Mittwoch, 19. März 2014

Replik auf Jens Lubbadeh / Spiegel online

Heute widmete sich der Gesundheits-Aufmacher von Spiegel online dem Thema Alu-Deos. Autor ist Jens Lubbadeh, im Hauptjob Redakteur bei "Technology Review" und wie er selbst schreibt "mit Leib und Seele Wissenschaftsjournalist".

Lubbadeh unterzieht sich einem Deo-Test sprüht sich abwechselnd mit verschiedenen Deos ein und nötigt dann jeweils seine Freundin zum "Schnüffeltest", in welcher Achselhöhle er jetzt besser oder schlechter duftet. Das ganze wird abgerundet mit einem kurzen Interview mit einem Toxikologen des Bundesinstitut für Risikobewertung, dessen Neubewertung der Alu-Problematik derzeit in vielen Medienberichten Thema ist.

Der Spiegel-online Artikel ist reichlich banal und wäre keiner besonderen Erwähnung wert, wenn es Lubbadeh nicht für nötig befunden hätte, über unseren Film "Die Akte Aluminium" und über mich als Person zu urteilen. Er schreibt folgendes:
Der Film genügt nicht wissenschafts- und medizinjournalistischen Standards. Er arbeitet wenig mit harten Fakten, aber viel mit Emotionen. Da ist eine Krebspatientin, die einen Zusammenhang zwischen ihrer Krankheit und ihrem Deo-Gebrauch vermutet. Da ist eine Wissenschaftlerin, die Aluminium auf Zellen kippt und den Zusammenhang bewiesen haben will. Und in der Hauptrolle als Bösewicht: das Aluminium, das nicht nur Brustkrebs und Alzheimer verursachen soll, sondern auch die Umwelt verschmutzt und sogar Mitschuld an der Katastrophe vom 11. September trägt. Immerhin: Für die Finanzkrise und den Klimawandel ist es offenbar nicht verantwortlich.
Der erste Satz ist mit einem Link zu einem Artikel von Stephan Angene unterlegt, der als Gastbeitrag im Blog der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)" veröffentlicht wurde. Der Artikel des EDV-Technikers "Angst essen Verstand auf - Die Akte Aluminium" diente dem Spiegel online Wissenschaftsjournalisten Lubbadeh anscheinend als wissenschaftliche Hintergrund-Recherche.

Ich habe Jens Lubbadeh - der mir vollständig unbekannt ist - folgendes Mail geschrieben:

Hallo Herr Lubbadeh,

ich habe den Film "Die Akte Aluminium" gestaltet und zumindest zwei Jahre Arbeit in diese Doku investiert. 
Sie schreiben, dass er medizin- und wissenschaftsjournalistischen Standards nicht genügt und verlinken als Beleg zu einem Artikel eines beleidigten EDV-Technikers, dessen Hauptargument es zu sein scheint, dass ich angeblich "Impfgegner" bin und einen "Eintrag" bei "psiram" habe, wo ich von irgendwelchen "Skeptikern" aus dem anonymen Off verleumdet werde.

Ich habe zum Thema Aluminium auch ein Buch geschrieben ("Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium", Ennsthaler 2012) wo ich rund 140 Quellverweise zu wissenschaftlichen Studien anführe. Das ist nicht nichts und wäre eine Basis für eine kritische Diskussion gewesen.
Ich nehme mal an, dass Sie das Buch nicht gelesen haben und auch nicht kennen. Müssen Sie auch nicht. Ein Artikel bei Spiegel Online ist wahrscheinlich nicht genügend honoriert, um dafür wochenlange Recherchen betreiben zu können. 

Was ich Ihnen aber mitgeben wollte: Seien Sie sich etwas mehr bewusst, wie rasch und hemmungslos Sie Kollegen und deren Arbeit verurteilen und in den Müll kippen! 
Die Aluminium-Problematik steht erst am Anfang der wissenschaftlichen Aufarbeitung und es könnte sein, dass hier ein für die Gesundheit der Menschen bedeutendes und relevantes Risiko verborgen liegt. Für mich - der ich mich im Gegensatz zu Ihnen sehr intensiv mit der Thematik befasst habe - deutet einiges darauf hin. 

Mein Film und mein Buch dienen einem hauptsächlichen Zweck: Darauf hin zu weisen, dass beim Einsatz von Aluminiumverbindungen in den sensibelsten Lebensbereichen ein öffentliches Interesse an unabhängiger wissenschaftlicher Forschung besteht und man es nicht einfach der Kosmetik-, Lebensmittel- und Pharma-Industrie überlassen kann, welche und wie viel Alu-Verbindungen sie weitgehend ohne Sicherheits-Belege in ihre Produkte rein stecken.

Artikel wie Ihrer tragen dazu bei, dass diese Arbeit noch ein paar Jahre länger unerledigt liegen bleibt.


Freundliche Grüße
Bert Ehgartner

Dienstag, 18. März 2014

Deklarationspflicht für Alu-Deos!

Als kürzlich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seine Einschätzung der Gefährlichkeit von Aluminium in Deos änderte, war das Presse-Echo stark. Waren die Vertreter von BfR oder dem deutschen Krebsforschungszentrum bislang eher auf Entwarnung aus, so änderte sich das mit der neuen Veröffentlichung. "Angstschweiß wegen Deos" titelte etwa die taz.
Unter anderem meldete sich bei mir Radio Berlin Brandenburg und ich gab folgendes Interview.
Dove Werbung und Wahrheit: Wenn Alu-Deos auf frisch rasierte Haut aufgetragen werden,
dringen viel mehr toxische Alu-Ionen ins Gewebe ein und verursachen dort Zellschäden

Auch die Organisatoren von Change.org, mit denen ich schon länger in Kontakt bin, nahmen die Veröffentlichung zum Anlass, mit mir gemeinsam eine Kampagne zu starten. Es geht darum, dass die Kosmetikfirmen die Art und Menge des verwendeten Aluminiums deutlich auf der Packung kenntlich machen sollen, damit man auf den ersten Blick erkennt, ob und wie viel Aluminium sie enthalten.
Ich bin stolz, dass bereits nach fünf Tagen mehr als 19.000 Mitstreiter die Petition unterzeichnet haben. Vorhin habe ich die Kommentare herunter geladen und darin gelesen: Es sind 95 Seiten voll guter Wünsche und Anregungen für eine Fortführung der Kampagne. Das zeigt, welche Sorgen - aber auch welcher Zorn beim Umgang der Kosmetikindustrie und der Gesundheitspolitik mit dem Thema aufkommen.

Hier ist der Text der Petition:

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Aluminium Ihr Körper verträgt? Wahrscheinlich nicht. Alu-Verbindungen werden zwar in den sensibelsten Lebensbereichen eingesetzt, aber wir sind uns dessen kaum bewusst. Auch weil die versteckten Alu-Fallen kaum sichtbar gemacht werden. Mein Name ist Bert Ehgartner. Ich bin Autor und Journalist und habe die letzten Jahre intensiv zu Aluminium recherchiert (Buch & Film: Die Akte Aluminium). Mein Fazit: Es ist höchste Zeit, dass wir unsere Wachsamkeit gegenüber Aluminium erhöhen.
Deswegen habe ich diese Kampagne gestartet:
Ich möchte erreichen, dass die Hersteller der wichtigsten Deodorants besser über Aluminiumsalze in ihren Produkten aufklären. Denn in fast allen Deos, die wir Tag für Tag verwenden, versteckt sich Aluminium, das wir über die Haut aufnehmen.
Es gibt einen aktuellen Anlass: Vor kurzem revidierte das Bundesamt für Risikobewertung seine Einschätzung von aluminiumhaltigen Deodorants. Während Deos dem Bundesamt bislang als unbedenklich galten, schließen die traditionell vorsichtigen Bundesprüfer nun nicht mehr aus, dass Aluminium schwere gesundheitliche Schäden anrichten kann.
Wer nur einmal pro Woche diese Deos verwendet, kann damit bereits den „tolerierbaren Grenzwert“ der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) überschreiten. Mit dramatischen gesundheitlichen Folgen.

Es gibt immer mehr wissenschaftliche Indizien, die eine übermäßig hohe Aufnahme von Aluminium mit Brustkrebs und der Alzheimer-Krankheit in Verbindung bringen. Darüber hinaus sind mittlerweile rund 200 biochemische Abläufe im menschlichen Organismus bekannt, welche durch die toxischen Alu-Verbindungen gestört werden. Es ist höchste Zeit, dass bei Aluminium das Prinzip der Vorsorge angewandt wird – dass also eine problematische Chemikalie sicherheitshalber vermieden wird, auch wenn noch nicht alle Beweise für einen ursächlichen Zusammenhang erbracht sind. Auch die Hersteller sind hier in der Pflicht, Ihren Kunden zumindest klare Orientierung auf den ersten Blick zu bieten.

In keinem Produkt kommen wir so unmittelbar und in so hohen Dosen mit Aluminium in Kontakt wie in Deos. Deswegen fordere ich von Deutschlands beliebtester Deomarke Dove: Aufklärung jetzt!

Vorschlag: Auf jedem Deo, das Aluminium enthält, sollte dies (so wie Nikotin und Teer auf Zigaretten-Packungen) gut sichtbar gekennzeichnet und für uns Verbraucher auf den ersten Blick erkennbar sein. Mit Deklarierung der Alu-Verbindung und genauer Mengenangabe. Denn nur so können wir als Verbraucher eine informierte Entscheidung treffen. Außerdem muss der Hinweis auf die Packung, dass nach der Rasur dringend von Alu-Deos abgeraten wird (weil durch die kleinen Wunden die Alu-Ionen noch viel besser ins Gewebe eindringen).

Dove ist der Vorreiter eines neuen Frauenbildes in der Werbung. Jetzt sollen sie auch zum Vorreiter von transparenter Kommunikation werden! Ich sage: Warten wir nicht ab, bis endlich der Minister für Verbraucherschutz aktiv wird oder die Rolle von Aluminium als Auslöser von Brustkrebs hundertprozentig wasserdicht erwiesen ist. Das kann noch Jahre dauern. Wir als Verbraucherinnen und Verbraucher können schon jetzt unser Verhalten ändern. Aber das geht nur wenn uns die Kosmetikfirmen transparent über ihre Inhaltsstoffe aufklären.
Deshalb fordere ich vom Unilever Konzern: Klären Sie auf den Deos Ihrer Marke Dove transparent über Aluminium auf!

Bitte unerzeichnen auch Sie die Petition an Unilever. Hier geht es zur Petitions-Seite. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden 
wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen. 

Samstag, 1. Februar 2014

Alu-Deos: Kosmetikindustrie als Behördenflüsterer

Seit Jahrzehnten steigt die Häufigkeit von Brustkrebs rasant an. Mehr als die Hälfte der Tumore werden im Quadrant neben den Achseln diagnostiziert: Dort wo Roll-on oder Deospray aufgetragen werden. Viele dieser Kosmetikprodukte enthalten als Wirkstoff eine Aluminium-Chlor-Mischung. Diese Chemikalie dringt in die Haut ein und verklebt die Schweißporen. Das oberste deutsche Kontrollgremium, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), stellte den Alu-Deos bisher einen Freibrief aus. Nun stellt sich heraus, dass die Behörde bei dieser Einschätzung einen wichtigen Einflüsterer hatte: die Kosmetikindustrie. 

Etwa zwei Drittel der Deos enthalten Aluminiumchlorohydrat
Es ist eines der ungelösten Rätsel bei Brustkrebs: Fast 60 Prozent der Tumoren treten im so genannten "oberen äußeren Quadranten" der Brust auf. Also in jenem Bereich, der den Achseln am nächsten ist. Da die weibliche Brust in fünf etwa gleich große Bereiche - die vier Quadranten und einen zentralen Bereich um den Nippel - gegliedert wird, sollten es rein mathematisch doch nur 20 Prozent sein.
Als Erklärung wird genannt, dass dieser Bereich bei den Achseln eben besonders dichtes Gewebe enthalte und hier besonders viele der milchproduzierenden Zellen versammelt sind, aus denen meist das Krebsgeschehen entspringt.

Die britische Onkologin Philippa Darbre von der Universität Reading im Norden Londons gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und vertiefte sich in historische Aufzeichnungen aus der Zeit bevor massenhaft Deos verwendet worden sind. Und siehe da: In den 1930er und 40er Jahren waren die Tumoren deutlich gleichmäßiger über die gesamte Brust verteilt. Nur 31 Prozent fanden sich damals im "oberen äußeren Quadranten". Zum Beginn der 80er Jahre war der Anteil in England, Wales und Schottland bereits auf fast 40 Prozent angestiegen, mit der Jahrtausendwende übersprang er schließlich die 50 Prozent Marke. Und jetzt liegt er schon fast beim Doppelten der Vor-Kosmetik-Ära.
"Das", meint Darbre, "weist deutlich darauf hin, dass Kosmetikprodukte hier eine Rolle spielen." Sie tippte zunächst auf die Parabene. Schließlich aber fand sie einen anderen, noch deutlich aggressiveren Inhaltsstoff, den sie seit zwei Jahrzehnten erforscht und dazu viele Studien veröffentlicht hat. (Nähere Informationen dazu: siehe hier).


BfR gab Grünes Licht für Alu-Deos

Im krassen Gegensatz zu diesen Erkenntnissen gab das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch in seinen Publikationen stets grünes Licht für die Alu-Deos.

Hier eine der Entwarnungen des BfR im Wortlaut:
Die geschätzte Aufnahme über die Haut (dermale Resorption) liegt bei 0,01 % (21). (…) Ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aluminiumaufnahme aus unterschiedlichen Quellen wie Lebensmitteln, Medikamenten oder kosmetischen Mitteln und einer Alzheimer Erkrankung wurde bisher wissenschaftlich nicht belegt. Nach Auffassung der Kosmetikkommission besteht kein Risiko durch eine Aluminiumaufnahme aus kosmetischen Mitteln speziell aus Deodorantien.
Vom wissenschaftlichen Gehalt machte die Risikobewertung des BfR den Eindruck eines recht beliebigen, nebenher verfassten Gutachtens. Die oben zitierte Aussage stützte sich auf wenige kleine Studien und berücksichtigte die neuere kritische Evidenz zum Thema Brustkrebs gar nicht.
Mehrfach wurde ich von Journalistenkollegen kontaktiert, welche im Zuge ihrer Recherchen beim BfR nachgefragt hatten und dort die Auskunft bekamen, Aluminium stelle keinerlei Gesundheitsgefahr dar. Ansgesprochen auf die Belege, die ich in meinem Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium", sowie in meinen Filmen präsentiert habe, hieß es von Seiten der BfR-Sprecher: "An der Sache ist nichts dran." Hier würde bloß jemand (also ich) ohne jegliche Substanz Angst verbreiten.

Vor einigen Monaten aber stand auf der Webseite des BfR plötzlich die Mitteilung, dass die Frage der Sicherheit von Kosmetikprodukten - speziell auch wegen der vielen Anfragen zu Alu-Zusätzen - neu bewertet werde.

Nun wurden die neuen Erkenntnisse publiziert.

Zur Frage, ob Aluminiumhaltige Deos gesundheitsschädlich sind, erklären die BfR Experten  jetzt folgendes:
"Die geschätzte Aufnahme von Aluminium aus Antitranspirantien liegt möglicherweise im Bereich dessen, was von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als duldbare wöchentliche Aufnahmemenge festgesetzt wurde. Da Aluminium auch aus anderen Quellen, wie beispielsweise Lebensmitteln, aufgenommen wird, könnte diese Menge bei einem Teil der Bevölkerung überschritten werden. Um eine zu hohe Aluminiumaufnahme zu verhindern, sollte ein übermäßiger Gebrauch von aluminiumhaltigen Antitranspirantien daher vermieden werden. Außerdem sollte nach der Rasur oder bei geschädigter Achselhaut ein Deodorant ohne Aluminiumsalze verwendet werden."
Das klingt immerhin nicht mehr ganz so sorglos, wie die letzte größere Erörterung dieser Problematik, wo es noch sinngemäß geheißen hatte, man brauche sich diesbezüglich überhaupt keine Gedanken machen.


Fiel das BfR auf Industrie-Expertise herein?

Das Protokoll zur 11. Sitzung der Kosmetik-Kommission, die im Mai 2013 (!) stattfand, wurde vor ein paar Tagen am 23. Januar 2014 veröffentlicht. Darin wird zum Tagesordnungspunkt Aluminium ein interessantes Faktum erwähnt. Dass nämlich bei einer der zurückliegenden Sitzungen des BfR (am 23. November 2011) ein Vertreter der Industrie anwesend war.
Zitat aus dem Bericht:
Damals stellte ein Vertreter der Industrie eine Expositionsberechnung vor, bei der sich unter der Annahme einer Penetrationsrate von 0,012 % eine systemische Expositionsdosis (SED) von 9 µg/Person/Tag bzw. 0,15 µg/kg KG ergab.
Damit, hatte der Industrievertreter der BfR-Kommission erklärt, liege das Risiko um das 200-fache unter dem Grenzwert. Also weit jenseits jeglicher Gefahr.
Der Vertreter bezog sich dabei auf eine Studie aus dem Jahr 2001, an der gerade einmal zwei Personen (!) teilgenommen hatten. Genau diese Studie (siehe oben:  21) wurde aber in den BfR Entscheidungen stets als wichtiger wissenschaftlicher Hinweis für die Harmlosigkeit der Alu-Deos genannt. 

Bei der aktuellen Sitzung des BfR war nun ein neuer Experte anwesend, von dem im Bericht keine Industrienähe gemeldet wird. 
Und siehe da, er kam nun zu gänzlich anderen Resultaten. Zitat aus dem Protokoll:
Ein Experte berichtet zum aktuellen Sachstand von Aluminium in kosmetischen Mitteln und stellt eine neue Expositionsberechnung nach Notes of Guidance vor. Aus einem neuen, nach OECD Richtlinie durchgeführten in vitro-Versuch ergaben sich Penetrationsraten in Abhängigkeit von der Formulierung zwischen 0,3 (für ein Roll-On) und 1,61 µg/cm2 (für ein Aerosol). Anhand dieser Penetrationsraten ergäben sich weitaus höhere systemische Einträge.
Demnach werde allein über Deos so viel Aluminium in den Körper aufgenommen, dass damit der Grenzwert der EU Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für die "tolerierbare wöchentliche Aufnahme" bereits erreicht werde. Also keine Rede mehr von einem 200-fachen Sicherheitsabstand.

Welchem Experten soll nun also vertraut werden, wenn die Resultate des einen um das 200-fache von jenen des anderen abweichen?

Daraus entspann sich im Plenum eine Diskussion, wo u.a. Kritik an den Mängeln der vorangegangenen - vom Industrie-Lobbyisten - vorgetragenen Studie aufkam. 
Der Bericht des BfR fasst den Abschluss der Debatte folgendermaßen zusammen:
Aufgrund der insgesamt schlechten Datenlage zum Thema dermale Penetration sei es schwer, eine vernünftige Expositionsbetrachtung zu machen. Es bestehe dringender Bedarf an einer OECD-konformen in vivo-Studie unter Anwendungsbedingungen.
Schließlich wird im Protokoll noch erwähnt, dass es zusätzlich zu den Deos mit dem Wirkstoff Aluminiumcholorohydrat noch eine Reihe weiterer Aluminium-haltiger Kosmetikprodukte gibt, welche die Gesamtlast erhöhen. Aufgezählt werden: 
Aluminiumfluorid in Zahnpasta, Aluminiumverbindungen in Lippenstift sowie Aluminium-beschichtetes Titandioxid in Sonnenschutzmitteln 
Jedenfalls, so endet der Bericht, "soll das Thema bei der nächsten BfR-Sitzung erneut diskutiert werden".

Wann denken Sie ist die nächste Sitzung?
Auch dies geht aus dem Protokoll hervor: Es ist der 7. November 2013.

Wir müssen also nur noch ein paar Monate warten, bis wir erfahren, welche neuen Schlüsse das BfR vor drei Monaten gezogen hat.

Das BfR beschäftigt 775 Mitarbeiter, davon mehr als 300 Wissenschaftler

PS: Auf der Homepage des BfR gibt es ein Übersichtspapier, welches Daten und Fakten zum BfR auflistet. Gegründet wurde das BfR im Jahr 2002 als Anstalt öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. 
Ziele des BfR sind laut Statut:
Das BfR versteht sich als Anwalt für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Sein Ziel ist es, gestützt auf seine Risikobewertungen den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu stärken.
Etwas weiter oben hier im Artikel finden wir die Feststellung des BfR, dass "dringender Bedarf" bestehe an zuverlässigen Anwendungsstudien, um endlich mal die Frage zu klären, wie viel des toxischen Alu-Chlor-Gemisches über die Antitranspirantien nun tatsächlich in den Körper - und damit auch ins Brustgewebe - gelangt.

Hierzu noch ein Blick in die Aufgaben des BfR:
Das BfR hat den gesetzlichen Auftrag, Forschung zu betreiben, soweit diese in engem Bezug zu seinen Arbeitsschwerpunkten und Tätigkeiten steht und für die Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben nötig ist.
Bleibt also die Frage, was die Hundertschaften des BfR (darunter mehr als 300 Wissenschaftler) aufhält, diesen dringenden Bedarf selbst zu stillen (und sich bei Bedarf fachkundige Experten zu Hilfe zu holen).

Nachdem sich damit hoffentlich zweifelsfrei klären lässt, wie viel Aluminium in die Haut geht, schließe ich mich gleich mit einer Inspiration für eine mögliche weitere Fragestellung an:

Hoch interessant wäre nämlich auch, was die reaktionsfreudigen und bekannt toxischen Aluminium-Ionen dann - nachdem sie die Haut durchdrungen haben - im Brustgewebe anrichten.
Hierzu gibt es bereits ausgiebig Literatur, welche ich den BfR-Experten (bei Bedarf) gerne zukommen lasse.




Freitag, 31. Januar 2014

Der Trend zum Leben ohne Geld

In Zeiten von Finanzkrise und unbefriedigenden Arbeits-Verhältnissen wächst die Sehnsucht nach Alternativen zu unserem kapitalistischen Gesellschaftsmodell. Selbsternte-Projekte, Couchsurfing, Tauschkreise mit eigenen Währungen sind keine reinen Nischen-Phänomene mehr. Manche wagen auch den Total-Ausstieg – in die Land-Kooperative oder ins Kloster. 

Die Kooperative Longo Maï ist eines der wenigen Gesellschafts-Experimente der 68er Generation, das die Zeiten überdauerte: In der Zentrale von Longo Maï in der französischen Provence leben rund 80 Erwachsene und Kinder. Die Arbeit wird geteilt, Geld ist weitgehend abgeschafft, Entscheidungen werden im Konsens getroffen.

Der Wiener Heinzi Schwarz war gerade 17, als er mit Freunden aus der linken Jugendbewegung Longo Mai gründete
"Le Pigeonnier" - das Gebäude mit dem Taubenturm - war 1973 das einzige, das zumindest Dach und Fenster hatte

Constanze Warta ging gleich nach der Matura zu Longo Mai. - Sie war jahrelang Wanderschäferin

Heinz Schwarz aus Wien gehörte zur Gruppe der Pioniere, welche Anfang der 1970er Jahre das Land erwarben und die desolaten Gebäude renovierten. „Wir waren alle aus der Stadt“, erzählt er, „von Landwirtschaft haben wir keine Ahnung gehabt.“ Kürzlich feierte die Kooperative, die mittlerweile zehn Niederlassungen betreibt, ihr 40-jähriges Bestehen.
Wir porträtieren in unserem Film „Tauschen & Teilen - Der Trend zum Leben ohne Geld“ eine Gruppe von Österreichern in Longo Mai, aber auch andere Initiativen, welche Alternativen zum kapitalistischen Gesellschaftsmodell erproben.


Boom der Commons-Bewegung

Unter dem Oberbegriff der „Commons-Bewegung“ entsteht eine neue Kultur des gegenseitigen Gebens und Nehmens. „Ich glaube, dass der Wandel zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft nicht von ExptertInnen oder PolitikerInnen herbeigeführt werden kann, sondern dass das Wissen, die Erfahrungen und die Fähigkeiten aller Menschen dafür unverzichtbar sind,“ sagt Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin und Commons-Aktivistin.

Commons-Expertin Brigitte Kratzwald
Österreich-weit florieren die „Talente-Tauschkreise“. Dabei werden eigene Talente genützt und gegen fremde Talente eingetauscht. Der Bio-Bauer Karl Kowatschek verkauft seine Produkte gegen Talente-Stunden. Das ist eine eigene Währung, vom Design den Euronoten recht ähnlich. Jeder kann den Wert seiner Waren danach bemessen, wie viel Arbeitszeit zur Herstellung aufgewendet wurde.
Für die langjährigen Teilnehmer des Tauschkreises hat sich aus den vielfältigen Interaktionen mittlerweile eine Gemeinschaft ergeben, welche ihr bisheriges „normales“ Leben vollständig verändert hat.
Ob das eigene Talente-Konto im Plus ist – oder ob wieder mal etwas Arbeit nötig ist, das ist jederzeit online abrufbar. Auch Überzug ist gestattet. „Allerdings sollte jeder Teilnehmer mindestens einmal jährlich ins Plus kommen“, sagt Karoline Karpati, die immer seltener im Supermarkt einkauft.


Gemeinsames "Garteln"

Dass „Commoning“ längst mehr als graue Theorie ist, zeigen die florierenden Gemeinschaftsgärten. „Allein in Graz haben wir bereits 14 solche Projekte, wo die Leute gemeinsam garteln“, erzählt David Steinwender während er eine der letzten Ernten der Saison einbringt. „Hier treffen wir uns das ganze Jahr zum Arbeiten, zum Lernen oder auch zum Feiern“, erzählt die Studentin Lisa Hintersteininger. „Von den Tomaten, die ich gepflanzt habe, hab ich leider nichts erwischt, weil ich da grad auf Urlaub war. Doch das habe ich bei der Ernte des Herbstgemüses im Überfluss wieder herein gebracht.“

Die Studenten Lisa und David in ihrem Grazer Gemeinschafsgarten

Leben ohne Geld im Orden

Gemeinschaftliches Leben ist bei Ordensleuten seit jeher üblich. „Eigentlich sind wir ja die Erfinder der commons-Idee“, schmunzelt Franz Helm von den Steyler Missionaren. „Wir sind sehr froh, dass dieser Gedanke nun auch in der normalen Gesellschaft modern wird und immer mehr mit Ideen und konkreten Projekten gefüllt wird.“ Früher war im Missionsgebäude St. Gabriel in Maria Enzersdorf bei Wien Platz für die Ausbildung von 600 Missionaren. „Heute leben hier noch 45 Personen und ich bin mit 50 Jahren einer der Jüngsten“, sagt Helm. Im weit läufigen Ordensgebäude ist heute ein Hilfswerk für Flüchtlinge unter gebracht, auch eine Montessori Schule findet Platz. „Das Außengelände mit den Sportplätzen ist belebt und bestens gepflegt“, sagt Helm. „Wir sind damit Teil einer jungen lebendigen Gemeinschaft.“
Auch die Ordensleute führen weitgehend ein „Leben ohne Geld“. Alle Einkünfte kommen in einen gemeinsamen Topf. Jeder Pater erhält ein monatliches Taschengeld von 50 Euro. „Ich ernte immer wieder erstaunte Blicke, wenn ich erzähle, dass ich meine Einkünfte abgebe“, erzählt Helm. „Ich selbst erlebe das aber als große Freiheit, weil ich mich um den wirtschaftlichen Bereich nicht kümmern muss.“


"Wir gründen eine Bank": Die Bank für Gemeinwohl

„Ich finde es faszinierend hier dabei zu sein, wenn eine Bank durch einen zivilgesellschaftlichen Prozess gegründet wird“, meint der Wirtschaftswissenschafter Reinhard Mammerler.
Derzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten: Die Demokratische Bank, die sich kürzlich ihren endgültigen Namen „Bank für Gemeinwohl“ verpasst hat, wird binnen einem Jahr ihre Tore öffnen. „Wir wollen wieder zu den Grundelementen eines dienenden Bankgeschäfts zurück kehren“, sagt Mammerler: Dazu zählen Girokonten für Zahlungsverkehr mit Online-Banking und Bankomatkarten. Wenig bis keine Zinsen, Finanzmittel sollen anderen als günstige Kredite zur Verfügung stehen, insbesondere sollen gemeinwohl-orientierte Projekte finanziert werden können. Missbrauch und Spekulation, so Mammerler, wird bei der „Bank für Gemeinwohl“ ausgeschlossen: „Die Finanzmittel fließen in transparente, realwirtschaftliche Projekte aus dem regionalen Umfeld.”
Initiatoren Reinhard Mammerler und Markus Stegfellner
Der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Gehalt der Mitarbeiter soll nicht größer als 5:1 sein. Die Kreditvergabe erfolgt nach den Kriterien der Gemeinwohlökonomie, die in den Statuten festgeschrieben sind – je höher die Bewertung, desto niedriger die Zinsen. Anstatt Gewinne auszuschütten, sind Sozialkonten für Menschen mit geringem Einkommen geplant. 
Markus Stegfellner sieht das Projekt auch als mutmachendes Beispiel für eine Umformung der Gesellschaft im Sinne einer Revolution von unten: "Wenn es uns möglich ist, etwas so kompliziertes wie eine Bank auf die Beine zu stellen, dann können wir eigentlich als Zivilgesellschaft jedes andere gesellschaftliche und soziale Problem auch selbst lösen."
Derzeit sind etwa 450 Personen aktiv am Gründungsprozess beteiligt. Mitarbeit ist nach wie vor erwünscht.

Unser Film "Tauschen & Teilen - Der Trend zum Leben ohne Geld" (Kamera: Christian Roth, Schnitt: Natalia Hanzer, Produktion Langbein & Partner) läuft am 4. Februar im Programm von ORF 2 (23,25 Uhr), sowie am 5. Februar auf ORF 3 (21,10 Uhr). Daraufhin ist er eine Woche lang in der TVthek des ORF abrufbar.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Katastrophale neue Daten zur Impfpolitik in Afrika

Seit rund 15 Jahren werden laufend Studien veröffentlicht, die zeigen, dass die Impfprogramme von WHO oder der Bill & Melinda Gates-Foundation die Kinder in Entwicklungsländern eher gefährden als ihnen zu helfen.

Guinea-Bissau hat die weltweit fünfthöchste Kindersterblichkeit
Diese Studien stammen zum Großteil (aber nicht nur) vom Bandim Health Project - einer Forschungseinrichtung in Guinea Bissau, die seit 1978 existiert und seither in vielen hundert Arbeiten die Lebensumstände in einem der Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit untersucht. Gegründet wurde die Institution vom dänischen Wissenschaftler Peter Aaby.
Die Arbeiten erscheinen in angesehenen Journalen wie dem British Medical Journal oder dem Fachjournal Vaccine. Vielfach wurden die Arbeiten bereits auf ihren wissenschaftlichen Gehalt geprüft. Bisher konnten noch keine gravierenden methodischen Fehler nachgewiesen werden.

Die Verantwortlichen bei WHO, UNICEF, der GAVI Alliance sowie der Gates Foundation geraten nun immer mehr unter Druck, endlich Stellung zu beziehen. Den prominentesten Vorstoß machte im letzten August eine heftige Anklage im Editorial des "New Scientist" mit dem Titel "Silence isn't golden - Only openness can secure public trust in vaccines". Sowohl die Gates Foundation als auch die WHO hatten auf mehrfache Anfragen des "New Scientist" jeden Kommentar zu Aabys Studien verweigert.

Im Kern geht es bei den Resultaten aus Entwicklungsländern mit hoher Kindersterblichkeit immer um das selbe:
Während Lebendimpfungen (z.B. Masern, Mumps, Polio-Schluckimpfung, BCG) einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Kinder ausüben, steigt nach den Totimpfungen (z.B. Diphtherie, Tetanus, Pertussis) ihr Sterberisiko signifikant an.

Prof. Peter Aaby mit Mitarbeiter
Peter Aaby nennt das die "unspezifischen Effekte von Impfungen" auf die Abwehrkräfte der Kinder. "Anscheinend machen Lebendimpfungen das Immunsystem fitter und die Kinder haben hinterher bessere Abwehrkräfte gegen die lebensgefährlichen Tropenkrankheiten", beschrieb mir Aaby diesen Effekt. "Bei den Totimpfungen geht der Effekt hingegen ins Gegenteil, besonders stark bei den Mädchen. Diese Impfungen scheinen die Abwehrkräfte der Kinder zu schwächen, so dass sie in der Regenzeit häufiger an Durchfall, Lungenentzündung oder Malaria sterben."
Welcher Mechanismus konkret die Abwehrkräfte der Kinder schwächt, darüber kann Aaby nur Vermutungen anstellen: "Vielleicht liegt es an einem der Inhaltsstoffe. Unter Verdacht stehen etwa die Aluminiumsalze, die als Wirkverstärker eingesetzt werden. Doch das ist nur eine Vermutung, die es zu überprüfen gilt."

Nun ist im Journal "Vaccine"wieder eine solche Studie aus Guinea-Bissau erschienen. Mit besonders dramatischen Resultaten:
Insgesamt 2331 Kinder erhielten nach Zufallsprinzip entweder nur Lebendimpfungen (Masern, Gelbfieber-Impfung) oder zusätzlich auch Totimpfungen. Nach einem Beobachtungszeitraum von sechs Monaten war das Sterberisiko in der Gruppe mit den Totimpfungen um das mehr als Dreifache höher (Faktor 3,24).
Besonders krass waren die Resultate bei der im Jahr 2008 in Guinea-Bissau neu eingeführten Fünffach-Impfung. (Sie enthält zusätzlich zu DTP noch die HiB- sowie die Hepatitis B Komponente.) Kinder, die damit geimpft wurden, hatten im Vergleich zur Masern-Gelbfieber Kombination ein beinahe achtfach höheres Sterberisiko (Faktor 7,7).

Man wird sehen, ob es diesmal Reaktionen von Seiten der internationalen Gesundheits- und Hilfsorganisationen gibt, oder ob diese wie schon einige Male zuvor versuchen, mit methodisch extrem schwachen "Gegenstudien" ihre Impfpolitik zu verteidigen. Aaby und sein Team haben diese WHO-Studien öffentlich zerpflückt, weil dabei verstorbene Kinder generell als "ungeimpft" eingestuft wurden. Ob es sich dabei um einen laienhafter Fehler handelt - oder um einen Fälschungsversuch - beide Möglichkeiten sind nicht sonderlich schmeichelhaft. Jedenfalls gelang es damit, den positiven Effekt der Impfungen künstlich aufzublasen. Und das war wohl die Hauptsache. (Wer sich dazu näher informieren möchte: In meinem aktuellen Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium" habe ich viele Informationen sowie auch die Quellen zu Aabys Forschung detailliert angeführt.)

Es ist eine Schande, wie lange es dauert bis eine öffentliche Debatte über dieses wichtige Thema entsteht und die tatsächlichen Auswirkungen unserer Impfpolitik in den Dritte Welt Ländern ernsthaft geprüft werden.
Klar wäre der Image-Schaden für WHO, UNICEF, Gates & Co. enorm, wenn sich Aabys Resultate bestätigen. Doch was ist hier wohl mehr wert? Das Image der Organisationen oder die Sicherheit und das Leben der geimpften Kinder?
Es ist ein ungeheurer Skandal, der sich hier unter aller Augen ereignet.

Montag, 9. Dezember 2013

HPV-Impfung: Schmutzige Tricks & Kranke Mädchen

In Frankreich hat eine staatliche Komission den Hersteller der HPV-Impfung Gardasil zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet, weil eine Schülerin kurz nach der Impfung an Multipler Sklerose erkrankt ist. In Japan hat eine Task-Force des Gesundheitsministeriums 38 Fälle schwerer Nebenwirkungen untersucht und darauf hin überraschend die gültige Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren zurück gezogen. In fast allen Melderegistern für mögliche Impfschäden führt die HPV-Impfung die Listen mit großem Vorsprung an. Doch statt diese seit ihrer Zulassung im Jahr 2006 höchst umstrittene Impfung endlich einer unabhängigen Sicherheits-Prüfung zu unterziehen, sorgen Pharma-Lobbyisten für die immer weitere Verbreitung. 

Mika Matsufuji, Sprecherin einer Elterninitiative in Japan, berichtete in einer Pressekonferenz von den Leiden der betroffenen Mädchen (Foto: Japantimes.co.jp)

Ab Februar 2014 wird die rund 400 Euro teure Impfung auch in Österreich auf Steuerkosten angekauft und dann als "Gratis"-Impfung an den Schulen angeboten. Die einflussreiche "Österreichische Krebshilfe", welche von der Pharmaindustrie (darunter die Vermarkter von Gardasil) massiv finanziell unterstützt wird, hatte diesen Schritt - zusammen mit anderen Pharma-Lobbyisten – jahrelang gefordert. Geschäftsführerin Doris Kiefhaber jubelte: "Endlich ist diese Impfung auch in Österreich für alle zugänglich!"
Auf rund 30 Millionen Euro pro Jahr wurde in einer Studie des Ludwig Boltzmann Institutes von 2007 der finanzielle Aufwand für diese Impfung geschätzt, wenn beide Geschlechter geimpft werden. Mittlerweile dürfte der Preis etwas gesunken sein. Doch mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,78 Milliarden US-Dollar für Gardasil hat sich der Impfstoff des US-Konzerns Merck ohnedies zu einem der umsatzstärksten Arzneimittel aller Zeiten entwickelt. In Europa wird Gardasil in Kooperation mit dem französischen Konzern Sanofi Pasteur vermarktet. Cervarix, der etwas später zugelassene zweite HPV Impfstoff des Konzerns GSK bringt es immerhin noch auf 581 Umsatz-Millionen.


Wahrscheinlicher Auslöser für Multiple Sklerose

Seit Jahren begleiten unangenehme Nachrichten über Todesfälle und schwere Erkrankungen den finanziellen Siegeszug. So auch jetzt wieder:
Ende November 2013 hatte eine staatliche medizinische Kommission in Bordeaux (CRCI) die Impfung als wahrscheinlichen Auslöser bezeichnet, dass die 18-jährige Océane an Multipler Sklerose erkrankt ist. Das Mädchen war vor drei Jahren geimpft worden und konnte seither kaum noch in die Schule. Es leidet an ständiger extremer Müdigkeit und schweren Krankheits-Schüben.  Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, wo ein entfesseltes Immunsystem die eigenen Nerven angreift und zerstört.
Die Pariser Anwältin Camille Kouchner, welche Océane vertritt, kündigte an, dass sie in kürze weitere Schadenersatz-Klagen einbringen wird, weil drei andere junge Frauen, ebenfalls nach Gardasil, schwer erkrankt sind. Der Hersteller-Konzern Sanofi Pasteur MSD wies alle Vorwürfe als unbegründet zurück und beschuldigte die französische CRCI, das Vertrauen in ihren Impfstoff zu untergraben und damit die Frauen dem Risiko von HPV-bedingten Krankheiten auszusetzen.


Nebenwirkungen um das 20- bis 30 fache häufiger

In Japan war es eine Elterninitiative, die schließlich die Einsetzung einer staatlichen Untersuchung erreichte. Deren Sprecherin Mika Matsufuji vertritt 38 Mädchen und junge Frauen, die nach der HPV Impfung schwer erkrankt sind. Ihre eigene Tochter wurde 2011 geimpft, berichtete Matsufuji auf einer Pressekonferenz (siehe Foto), daraufhin verlor sie die Fähigkeit zu gehen und sitzt seither im Rollstuhl. Gemeinsam sind allen Betroffenen chronische starke Schmerzen.
Zur Jahresmitte 2013 gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt, dass die Impfung nicht mehr empfohlen werden sollte. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass die Wahrscheinlichkeit einer ernsthaften Nebenwirkung bei den HPV-Impfstoffen um das 20 bis 30 fache höher liegt als bei der Influenza-Impfung.
Im Oktober wurde ein großes Studienprogramm beschlossen, an dem 17 japanische Kliniken teilnehmen. Eine Forschergruppe widmet sich der Frage, wie diese Impfungen auf das Nervensystem wirken. Eine zweite Gruppe versucht therapeutische Ansätze zu finden, wie die chronischen Schmerzen der betroffenen Mädchen und Frauen gelindert werden können und betreibt hier auch Ursachenforschung. Mit den Resultaten ist allerdings erst in einigen Jahren zu rechnen.


Gardasil ist bekannt für Nebenwirkungen 

Fragen zu den HPV-Impfstoffen gibt es genug. In den USA führt Gardasil in der jeweiligen Altersgruppe mit weitem Abstand die Liste der schweren Nebenwirkungen im Melderegister an. Chris Shaw und Lucija Tomljenovic von der University of British Columbia in Vancouver wiesen in ihrer Analyse der letzten sechs Meldejahre nach, dass Gardasil involviert war bei…

  • 60,9 Prozent der schweren Nebenwirkungen (gesamt 2.157 Fälle)
  • 64,9 Prozent der lebensgefährlichen Ereignisse (gesamt 456)
  • 61,9 Prozent der Todesfälle (gesamt 63)
  • 81,9 Prozent der Ereignisse mit bleibendem Schaden (gesamt 589)

In der deutschen Datenbank des Paul Ehrlich Institutes für Verdachtsfälle von schweren Nebenwirkungen finden sich für Gardasil 1.356 Meldungen (darunter 5 Todesfälle).

Derartige passive Meldesysteme haben eine bekannt hohe Dunkelziffer. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass nur zwischen 1 und 5 Prozent der tatsächlich auftretenden Fälle damit erfasst werden können. 


Schmutzige Tricks bei der Zulassung

Wie hoch der Anteil der ursächlichen Nebenwirkungen ist, sollte eigentlich aus den Zulassungsstudien eines Arzneimittels hervor gehen. Das Studiendesign mit der höchsten Aussagekraft ist eine so genannte Placebo-kontrollierte randomisierte Studie. Dabei werden die Teilnehmer per Los in die Wirkstoffgruppe oder in die Placebogruppe zugewiesen. Weder die Forscher noch die Probanden dürfen dabei wissen, welche Gruppe die Impfstoff-Gruppe ist ("Doppelblind-Design"). 

So weit so gut. - Wer einen Blick auf die Zulassungsstudien bei Gardasil wirft, wird den Eindruck gewinnen, dass hier tatsächlich das oben beschriebene beste Design angewandt wurde. Erst auf den zweiten Blick eröffnet sich dann jedoch ein schmutziger Trick, wo es mich heute noch wundert, wieso vernunftbegabte Menschen dem zustimmen konnten. Die Behörden hatten aber kein Problem, ein haarsträubendes Design abzusegnen, das von den Strategen des Konzerns Merck vorgeschlagen worden war.

Doch der Reihe nach. Kommen wir zuerst zu den besonderen Herausforderungen, denen die Impfstoff-Hersteller ausgesetzt waren.


Immunsystem hält HP-Viren nicht für gefährlich

Es gibt knapp einhundert unterschiedliche Typen der Humanen Papillomaviren. Gardasil richtet sich gegen vier, Cervarix gegen zwei dieser HPV-Typen. Diese Viren sind extrem verbreitet. 80 Prozent der Menschen sind zumindest vorübergehend mit ihnen besiedelt. Das Immunsystem pflegt im Normalfall einen recht entspannten Umgang mit ihnen, da diese Viren anscheinend als wenig gefährlich eingestuft werden. Es war deshalb eine der schwierigsten Herausforderungen für die Impfstoff-Entwickler, das Immunsystem auf die Viren scharf zu machen, damit es überhaupt zu einer Immunreaktion kommen kann.
Der Impfstoff besteht aus abgetöteten humanen Papillomaviren, die aus Sicherheitsgründen noch zusätzlich von ihrer Erbsubstanz befreit wurden. Diese "virus-like particles" sind die Wirkstoffe der HPV-Impfung, die so genannten "Antigene".
Da diese Viren - wie erwähnt - schon als Wildtypen vom Immunsystem kaum als Feinde gesehen werden, gilt das für die ausgehöhlten und abgetöteten Virentrümmer erst recht.

Es brauchte deshalb einen besonderen Hilfsstoff, der in der Lage sein musste, dem Immunsystem einen derartigen Schock zu versetzen, dass sogar die seltsamen Partikel im HPV-Impfstoff als Verdächtige hopps genommen und gegen sie Antikörper entwickelt würden.
Die bisher für diese Aufgabe eingesetzten Hilfsstoffe (Adjuvantien) Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat erwiesen sich jedoch als zu "sanft". Beide Impfstoff-Hersteller mussten deshalb eigene verstärkte Aluminium-Verbindungen entwickeln, welche in der Lage sein mussten, das Immunsystem so zu manipulieren, dass seine Aggressivität geweckt würde und es kampfeslustig gegen die Virus-ähnlichen Partikel ausschwärmt.

GSK erfand für sein "Adjuvant System 04" (AS-04) eine Kombination aus Aluminiumhydroxid und den Oberflächen-Proteinen von Salmonellen. Eine rabiatte Kombination, welche das Immunsystem im ganzen Körper in Alarmzustand versetzt.
Der in Gardasil verwendete Wirkverstärker heißt "Amorphes Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat" - kurz AAHS. Eine Eigenentwicklung von der die Merck-Wissenschaftler schwärmen, dass diese chemische Komposition eine deutlich stärkere und länger andauernde Immunreaktion auslöst.

Keine Sicherheitstests nötig

Normalerweise sollte man annehmen, dass derartige Neuentwicklungen sorgfältig auf ihre Sicherheit getestet werden müssen. Doch Fehlanzeige! Bei Alu-Verbindungen gibt es nämlich eine Art behördlichen Freibrief, weil Aluminium-Salze schon seit den 1920er Jahren in Impfstoffen eingesetzt werden. Deshalb dürfen diese Chemikalien sofort nach der "Dosisfindung" im Tierversuch in die Impfstoffe für den Menschen gemixt werden.

Seit Jahren weiß man aus zahlreichen Arbeiten, dass es die Aluminiumverbindungen sind, welche den Großteil der Nebenwirkungen der Impfstoffe auslösen. Das betrifft die spontanen Reaktionen nach der Impfung wie z.B. Entzündungen und Verhärtungen an der Einstichstelle oder Fieber.
Außerdem stehen diese Aluminiumverbindungen seit Jahren unter Verdacht, dass sie bei genetisch empfänglichen Personen Allergien oder Autoimmunerkrankungen auslösen können. 

Bei neuartigen verstärkten Aluminiumverbindung gilt dieser Verdacht umso mehr.

Und den Impfstoff-Herstellern war dieses Risiko offensichtlich wohl bewusst. 

Welches Design schlugen also z.B. die Merck-Strategen den Behörden vor?

Sie schlugen vor, die neuartigen Alu-Booster auch in der Placebogruppe einzusetzen, also den Teilnehmerinnen, welche in die Kontrollgruppe gelost werden, mit Aluminium versetztes Wasser zu spritzen. 


Aluminium-Wasser als Placebo-Impfung

In Wikipedia wird ein Placebo folgendermaßen definiert:
Ein Placebo (lat. „ich werde gefallen“) ist im engeren Sinn ein Scheinarzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann.
Bei Impfungen würde also z.B. eine physiologisch neutrale Salzwasser-Lösung diesen Zweck erfüllen. Mit so einer Kontrollgruppe wäre zweifelsfrei zu erkennen, welche Nebenwirkungen auf die Impfung und deren Wirk- und Inhaltsstoffe zurückzuführen sind.

Die Behörden verzichteten jedoch darauf, dieses unangefochten beste Design durchzusetzen und genehmigten den absurden und jeglicher wissenschaftlichen Redlichkeit widersprechenden Vorschlag des Gardasil-Herstellers. 

Und so geschah es: Abgesehen von einer kleinen Studie, wo tatsächlich eine physiologisch neutrale Saline-Lösung als Placebo-Impfung verwendet wurde, bekamen 95 Prozent der insgesamt rund 20.000 Teilnehmerinnen demnach die neuartigen Alu-Booster gespritzt.

Damit wurde also eine Substanz, die nie am Menschen auf ihre Sicherheit getestet worden ist, gleich im Impfstoff angewendet, der auf den Markt kommen sollte. Und um sicher zu gehen, dass keine Probleme damit auftreten, spritzte man die neu entwickelte Alu-Verbindung auch gleich den Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe.

Damit waren also alle Nebenwirkungen, die vom "Amorphen Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat" ausgehen mochten, vollständig maskiert und unsichtbar gemacht.

GSK ging bei seinem AS-04 System ähnlich vor, hatte aber immerhin den Anstand, seinen Impfstoff Cervarix mit dem Alu-Salmonellen-Gemisch zumindest gegen eine herkömmliche Aluminium-Verbindung in der Kontrollgruppe zu testen.

Doch sehen wir, wie es beim Marktführer Gardasil weiter ging:


Fast 500 Gardasil-Studienteilnehmerinnen erkrankten

Ein Konzern, der eine wissenschaftliche Studie finanziert, hat kein Interesse daran, dass mögliche Krankheiten von Studienteilnehmern dem eigenen Arzneimittel zugeschrieben werden. Deshalb werden vor der Aufnahme in eine wissenschaftliche Studie alle Teilnehmer gründlich untersucht, ob sie auch wirklich vollkommen gesund sind.

Umso erstaunlicher ist es, dass bei den Gardasil Studien laut Behörden-Protokoll im Lauf von rund 18 Monaten bei insgesamt 463 der etwas mehr als 20.000 Teilnehmerinnen "neue Krankheiten mit potenziell autoimmunem Hintergrund" auftraten. 
Dabei handelte es sich in der Mehrzahl um Gelenksentzündungen (Arthritis) sowie diverse Erkrankungen der Schilddrüse. 17 Teilnehmerinnen erkrankten an Morbus Crohn bzw. Colitis Ulcerosa, 7 an autoimmunem Diabetes, 6 an Multipler Sklerose und 4 an Lupus Erythematodes.

Insgesamt betrug also das Risiko binnen etwas mehr als einem Jahr von völliger Gesundheit in chronische Krankheit zu schlittern 1 zu 41. Das bedeutet einen Anteil von 2,3 Prozent.

Wie viele dieser neu aufgetretenen Erkrankungen nun tatsächlich auf die Impfungen zurück zu führen sind und wie viele auch ohne diese medizinische Intervention passiert wären, ist schwer zu sagen.
HPV-Experten und Lobbyisten weisen darauf hin, dass diese 2,3 Prozent wohl der Anteil der jeweiligen Bevölkerung sind, welcher in diesem Zeitraum ohnedies erkrankt wären.

Wenn diese jährliche Rate an Neuerkrankungen tatsächlich der Realität entsprechen würde, müsste allerdings bereits die halbe Bevölkerung an Autoimmunerkrankungen laborieren.
Soweit sind wir aber doch (noch?) nicht.

Jedenfalls wird von den HPV-Lobbyisten zur Untermauerung dieser Behauptung auf eine Studie der Schweizer Impfexpertin Claire-Anne Siegrist verwiesen. Sie kam - etwa zeitgleich zur Veröffentlichung der Gardasil-Studien - mit einer eigenartigen Arbeit an, welche sich auf Daten großer Versicherungen bezog und zeigte, dass junge Frauen relativ häufig von Autoimmunerkrankungen betroffen sind.
Die Arbeit trug den bezeichnenden Untertitel: "Eine Kohortenstudie, um zu illustrieren, welche Ereignisse irrtümlich für Nebenwirkungen gehalten werden könnten" (!)

Ein Finanzier ist in dieser Studie - im krassen Gegensatz zu den Kriterien für seriöse wissenschaftliche Arbeit - nicht angegeben. Da Frau Professor Siegrist in der Vergangenheit aber auf der Honorarliste von fast allen großen Impfstoff-Konzernen stand, nehmen wir mal nicht an, dass sie die Arbeit gratis und unbezahlt in ihrer Freizeit durchführen musste. 


War Bestechung im Spiel?

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: 
Zunächst wird unter Komplizenschaft der Gesundheitsbehörden der USA und der EU ein bekannter Risikofaktor für Autoimmunerkrankungen "entschärft", indem diese Chemikalie auch der "Placeboimpfung" beigemischt wird. 
Anschließend wird eine - strategisch vorab geplante und zeitgleich publizierte - Studie vorgelegt, welche den Eindruck erwecken soll, dass ohnedies viele Frauen und Mädchen - auch ohne Impfung - diese Krankheiten entwickeln.

Seither wird bei allen Anfragen oder Bedenken zur Sicherheit von Gardasil von der Herstellerfirma sowie den HPV-Lobbyisten sofort auf die Siegrist Studie verwiesen. Auf strategisch aufbereitete Daten aus Versicherungs-Archiven, die überhaupt nichts mit den Impfstudien zu tun haben. 

Ein prächtiges Ablenkungsmanöver, dass wohl von folgender Frage ablenken soll:

Wie viele der 463 Frauen und Mädchen, die an den Gardasil-Studien teilgenommen haben, sind auf Grund der neuartigen Wirkverstärker erkrankt? 

Wir wissen es nicht!

Das wäre nur zu klären gewesen, wenn die Impfung gegen eine biologisch neutrale Salzwasser-Lösung als Placebo-Impfung getestet worden wäre.
Das heraus zu finden lag jedoch nicht in der Absicht von Merck & Co.

Also fließen Milliarden an Steuergeldern für einen organisierten Trickbetrug in die Konzernkassen.
Als Gegenleistung werden gesunde Jugendliche und junge Erwachsene dem Risiko ausgesetzt, dass sie nach der Impfserie dauerhaft krank sind. 

Es wäre höchste Zeit für die Einberufung einer Untersuchungs-Kommission, um die rationalen Argumente für die Beweggründe der involvierten Behörden aufzuklären. Vor allem interessiert mich die Kernfrage, wie sie diesem wissenschaftlich absurden Design zustimmen konnten. 

Möglicherweise waren diese "rationalen Argumente" ja ganz profane Bestechungsgelder. 

Eines ist jedenfalls klar: Wenn der Anteil der durch HPV-Impfungen geschädigten Mädchen und Frauen auch nur annähernd den Bereich von einem Prozent erreicht, dann geht von der Impfung ein vielfach höheres Risiko aus als von den HP-Viren. 

(Zumal bei einem guten organisierten Screening Programm zur frühzeitigen Erkennung von Gebärmutterhals-Krebs, wie es etwa in Finnland praktiziert wird, in den allermeisten Jahren keine Zervixkarzinom-Todesfälle bei Frauen unter 50 Jahren auftreten.
Ob die Wirkung der HPV-Impfungen überhaupt länger als drei Jahrzehnte anhält, um dann eventuell das Krebsrisiko zu reduzieren, steht derzeit vollständig in den Sternen.)


Wenn Ihnen dieser Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 

Freitag, 6. Dezember 2013

Bemerkung zur Feststellung von möglichen Impfschäden

Gerade wird wieder viel diskutiert, ob die HPV-Impfung problematisch ist und mehr Nebenwirkungen macht als andere Impfungen. Darauf kommt von den Impfexperten in den Medien stets der Hinweis, dass bereits Abermillionen von Impfungen verabreicht worden seien und dabei keine gehäuften Nebenwirkungen gemeldet wurden. 
Doch wie werden Nebenwirkungen überhaupt festgestellt?



1. Die üblichen Ereignisse
Bisher beschränkt sich die Wahrnehmung von Nebenwirkungen einer Impfung vor allem auf die "üblichen Folgen" wie z.B. Entzündungen und Verhärtungen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Fieber. 
Unerwünschte Ereignisse nach Impfungen müssen laut Gesetz von den Ärzten bei den Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Doch solche banale Folgen werden nicht gemeldet, weil sie ohnehin "üblich" sind.

2. Die zufälligen Ereignisse
Alles, was nicht "üblich" ist – ernste Vorfälle nach Impfungen – werden von den Ärzten zunächst mal als zufällig auftretendes zeitnahes Ereignis gesehen. Impfexperten fordern dann sofort "MAXIMALE DIAGNOSTIK", um eventuell einen Stoffwechsel- oder Genschaden festzustellen, dem dann die Schuld an der Störung zugewiesen werden kann.
Wenn so eine genetische Komponente tatsächlich gefunden wird, so ist der Impfschaden sofort abgewendet. Alle "Schuld" trägt dann der "Genschaden". (Obwohl es bei vielen dieser genetischen Faktoren sehr wohl einen Umweltfaktor - also einen Auslöser bzw. "Trigger" - braucht, um die genetische Anlage überhaupt zu aktivieren!)

3. Die verspäteten Ereignisse
Schließlich gibt es noch das Argument, dass eine Störung erst mehrere Wochen oder gar Monate nach der Impfung auftritt - und deshalb nichts mehr mit der Impfung zu tun haben kann.


Das Hauptproblem bei der Identifikation von möglichen Impfschäden ist unsere geringe Kenntnis, wie sich Impfungen bei verschiedenen Menschen auf das Immunsystem auswirken können. 
Erst langsam gibt es hier Hinweise aus der wissenschaftlichen Forschung, welche die Mechanismen etwas aufklären.
Man weiß z.B., dass Alu-verstärkte Impfungen die Reaktion generell in Richtung einer Th2-dominierten Immunantwort manipulieren. Seit einigen Jahren ist auch viel von einer Th12 bzw. Th17-Antwort zu lesen. Diese Immunreaktionen funktionieren eher über die Bildung von Antikörpern und fördern weniger die zelluläre Immunität (außerdem sind ganz andere Zytokine und Botenstoffe involviert).
Daraufhin steigt das Risiko einer Fehlreaktionen, die aber nicht unmittelbar im Zeitraum nach der Impfung sichtbar werden muss, sondern beispielsweise erst nach einer viel später auftretenden Infektion mit einem x-beliebigen Erkältungsvirus. 

Man weiß z.B., dass ein gesundes Immunsystem auf die Mehrzahl der viralen Infekte mit einer Th1 Immunantwort reagiert und damit die Infektion rasch unter Kontrolle bringt ohne dass die Viren - bzw. das Immunsystem selbst - viel Schaden im Organismus anrichten.

Wenn nun aber das Immunsystem - über die Auswirkungen des Aluminiumhydroxids, des Aluminiumphosphats, oder der neuartigen speziell verstärkten Alu-Verbindungen in den beiden HPV-Impfstoffen - mit einer Th2 Antwort auf die Infektion reagiert, so können die Folgen verheerend sein.
Bei Experimenten sind hier bereits Kinder gestorben (bei Versuchen mit einem RSV-Impfstoff). Später im Tierversuch hat man gesehen, dass das Immunsystem das von den Impf-Antikörpern markierte Lungengewebe angreift und verheerende Lungenentzündungen auslöst.

Möglich ist es auch, dass sich nach einem normalerweise banal verlaufenden viralen Infekt dann plötzlich eine Autoimmunerkrankung manifestiert.
Hier wird aber stets dieses spezielle Virus und dieser Infekt als Auslöser unter Verdacht geraten. Nicht umsonst gelten einige Viren als wahrscheinliche Ursache von Autoimmunerkrankungen.

Das kann sich Wochen oder sogar Monate nach dem Impftermin ereignen - und niemand würde hier noch auf die Idee kommen, dass der eigentliche Auslöser z.B. die voran gegangene HPV-Impfung war.

Wir stecken bei der Feststellung von Impffolgen noch zu sehr in einem kurzfristigen und eindimensionalen Denken fest, weil die Mechanismen des Immunsystems noch kaum erforscht sind. 
Die Häufung von Autoimmunerkrankungen und Allergien in manchen Familien zeigt zudem, dass die genetische Komponente bei diesen Krankheiten eine große Rolle spielt. Es gibt jedoch noch keine Methode, Menschen zu identifizieren, welche z.B. auf diese Fehlreaktionen des Immunsystems besonders empfänglich sind. 

Wir gehen wie selbstverständlich davon aus, dass die meisten Impfungen viele Jahre, manche sogar lebenslang wirken sollen. Das bedeutet, dass diese Impfungen einen langfristigen Einfluss auf das Immunsystem haben müssen. Bei den Impfnebenwirkungen beschränken wir den Einfluss jedoch auf wenige Tage nach dem Impftermin. So als müsse ein negativer Effekt auf das Immunsystem selbstverständlich viel kürzer andauern als ein positiver. Ein Schluss, der nicht unbedingt stimmen muss.

Die Folge all dieser Reaktionsmuster und Wissensmängel ist, dass wir möglicherweise die weitaus meisten Impfschäden übersehen.