Montag, 14. Oktober 2013

Wie unabhängig ist die Wissenschaft?

"Geniale junge Menschen werden uns mit jeder Generation geschenkt. - Diese herausragenden Talente können wir weder planen noch anschaffen, aber wir können sie sehr wohl kaputt machen."
So lautet die Warnung des in Graz geborenen Biochemikers Gottfried Schatz, der nach einer Karriere in den USA und der Schweiz die aktuelle Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses in Österreich kritisch beurteilt:
"Wir bieten heute jungen Forschern ganz miserable Karrierestrukturen, die weder fair, noch transparent, noch vernünftigerweise planbar sind."
Die Universitäten leiden unter Finanznot, die Notwendigkeit der Einwerbung von Drittmittel steht im Anforderungsprofil jeder akademischen Führungsposition. Doch wie sehr darf sich die Wissenschaft verkaufen, ohne dass sie ihre Unabhängigkeit vollständig verliert? Welche internen Kontroll-Mechanismen hat die Wissenschaft, um sich gegen den immer stärker werdenden Einfluss der Lobbys zu wehren? Ich habe für das Wissenschaftsmagazin "Newton" eine Sendung gestaltet, in der diese spannenden Fragen Thema sind.
Besonders habe ich mich auf den Spagat zwischen angewandter Forschung im Auftrag von Industriepartnern sowie der Grundlagenforschung konzentriert, welche nachhaltige Lösungen abseits kurzfristiger Rendite sucht.
Die akademischen Pole reichen dabei von der Montanuniversität Leoben, die als Darling der Industrie gilt, bis zum brandneuen Institute of Science and Technology (IST) in Gugging, wo hunderte Millionen Euro an Steuergeld in die Hoffnung investiert werden, dass die Grundlagenforschung irgendwann Früchte trägt und dabei Patente oder gar ein Nobelpreis abfallen.

Zwischen diesen elitären Polen liegt der Sumpf des akademischen Alltags mit vielfach prekären Lebensumständen von Jungwissenschaftlern. Viele müssen sich von Auftrag zu Auftrag hanteln und werden ohne längerfristige Perspektiven dann - gut und teuer ausgebildet - aus Österreich regelrecht vertrieben.

"Was derzeit überhaupt nicht passt ist die Situation bei den Jungen", sagt Renée Schröder, Professorin am Department für Biochemie der Max F. Perutz Laboratories in Wien. Sie plädiert für eine neue "Entlassungskultur":
"Das System ist brutal geworden. Die Universitäten haben nicht den Mut, den Leuten längerfristige Verträge zu geben, weil sie Angst haben, sie können sie dann nicht entlassen, wenn sie die Leistung nicht bringen. Das ist für die Jungen ganz schlimm, wenn sie viel leisten und keine Aussicht auf eine Stelle haben. Und neben ihnen sitzen zwei auf permanenten Stellen, die nichts leisten."

Die Sendung kann eine Woche lang in der TV-Thek des ORF angesehen werden.


Newton Moderator Matthias Euba

Donnerstag, 12. September 2013

Süße Wahrheiten

Warum wir alle in der Zuckerfalle stecken, warum süße Früchte oft dicker machen als „normaler“ Zucker und was das alles mit unserem Steinzeitgehirn zu tun hat. 

Süße Früchte: Mmh, lecker!
Wenn wir Süßes schmecken, erwachen in unserem Gehirn die Steinzeit-Reflexe. So als wären wir auf unserem Streifzug auf ein großes Feld mit Heidel- oder Himbeeren gestoßen – auch wenn wir in Wahrheit nur einen kräftigen Zug aus der Limoflasche genommen haben. „Und darauf springt unser Steinzeitgehirn ganz gewaltig an“, sagt Jürgen König, Ernährungswissenschaftler an der Universität Wien. „Der Drang, das sofort zu verzehren, ist für die Menschen gewaltig – auch damit uns das keine Tiere weg essen.“
Doch was sich in den Genen so tief eingeprägt hat, gilt heute nicht mehr. Wir stehen nicht mehr mit Affenhorden in Konkurrenz. Und die Beerenfelder und Obstbäume in den Kühlregalen der Supermärkte tragen das ganze Jahr reiche Früchte.

Jürgen König unternimmt zur Zeit mit seinem Team Fütterungsexperimente mit Würmern. Darin wird untersucht, wie sich verschiedene Arten von Zucker auf die Gene des Modell-Wurms 'C.elegans' auswirken. „Bei den Würmern ist es eindeutig, dass der Überfluss ihr Leben verkürzt“, sagt König. „Wenn sie wenig Zucker kriegen, leben sie etwa um ein Drittel länger.“
Dass bestimmte Arten von Zucker schädlicher sind als andere, hat König bisher im Tierversuch nicht bestätigen können. Sowohl Haushaltszucker als auch Fruchtzucker, Milchzucker oder Traubenzucker haben alle etwa gleich viel Energie: Nämlich 4 Kilokalorien pro Gramm. Es sieht so aus, als ob es vorwiegend auf die Menge an Energie ankommt, welche die Würmer fressen. Je mehr Energie, desto früher sterben sie. „Die Natur hat ja kein besonderes Interesse daran, dass ein Lebewesen steinalt wird“, erklärt König. „Wichtig ist die Arterhaltung und die Weitergabe junger, gut erhaltener Gene.“ In Zeiten des Überflusses setzt die Fortpflanzung früh ein. Damit hat der Wurm seine evolutionäre Aufgabe erfüllt: C. elegans kann gehen.
Alle Lebewesen haben diese Tendenz einprogrammiert: Zu essen, solange etwas da ist. Das war in der Vergangenheit ein probates Mittel, um sich in den guten Zeiten einen Vorrats-Speck anzufressen und damit leichter den harten Winter zu überleben. In Zeiten des allgegenwärtigen Nahrungsmittel-Überflusses geraten wir allerdings in Widerstreit mit unseren Instinkten.


Enorme Zunahme beim Übergewicht

Beim Menschen geben aktuelle Studien Entwarnung: Moderates Übergewicht bedeutet - entgegen früher vertretenen Ansichten, kein höheres Risiko für Krankheit und frühzeitigen Tod, speziell wenn die Übergewichtigen körperlich aktiv sind. Erst bei starkem Übergewicht (ab einem BMI von 35) steigt dann das Risiko dramatisch an.
USA: Ernährung gefährlicher als Rauchen
Doch gerade in dieser Gewichtsklasse sind die Zuwächse enorm. Speziell in den Vereinigten Staaten ist die Situation vollständig aus dem Ruder geraten. Binnen 20 Jahren stürzte die USA im Ranking der 34 reichsten Länder sowohl bei der Lebenserwartung als auch bei der Lebensqualität vom Mittelfeld steil ab und liegt nun in der Schlussgruppe.
 Das wesentlichste Resultat und die größte Überraschung der aktuellen Studie: Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte hat die Ernährung das Rauchen als wichtigster Risikofaktor für die Gesundheit überholt.
Im Ranking der Ernährungssünden ganz vorne findet sich der übermäßige Genuss von Weißmehl-Produkten und Zucker. Eine Leidenschaft, welche vollständig unheilbar scheint und allen Umerziehungsmaßnahmen und Appellen widersteht.
Wie schwierig es ist, hier Lebensstil-Änderungen durchzusetzen, zeigte erst kürzlich der Abbruch der ambitionierten Look Ahead"-Studie, wo versucht wurde, über Gewichtsreduktion eine gleichzeitige Verbesserung der Herzgesundheit zu erreichen. Nach zehn Jahren intensivster Schulungen mit regelmäßiger Lebensbegleitung und Expertenrat ergab sich bei Typ 2-Diabetikern in der Studiengruppe - im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne besondere Begleitung - ein mageres Minus von 2,5 Prozent beim Körpergewicht. „Ein Effekt auf die Vermeidung von Krankheiten war nicht erkennbar“, lautete das traurige Resüme der Autoren, welche gemeinsam mit ihrer Studie sehr viel Herzblut, Energie und Fördergelder zu Grabe trugen.
Pädagogisch noch so motivierte Lebensstil-Änderungen bei der Ernährung halten – wenn überhaupt – nur wenige Monate. Dann sind die gut gemeinten Diät-Vorschläge bei der Mehrzahl der Studienteilnehmer vergessen. Und wenn schon in den intensiv begleiteten wissenschaftlichen Studien nichts weiter geht, wie dann in der freien Wildbahn der Supermarkt-Verlockungen?


Süßen mit Maisstärke

Stecken die Amerikaner also vollständig in der Zuckerfalle? „Sicherlich wird zu viel gegessen und zu wenig Bewegung gemacht“, sagt Ingrid Kiefer, Sprecherin der AGES, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. „Doch davon abgesehen, haben die Amerikaner wahrscheinlich einen gewaltigen Fehler gemacht, als sie in den 1980er Jahren eine neue Art von Zucker massenhaft verbreitet haben: High Fructose Corn Sirup.“
Billigsüße aus Überschuss-Mais
Dieser Zucker wird mit Hilfe von gentechnisch hergestellten Enzymen aus Maisstärke gewonnen, und enthält deutlich mehr Fruktose – also Fruchtzucker – als unser Haushaltszucker. 'High Fructose Corn Sirup' ist süßer und gleichzeitig auch viel billiger als das bisher vor allem aus Brasilien importierte Zuckerrohr. Binnen weniger Jahre kamen die Importe in die USA fast vollständig zum Erliegen.
Die US-Agrarindustrie jubelte über den neuen Markt für ihre Mais-Überschüsse.
 Dabei haben die Nahrungsmittel-Strategen allerdings eine Kleinigkeit übersehen, sagt Kiefer: „Fruktose wird vollständig anders verstoffwechselt als Glukose, der Traubenzucker.“

Wie markant dieser Unterschied ist, zeigen aktuelle Untersuchungen: Glukose hat unmittelbare Auswirkungen auf die Aktivität des Hypothalamus. „Dieser winzige Bereich in den tiefen Regionen des Gehirns wiegt nur 4 Gramm“, sagt Ewald Moser vom Magnetresonanz Zentrum der Meduni Wien, "aber es steuer 80 Prozent unserer Aktivitäten: Hunger, Durst oder Sex."
Moser hat Zugang zu modernsten bildgebenden Verfahren. „Mit unseren MR-Tomographen können wir – ohne invasiven Eingriffe oder radioaktive Kontrastmittel – die Aktivität wichtiger Gehirnareale live beobachten.“
Wenn die Probanden eine mit Zucker gesüßte Limo trinken, so sieht man gleich die Auswirkungen: Hypothalamus, Amygdala und andere wichtige Bereiche, welche in die Appetitregulierung involviert sind, zeigen einen höheren Sauerstoff-Verbrauch als Indiz für ihre Aktivität.
Gleichzeitig sorgt Zucker für einen deutlichen Anstieg des Hormons Insulin, das zusammen mit anderen Hormonen dem Gehirn ein Feedback zum aktuellen Blutzucker-Spiegel liefert. Das Appetit fördernde Hormon Ghrelin wird zurück reguliert.
Ganz anders hingegen sind die Auswirkungen von Fruktose. „Hier funktioniert der Stoffwechsel vollständig anders“, erklärt Moser. „Es hat nur geringe Auswirkungen auf den Insulin-Ausstoß, es schwächt den Anstieg der Sättigungshormone und lässt dem Appetitförderer Ghrelin freien Lauf.“ Während Glukose in den Körperzellen in Energie umgewandelt wird, ist für Fruktose die Leber zuständig und baut den Fruchtzucker bei Überangebot sofort in Fett um. „Dummerweise vor allem in das problematische LDL-Cholesterin.“


Ein Glas Saft entspricht einem Kilogramm Äpfel

Ingrid Kiefer zeigt mehrere Produkte aus dem Supermarkt, die mit Fruktose gesüßt werden, weil das lange Zeit als besonders gesund und ernährungstechnisch en vogue galt. „Besonders für Kinder wurde Fruktose empfohlen." Fruchtzucker ist auf vielen Produkten zugesetzt - dazu muss man allerdings oft das Kleingedruckte lesen.
Einen enormen Gehalt an Zucker hat der Saft vollreifer Früchte. Weil die Ballaststoffe in Apfel oder Orange zum Großteil in der Presse zurück bleiben, speziell bei gekauften Produkten, ist der Zucker aus dem Saft für den Organismus rascher verfügbar. Die wenigsten Menschen essen drei Orangen, oder vier Äpfel auf einmal. Doch ein Glas Apfel- oder Orangensaft, das ist vergleichsweise schnell runter gespült. „Die meisten Fruchtsäfte sind als Getränke wenig geeignet“, sagt Kiefer. "Das sind eigentlich keine Getränke, sondern hoch potente Energie-Infusionen. – Damit werden die Weichen in Richtung Übergewicht und Diabetes schon in der Kindheit gestellt.“ Kinder, so die Ernährungsexpertin, sollten Wasser trinken.


Zucker versus Saccharin, Aspartam & Co.

Marketingschlacht um den Süßstoffmarkt

Zucker ist trotz all dieser Fakten jedoch keineswegs das Gift, als das es vielfach denunziert wurde. Fast unsere gesamte Nahrung wird am Ende in Blutzucker umgewandelt. „Es hat enorme Bedeutung für den Stoffwechsel“, sagt Moser. „Das Gehirn funktioniert beinahe ausschließlich auf Basis von Glukose. Experimente demonstrieren, dass ein fettes Frühstück zwar länger satt hält, doch Zucker kurbelt dafür die Konzentrations- und Gedächtnisleistung besser an.“
Trotz der unbestrittenen Bedeutung von Zucker für den Stoffwechsel des Menschen kam es immer wieder zu Phasen von herbem Zucker-Bashing. Einige dieser Attacken hatten eindeutig kommerzielle Hintergründe. Saccharin, der Pionier der künstlichen, kalorienfreien Süßstoffe war das erste Produkt, das der nunmehr für gentechnisch verändertes Saatgut und Knebelverträge für die Bauern berüchtigte Konzern Monsanto vermarktete.

Aspartame-Scare im Web
Auch hinter Aspartam, einem Produkt der NutraSweet Company, steckt eine illustre Persönlichkeit. Der später als US-Verteidigungsminister im Kabinett von George W. Bush berühmt gewordene Donald Rumsfeld war es, der zu Beginn der 80er Jahre die Zulassung der umstrittenen Chemikalie betrieb, die rund 400 Mal süßer als Zucker ist. Durch geschicktes Lobbying erreichte er schließlich die Zulassung bei den US-Behörden. Doch Aspartam war nicht der einzige Bestseller, den Rumsfeld vermarktete. Bevor er in die Politik ging und als Georg Bushs Mann fürs Grobe im Irak-Krieg bekannt wurde, nahm er als Geschäftsführer und Aktionär des Pharmakonzerns Gilead die Entwicklung des Influenza-Medikamentes Tamiflu unter seine Fittiche. Der massenhafte Ankauf des umstrittenen Mittels im Zuge der Vogel- und Schweinegrippe Pandemie bescherte Rumsfeld private Millionengewinne. Und mit derselben Verve, mit der er Saddam Hussein verfolgte, zog Rumsfeld in den Achziger Jahren gegen Zucker in den Krieg. 

„Die Wissenschaftliche Bewertung dieser Light-Produkte Invasion fällt bis heute schwer“, sagt Ingrid Kiefer. „Denn es war eigentlich eine Marketing-Schlacht, wo von beiden Seiten mit grenzwertigen Mitteln so genannte Wissenschaft betrieben wurde.“ Auf der einen Seite galt Zucker als Teufelszeug und Killer, auf der anderen wurden die künstlichen Süßstoffe unter General-Krebsverdacht gestellt. Saccharin wurde in einigen Ländern sogar vom Markt genommen, weil es bei Laborratten in hohen Dosen Blasenkrebs ausgelöst hatte. Bis zum Jahr 2000 mussten damit gesüßte Produkte Warnhinweise tragen, bis sich der Verdacht mehr oder weniger in Luft auflöste.
„Krebs ist nicht das Problem dieser künstlichen Süßstoffe“, sagt Kiefer. „Deutlich problematischer sind sicherlich deren Auswirkungen auf den Stoffwechsel.“
Saccharin, Aspartam oder das aus dem südamerikanischen Honigkraut extrahierte, nichtkalorische Süßungsmittel Stevia sind 200 bis 500 Mal süßer als Zucker. „Sie täuschen den Geschmacksrezeptoren im Organismus vor, dass gleich eine Kalorienflut den Kreislauf überschwemmt – und dann kommt nichts.“ Was das für Auswirkungen hat, ist erst teilweise erforscht.
Derzeit wird gerade Aspartam von den EU-Behörden einem neuerlichen Sicherheits-Check unterzogen. Jürgen König ist als Experte mit im Team der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit. „Die Resultate werden im November veröffentlicht. Es gab einige Streitpunkte und es ist noch nicht entschieden, wie der Konsens aussehen wird.“


Fett durch Light Produkte?

Epidemiologische Langzeitstudien mit vielen tausend Teilnehmern zeigen meist keinen günstigen Einfluss von kalorienfreien Süßstoffen auf die Gewichtsreduktion. Meist weisen die Resultate sogar in die Gegenrichtung. Jene, die künstliche Süßstoffe verwendeten, nahmen schneller zu und litten häufiger an Übergewicht. „Nun stellt sich natürlich die Frage“, sagt die Wiener Ernährungsforscherin Ghazaleh Gouya, „ob diese Personen deshalb dick sind, weil sie künstliche Süßstoffe verwenden, oder ob sie künstliche Süßstoffe verwenden, weil sie dick sind.“ Einiges deutet darauf hin, dass der Light Zucker durchaus eine gewichtige Rolle spielen könnte. „Es zeigte sich nämlich, dass nicht nur übergewichtige, sondern auch normalgewichtige Personen, die Aspartam, Saccharin und Co. verwendeten, im Lauf der Jahre signifikant mehr Pfunde zunahmen, als Personen, die solche Produkte ablehnten.“
„Allein das Wissen, dass sie Light Produkte essen, reicht für manche Menschen scheinbar aus, um sich ein weiteres Stück Kuchen oder Gebäck zu gönnen“, berichtet Ingrid Kiefer. „Aus meiner langjährigen Beratungspraxis weiß ich, dass Menschen, die Light-Produkte essen und trinken, das häufig mit Extraportionen kompensieren. Entweder die kalorienfreie Süßstoffe fördern den Appetit oder sie liefern die Ausrede, mehr zu essen als man das bei normalem Zucker tun würde.“

Elisabeth Jäger ist Sprecherin der Selbsthilfegruppe Adipositas. Sie hat jahrelang mit schwerem Übergewicht gekämpft. Bei ihrer Ernährung achtete sie viele Jahre auf Zucker und verwendete ausschließlich kalorienfreien Ersatz. „Es ist halt schon so, dass der Geschmack süss für mich zur Lebensqualität gehört. Darauf möchte ich nicht verzichten, weil ich schon eher eine Süße bin.“
In den Kaffee kamen die Saccarin-Pillen, das Cola war zero und bei Eis oder Schokolade griff sie zu zuckerfreien Alternativ-Produkten. Der Erfolg stellte sich nicht ein. „Ich hatte dann so einen Leidensdruck, dass ich mich zu einer Operation mit Magenband entschlossen habe. Damit habe ich schließlich 60 Kilogramm abgenommen. Künstliche Süßstoffe hätten nie diesen Effekt gehabt.“

Psychische Faktoren spielen bei Übergewicht eine enorme Rolle. „Hier wird von Kindheit an ein Suchtverhalten eingelernt, das die Erwachsenen dann nicht mehr wirklich beherrschen“, erklärt Gouya. „Ein Mensch, der zu Fressanfällen neigt, ist wie ein Süchtiger auf Entzug, wenn sie ihm den Stoff wegnehmen. Der wird sehr gereizt und ist Vernunft-Argumenten kaum zugänglich.“


Zu diesem Thema habe ich eine Ausgabe des Wissenschafts-Magazins "Newton" gestaltet (Ausstrahlung: ORF 1, Samstag, 14. 9., 18,40 Uhr, Wiederholung: 17. 9., 12,35 Uhr). Bis zum 21. 9. 2013 kann man die Sendung in der TV-Thek des ORF sehen. 

Samstag, 31. August 2013

Für das Immunsystem ist Aluminium ein „Alien“

Aluminium ist ein im Alltag allgegenwärtiger Stoff, aus umweltmedizinischer Sicht ein Problemstoff. Besonders problematisch wird es, wenn Aluminium, z. B. bei Impfungen, in den Organismus gelangt.  In der August-Ausgabe des Magazins "Naturarzt" ist ein Interview erschienen, das ich dem Redakteur Christoph Wagner gegeben habe. Lesen Sie hier Auszüge daraus.

Welche Verwendungsformen von Alu im Alltag sind besonders bedenklich?

Wenn Alufolie mit Speisen in Kontakt kommt, besteht immer die Gefahr, dass sich toxische Alu-Ionen lösen und die Lebensmittel kontaminieren. Dies gilt besonders für den Kontakt mit Fruchtsäuren, welche die Oxidschicht des Aluminiums auflösen können. Eines der problematischsten Produkte sind die Tetrapak-Boxen, bei denen neben Plastik und Karton auch noch eine Alufolie eingeschweißt wird. 

Wie sieht es mit Aluminiumgeschirr, z. B. Kochtöpfen, Pfannen, Thermoskannen, aus?

Es ist gefährlich, beispielsweise Tomatensauce, Rhabarberkompott oder Sauerkraut in Alutöpfen zu kochen oder darin über längere Zeit aufzubewahren.

In der Kosmetikindustrie wird Alu viel verwendet, u. a. in Sonnencremes und Deos. Worin bestehen die Probleme?

Die Kosmetikindustrie verwendet von „Aluminium Distearate“ bis zu „Aluminium Zirconium Trichlorohydrex GLY“ mehr als 50 verschiedene Alu-Verbindungen. Sie fungieren als Gelbildner, als Mittel gegen Verklumpung, als Konservierungsstoffe oder als adstringierender Wirkstoff, der die Hautporen zusammenzieht. Doch die Haut ist kein „Eiserner Vorhang“, wo nichts durchgeht und alles beim Duschen wieder runter gewaschen wird, wie uns die Kosmetik-Lobby weismachen möchte. Das ist hundertfach über Studien widerlegt. Wir wissen, dass Aluminium die DNA der Zellen schädigt und dass damit Krebs ausgelöst werden kann.

Auch in der Medizin findet Aluminium reichlich Verwendung, am prominentesten vielleicht in den zahlreichen Mitteln gegen Sodbrennen bzw. in Magensäure-Blockern (wie Maaloxan & Co).

Aluminiumhydroxid bindet auch an Phosphate, die bei Nierenkranken problematisch sein können. Also wurde es in den 1970er Jahren weltweit auf Dialyse-Stationen verwendet. Das Resultat war, dass zahlreiche Patienten binnen weniger Jahre einen starken körperlichen und geistigen Verfall zeigten. Dieses Phänomen ging als „Dialyse-Demenz“ in die Medizingeschichte ein. Die Alu-Medikamente wurden eindeutig als Auslöser überführt. Der eigentliche Skandal ist nun, dass derselbe Wirkstoff in hoher Dosierung in Mitteln gegen Sodbrennen enthalten ist und rezeptfrei in den Apotheken abgegeben wird. 

Unter Impfkritikern ist Aluminium berüchtigt. Oft wird dieser Zusatzstoff, der sich in Impfstoffen findet, für noch schlimmer als das eigentliche Impfserum gehalten. Was bewirkt er?

Was Aluminium hier im Detail macht, war den Medizinern bis in die jüngste Vergangenheit ein Rätsel. Es galt als „Dirty Little Secret“ der Immunologie. Man wusste nur, dass die meisten Impfungen nicht funktionieren, wenn kein Aluminium drin ist.

Und was ist langfristig zu befürchten?

Für das Immunsystem ist Aluminium so etwas wie ein „Alien“, ein Wesen aus einer fremden Welt. Es verursacht an der Einstichstelle Zelltod und setzt das Immunsystem im gesamten Organismus in Alarmstimmung. Das Aluminium jubelt dem Immunsystem also falsche Verdächtige unter für einen Schaden, den es selbst angerichtet hat. Darauf beruht die Wirksamkeit der meisten Impfstoffe. Dieses Prinzip birgt jedoch Risiken, weil bei jeder Impfung eine allergische oder eine autoimmune Fehlreaktion gestartet werden kann.

Das Interview führt Naturarzt-Redakteur Christoph Wagner. Lesen Sie die vollständige Fassung in Naturarzt 8/2013. ©

Mittwoch, 24. Juli 2013

Nivea streitet Risiken durch Aluminium ab

Gestern lief die Wiederholung unseres Filmes "Die Akte Aluminium" auf ARTE. Einige Radio und TV-Stationen bringen mittlerweile Beiträge zum Thema und in zahlreichen Internet-Foren wird über die Gesundheitsgefahren durch Aluminium diskutiert. 
Der öffentliche Druck auf Firmen, die nach wie vor biochemisch aktive Alu-Verbindungen in ihren Produkten verwenden, steigt. Die Kunden fragen zunehmend nach - und so erscheinen dann auf manchen Webseiten offizielle Antworten zur Aluminium-Problematik. 
Eine besonders freche Entwarnung lieferte der deutsche Beiersdorf Konzern, welcher die Produktlinie "Nivea" vertreibt, die nach eigener Aussage "weltweit größte Hautpflegemarke".

Zahlreiche Produkte von Beiersdorf enthalten Alu-Verbindungen

Auf der Webseite des Konzerns werden "Aktuelle Fragen" aufgeworfen. Gleich die erste Frage lautet: "Sind Aluminiumverbindungen in Hautpflegeprodukten gefährlich?"

In vier Absätzen wird die Frage von der Pressestelle des Konzerns ganz eindeutig beantwortet: "Nie und nimmer!" - Hier geht es zur Webseite.

Die Textbausteine, welche die Beiersdorf Pressestelle in ihren Ausführungen zu Aluminium verwendet, findet man fast wortgleich auf zahlreichen Industrie-Webseiten - und auch in Ausführungen von diversen Aluminium-Fachleuten, welche nahen Kontakt zur Alu-Lobby pflegen.
In den Argumenten fällt auf, dass es immer die anderen Bereiche sind, welche angeblich deutlich mehr Aluminium verwenden bzw. enthalten. Bei den Unmengen, die in Lebensmitteln oder Medikamenten enthalten sind – so die Argumentation – brauche man sich über Kosmetikprodukte gar keine Sorgen mehr machen.
Wenn man den ersten Absatz liest, hat man beinahe das Bedürfnis, in den Drogeriemarkt zu gehen und sich Aluminiumpulver als Nahrungsergänzung einzukaufen, um nur ja keinen Mangel zu erleiden.
Aluminiumsalze sind Bestandteil unserer täglichen Nahrung. Sie sind zum Beispiel in Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch sowie unserem Trinkwasser enthalten.
Doch einen derart suggerierten "natürlichen Aluminiumgehalt" findet man in den allermeisten Lebensmitteln - sofern sie nicht kontaminiert sind - in Wahrheit nicht. Und nicht einmal die eingefleischtesten Alu-Lobbyisten, mit denen ich im Zuge meiner Recherchen gesprochen habe, würden öffentlich behaupten, dass Aluminium unproblematisch für die Gesundheit ist.

Im Meer, wo das Leben seinen Ursprung nahm,  ist – abgesehen vom Mündungsbereich belasteter Flüsse – sogar heute noch die Aluminium-Konzentration meist unter der Nachweisgrenze. Für die allermeisten Pflanzen und ausnahmslos alle Tiere ist Aluminium toxisch. Bis heute kennt man - vom kleinsten Bakterium bis zum Menschen - keinen einzigen biochemischen Mechanismus, in dem Aluminium eine sinnvolle Rolle spielt. Dafür sind mittlerweile mehr als 200 Mechanismen bekannt, wo sich Aluminium-Ionen einbauen und Schaden anrichten. "Bevor wir Aluminium vor ca. 100 Jahren mit enormem Aufwand an Energie aus der Erdkruste geholt haben, waren bioaktive Aluminium-Ionen nicht verfügbar", sagt der britische Aluminium Experte Prof. Christopher Exley. "Das Leben auf der Erde entstand in Abwesenheit von Aluminium."

Einige der Argumente, die auf der Webseite von Beiersdorf genannt werden, sind eindeutig falsch - so wie z.B. diese Aussage:
Bei den in Kosmetika verwendeten Stoffen handelt es sich meist um unlösliche Aluminiumverbindungen mit entsprechender vernachlässigbarer Bioverfügbarkeit von Aluminium, das heißt eine Anreicherung im Gewebe ist ausgeschlossen. Lösliche Aluminiumverbindungen werden hauptsächlich in Antitranspiranzien eingesetzt, wobei hier auf der Haut und in den Schweißdrüsen unlösliche Aluminiumverbindungen entstehen und somit die Bioverfügbarkeit von Aluminium ebenfalls gering ist.
Dass eine Anreicherung im Gewebe ausgeschlossen werden kann, ist eine reichlich mutige Ansage, für die jegliche Evidenz fehlt. Bereits Minuten nach dem Auftragen von Alu-Verbindungen können diese im Blut gemessen werden. Aktuelle Untersuchungen zeigten, dass Aluminium sich sehr wohl z.B. in den Knochen, im Brustgewebe oder im Gehirn anreichern kann

Ebenso frech wie falsch ist auch diese Behauptung:
Der Vorwurf durch Verwendung von aluminiumhaltigen Kosmetika würde sich das Risiko erhöhen, an Brustkrebs oder Alzheimer zu erkranken, gilt als widerlegt. 
Auf welche Belege sich die Pressestelle des Unternehmens hier bezieht, wird ebenso wenig genannt wie eine Methode, mit der ein Risiko als "widerlegt" dargestellt werden kann. Das ist nämlich beinahe noch schwieriger als das Gegenteil: Ein Risiko zu beweisen.

Tatsache ist, dass eine konkrete Verursacherrolle von Aluminium als Auslöser von Krankheiten bisher erst in wenigen Fällen bewiesen werden konnte. So wurden Alu-hältige Arzneimittel, welche Nierenkranken verabreicht wurden, als Verursacher der so genannten Dialyse-Demenz überführt. Und zwar dadurch, dass diese Krankheit nicht mehr auftrat, nachdem die Medikamente verboten wurden. Mit ähnlichen Methoden wurde Aluminium als Auslöser von Anämie und Knochenerweichung überführt.
Doch bei anderen Krankheiten, welche sich in der Normalbevölkerung über einen Zeitraum vieler Jahre entwickeln - wie z.B. bei Brustkrebs oder der Alzheimer Krankheit - ist die Beweisführung ungleich schwieriger.
Zum einen, weil im Leben die wenigsten Krankheiten monokausal verursacht werden, sondern immer mehrere Einflüsse (z.B: Umweltfaktoren, genetischer Hintergrund) zusammen wirken. Zum zweiten, weil es im Bereich der Ursachenforschung bei Aluminium kaum öffentliche Förderungsmittel gibt und Kosmetik-, Pharma- oder Lebensmittelindustrie, welche Alu-Verbindungen einsetzen, verständlicherweise kein großes Interesse haben, in diesem Bereich selbstständig aktiv zu werden.

Doch es gibt unzählige Indizien, welche eine Rolle von Aluminium in der Entstehung dieser Krankheiten nahe legen. Am Beispiel der Alzheimer Krankheit bezeichnen es zunehmend auch führende Experten als wahrscheinlich, dass Aluminium eine Rolle spielt, wie ich hier im Blog - oder auch in meinem Buch zum Thema ("Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium") an zahlreichen Beispielen ausgeführt habe. Christopher Exley nennt eine ganze Reihe von Krankheiten, welche mit dem schädlichen Einfluss von Aluminium assoziiert sind.

Es wäre eindeutig die Aufgabe der Behörden, ihre Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung wahr zu nehmen und endlich für Aufklärung zu sorgen. Filme wie "Die Akte Aluminium" tragen hoffentlich dazu bei, dass öffentlicher Druck entsteht und die Behörden aus ihrem Faulbett aufstehen. Die seltsame Zurückhaltung bei der Forschungsförderung zur Aufklärung der Rolle von Aluminium muss endlich beendet wird.

Solange die Sicherheit der Alu-Verbindungen nicht erwiesen sind, sollte das Prinzip der Vorsicht gelten und die bekannt toxischen Chemikalien nicht in sensiblen Bereichen des Lebens eingesetzt werden.

Verantwortungsvolle Kosmetik-Konzerne könnten sich diesem Prinzip ja ebenfalls anschließen.

Dienstag, 4. Juni 2013

Immer mehr Kinos zeigen "Die Akte Aluminium"

Das Interesse an der 90-Minuten Doku "Die Akte Aluminium" ist groß. Immer mehr österreichische Kinos buchen Vorstellungen.
Und auch in Deutschland kommt unser Film in die Kinos. Hier wird der Kinostart für November vorbereitet.

Doch nicht nur Kinos, auch Schulen, Vereine oder andere interessierte Gruppen können den Film öffentlich vorführen. Lizenzen zu erwerben ist ganz einfach - und auch preislich sehr günstig: Single-Lizenzen für Vorführungen gibt es bereits ab 65 Euro (incl. DVD, Filmplakaten und dem Buch zum Film: "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium")
Alle Informationen zum Film - inklusive Materialien für die Schulen - gibt es auf der Website zum Film: www.dieaktealuminium.com

Hier sind die bisher fest stehenden Kinotermine in Österreich:

5. Juni 2013 | 20:00 | St. Pölten, Cinema Paradiso
10. Juni 2013 | 18:00 | St. Pölten, Cinema Paradiso
11. Juni 2013 | 20:00 | Graz, Rechbauerkino
11. Juni 2013 | 20:00 | Ried, Star Movie
12. Juni 2013 | 20:00 | Wien, Burgkino
13. Juni 2013 | 20:00 | Linz, Moviemento
16. Juni 2013 | 16:00 | Graz, Rechbauerkino
17. Juni 2013 | 18:00 | St. Pölten, Cinema Paradiso
17. Juni 2013 | 18:00 | Linz, Moviemento
18. Juni 2013 | 18:30/20:30 | Wien, Burgkino
19. Juni 2013 | 18:00 | Linz, Moviemento
20. Juni 2013 | 18:00 | Graz, Rechbauerkino
25. Juni 2013 | 18:30/20:00 | Wien, Burgkino
8. Juli 2013 | 19:30 | Gleisdorf, Dieselkino
10. Juli 2013 | 16:30 | Linz, Moviemento
12. Juli 2013 | 20:15 | Bruck/Mur, Stadtkino
13. Juli 2013 | 20:15 | Bruck/Mur, Stadtkino
14. Juli 2013 | 20:15 | Bruck/Mur, Stadtkino
15. Juli 2013 | 20:15 | Bruck/Mur, Stadtkino
15. Juli 2013 | 19:30 | Bärnbach, Dieselkino
15. Juli 2013 | 19:30 | Bruck / Großglockner, Dieselkino
15. Juli 2013 | 19:30 | Fohnsdorf, Dieselkino
15. Juli 2013 | 19:30 | Leibnitz, Dieselkino
15. Juli 2013 | 19:30 | Oberwart, Dieselkino
15. Juli 2013 | 19:30 | St. Johann/Pongau, Dieselkino
16. Juli 2013 | 20:15 | Bruck/Mur, Stadtkino
17. Juli 2013 | 20:15 | Bruck/Mur, Stadtkino


Freitag, 17. Mai 2013

Neue Doku: Die Chancen intelligenter Sanierung

Am Dienstag nach Pfingsten läuft ein Film zum Potenzial hochwertiger Sanierung, den ich produziert und gestaltet habe. (im Programm von BR Alpha: 21. 5. 19:30 Uhr, Wiederholung 22. 5. 9:30 Uhr) Der Film hat eine Länge von 45 Minuten.

Hier ist der Trailer zum Film:



Hier die Beschreibung, worum es geht:

Renovation with Innovation - Die Chancen intelligenter Sanierung

Ein Film von Bert Ehgartner (Kamera: Christian Roth, Ton: Tom Ripper, Schnitt: Natalia Hanzer)

Wenn Einfamilienhäuser vermehrt in Passivhaus-Bauweise errichtet werden, so ist das ein erfreulicher Trend, energiepolitisch jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn der wirkliche schwere Brocken liegt in der Sanierung des Altbestandes. Neben dem Verkehr liegt hier das größte Einsparungspotenzial für treibhausrelevante Emissionen.
„Die hochwertige Sanierung des Baubestandes wäre zudem ein gewaltiger Schritt heraus aus der Rohstoff-Abhängigkeit bei fossilen Brennstoffen und den damit verbundenen Versorgungs-Risiken“, erklärt Michael Paula, Experte für Energie- und Umwelttechnologie aus Wien

Montage intelligenter Fassadenelemente, die je nach Jahreszeit kühlen oder wärmen - am Bezirksgericht Bruck an der Mur. (Foto: Ehgartner)
Nach wie vor beziehen die Industrieländer den Großteil der Energie aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas. Fast die Hälfte der Wohnhäuser, Bürogebäude und Schulen entstand zwischen 1945 und 1980. In einer Phase, als Energie billig war und sprichwörtlich zum Fenster raus geblasen wurde. Doch mittlerweile existieren längst Techniken, mit denen selbst der zugigste Sechziger Jahre Plattenbau auf Niedrigenergie-Standard modernisiert werden kann.

Erfinder der innovativen Fassade, Johann Aschauer: "Wir können ohne weiteres 
90 bis 95 Prozent der Energie einsparen." (Foto: Ehgartner)

Bruder Matthias, Franziskanerkloster Graz
(Foto: Ehgartner)
In Österreich gibt es eine Tradition hochwertiger Sanierung, welche in vielen Bereichen international führend ist. Der Film porträtiert derartige innovative Projekte mit ihren individuellen Herausforderungen. Etwa…
  •  ein hässliches „Chemie-Hochhaus“, das in ein „Plus-Energie-Gebäude“ umgebaut wird, das mehr Energie erzeugt, als darin verbraucht wird
  • innovative Fassaden-Elemente, die im Winter wärmen und im Sommer kühlen
  • den Kampf um eine Solaranlage im denkmal-geschützen Dach-Ensemble eines Klosters mitten in der Altstadt
  • die Frage, wie man die Lebensqualität der Schüler in manchen desolaten Schulen mit wenigen durchdachten Eingriffen in Beschattung und Belüftung nachhaltig verbessern kann


An den Beispielen wird klar, dass intelligente Sanierung sowohl für die Bewohner der Gebäude als auch für die Bauträger enorme Vorteile bietet. Sie bedeutet weit mehr als nur zu dämmen und vereint Aspekte der Behaglichkeit mit realer Kosteneinsparung.

Von der ökologischen Dreckschleuder zum Vorzeigeprojekt: 
Saniertes Gründerzeithaus in Wien (Foto: Gassner & Ulreich)
Zum Film gibt es auch eine DVD, die auf dieser Website des Wissenschaftsministerium bestellt werden kann. Die DVD enthält zusätzlich zur Langversion des Filmes (47,5 Minuten, englisch und deutsch) als Bonus noch eine 45-minütige Fachdokumentation, in welcher die Träger der Projekte und die beteiligten Fachleute über ihre Visionen sprechen, sowie Herausforderungen aber auch Widrigkeiten im Bereich der innovativen Sanierung thematisieren.


Samstag, 11. Mai 2013

Simons Tod - und die beschämenden Vorgänge um die FSME-Impfung

Im Vorjahr starb ein Kind "nach Zeckenbiss". Der tragische Vorfall wurde von den beteiligten Medizinern zum Anlass genommen, heftig für die Schutzimpfung – speziell bei Kindern – zu werben. Nun starb ein bislang kerngesundes Kind einen Tag nach der FSME-Impfung – doch diesmal sieht niemand einen Zusammenhang. 

Kurier Bericht vom 3. Mai 2013
Am Montag vergangener Woche war der zweijährige Simon aus dem OÖ-Innviertel noch gesund und munter. Am Vormittag erhielt er eine FSME Impfung. In der Nacht auf Dienstag setzte hohes Fieber ein. Am Morgen bemerkte seine Mutter, die 27-jährige Silke S. dann auch noch blaue Flecken am Körper. Sie fuhr ihren Bub ins nächste Krankenhaus nach Passau. "Da haben ihn mir die Ärzte aus den Armen gerissen, weil er alles hängen gelassen hat", erzählte die Mutter Reportern der Tageszeitung Kurier (siehe Faksimile links). Doch alle Eile war umsonst. Simon starb noch am selben Tag.
"Trotz ausgeprägter Intensivmaßnahmen konnten wir das Kind leider nicht retten", erklärte Matthias Keller, der ärztliche Direktor der Passauer Klinik. Als Todesursache nannte er eine Blutvergiftung durch Meningokokken. Die kurz davor verabreichte FSME-Impfung, beteuerten eine ganze Reihe von Medizinern und Impfexperten, hatte mit dem Todesfall "ganz sicher nichts zu tun". Das sei eine vollkommen zufällige zeitliche Überschneidung.

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Tod nach Zeckenstich

Vergangenes Jahr ergab sich ein genau gegensätzliches Szenario. Ein 9-jähriges Mädchen aus Ledenitzen am Faaker See starb im Landeskrankenhaus Klagenfurt an einer Gehirnentzündung. Wilhelm Kaulfersch, der Leiter der Abteilung, erklärte gegenüber dem ORF Kärnten, dass FSME Viren den Todesfall verursacht hätten und betonte die Wichtigkeit der Schutzimpfung. Das Mädchen sei zwar geimpft gewesen, sagte der Primar, "allerdings nur ein Mal". Dann habe man von weiteren Impfungen Abstand genommen, "weil das Mädchen sie schlecht vertragen hat." Das sei sogar so schlimm gewesen, dass der Hausarzt der Familie von weiteren Impfungen abgeraten habe. Ein fataler Fehler, sagte Kaulfersch auf meine Nachfrage. "Wäre das Mädchen weiter geimpft worden, würde es wahrscheinlich heute noch leben."

Mit einer Impfquote von 93 Prozent hält Kärnten wohl den Weltrekord an einer von den Menschen selbst zu bezahlenden Impfung. Und sicherlich trug der Vorfall dazu bei, den Verkauf der beiden Bestseller der Firmen Baxter ("FSME-Immun") und Novartis ("Encepur") noch weiter anzukurbeln.


Falsche Angaben?

Auf meinen Bericht zu diesem Vorfall hier im Blog meldete sich ein Arzt, der berichtete, er sei in den Kärntner Ort gefahren und habe die trauernde Familie besucht. Dabei habe sich der Fall, so wie er in den Medien transportiert worden war, als "satte und waschechte Lüge" erwiesen.
Er habe sich den Impfpass des Mädchens zeigen lassen, erklärte der Arzt, und da war nicht eine FSME Impfung eingetragen, wie Kaulfersch behauptet hatte, sondern deren gleich zwei. Der Arzt habe auch Einblick in die Befunde des Mädchens erhalten. Darin las er von einem ausreichend hohen Antikörperspiegel gegen FSME. Der IgG Wert lag demnach bei mehr als 1000 VIEU (Vienna-Units) und das werde von den Impfexperten normalerweise "als Schutz über weitere fünf Jahre" interpretiert. Demnach wäre das Mädchen also gegen FSME-Viren geschützt gewesen.

Was ist nun die Wahrheit?
Woran ist das Mädchen tatsächlich gestorben, wenn es laut Blutbefund einen so hohen Antikörper-Titer hatte?
Wurden die FSME Viren beim Kind tatsächlich fest gestellt, oder wurde nur indirekt auf das Vorhandensein dieser Viren geschlossen?
Und warum hat das Kind damals die FSME-Impfungen so schlecht vertragen, so dass sogar der an sich impffreudige Hausarzt von weiteren Impfungen abgeraten hatte.

Schließlich fragte der Arzt die Mutter des toten Mädchens noch nach dem Zeitpunkt des Zeckenstiches. Das sei gar nicht sicher, dass sie einen Zeckenstich gehabt hat, lautete die Antwort. Sie selbst habe jedenfalls keine Zecke bei ihrer Tochter gesehen. Das sei nur eine Vermutung des Großvaters gewesen.


Propaganda ersetzt Information

Mich erinnert diese Informationspolitik an einen Vorfall der sich vor beinahe 30 Jahren zugetragen hat. Damals war ein junger ungeimpfter Soldat des österreichischen Bundesheers "nach Zeckenbiss", wie es hieß, "ins Koma gefallen". Tagelang waren die Titelseiten der Zeitungen besetzt mit News von diesem tragischen Geschehen. Die FSME-Impfung erlebte damals in Österreich einen enormen Höhenflug. Das Unternehmen Immuno, wie es vor der Einverleibung in den US-amerikanischen Baxter Konzern hieß, kam kaum mit dem Produzieren des Impfstoffes nach.
Damals bot das Unternehmen nicht nur eine aktive Impfung an, wie sie jetzt noch am Markt ist, sondern auch die so genannte "passive Impfung", welche nach einem Zeckenstich gegeben wurde. Dabei wurde den Betroffenen eine Menge von fertigen Antikörpern (Immunglobuline) verabreicht, die mit den seit Zeckenstich vergangenen Stunden multipliziert wurde. Das konnten, wenn der Stich bereits längere Zeit zurück lag, regelrechte Elefantenspritzen sein.

Nach einigen Wochen im Koma starb der Bundesheer Soldat. In der Folge wurde beim Heer die FSME-Impfung verpflichtend eingeführt. Auch in vielen Schulen und Kindergärten wurde vor Ausflügen ein Impfnachweis von den Kinderen verlangt, sonst könnten sie nicht teilnehmen. Der tragische Fall des armen Soldaten galt überall als ernste Mahnung, ja nicht ungeschützt in Wiese oder Wald zu gehen.
Einige Monate nach dem Tod des Soldaten hielt der damalige Vorstand des Institutes für Virologie der Universität Wien, Christian Kunz, der mit seinem Team die "Zeckenimpfung" entwickelt hatte, einen Vortrag. Beiläufig erwähnte Kunz dabei etwas, das mich damals fast umgeworfen hat. "Wir sollten etwas vorsichtiger mit der Indikation für die Passiv-Impfung sein", sagte der Professor, "sonst haben wir noch mehr Fälle wie jenen des armen Soldaten."
Der Soldat war also nicht aufgrund des Zeckenstiches, sondern nach der Passiv-Impfung ins Koma gefallen. Ein nicht unwichtiges Detail, das damals in allen Medienberichten gefehlt hatte. Ein tragischer Todesfall auf Grund der "passiven Impfung" wurde also ohne jeden Genierer für die Impfwerbung eingesetzt!
Diese FSME-Immunglobuline standen später noch viele Jahre im Verdacht, dass sie überdurchschnittlich häufig schwere Nebenwirkungen mit dauernder Behinderung oder sogar Todesfälle verursachten. In Deutschland wurde diese "passive Impfung" rasch für die Anwendung bei Kindern verboten. In Österreich - dem Heimatland des FSME-Impf-Wirtschafts-Wunders – mahlten die Mühlen wie üblich langsamer. Hier wurde die Impfung – nach Jahrzehnten des Einsatzes ohne ordentliche Sicherheitsprüfung – erst vor kurzem abgeschafft.


Nutzen-Schaden-Bilanz der FSME Impfung

Von offizieller Seite wird die FSME-Impfung stets als Erfolgsgeschichte dargestellt. In Normaljahren ereignen sich in Österreich zwischen 50 und 100 Fälle zeckenbedingter Viruserkrankungen. Wenn es die Impfung nicht gäbe, würden wir jährlich mehr als 400 FSME-Fälle zählen, heißt es in Aussendungen des Wiener Virologie-Institutes, das sich über jahrelange gute und lukrative Zusammenarbeit mit den Impfstoff-Herstellern freut.
Doch wie sicher ist die FSME-Impfung? Welche Nebenwirkungen hat sie - jetzt mal abgesehen von leichtem Fieber oder den rasch abklingenden Rötungen an der Einstichstelle?
Was ist dran an den episodischen Berichten über das Auftreten von Multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis und anderen Autoimmunerkrankungen in zeitlicher Nähe zu einer FSME-Impfung?
Wie steht es um den Zusammenhang mit Asthma, mit Neurodermitis?
Und was ist mit Allergien und erworbenen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten wie der immer häufiger diagnostizierten Fruktoseintoleranz?
Das sind Fragen, die man nach jahrzehntelanger Anwendung der FSME-Impfung und Milliardenumsätzen auf Seiten der Impfstoff-Hersteller jedenfalls beantworten können sollte. - Doch Fehlanzeige.
Die Fachinformation zur Baxter-Impfung "FSME-Immun" liest sich wie ein Sammelsurium unbekannter Risiken.
Als "Gegenanzeige" - also als Ausschlussgrund für die Impfung – werden Überempfindlichkeit auf die in der Impfung enthaltenen Zusätze Formaldehyd, Neomycin, Gentamicin und Protaminsulfat genannt. Bei schwerer Überempfindlichkeit gegen Ei oder Hühnereiweiß drohe ein anaphylaktischer Schock. Doch wer kennt solche Risiken im Voraus? Auch eine intravasale Injektion sei "unbedingt zu vermeiden", da dies "zu schweren Reaktionen, einschließlich Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schock, führen kann."

Wie steht es um FSME Impfungen in Schwangerschaft und Stillzeit?
Es gebe weder aussagekräftige Studien zur Anwendung der Impfung bei schwangeren Frauen, noch Reproduktionsstudien am Tier, heißt es in der Fachinfo. "Auch ist nicht bekannt, ob FSME-Immun in die Muttermilch übertritt."
Bei "bekannter oder vermuteter Autoimmunerkrankung eines Impflings", heißt es weiters, sollte das Risiko einer FSME Infektion "gegen das Risiko einer ungünstigen Beeinflussung der Autoimmunerkrankung durch die Impfung abgewogen werden".
Wie aber sollte ein Impfarzt derartige Risiken gegeneinander abwägen? - Daten dazu gibt es nicht. Und offiziell heißt es stets, dass eine FSME-Impfung keinesfalls Autoimmunerkrankungen auslöst.

Die Fachinformation ist also nicht viel mehr als eine Pflichtübung zur juristischen Absicherung des Herstellers.


Woran starb Simon wirklich?

Offiziell starb Simon - wie erwähnt - an einer durch Meningokokken ausgelösten Sepsis, also an einer durch Bakterien ausgelösten Blutvergiftung. "Die FSME-Impfung hat damit nicht das geringste zu tun", lautete der Tenor der von den Medien befragten Impfexperten.

Eine Meningokokken-Infektion hat eine Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen. Etwa zehn Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome wurde geimpft.
Wie wirkt sich eine Impfung auf eine zufällig parallel dazu ablaufende Infektion aus?
Gar nicht, wenn man den diversen Impfexperten glaubt. "Das Kind ist ursächlich an einer Meningokokken-Infektion verstorben, das hat definitiv nichts mit der FSME-Impfung zu tun", erklärt etwa der Wiener Impfexperte Wolfgang Maurer. Derartige Spekulationen seien Schwachsinn und entbehrten jeder wissenschaftlichen Grundlage.
Also Schwamm drüber. - Die einzige Lehre, die Maurer aus dem tragischen Vorfall erkennen kann: Das Kind hätte – statt gegen FSME – lieber rechtzeitig gegen Meningokokken geimpft werden sollen!

Demnach wäre es also vollkommen zufällig gewesen, dass Simon am Vormittag geimpft wurde?

Sehen wir uns dazu zunächst die Funktionsweise einer Impfung an, welche - so wie die FSME-Impfung - Aluminiumhydroxid enthält. Dieser Bestandteil - der in der Fachinformation großzügig ignoriert wird - ist essentiell für die Funktion der Impfung.
Was also macht die Alu-Verbindung im Organismus? In den vergangenen Jahren sind einige wissenschaftliche Arbeiten erschienen, welche das "Dirty Little Secret" der Immunologie ein wenig gelüftet haben. Lange Zeit wusste man ja nicht viel mehr über den Wirkmechanismus der Alu-Verbindung als dass die Impfung ohne Aluminium leider nicht wirkt.
Mittlerweile weiß man, dass die toxische Alu-Verbindung an der Einstichstelle im Muskel Zellen abtötet und damit für einen gewaltigen Schock im Organismus sorgt. Die absterbenden Zellen setzen körperinterne Signalstoffe frei, welche das Immunsystem im gesamten Körper in unspezifische Alarmbereitschaft versetzen.
Im Idealfall sollten die Immunzellen dann die im Zentrum der Entzündung neben den Alu-Partikeln treibenden,  abgetöteten FSME-Viren finden, und diese für die Verursacher der Zellschäden halten.  Aufgabe der Alu-Verbindung ist es also, dem Immunsystem einen falschen Verdächtigen als Brandstifter im Gewebe unterzujubeln. Wenn die Immunzellen den Köder annehmen und daraufhin massenhaft Antikörper gegen die FSME-Viren erzeugen, wäre der Impfzweck erfüllt.

Dummerweise wird das Immunsystem aber unspezifisch - also ungezielt - alarmiert. Die Zellen wissen am Beginn so einer Alarm-Kaskade noch nicht, wovon die Gefahr ausgeht. Und wenn sich Abermillionen von Immunzellen in Angriffslaune befinden, so kann das auch gewaltig nach hinten los gehen.

Simon starb an einer Meningokokken-Sepsis.
"Der Sepsis liegt ein Versagen des Immunsystems zugrunde", heißt es im zugehörigen Artikel auf Wikipedia, wo aktuelle wissenschaftliche Studien zum Thema gut zusammen gefasst werden:
In der Folge kommt es, meist über den Blutkreislauf, zu einer Ausbreitung der Infektion auf den gesamten Körper. Die im Falle einer Lokalinfektion sinnvolle Entzündungsreaktion entwickelt sich nun zum eigentlichen Motor der Sepsis. In einer überschießenden Reaktion freigesetzte große Mengen an Überträgerstoffen führen zu einer Entzündung des gesamten Körpers unter anderem mit Schwellungen, Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel, ohne dass sie der Erregerbekämpfung nützten. Sind einmal lebenswichtige Organe davon betroffen, kann der daraus folgende Verlust ihrer Funktionsfähigkeit schnell zum eigentlichen begrenzenden Faktor für das Überleben der Patienten werden.
Simons Immunsystem hat also versagt, weil es auf die Bakterien in "einer überschießenden Reaktion" eine "Entzündung des gesamten Körpers" ausgelöst hat.
Genau dieses "Auslösen einer starken Immunreaktion" ist aber die Aufgabe des Wirkverstärkers Aluminiumhydroxid in der FSME Impfung. Wenn bereits eine Immunreaktion (gegen Meningokokken) im Anlaufen ist - und dann noch verstärkt wird (über die FSME-Impfung), kann dies dazu führen, dass das Immunsystem Amok läuft.
Das erscheint mir als die wahrscheinlichste Interpretation des Vorfalles - zumindest sollte diese Möglichkeit diskutiert werden. Doch Fehlanzeige: mir ist keine einzige Aussage bekannt, wo einer der Experten auf diesen nahe liegenden Zusammenhang auch nur eingegangen wäre.

Was wissen Impfexperten? - Was nehmen Impfexperten?

Es wäre das mindeste, wenn sich Mediziner und besonders die selbst ernannten "Impfexperten" mit den Basis-Kenntnissen immunologischer Abläufe vertraut machen würden.

Es wäre weiters zu empfehlen, befangene Experten - also jene, die seit vielen Jahren am finanziellen Tropf der Impfstoff-Hersteller hängen - nicht mehr als erste Auskunftsquelle und als Garant für unabhängige wissenschaftliche Informationen zu betrachten. Dazu zähle ich in Bezug auf die FSME speziell auch die "Impfexperten" am Wiener Institut für Virologie.

Und schließlich sollte eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik (hallo - ist da wer?!) dafür sorgen, dass nach Jahrzehnten der Gelddruckerei über den hemmungslosen Verkauf der Zeckenimpfung, seriöse Studien angeordnet und finanziert werden, welche endlich auch einmal das Risiko der Impfung messen. Und zwar nicht nur die örtlichen Nebenwirkungen über einen Zeitraum von wenigen Tagen. Um seriöse Aussagen treffen zu können, bräuchte es größere Studien mit einer wirklichen Kontrollgruppe und einer zuverlässigen Verblindung – und natürlich ein ausreichend langes Beobachtungsintervall.

Ich habe keinen Zweifel an der Wirksamkeit der FSME-Impfung und das hier im Blog an Hand der wenigen dazu verfügbaren Literatur auch schon im Detail dargelegt. Mit ihrer Hilfe ist es tatsächlich gelungen, die Fälle Zeckenstich-bedingter Gehirnentzündungen dramatisch zu senken.

Doch wie ernsthaft waren diese Ereignisse im Vergleich zu den Nebenwirkungen? Bevor der oben beschriebene Todesfall des Kärntner Mädchens den Zecken in die Schuhe geschoben wurde, gab es in der gesamten Medizinliteratur keine dauerhaften Schäden bei Kindern. Speziell kleine Kinder vor dem Schulalter vertragen den Kontakt mit Viren normalerweise ausgezeichnet. Nicht von ungefähr empfiehlt die Schweiz die FSME-Impfung erst ab einem Alter von sechs Jahren. Doch auch bei älteren Kindern gleicht die FSME von ihren Symptomen eher einer Sommergrippe denn einer dieser katastrophalen Verläufe mit unerträglichen Schmerzen und bleibenden Lähmungen, wie sie über die Impfwerbung suggeriert werden.
Eine der wenigen guten Studien zu Ausmaß und Häufigkeit der Bedrohung wurde in der Steiermark durchgeführt, jenem Bundesland, das mit Abstand die meisten FSME Opfer in Österreich zählt. Seit 1981 wurden dort 116 Fälle von FSME bei Kinder im Alter unter 16 Jahren gezählt. In der Mehrzahl verlief die Krankheit mild. Insgesamt waren nur bei sechs Kindern Aufenthalte in der Intensivstation notwendig. Bei fünf dieser Kinder heilten die Symptome vollständig aus. Nur ein einziges blieb halbseitig gelähmt. Und gerade dieses Kind war vollständig geimpft.

Eine objektive Nutzen-Schadens-Bilanz zu ziehen ist bei den heute zur Verfügung stehenden Informationen vollständig unmöglich. Es wäre durchaus möglich, dass die FSME-Impfung mehr gesundheitlichen Schaden anrichtet als die von den Zecken übertragenen Viren - speziell bei den Kindern.

Dieses Nichtwissen um die selteneren, aber umso ernsthafteren Nebenwirkungen blockiert auch die qualitative Verbesserung der Impfung. Seitdem vor mehr als zehn Jahren das toxische Quecksilber als Konservierungsmittel weg gelassen wurde, gab es keine weiteren Änderungen der Rezeptur. Braucht man unbedingt das problematische Formaldehyd in der Impfung? Könnte man das Antibiotikum Neomycin weg lassen? Und wie steht es mit dem Hilfsstoff Aluminiumhydroxid, der im Tierversuch Allergien und Autoimmunreaktionen auslöst?

Welchen Schutz bietet die FSME Impfung tatsächlich? Welchen Schaden richtet sie an?
Und womit bezahlen wir unser Nichtwissen?

Mit unerklärlichen Todesfällen "aus heiterem Himmel", so wie bei Simon und einer unbekannten Anzahl chronisch kranker Menschen, welche eine auf Angstmache statt auf seriöser Information basierende Kampagne zu den Impfärzten getrieben hat.

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