es sei beabsichtigt, damit in Zukunft zu arbeiten und es gibt laut Thompson auch schon rund 60 Forschungsanträge von Wissenschaftlern, welche Studien mit dem SEED-Datensatz machen möchten. „Aber keine einzige davon befasst sich mit Impfungen, keine einzige.“ Im aufgezeichneten Gespräch mit Hooker merkt man Thompson an, wie sehr ihn diese Ignoranz empört: 1.200 Kinder mit Autismus, dazu eine Kontrollgruppe, alle Daten, die man sich nur wünschen kann, das ergäbe alle Zutaten zur Beantwortung der lange gesuchten Frage, ob Impfungen in der Entstehung von Autismus eine Rolle spielen oder nicht. Er sei in der Behörde aktiv geworden und habe die Kollegen gelöchert, sie konfrontiert: „Wie werdet Ihr Euch rechtfertigen, dass ihr niemals die Impfungen untersucht habt?“ - Dass niemand diese „Hauptader der Goldmine“ mit ihm fördern und wissenschaftlich auswerten wollte, gab möglicherweise den letzten Anlass, dass Thompson resignierte und keine andere Chance mehr sah, als einen Schlussstrich hinter seine Karriere zu ziehen und sich an die Öffentlichkeit zu wenden.


Drei Inhaltsstoffe unter Verdacht

Bislang sind drei Inhaltsstoffe von Impfungen mit der Entstehung von Autismus in Verbindung gebracht worden: die Lebendviren aus der MMR-Impfung, sowie die Metallverbindungen von Aluminium und Quecksilber (Thiomersal). Alle drei haben unterschiedliche Funktionen, unterschiedliche Wirkmechanismen und damit auch ein unterschiedliches Gefahrenpotenzial. Forschungsfragen gäbe es wahrlich genug.

In den USA und den meisten Entwicklungsländern, sind noch immer Thiomersal-haltige Impfstoffe am Markt. In Europa wird Quecksilber als Konservierungsmittel nur noch „im Notfall“ - wie es heißt - in Impfstoffen eingesetzt. Zuletzt war dies bei der Schweinegrippe Pandemie der Fall. Thompson erzählt von Experimenten mit Ratten, wo gezeigt wurde, dass die Tiere - wenn man die Dosierung etwas erhöhte - ein deutlich höheres Sterberisiko hatten. In den USA muss man sich bloß gegen Influenza impfen lassen und man bekommt eine Dosis Quecksilber. „Ich weiß nicht, warum sie das immer noch für schwangere Frauen empfehlen“, sagt Thompson, „das ist die letzte Personengruppe, denen ich Quecksilber spritzen würde.“

In Studien zum Zusammenhang von MMR und Autismus war Thompson persönlich beteiligt. Diese Studien, erklärt Thompson, waren gedacht als Antwort auf die Wakefield Diskussion und den Vertrauensverlust in deren Sicherheit. Dummerweise ergab sich bei der Auswertung ein signifikant höheres Autismus-Risiko für Jungen afroamerikanischer Herkunft, die - entsprechend dem offiziellen Impfplan - im Alter unter drei Jahren gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurden. „Das war ein Resultat, das wir nicht erwartet hatten und es wurde endlos darüber diskutiert, wie wir das wieder los werden.“ Schließlich, deutet Thompson an, hätten sie eine Gruppe von Teilnehmern und deren Daten einfach aus dem Protokoll gestrichen - und damit war das Ergebnis nicht mehr auffällig. „Ich war Komplize“, gesteht Thompson, „wir haben niemandem von den signifikanten Resultaten erzählt. Wenn ich jetzt Familien mit autistischen Kindern treffe, dann fühle ich eine riesengroße Scham. Denn ich habe möglicherweise dazu beigetragen.“


"Reporter plappern korrupten Gesundheitsbeamten wie Papageien nach"

Das Vorwort zum Buch stammt von Boyd E. Haley, einem Professor für Chemie an der Universität von Kentucky, der als Experte für die Toxikologie von Inhaltsstoffen der Impfstoffe gilt. Er appelliert, dass jeder Kinderarzt dieses Buch lesen sollte, um gemeinsam eine medizinische Untersuchung einzuleiten. „Die Vorwürfe von Dr. Thompson sind so gravierend, dass die Frage der Sicherheit von Impfungen vollständig neu geprüft werden muss.“

Der Anwalt und Autor Robert F. Kennedy Jr. unterstützt diese Forderung Haleys in einem weiteren Vorwort und greift die US-Medien frontal an, weil sie bislang zu den Vorgängen um die CDC weitgehend geschwiegen haben: „Die Reporter plappern die Sprechblasen, die ihnen von korrupten Gesundheitsbeamten und den Sprechern der Impfstoff-Industrie hingeworfen werden, kritiklos nach wie Papageien.“ Dies sei wohl nur damit zu erklären, schrieb Kennedy, dass sich die Medienkonzerne als Komplizen der pharmazeutischen Industrie sehen, von deren Anzeigen sie finanziell abhängig seien.



Das Müllsack-Meeting

Besonders bildlich wird Thompsons Bericht, wo es um die Vertuschung des ganzen Skandals geht. „Die Autoren der Studie vereinbarten einen Termin, wo alle Dokumente im Zusammenhang mit der Studie zerstört werden sollten. Wir waren zu viert und einer brachte in den Konferenzraum einen riesigen Müllsack mit. Dann gingen wir durch alle Dokumente und entschieden, welche wir entsorgen. Das geschah auch. Allerdings hatte ich damals schon Bedenken, dass das illegal ist, was wir hier tun. Und ich behielt von allen Dokumenten Kopien in meinem Büro. Sowohl in Papier als auch am Computer.“

Genau diese Aussage von Thompson las der republikanische Kongress-Abgeordnete aus Florida, Bill Posey, am 29. Juli 2015 im US-Repräsentantenhaus öffentlich vor. Thompson hatte ihm, als Abgeordneter seines Vertrauens, mehr als 100.000 Seiten der brisanten CDC Unterlagen zukommen lassen.

Posey erklärte in seiner Rede, dass er dazu beitragen möchte, dass dieser Skandal aufgeklärt wird. Wer immer möchte - ob Politiker oder Vertreter der Medien - brauche nur in seinem Büro anzurufen und könnte bei ihm sofort die Kopien von Thompsons Unterlagen erhalten.
Der Applaus auf seine Rede war schwach.
Bis heute haben weder Politiker noch Journalisten aus den großen Medienhäusern sein Angebot wahr genommen.


Nachtrag

Seit 1998 ist die pharmazeutische Industrie zum mit Abstand größten Sponsor der beiden großen politischen Parteien der USA aufgestiegen. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 3,15 Milliarden US-Dollar offiziell als Ausgaben für politisches Lobbying verbucht. Bei den Zuwendungen für die Demokraten und Republikaner hat sich im Lauf der letzten Jahre ein interessanter Wechsel ergeben. Während im Jahr 2000 nur 36 Prozent der Zuwendungen der Pharmaindustrie an die Demokraten gingen und 2004 gar nur 31 Prozent, brachte der Wahlkampf von Barack Obama im Jahr 2008 den Umschwung. Von den 20 Millionen US-Dollar, die offiziell von Big Pharma an die Kandidaten gespendet wurden, waren nun beide Parteien etwa gleich stark bedacht. Barack Obama erhielt in diesem Jahr mit 848.000 US-Dollar die mit Abstand höchsten Zuwendungen als Einzelperson.

Die beiden größten Impfstoff-Hersteller der USA, Merck und Pfizer gaben im Jahr 2014 jeweils mehr als 8 Millionen US-Dollar für politisches Lobbying aus und stehen damit an der Spitze aller Branchen, noch weit vor Öl- oder Rüstungsfirmen oder den großen Versicherungsunternehmen.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Frühgeborene: Belastungstest Impftermin

Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht zu impfen, ist eine riskante Praxis. Das zeigt die größte bislang dazu durchgeführte Studie mit knapp 14.000 Babys. In den drei Tagen nach einer Impfung steigt das Risiko einer Sepsis auf das Siebenfache, die Notwendigkeit für künstliche Beatmung verdoppelt sich. Und auch Todesfälle treten vermehrt auf.


Impfungen sind für Frühgeborene eine enorme Belastung
(Foto: Pan American Health Organisation)
Für Mitarbeiter auf Frühgeborenen-Stationen stellt es oft eine schwierige Entscheidung dar, wenn die Impftermine der Babys näher rücken: Soll man sie später impfen, gar nicht impfen? Oder ist es speziell bei diesen winzigen Persönchen umso notwendiger, die Impfungen rechtzeitig zu geben, um sie damit vor Infektionen zu schützen?
Es gibt zahlreiche Arbeiten, die an Frühgeborenen-Abteilungen durchgeführt worden sind und diese Fragen untersuchen. Sie sind jedoch oft recht klein und von bescheidener Qualität. Zudem ergaben sie widersprüchliche Resultate. Einige Arbeiten fanden ein höheres Risiko für die Entstehung von Fieber und Atemproblemen nach dem Impftermin, andere gaben Entwarnung.

Erhöhte Temperatur kann den Kreislauf des unreifen Organismus überfordern. Fieber stellt aber auch ein indirektes Risiko dar. Denn dabei schwingt immer auch der Verdacht einer lebensgefährlichen Sepsis mit. Und um dies zu prüfen, müssen die Kinderärzte eine Reihe von belastenden Untersuchungen an den fragilen Babys vornehmen: Blut wird abgenommen, Harn gesammelt. Oft wird vorbeugend auch noch Antibiotika gegeben, was eine weitere Belastung für das entstehende Immunsystem und die Abwehrkräfte der Babys darstellt.
Das Dilemma lautet nun: Was ist relevanter für die Babys, ein möglicher Schaden durch eine impfpräventable Krankheit oder ein Schaden durch die Impfung selbst?

Der Osteopath Stephen D. DeMeo von der pädiatrischen Abteilung der Duke University School of Medicine in Durham, North Carolina, unternahm nun zusammen mit einem Ärzteteam den Versuch, diese Frage systematisch zu untersuchen. Die Mediziner sammelten dazu aus mehreren Kliniken die Daten von insgesamt 13.926 Babys, die bei der Geburt weniger als ein Kilogramm gewogen hatten. Die Resultate dieser mit Abstand größten bisher durchgeführten Studie wurde im Juni auf der Webseite des Fachjournals JAMA-Pediatrics veröffentlicht.


Krisen und Todesfälle 

Die Wissenschaftler verglichen einen Zeitraum von drei Tagen vor und drei Tagen nach der Impfung und fanden folgende Unterschiede:
  • Die Notwendigkeit der Beatmung der Babys verdoppelte sich von 0,7 auf 1,4 Prozent (pro Tag und Baby)
  • Die Notwendigkeit zur Intubation stieg von 0,2 auf 0,4 Prozent
  • Das Risiko einer Sepsis-Evaluierung stieg von 0,5 auf 2 Prozent
In den Tagen vor einer Impfung war die belastende Prozedur demnach bei einem von 200 Babys notwendig, in den Tagen nach der Impfung bei einem von 50 Babys. Das Risiko hatte sich vervierfacht.
Gleichzeitig stiegen eigenartigerweise auch die positiven Resultate der Laboruntersuchung auf Bakterien im Blut um das mehr als Siebenfache an. Von den 235 Blutuntersuchungen, die im Zeitraum vor einer Impfung gemacht wurden, waren gerade mal 5 positiv (2,1%). Im Zeitraum nach der Impfung waren hingegen 39 der 1.035 veranlassten Blutkulturen positiv (3,8%).

In den drei Beobachtungstagen nach der Impfung kam es in der Studie zu fünf Todesfällen. Nur bei drei Babys wurde eine Todesursache in die Akten eingetragen. Diese lauteten:
  • Perforierter Darm 
  • Darmentzündung mit vermuteter Sepsis
  • Lungenentzündung mit Atemstillstand


Kombi-Impfungen sind nicht riskanter als Einzelimpfungen

Anstatt näher auf diese Todesfälle einzugehen, widmen sich die Autoren der Frage, welches Risiko es für die Frühgeborenen bedeuten könnte, wenn Impfungen verschoben werden. Ein Fünftel der Impfungen werden wegen instabiler Gesundheit der Babys nicht zu den vorgesehenen Terminen gegeben, heißt es in der Arbeit. "Das Verschieben von Impfungen bedeutet für diese ohnehin schon sehr fragile Patientengruppe eine erhöhte Gefährdung, während des ersten Lebensjahres an impfpräventablen Krankheiten zu erkranken und zu sterben."
Die Autoren verweisen auf mehrere Studien, welche den Impfstatus von Frühgeborenen untersuchen. Verweise auf Arbeiten, welche den postulierten Schutzeffekt von Impfungen überprüft haben, gibt es jedoch keine. Offenbar handelt es sich bei dieser Aussage also um eine bloße Annahme, die bislang nicht durch Daten untermauert ist.

Im Gegensatz dazu liefert die aktuelle Studie viele Daten zu den konkreten Auswirkungen der einzelnen Impfungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Babys:
Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer erhielten mindestens drei Impfungen. Am häufigsten gegeben wurde die Pneumokokken-Impfung, gefolgt von HiB-Einzelimpfung und der Fünffachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und Hepatitis B.
Impfstoffe mit Lebendviren- oder bakterien wurden nicht gegeben, es handelte sich ausschließlich um Totimpfstoffe mit Aluminiumsalzen als Wirkverstärker.
Die einzelnen Impfstoffe unterschieden sich nur wenig in ihren Auswirkungen. Atemprobleme traten am ehesten nach der Fünffach-Impfung sowie der gemeinsamen Gabe von Hepatitis B und HiB-Impfung auf. Bei der zuletzt genannten Kombo gab es auch am häufigsten Sepsis-Verdacht. Am meisten intubiert wurde nach Diphtherie-Tetanus-Pertussis Dreierimpfung sowie der Polio-Einzelimpfung. "Insgesamt fanden wir keine Hinweise, dass Kombinationsimpfungen belastender sind als Einzelimpfungen", folgern die Studienautoren.

Sie warnen zum Schluss ihrer Arbeit noch, dass ihre Ergebnisse keinen Beweis für die Auswirkungen der Impfungen darstellen, sondern lediglich als Evidenz für eine Korrelation taugen. Um zu sicheren Aussagen zu gelangen, bräuchte es neue eigens dafür ausgerichtete Studien, welche die Auswirkungen der einzelnen Impfungen prospektiv untersuchen und damit Aufschlüsse geben können, welches Timing am wenigsten Nebenwirkungen auslöst. Nur so eine Studie, schreiben die Autoren, könne Sicherheit schaffen.


Aluminium-Schock für Frühgeborene

In einer weiteren etwas älteren Studie untersuchten die Wissenschaftler am Tag nach der Impfung den Aluminiumgehalt im Blut der Frühchen.
Sie hatten sich Sorgen gemacht, weil andere Studien gezeigt hatten, dass Frühgeborene, die mit spezieller Fertigmilch ernährt werden, eine hohe Aluminiumbelastung abkriegen. "Solche Nahrung enthält mehr als 4 bis 5 µg/kg/d Aluminium und es wurde gezeigt, dass sich dies in einer verzögerten Entwicklung des Nervensystems auswirkt", schreiben die Studienautoren einleitend. "Nach US-amerikanischem Impfplan bekommen die Babys jedoch beim 2-Monats Check-Up Termin gleich mehrere Aluminium-haltige Impfungen in die Muskeln mit einer Gesamtmenge von bis zu 1225 µg Aluminium. Diese Dosis liegt deutlich über den Sicherheitsgrenzen, die für die Ernährung der Frühgeborenen gelten."

An der Studie nahmen 15 Frühchen teil. Sie erhielten nach Impfplan im Alter von zwei Monaten drei Impfungen mit einem Aluminiumgehalt von 1,2 Milligramm. Am Tag nach der Impfung wurde ihnen Blut abgenommen und der Harn gesammelt.

Was war nun das Resultat?
"Wir fanden, dass sich der Aluminiumgehalt im Harn und im Blut nach der Impfung nicht signifikant veränderte."
Die Autoren interpretierten das als gute Nachricht.
Fragt sich bloß warum. Denn wenn das Aluminium nicht ausgeschieden wird, so heißt das ja nichts anderes, als dass es im Organismus der Frühgeborenen bleibt und dort alles mögliche anstellen kann.

Die Autoren freuen sich des weiteren, dass sie - nach ihrem Wissensstand - die erste Arbeit an Menschen durchgeführt haben, die diese Frage überhaupt untersucht hat: "Wir kennen keine Arbeit, wo der Aluminiumspiegel im Blut von Babys nach Impfungen gemessen wurde", schreiben sie. "Unsere Studie ist mit 15 Teilnehmern zwar klein, aber die wichtigste Studie, die diesen Effekt des Anstiegs von Aluminium nach Impfungen bisher untersucht hatte, war eine Studie an 6 Kaninchen."

Die Wissenschaft vom Impfen scheint voller Abgründe: Auf der Basis von Studien mit wenigen Tieren wird also die Impfung von Abermillionen gesunder Babys durchgeführt.

Die Autoren fanden allerdings noch einen weiteren interessanten Effekt der Impfung. Sie untersuchten ihre Blutproben außerdem auf ihren Gehalt an essentiellen (lebensnotwendigen) Elemente im Organismus wie Eisen, Mangan, Zink oder Selen.
Alle Werte dieser wichtigen Spurenelemente sanken stark ab.
In der Medizinliteratur fanden sie Beispiele, wo das ebenfalls passiert: "Dieselben essentiellen Elemente zeigen auch bei Entzündungen infolge von Trauma oder Verbrennungen einen starken Abfall."
Die Impfung von Frühgeborenen hat also ähnliche Auswirkungen auf die Spurenelemente im Blut wie ein schwerer Autounfall. Das klingt nicht sehr beruhigend!

Zum Abschluss ihrer Arbeit warnen die Autoren noch:
"Weil Spurenelemente eine wichtige Rolle spielen in der Entwicklung der Nerven und des Immunsystems, sollte der Effekt von Impfungen auf diese Elemente noch genauer untersucht werden."


Mein persönliches Resümee: 

Es ist erstaunlich mit welcher Naivität die Autoren der zweiten Studie ihre Resultate berichten. Eigentlich ist es ein handfester Skandal, auf welches bodenlose Unwissen man stößt, sobald im Impfwesen auch nur ein wenig tiefer gebohrt wird. Frühgeborene zählen zu den am meisten bedrohten Risikopatienten. Und sie mit potenziell neurotoxischen Substanzen zu bombardieren, von deren Wirkung man noch nicht einmal die primitivsten Grundlagen kennt, ist unglaublich fahrlässig.
Wenn die Autoren am Schluss die Hoffnung äußern, dass jemand die Effekte der Alu-Zusätze auf den beobachteten Abfall der lebensnotwendigen Spurenelemente untersuchen sollte, so ist das fast rührend naiv. Wo sie doch selbst offenbar die ersten waren, die überhaupt mal auf die Idee gekommen sind, bei Babys die Aluminiumwerte zu messen.
Doch weiter so, nur Mut! Es braucht eine ganze Legion solcher jungen neugierigen Forscher, die ein Wissens-Vakuum füllen, das ihnen die Vorgänger-Generationen hinterlassen haben.

Ebenso gut gemacht aber deutlich aufwändiger ist die erste Studie, in der die Wissenschaftler die Daten von fast 14.000 extremen Frühchen gesammelt und ausgewertet haben. Auch sie ist ein Pionierwerk, eine dringend nötige Arbeit, welche die widersprüchlichen Resultate der vielen kleinen Vorgänger-Studien an Aussagekraft deutlich übertrifft. Dort hatten einige Arbeiten suggeriert, dass die Impfung von Frühgeborenen keinerlei Belastung darstellt; andere fanden das Gegenteil. Nun sollte eigentlich die Notwendigkeit für die von den Autoren geforderten Nachfolge-Studien klar und deutlich dargelegt sein.

Um den Nutzen der Impfung von Frühgeborenen objektiv beurteilen zu können, bräuchte es zudem eine verlässliche Abschätzung des Risikos, das von den impfpräventablen Krankheiten aus geht. Nur damit wäre eine informierte Entscheidung möglich. Derzeit ist nur das Risiko abschätzbar, welches die Impfungen selbst für die Frühgeborenen darstellen. Der Nutzen wird hingegen nur behauptet, ist aber bislang nicht konkret gemessen worden.
Wenn immerhin fünf von 14.000 Babys binnen drei Tage nach der Impfung sterben und bei mehr als 1.000 Babys schwere gesundheitliche Krisen mit Fieber, Atemaussetzern und Verdacht auf Sepsis auftreten, so zeigt dies deutlich, dass Impfungen ein hohes Risiko für die Gesundheit der Frühgeborenen darstellen.

Aber ob das ausreicht, um auch die "Impfexperten" und die Bedenkenträger in den Ethik-Kommissionen von der Notwendigkeit einer sorgsam geplanten vergleichenden Studie mit einer deutlich später zu impfenden Kontrollgruppe zu überzeugen, ist weniger gewiss.
Wenn sich die Hardcore-Impflobby ohne Rücksicht auf Verluste an den Status Quo klammert und objektive wissenschaftliche Forschung weiterhin behindert, trägt sie dazu bei, dass die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber dem Impfen laufend weiter steigt.

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Freitag, 26. Juni 2015

Keuchhusten: Cocooning Strategie gescheitert

Derzeit treten international so viele Fälle von Keuchhusten auf, wie schon seit langer Zeit nicht. In den USA muss man bis in die 50er Jahre zurück gehen, um auf ähnliche Zahlen zu kommen. In Großbritannien kommt man auf Fallzahlen wie zuletzt in der impffreien Zeit der 70er und 80er Jahre. 

Kind mit Keuchhusten (Foto: CDC)
Eine jetzt im Journal BMC-Medicine veröffentlichte Studie von Benjamin M. Althouse und Samuel V. Scarpino, zwei Wissenschaftlern des Santa Fe Institute in New Mexico untersuchte mehrere mögliche Erklärungen für diesen rasanten Anstieg:
  • Die Immunität nach Impfung verschwindet noch rascher als befürchtet. 
  • Die Impfrate ist gesunken 
  • Die Bakterien haben sich verändert, sind entweder mutiert - oder haben anderen Stämmen Platz gemacht, welche durch die Impfung nicht erfasst werden 
 Gesunken ist die Impfrate nicht. Auch die Auslöser der Krankheit scheinen sich nicht wesentlich verändert zu haben. Und dass die Immunität rascher als gedacht verschwindet, ist ein Faktum. Jugendliche, die seit dem Babyalter alle empfohlenen Keuchhusten-Impfungen erhalten haben, kommen kurz nach der letzten Impfung auf einen Spitzenwert von knapp über 70 Prozent Wirksamkeit, der binnen zwei bis vier Jahren auf eine Schutzraten von 34 Prozent abfällt. Dies ergab die Analyse von aktuellen Ausbrüchen in den USA. Doch dieses Phänomen allein kann die hohen Fallzahlen in vollständig geimpften Populationen nicht erklären.  

Am wahrscheinlichsten ist nach Ansicht der Studienautoren ein vierter Erklärungsansatz: Geimpfte mit aufrechtem Schutz erkranken zwar seltener, doch sie übertragen die Keuchhusten-Bakterien in einem Ausmaß, das man bisher nicht für möglich gehalten hatte.
Als Beleg nennen die Autoren eine Reihe von Beobachtungen, welche den Schluss nahe legen, dass die Ansteckungsgefahr heute vor allem von Geimpften ausgeht. Schuld daran seien die seit mehr als zehn Jahren verwendeten "azellulären" Impfstoffe, die offenbar deutlich schlechter wirken als ihre Vorgänger.
Die aktuellen Impfstoffe enthalten als Wirkstoff nicht mehr die abgetöteten Bakterien, so wie die alten "Ganzzell-Impfstoffe", sondern nur noch Teile der Oberfläche der Keuchhusten-Bakterien.
Der Wechsel war notwendig geworden, weil die alten Impfstoffe im Verdacht schwerer Nebenwirkungen - wie etwa Gehirnentzündungen - standen. Sie wurden in mehreren Ländern Europas vom Markt genommen, bzw. die Impfempfehlungen ausgesetzt. In Deutschland war die Keuchhusten-Impfung beispielsweise 17 Jahre lang nicht empfohlen. Die modernen azellulären Impfstoffe gelten als verträglicher, doch offenbar sind sie auch weniger wirksam.

Die Wissenschaftler zeigten in ihrer Arbeit unter anderem, dass wir uns seit dem Wechsel der Impfstoffe wieder dem Muster annähern, wie Keuchhusten in der Vor-Impf-Ära aufgetreten ist. Etwa alle vier Jahre zog damals - und zieht auch heute wieder - eine Keuchhusten-Welle durch.

Auch die Cocooning-Strategie (Impfung des Umfeldes: Eltern, Geschwister,…) z.B. zum Schutz ungeimpfter Kinder, Neugeborener, etc. ist - wie die Autoren schreiben - "vielfach gescheitert".

Die Wissenschaftler setzen ihre Hoffnung nun auf neue bessere Impfstoffe. Inzwischen, schlagen sie vor, könnte man - zumindest für die erste Impfdosis - wieder zu den alten Ganzzell-Impfstoffen zurück kehren.
Für impfkritische Eltern wird - angesichts dieser Informationen – die Möglichkeit attraktiver ganz auf die Keuchhusten-Impfung zu verzichten.

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Montag, 4. Mai 2015

Hyperaktive Metallionen im menschlichen Körper


Werden Krankheiten wie die Alzheimerdemenz oder Brustkrebs durch Aluminium begünstigt? An einer Konferenz in Lille haben Forscher neue Erkenntnisse zu dieser Frage präsentiert.


Aluminium ist nach Eisen das weltweit meistverwendete Metall. Die Produktion liefert laufend Rekorde und hielt zuletzt bei einer Jahresförderung von 52 Millionen Tonnen. Autobleche, Verpackungen, elektrische Leitungen, Dächer oder Fassaden-Elemente: Der dekorativ glänzende Werkstoff ist allgegenwärtig. Während des nächsten Jahrzehnts soll so viel Aluminium erzeugt werden wie in den 150 Jahren zuvor – also seit es Aluminium in reiner Form überhaupt gibt. Davor lagerte es – ebenso allgegenwärtig, aber unsichtbar – im Boden. Fest verbunden mit Sauerstoff oder Silikaten ist Aluminium als Bestandteil von Schiefer, Granit oder Lehm das häufigste Metall der Erdkruste.


Kritische Aluminiumforschung

Wie könnte ein so häufiges Element toxisch sein? Der Beantwortung dieser Frage widmete sich das «11. Keele Meeting on Aluminium», eine Art Weltkongress der kritischen Aluminiumforschung, der Anfang März im nordfranzösischen Lille abgehalten wurde. «Das Leben hat sich entwickelt, während Aluminium in den Silikaten eingeschlossen war», sagte Christopher Exley, Professor für bioanorganische Chemie an der britischen Keele University und Organisator der Veranstaltung. Das Problem sei erst entstanden, als wir Aluminium aus seinen chemisch neutralen Erzen befreit und als hochaktive Metallionen in den biochemischen Kreislauf des Lebens gebracht hätten.

Christopher Exley: "Wir befinden uns in einer aktiven Phase der Evolution"
Alu-Werkstoffe sind dabei laut Exley das kleinste Problem, weil die positiv geladenen Metallionen sofort mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren. Auf diese Weise bildet sich eine stabile Oxidschicht, welche die darunterliegenden Metallionen isoliert und damit vor weiteren Reaktionen abhält. Im neutralen pH-Bereich ist Aluminium nahezu unlöslich und damit auch nicht toxisch. Es gibt jedoch viele Aluminiumverbindungen, die deutlich weniger stabil sind und in sensiblen Lebensbereichen eingesetzt werden, etwa in Kosmetikprodukten, Lebensmittelfarbstoffen oder Medikamenten. Hier können die Metallionen relativ leicht freigesetzt werden – etwa im leicht sauren Milieu der Haut oder bei der Passage durch den Magen, wo pH-Werte von 1 bis 2 herrschen.

Ob Aluminium gesundheitliche Probleme auslösen kann oder nicht, hängt also davon ab, in welchem Umfang sich die Metallionen aus einer Verbindung lösen. Diese Ionen gehen dann nahezu wahllos Verbindungen im Organismus ein. Bisher sind über 200 Mechanismen bekannt, wie Aluminium biologische Abläufe beeinflusst und in den Stoffwechsel eingreift. «Manche denken, dass die Evolution des Lebens abgeschlossen ist», sagte Exley in Lille. Doch mit dem Eintritt von Aluminium in die biologischen Systeme befänden wir uns in einer aktiven Phase der Evolution.
Beunruhigende Befunde

Wie sich das auswirken könnte, zeigen Studien aus den letzten Jahren. Viele Krankheiten, darunter Brustkrebs, Alzheimerdemenz, Parkinsonkrankheit, Allergien und Autoimmunerkrankungen sind mit den «hyperaktiven» Metallionen in Verbindung gebracht worden. Ein Forscherteam der Universität Sydney publizierte 2014 die Resultate eines mehrjährigen Experiments mit Ratten . Dabei zeigte sich, dass Tiere, die mit Aluminiumdosen im oberen Bereich der in westlichen Ländern üblichen Ernährung gefüttert wurden, gehäuft zu alzheimerähnlichen Gedächtnisstörungen neigten.

Eine 2013 publizierte Arbeit der katholischen Universität Rom untersuchte Ferritine, also eisenspeichernde Eiweisse, die über das Blut im ganzen Organismus zirkulieren. Die Forscher analysierten die Fracht der Ferritine bei Alzheimerpatienten und fanden, dass hier – im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe aus gesunden Blutspendern – nicht nur Eisen, sondern mehrheitlich Aluminium geladen war . Weil Ferritine problemlos die Blut-Hirn-Schranke passieren, wäre damit auch ein möglicher Zugang ins Gehirn gefunden.

Arbeiten der Universitäten Reading in England und Genf wiesen zudem nach, dass gesunde Brustzellen bereits unter dem Einfluss niedrigster Aluminiumkonzentrationen Doppelstrangbrüche der DNA und andere Anzeichen von physiologischem Stress zeigen, die das theoretische Krebsrisiko erhöhen.

Die Berichterstattung zu Aluminium stieg in Folge dieser Entdeckungen in den letzten beiden Jahren deutlich an. Vor allem das mögliche Risiko, das von aluminiumhaltigen Deos ausgeht, war Thema zahlreicher Artikel und TV-Beiträge. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) präsentierte Ende 2014 die Resultate einer repräsentativen Umfrage. Demnach sehen mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung von Aluminium in Verbraucherprodukten ein hohes Risiko ausgehen.


Datenlage noch ungenügend

Noch erlaube die Datenlage aber keine definitive Beurteilung, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel an einem «Aluminium-Forum» im November in Berlin. Unsicherheiten bestünden insbesondere bei der Einschätzung der Langzeitfolgen bei chronischer Aluminium-Aufnahme. Die wichtige Frage, wie viel Aluminium über Deodorants in die Haut eindringt, beruhe beispielsweise auf einer einzigen Studie mit zwei Probanden. «Wir haben deshalb die Industrie aufgefordert, bessere Untersuchungen vorzulegen», so Hensel.

Besonders gross ist das öffentliche Interesse an der Aluminium-Thematik in Frankreich. Hier kam es im Mai 2014 zu einem Hearing im Parlament in Paris, zu dem Aluminium-Experten eingeladen waren. Schon davor hatte eine von der französischen Nationalversammlung eingesetzte Kommission von Impfexperten empfohlen, besonders bei den Impfstoffen für Babys Alternativen ohne den Wirkverstärker Aluminium anzubieten. Denn bei Kindern mit genetischer Vorbelastung könnten sich die Aluminiumionen im Organismus anreichern, warnte der Jury-Sprecher. Der Vorschlag liegt derzeit bei der europäischen Arzneimittelagentur in London.


Aluminium - ein Problem für Pflanzen

In Lille haben sich mehr als hundert Wissenschafter aus den verschiedensten Fachgebieten versammelt. In den fünf «Sessions» wurde intensiv über neue Studien und deren Potenzial zur Aufklärung der Einflüsse von Aluminium diskutiert. 

Am ersten Tag ging es um die Frage, wie sich Pflanzen evolutionär an Aluminium im Boden angepasst haben. Speziell in tropischen Gebieten, aber auch im Norden Europas überwiegen Böden mit pH-Werten im sauren Bereich. Falsche oder übermässige Düngung mit Ammonium leiten auch bei neutralen Böden eine schrittweise Versauerung ein, wodurch toxische Metalle freigesetzt werden. Bei einem pH-Wert unter 3 kommt das Wachstum der Pflanzen generell zum Stillstand. Nur wenige Gräser und Sträucher haben die Fähigkeit, Aluminium zu akkumulieren. Sie binden das Element mit neutralisierenden Inhaltsstoffen wie Oxalaten oder Phenolen. Von den Pflanzen, die für die menschliche Ernährung eine Rolle spielen, sind das vor allem Tee und Buchweizen. Die meisten auf sauren Böden heimischen Pflanzen verwenden hingegen viel Energie, um Aluminium gar nicht erst aufzunehmen. Dazu verändern sie etwa den pH-Wert in der Wurzelregion oder setzen aluminiumbindende Chemikalien frei. Für die Landwirtschaft sind toxische Aluminiumionen ein grosses Problem. Denn abgesehen von Reis haben die meisten Getreidesorten keine erworbenen Resistenzmechanismen und gedeihen auf sauren Böden schlecht. Der Amerikaner Leon Kochian von der Cornell University im Gliedstaat New York hat mit seinem Team Gene identifiziert, welche die Pflanzen vor den toxischen Auswirkungen des Aluminiums schützen und diese in das Erbgut verschiedener Mais- und Weizensorten transferiert. Auf Versuchsböden in Westafrika mit niedrigem pH-Wert konnten die Forscher zeigen, dass es damit möglich ist, die Ernteerträge in tropischen Gebieten zu steigern. Auch Saatgutkonzerne wie Monsanto experimentieren mit gentechnisch veränderten Sorten und bieten unter anderem Aluminium-resistentes Soja an.


Neue Studien zu Brustkrebs

Einen ersten Einblick in eine interessante, aber noch nicht abgeschlossene Arbeit gab die Biologin Caroline Linhart von der Medizinischen Universität Innsbruck. In ihrer Arbeit will sie das Gewebe von 200 Patientinnen mit Brustkrebs auf Aluminium untersuchen und mit dem Gewebe von gesunden Frauen vergleichen. Noch gibt es keine Messergebnisse, dafür aber eine detaillierte Übersicht zu den kosmetischen Gewohnheiten der Probandinnen. Und hier zeigte sich, dass Frauen, die häufig Alu-Deos verwendet haben, signifikant früher an Brustkrebs erkrankten.

Inspiriert wurde Linharts Arbeit von Resultaten der britischen Krebsforscherin Philippa Darbre, die seit zwei Jahrzehnten die möglichen Auswirkungen kosmetischer Inhaltsstoffe auf die Entstehung von Tumoren im Brustgewebe untersucht. 2011 wies sie nach, dass in der Brustflüssigkeit von Brustkrebspatientinnen – im Vergleich zu gesunden Frauen – deutlich erhöhte Konzentrationen von Aluminium enthalten sind. Darbre hatte auch gezeigt, dass in den letzten Jahrzehnten die Krebsdiagnosen im oberen äusseren Quadranten der Brust – also neben den Achseln – von 30 Prozent in den 1940er und 1950er Jahren auf nahezu den doppelten Wert angestiegen sind. Im selben Zeitraum haben die Frauen auch vermehrt aluminiumhaltige Deos verwendet.

«Wir haben schon viele Indizien für eine toxische Auswirkung von Aluminium auf die Zellen gefunden», sagt die britische Onkologin. Es sei höchste Zeit, dass es vermehrt Wissenschafter gebe, die diese wichtigen Fragen prüften.


Aluminium im Essen


Testserien haben gezeigt, dass der Aluminiumgehalt in frisch geerntetem Getreide und Früchten sich sehr stark von den Werten in den daraus hergestellten Speisen und Getränken unterscheiden kann. Die Rohstoffe sind dabei meist viel weniger stark belastet. Daraus folgt, dass Aluminium nur zu einem geringen Teil von den Pflanzen aus dem Boden aufgenommen wird. Wesentlicher scheinen die Einflüsse von Verarbeitung und Verpackung zu sein – wenn etwa Fruchtsäuren über längere Zeit in Kontakt mit Alufolien kommen.

Kroatische Forscher haben Getränke in Aludosen untersucht und dabei gefunden, dass deren Aluminiumbelastung von zwei Faktoren abhängig war: vom pH-Wert des Getränks und der Lagerdauer im Supermarkt. Ein anderes Beispiel einer externen Aluminiumquelle: Wenn Laugengebäck auf Alublechen in den Backofen geschoben wird, kann die verwendete Lauge Metallionen aus dem Blech lösen. Inzwischen ist auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit aktiv geworden. Seit 2014 sind eine Reihe aluminiumhaltiger Lebensmittelzusätze verboten. Dazu zählen etwa Calciumaluminiumsilikat (E556) und Bentonit (E558), die unter anderem als Trennmittel – etwa bei Scheibenkäse – eingesetzt wurden. Backpulver auf Aluminiumbasis ist in Europa bereits seit einigen Jahren verboten.


Endstation Lymphknoten

Andere Forschergruppen haben in verschiedenen Tierversuchen den Einfluss von Aluminium auf die Entstehung der Alzheimerdemenz, auf entzündliche Darmerkrankungen oder Störungen des autistischen Spektrums untersucht. Eine erstmals in Lille präsentierte kanadische Arbeit zeigte, dass Mäuse, die Aluminium unter die Haut injiziert bekamen, ein verändertes soziales Verhalten zeigten. Wurden den Tieren im Experiment andere Mäuse ins Gehege gesetzt, liefen die Tiere aus der Alu-freien Kontrollgruppe sofort los, um diese ausgiebig zu beschnuppern. Nager, die mit Aluminium behandelt worden waren, ignorierten die Neuankömmlinge dagegen weitgehend.

Forscher der Universität Paris-Est wollten prüfen, wohin sich das Aluminium im Organismus verteilt, das Impfstoffen zugesetzt wird. Dafür wurde das Aluminiumsalz an fluoreszierende Diamant-Nanopartikel gekoppelt und damit sichtbar gemacht. Eine 2013 von der Gruppe publizierte Studie hatte gezeigt, dass sich Aluminiumpartikel in einem Jahr über den ganzen Organismus der Maus verteilten und in geringen Dosen auch das Gehirn erreichten.

Die neue Arbeit sollte diese Resultate an mehr Tieren überprüfen. Nun kam zur Überraschung der Forscher aber ein ganz anderes Resultat heraus: An den Lymphknoten war für das Aluminium nämlich Endstation – auch nach einem halben Jahr Beobachtungszeit hatten noch keine Alu-Partikel das Rückenmark, das Gehirn oder andere sensible Regionen erreicht und sich dort eingelagert. Wie es zu den konträren Studienresultaten kommen konnte, wurde in Lille intensiv diskutiert, aber ohne eine Antwort zu finden.

Eines der Hauptprobleme bei der Untersuchung der Wirkung von Aluminium ist der Faktor Zeit. Krankheiten wie Brustkrebs oder Alzheimer entwickeln sich über viele Jahre und werden von unzähligen Faktoren beeinflusst. Wie können solche biologischen Prozesse in Studiendesigns übertragen werden, die eine gültige Aussage über den Einfluss von Aluminium erlauben? Dieses Problem ist noch ungelöst. Bei der abschliessenden Pressekonferenz des «Lille Meetings» gab es zumindest darüber Einigkeit, dass dringend mehr Forschung finanziert werden sollte, um die drängendsten Fragen zu beantworten. Bis es soweit ist, sollten wir das Thema Aluminium nicht länger kleinreden, sagte Exley. Denn wo immer wir Aluminium im Körper fänden, habe es die Fähigkeit, Schaden anzurichten.

Dieser Artikel ist (in einer leicht gekürzten Version) am 29. April 2015 in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen

Freitag, 10. April 2015

Arm trotz Arbeit

Noch vor 20 Jahren galt Armut als Randphänomen. Nun ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Bereits eine halbe Million Menschen in Österreich gelten als „working poor“. Sie leben an oder unter der Armutsgrenze obwohl sie berufstätig sind.


Universitäts-Lektor Martin R. verdient weniger als 1000 Euro pro Monat


Immer wieder mache ich auch Filme über soziale Phänomene, die weniger mit Gesundheit oder Wissenschaft, sondern mit realer Ungerechtigkeit im Lebensumfeld zu tun haben. Dieser hier war mir ein besonderes Anliegen. Wer die Sendung versäumt hat, kann die Doku hier ansehen.

Nun weiter im Pressetext:

Bert Ehgartner porträtiert in seinem Film Menschen mit wenig Zukunftsperspektive: „Ich habe mich schon damit abgefunden, dass es nicht mehr besser wird“, sagt Anna F., alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Die Miete für ihre Wohnung ist auf 870 Euro angestiegen, dazu kommen noch Fernwärme, Strom und die Internet- und Handygebühren. Nur mit Mindestsicherung und Wohnbeihilfe kann sie die Miete bezahlen.
Neben ihrem 20-Stunden Job als Restauratorin in einem Museum und dem Familienmanagement sind laufend Anträge auszufüllen und Behördengänge zu machen. „Ich werde immer müder – und auch immer gereizter.“
Ein Leben lang gearbeitet, vier Kinder groß gezogen und dann: Mindestpension


Auch beim Philosophen Martin R. sind die Zeiten mager: „„Es ist immer ein Glücksspiel, wie viele Lehraufträge man von den Universitäten und Fachhochschulen bekommt“. Heuer bringt ihm sein Hauptberuf als Lektor gerade mal 350 Euro ein. „Es ist eine Schande, wie sehr die Universitäten ausgehungert werden. Gespart wird dann bei uns.“

 Der aus Serbien stammende Goran S. lebt bereits in dritter Generation in Österreich. Nach dem Polytechnikum begann er zu arbeiten. Mehr als 1000 Euro pro Monat verdiente er selten. „Früher gab es wenigstens genug schlechte Jobs“, sagt er. „Heute kommen aber bereits fünf Anwärter auf einen solchen schlechten Job.“ Seine Frau Mara arbeitet als Putzfrau, während Goran S. Anzeigen um Anzeigen durch sieht.
Die Ansprüche sind stets groß. Für einen Wachtdienst mit Arbeitszeiten von 0 bis 24 Uhr werden Erfahrung, guter Leumund sowie perfektes Englisch in Wort und Schrift gefordert. Der Stundenlohn liegt hingegen bei 6,50 Euro.

Die fortschreitende Ausweitung der prekären Arbeitsverhältnisse mitsamt Lohndumping ergibt auch niedrigere Sozialleistungen bei Jobverlust und Pensionen. In solchen Arbeitsverhältnissen werden oft keine Beiträge bezahlt und somit keine Beitragszeiten erworben. Das perpetuiert Armut und führt zu Armut im Alter. „Viele Working Poor geben die Armut an ihre Kinder weiter“, sagt Martin Schenk, der vor 20 Jahren die Armutskonferenz mit gründete. „So entsteht eine Generation Prekariat – und wir schauen zu.“
„Politik und Gewerkschaften haben sich auf diese neuen Verhältnisse mit der wachsenden Anzahl von Ein-Personen-Unternehmen, die häufig in eine Schein-Selbstständigkeit getrieben werden, überhaupt noch nicht eingestellt“, kritisiert der Jurist Walter Pfeil von der Universität Salzburg. „Diese Entwicklung mit tausenden jungen Menschen ohne Zukunftsperspektiven wird auch bei uns zur politischen Radikalisierung beitragen.“

Heute ist fast ein Viertel aller EU-Bürger armutsgefährdet - 15 Prozent der Tschechen und der Niederländer, fast 35 Prozent der griechischen Bevölkerung, und, als Negativrekord, fast 50 Prozent aller Bulgaren. Der relative Wohlstand Österreichs mit einem Spitzenplatz im EU-Ranking geht an den sozial Schwächsten vorbei. Mit 18 Prozent der Bevölkerung an oder unter der Armutsgrenze liegt Österreich hier genau im EU-Durchschnitt. Besonders hoch ist mit 40 Prozent der Anteil der Haushalte, die kein Vermögen besitzen – wo also kein Erspartes zur Verfügung steht, um in der Not auszuhelfen. „Kaputt werden darf bei mir nichts“, sagt Martin R. Wenn mir mein Notebook eingeht – das wäre der Kollaps.“

Die Sendung wurde Ende Februar 2015 in der ORF Reihe "Menschen und Mächte" ausgestrahlt.

Dienstag, 31. März 2015

Nachruf auf die Grippe

Nach einem fulminanten Höhepunkt vom Februar bis in den März hinein ist nun die Grippe-Saison vorbei. Wer sich impfen hat lassen, war diesmal nicht auf der sicheren Seite: Die bislang veröffentlichten Angaben zur Wirksamkeit der Influenza-Impfung liegen zwischen 0 und 50 Prozent. Bei einigen Arbeiten - und nicht den schlechtesten - zeigte der Zeiger auf unter Null, und deutete an, dass Geimpfte sogar ein höheres Krankheits-Risiko hatten: in mehrfacher Hinsicht. 


Schwächt die Grippe-Impfung die Abwehrkräfte? (Foto: CJ Sorg)

Laut der unabhängigen Cochrane Collaboration besteht bezüglich der Wirksamkeit der Influenza Impfung ein enormes Wissens-Defizit. Für Kinder unter 2 Jahren gibt es gar keinen Nachweis der Wirksamkeit. Ebenso schlecht ist die Datenlage für Personen im Alter über 65 Jahren.
Und sogar bei Menschen in Gesundheitsberufen schließen die Cochrane-Autoren: "Unsere Übersichtsarbeit fand keine vernünftige Basis, um die Impfung der Menschen in Gesundheitsberufen zu empfehlen." Es gebe keine Belege, dass die von ihnen betreuten Patienten davon profitieren. Derzeit, so der Vorsitzende der Impfgruppe der Cochrane Collaboration, Tom Jefferson, "gleicht die Werbung für die Influenza-Impfung eher den Praktiken von Staubsauger-Verkäufern auf Jahrmärkten".

Doch in manchen Jahren bezieht sich das schwarze Wirksamkeitsloch der Impfung nicht nur auf Kleinkinder und Senioren, sondern dehnt sich auf die gesamte Bevölkerung aus. Als Grund für diese Abstürze nennen die Influenza-Experten die zeitverzögerten Herstellung. Der Impfstoff wird nämlich ein halbes Jahr im voraus - nach den vorherrschenden Influenza-Viren auf der Südhalbkugel - konzipiert. Leider war der vorherrschende Virentyp auf der Nordhalbkugel dann ein ganz anderes Modell, zumindest was die Komponente für Influenza A (H3N2) betrifft.
Schon Ende Januar zeichnete sich hier ein Debakel ab. Eine vom Influenza-Überwachungssystem Kanada veröffentlichte Arbeit belegte die absolute Unwirksamkeit der Impfung: Sie lag im Schnitt bei MINUS 8 Prozent. Das heißt Geimpfte erkrankten tendenziell sogar häufiger als Ungeimpfte. 

Für Impf-Lobbyisten wie den Leiter der "Public Health Kommission des Obersten Sanitätsrates", den Wiener Professor Michael Kunze waren solche Informationen kein Grund mit der Impfwerbung nachzulassen. Kunze empfahl sogar noch Anfang März dringend die Impfung - oder wenn die Infektion schon begonnen hatte: "schnellstmöglich Tamiflu".  Jenes berühmte Mittel also, dessen Vermarktung als "größter Diebstahl aller Zeiten" (© Peter Gøtzsche) in die Medizingeschichte eingegangen ist. 
Mir ist es ein Rätsel, auf welcher wissenschaftlichen oder moralischen Basis derartige Leute funktionieren.


Schlechte Erfahrungen

Doch abgesehen von solchen schlechten Jahren, wie dem heurigen, sorgt die Influenza-Impfung schon seit langem für jede Menge Fragezeichen - welche von den Marketing-Abteilungen der Hersteller-Konzerne und ihren Lohnschreibern nur mühsam verwischt werden können.

So zeigte sich beispielsweise, dass während der Schweinegrippe-Pandemie - als ein relativ neuartiger Virentyp die Welt umrundete - die meisten Menschen nur sehr milde erkrankten. Ausgenommen waren jedoch Kinder, die zuvor jährlich eine Grippe-Impfung erhalten hatten. In Kanada wurden gleich vier Studien durchgeführt, die diesem Verdacht nach gingen und ihn schließlich auch bestätigten: Anscheinend ist es für die Kinder von Vorteil, die Viren - ohne pharmazeutische Schützenhilfe - kennen zu lernen. Dann erwerben sie auch das immunologische Rüstzeug mit stark veränderten Viren klarzukommen. Die Impfung hingegen stört demnach diesen Lerneffekt des Immunsystems.


Diesen Effekt belegte auch eine recht drastische niederländische Arbeit die im Journal The Lancet  erschienen ist. Dafür haben die Wissenschaftler Mäuse verschiedenen Impfungen und nachfolgenden Infektionen in mehreren Kombinationen ausgesetzt:
  • Wurden die Mäuse mit dem saisonalen Impfstoff (H3N2) geimpft und danach mit Vogelgrippe-Viren (H5N1) konfrontiert, so starben sie.
  • Wurden die Mäuse nicht geimpft und dann mit den Vogelgrippe Viren konfrontiert, so starben sie ebenfalls.
  • Wurden die Mäuse mit saisonalem Impfstoff (H3N2) geimpft, danach mit saisonalen Viren (H3N2) infiziert, so überstanden sie im Normalfall die saisonale Grippe, starben aber ebenfalls wieder, wenn sie mit H5N1 infiziert wurden.
Was denken Sie, war die einzige Variante, bei der die armen Versuchsmäuse dieses Experiment überlebt haben?
Folgendes:

  • Die Mäuse wurden NICHT geimpft, danach aber mit saisonalen H3N2 Viren infiziert. Sie wurden krank und machten eine Grippe durch. Danach waren sie jedoch gegen die ansonsten stets tödlichen H5N1 Viren gewappnet. Sie hatten weniger Viren in der Lunge und erkrankten weniger heftig.


Dieser Lerneffekt des Immunsystems wäre eine Erklärung dafür, warum in den USA die Sterblichkeit am Schweinegrippe-Typ H1N1 gerade bei Kindern vergleichsweise hoch war. Die holländischen Wissenschaftler nannten als mögliche Ursache die in den USA wesentlich häufigeren und bereits für Babys ab 6 Monaten empfohlenen saisonalen Grippeimpfungen.
Wer seine Kinder gegen Grippe impft geht demnach also das Risiko ein, dass diese nur eine "Scheinimmunität" gegen die in der Impfung enthaltenen Antigene erhalten, sich jedoch keine breitere Immunität gegen nachfolgende andersartige Grippeviren ausbilden kann.



Mehr Impfstoff - stärkerer Impfstoff

Anstatt solche Studien zu diskutieren und in ihren Konsequenzen auszuloten und zu verstehen, gehen die Firmen bei den Influenza-Impfstoffen einen anderen Weg: Die Wirksamkeits-Löcher - speziell in der Altersgruppe der Kleinkinder und bei den Senioren über 65 Jahren - sollen durch Wirkverstärker gestopft werden. Es gibt bereits eine Reihe derartiger Impfstoffe am Markt. 
Weil Aluminiumsalze bei der Influenza-Impfung schwere Nebenwirkungen auslösen, müssen hier andere Wirkverstärker verwendet werden. Beispielsweise Squalene - Öl-Wasser-Emulsionen. 
Ein damit verstärkter Impfstoff - Pandemrix von GSK - erwies sich im Zuge der Schweinegrippe-Pandemie dann als Auslöser der mysteriösen und unheilbaren Narkolepsie. Die davon betroffenen Menschen erleiden in allen möglichen Situationen plötzlich auftretende Schlafanfälle, sind massiv in ihrer Lebensqualität behindert und können beispielsweise nie einen Führerschein machen und ein Fahrzeug lenken. 

Also probierte man es ohne Wirkverstärker - dafür aber mit einer höheren Dosis der abgetöteten Influenza-Viren. In einer  aktuellen vom französischen Impfstoff-Hersteller Sanofi Pasteur finanzierten Arbeit bekamen ältere Menschen entweder die einfache - oder die vierfache Wirkstoff-Dosis geimpft. Die insgesamt knapp 32.000 Studienteilnehmer wurden über zwei Jahre beobachtet. In der Hochdosis-Gruppe erkrankten 1,4 Prozent, in der Normal-Gruppe 1,9 Prozent an Influenza. Die Autoren - und mit ihnen der Sponsor Sanofi Pasteur - freuten sich über eine um 25 Prozent verbesserte relative Wirksamkeit der neuen Impfvariante. 
Wie gut die Impfung insgesamt gewirkt hat, konnten die Forscher mit ihrer aufwändig gemachten Studie nicht beantworten. Sie hatten im Design nämlich dummerweise auf eine ungeimpfte Kontrollgruppe vergessen. Doch wozu etwas messen, wenn man den Effekt der Impfung auch schätzen kann? Die Autoren bezogen sich also auf nicht näher genannte Vergleichswerte aus anderen Studien und kamen damit auf eine Wirksamkeit ihrer Impfung von ungefähr 50 Prozent. Dieser Wert, könnte mit dem neuen Impfkonzept auf 62 Prozent gesteigert werden. "Und damit", jubeln die Autoren, "erreichen wir bei Senioren einen Wert, der ähnlich hoch ist wie bei jüngeren Erwachsenen."

Wir sehen also, dass die Art, wie sich Impfstoff-Konzerne gute Studien vorstellen, gewöhnungsbedürftig ist. Um es einmal milde auszudrücken.

Seit Jahrzehnten fordern unabhängige Wissenschaftler große, gut gemachte Vergleichsstudien von Geimpften mit Ungeimpften. "Nur dann können wir die banalsten Fragen zum Nutzen und zur Sicherheit der Influenza-Impfung beantworten", erklärte mir dazu Cochrane-Experte Tom Jefferson. Derzeit gleiche die Impfung einem Werbeversprechen ohne wissenschaftliche Basis - das gesamte Risiko liege beim Käufer - Garantie oder Haftung im Schadensfall gibt es keine. 


Sind Geimpfte sogar häufiger krank?

Eine löbliche Ausnahme in der Wüstenei schlechter Influenza Studien lieferte ein Team der Universität Hong Kong. Ihre Studie war zwar nicht groß - doch von ihrem Design her genügte sie höchsten Qualitätsansprüchen: doppelt verblindet, randomisiert - dazu ein langer Beobachtungszeitraum mit erstklassiger Absicherung der Diagnosen. Ein Studiendesign wie es im Impfbereich leider absolute Mangelware ist.
115 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren wurden zwei Gruppen zugelost. Die eine bekam die Influenza Impfung - die andere eine neutrale Salzlösung als Placebo-Impfung.
Die Forscher wollten eine ganz einfache Frage beantworten: Sie wollten wissen, ob gegen Influenza geimpfte Kinder gesünder durch den Winter kommen.
Wenn der gemessene Effekt stark genug wäre, so würde er auch über eine relativ kleine Gruppe signifikante Resultate liefern.

Die Kinder bekamen also ihre Influenza- oder Placebo-Impfungen und wurden dann über einen Zeitraum von 272 Tagen beobachtet. Wenn Infekte auftraten, wurden die Erreger genauestens bestimmt.
Und das waren die Resultate:
In beiden Gruppen erkrankten 3 Kinder an der echten Influenza. Weil die Impfgruppe mit 69 Kindern etwas größer war als die Kontrollgruppe (46 Kinder) ergab sich daraus ein leicht schützender - jedoch nicht signifikanter - Effekt zu Gunsten der saisonalen Influenza-Impfung.

Ganz anders sah es jedoch bei den Nicht-Influenza Infekten aus:
In der Impfgruppe waren 20 Kinder krank, in der Placebogruppe nur 3 Kinder!
Die geimpften Kinder hatten demnach ein mehr als vierfach höheres Risiko, dass sie an Nicht-Influenza-Infekten (hsl. durch Rhino- und Coxsackie-Viren) erkrankten.

Damit ist die - von Erwachsenen - oft gehörte Aussage: "Ich war noch nie so oft krank, wie in dem Jahr, wo ich gegen Grippe geimpft wurde" - erstmals auch bei Kindern wissenschaftlich belegt.
Die Autoren erklären den erstaunlichen Effekt so: "Die Influenza-Geimpften erleiden möglicherweise eine temporäre Abwehrschwäche gegen andere virale Atemwegs-Infekte"


Todesfälle: Ganz sicher kein Zusammenhang?

Kommen wir an dieser Stelle noch einmal kurz zu unserer oben erwähnten Sanofi-Pasteur Studie mit den Senioren zurück. Wie sah es hier mit den möglichen Nebenwirkungen der Impfung aus? Gerade ältere Menschen kommen ja mit einer "temporären Abwehrschwäche" - speziell in der kalten Jahreszeit - wesentlich schlechter zurecht als Kinder.
Nochmals kurz zur Erinnerung: Der Schutzeffekt der Impfung wurde auf 50% geschätzt. Ohne Impfung wären in den beiden Studienjahren demnach rund 2,8 bis 3,8 Prozent der Personen an Influenza erkrankt.

Im Abschnitt zur Sicherheit heißt es, dass bei 8,3 bis 9,0 Prozent der Teilnehmer mindestens eine ernsthafte negative gesundheitliche Auswirkung aufgetreten ist. Mehr als 200 Studienteilnehmer brachen deswegen ihre Teilnahme ab. Vor allem wurden hier Herzprobleme und Infektionen genannt. 167 Personen starben im Studienzeitraum - die Autoren erklären jedoch, dass keine Todesfälle mit der Impfung in Zusammenhang standen.

Auch das Paul Ehrlich Institut (PEI) berichtet in seinem eben erschienenen Jahresbericht 2013 über gemeldete Nebenwirkungen nach Impfungen, dass sieben von acht gemeldeten Todesfällen bei Erwachsenen nach der Influenza-Impfung aufgetreten sind.
Ein kausaler Zusammenhang zur Impfung bestehe aber nicht, schreibt das PEI, denn: "Sieben ältere Personen starben wenige Stunden bis zwei Monate nach verschiedensten Grippeimpfstoffen an den Folgen einer anderen Erkrankung, wie z.B. einer Pneumokokkensepsis oder einem Herzinfarkt, und nicht durch die Impfung."

Dass die Influenza-Impfung einen negativen Einfluss auf das Immunsystem und die Abwehrkraft der Patienten haben könnte, das kommt den Sachverständigen des PEI gar nicht erst in den Sinn.
Und somit wird auch in diesem Herbst - zuverlässig wie jedes Jahr - wieder ein behördlich unterstütztes Werbegewitter für die Grippe-Impfung auf uns nieder gehen.
Schließlich finanzieren wir ja das ganze teure Brimborium des weltweiten Influenza-Überwachungssystems mit seinen 10 WHO Stützpunkten und den 142 Länderzentren mit.

Weniger werbewirksam aber deutlich ehrlicher wäre es, wenn mal diese Erkenntnisse öffentlich zur Diskussion gestellt würden. Nämlich dass…
  • die Influenza-Impfung schauderhaft schlecht wirkt - sogar in Jahren, wo das Viren-Roulette glückt. 
  • die Influenza-Impfung beschämend schlecht auf ihre Sicherheit untersucht ist
  • und die Impfung wahrscheinlich dazu beiträgt, dass im Winter deutlich mehr Krankenstands- und Pflegetage anfallen als dies ohne Impfung der Fall wäre

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden 
wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen. 


Dienstag, 17. März 2015

Stellungnahme zum Spiegel-online Artikel von Silvio Duwe

Gestern ist auf 'Spiegel online' ein Artikel mit dem Titel "Impfstoffe: Das Geschäft mit der Aluminium Angst" erschienen. Darin wird mir vorgeworfen, dass ich "ohne wissenschaftliche Belege" aus der Angst vor dem Metall ein Geschäft mache. Zur Motivation, den gemeinnützigen Verein 'Al-ex Institut zur Wissensvermittlung im Umgang mit Aluminium' zu gründen, gehe ich an anderer Stelle ein. Hier möchte ich auf die "fachlichen" Argumente des Spiegel-Autors Silvio Duwe reagieren und folgende Frage zur Diskussion stellen: "Begreift sich der angeblich kritische Spiegel mittlerweile als Jagdorgan auf kritische Journalisten?"
Spiegel online Duwe
Duwe schreibt:
In seinem Film warnt Ehgartner vor einem "kleinen schmutzigen Geheimnis": Aluminiumhydroxid in Impfstoffen. Es könne, so behauptet der österreichische Filmemacher, eine makrophagische Muskelentzündung auslösen. Die Betroffenen leiden demnach unter Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Sehschwäche. Eine Therapie dagegen gebe es nicht, schreibt Ehgartner in seinem Buch zum Film. Es gebe lediglich die Möglichkeit, sich so wenig Aluminiumquellen wie möglich auszusetzen - also auf Impfungen zu verzichten.

Verständlich, dass Eltern angesichts derartiger Informationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder vermeintlich seriösen Büchern unschlüssig sind, ob sie ihr Kind impfen lassen sollen oder nicht.
Tatsache ist, dass ich in meinem Film "Die Akte Aluminium" die Arbeit der Forschergruppe des französichen Neuropathologen Romain Gherardi von der Universität Paris-Est porträtiere. Prof. Gherardi beschrieb in den 90er Jahren erstmals das Phänomen der "makrophagischen Myofasziitis", einer Muskelentzündung die an der Stelle auftritt, wo geimpft wurde. Dieses Gewebe ist durch eine Ansammlung von Fresszellen des Immunsystems charakterisiert. Bei der genaueren Untersuchung stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Fresszellen Partikel von Aluminium enthalten, welche von den Zusätzen in den Impfungen stammen. Im Schnitt lag die Impfung bei seinen Patienten jedoch bereits mehrere Jahre zurück.
Im Interiew erklärt Gherardi: "Alle dachten, dass das unmittelbar nach der Impfung über den Urin ausgeschieden wird. Doch jetzt wissen wir, dass das nicht immer stimmt. Das Aluminium kann länger als 15 Jahre im Körper bleiben und niemand weiß genau, was es dort anstellt. Man weiß nicht einmal, ob das überhaupt jemals ausgeschieden wird."

Ich behaupte also persönlich gar nichts, wie Duwe hier weis machen will, sondern beschreibe ein Forschungsprogramm, das über viele Jahre läuft und über zahlreiche Publikationen in hochrangigen Wissenschafts-Journalen dokumentiert ist.


Duwe schreibt weiters: (Anm: Diese Passage wurde später im Artikel gestrichen - und eine Entschuldigung eingefügt. Siehe Kommentar unten)
Doch an dem dramatisch klingenden Krankheitsrisiko ist wenig dran. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat sich mit jenen Studien auseinandergesetzt, wonach Aluminium in Impfstoffen angeblich eine Muskelentzündung auslöst. Das Fazit fällt eindeutig aus: Laut PEI sind die Studien "wissenschaftlich wenig valide".
So wurde in einer Studie etwa aus einer Versuchsgruppe von elf Mäusen nur eine Maus tatsächlich untersucht. Warum die anderen Mäuse in der Auswertung nicht mehr auftauchten, ist vollkommen unklar.
Die Studie, auf welche Duwe hier verweist, hat überhaupt nichts mit makrophagischer Muskelentzündung (MMF) zu tun, sondern bezieht sich auf eine kanadische Arbeit aus dem Jahr 2007, welche einen vollkommen anderen Zweck hatte (dort wurde das "Golfkriegs-Syndrom" untersucht).
Dass in der kanadischen Studie, die Duwe hier anführt, angeblich nur eine einzige Maus untersucht wurde, ist nicht nachvollziehbar. Laut Studienprotokoll wurden alle 31 Tiere (!) der drei Studiengruppen ausgewertet und in die Resultate aufgenommen.



Duwe fährt fort:
Dem PEI zufolge ist Aluminiumhydroxid in den in Impfstoffen eingesetzten Konzentrationen für den Verbraucher unbedenklich. Es sei auch zu bedenken, dass die Impfstoffe intramuskulär und nicht intravenös verabreicht werden, sodass "zu keinem Zeitpunkt das gesamte Aluminium im Blut verfügbar ist". 
Diese Passage beschreibt generelle Aussagen des Paul Ehrlich Instituts zur Sicherheit - wenn auch ohne Belege. Dass Impfstoffe intramuskulär und nicht intravenös verabreicht werden, ist ebenso banal wie die Mitteilung, dass "zu keinem Zeitpunkt das gesamte Aluminium im Blut verfügbar ist".
Ist es eh nicht. Bei Patienten mit MMF finden sich im Schnitt noch 66 Monate nach der Impfung Aluminiumpartikel an der Impfstelle.
In den Studien von Prof. Gherardi geht es um die Frage, ob Aluminium-Partikel aus den Impfungen von den Makrophagen in Lunge, Gehirn und andere Organe transportiert werden. Davon geht die potenzielle Gefahr aus - nicht von Aluminium im Blut (welches dann nämlich über die Nieren geleitet und ausgeschieden würde).

Reichlich absurd wird der nächste Absatz:
Ob Aluminium in Lebensmitteln und Deos tatsächlich schädlich ist, ist in der Wissenschaft umstritten. Fest steht jedoch, dass viele Impfungen ohne Aluminiumsalze nicht wirksam wären. Das Europäische Arzneihandbuch schreibt einen Grenzwert von 1,25 Milligramm Aluminium pro Impfdosis fest. 
Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe unterschreiten diesen Grenzwert deutlich: sie haben nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) einen Aluminiumgehalt zwischen 0,125 Milligramm und 0,82 Milligramm
In den wissenschaftlichen Arbeiten gibt es unzählige Belege, dass Aluminium im Organismus zweifellos toxisch wirkt. Unklar ist, wie viel Aluminium aus den Deos durch die Haut geht - und wie viel Aluminium von Lebensmitteln im Körper verbleibt. Man nimmt an, dass nur geringe Mengen von rund 1 Prozent resorbiert werden - weil der Magen-Darm-Trakt eine recht gut eingespielte Entgiftungsschleuse ist. 
Bei Impfungen hingegen ist klar, dass 100 Prozent der enthaltenen Aluminiumsalze in den Muskel injiziert werden. Das muss aber so sein, schreibt Duwe, weil die Impfungen sonst nicht wirken. Wie lange dieses Aluminium im Organismus bleibt und was es dort anstellt ist unzureichend untersucht.

Doch es gibt ja die Obergrenze von 1,25 Milligramm Aluminium pro Dosis, die das Europäische Arzneibuch vorschreibt. Und Impfungen enthalten durchwegs weniger.
Was Duwe nicht weiß, oder nicht hinterfragt, ist die Tatsache, dass der Grenzwert für Erwachsene und Babys gleichermaßen gilt. So ein Grenzwert ist an sich schon fragwürdig. 
Obendrein erhalten heute die meisten Babys bei den Impfterminen im ersten Lebens-Halbjahr nicht eine Alu-Impfung, sondern meist zwei oder gar drei. 
Bei der üblichen Kombo der Sechsfach-Impfung mit der Pneumokokken-Impfung kommen die Babys je nach verwendeten Impfstoffen auf bis zu 1,32 Milligramm Aluminium. Wenn dann noch die neue Meningokokken-B Impfung gleichzeitig gegeben wird, wie das die Ärztekammern empfehlen, so steigt die Alu-Belastung auf 1,82 Milligramm an. 

Noch nie zuvor in der Geschichte sind Babys derart massiv mit Aluminium kontaminiert worden. Und das bei fahrlässig schlechter Abklärung eines möglichen Risikos.


Im folgenden Absatz schreibt Duwe:
Auch die von Ehgartner in seinem Buch aufgestellte Behauptung, Wissenschaftler diskutierten kontrovers darüber, ob die Hepatitis-B-Impfung vielleicht Multiple Sklerose auslösen kann, kritisiert das PEI scharf: Die einzige Studie, die auf einen möglichen Zusammenhang hinweist, habe methodische Mängel.
Welche methodischen Mängel, das sein sollen, beschreibt Duwe nicht. Tatsache ist, dass es in Frankreich in den 90er Jahren eine Impfaktion gegen Hepatitis B gegeben hat, worauf es zu einer Häufung von Fällen Multipler Sklerose bei den Geimpften kam. Daraufhin wurde die Impfung in Frankreich vorübergehend vom Markt genommen. Dass kontrovers über die Impfung diskutiert wurde, ist eine Tatsache. 

Nun geht Duwe persönlich gegen mich vor:
Dennoch zieht Ehgartner mit seinen Warnungen vor Impfstoffen durchs Land, häufig vor esoterisch geneigtem Publikum: Ende Februar hielt er auf der Esoterikmesse "Lebenskraft" in Zürich einen Vortrag über Aluminium. Finanziert wurde sein Auftritt von Schnarwiler - einem Onlinehändler mit teils bedenklichem Sortiment: Schnarwiler vertreibt unter anderem das Werk "Immun mit kolloidalem Silber", in dem die Einnahme von "Silberwasser" als nebenwirkungsfreies Breitbandantibiotikum angepriesen wird.
Auch auf dem verschwörungstheoretischen Kongress "Regentreff" dozierte Ehgartner bereits. Auf der Veranstaltung wurde auch für das mittlerweile verbotene "Wundermittel" MMS (Miracle Mineral Supplement) geworben - Chlorbleiche, die angeblich sogar Aids und Malaria heilen soll.
Von 26 öffentlichen Auftritten, die ich im Veranstaltungskalender meines Blogs erwähne, wählt Duwe also zwei Auftritte in esoterischem Umfeld aus und kritisiert, dass dort Sachen vertrieben wurden, die problematisch wären.
Ich bin weder Spezialist für kolloidales Silber, noch habe ich mich mit MMS eingehend beschäftigt, noch fühle ich mich dafür verantwortlich, was auf Esoterik-Ständen vertrieben wird.

Nun folgt die einzige Passage, wo er mich zu Wort kommen lässt:
Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, wie er diese Auftritte mit seiner Tätigkeit als Medizinjournalist vereinbaren könne, erklärt Ehgartner: Er habe kein Problem, vor Impfgegnern oder in einem esoterischen Umfeld aufzutreten. "Man muss die Leute da abholen, wo sie sind." Mit einem fachlich hohen Niveau der Impfkritik könne er außerdem dazu beitragen, Menschen gegen die massiven Einflüsse von Verschwörungstheorien wie der Germanischen Neuen Medizin oder den Chemtrails zu immunisieren.
Weiter geht es mit dem Vorwurf der Geschäftemacherei. Duwe bezieht sich dabei auf das Angebot des Al-ex Instituts, die individuelle Aluminium-Belastung zu messen.
Die Messung erfolgt anhand von Urinproben, ist aber vor allem eines: sinnlos. Im Urin könne nur die Aluminiumbelastung der letzten Stunden nachgewiesen werden, nicht aber die Gesamtbelastung im Körper, wie das Umweltbundesamt auf Anfrage erklärt. 
Bei dieser Aussage handelt es sich entweder um bewusste Irreführung oder um ein schweres Intelligenz-Problem des Autors. Auf Duwes Anfragen habe ich ihm genauestens das Mess-Verfahren erklärt, dessen wissenschaftliche Herkunft, die Studien in denen die Methode etabliert wurde, sowie die Durchführung.

Hier noch einmal kurz für alle:

Der Test beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen von C. Exley, wonach es möglich ist, Aluminium über die Aufnahme von bioaktiven Siliziumionen auszuleiten. Silizium hat eine enge biochemische Beziehung zu Aluminium - ein guter Teil der Erdkruste besteht aus Alumosilikaten. Exley fand, dass natürliches Mineralwasser mit einem hohen Gehalt dieser bioaktiven Siliziumionen am besten geeignet ist, im Körper gebundenes Aluminium über den Harn auszuleiten. 

Wenn man also an einem Tag den Harn sammelt und am nächsten Tag Silizium reiches Mineralwasser trinkt und dann noch einmal den Harn sammelt, so hat man zwei Proben. Steigt der gemessene Wert an Aluminium vom ersten zum zweiten Sammeltag stark an, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Aluminium aus dem Körper gebunden und ausgeschieden wurde.
Vom Mineralwasser kann das Aluminium nicht stammen, weil es normalerweise kein Aluminium enthält.  
Wenn man das ernst nimmt, was Duwe hier schreibt, hat er die Messmethode in keiner Weise verstanden. Es geht nicht um das "Aluminium-Gedächtnis" von Harn, sondern schlicht um den Unterschied von Tag eins zu Tag zwei.
Auch die Behauptung des Al-EX-Instituts, man könne durch das Trinken von siliziumhaltigem Wasser Aluminium aus dem Körper ausleiten, sei wissenschaftlich nicht belegt.
Diese Behauptung Duwes bezieht ihre Gültigkeit aus einem Link zu einem 17 Jahre alten Artikel des Umweltbundesamtes. Sich in der etwas neueren wissenschaftlichen Literatur zum Thema umzusehen, hat der Autor nicht für nötig befunden.

Schließlich kommt mit der Nachfrage bei Arte noch der perfide Versuch der Geschäftsschädigung. Und darauf läuft ja wohl auch der ganze Artikel hinaus: Ein Wissenschafts-Autor, der Impfungen kritisiert, sollte von öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten nicht beschäftigt werden. In den Leser-Kommentaren zum Spiegel-Artikel wurde diese Botschaft dankbar aufgenommen.
Auf Anfrage, wie der Sender Arte zu Ehgartners Tätigkeiten steht, erklärt die Redaktion, dass sie "weder fachliche noch sonstige Mängel hinsichtlich seiner Eignung als Autor" sehe. Bis zum Zeitpunkt der Ausstrahlung von "Akte Aluminium" im Jahr 2012 habe das Al-EX-Institut nicht existiert. Es stehe dem Sender nicht zu, nachträgliche Aktivitäten seiner Autoren zu kommentieren.