Samstag, 29. August 2026

Sterbebegleiter für eine geisteskranke Großmacht

Welchen Sinn macht es für Europa den Sterbebegleiter für eine geisteskranke Großmacht zu spielen? - Diese Frage stellt sich bei den aktuellen Entwicklungen der US-Politik. Doch anstatt eine autonome selbstbewusste Stimme zu entwickeln, halten die Spitzen der EU wie Vasallen an der Befehlskette aus Washington fest. Kein Wunder, haben sich diese Leute doch konsequent ihren Netzwerken verschrieben - und werden, wie Annalena Baerbock - auch nach dem Ende ihrer politischen Karriere verlässlich belohnt.

Die sozialen Medien feiern die Uni-Karriere der Ex-Außenministerin

The GREATEST Präsident hat wieder einen Clou gelandet. Die USA haben sich ein Fünftel der Ölreserven Venezuelas gekrallt und werden damit, so Trump, die verfügbare Ölmenge der USA "mehr als verdoppeln". Ob die Freilassung Maduros Teil des Deals ist, gab er nicht bekannt.

Die Politik Trumps hat aber insofern etwas Einzigartiges, weil er keinerlei Talent zur Heuchelei hat und damit ungefilterte Einblicke in die Politik der USA ermöglicht. Er ist ein geborener Neighborhood Bully, der typische Schulhof-Tyrann: jemand, der in der unmittelbaren Umgebung Schwächere einschüchtert, demütigt, Schutzgeld oder Vorteile erpresst und Respekt durch Drohungen statt durch Regeln oder Fairness einfordert. Damit hat er seine Karriere als Immobilien-Tycoon vorangetrieben - und dasselbe betreibt er nun in der Politik. Als Greatest President der USA hat es ihm noch ein paar restliche verbliebene Sicherungen heraus gehaut. Und so ist er mittlerweile auf einem Level angelangt, wo er es nicht mehr nötig hat, irgendeine seiner Regungen zu verbergen. Emotion wird sofort ausgesprochen oder gepostet. Zur Verzweiflung seines Umfelds.


Die wahren strategischen Interessen der USA

Der Staatsapparat mit seinen Geheimdiensten, die Trump zuarbeiten, ihn leiten und beraten - ist indes - trotz Wechsel von Demokraten zu Republikanern - weitgehend derselbe geblieben. Nach wie vor gilt dasselbe strategische Interesse der USA, im globalen Spiel der Mächte eindeutig die Nummer 1 zu bleiben. Nach wie vor geht es darum, den großen US-Companys beizustehen und national wie international Profite zu verschaffen. Nach wie vor geht es darum, den Lobbys, die seinen Wahlkampf finanziert haben, mit lukrativen Aufträgen zu versorgen. 

Und nach wie vor steuern die US-Geheimdienste als Vertreter des Deep State mit ihrem aufwändigen Propaganda-Apparat sowie den eingebundenen Thinktanks und NGOs ein weltweites Netz an Kollaborateuren. 

Und zu diesen Kollaborateuren zählen unter anderem die Spitzenpolitiker der EU. 

Ohne Mitgliedschaft in einem der transatlantischen Netzwerke, ist in den etablierten Parteien Europas keine große Karriere möglich. Wer jedoch von den Headhunters ausgewählt wird und ein Angebot erhält, kann damit rechnen, dass es rasch nach oben geht. Und auch nach dem Ende einer politischen Karriere die Türen für Spitzenjobs - wie von Zauberhand - aufgehen. 

Dafür muss man keine intellektuelle Leuchte sein. Das wichtigste – vor allem anderen – ist die Loyalität zu den Auftraggebern. Die Wähler der Partei, auf deren Ticket man Karriere machte, sind dabei vollkommen unwichtig. 

Annalena Baerbock ist das beste aktuelle Beispiel für so einen Ansatz. Als Außenministerin Deutschlands hat sie ihr Möglichstes dazu beigetragen, Europa von Russland abzugrenzen, die Ukraine politisch und finanziell massiv zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass Deutschland die Kosten übernimmt, damit sich die USA um Wichtigeres kümmern kann. Dafür wurde sie mit einem Top Job in der UNO und anschließender Professorenstelle an einer Elite-Universität belohnt.


Der letzte macht das Licht aus

Nun geht alles stetig den Bach hinunter. 

Für Europa sowieso, aber auch für die USA selbst. Während sich der Überfall auf Venezuela möglicherweise auf lange Sicht auszahlt, stehen die Milliarden-Investitionen in den Angriff auf den Iran tief in den roten Zahlen. Man hat sich strategisch offenbar verschätzt und von Israel und seiner gesichert rechtsextremen Regierung in ein unseliges Abenteuer treiben lassen, das für die USA militärisch und finanziell zu einem Fass ohne Boden wird. Zumal es diesmal nicht so einfach möglich ist, den finanziellen Schaden auf Europa abzuwälzen. 

Auch der Krieg in der Ukraine wird bald enden, wenn es so weiter geht. Und zwar nicht durch Friedensverträge, die nach wie vor erfolgreich sabotiert werden. Sondern durch einen vollständigen Zusammenbruch der Front, möglicherweise auch noch unterstützt durch einen Volksaufstand gegen das Regime in Kiew, dessen Schergen auf der Jagd nach Kanonenfutter fürs Militär immer öfter auf aggressiven Widerstand der Bevölkerung stoßen. Die Autos der Menschenjäger werden blockiert, deren Fenster zertrümmert, sie selbst verprügelt. 

Die von den Europäern unterstützte Taktik, weit nach Russland hinein Angriffe zu starten und dort Energie-Infrastruktur, Warenlager, etc. zu zerstören, hatte - völlig überraschend - zur Folge, dass Russland entsprechend antwortete, extreme Zerstörungen anrichtete und die Ukraine nunmehr ein Binnenland ist, ohne Möglichkeit über das Meer Waren auszuführen oder zu importieren. 

Die USA hat diesen Konflikt über viele Jahre geschürt, Milliarden in den politischen Wechsel in Kiew investiert und Russland so lange provoziert, bis Putin den fatalen Angriff befahl. Nun bleibt ein elender Scherbenhaufen zurück. Trump putzt sich ab, geht auf die Suche nach neuen Scherbenhaufen, die man anderswo anrichten kann und setzt Europa als Nachlassverwalter ein. Ohne Rechte, aber mit allen Pflichten. Vor allem jener, zu zahlen. 


Die US-Propagandamaschine rollt - und unsere Medien apportieren 

Die US-Propagandamaschinerie forderte die Aufrüstung der NATO Länder - und die Vasallen gehorchten. In den europäischen Medien gibt es kaum Kritik daran. Fast alle übernehmen das neue Narrativ, dass Russland Europa bedroht und demnächst den ersten NATO-Staat angreifen wird. Wahrscheinlich das Baltikum. 

Gerade vorhin lief im ORF Mittagsjournal ein Beitrag, der diese Propaganda ungefiltert nachplapperte. Redakteur Robert Zikmund verbreitete die Meldung, dass der zurückliegende Moskau Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe einen Hauptzweck hatte: Putin vor einem Angriff auf die Nato zu warnen. 

Russland meldete, dass derartige Meldungen vollkommen absurd seien. Auch Trump widersprach öffentlich und sagte "Putin wird kein Nato-Gebiet angreifen". 

Doch beim ORF hatte man einen Experten aus Berlin zur Hand, der mehr wusste als Trump: Und zwar Jan Techau, den Europa-Direktor der 'Eurasia Group'. Techau nannte gleich mehrere Motive, warum Russland den Angriff plant. Zum einen innenpolitisch, weil eine Konfrontation mit dem Westen Putins Regime festigen würde. Außenpolitisch würde so ein "Handstreich, in dem ein Territorium besetzt wird, natürlich Fakten schaffen", erklärte Techau. "Man macht das dann so, dass dieses Territorium für die NATO nicht so leicht zurückzuerobern ist und dann hat man Verhandlungsmasse, die man zum Beispiel bei den Verhandlungen zur Ukraine einsetzen kann." 

Jan Techau: "Die USA legen sich noch immer für Europa ins Zeug"
Techau wusste sogar, wann Russland den Angriff startet. Wahrscheinlich in den nächsten ein bis zwei Jahren, bevor die Hochrüstung Europas abgeschlossen ist. Das klingt logisch. 
Schließlich hatte Techau auch noch eine gute Nachricht: Den Besuch des CIA-Direktors in Moskau interpretierte er als "Zeichen, dass sich die USA noch immer so für die Europäer ins Zeug legen".

Ich erwähne diesen Beitrag als ein Beispiel für viele, die man täglich in unseren Medien beobachten kann. Inszeniert werden diese Beiträge von dem erwähnten riesigen Propaganda-Apparat im Umfeld des Pentagon.  Rund 30.000 Personen sind hier tätig. Sie entwerfen die jeweils aktuellen Narrative und verbreiten sie weltweit. Sie liefern den Mitgliedern der Netzwerke und den Politikern Insider-Informationen der Geheimdienste. Geben sogar gewisse Parolen vor, die in der Presse anzuwenden sind. Zum Beispiel die Floskel "unprovozierter Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine", die dann pflichtschuldig tausendfach in den Nachrichten verwendet wird. Nun geht es dem Pentagon eben darum, weitere Argumente für die Hochrüstung Europas zu liefern. Und die öffentlich-rechtlichen Medien machen mit, als seien sie entweder selbst Kollaborateure oder hoffnungslos strohdumm.

Der oben erwähnte Jan Techau ist ein typisches Beispiel für einen assoziierten Experten dieser Netzwerke. Er wurde streng transatlantisch sozialisiert (Studium in den USA, NATO-College) und hatte bereits Führungspositionen bei Carnegie Endowment und dem German Marshall Fund, zwei von den USA gegründeten Institutionen. Dass solche Personen dem Publikum als objektive Fachleute präsentiert werden, ohne deren Hintergründe überhaupt zu erwähnen, gehört zu den übelsten Missständen in den Medien. 


Precht über die Gefahr Russland: "An den Haaren herbeigezogener Wahn"

Auch Bundeskanzler März, der es im Umfeld des US-Finanzriesen Blackrock zum Millionär schaffte, ist ganz zweifellos einer der transatlantischen Netzwerker. 

Der Philosoph Richard David Precht hat in der aktuellen Ausgabe des Podcasts Lanz & Precht heftig mit ihm abgerechnet. "In wenigen Jahren werden wir den Kopf darüber schütteln, dass in der gesamten Regierungszeit Merz keine einzige Friedensinitiative, kein einziger Versuch einer Entspannungspolitik im Hinblick auf Russland und die Ukraine erfolgt ist", sagte er. Alles, was Merz und Konsorten einfalle, sei die Hochrüstung Europas. "Diese ganze Argumentation – wir müssen uns Amerika unterwerfen, weil die gehen sonst aus der Nato raus und am nächsten Tag ist Putin hier – halte ich für total falsch, Kokolores, an den Haaren herbeigezogenen Wahn."

Ja, wir könnten gegenüber den USA deutlich selbstbewusster auftreten. Wir müssen nicht den treuen Sterbebegleiter der geisteskranken Großmacht spielen. Und am Ende vielleicht selbst mitsterben. Doch dafür bräuchte es Politiker, die sich für die europäische Bevölkerung einsetzen. Und sich nicht - um der Karriere Willen und um ihr krankes Ego zu streicheln - von ausländischen Netzwerken bestechen lassen. 


PS: Wenn Ihnen dieser Blog interessant erscheint, würde ich mich freuen, wenn Sie meine Arbeit unterstützen. Mit Ihrer Spende finanzieren Sie unbestechlichen Journalismus und Filmprojekte, die sonst niemand macht.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen