Donnerstag, 15. November 2012

Brustkrebs durch Deodorants?


Philippa Darbre ist eine fröhliche, selbstbewusste Frau Mitte fünfzig. Sie hat eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere mit Stationen an verschiedenen britischen Universitäten absolviert und ist seit nunmehr 21 Jahren an der Universität Reading im Norden Londons tätig, wo sie als Assistenzprofessorin im Fach der Krebsheilkunde arbeitet. Neben ihrer Forschungstätigkeit unterrichtet sie mehr als 300 Studenten.
Philippa Darbre, University of Reading (Foto: Ehgartner)

Darbres Spezialgebiet ist Brustkrebs, der häufigste Tumor der Frauen mit dem höchsten Sterberisiko. Im weiten Feld der Tumorforschung auf diesem Gebiet untersucht Darbre speziell die Rolle von Hormonen und hormon-ähnlichen Stoffen, die zur Entstehung von Krebs führen oder dessen Wachstum fördern.
Vor etwa 15 Jahren erhielt Darbre in der Diskussion mit ihren Studenten einen Hinweis, der ihr nicht mehr aus dem Kopf ging und der ihre weitere Forschungsrichtung entscheidend beeinflusste. Ein Student sagte in der Diskussion, dass bei ihm zu Hause – auf Grund mehrerer Ereignisse im Umfeld seiner Familie – die Meinung vorherrsche, dass Kosmetikprodukte Brustkrebs auslösen könnten.
Dieser Hinweis fiel bei ihr auf fruchtbaren Boden. Hatte sie doch bereits seit Langem die Tatsache irritiert, dass Brustkrebs überproportional häufig im sogenannten „äußeren oberen Quadranten“ der Brust auftritt. „Die weibliche Brust wird in vier Quadranten und einen zentralen Bereich um die Brustwarze aufgeteilt, die etwas gleich groß sind“, erklärt Darbre. Wenn man das simpel dividiert, hätte also jeder dieser Bereiche eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent, dass dort ein Tumor wächst. „Dem ist aber nicht so“, sagt Darbre, „denn in der Realität finden sich in jenem äußeren oberen Quadranten unmittelbar neben den Achselhöhlen fast dreimal so viele Tumore wie in den anderen Bereichen der Brust.“
Die Krebsforschung erklärt diese Tatsache damit, dass dieser Quadrant besonders dichtes Gewebe hat. Hier verlaufen die Lymphbahnen hin zur Achsel, hier seien auch besonders viele Milchdrüsen und Milchbahnen, die zur Brustwarze führen. Und weil Krebs vor allem aus diesen epithelialen Zellen entsteht, welche sich rund um die Milchbahnen anheften, wäre dies auch eine adäquate Erklärung für die beschriebene Beobachtung.
Doch Darbre gab sich damit nicht zufrieden und suchte in den Medizinarchiven nach Angaben, ob die Häufigkeit in diesem Quadranten immer schon so hoch lag. Und sie staunte nicht schlecht, als sie auf umfassende Untersuchungen aus den 1930er Jahren stieß, welche hier ganz andere Verteilungen fanden: „Damals lag die Häufigkeit von Brustkrebs in diesem Quadranten neben der Achselhöhle gerade mal bei 30 Prozent, nun halten wir bei 50 bis 60 Prozent“, sagt Darbre. „Das spricht eindeutig dafür, dass über die Jahrzehnte hier ein negativer Umwelteinfluss stärker geworden ist und sich hier negativ auswirkt.“
Einiges spricht dafür, dass der negative Einfluss tatsächlich aus dem Bereich der Kosmetik kommt, so wie es der Student hinausposaunt hatte. Und am meisten unter Verdacht sind die Deodorants bzw. noch genauer: die Antiperspirants.
Dass die Haut eine unüberwindbare Barriere bildet, welche keine Stoffe durchlässt, wurde bereits mehrfach widerlegt. Im Gegensatz zu Seife, Shampoo oder Duschgel bleibt ein Deo deutlich länger auf der Haut. Es soll ja dafür sorgen, dass man den ganzen Tag – oder noch länger – nicht schwitzt und gut riecht.

Hauptsächlicher Wirkstoff in Deos ist Aluminium, meist in Verbindung mit Chlor, z. B. Aluminium Chlorohydrat. Sobald das Deo auf die Haut aufgetragen wird, reagiert der Wirkstoff mit den Zellen der Haut. Dabei bindet das Aluminium an die Hautzellen und verändert diese so sehr, dass die Schweißdrüsen verstopft werden.
„Die Alu-Verbindung macht in Deos bis zu 25 Prozent des Inhalts aus“, erklärt Darbre. „Das ist keine kleine Menge, welche wir hier auf die Haut auftragen.“
Aluminium-Ionen sind sehr schwer zu beobachten. Um ihre Spur zu verfolgen, müssen sie besonders markiert werden, indem sie beispielsweise mit fluoreszierenden Teilchen kombiniert werden. Bereits vor Jahren haben Wissenschaftler demonstriert, dass Aluminium die Haut problemlos durchdringt und sich die Ionen später in der Blutbahn oder in Organen wiederfinden. Wenn Aluminium über belastete Nahrungsmittel beim Essen oder Trinken aufgenommen wird, so bleibt nur relativ wenig davon im Organismus, weil der Magen-Darm-Trakt relativ gut darin eingespielt ist, unbrauchbare Fremdkörper durchzuschleusen. Über die Haut gelingt das deutlich schlechter. Hier verbleibt deutlich mehr Aluminium im Körper. Und am meisten natürlich in jenen Regionen, wo das Aluminium aufgetragen wird.
Ob Aluminium selbst in der Lage ist, Brustzellen so zu verändern, dass Krebs entsteht, entwickelte sich schon früh zur Kernfrage in Darbres Forscherteam[1]. Doch wie sollte man diese Frage anständig beantworten? Gemeinsam mit Chris Exley führte sie eine Studie durch, in der sie Brustgewebe auf seinen Gehalt an Aluminium untersuchten. Dabei zeigte sich eine signifikante Abnahme, je weiter man von der Sprühzone unter den Achseln wegkam[2].
In einem neuen, noch nicht publizierten Experiment entschloss sich Darbre, den Einfluss von Aluminium auf Brustzellen möglichst naturgetreu nachzuahmen. Dazu setzte sie Zellen im Labor einer ganz niedrigen Dosis Aluminium Chlorohydrat aus. „Da viele Menschen über lange Zeiträume immer wieder ihre Deos verwenden, haben wir beschlossen, uns auch auf diesen Langzeiteffekt zu verlegen.“ Über ein Jahr blieb die Zellkultur also in Nährlösung im Schrank – bei gleichbleibender Temperatur. Einmal eine Zell-Linie mit Alu - und die Kontroll-Linie ohne Alu.
Während ich Philippa Darbre in ihrem Labor besuche, wirft sie einen Blick auf die Kulturen, die im Fermentor bei gleichbleibender Temperatur gelagert sind. Sie wirkt aufgeregt, als sie verschiedene der Schalen mit der darin enthaltenen leicht rosafarbenen Flüssigkeit unter dem Mikroskop untersucht. Ich frage, was sie hier tut, und sie sagt: „Es scheint tatsächlich zu stimmen. Sehen Sie mal.“ Und dann zeigt sie mir normale Zellkulturen ohne Aluminium. „Sie haben sich kaum verändert, seit wir sie vor Monaten angelegt haben.“ Dann legt sie andere Kulturen unter das Mikroskop und hier merke ich als Laie auf den ersten Blick, dass hier ein gewaltiger Unterschied besteht. In der mit Alu versetzten Brustzellen-Kultur finden sich häufig seltsame Zellverbände, manchmal auch große schwarze Riesenzellen. „Diese tumorartigen Gebilde“, sagt Darbre, „das ist Brustkrebs im Anfangsstadium.“
Nun ist eine Zellkultur im Labor kein lebendiger Organismus und es ist nicht zulässig, diese Resultate eins zu eins auf den Menschen zu übertragen. Doch beruhigend sind diese Beobachtungen keineswegs. Zumal andere Forschergruppen unter leicht veränderten Umständen genau dieselben Resultate erzielen.
Zu Jahresbeginn 2012 publizierte eine Forschergruppe der Universität Genf eine Versuchsreihe mit Zellen aus dem Brustgewebe, die mit einer Lösung aus Aluminiumchlorid versetzt wurden[3]. Die Aluminiumlösung wurde dabei in 100.000-fach niedrigerer Dosis beigesetzt, als sie in Deodorants enthalten ist, orientierte sich aber an jenen Konzentrationen, die in Brustgewebe gefunden wurden. Bereits nach einer Zeitspanne von sechs Wochen zeigten sich deutliche Unterschiede im Vergleich zu einer nicht mit Aluminium versetzten Kontroll-Kultur.
Jene Epithelial-Zellen sind in der weiblichen Brust dicht um die Milchgänge angeheftet und ihre Aufgabe ist es, Muttermilch zu erzeugen. Im Labor heften sich die Zellen an die Oberfläche des Kulturgefäßes. Ohne diesen Kontakt würden sie nicht gedeihen. Die Schweizer Wissenschaftler beschreiben aber nun, dass sich die Zellen unter dem Einfluss von Aluminiumchlorid lösten und einen untypischen Wachstumsprozess starteten. Nähere Untersuchungen zeigten rapid gealterte, vergreiste Zellen sowie zahlreiche Brüche in beiden Strängen der DNA-Doppelhelix.
„Schäden an der Erbsubstanz sind immer die erste Voraussetzung für Krebs“, erklärt Darbre. Und dazupassend erlaubt sie mir noch einen weiteren Blick in die Zukunft ihrer künftigen Veröffentlichungen.
Sie untersucht nämlich in einem recht aufwändigen Experiment gemeinsam mit einigen Doktoranden, ob Aluminium noch einen weiteren negativen – ja einen tödlichen Einfluss nimmt: „Wir versuchen zu messen, ob Aluminium auch noch die Bewegung, die Absiedelung der Krebszellen negativ beeinflusst“, erklärt Darbre. „Das ist besonders bedeutsam, weil niemand an einem Knoten in der Brust stirbt. Die Frauen sterben hingegen an den Absiedelungen, den Metastasen, die sich im Körper auf entfernte Organe wie Lunge oder Leber ausbreiten.“
Und tatsächlich erweist sich auch dieser Verdacht als hoch wahrscheinlich. Es sind zwar bisher nur Stichproben unter Beobachtung. „Doch wenn sich der Trend so fortsetzt, wird das ein sehr heftiges Resultat abgeben.“
Dass diese Grundlagenarbeit im Labor keine Ausflüge in versponnene Ideen ohne Relevanz im wirklichen Leben sind, zeigte Darbre mit zwei weiteren Arbeiten, die kürzlich in angesehenen Journalen erschienen sind.
Eine war eine Zusammenarbeit mit einer italienischen Forschergruppe und untersuchte den Gehalt an Aluminium in der Brustflüssigkeit von Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren[4]. Diese Werte wurden mit jenen von gesunden Frauen verglichen. Insgesamt nahmen 35 Frauen an diesem Experiment teil. Über eine Vakuumpumpe wurden ein paar Tropfen Flüssigkeit aus den Brustnippeln abgesaugt. Bei den Frauen mit Brustkrebs lag der Aluminiumgehalt der Nippel-Flüssigkeit im Mittel bei 268 Mikrogramm pro Liter (μg/l). Die gesunden Frauen kamen im Durchschnitt auf einen Wert von 131μg/l.
Aluminium hat in der weiblichen Brust – so wie im gesamten menschlichen Körper – nichts verloren und keinerlei Funktion. Alle Spuren von Aluminium sind also „Spuren der Zivilisation“. Dass das Brustgewebe von dieser Kontamination besonders stark betroffen ist, zeigt ein Vergleich mit der Konzentration in Blut.[5] Dort beträgt die Aluminium-Kontamination im Mittel nur vergleichsweise niedrige 6μg/l. Und sogar in der Muttermilch liegt der Mittelwert mit 25μg/l deutlich niedriger.
Die weitaus größte Belastung der Brust geht von den Deodorants aus, warnt Darbre. Dies gilt nicht nur für die Entstehung von Krebs, sondern auch von gutartigen Zysten. Dabei handelt es sich um verschlossene Hohlräume im Brustgewebe, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. „Wenn ein Deo eine Schweißdrüse verschließen kann“, sagt Darbre, „warum soll es dann nicht auch die Kanäle für die Gewebsflüssigkeit verstopfen können?“
Zysten erzeugen enormen Stress, die betroffenen Frauen ertasten Knoten und fürchten das Schlimmste. Wenn dann vom Arzt die Entwarnung kommt, ist die Erleichterung meist groß. „Und das ist auch verständlich“, sagt Darbre. „Doch anstatt nun weiterzumachen wie bisher, sollte die Neigung zu Zysten als Warnung gesehen werden.“ Zum einen weil man weiß, dass die Neigung zu Zysten auch ein höheres Krebsrisiko bedeutet. Und zum anderen, weil der Prozess auch wieder umkehrbar ist. „Zahlreiche Frauen haben mir berichtet, dass die Zysten verschwunden sind, nachdem sie mit den Alu-Deos Schluss gemacht haben.“
So wie es großes Leid ersparen kann, mit dem Rauchen aufzuhören, gilt dasselbe scheinbar auch für die Anwendung dieser aluminiumhaltigen Kosmetik-Produkte. Natürlich ist der konkrete Wirkmechanismus noch nicht hundertprozentig und in allen Einzelheiten erforscht. Dazu bräuchte es Forschung, die jemand finanzieren müsste. Die Pharmakonzerne werden hier kein eigenes Geld investieren, weil es nichts zu verdienen gibt. Das ist gar nicht böse gemeint. Es liegt in der Natur des Systems, dass Pharmafirmen versuchen, Arzneimittel zu erzeugen, mit denen man Krankheiten heilen oder Symptome lindern kann. Wenn die Forschung aber darauf hinauslaufen würde, eine Substanz einfach zu vermeiden – und beispielsweise keine Aluminiumhaltigen Deodorants mehr zu kaufen – so ist damit nichts zu verkaufen und auch nichts zu verdienen.
Außer natürlich für das öffentliche Gesundheitssystem. Hier wären die Einsparungen enorm, wenn weniger Frauen mit Brustkrebs operiert und behandelt werden müssten. Ganz zu schweigen vom unendlichen Leid – und auch den Kosten – die es bedeutet, wenn Frauen weit vor der Zeit sterben, Kinder zu Waisen und Ehemänner zu Witwern werden.
Darauf zu warten, dass die Gesundheitsbehörden aufwachen und eigene Arbeiten in Auftrag geben, ist müßig. Dazu müsste erst ein gehöriger Ruck durch diese Instanzen gehen, der die Notwendigkeit einer völligen Umorientierung in ihrem Selbstverständnis deutlich macht. Derzeit gleichen die Behörden – wie ich sie kennengelernt habe – eher einer Selbstbeschäftigungsanstalt mit Neigung zum Tagträumen. Weil das nicht geschieht, sind wir auf Beobachtungen und Indizien angewiesen, welche die Studien Darbres und anderer Wissenschaftler aber in Hülle und Fülle bieten. Man muss die Botschaft nur erfahren und daraus die geeigneten Schlüsse ziehen.
Beim Absetzen der Deos braucht man etwas Geduld, weil viele Hautzellen vom Aluminiumchlorid derart geschädigt wurden, dass sie abgestorben sind und sich unter beträchtlichem Gestank erneuern. Wer diese kurze Phase übersteht, kann aufatmen und hat die Aluminiumzeit endgültig hinter sich. Philippa Darbre selbst verwendet seit 15 Jahren keine Deodorants mehr. „Ich wasche mich zweimal am Tag, das genügt vollständig.“




[1] Darbre PD et al. „Underarm cosmetics and breast bancer“ J. Appl. Toxicol 2003; 23: S.89–95
[2] Exley C et al. „Aluminium in human breast tissue“ J Inorg Biochem 2007; 101(9): S.1344–1346
[3] Sappino AP et al. „Aluminium chloride promotes anchorage-independent growth in human mammary epithelial cells“ J Appl Toxicol 2012; 32(3): S.233–243
[4] Mannello F et al. “Analysis of aluminium content and iron homeostasis in nipple aspirate fluids from healthy women and breast cancer-affected patients“ J Appl Toxicol 2011; 31(3): S.262–269
[5] Darbre PD et al. „Aluminium and human breast diseases“ J Inorg Biochem 2011; 105(11): S.1484–1488


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Donnerstag, 8. November 2012

Diane M. Harper: "Es kann sein, dass von Aluminium ein Langzeitschaden ausgeht"

Die US-Medizinerin Diane M. Harper war an den Zulassungsstudien der beiden HPV-Impfstoffe Gardasil und Cervarix führend beteiligt. Speziell Gardasil - ein Produkt des Konzerns Merck - entwickelte sich zum weltweiten Bestseller. Doch seit ihrer Zulassung sorgen die HPV-Impfstoffe immer wieder für Schlagzeilen, wenn zuvor gesunde Mädchen und Frauen plötzlich schwer erkranken oder sterben. Eine aktuelle Analyse des US-Meldesystems VAERS zeigt, dass Gardasil in der Altersgruppe der Geimpften für mehr als die Hälfte der schweren Nebenwirkungen und bleibenden Schadensfälle bei Mädchen und jungen Frauen verantwortlich sein könnte. 
Im Interview mit Prof. Harper habe ich speziell nach ihrer Einschätzung der Sicherheit dieser Impfungen - und hier vor allem der Wirkverstärker gefragt, welche bei beiden Impfungen neuartige Aluminium-Verbindungen enthalten.


Wissen wir genug über die Auswirkungen von aluminiumhaltigen Substanzen auf das Immunsystem? Wie ist dazu Ihre Meinung?

Harper: Ich denke, dass wir dem unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen. Adjuvantien wurde eine sehr lange Zeit einfach übersehen. Es stimmt, dass Menschen, die mit Impfungen arbeiten, nicht lange über Adjuvantien nachdenken. Stattdessen widmen sie sich lieber den Antigenen – also den Wirkstoffen, die darin verwendet werden. Doch für Wissenschaftler ist es enorm wichtig, Fragen zu stellen und sich auch in heikle Dinge reinzuknien, die in der Vergangenheit als unantastbar gegolten haben. Wir wissen, es sind schlimme Dinge passiert mit Menschen, die geimpft wurden. Wir wissen nicht immer, warum so etwas auftritt, und vielleicht ist wirklich das Aluminium-Adjuvans dafür verantwortlich. Es kann sein, dass vom Aluminium ein Langzeitschaden ausgeht, der sich über die Zeit akkumuliert. Wir wissen, dass es eine Epidemie an Demenzkrankheiten gibt, von der die erste Babyboomer-Generation betroffen ist, die nun ins Rentenalter kommt. Wir wissen, dass diese Generation zu den meistgeimpften in der Geschichte der Menschheit gehört. Es wäre dumm, wenn die Wissenschaft hier die Augen verschließen würde. Die Aluminium-Belastung aus allen Quellen – inklusive der Mengen aus den Impfungen – gehört evaluiert. Wir müssen diese wichtigen Fragen stellen und wir werden sie wohl nicht mit einer Studie beantworten können. Es wird eine ganze Generation von Wissenschaftlern brauchen, die hier Daten sammeln müssen, um die medizinische Praxis zu ändern. Aber wenn wir nicht irgendwann damit anfangen, werden wir das niemals erreichen.

Die Behörden schreiben derzeit keine eigenen Sicherheitstests am Menschen für neuartige aluminiumhaltige Adjuvantien vor. Ist das nicht höchst fahrlässig?

Harper: Natürlich sollten die Behörden sich auch über die Sicherheit der Adjuvantien Sorgen machen und nicht von Haus aus annehmen, dass diese wohl ohnehin keinerlei Schaden anrichten können.

Noch einmal zurück zu den Zulassungsstudien bei Gardasil: Sowohl in der Impfgruppe als auch in der Kontrollgruppe sind bei exakt 2,3 Prozent der Teilnehmerinnen "neue Krankheiten mit potenziell autoimmunem Hintergrund" aufgetreten. Diese Nebenwirkungen können vom Aluminium verursacht worden sein, das auch in den Kontrollgruppen zugesetzt wurde. Würden Sie das als gutes Studiendesign bezeichnen, wenn Nebenwirkungen derart maskiert werden?

Harper: Es stimmt, dass auch die Placebogruppe das Aluminium-Adjuvans gespritzt bekam. Es gab kein Salzwasser-Placebo. Wenn also das Aluminium-Adjuvans die 2,3 Prozent Nebenwirkungen verursacht hat, so würden wir das tatsächlich in beiden Gruppen sehen. Es gibt weder einen Beweis, dass es das Aluminium war, noch einen Beweis zu dessen Entlastung. Es gab tatsächlich keine Studie, die sich in irgendeiner Art um den Effekt des Aluminiums kümmerte. Wir hätten eine Salzwasser-Kontrolle gebraucht.

Sie waren doch prominent beteiligt an diesen Studien. Warum haben Sie das nicht gefordert?

Harper: Ich hatte keinen Einfluss auf das Design. Das wurde zwischen dem Pharmakonzern Merck und den Arzneimittelbehörden ausgehandelt. Die US- und die EU-Behörden hätten bloß auf einer Salzwasser-Kontrolle bestehen müssen. Dann wäre das geschehen. Die Behörden sind derzeit aber überhaupt nicht besorgt wegen der Adjuvantien und wollten nur wissen, ob die Antigene lokale Rötungen oder Schwellungen machen.

Waren es nicht taktische Gründe: Dass es für die Impfung nicht gut ausgesehen hätte, wenn sie gegen eine neutrale Wasserlösung hätte antreten müssen. Dann wäre der Unterschied bei den Nebenwirkungen wohl deutlich höher gewesen.

Harper: Ja. Viele Studien zeigen, dass eine Injektion mit Aluminium deutlich mehr lokale Nebenwirkungen produziert, als eine Injektion mit Salzwasser.

Die Behörden haben also ein falsches Placebo zugelassen, das die negativen Effekte der Adjuvantien versteckt hat. Die Konsumenten wollen aber wissen, welche Nebenwirkungen die ganze Impfung hat – und nicht nur die Antigene.

Harper: Das ist richtig. Es wäre interessant, das zu wissen. Aber wir haben keine Chance, das zu erfahren.

Denken Sie, dass Merck zu nahe Beziehungen zu den Behörden pflegt? Gibt es zu wenig Kontrolle?

Harper: Dr. Julie Gerberding war die frühere Direktorin der CDC (Anm: US-Behörde „Centers for Disease Control“) und jetzt ist sie die Präsidentin der Impf-Abteilung bei Merck. Merck macht das generell gerne, dass sie Führungspersonen der Behörden abwerben.

In den letzten Jahren zeigten einige Studien, speziell jene der dänischen Forschergruppe um Peter Aaby aus Westafrika, dass aluminiumhaltige Impfungen die Gesundheit der Kinder gefährden können. Wissen wir genug über solche Effekte?

Harper: Peter Aabys Arbeit ist so wichtig! Wir haben derzeit nicht genug gut gemachte Studien, um das zu beantworten. Dieses Feld ist sehr jung und wir müssen Finanziers ermutigen, hier rigorose Forschung zu ermöglichen. Wir müssen auch Regierungen und Krankenkassen ermutigen, diese Forschung zu unterstützen. Es gibt hinreichend Belege für schwere Reaktionen, die wohl vom Aluminium stammen.

Die Behörden empfehlen seit vielen Jahrzehnten Impfstoffe, die Aluminium als Hilfsstoff enthalten. Sie sitzen diesbezüglich mit den Herstellern im Boot und würden enorme Kritik ernten, wenn sich herausstellen sollte, dass vom Aluminium eine Gefahr ausginge.

Harper: Das würden sie mit Sicherheit. Man kann sich aber nicht auf ewig hinter dem verstecken, was gewesen ist und was man einmal getan hat. Deshalb sollten sie besser mutig sein und einen Schritt vorwärts tun: Wir müssen diese Fragen dringend beantworten und wir müssen uns auch die alten Impfpläne hernehmen, um zu sehen, was davon gut und was schlecht ist.
Kennen Sie die Harry-Potter-Filme? Die Gesundheitsbehörden sollten sich nicht so anstellen wie Dolores Umbridge mit ihrer Doktrin „Stell ja meine Autorität nicht in Frage, es wird so bleiben, wie es immer war!“ Ich hoffe, die Behörden haben das Rückgrat, hier einen wirklich unvoreingenommenen Blick zu werfen und das alles aufzuarbeiten, was jetzt schon an Fakten vorliegt. Jedenfalls braucht es Ermutiger und Leute, die Fragen stellen, so dass eine Generation junger Wissenschaftler sich dieser Aufgabe stellt und für sich beschließt, diese Fragen zu klären. Es wird viel Leidenschaft brauchen, sich dieser Herausforderung und den Konflikten, die das mit sich bringt, zu stellen.

Diane M. Harper (Foto: privat) ist Medizinerin und Inhaberin zweier Master-Abschlüsse in Public Health und Science. Sie ist Professorin und Leiterin der Forschungsabteilung an der Universität Kansas City in Missouri. Einer ihrer Arbeits-Schwerpunkte liegt im Bereich der Prävention gynäkologischer Krebserkrankungen. Hier befasste sie sich früh mit humanen Papillomaviren (HPV) und deren Auswirkungen auf krankhafte Veränderungen an der Zervix. Ab 1997 war sie als "Principle Investigator" an den Zulassungsstudien von Gardasil und Cervarix, den beiden HPV-Impfstoffen beteiligt. Das Forschungs-Team, das Harper leitete, begleitete rund 3.000 Mädchen und Frauen als Studien-Teilnehmerinnen. 
Das Interview ist in meinem aktuellen Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium" veröffentlicht worden.

Montag, 29. Oktober 2012

Grippeimpfung: Teurer Schmu?

So lautet der Titel eines sehenswerten Beitrags des SWR-Magazins "Odysso".
Und er mag vielleicht darüber hinweg trösten, dass es europaweit – wegen der Beschlagnahme von Influenza-Impfstoffen des Konzerns Novartis – Probleme mit der Versorgung gibt.

Hier geht es zum Video:




Freitag, 26. Oktober 2012

Gardasil führt Liste gefährlicher Nebenwirkungen an

In den USA werden unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen von Impfungen online veröffentlicht. Diese Meldungen sind kein Beleg über einen ursächlichen Zusammenhang, aber sie zeigen, welche Impfungen besonders auffällig sind. Und hier führt bei den Mädchen und jungen Frauen mit weitem Abstand eine Impfung, wo bereits bei der Zulassung skandalöse Tricks angewendet wurden.



Gardasil, die Bestseller Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV), wurde 2007 mit ungeheurem Aufwand als "Impfung gegen Krebs" beworben und weltweit auf den Markt gebracht. Mittlerweile ist sie in vielen Ländern als "Gratisimpfung" für Mädchen und junge Frauen in den Impfplänen integriert.

Ich habe mich hier im Blog viele Male zu dieser Impfung geäußert, weil ich bis dahin noch kein Beispiel erlebt habe, wo ein neues Arzneimittel mit derart frech und brutal manipulierten Sicherheits-Studien getestet und dann auch noch von den US-Behörden zugelassen wurde.

Zur Erinnerung: Als "Placebo" wurde den Mädchen und Frauen in der Kontrollgruppe "Aluminiumwasser" gespritzt. Die Impfung Gardasil wurde also gegen die Aluminiumhaltigen Wirkverstärker aus der Impfung inclusive der sonstigen Hilfsstoffe der Impfung getestet. Das einzige, was die beiden Injektionen unterschied war das Antigen - also die ausgehöhlten und abgetöteten HPV-Viren, von welchen man aber schon im vorhinein wusste, dass von diesen Virentrümmern sicher kein besonderes Risiko aus ging.


Nebenwirkungen absichtlich maskiert

Alle, die vom Impfwesen ein wenig Ahnung haben, wussten hingegen, dass unerwünschte Arzneimittel-Nebenwirkungen im allgemeinen von den Wirkverstärkern (Adjuvantien) ausgelöst werden.
Zu allem Überfluss wurde bei Gardasil nicht das problematische - aber immerhin alt bekannte - Aluminiumhydroxid verwendet, sondern eine verstärkte Neuentwicklung des Merck-Konzerns: Amorphes Aluminium Hydroxyphosphat Sulfat - oder kurz AAHS.
AAHS unterscheidet sich - laut Merck-eigenem Forschungsbericht - gewaltig von herkömmlichen Alu-Wirkverstärkern. Es wurde, wie es heißt, "speziell wegen seiner deutlich stärkeren immonogenen Eigenschaften" für den Einsatz in Gardasil ausgewählt.

Wer nun glaubt, dass AAHS jemals eine Sicherheitsprüfung durchmachen musste, kennt das Impfwesen nicht. Denn hier herrscht in vielen Bereich Narrenfreiheit für die Herstellerfirmen. AAHS wurde also ohne jegliche Sicherheitsdaten am Menschen der Impfung beigefügt. "Separate Sicherheitstests werden von den Behörden nicht verlangt", hat mir das ein hochrangiger Mitarbeiter des Impfstoff-Herstellers GSK mal erklärt. "Ein neues Adjuvans wird traditionell immer gemeinsam mit einer Impfung getestet".

Am Beispiel von Gardasil wird diese absolute Leichtfertigkeit dann konsequent zu Ende geführt.
Denn wenn das neue Adjuvans AAHS sowohl in der Impfung enthalten ist als auch in der Placebo-Impfung, welche die Kontrollgruppe erhält, so sind damit jegliche möglichen Nebenwirkungen, die auf das Konto von AAHS gehen, natürlich vollständig maskiert.


Sicherheitsrisiko HPV-Impfung

Zur (Un)Sicherheit der HPV Impfung Gardasil gibt es jetzt eine interessante neue Arbeit ("Too Fast or not too fast, FDAs approval of Mercks Gardasil" im Journal of Law and Medical Ethics von L. Tomljenovic and C. Shaw). 
Daraus geht hervor, dass Nebenwirkungen von Gardasil im US-Meldesystem VAERS eine recht prominente Position einnehmen.

Bei einer Untersuchung der gemeldeten Nebenwirkungen der letzten sechs Jahre bei Mädchen und Frauen in der Altersgruppe von 6 - 29 Jahren gab es folgende Resultate:
  •  Insgesamt wurden 79.657 Nebenwirkungen mit Impfungen gemeldet. 
  •  Davon fielen auf Gardasil: 18,8 % 
  • Ernsthafte Nebenwirkungen insgesamt: 2.157 
  • Davon Gardasil: 60,9 % 
  • Todesfälle insgesamt: 63 
  • Davon Gardasil: 61,9 % 
  • Lebensgefährliche Ereignisse: 456 
  • Davon Gardasil: 64,9 % 
  • Ereignisse mit bleibendem Schaden: 589 
  • Davon Gardasil: 81,8 %

Zum Skandal der Zulassung von Gardasil habe ich mit der US-amerikanischen HPV-Expertin Diane Harper, welche an einigen dieser Studien prominent beteiligt war, ein Interview geführt.
Soviel vorab: Das Interview enthält Einsichten in den Zustand des Impfwesens in den USA und Europa, wie nicht einmal ich - als langjähriger Kritiker dieses Systems - das für möglich gehalten habe.

Dienstag, 25. September 2012

Neues Buch kommt in kürze

Die Druckfahnen für mein aktuelles Buch sind in die Druckerei gewandert.
Vorhin habe ich das Cover zur Ansicht bekommen.

So wird mein "Baby" aussehen:



Und das steht am Buchrücken:

Wir leben im Zeitalter des Aluminiums. Doch das glänzende Leichtmetall hat eine erschreckende, dunkle Seite, die in diesem Buch zum ersten Mal kritisch beleuchtet wird. 

Vor 100 Jahren wusste kaum jemand etwas mit dem häufigsten Metall der Erdkruste anzufangen. Heute ist Aluminium allgegenwärtig. 
Besonders beliebt sind bioaktive Aluminium-Verbindungen in der Kosmetik-Industrie: In Sonnencreme fördert Aluminium die gleichmäßige Verteilung. In Deos reagiert es mit den Zellen der Haut, so dass sie nicht mehr schwitzen können. Medikamente gegen Sodbrennen enthalten oft regelrechte Überdosen an Aluminium. In zwei Drittel aller Impfstoffe ist Aluminium als Wirkverstärker enthalten. Viele Wasserwerke verwenden Alu-Verbindungen zum Klären und liefern das Trinkwasser dann – mit unvermeidlichen Alu-Rückständen – in die Haushalte. 

Im totalen Widerspruch zu dieser sorglosen Anwendung in den sensibelsten Lebensbereichen stehen die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft: 

  • Brustkrebs wird am häufigsten neben den Achseln diagnostiziert: dort wo aluminiumhaltige Deos aufgetragen werden 
  • Aluminium erzeugt im Tierversuch Demenz und gilt als möglicher Auslöser der Alzheimer-Krankheit beim Menschen 
  • Aluminium manipuliert das Immunsystem und kann es in eine allergische oder autoaggressive Richtung kippen 

Die „Akte Aluminium“ wird endlich geöffnet: Mit diesem Buch haben Sie Zugang zu Informationen, welche von den Alu-Lobbys allzu lange vertuscht und hintertrieben worden sind.

Wer neugierig ist, kann das Buch gleich vorbestellen. Hier nebenan ist der Link zu Amazon.

Samstag, 25. August 2012

Notbremse bei Aluminium

Was meinen Sie, wo mehr Aluminium erlaubt ist: in Lebensmitteln oder in Impfstoffen?

Abschied von E-559, dem Aluminium-haltigen Lebensmittel-Zusatz Kaolin (Foto Chris73)
In besorgten Kreisen junger Eltern wird oft darüber diskutiert, ob eine Sechsfachimpfung nicht zu viel ist für so ein kleines Baby. Und viele überlegen, ob nicht zwei Dreifach-Impfungen - mit einem ordentlichen Abstand dazwischen - besser verträglich wären.
Bei derartigen Diskussionen wird meist übersehen, dass die Wirkstoff-Mengen in den Impfungen vernachlässigbar gering sind im Vergleich zum Gehalt der so genannten Adjuvantien. Der Hauptanteil am Volumen einer Impfung kommt - abgesehen von Wasser als Lösungsmittel - nämlich von diesen Hilfsstoffen, die als Wirkverstärker dienen. Ohne Adjuvantien würde der Großteil der Impfungen deutlich schlechter oder gar nicht wirken. Doch nicht nur der Anteil am Volumen ist bei den Hilfsstoffen größer, auch die Nebenwirkungen einer Impfung kommen meist von den Adjuvantien und nicht von den tatsächlichen Wirkstoffen (Antigene).

Als Adjuvantien verwendet werden im Normalfall Aluminiumverbindungen. Und Aluminium ist bekannt neurotoxisch - also giftig für das Nervensystem.
Erst vor kurzem, im Jahr 2008, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA: European Food Safety Authority), die tolerierbare wöchentliche Aufnahme für Aluminium in Lebensmitteln von 7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht auf 1 Milligramm pro Kilogramm radikal abgesenkt. Das wurde damit begründet, "dass Aluminium bereits in niedrigeren Dosen als bisher angenommen, toxisch auf das sich entwickelnde Nervensystem wirkt."


Der Vergleich: Lebensmittel gegen Babyimpfung

Rechnen wir das mal auf ein 5 kg schweres Baby um: Das wären also ein Höchstwert von 5 mg Aluminium pro Woche. Pro Tag sind das 0,71 mg.
Und nun sehen wir nach, was in Impfstoffen drin ist: Der einzige Sechsfach-Impfstoff am Markt, Infanrix hexa enthält sogar zwei Aluminiumverbindungen: Al-hydroxid und Al-phosphat. Das ergibt laut Produktinformation eine Menge von 0,82 Milligramm Aluminium-Ionen (Al3+).
Wenn die Babys beim Impfarzt - so wie üblich - auch gleich noch die Pneumokokken-Impfung dazu bekommen so erhöht sich die Aluminiummenge (jetzt am Beispiel von Synflorix gerechnet) nochmal um 0,5 mg.
Den Babys werden beim Impfarzt also 1,32 mg einer Substanz injiziert, welche nach Expertise der EFSA "toxisch auf das sich entwickelnde Nervensystem wirkt".
Das ist fast die doppelte Menge, welche für Lebensmittel als tolerierbarer Höchstwert gilt.

Und dann muss man noch wissen, dass in Lebensmitteln - über den mit Giften relativ gut geübten Magen-Darm-Trakt - kaum Aluminium im Körper aufgenommen wird.
Bei der Injektion ins Muskelgewebe verbleibt hingegen rund 100 Mal mehr Aluminium im Organismus.

Eine von der französischen Nationalversammlung eingesetzte Expertenkommission empfahl kürzlich, Aluminium aus Impfstoffen so rasch wie möglich zu entfernen und speziell für die Babys, welche am meisten geimpft werden, Aluminium-freie Alternativen anzubieten. - Mit gutem Grund!


EFSA greift durch

Den Lobbyisten der Aluminiumindustrie schmecken diese Aktivitäten gar nicht. Und so wurde rasch Druck aufgebaut, die Empfehlungen der EFSA zu unterlaufen. Einer der wichtigsten Anläufe war eine von der Industrie vorgelegte und finanzierte Studie, aus der hervorgehen sollte, wie gering die Gefahr einer Aufnahme von Aluminium aus Lebensmitteln ist. Die Experten der EFSA bezeichneten die neuen Informationen als ungenügend und hielten an den niedrigeren Grenzwerten fest.

Die EU-Behörde zur Lebensmittelsicherheit blieb auch weiter am Ball: Weil es schwer ist, unter den derzeitigen Bedingungen die niedrigen Empfehlungen zur Aufnahme von Aluminium aus Lebensmitteln einzuhalten, regten sie an, die Zulassung für einige Aluminium-haltige Lebensmittelzusätze zu streichen. Außerdem sollte eine Deklarierungspflicht eingeführt werden, damit die Konsumenten und auch die weiterverarbeitende Industrie überhaupt die Chance haben, den Gehalt an Aluminium zu bemerken.
Der Chef der EU-Kommission Jose Manuel Barroso unterzeichnete am 3. Mai 2012 eine entsprechende Verordnung, die nun bis spätestens 2014 von den Mitgliedsstaaten in Landesgesetze umgemünzt werden muss. Dabei geht es unter anderem den Aluminium-haltigen Zusätzen E-556 (Kalzium-Aluminium-Silikat), E-558 (Bentonit) und E-559 (Kaolin) an den Kragen.

Vielleicht sollte ich mal anfragen, ob die Lebensmittel-Experten der EFSA ihren Kollegen von der EMA (European Medicines Agency) nicht Aufklärungsunterricht erteilen könnten. Diese hätten es nämlich dringend nötig!



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Samstag, 21. Juli 2012

Hepatitis B - Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Zur Gefährlichkeit von Hepatitis B gibt es unterschiedliche Angaben, sowohl was den Verlauf der Infektion als auch die Gefahr der Ansteckung betrifft.
Der Wiener Impfexperte Wolfgang M., Initiator von impfinformationen.de, der damit sympathisiert, "Impfgegner mit nassen Fetzen zu jagen", erklärt, dass "von normalen sozialen Kontakten" das größte Infektionsrisiko ausgeht. Auf Türgriffen könne Hepatitis B bis zu einer Woche überleben, in einem Milliliter Speichel fänden sich bei Infizierten rund 20.000 Viren. Und auch wenn Hepatitis B bei den angesteckten Kindern "regelmäßig ohne Symptome verläuft", schreibt Wolfgang M., sei das noch kein Grund zur Entwarnung, denn:
Diese infizierten Kinder werden je nach Alter von null bis drei Jahren zwischen 95% und ca 30% so genannte "gesunde" Virusträger, die dann aber im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt sehr häufig massive Leberprobleme bekommen (Fibrose, Zirrhose, Leberzellkarzinom) und die natürlich andere anstecken können weil infektiös.

Dass chronische Hep-B Infektion ein Risikofaktor für Leberkrebs ist, bestreite ich nicht. So wie auch eine chronische Zervix-Entzündung ein Risikofaktor für Zervix-Karzinom oder eine chronische Magenentzündung ein Risikofaktor für Magenkrebs ist. Die meisten viralen Infektionen sind jedoch nicht chronisch, sondern vorübergehend. Den Teufel an die Wand zu malen und nach 30 oder 40 Jahren schlimmes Unglück zu prophezeihen ist schon deshalb problematisch, als es über so lange Zeiträume kaum relevante Studien gibt und derartige Vorhersagen eher mit Astrologie denn mit Wissenschaft verwandt sind.
Wenn es denn so wäre, dass chronische virale Infekte so lange bestehen, so wäre es wohl vernünftiger, diese Risikogruppe zu identifizieren und Energie in die Entwicklung einer Therapie für diese Menschen zu setzen.

Aber folgen wir seiner Argumentation noch ein Stück weiter:
Wolfgang M. behauptet, dass Hep B Infektionen im Säuglings und Kleinkindalter ein relevantes Problem sind. So relevant, dass mit der Impfung der Risikogruppe (Babys von HBsAg positiver Schwangerer) das Problem nicht in den Griff zu kriegen wäre. Deshalb müssten ALLE Kinder geimpft werden. Und er behauptet weiters, dass viele der bei der Geburt infizierten Babys nur scheinbar gesund und symptomlos sind und zwischendurch stecken sie (über Speichel und sogar von Türgriffen war die Rede) noch jede Menge Kontaktpersonen in Kindergruppe, Schule (und später dann beim GV) an.

Dann sehen wir uns doch einmal an, ob dieses Horrorszenario der Wahrheit entspricht.
Wenn dem so wäre, so müsste das ja sichtbar sein, indem vermehrt junge Menschen außerhalb der Risikogruppen (z.B. Drogensüchtige) an Hepatitis B erkranken.

In Dänemark wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren alle schwangeren Frauen auf HBsAg (Test auf Infektion mit dem Hepatitis B Virus) getestet. Dort wo der Test positiv ausfiel wurden die Babys geimpft. Die Gesundheitsbehörden erreichten damit eine Impfrate von 96 Prozent in der Risikogruppe. Die zugehörige Studie ist kürzlich im Journal "Vaccine" erschienen. 
Es stimmt also schon einmal nicht, dass die Risikogruppe nicht ausfindig zu machen wäre.
Auch in Deutschland und Österreich gehört ein Test auf HBsAg zum Standard - wird in der zweiten Schwangerschaftshälfte routinemäßig durchgeführt.
Warum also impft man nicht nur diese Risikogruppe?

Wegen des hohen Ansteckungsrisikos sagen die Befürworter der Impfung.
Dann sehen wir mal, wie es um dieses Argument steht und wie hoch das Ansteckungsrisiko tatsächlich ist:
Von 140.376 schwangeren Frauen, die im Lauf der zwei Jahre in Dänemark getestet wurden, war der HBsAg Nachweis bei 371 Frauen positiv. Zum Großteil handelte es sich dabei um Frauen aus Einwanderer-Familien, welche die Infektion wahrscheinlich in ihren Herkunftsländern erworben hatten. Schwangere, die im Ausland geboren waren, hatten eine Infektionsrate von 2,74 %. Am höchsten war der Prozentsatz Infizierter bei Frauen aus Südost-Asien (14,5 %).
Bei in Dänemark geborenen Frauen war hingegen der HBsAg Test gerade mal in 17 Fällen positiv. 
In Dänemark geborene Frauen - egal welcher Nationalität - haben also ein Infektionsrisiko von 0,01 %. Das zeigt, dass das Ansteckungsrisiko in Dänemark extrem niedrig ist.
Zudem ist nicht bekannt, wie viele der 17 HBsAg-positiven Frauen aus den bekannten Hepatitis B Risikogruppen (z.B. Drogensüchtige, Prostituierte) stammen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es einige sind - und damit zeigt sich, dass das Risiko für gesunde Personen außerhalb der Risikogruppen kaum existent ist. 


Gehen wir also nun zum Effekt der Impfung in dieser identifizierten Risikogruppe. 
Das Risiko einer Übertragung von Hepatitis B Viren von der Mutter auf das Kind wird in der Literatur mit 5 bis 12 % angegeben. Von den 17 Frauen hätten also - ohne Impfprogramm - eine bis zwei Mütter die Viren auf ihr Baby übertragen. Das ist weniger als eine Infektion pro Jahr. 
Bei in Dänemark geborenen Schwangeren vermag die Impfung der Risikogruppen also eine Infektion pro Jahr zu vermeiden. Und das bei einer Durchimpfungsrate von 96 Prozent, also einer nahezu vollständigen Erfassung der Risikogruppe!   


Wie sehr dieser Effekt durch die Impfung der Gesamtbevölkerung noch gesteigert werden sollte, ist mir ein vollständiges Rätsel. 


Fassen wir also noch einmal die dänischen Erfahrungen zusammen: 
  • Das Risiko einer Infektion für im Inland geborene Frauen ist extrem niedrig (erst recht, wenn sie keiner der bekannten Risikogruppen angehören) 
  • Die Impfung auf die Risikogruppen zu beschränken - würde im Rahmen eines guten Hep-B-Screeningprogramms den selben Effekt haben, wie die Impfung aller Babys 
  • Die Impfung auf Risikogruppen zu beschränken, würde den positiven Effekt der Impfung maximieren - bei gleichzeitiger Vermeidung von Nebenwirkungen bei Babys, die keiner Risikogruppe angehören. 
  • Anstatt 140.000 Babys zu impfen, genügt es - mit dem selben Effekt - die Impfung auf 370 Babys HBsAg-positiver Mütter zu beschränken. 
Wenn schon allgemeine Impfprogramme gegen Hepatitis B, dann sollten diese wohl eher dort durchgeführt werden, wo die Bedrohung für die Gesamtbevölkerung relevant ist, also etwa in Südostasien.
Tatsächlich gibt es auch solche Programme, beispielsweise in Taiwan (siehe hier oder hier). Die Autoren dieser Arbeiten schreiben, dass 89 Prozent der HBsAg-Träger unter den Kindern, auch HBsAg-positive Mütter haben. Dasselbe gilt für 96% der Kinder, die nach Einführung der Impfkampagne dennoch an Leberzell-Karzinom erkrankt sind. 
In der zweiten Arbeit heißt es: "Über den Zeitraum von rund 20 Jahren, in dem das nationale Hepatitis B Programm in Taiwan gelaufen ist, hat sich also die Leberkrebs-Rate bei Kindern auf ein Drittel reduziert."  Ein Teil des Effektes wird sicher auf die Impfung zurück zu führen sein, ein weiterer auf die allgemeine Verbesserung der hygienischen Situation in diesem Zeitraum. 


Aus der dänischen Studie haben wir gesehen, dass Frauen aus dem südasiatischen Raum tatsächlich das höchste Risiko einer chronischen Hepatitis B Infektion haben. Ich wäre also für eine Impfung der Risikogruppen. 
Wenn Wolfgang M. dafür plädiert, die Gesamtbevölkerung zu impfen, weil die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, dass die Impfung der Risikogruppen alleine nicht ausreicht, das Problem in den Griff zu bekommen, dann frage ich mich, worauf er sich dabei beruft. 
Die Erfahrungen in Taiwan können es nicht sein. Denn dort wird die Gesamtbevölkerung geimpft und das Problem lässt sich trotzdem nicht unter einen gewissen Pegel senken. 


Die gesamte einheimische Bevölkerung zu impfen und mit diesem Riesen-Aufwand - am Beispiel Dänemarks - eine einzige (!) Infektionsübertragung von der Mutter auf das Kind zu verhindern, das ließe sich mit einer Erfassung und Impfung der Risikogruppen genauso erreichen. 
Der gesundheitliche Effekt einer allgemeinen Hepatitis-B Impfung für alle Babys ist minimal und wurde in erster Linie zum Wohl der Impfstoff-Hersteller eingeführt. 


Dem gegenüber steht ein bislang kaum untersuchtes und deshalb nur schwer einschätzbares Sicherheits-Risiko der Hepatitis B Impfung. 
Gerade wenn der Vorteil einer Impfung so gering ist, müsste sicher gestellt und bewiesen werden, dass das Risiko der Impfung nahe null liegt. 
Davon kann jedoch keine Rede sein.

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