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Donnerstag, 20. Juni 2024

Das Keuchhusten Dilemma

Europa wird derzeit von einer Keuchhustenwelle mit Fallzahlen ähnlich jenen der Vor-Impf-Ära heimgesucht. Besonders extrem ist die Lage in Österreich, wo bis Mitte Juni rund 6.000 Fälle gemeldet wurden. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr, das auch bereits einen Rekord geliefert hatte. Anstatt endlich das Komplett-Versagen der aktuellen Impf-Politik einzugestehen, fordern Mediziner noch mehr Impfungen. 

Keuchhusten sind die einzige Alltags-relevante Krankheit der Sechsfach-Impfung
für Babys. Und ausgerechnet sie versagt vollständig (Foto: deepai.org)

In Österreich wurde die Keuchhusten-Impfung ab Einführung der Dreier-Kombination zusammen mit Diphtherie und Tetanus im Jahr 1964 zur damals häufigsten Impfung für Babys. Zur Basis-Immunisierung gehörten vier Impfdosen, die spätestens zu Beginn des 3. Lebensjahres abgeschlossen werden sollten. Die Impfquote war jedoch noch bis in die 70er Jahre bescheiden und lag deutlich unter 50%. Erwachsene wurden damals so gut wie gar nicht geimpft. 

Das änderte sich gewaltig. Zuletzt meldeten die Europäischen Länder für dieselben Impfungen Quoten von durchschnittlich 93% bei Kindern. Und auch die Erwachsenen sind zu mehr als 50% nach den offiziellen Empfehlungen geimpft. 

Und dennoch fällt der Vergleich mit der impf-freien Vergangenheit nicht wirklich günstig aus. Für das Jahr 1960 berichtete die Statistik Austria nämlich gerade mal 2.761 Keuchhusten Fälle, im Jahr 1970 waren es 1.438 Fälle, 1975 nur noch 388 Fälle. 

Dagegen wirken die 6.079 Fälle, die laut österreichischem Gesundheitsministerium bis Mitte Juni angefallen sind, wie eine ausgewachsene Epidemie. Wenn sich die Entwicklung so fort setzt, ergibt sich bis Jahresende ein Allzeit-Rekord, der die Sinnhaftigkeit der gesamten Impf-Kampagne in Frage stellt. 


Mehr Impfen - speziell auch in der Schwangerschaft

Die Expertinnen des heimischen Impfwesens sehen das jedoch anders und geben den Eltern der betroffenen Kinder die Schuld. Laut einem Bericht der europäischen Behörde ECDC hatte Österreich im Jahr 2022 mit 84% Beteiligung an der 3. Keuchhusten-Impfung die niedrigste Impfrate Europas. Die Medizinerin Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Abteilung Impfwesen im Gesundheitsministerium, erklärte im Morgenjournal: "Wir sind immer schon impfskeptisch gewesen und am Beispiel der Keuchhustenimpfung sieht man nicht, dass das jetzt anders wäre." 

Auf den Einwand der Reporterin, dass die Eltern möglicherweise Sicherheitsbedenken haben, sagte Paulke-Korinek: "Die Keuchhusten Impfung ist eine richtig alte Impfung, die schon seit Jahrzehnten am Markt ist. Es gibt da keinerlei Bedenken, ganz im Gegenteil." 

Deshalb sollten sich alle an den Impfplan halten. Nach der Basis-Immunisierung mit 3 Impfungen folgt eine Auffrischung im Volksschulalter. Dann sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Ab dem Alter von 60 Jahren ist alle fünf Jahre ein weiterer Booster fällig. Besonders wichtig, so Paulke-Korinek, sei die Impfung der Schwangeren, weil damit die Antikörper der Mutter auf das Baby übertragen würden. 

Tatsächlich zeigt z.B. eine 2020 publizierte Studie mit 700 Teilnehmerinnen, dass die schwangeren Frauen nach der Impfung hohe Antikörper-Titer entwickeln und das auch an die Babys weiter geben. Ob dies jedoch von Relevanz ist und die Kinder deshalb weniger an Keuchhusten erkranken, konnte nicht untersucht werden. Dafür wären deutlich mehr Teilnehmerinnen und eine längere Studiendauer notwendig gewesen. Ebenso für eine zuverlässige Bewertung der Sicherheit dieser Maßnahme, zumal in der Impfgruppe deutlich mehr Nebenwirkungen aufgetreten sind, als in der Kontrollgruppe, wo ein Placebo verabreicht wurde.

Auch Ursula Wiedermann-Schmidt, Mitglied des österreichischen Nationalen Impfgremiums sowie der deutschen Impfkommission STIKO, bestätigt im ORF-Interview eine "dramatische Situation".  Mit einer aktuellen Inzidenz von 30 Fällen pro 100.000 Bewohnern, so die Impfexpertin, "erreichen wir Werte, die wir hatten, bevor es überhaupt ein Impfprogramm gab." 

Als Ursachen für die Explosion der Keuchhustenfälle nennt sie die kurze Wirksamkeit der Impfung, deshalb sei es unbedingt notwendig, aufzufrischen. "Wir sehen aber, dass die 3. Impfung oftmals vergessen oder zu weit nach hinten verschoben wird. Das heißt, dass die Kinder frühzeitig ihren Schutz verlieren und die Kinder im Kindergarten oder der Volksschule eine Ansteckung bekommen." Wiedermann-Schmidt betonte abermals die Wichtigkeit der Impfung in der Schwangerschaft und kritisierte, dass sich 70% der Schwangeren trotz aller Aufrufe nicht impfen ließen. 


"Verschwörungen und Impfleugner haben Menschen verunsichert"

Einem einigermaßen kritischen Interviewer wäre zu diesem ganzen Schwall an Halb-Argumenten eventuell die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Impfung eingefallen, zumal sich der Anstieg der Keuchhusten ja nicht auf das angebliche "Impfmuffel-Land" Österreich beschränkt, sondern weltweit auftritt. ORF-Redakteur Rainer Hazivar fiel nichts dergleichen ein. Stattdessen betonte er abschließend, dass "Impfen das beste Mittel gegen Keuchhusten" ist. 

Einen ähnlichen Stil verfolgt auch der ORF Niederösterreich. Dort wird mit dem Vertrauens-Einbruch während der Corona-Pandemie argumentiert. Hier ein Ausschnitt:

Die Impfskepsis in der Bevölkerung hat sich seither massiv verstärkt, heißt es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Demnach seien die Impflücken zuletzt größer geworden. „Die vielen Falschinformationen bis hin zu Verschwörungstheorien aus dem Eck der Impfleugner haben sich über die digitalen Kanäle wie ein Lauffeuer verbreitet und Menschen verunsichert“, so Königsberger-Ludwig. Krankheiten würden sich aber nur durch Impfungen ausrotten lassen.

Die Berichterstattung des ORF ist demnach ein hübsches Beispiel für den Echokammer-Effekt, bei dem sich Gleichgesinnte aus Politik, Wissenschaft und Medien gegenseitig ihre Vorurteile bestätigen. Deprimierend ist speziell der Wissensstand der Journalisten, bei denen man die Angst merkt, sich mit kritischen Fragen oder Kommentaren selbst angreifbar zu machen. Insofern ziehen es die meisten vor, den Sermon der Expertinnen hinzunehmen und jede geäußerte Meinung – und sei sie noch so schräg – als Fakt abzunicken. 


Keuchhusten-Impfung sorgt für Milliardenklagen

Dass die Keuchhusten Impfung seit jeher ein Problemkind des Impfwesens darstellt, erwähnte in der aktuellen Debatte niemand. Bei der ersten Keuchhusten-Impfung, die ab den 60er Jahren zur Anwendung kam, handelte es sich um ein relativ simples Impfkonzept: abgetötete Bakterien wurden mit Aluminiumverbindungen kombiniert und den Kindern verabreicht. Leider war dieser Impfstoff sehr unsicher. Es kam zu zahlreichen schweren Nebenwirkungen. In den USA wurden hunderte Strafverfahren mit einer Schadenssumme, die in die Milliarden ging, gegen die Impfstoff-Hersteller angestrengt. Einige stellten daraufhin die Produktion von Keuchhusten-Impfstoffen ein. Impfstoffe waren ein Niedrigpreis-Segment und für die Konzerne von geringer Bedeutung. Sie drohten damit, gar keine Impfstoffe mehr zu produzieren, wenn sie vor den Milliardenklagen nicht geschützt würden. Daraufhin knickte die US-Politik ein und erließ im Jahr 1986 ein Gesetz, das es seither verbietet, Impfstoff-Hersteller direkt zu klagen. Damit erlangte die Impfstoff-Industrie einen Sonderstatus und die Branche begann zu boomen. Immer mehr und immer teurere Impfungen machten den Impfbereich zu einer der wertvollsten Branchen im gesamten Pharma-Business. Unter den Top 20 umsatzstärksten Medikamenten weltweit rangieren mittlerweile auch zwei Impfstoffe. (Es handelt sich um die Pneumokokken-Impfung 'Prevenar' von Pfizer sowie die HPV Impfung 'Gardasil' von Merck.)


Deutschland macht 16 Jahre Impfpause

Einen anderen Weg ging Deutschland, wo ebenfalls beträchtliche Probleme der Keuchhusten-Impfung registriert wurden, zumindest in Westdeutschland. Während in der DDR eine Impfpflicht galt, setzte die BRD von 1975 bis 1991 die Impfempfehlung für Keuchhusten gänzlich aus. Die Ständige Impfkommission STIKO (!) lieferte dafür eine ausführliche Begründung. Zum einen gäbe es bei Keuchhusten einen starken Zusammenhang zwischen Komplikationen und sozialer Lage. Der entscheidende Rückgang der Todesfälle sei - dank besserer Hygiene und in Abwesenheit von Elend und Krieg - bereits vor der Einführung der Impfungen passiert. Die Impfung sei außerdem kein Garant für Schutz, ihre Wirkdauer zu kurz. 

Der Vergleich zwischen Ländern, in denen geimpft wurde und impfskeptischen Ländern wie der BRD, Japan, England, Schweden oder Russland ergab kaum Unterschiede. Dennoch führte Deutschland nach der Wiedervereinigung die Keuchhusten-Empfehlung wieder ein. 


Sicher, aber unwirksam

Ab 1995 lieferten die Impfstoff-Hersteller auf vielfachen Wunsch der Behörden endlich eine neue verträglichere Impfung. Sie enthielt nun keine Keuchhusten-Bakterien mehr sondern nur noch verschiedene Oberflächen-Proteine. Anfangs waren alle begeistert von dieser azellulären Impfung, da sie tatsächlich wesentlich verträglicher war. Mit den Jahren zeigte sich allerdings die Schwachstelle in der Wirksamkeit, die immer deutlicher hervor trat. Die Behörden begegneten dem Problem mit einer Ausweitung der Impfdosen. Zuerst wurde im Jahr 2000 eine Auffrischung im Teenager-Alter eingeführt. 2006 kam eine weitere Auffrischung zum Schulbeginn dazu. Genutzt hat es jedoch wenig. Seit 2010 steigen die Fallzahlen kontinuierlich an. Und zwar weltweit. Es gibt zahlreiche Studien über Keuchhusten-Ausbrüche an Schulen, bei denen 100% der betroffenen Kinder vollständig geimpft waren. 

Nun läuft die Krankheit wieder so ab wie in der Vorimpf-Ära, schreiben Benjamin M. Althouse und Samuel Scarpino vom Santa Fe Institute in New Mexico. "Damals zog etwa alle vier Jahre eine kräftige Keuchhusten-Welle durchs Land." Besorgniserregend sei, dass vor allem die Geimpften heute die Treiber der Infektion sind, erklärten die  US-Wissenschaftler. 

Warum dies so ist, zeigte ein Experiment mit Pavianen, welche einen ähnlichen Krankheitsverlauf wie Menschen haben, allerdings nur kurz und unkompliziert erkranken. Nach durchgemachter Infektion hatten die Tiere eine starke Immunität und die Bakterien wurden unschädlich gemacht. Anders war es bei geimpften Tieren. Nach der alten Ganzzell-Impfung dauerte es 20 Tage, bis die Infektion abgewehrt war. Bei der azellulären neuen Impfung wurden zwar die Symptome etwas abgeschwächt, doch die Bakterien konnten sich über 42 Tage ansiedeln und die Atemwege kolonisieren. Geimpfte blieben damit über lange Zeit aktive Überträger der Bakterien, länger als Ungeimpfte. 

Es wäre demnächst höchste Zeit, diese großteils unwirksame Tot-Impfung vom Markt zu nehmen, bis es eine sinnvolle Alternative gibt. Tatsächlich gibt es viel versprechende Versuche mit dem Konzept einer Lebendimpfung, bei der abgeschwächte Keuchhusten-Bakterien mittels Spray in die Nase gesprüht werden. Sie war gut wirksam und sicher. Im Tierversuch zeigten sich sogar positive unspezifische Effekte auf das Immunsystem, wie sie auch von anderen Lebendimpfungen bekannt sind. Doch weil die großen Konzerne wenig Ambition zeigten, die teuren Zulassungsstudien zu finanzieren, gab es hier jahrelange Verzögerungen. 

Solange Behörden und Impfexperten die Schuldigen nur bei den Impfmuffeln sehen und ständig neue Auffrischungen der problematischen Impfung in die Impfpläne drücken, werden die Hersteller wenig Anreiz verspüren, endlich aktiv zu werden und in sinnvolle Innovationen zu investieren. 


PS: Mein neues Buch "Was Sie schon immer über das Impfen wissen wollten" habe ich geschrieben, um im Dschungel des Impfwesens Orientierung zu geben und wichtige Fakten für eine informierte Entscheidungsfindung zu liefern. 

Wenn Ihnen mein Blog interessant und wichtig erscheint, freue ich mich sehr über eine Spende, die meine Arbeit unterstützt.




Informationen zu Bert Ehgartners aktuellem Film "Unter die Haut" findet Ihr auf der Webseite zum Film. 
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Freitag, 26. Mai 2017

Italien verschärft die Impfpflicht

Schon bisher gab es in Italien Pflichtimpfungen. Diese sollen nun aber auf 12 Krankheiten ausgedehnt werden. Der Besuch von Kindergärten ist künftig an den Impfnachweis gebunden. Mehr als 800.000 Schüler sind von Zwangsimpfungen bedroht. Wer sich nicht an die Beschlüsse hält soll bis zu 7.500 Euro Strafe bezahlen. Der Widerstand gegen diese Gesetzesinitiative wächst in Italien. Besonders in Südtirol ist der Unmut enorm. Die Rede ist von einem "neuen Impffaschismus" und dem "Sieg der Pharmalobby".





Bevor solche Zwangsmaßnahmen durchgesetzt werden, hätte ein verantwortungsvoller Gesetzgeber auf seriöser Basis sicher stellen müssen, dass derartige Maßnahmen den Kindern nützen und sie nicht in ihrer Gesundheit gefährden. Die "Impfungen" gibt es - so generell gesprochen - nicht. Jede einzelne Impfung hat ihre eigene Geschichte, ihre Vorteile und ihre Nachteile. Und dass die Vorteile überwiegen, ist bei einer Reihe von Impfungen nicht garantiert.

Wissenslücken gibt es genug, hier ein paar Beispiele:
  • Es gibt keine guten Vergleichsstudien Geimpfte/Ungeimpfte 
  • Es gibt keine verlässlichen Informationen darüber, wie lange die toxischen Aluminiumverbindungen aus den Impfungen im Körper bleiben und was sie dort tun 
  • Es gibt zahlreiche Hinweise, dass Impfungen Störungen des Immunsystems auslösen und die Bildung von Auto-Antikörpern anregen 
  • Ob es spezielle Risikogruppen (z.B. genetische Voraussetzungen) gibt, Menschen, die besonders anfällig sind für Immunstörungen - und wie man diese vorab identifizieren könnte – ist unbekannt 
  • Bei Impfungen gibt es kaum Innovationen und keinen Druck hin zu mehr Sicherheit, weil ein paar Großkonzerne "unter sich" sind und von der Gesundheitspolitik, bzw. den Behörden vor Klagen bei Schäden geschützt werden 
  • Es gibt bei vielen Impfstoffen keine Auswahlmöglichkeit, keine Alternativen - z.B. Impfstoffe, die man inhalieren kann, Impfstoffe ohne Aluminium, ohne Hühnereiweiß, etc. 

Anstatt dafür einzutreten, diese Mängel zu beheben und viele andere Fragen zur Funktionsweise und Sicherheit von Impfungen objektiv durch gute Studien aufzuklären, werden Nichtimpfer mit Strafen bedroht.
Bei der Clique der fanatischen Impfbefürworter, die in Kritikern dumme Verschwörungstheoretiker sehen, deren Kinder als Bioterroristen herumlaufen und die eigenen Kinder gefährden, handelt es sich zumeist um Menschen, die mit Freude im Lager des Mainstream der Gesellschaft schwimmen und allen misstrauen, die gegen den Strom schwimmen.
Die fachliche Materie begreifen sie nur sehr oberflächlich. Doch das müssen sie auch nicht. Schließlich gibt es Mechaniker für die Autos, Mediziner für die Medizin und Laien, die sich besser an die Empfehlungen der Profis halten.
Dass es sich beim Impfwesen um eine ganz spezielle Blase der Medizin handelt, wo wissenschaftliche Regeln vielfach außer Kraft gesetzt werden, verstehen sie nicht - und wollen es auch nicht verstehen:

Dass beispielsweise…

  • in der Kontrollgruppe so gut wie nie eine neutrale Placebogruppe verwendet und meist eine neue Impfung gegen eine alte getestet wird. Auch wenn es sich dabei um vollständig unterschiedliche Krankheiten handelt, vor denen die Impfung schützen soll. 
  • Dies gilt sogar bei neuen Impfungen, wo nicht damit argumentiert werden kann, dass es "ethisch unverantwortlich" wäre, die Kontrollgruppe nicht zu impfen. Auch hier gibt es keine Vergleichsstudien Geimpfter vs. Ungeimpfter. 
  • Bei Impfstudien wird meist nicht die tatsächliche Wirksamkeit einer Impfung geprüft – also z.B. die Fähigkeit einer Diphtherie-Impfung die Diphtherie zu verhindern – sondern es werden vorwiegend so genannte Surrogat-Parameter erhoben. Meist handelt es sich dabei um Antikörper-Titer. Diese haben jedoch - wie sich bei der Analyse von Ausbrüchen zeigte – eine nur sehr beschränkte Aussagekraft. Impfexperten der STIKO raten von eigenständig durchgeführten Titertests - um den aufrechten Impfschutz zu kontrollieren - sogar dezidiert ab. 

Kontrollverlust
Ein weiterer für viele Impfbefürworter schwer verständlicher Fakt: Die Gesundheits-Behörden sind mit der Kontrolle der Sicherheit von Impfungen überfordert. Sie erfüllen ihre Funktion unzureichend und "auf mindestens einem Auge blind", weil sie seit vielen Jahren Impfpläne erstellen, Impfungen empfehlen oder sogar gesetzlich vorschreiben. Deshalb wären sie - in ihrem Selbstbild - ebenso für Schäden verantwortlich wie die Hersteller.
Sie müssen sich demnach selbst kontrollieren. Eine Aufgabe, der niemand ausgesetzt werden sollte, weil diese Aufgabe nicht zu erfüllen ist.
Das heißt, in der Realität wird die Sicherheit der Impfungen von den Herstellern kontrolliert und von den Behörden großteils durchgewinkt.
Gäbe es strenge Wirksamkeits- und Sicherheitskontrollen, so wären manche Impfungen nie zugelassen worden. Viele wären nicht mehr am Markt - oder würden vorübergehend vom Markt genommen bis die Auflagen zum Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit vollständig erfüllt worden sind.
In der Realität funktioniert es genau umgekehrt: Da werden strenge Studiendesigns und Kontrollen von den Behörden, den Ethik-Kommissionen und den Impfexperten zurück gewiesen und entrüstet verweigert. Obwohl wir aus Steuermitteln jährlich Milliarden für Impfungen ausgeben, werden die wenigen Millionen nicht investiert, die für eine unabhängige Kontrolle der Sicherheit und Wirksamkeit dieser Impfungen nötig wären.


Massen-Medikation

Impfungen sind der weltweit intensivste pharmazeutische Massen-Eingriff in das Immunsystem gesunder Menschen. Neugeborene, deren Immunsystem noch nicht im entferntesten ausgereift ist, werden ebenso geimpft wie ältere Menschen, deren Immunsystem nach ganz anderen Kriterien funktioniert. Egal. Meist gibt es eine Impfung für alle Altersgruppen. Auch die Dosis unterscheidet sich nur unwesentlich. Frühgeborene mit 1 Kilogramm werden genau gleich geimpft wie Säuglinge mit dem fünffachen Gewicht.

Heute leidet bereits ein Drittel der Kinder und Jugendlichen an Allergien, Autoimmunerkrankungen und Entwicklungsstörungen. Niemand weiß die genauen Ursachen.

Wenn auch nur ein Teil dieser Fälle von Impfungen ausgelöst wird, dann bedeutet das, dass die Solidargemeinschaft mit Milliarden Euro belastet und bei hunderttausenden Menschen die Lebensqualität geschädigt oder sogar vernichtet wird.


Es ist offensichtlich, dass es sich bei der Anerkennung dieser Fakten, die ich hier aufgelistet habe, um eine Minderheitenposition handelt.
Die Mehrheit der "Impfexperten" sieht keinerlei Probleme und weigert sich standhaft in ihrem Lieblingsfach wissenschaftliche Kriterien anzuwenden.
Falls doch einmal Probleme auftreten sollten, heißt es, "müssen diese hinter verschlossenen Türen im Kreise von Impfexperten intern diskutiert werden". Eine offen Diskussion wäre kontraproduktiv, denn "das wäre Wasser auf die Mühlen der Impfgegner und würde die Impffreudigkeit der Bevölkerung gefährden".

Die meisten der extremen Impfbefürworter bekommen von solchen Vorbehalten der Behörden ohnedies nichts mit. Impfungen sind für sie unanfechtbar, der Gipfel der medizinischen Kunst, eine Gesundheitsversicherung an die sie ganz fest glauben.
Obwohl sie beim Impfen eine in Wahrheit recht esoterische Haltung einnehmen, bezeichnen sie sich dennoch als "Skeptiker" und halten sich für extrem wissenschafts-affin.
Ob es sich dabei um eine Art Schizophrenie handelt, um Intelligenz-Defizite oder den Zwang zur Anpassung an gesellschaftliche Normen ist nicht ganz klar.
Jedenfalls handelt es sich um Extremisten. Und in Italien sind diese Extremisten offenbar besonders aggressiv und mehrheitsfähig.

Unter derartigen Voraussetzungen sind es nicht die Impfverweigerer, die unverantwortlich handeln indem sie Gesetzesbruch begehen, sondern es gilt das Gegenteil:
Jene Eltern verhalten sich verantwortungsvoll, die unter derartigen Voraussetzungen dem Druck standhalten und einzelne Impfungen zum Wohl der Gesundheit ihrer Kinder verweigern.


Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Montag, 14. November 2016

Impfen: "Besser erst nach dem ersten Lebensjahr"

Der Bürger- und Patientenverband "Gesundheit aktiv" lud in Hamburg zu einem gemeinsamen Vortrag von drei Münchner Kinderärzten zum Pro und Contra der gängigsten Impfungen im Kindesalter. "Impfungen sind hinsichtlich ihrer Sicherheit die am schlechtesten untersuchten Arzneimittel", lautete eine der für viele Zuseher überraschenden Warnungen der Impfexperten.


Steffen Rabe, Martin Hirte und Georg Soldner: "Dogmen haben beim Impfen keinen Platz"

Wogegen soll ich mein Kind impfen? Und wann? Das sind Fragen, mit denen alle frischgebackenen Eltern konfrontiert sind. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (StIKo), schon nach acht Lebenswochen mit einer Sechsfachimpfung zu beginnen, die dann dreimal wiederholt werden muss. Darin enthalten sind Wirkstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenza B (HiB), Hepatitis B. Meist wird dazu noch die Impfung gegen Pneumokokken gleichzeitig verabreicht. „Mit allem kann man bis nach dem ersten Lebensjahr warten, um dem empfindlichen Immunsystem des Kindes die Gelegenheit zu geben, sich zu stabilisieren“, sagt Georg Soldner. Frühes Impfen, das haben Studien gezeigt, fördert Allergien, das als Wirkungsverstärker zugesetzte Aluminium ist toxisch für das Immun- und Nervensystem. Nach dem ersten Lebensjahr ist das Immunsystem des Kindes nicht mehr so störbar. Impfungen werden dann besser vertragen, ohne dass die Immunantwort leidet.


Deutlich mehr Asthma bei nach Plan geimpften Kindern

Es gebe nirgendwo eine vergleichende Studie, die zeigen würde, dass Kinder gesünder groß werden, wenn sie sehr früh gegen sieben Krankheiten immunisiert werden, betonte Soldner. Wohl aber gebe es Hinweise, die nachdenklich machen: So erkrankten beispielsweise in einer norddeutschen Kinderarztpraxis von dreijährigen Kindern, die nach StIKo geimpft wurden, 8,5 Prozent an Asthma. Wurden die Kinder vorwiegend nach dem 1. Lebensjahr geimpft, waren es nur noch 2 Prozent, von den bis dahin Ungeimpften waren es nur 0,5 Prozent. Auch in Entwicklungsländern verbesserten die typischen Impfstoffe für das 1. Lebensjahr das Gesamtüberleben nicht. Demgegenüber hat die Masernimpfung in Ländern mit Armut und Unterernährung sehr deutlich zur Senkung der Kindersterblichkeit beigetragen. Aber auch diese Impfung wirkt zuverlässiger, wenn sie erst mit 18 Monaten verabreicht wird.


Die Risiken von Impfstoffen werden nicht erforscht

Alle drei Kinderärzte empfehlen, dass die Eltern selbst entscheiden sollten, wann und wogegen sie impfen. Viele Impfstoffe gibt es auch als Einzel-Impfung, so dass ein gezieltes Vorgehen möglich ist. „Dogmen haben beim Impfen keinen Platz“, sagte Dr. Martin Hirte. „Es gibt nicht nur ja oder nein, jedes Elternpaar muss selbst überlegen und entscheiden.“ Dies umso mehr, als sich die Empfehlungen ausschließlich auf Studien der Impfstoff-Hersteller stützen. „Es gibt keine unabhängige Impfstoff-Forschung – Impfungen sind hinsichtlich ihrer Sicherheit die am schlechtesten untersuchten Arzneimittel, die Risiken werden noch nicht einmal halbherzig erforscht. Es wird auch nicht gegen Placebo getestet, sondern immer nur ein neuer Impfstoff gegen einen alten, das würde man bei keinem Medikament durchgehen lassen.“ Welche Seren angeboten und welche Studien aufgelegt werden, entscheiden allein die Pharma-Konzerne.

Dies erscheint umso bedenklicher, als kaum ein anderes europäisches Land so früh so viele Impfungen empfiehlt wie die StIKo. „In den 19 Ländern Westeuropas gleicht keine Impfstrategie der anderen“, sagte Dr. Steffen Rabe. „90 Prozent der europäischen Kinder sind nicht nach den StIKo-Empfehlungen geimpft, es gibt beim Impfen – anders als bei vielen anderen medizinischen Verfahren – keinen internationalen Standard.“

Dieser Text ist eine leicht bearbeitete Presseaussendung des Veranstalters. Ich bin den drei Münchner Ärzten freundschaftlich verbunden und teile viele Ihrer Ansichten. Was auf der Veranstaltung in Hamburg gesagt wurde, weicht zwar vom medizinischen Mainstream ab, ist aber fachlich deutlich besser fundiert als der Großteil der Aussendungen von STIKO oder Paul Ehrlich Institut, die in vielen Bereichen bloß die Sichtweise der Impfstoff-Hersteller weiter geben. 
Bert Ehgartner

Info zur Veranstaltung: Mehr als 450 Eltern und Interessierte kamen am 11. November 2016 in Hamburg im Gebäude der Patriotischen Gesellschaft zusammen, um sich von drei erfahrenen Kinderärzten über Pro und Contra des Impfens informieren zu lassen. Dr. Martin Hirte, Dr. Steffen Rabe und Georg Soldner (alle aus München) plädieren seit vielen Jahren für eine individuelle, auf die Situation der Familie abgestimmte Impfentscheidung. Die Veranstaltung wurde organisiert von dem Bürger- und Patientenverband GESUNDHEIT AKTIV e. V., Berlin, in Kooperation mit der Victor Thylmann Gesellschaft, Hamburg.  (Fotos: Markus Köller, Die Lounge)



Mittwoch, 1. Juli 2015

Frühgeborene: Belastungstest Impftermin

Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht zu impfen, ist eine riskante Praxis. Das zeigt die größte bislang dazu durchgeführte Studie mit knapp 14.000 Babys. In den drei Tagen nach einer Impfung steigt das Risiko einer Sepsis auf das Siebenfache, die Notwendigkeit für künstliche Beatmung verdoppelt sich. Und auch Todesfälle treten vermehrt auf.


Impfungen sind für Frühgeborene eine enorme Belastung
(Foto: Pan American Health Organisation)
Für Mitarbeiter auf Frühgeborenen-Stationen stellt es oft eine schwierige Entscheidung dar, wenn die Impftermine der Babys näher rücken: Soll man sie später impfen, gar nicht impfen? Oder ist es speziell bei diesen winzigen Persönchen umso notwendiger, die Impfungen rechtzeitig zu geben, um sie damit vor Infektionen zu schützen?
Es gibt zahlreiche Arbeiten, die an Frühgeborenen-Abteilungen durchgeführt worden sind und diese Fragen untersuchen. Sie sind jedoch oft recht klein und von bescheidener Qualität. Zudem ergaben sie widersprüchliche Resultate. Einige Arbeiten fanden ein höheres Risiko für die Entstehung von Fieber und Atemproblemen nach dem Impftermin, andere gaben Entwarnung.

Erhöhte Temperatur kann den Kreislauf des unreifen Organismus überfordern. Fieber stellt aber auch ein indirektes Risiko dar. Denn dabei schwingt immer auch der Verdacht einer lebensgefährlichen Sepsis mit. Und um dies zu prüfen, müssen die Kinderärzte eine Reihe von belastenden Untersuchungen an den fragilen Babys vornehmen: Blut wird abgenommen, Harn gesammelt. Oft wird vorbeugend auch noch Antibiotika gegeben, was eine weitere Belastung für das entstehende Immunsystem und die Abwehrkräfte der Babys darstellt.
Das Dilemma lautet nun: Was ist relevanter für die Babys, ein möglicher Schaden durch eine impfpräventable Krankheit oder ein Schaden durch die Impfung selbst?

Der Osteopath Stephen D. DeMeo von der pädiatrischen Abteilung der Duke University School of Medicine in Durham, North Carolina, unternahm nun zusammen mit einem Ärzteteam den Versuch, diese Frage systematisch zu untersuchen. Die Mediziner sammelten dazu aus mehreren Kliniken die Daten von insgesamt 13.926 Babys, die bei der Geburt weniger als ein Kilogramm gewogen hatten. Die Resultate dieser mit Abstand größten bisher durchgeführten Studie wurde im Juni auf der Webseite des Fachjournals JAMA-Pediatrics veröffentlicht.


Krisen und Todesfälle 

Die Wissenschaftler verglichen einen Zeitraum von drei Tagen vor und drei Tagen nach der Impfung und fanden folgende Unterschiede:
  • Die Notwendigkeit der Beatmung der Babys verdoppelte sich von 0,7 auf 1,4 Prozent (pro Tag und Baby)
  • Die Notwendigkeit zur Intubation stieg von 0,2 auf 0,4 Prozent
  • Das Risiko einer Sepsis-Evaluierung stieg von 0,5 auf 2 Prozent
In den Tagen vor einer Impfung war die belastende Prozedur demnach bei einem von 200 Babys notwendig, in den Tagen nach der Impfung bei einem von 50 Babys. Das Risiko hatte sich vervierfacht.
Gleichzeitig stiegen eigenartigerweise auch die positiven Resultate der Laboruntersuchung auf Bakterien im Blut um das mehr als Siebenfache an. Von den 235 Blutuntersuchungen, die im Zeitraum vor einer Impfung gemacht wurden, waren gerade mal 5 positiv (2,1%). Im Zeitraum nach der Impfung waren hingegen 39 der 1.035 veranlassten Blutkulturen positiv (3,8%).

In den drei Beobachtungstagen nach der Impfung kam es in der Studie zu fünf Todesfällen. Nur bei drei Babys wurde eine Todesursache in die Akten eingetragen. Diese lauteten:
  • Perforierter Darm 
  • Darmentzündung mit vermuteter Sepsis
  • Lungenentzündung mit Atemstillstand


Kombi-Impfungen sind nicht riskanter als Einzelimpfungen

Anstatt näher auf diese Todesfälle einzugehen, widmen sich die Autoren der Frage, welches Risiko es für die Frühgeborenen bedeuten könnte, wenn Impfungen verschoben werden. Ein Fünftel der Impfungen werden wegen instabiler Gesundheit der Babys nicht zu den vorgesehenen Terminen gegeben, heißt es in der Arbeit. "Das Verschieben von Impfungen bedeutet für diese ohnehin schon sehr fragile Patientengruppe eine erhöhte Gefährdung, während des ersten Lebensjahres an impfpräventablen Krankheiten zu erkranken und zu sterben."
Die Autoren verweisen auf mehrere Studien, welche den Impfstatus von Frühgeborenen untersuchen. Verweise auf Arbeiten, welche den postulierten Schutzeffekt von Impfungen überprüft haben, gibt es jedoch keine. Offenbar handelt es sich bei dieser Aussage also um eine bloße Annahme, die bislang nicht durch Daten untermauert ist.

Im Gegensatz dazu liefert die aktuelle Studie viele Daten zu den konkreten Auswirkungen der einzelnen Impfungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Babys:
Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer erhielten mindestens drei Impfungen. Am häufigsten gegeben wurde die Pneumokokken-Impfung, gefolgt von HiB-Einzelimpfung und der Fünffachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und Hepatitis B.
Impfstoffe mit Lebendviren- oder bakterien wurden nicht gegeben, es handelte sich ausschließlich um Totimpfstoffe mit Aluminiumsalzen als Wirkverstärker.
Die einzelnen Impfstoffe unterschieden sich nur wenig in ihren Auswirkungen. Atemprobleme traten am ehesten nach der Fünffach-Impfung sowie der gemeinsamen Gabe von Hepatitis B und HiB-Impfung auf. Bei der zuletzt genannten Kombo gab es auch am häufigsten Sepsis-Verdacht. Am meisten intubiert wurde nach Diphtherie-Tetanus-Pertussis Dreierimpfung sowie der Polio-Einzelimpfung. "Insgesamt fanden wir keine Hinweise, dass Kombinationsimpfungen belastender sind als Einzelimpfungen", folgern die Studienautoren.

Sie warnen zum Schluss ihrer Arbeit noch, dass ihre Ergebnisse keinen Beweis für die Auswirkungen der Impfungen darstellen, sondern lediglich als Evidenz für eine Korrelation taugen. Um zu sicheren Aussagen zu gelangen, bräuchte es neue eigens dafür ausgerichtete Studien, welche die Auswirkungen der einzelnen Impfungen prospektiv untersuchen und damit Aufschlüsse geben können, welches Timing am wenigsten Nebenwirkungen auslöst. Nur so eine Studie, schreiben die Autoren, könne Sicherheit schaffen.


Aluminium-Schock für Frühgeborene

In einer weiteren etwas älteren Studie untersuchten die Wissenschaftler am Tag nach der Impfung den Aluminiumgehalt im Blut der Frühchen.
Sie hatten sich Sorgen gemacht, weil andere Studien gezeigt hatten, dass Frühgeborene, die mit spezieller Fertigmilch ernährt werden, eine hohe Aluminiumbelastung abkriegen. "Solche Nahrung enthält mehr als 4 bis 5 µg/kg/d Aluminium und es wurde gezeigt, dass sich dies in einer verzögerten Entwicklung des Nervensystems auswirkt", schreiben die Studienautoren einleitend. "Nach US-amerikanischem Impfplan bekommen die Babys jedoch beim 2-Monats Check-Up Termin gleich mehrere Aluminium-haltige Impfungen in die Muskeln mit einer Gesamtmenge von bis zu 1225 µg Aluminium. Diese Dosis liegt deutlich über den Sicherheitsgrenzen, die für die Ernährung der Frühgeborenen gelten."

An der Studie nahmen 15 Frühchen teil. Sie erhielten nach Impfplan im Alter von zwei Monaten drei Impfungen mit einem Aluminiumgehalt von 1,2 Milligramm. Am Tag nach der Impfung wurde ihnen Blut abgenommen und der Harn gesammelt.

Was war nun das Resultat?
"Wir fanden, dass sich der Aluminiumgehalt im Harn und im Blut nach der Impfung nicht signifikant veränderte."
Die Autoren interpretierten das als gute Nachricht.
Fragt sich bloß warum. Denn wenn das Aluminium nicht ausgeschieden wird, so heißt das ja nichts anderes, als dass es im Organismus der Frühgeborenen bleibt und dort alles mögliche anstellen kann.

Die Autoren freuen sich des weiteren, dass sie - nach ihrem Wissensstand - die erste Arbeit an Menschen durchgeführt haben, die diese Frage überhaupt untersucht hat: "Wir kennen keine Arbeit, wo der Aluminiumspiegel im Blut von Babys nach Impfungen gemessen wurde", schreiben sie. "Unsere Studie ist mit 15 Teilnehmern zwar klein, aber die wichtigste Studie, die diesen Effekt des Anstiegs von Aluminium nach Impfungen bisher untersucht hatte, war eine Studie an 6 Kaninchen."

Die Wissenschaft vom Impfen scheint voller Abgründe: Auf der Basis von Studien mit wenigen Tieren wird also die Impfung von Abermillionen gesunder Babys durchgeführt.

Die Autoren fanden allerdings noch einen weiteren interessanten Effekt der Impfung. Sie untersuchten ihre Blutproben außerdem auf ihren Gehalt an essentiellen (lebensnotwendigen) Elemente im Organismus wie Eisen, Mangan, Zink oder Selen.
Alle Werte dieser wichtigen Spurenelemente sanken stark ab.
In der Medizinliteratur fanden sie Beispiele, wo das ebenfalls passiert: "Dieselben essentiellen Elemente zeigen auch bei Entzündungen infolge von Trauma oder Verbrennungen einen starken Abfall."
Die Impfung von Frühgeborenen hat also ähnliche Auswirkungen auf die Spurenelemente im Blut wie ein schwerer Autounfall. Das klingt nicht sehr beruhigend!

Zum Abschluss ihrer Arbeit warnen die Autoren noch:
"Weil Spurenelemente eine wichtige Rolle spielen in der Entwicklung der Nerven und des Immunsystems, sollte der Effekt von Impfungen auf diese Elemente noch genauer untersucht werden."


Mein persönliches Resümee: 

Es ist erstaunlich mit welcher Naivität die Autoren der zweiten Studie ihre Resultate berichten. Eigentlich ist es ein handfester Skandal, auf welches bodenlose Unwissen man stößt, sobald im Impfwesen auch nur ein wenig tiefer gebohrt wird. Frühgeborene zählen zu den am meisten bedrohten Risikopatienten. Und sie mit potenziell neurotoxischen Substanzen zu bombardieren, von deren Wirkung man noch nicht einmal die primitivsten Grundlagen kennt, ist unglaublich fahrlässig.
Wenn die Autoren am Schluss die Hoffnung äußern, dass jemand die Effekte der Alu-Zusätze auf den beobachteten Abfall der lebensnotwendigen Spurenelemente untersuchen sollte, so ist das fast rührend naiv. Wo sie doch selbst offenbar die ersten waren, die überhaupt mal auf die Idee gekommen sind, bei Babys die Aluminiumwerte zu messen.
Doch weiter so, nur Mut! Es braucht eine ganze Legion solcher jungen neugierigen Forscher, die ein Wissens-Vakuum füllen, das ihnen die Vorgänger-Generationen hinterlassen haben.

Ebenso gut gemacht aber deutlich aufwändiger ist die erste Studie, in der die Wissenschaftler die Daten von fast 14.000 extremen Frühchen gesammelt und ausgewertet haben. Auch sie ist ein Pionierwerk, eine dringend nötige Arbeit, welche die widersprüchlichen Resultate der vielen kleinen Vorgänger-Studien an Aussagekraft deutlich übertrifft. Dort hatten einige Arbeiten suggeriert, dass die Impfung von Frühgeborenen keinerlei Belastung darstellt; andere fanden das Gegenteil. Nun sollte eigentlich die Notwendigkeit für die von den Autoren geforderten Nachfolge-Studien klar und deutlich dargelegt sein.

Um den Nutzen der Impfung von Frühgeborenen objektiv beurteilen zu können, bräuchte es zudem eine verlässliche Abschätzung des Risikos, das von den impfpräventablen Krankheiten aus geht. Nur damit wäre eine informierte Entscheidung möglich. Derzeit ist nur das Risiko abschätzbar, welches die Impfungen selbst für die Frühgeborenen darstellen. Der Nutzen wird hingegen nur behauptet, ist aber bislang nicht konkret gemessen worden.
Wenn immerhin fünf von 14.000 Babys binnen drei Tage nach der Impfung sterben und bei mehr als 1.000 Babys schwere gesundheitliche Krisen mit Fieber, Atemaussetzern und Verdacht auf Sepsis auftreten, so zeigt dies deutlich, dass Impfungen ein hohes Risiko für die Gesundheit der Frühgeborenen darstellen.

Aber ob das ausreicht, um auch die "Impfexperten" und die Bedenkenträger in den Ethik-Kommissionen von der Notwendigkeit einer sorgsam geplanten vergleichenden Studie mit einer deutlich später zu impfenden Kontrollgruppe zu überzeugen, ist weniger gewiss.
Wenn sich die Hardcore-Impflobby ohne Rücksicht auf Verluste an den Status Quo klammert und objektive wissenschaftliche Forschung weiterhin behindert, trägt sie dazu bei, dass die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber dem Impfen laufend weiter steigt.

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Samstag, 25. August 2012

Notbremse bei Aluminium

Was meinen Sie, wo mehr Aluminium erlaubt ist: in Lebensmitteln oder in Impfstoffen?

Abschied von E-559, dem Aluminium-haltigen Lebensmittel-Zusatz Kaolin (Foto Chris73)
In besorgten Kreisen junger Eltern wird oft darüber diskutiert, ob eine Sechsfachimpfung nicht zu viel ist für so ein kleines Baby. Und viele überlegen, ob nicht zwei Dreifach-Impfungen - mit einem ordentlichen Abstand dazwischen - besser verträglich wären.
Bei derartigen Diskussionen wird meist übersehen, dass die Wirkstoff-Mengen in den Impfungen vernachlässigbar gering sind im Vergleich zum Gehalt der so genannten Adjuvantien. Der Hauptanteil am Volumen einer Impfung kommt - abgesehen von Wasser als Lösungsmittel - nämlich von diesen Hilfsstoffen, die als Wirkverstärker dienen. Ohne Adjuvantien würde der Großteil der Impfungen deutlich schlechter oder gar nicht wirken. Doch nicht nur der Anteil am Volumen ist bei den Hilfsstoffen größer, auch die Nebenwirkungen einer Impfung kommen meist von den Adjuvantien und nicht von den tatsächlichen Wirkstoffen (Antigene).

Als Adjuvantien verwendet werden im Normalfall Aluminiumverbindungen. Und Aluminium ist bekannt neurotoxisch - also giftig für das Nervensystem.
Erst vor kurzem, im Jahr 2008, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA: European Food Safety Authority), die tolerierbare wöchentliche Aufnahme für Aluminium in Lebensmitteln von 7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht auf 1 Milligramm pro Kilogramm radikal abgesenkt. Das wurde damit begründet, "dass Aluminium bereits in niedrigeren Dosen als bisher angenommen, toxisch auf das sich entwickelnde Nervensystem wirkt."


Der Vergleich: Lebensmittel gegen Babyimpfung

Rechnen wir das mal auf ein 5 kg schweres Baby um: Das wären also ein Höchstwert von 5 mg Aluminium pro Woche. Pro Tag sind das 0,71 mg.
Und nun sehen wir nach, was in Impfstoffen drin ist: Der einzige Sechsfach-Impfstoff am Markt, Infanrix hexa enthält sogar zwei Aluminiumverbindungen: Al-hydroxid und Al-phosphat. Das ergibt laut Produktinformation eine Menge von 0,82 Milligramm Aluminium-Ionen (Al3+).
Wenn die Babys beim Impfarzt - so wie üblich - auch gleich noch die Pneumokokken-Impfung dazu bekommen so erhöht sich die Aluminiummenge (jetzt am Beispiel von Synflorix gerechnet) nochmal um 0,5 mg.
Den Babys werden beim Impfarzt also 1,32 mg einer Substanz injiziert, welche nach Expertise der EFSA "toxisch auf das sich entwickelnde Nervensystem wirkt".
Das ist fast die doppelte Menge, welche für Lebensmittel als tolerierbarer Höchstwert gilt.

Und dann muss man noch wissen, dass in Lebensmitteln - über den mit Giften relativ gut geübten Magen-Darm-Trakt - kaum Aluminium im Körper aufgenommen wird.
Bei der Injektion ins Muskelgewebe verbleibt hingegen rund 100 Mal mehr Aluminium im Organismus.

Eine von der französischen Nationalversammlung eingesetzte Expertenkommission empfahl kürzlich, Aluminium aus Impfstoffen so rasch wie möglich zu entfernen und speziell für die Babys, welche am meisten geimpft werden, Aluminium-freie Alternativen anzubieten. - Mit gutem Grund!


EFSA greift durch

Den Lobbyisten der Aluminiumindustrie schmecken diese Aktivitäten gar nicht. Und so wurde rasch Druck aufgebaut, die Empfehlungen der EFSA zu unterlaufen. Einer der wichtigsten Anläufe war eine von der Industrie vorgelegte und finanzierte Studie, aus der hervorgehen sollte, wie gering die Gefahr einer Aufnahme von Aluminium aus Lebensmitteln ist. Die Experten der EFSA bezeichneten die neuen Informationen als ungenügend und hielten an den niedrigeren Grenzwerten fest.

Die EU-Behörde zur Lebensmittelsicherheit blieb auch weiter am Ball: Weil es schwer ist, unter den derzeitigen Bedingungen die niedrigen Empfehlungen zur Aufnahme von Aluminium aus Lebensmitteln einzuhalten, regten sie an, die Zulassung für einige Aluminium-haltige Lebensmittelzusätze zu streichen. Außerdem sollte eine Deklarierungspflicht eingeführt werden, damit die Konsumenten und auch die weiterverarbeitende Industrie überhaupt die Chance haben, den Gehalt an Aluminium zu bemerken.
Der Chef der EU-Kommission Jose Manuel Barroso unterzeichnete am 3. Mai 2012 eine entsprechende Verordnung, die nun bis spätestens 2014 von den Mitgliedsstaaten in Landesgesetze umgemünzt werden muss. Dabei geht es unter anderem den Aluminium-haltigen Zusätzen E-556 (Kalzium-Aluminium-Silikat), E-558 (Bentonit) und E-559 (Kaolin) an den Kragen.

Vielleicht sollte ich mal anfragen, ob die Lebensmittel-Experten der EFSA ihren Kollegen von der EMA (European Medicines Agency) nicht Aufklärungsunterricht erteilen könnten. Diese hätten es nämlich dringend nötig!



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Samstag, 21. Juli 2012

Hepatitis B - Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Zur Gefährlichkeit von Hepatitis B gibt es unterschiedliche Angaben, sowohl was den Verlauf der Infektion als auch die Gefahr der Ansteckung betrifft.
Der Wiener Impfexperte Wolfgang M., Initiator von impfinformationen.de, der damit sympathisiert, "Impfgegner mit nassen Fetzen zu jagen", erklärt, dass "von normalen sozialen Kontakten" das größte Infektionsrisiko ausgeht. Auf Türgriffen könne Hepatitis B bis zu einer Woche überleben, in einem Milliliter Speichel fänden sich bei Infizierten rund 20.000 Viren. Und auch wenn Hepatitis B bei den angesteckten Kindern "regelmäßig ohne Symptome verläuft", schreibt Wolfgang M., sei das noch kein Grund zur Entwarnung, denn:
Diese infizierten Kinder werden je nach Alter von null bis drei Jahren zwischen 95% und ca 30% so genannte "gesunde" Virusträger, die dann aber im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt sehr häufig massive Leberprobleme bekommen (Fibrose, Zirrhose, Leberzellkarzinom) und die natürlich andere anstecken können weil infektiös.

Dass chronische Hep-B Infektion ein Risikofaktor für Leberkrebs ist, bestreite ich nicht. So wie auch eine chronische Zervix-Entzündung ein Risikofaktor für Zervix-Karzinom oder eine chronische Magenentzündung ein Risikofaktor für Magenkrebs ist. Die meisten viralen Infektionen sind jedoch nicht chronisch, sondern vorübergehend. Den Teufel an die Wand zu malen und nach 30 oder 40 Jahren schlimmes Unglück zu prophezeihen ist schon deshalb problematisch, als es über so lange Zeiträume kaum relevante Studien gibt und derartige Vorhersagen eher mit Astrologie denn mit Wissenschaft verwandt sind.
Wenn es denn so wäre, dass chronische virale Infekte so lange bestehen, so wäre es wohl vernünftiger, diese Risikogruppe zu identifizieren und Energie in die Entwicklung einer Therapie für diese Menschen zu setzen.

Aber folgen wir seiner Argumentation noch ein Stück weiter:
Wolfgang M. behauptet, dass Hep B Infektionen im Säuglings und Kleinkindalter ein relevantes Problem sind. So relevant, dass mit der Impfung der Risikogruppe (Babys von HBsAg positiver Schwangerer) das Problem nicht in den Griff zu kriegen wäre. Deshalb müssten ALLE Kinder geimpft werden. Und er behauptet weiters, dass viele der bei der Geburt infizierten Babys nur scheinbar gesund und symptomlos sind und zwischendurch stecken sie (über Speichel und sogar von Türgriffen war die Rede) noch jede Menge Kontaktpersonen in Kindergruppe, Schule (und später dann beim GV) an.

Dann sehen wir uns doch einmal an, ob dieses Horrorszenario der Wahrheit entspricht.
Wenn dem so wäre, so müsste das ja sichtbar sein, indem vermehrt junge Menschen außerhalb der Risikogruppen (z.B. Drogensüchtige) an Hepatitis B erkranken.

In Dänemark wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren alle schwangeren Frauen auf HBsAg (Test auf Infektion mit dem Hepatitis B Virus) getestet. Dort wo der Test positiv ausfiel wurden die Babys geimpft. Die Gesundheitsbehörden erreichten damit eine Impfrate von 96 Prozent in der Risikogruppe. Die zugehörige Studie ist kürzlich im Journal "Vaccine" erschienen. 
Es stimmt also schon einmal nicht, dass die Risikogruppe nicht ausfindig zu machen wäre.
Auch in Deutschland und Österreich gehört ein Test auf HBsAg zum Standard - wird in der zweiten Schwangerschaftshälfte routinemäßig durchgeführt.
Warum also impft man nicht nur diese Risikogruppe?

Wegen des hohen Ansteckungsrisikos sagen die Befürworter der Impfung.
Dann sehen wir mal, wie es um dieses Argument steht und wie hoch das Ansteckungsrisiko tatsächlich ist:
Von 140.376 schwangeren Frauen, die im Lauf der zwei Jahre in Dänemark getestet wurden, war der HBsAg Nachweis bei 371 Frauen positiv. Zum Großteil handelte es sich dabei um Frauen aus Einwanderer-Familien, welche die Infektion wahrscheinlich in ihren Herkunftsländern erworben hatten. Schwangere, die im Ausland geboren waren, hatten eine Infektionsrate von 2,74 %. Am höchsten war der Prozentsatz Infizierter bei Frauen aus Südost-Asien (14,5 %).
Bei in Dänemark geborenen Frauen war hingegen der HBsAg Test gerade mal in 17 Fällen positiv. 
In Dänemark geborene Frauen - egal welcher Nationalität - haben also ein Infektionsrisiko von 0,01 %. Das zeigt, dass das Ansteckungsrisiko in Dänemark extrem niedrig ist.
Zudem ist nicht bekannt, wie viele der 17 HBsAg-positiven Frauen aus den bekannten Hepatitis B Risikogruppen (z.B. Drogensüchtige, Prostituierte) stammen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es einige sind - und damit zeigt sich, dass das Risiko für gesunde Personen außerhalb der Risikogruppen kaum existent ist. 


Gehen wir also nun zum Effekt der Impfung in dieser identifizierten Risikogruppe. 
Das Risiko einer Übertragung von Hepatitis B Viren von der Mutter auf das Kind wird in der Literatur mit 5 bis 12 % angegeben. Von den 17 Frauen hätten also - ohne Impfprogramm - eine bis zwei Mütter die Viren auf ihr Baby übertragen. Das ist weniger als eine Infektion pro Jahr. 
Bei in Dänemark geborenen Schwangeren vermag die Impfung der Risikogruppen also eine Infektion pro Jahr zu vermeiden. Und das bei einer Durchimpfungsrate von 96 Prozent, also einer nahezu vollständigen Erfassung der Risikogruppe!   


Wie sehr dieser Effekt durch die Impfung der Gesamtbevölkerung noch gesteigert werden sollte, ist mir ein vollständiges Rätsel. 


Fassen wir also noch einmal die dänischen Erfahrungen zusammen: 
  • Das Risiko einer Infektion für im Inland geborene Frauen ist extrem niedrig (erst recht, wenn sie keiner der bekannten Risikogruppen angehören) 
  • Die Impfung auf die Risikogruppen zu beschränken - würde im Rahmen eines guten Hep-B-Screeningprogramms den selben Effekt haben, wie die Impfung aller Babys 
  • Die Impfung auf Risikogruppen zu beschränken, würde den positiven Effekt der Impfung maximieren - bei gleichzeitiger Vermeidung von Nebenwirkungen bei Babys, die keiner Risikogruppe angehören. 
  • Anstatt 140.000 Babys zu impfen, genügt es - mit dem selben Effekt - die Impfung auf 370 Babys HBsAg-positiver Mütter zu beschränken. 
Wenn schon allgemeine Impfprogramme gegen Hepatitis B, dann sollten diese wohl eher dort durchgeführt werden, wo die Bedrohung für die Gesamtbevölkerung relevant ist, also etwa in Südostasien.
Tatsächlich gibt es auch solche Programme, beispielsweise in Taiwan (siehe hier oder hier). Die Autoren dieser Arbeiten schreiben, dass 89 Prozent der HBsAg-Träger unter den Kindern, auch HBsAg-positive Mütter haben. Dasselbe gilt für 96% der Kinder, die nach Einführung der Impfkampagne dennoch an Leberzell-Karzinom erkrankt sind. 
In der zweiten Arbeit heißt es: "Über den Zeitraum von rund 20 Jahren, in dem das nationale Hepatitis B Programm in Taiwan gelaufen ist, hat sich also die Leberkrebs-Rate bei Kindern auf ein Drittel reduziert."  Ein Teil des Effektes wird sicher auf die Impfung zurück zu führen sein, ein weiterer auf die allgemeine Verbesserung der hygienischen Situation in diesem Zeitraum. 


Aus der dänischen Studie haben wir gesehen, dass Frauen aus dem südasiatischen Raum tatsächlich das höchste Risiko einer chronischen Hepatitis B Infektion haben. Ich wäre also für eine Impfung der Risikogruppen. 
Wenn Wolfgang M. dafür plädiert, die Gesamtbevölkerung zu impfen, weil die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, dass die Impfung der Risikogruppen alleine nicht ausreicht, das Problem in den Griff zu bekommen, dann frage ich mich, worauf er sich dabei beruft. 
Die Erfahrungen in Taiwan können es nicht sein. Denn dort wird die Gesamtbevölkerung geimpft und das Problem lässt sich trotzdem nicht unter einen gewissen Pegel senken. 


Die gesamte einheimische Bevölkerung zu impfen und mit diesem Riesen-Aufwand - am Beispiel Dänemarks - eine einzige (!) Infektionsübertragung von der Mutter auf das Kind zu verhindern, das ließe sich mit einer Erfassung und Impfung der Risikogruppen genauso erreichen. 
Der gesundheitliche Effekt einer allgemeinen Hepatitis-B Impfung für alle Babys ist minimal und wurde in erster Linie zum Wohl der Impfstoff-Hersteller eingeführt. 


Dem gegenüber steht ein bislang kaum untersuchtes und deshalb nur schwer einschätzbares Sicherheits-Risiko der Hepatitis B Impfung. 
Gerade wenn der Vorteil einer Impfung so gering ist, müsste sicher gestellt und bewiesen werden, dass das Risiko der Impfung nahe null liegt. 
Davon kann jedoch keine Rede sein.

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Freitag, 13. April 2012

Keuchhusten: Impfschutz schwindet rasch

Die Analyse eines Keuchhusten-Ausbruchs in den USA zeigt, dass der Schutz durch die Impfung schneller schwindet, als bisher gedacht. Anstatt Ursachenforschung zu betreiben, fordern Impfexperten nun häufigere Auffrischungen. 



Einige Krankheiten vor denen die Sechsfachimpfung schützt (z.B. Diphtherie, Polio), sind so selten, dass ein Flugzeug-Absturz in den eigenen Vorgarten vergleichsweise wahrscheinlicher ist. Andere Krankheiten (z.B. Hepatitis B) mit bestimmtem Risikoverhalten oder besonders elenden Lebensbedingungen verbunden. Die Infektion mit Keuchhusten-Bakterien ist im Vergleich dazu relativ häufig, spezielle Risikofaktoren sind nicht bekannt. Es kann jeden treffen und speziell für Babys im ersten Lebensjahr ist das mitunter lebensgefährlich.

Nun ist seit langem bekannt, dass die Impfung erst recht langsam den nötigen Immunschutz aufbaut. Erst mit der letzten Teilimpfung, die rund um den ersten Geburtstag gegeben wird, erreicht sie eine Schutzrate von mehr als 90 Prozent.
Wenn die Impfung erst im zweiten Lebensjahr eine gute Wirksamkeit erreicht, so eignet sie sich wenig, Spitalseinweisungen, Komplikationen und Todesfälle während der schwierigsten Zeit - in den ersten zwölf Monaten - zu vermeiden.

Nun zeigte die genaue Analyse eines großen Keuchhusten-Ausbruchs in den USA, dass die Wirkung der Impfung auch deutlich kürzer anhält, als bisher angenommen wurde. In der Altersgruppe von 2 bis 7 Jahren liegt die Schutzrate demnach bei 41%, im Alter von 8 bis 12 Jahren (wo die meisten Fälle auftraten) bei katastrophalen 24% und erst mit den Auffrischungsimpfungen in der Schule steigt die Schutzrate in der Gruppe der 13 bis 18 jährigen wieder auf 78%.

Diese Daten stammen "aus dem Leben" und nicht aus dem relativ künstlichen Umfeld einer von den Herstellern kontrollierten Zulassungs-Studie. Und wenn Impfexperten verlautbaren, dass die Keuchhusten-Impfung generell eine Schutzwirkung von "deutlich über 90 Prozent" habe, so wissen wir nun, dass diese Angabe bestenfalls für die Zeit kurz nach der Impfung gilt.


Konsequenz: "Mehr impfen!"

Die Autoren der US-Studie empfehlen als Konsequenz aus diesen Ergebnissen, den Impfplan zu überprüfen und häufiger gegen Keuchhusten zu impfen. Auch in der EU raten Impfexperten zu zusätzlichen Auffrischungs-Impfungen.
Nun werden in den USA bis zum 18. Lebensjahr aber bereits sechs Keuchhusten-Impfungen empfohlen. In Deutschland und Österreich stehen fünf auf den Impfplänen. Zudem gilt seit kurzem für Erwachsene die Empfehlung, die Impfung alle fünf Jahre aufzufrischen.
Eine Solo-Keuhhusten-Impfung wird derzeit jedoch gar nicht angeboten. Wer die Empfehlung befolgen möchte, muss die Dreierkombi (mit Diphtherie und Tetanus) oder die Viererkombi (inkl. Polio) kaufen. Und da scheuen sogar besonders impffreudige Menschen zurück, weil bei Diphtherie und Tetanus ein zu kurzer Abstand zwischen den Auffrischungen das Risiko unangenehmer Nebenwirkungen erhöht.

Ein interessanter Aspekt ergibt sich durch die Aussage des Leiters der erwähnten US-Studie David Witt in einem Artikel der Agentur Reuters. Dort heißt es:
In early 2010, a spike in cases appeared at Kaiser Permanente in San Rafael, and it was soon determined to be an outbreak of whooping cough -- the largest seen in California in more than 50 years. Witt had expected to see the illnesses center around unvaccinated kids, knowing they are more vulnerable to the disease. "We started dissecting the data. What was very surprising was the majority of cases were in fully vaccinated children. That's what started catching our attention," said Witt.

Besonders überrascht war Witt also, dass die Mehrzahl der Fälle in voll geimpften Kindern aufgetreten sind, und nicht, so wie von ihm erwartet, bei nur unvollständig oder gar nicht geimpften Kindern.
Demnach stellt sich die Frage, ob die vielmalige Impfung der Kinder möglicherweise den Aufbau eines nachhaltigen Immunschutzes vielleicht sogar behindert.


Als die Keuchhusten-Impfung verbannt war

Die meisten Menschen, die mit den Pertussis-Bakterien in Kontakt kommen, scheinen nicht - oder nur sehr leicht zu erkranken. Dies zeigte sich, als von den 70er bis in die 90er Jahre in einigen Ländern - wie etwa Deutschland, Japan, England, Schweden und Russland über einen längeren Zeitraum nicht gegen Keuchhusten geimpft wurde. Grund für die Maßnahme waren heftige öffentliche Diskussionen über gemeldete schwere Nebenwirkungen nach Pertussis-Impfung und der Verdacht, dass die damalige Ganzzell-Impfung vermehrt Gehirnentzündungen auslösen könnte.
Die Industrie reagierte und entwickelte besser verträgliche azelluläre Impfstoffe gegen Keuchhusten. In der Zwischenzeit war die öffentliche Stimmung umgeschlagen. Die Presse schrieb nun nicht mehr über Nebenwirkungen, sondern über Keuchhusten-Ausbrüche.
Und der Reihe nach nahmen fast alle Länder die neue azelluläre Impfung wieder in ihre nationalen Impfpläne auf.

Die impffreie Zeit unterschied sich in den Ländern beträchtlich, betrug beispielsweise in Japan cirka sieben, in (West-) Deutschland sogar 17 Jahre.
In dieser Zeit kam es zwar vermehrt zu Ausbrüchen von Keuchhusten. Dennoch stieg die Inzidenz - laut Robert Koch Institut - aber im schlimmsten Jahr gerade mal auf 0,16 Prozent an (160 Fälle auf 100.000 Einwohner).
In den russischen Statistiken ist während der impffreien Zeit zwar ein größeres Auf und Ab bei den Fällen - im Schnitt aber kaum ein Anstieg zu erkennen. In Japan war der Zenit bei Keuchhusten bei einer Inzidenz von rund 0,01 Prozent erreicht, um danach wieder deutlich abzufallen.
Und obwohl sicherlich zahlreiche Keuchhusten-Fällen von den Ärzten übersehen und nicht gemeldet wurden - die Dunkelziffer also wohl beträchtlich ist - war von einer massenhaften Ausbreitung der Krankheit wenig zu merken.  Wie die Krankheits-Zahlen zeigen, erkrankte nur ein Bruchteil der Menschen an Keuchhusten. Ganz im Gegensatz beispielsweise zu den Windpocken, die ungeimpft fast jedes Kind durchmacht.

Es muss also Schutzfaktoren vor Keuchhusten geben, wenn die Infektion vom Immunsystem der meisten Menschen problemlos abgewehrt wird oder so wenig Symptome verursacht, dass niemand an Keuchhusten denkt.

Mich würde brennend eine gute wissenschaftliche Aufarbeitung jener impffreien Jahre interessieren. Die meisten Publikationen, die mir dazu bekannt sind, widmeten sich lediglich der Zunahme an Keuchhusten-Fällen und forderten mit kaum verhohlener Empörung die Wieder-Einführung der Impfung.
Was aber ist mit den Verdachtsfällen bezüglich der Gehirnentzündungen? - Hat sich das bestätigt?
Wie hat sich die Impfpause sonst ausgewirkt?
Gab es auffällige Gemeinsamkeiten bei jener Minderheit der Kinder und Erwachsenen, die an Keuchhusten erkrankten?
Was könnten hier Schutz- was könnten Risikofaktoren sein?

Und wer ist nun im Lauf des Lebens besser vor Keuchhusten geschützt:
Ungeimpfte Kinder, welche die Infektion unauffällig - mit leichtem Husten - durch gemacht haben, oder geimpfte Kinder, bei denen der Impfschutz nachgelassen hat oder gänzlich verschwunden ist?

Das wären alles interessante Fragen für neugierige Gesundheitswissenschafter.

Status Quo ist allerdings, dass niemand irgend einen Handlungsbedarf sieht, "weil es eh eine Impfung gibt."
Nur ab und zu zeigt eine wissenschaftliche Arbeit, wie trügerisch dieser Schutz ist und wie wenig wir in Wahrheit über diese Krankheit wissen.

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Samstag, 26. November 2011

Komplikationen bei Windpocken: eine These

Immer wieder ist von heftigen Windpocken die Rede, welche den Kindern wochenlang zu schaffen machen, die Kinder mit unglaublich vielen Pusteln am ganzen Körper entstellen und schwer abheilen. Möglicherweise haben diese Reaktionen eine Ursache, die bisher unbeachtet blieb.

Auffallend ist nämlich, dass viele dieser Kinder davor eine 6-fach oder sonstige Impfung mit den üblichen Adjuvantien erhalten haben. Diese Wirkverstärker sind in etwa zwei Drittel der Impfungen enthalten (z.B. FSME, Pneumokokken, Meningokokkem). Die geläufigsten Adjuvantien sind Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat.
Bei Kindern, welche davor keine derartigen Impfungen erhalten haben, verlaufen die Windpocken normalerweise mild. Ich halte es deshalb für wahrscheinlich, dass das Risiko auf Komplikationen und ernsthafte Verläufe bei Windpocken ansteigt, wenn die Kinder davor adjuvierte Impfstoffe erhalten haben.

Falsche Reaktion des Immunsystems
Es ist bekannt, dass die üblichen Wirkverstärker die Immunantwort in Richtung einer Th2-Antwort manipulieren. - Windpocken-Viren werden vom Immunsystem, so wie zahlreiche andere Infekte, normalerweise jedoch mit einer Th1-Antwort bekämpft. Nach vorangegangener 6-fach Impfung ist aber nicht mehr gewiss, dass das Immunsystem den Viren mit der - im Lauf der Evolution eingespielten - besten Methode begegnet, sondern mit einer weniger gut geeigneten. Daraus folgt, dass sich die Viren über einen längeren Zeitraum vermehren können und größere Schäden anrichten.

Bei dieser Erklärung handelt es sich um eine These, die ich für recht wahrscheinlich halte und die durch zahlreiche Indizien gestützt wird. Dass Aluminium-haltige Adjuvantien die Immunantwort in Richtung einer Th2-Antwort manipulieren, kann in den meisten Immunologie-Lehrbüchern nachgelesen werden. Dass die Th2-Polung des Immunsystems nicht sofort nach der Impfung aufhört, sondern noch Wochen und Monate andauern kann, zeigen zahlreiche Studien z.B. (Aaby P., Boelen A. etc.)

Prof. Peter Aaby, der seit drei Jahrzehnten das Bandim Health Project in Guinea Bissau leitet, hat es in seinem Umfeld seit einigen Jahren zur Regel gemacht, dass alle Kinder zu ihrem Schutz - als letzte Impfung im Babyalter - eine Impfung erhalten sollten, welche das Immunsystem wieder Richtung Th1 Antwort zurück polt.
Diese Maßnahme hat einen sehr ernsthaften Hintergrund: Aaby und seine Mitarbeiter haben in zahlreichen Studien heraus gefunden, dass Kinder nach Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Impfungen ein deutlich erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko haben. Die geimpften Kinder erkranken danach wesentlich häufiger und ernsthafter an Tropenkrankheiten wie Malaria, oder an Infekten, die zu Lungenentzündungen oder Durchfall führen. Viele Jahre intensiver Forschung waren notwendig, bis Aaby entdeckte, welcher Mechanismus diese dramatischen Folgen erklären könnte. Als wahrscheinlichste Antwort kam er eben auf die Veränderung der Immunreaktion und die daraufhin geschwächte Abwehrkraft.

"Gute" Impfungen, welche die Abwehrkräfte stärken, gibt es jedoch auch. Dazu zählt z.B. die alte Tuberkulose-Impfung (BCG), die in Europa allerdings nicht mehr verwendet wird. Vor allem aber die Masern, bzw. die MMR Impfung. Diese Impfung ist imstande, neben ihrem Schutz vor Masern, Mumps und Röteln - auch die negativen Auswirkungen der vorangegangenen Impfungen auf das Immunsystem halbwegs zu neutralisieren.
Peter Aaby hat dazu nun einige Studien initiiert und erste Ergebnisse zeigen, dass negative Effekte deutlich verringert werden können.
Natürlich würde sich Prof. Aaby wünschen, dass das Impfkonzept der WHO, aber auch die immer größer werdenden Privat-Initiativen wie jene der Bill & Melinda Gates Stiftung, einmal grundsätzlich evaluieren würden, ob ihre Kampagnen beim Nutzen für die Gesundheit der Kinder überhaupt noch positiv bilanzieren, oder ob sie nicht eigentlich inzwischen mehr Schaden anrichten.
Bei diesen Organisationen besteht jedoch bislang keinerlei Bereitschaft, ihre Tätigkeit kritisch zu prüfen und schlechte Impfungen aus dem Programm zu eliminieren.

Wer prüft die langfristigen Impffolgen?
Empirisch überprüft wurde die These, dass Windpocken in zeitlicher Abfolge nach 6-fach Impfung komplikationsreicher verlaufen, meines Wissens bisher noch nicht. Dies liegt daran, dass diese Art von Forschung keinen kommerziellen Zwecken dient und sich von den Impfstoff-Herstellern nicht zu Geld machen ließe.
Im Gegenteil: wenn sich diese These bestätigt, würde das Unruhe auslösen und Geld kosten. Sechsfach- und sonstige adjuvierte Impfungen sowie die derzeit verwendeten Wirkverstärker würden in Verruf kommen. Die Hersteller wären gezwungen, viel Geld und Energie in die Forschung nach verträglicheren Adjuvantien zu investieren. Und das erscheint der Industrie wohl nicht gerade als eine lohnende Aussicht.

Wer darauf hofft, dass unsere Gesundheitsbehörden oder sonstige unabhängige Stellen einspringen, kann ebenso gut auf Godot warten. Von unabhängiger Seite wird leider nur sehr selten Geld in Impfstoff-Forschung und Impfstoff-Sicherheit investiert, da sich die Behörden eher als Bewahrer des "Impfgedankens" sehen. Die Abwicklung der Token-Studie zur Abklärung des Sterberisikos nach Sechsfachimpfung durch das Robert Koch Institut ist dafür ein gutes Beispiel.

Meist wird tunlichst alles unterlassen, was den Glorienschein des Impfens anpatzen könnte. Das ist - im Sinne der Impfstoffsicherheit - sehr ärgerlich und auch verantwortungslos, so ist es aber leider.

Freitag, 19. August 2011

RKI bitte melden: offene Fragen zur Sicherheit der Babyimpfungen

Von Dr. Martin Schlaud und Kollegen vom Robert Koch Institut erreichte mich vorhin folgende Mitteilung:

Sehr geehrter Herr Ehgartner,
auf Ihre Anfragen zur TOKEN-Studie vom 14.06.2011 und vom 27.07.2011 haben wir jeweils sehr ausführlich geantwortet. Kurz nach Erhalt der zweiten Antwort haben Sie innerhalb von zwei aufeinander folgenden Tagen weitere drei E-Mails zum selben Thema an uns gerichtet. Wir bitten um Verständnis, dass wir nun keine Detailfragen mehr beantworten können.
Alle Informationen zur TOKEN-Studie und sämtliche Auswertungsergebnisse sind in dem umfangreichen Endbericht enthalten, der seit Februar veröffentlich ist und Ihnen offenbar vorliegt.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Schlaud
Leiter des Fachgebiets "Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Präventionskonzepte"
Abt. für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
Robert Koch-Institut
Postfach 65 02 61
13302 Berlin
Tel. 030/18-754-3437
Fax: 030/1810-754-3437
E-Mail: m.schlaud@rki.de
Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ich habe daraufhin folgendermaßen geantwortet:


Sehr geehrter Herr Dr. Schlaud,
danke für die bisherigen Antworten. Und entschuldigen Sie, dass ich noch drei Mails geschrieben habe. Aber Ihre Studie hat von der Methodik einige zusätzliche Fragen aufgeworfen, die mir durch Ihre vorangegangenen Antworten nicht schlüssig erklärt worden sind.
Ich habe zu Ihrer Arbeit auf meinem Blog einen Beitrag verfasst, in dem ich Ihre Antworten zum Teil berücksichtigt habe.

Insgesamt bleibt meine Kritik bestehen:

  1. Sie haben die Ergebnisse der Token Studie tendenziös aufbereitet, immer mit dem Bestreben, den Status Quo zu rechtfertigen und nichts an der derzeitigen Impfpraxis infrage zu stellen.
  2. Sie haben keinerlei Selbstkritik bezüglich der Finanzierung dieser Studie durch die Impfstoff-Hersteller erkennen lassen
  3. Sie haben in der Zusammenfassung der Studie auf Ihrer Webseite nicht signifikante Ergebnisse referiert, die Ihnen in den Kram passten, ohne bekannt zu geben, dass diese Ergebnisse nicht signifikant waren.
  4. Andere statistisch signifikante Ergebnisse haben Sie hingegen in der Zusammenfassung unterschlagen, weil diese Resultate die Sicherheit der Babyimpfungen in Frage gestellt hätten
  5. Sie haben im Zuge der Auswertung einige der Daten gewichtet, so dass Todesfälle in nahem zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen weniger "zählten" als Todesfälle, die in weiterem Abstand zu Impfungen auftraten. Nur durch diese Maßnahme ist es gelungen, wichtige Ergebnisse in den nicht signifikanten Bereich zu verschieben. Diese Resultate haben Sie dann in der Zusammenfassung der Ergebnisse auf Ihrer Website berichtet, ohne zu erwähnen, dass diese Ergebnisse durch Gewichtung zustande gekommen sind.
  6. Obwohl in Ihrer Arbeit zahlreiche alarmierende Resultate zur Sicherheit der Babyimpfung aufgetreten sind, haben Sie nicht erwähnt, dass Sie diese Fragen durch nachfolgende Studien im Detail aufklären wollen.
  7. Sie haben in Ihren Antworten nicht erklären können, warum Sie die Token Studie überhaupt durchgeführt haben, wo Sie doch im Vorhinein wussten, dass es nicht möglich sein würde die Daten der verstorbenen Kinder mit deren Impfdaten zu verknüpfen, sondern dass es dafür der Einwilligung und der Mitarbeit der Eltern bedurfte.
  8. Sie haben zwar in Ihren Mails erklärt, dass zentrale Impf- und Sterberegister an sich wünschenswert wären, Sie haben aber in keiner Weise beschrieben, was Sie für die Einführung dieser Maßnahmen unternommen haben oder unternehmen wollen.


Auch wenn Sie angekündigt haben, mir nicht mehr in dieser Sache zu antworten möchte ich Ihnen noch drei offene Fragen stellen:

  • Das RKI, bzw. die an Ihrem Institut beheimatete STIKO empfiehlt Impfungen. Wenn Sie nun selbst mit der Prüfung beauftragt wurden, ob diese Empfehlungen Schaden und sogar Todesfälle bei zuvor gesunden Babys auslösen können - bestand dann nicht von vorn herein ein enormer Interessenskonflikt?
  • Wäre es nicht redlicher gewesen, die Durchführung und Aufbereitung dieser Studie an eine unabhängige und nicht befangene wissenschaftliche Institution zu vergeben?
  • Besteht die Absicht, ein zentrales Impf- und Sterberegister einzuführen und die Studie dann - ohne die "Notwendigkeit" nachträglicher Gewichtung und statistischer Nachbesserung - zu wiederholen und damit einen wirklich objektiven und Aussage-kräftigen Beitrag zur Frage der Sicherheit der Baby-Impfstoffe zu leisten?

mit freundlichen Grüßen
Bert Ehgartner

Samstag, 13. August 2011

Die Tricks des Robert Koch Instituts: Wie gefährlich sind Baby-Impfungen wirklich?

Eine genaue Analyse der Token-Studie zeigt, dass das Robert Koch Institut (RKI) zu statistischen Tricks griff, um die bisherige Impfpraxis bei den Babys nicht in Frage stellen zu müssen.

Ohne diese "Anpassungen" hätte es nämlich beispielsweise melden müssen, dass das Sterberisiko aller Babys im Zeitraum von drei Tagen nach einer Fünffach- oder Sechsfach-Impfung beim Dreifachen der impffreien Kontroll-Periode liegt. Oder dass Frühgeborene, die zu den üblichen Terminen geimpft werden, ein sechsfach höheres Risiko haben, kurz danach zu sterben.
Eine Behörde, die ihre Verantwortung für das Wohl der Kinder ernst nimmt, würde nun bei den Gesundheitspolitikern darauf drängen, schleunigst ein allgemeines Impfregister einzuführen und die Token-Studie - diesmal ohne peinliche Fehler - rasch zu wiederholen. Dafür bräuchte es jedoch Fachleute, denen der Sinn nach Wahrheit steht - und nicht ausschließlich nach Verteidigung des Status Quo.

Foto: Pascal Dolémieux / sanofi pasteur (cc)
Der Frühling des Jahres 2011 war gerade ins Land gezogen, da hat sich das Robert Koch Institut endlich dazu aufgerafft, seine lange erwartete Token-Studie zu veröffentlichen. Diese Untersuchung hatte große Ansprüche: Sie sollte erstmals lückenlos alle ungeklärten, plötzlichen und unerwarteten Todesfälle bei Kindern im Alter zwischen 2 und 24 Monaten erfassen und prüfen, ob es einen Zusammenhang zu den laut Impfkalender empfohlenen Impfungen gibt. Konkreter Anlass waren eine Reihe unerklärlicher Todesfälle in nahem zeitlichen Zusammenhang zu Impfungen, die auch zu einer vorübergehenden behördlichen Sperre des damals meist verwendeten Sechsfach-Impfstoffes "Hexavac" von Sanofi-Pasteur führten. Die Token-Studie begann im Sommer 2005. Kurz darauf nahm Sanofi-Pasteur seinen umstrittenen Impfstoff ganz vom Markt. Offiziell deshalb, weil es ein Problem mit der Langzeit-Wirksamkeit der Hepatitis-B Komponente des Sechsfach-Impfstoffes gebe. Inoffiziell wurde natürlich ein Zusammenhang mit der angelaufenen Studie vermutet.
Von Sommer 2005 bis Sommer 2008 wurden nun im Großteil Deutschlands von den teilnehmenden Gesundheitsämtern die Todesfälle gesammelt und die Daten an das Berliner Studienzentrum am Robert Koch Institut übermittelt. Zunächst hieß es, die Studie würde zu Jahresbeginn 2009 veröffentlicht. Auf meine Nachfragen beim RKI wurde ich mehrfach vertröstet, schließlich erschien sie mit zweijähriger Verspätung.


Die Geburtsfehler der Token-Studie

Ich habe die Darstellung der Ergebnisse damals in Artikeln hier und hier besprochen und das Robert Koch Institut scharf kritisiert.
Meine vorrangigen Kritikpunkte betrafen zum einen die Blödheit, sich diese Studie ausgerechnet von den Herstellern der zu untersuchenden Impfstoffe bezahlen zu lassen. Für einen Sponsor-Beitrag von 2,5 Millionen Euro erkauften sich die Firmen damit laut Vertrag das Recht, "unverzüglich über relevante Erkenntnisse oder Bewertungen unterrichtet zu werden". Weiters wurde ihnen das Recht zugestanden, dass sie vor der Veröffentlichung der Resultate "Gelegenheit zur wissenschaftlichen Stellungnahme zu den zur Publikation vorgesehenen Texten erhalten".
Bei einer Summe von mehr als 500 Millionen Euro, welche jedes Jahr für die von der STIKO empfohlenen Impfungen vom Gesundheitsbudget in die Kassen der Impfstoff-Hersteller abgeführt wird, erkauften sich die Sponsoren ihr Mitspracherecht demnach aus der Portokasse.
Wozu also brauchte das Robert Koch Institut die Sponsoren wirklich? Der Verdacht liegt nahe, dass es vor allem darum ging, das methodische Know-how und die strategische Beratung der Firmen zu nutzen, um die Resultate "im Sinne des Impfgedankens" aufzuhübschen.

Zum zweiten kritisierte ich, dass in Deutschland der Datenschutz scheinbar mehr zählt als die Kindergesundheit. "Aus Gründen des Datenschutzes" war es nämlich nicht möglich, die persönlichen Daten der verstorbenen Kinder mit den Angaben aus deren Impfpässen zu verknüpfen. Dazu wäre es notwendig gewesen ein allgemeines Impfregister einzuführen, welche hier die elektronische Basis für eine seriöse Untersuchung schafft. Das wurde jedoch bisher versäumt.
Durch dieses Informations-Defizit genau in jenem Kernbereich, der untersucht werden sollte, ergab sich die Notwendigkeit, mit den betroffenen Eltern Kontakt aufzunehmen. Sie wurden gebeten, die Impfpässe ihrer verstorbenen Babys herauszusuchen und sollten umfangreiche Fragebögen ausfüllen. Es ist wohl nachvollziehbar, dass dies für viele Mütter und Väter psychisch nicht verkraftbar war. Und so kam es auch: Rund zwei Drittel der Eltern der insgesamt 667 im Untersuchungs-Zeitraum verstorbenen Kinder verweigerten ihre Teilnahme an der Token-Studie trotz mehrfacher Kontaktaufnahme.


Schock für das RKI

Als die Daten in der Folge einlangten und die ersten Zwischenauswertungen analysiert wurden, ergab sich ein alarmierendes Bild, das wohl beim RKI zu einigen Krisensitzungen und heißen Diskussionen Anlass gab. Es zeigte sich nämlich, dass überproportional viele Kinder in nahem Zusammenhang zu den Impfungen gestorben waren.
Die offizielle Version lautet nun, dass die Eltern von Kindern, deren Babys kurz nach Impfungen verstorben waren, scheinbar häufiger ihre Erlaubnis zur Teilnahme an der Studie gegeben hatten. Außerdem, so das RKI sinngemäß, hätten auch noch die Gerichtsmedizinischen Institute die Auswertung verfälscht, indem sie dafür sorgten, dass speziell Todesfälle nach Impfungen vermehrt in die Studie aufgenommen wurden.
Aus diesen Umständen leitete das RKI das Recht ab, die Feile an die eigenen Daten zu legen und diese - im Nachhinein - statistisch zurecht zu schleifen. Mit dem weithin verlautbarten Ergebnis, dass Impfungen keinerlei Rolle bei unerklärlichen Todesfällen im ersten und zweiten Lebensjahr spielen.

Ich habe in meinen Artikeln diese Darstellung kritisiert und zusätzlich zur erwähnten methodischen Kritik angeführt, dass man nur einen einfachen Taschenrechner braucht, um fest zu stellen, dass an der Kernaussage des RKI etwas faul sein muss. Wenn man nämlich die Basis-Daten eingibt und das Sterberisiko ausrechnet, ergibt sich im Zeitraum von zwei Wochen nach einer Impfung eine dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit auf einen unerklärlichen Todesfall als in den darauf folgenden Wochen.

Ich habe meine Kritik dieser Praktiken mitsamt einigen Ergänzungsfragen an den RKI-Mitarbeiter und verantwortlichen Leiter der Token-Studie, Martin Schlaud geschickt.
Mittlerweile haben wir mehrfach hin und her gemailt und Herr Schlaud hat mir ausführliche Erläuterungen zukommen lassen, inklusive Belehrungen, ich solle meinen Taschenrechner lieber eingesteckt lassen und mir einschlägige Lehrbücher der Epidemiologie besorgen.

Schlaud teilte mir mit, dass ich bei meiner Analyse der Ergebnisse schlicht darauf vergessen hatte zu bedenken, dass selbstverständlich das Sterberisiko der Babys im Lauf der Monate abnimmt und es deshalb ganz normal sei, dass kurz nach einer Impfung das Risiko höher ist als später.
Ganz einfach deshalb, weil die Kinder später älter sind und deshalb ein geringeres Risiko haben, plötzlich zu versterben.


Risikospitze in den Impfmonaten

Die Neurobiologin Catherina Becker, eine weitere Kritikerin meiner Kritik, postete hier im blog eine Übersicht aus dem British Medical Journal zur Altersverteilung bei plötzlichen unerwarteten Todesfällen - ob erklärbar ("explained SUDI") oder nicht erklärbar ("SIDS"):


Catherina versuchte damit ebenfalls den steilen Abfall des Sterberisikos im Lauf des ersten Lebensjahres darzustellen. Und tatsächlich lässt sich das ja auch aus der Graphik ablesen.
Was damit allerdings nicht erklärt wird, ist die Tatsache, dass die Kurve der Todesfälle just in jenen Monaten ihren Höhepunkt erreicht, wo die meisten Babys ihre ersten Impfungen erhalten.
Wenn es tatsächlich so wäre, dass das Sterberisiko mit höherem Alter der Kinder kontinuierlich abnimmt, warum erfolgt dann vom ersten zum dritten Lebensmonat ein derart rasanter Anstieg?

Zu prüfen, ob diese Spitzen im Sterberisiko mit den Impfungen zu tun haben, wäre die vordringlichste Aufgaben der Token-Studie gewesen. Zumal sich ja auch hier beim Zeitpunkt der deutschen Todesfälle ein ganz ähnliches Muster ergab. (Ich beziehe mich im folgenden auf die Angaben aus der Studie, Tabelle 21, Seite 95.  Ich habe die dort angegebenen Todesfälle in ein zeitliches Verhältnis gesetzt, um das Todesfallrisiko vergleichbar zu machen. Warum das RKI in der Tabelle ungleiche Intervalle verwendet, ist mir ein Rätsel geblieben.)

Bei den 98 Kindern, die nach Sechsfachimpfung im Verlauf der Studienperiode starben zeigte sich bezogen auf das Alter der Kinder folgende zeitliche Abfolge:

Alter der Kinder..........  Anzahl Todesfälle .......  Todesfälle pro Tag
    30-60 Tage ........
.......    1 .................................   0,03
    61-91 Tage................    8 .................................   0,27
  92-152 Tage................  27 .................................   0,45
153-183 Tage................    9 .................................   0,30
184-274 Tage................  27 .................................   0,30
275-365 Tage................  15 .................................   0,17
366-456 Tage................    3 .................................   0,03
457-730 Tage................    8 .................................   0,03


Die Mehrzahl der Todesfälle ereignete sich also im Alter zwischen vier und fünf Monaten (91-152 Tage). Im dritten Lebensmonat, wo zwischen Tag 61 und 91 bei den meisten Kindern die erste Sechsfach-Impfung fällig wird, starben in diesem frühen Alter "nur" 8 Babys. In den beiden nächsten Monaten, wenn die Dosen zwei und drei der Basis-Immunisierung folgen, ereigneten sich hingegen bereits 27 Todesfälle. Je mehr Impfungen also, desto höher das Sterberisiko.
Wie aber misst man nun, ob diese Todesfälle etwas mit den vorangegangenen Impfungen zu tun haben?


Eine methodische Herausforderung

Zu untersuchen, ob das Sterberisiko nach Impfungen erhöht ist, ist methodisch nicht ganz einfach, da es im herkömmlichen Sinn keine Kontrollgruppe gibt.
Wenn ich etwa prüfen möchte, ob eine bestimmte Diät zum Abnehmen taugt, so hält sich eine Studiengruppe an den vorgegebenen Speiseplan, die andere ernährt sich wie bisher. Und am Ende bringt die Waage den Erfolg oder Misserfolg der Methode ans Licht.
Beim Sterberisiko nach Impfungen haben wir mit so einem Design hingegen gravierende Probleme.
Zum einen ist dieses Risiko glücklicherweise sehr gering. Das heißt man bräuchte zwei extrem große Gruppen, damit überhaupt solche zählbaren Todesfälle auftreten. So eine Studie wäre unfinanzierbar teuer.
Das zweite Problem betrifft die Kontrollgruppe. Keine Ethik-Kommission würde es genehmigen, Kinder per Zufall in eine Nicht-Impf-Gruppe zuzuweisen.

Dies sind die beiden Hauptgründe, dass in den 90er Jahren für die Risikobewertung von Impffolgen ein eigenes mathematisches Modell entwickelt wurde: Die so genannte Self-controlled case series (SCCS). Eine angepasste Version der SCCS Methode wurde auch für die Auswertung der Token-Studie verwendet.

Das besondere an der SCCS Methode ist, dass sie ohne Kontrollgruppe auskommt. Es werden nur "Fälle" in die Berechnung aufgenommen. In unserem Fall also die insgesamt 254 Kinder, die im Lauf der drei Studienjahre verstorben sind.
Als nächstes werden Risikoperioden definiert. In der Token-Studie gab es derer drei: Den Zeitraum binnen 3 Tagen, 4 bis 7 Tage und 8 bis 14 Tage nach dem Impftermin.
An Stelle einer Kontroll-Gruppe tritt bei der SCCS der Kontroll-Zeitraum. Und anschließend wird berechnet, ob das zu untersuchende Ereignis überdurchschnittlich häufig in der zuvor definierten Risikoperiode auftritt.Wer sich über die Details der SCCS-Methode genauer informieren möchte, kann sich z.B. hier schlau machen.
An sich ist die SCCS-Methode ein recht brauchbares Design, um Risikoverteilungen in bestimmten Zeitperioden zu messen. Nicht erfasst werden dadurch allerdings Zusammenhänge, welche außerhalb der vorher festgelegten Zeitspannen auftreten. Wenn also eine unerwünschte Impffolge erst nach einigen Wochen oder Monaten eintritt, würde sie mit der SCCS nicht aufgespürt werden.

Sehen wir uns also an, was bei der Token-Studie raus kam. Die Ergebnisse sind auf der Website des RKI nachzulesen. Es ist allerdings empfehlenswert, die Langfassung der Studie (nur in englischer Sprache abrufbar) zu lesen, weil die deutsche Zusammenfassung - um es einmal vorsichtig auszudrücken -  daraus nur sehr selektiv zitiert.


Zaubern mit Statistik

Laut RKI war das Risiko für einen plötzlichen Todesfall binnen drei Tagen nach einer Impfung ebenso wenig erhöht wie binnen einer Woche nach Impfung. In den Tagen vier bis sieben nach der Impfung zeigte sich angeblich sogar ein verringertes Risiko. Die toten Kinder zeigten auch keinerlei gemeinsame Anzeichen von Krankheit, etwa eines Hirnödems.
Vielmehr sei die Schuld an den Todesfällen eher bei den Eltern selbst zu suchen, denn, so das RKI:
Fast alle kurz nach Impfung verstorbenen Kinder hatten anerkannte Risikofaktoren für einen plötzlichen Kindstod: Schlafen in Bauchlage, mütterliches Rauchen oder Überwärmung durch Heizung, Kleidung oder Bettzeug.

Soweit also die Kernaussage der Behörde: Keinerlei Probleme mit Impfungen, wenn Babys sterben sind die Eltern selber schuld, indem sie rauchen, das Bett überhitzen oder die Babys in der gefährlichen Bauchlage schlafen lassen.
"Vorsichtige Entwarnung", titelte daraufhin das Deutsche Ärzteblatt. Bei diesem Artikel fungierte Token-Studienleiter Martin Schlaud vorsichtshalber gleich als Co-Autor.

So, und nach dieser offiziellen Einleitung kommen wir nun zu dem, was wirklich in der Studie steht. Und hier finden sich plötzlich Resultate, die alles andere als beruhigend klingen:
  • Drei Tage nach einer Sechsfachimpfung war das Sterberisiko laut SCCS-Analyse um das 2,3 fache erhöht.
  • Drei Tage nach einer Fünffachimpfung war das Sterberisiko sogar um das 8,1 fache erhöht.
  • Wurden Fünf- und Sechsfach Geimpfte gemeinsam ausgewertet, ergab sich ein dreifach höheres Risiko.
  • Frühgeborene hatten ein sechsfach höheres Risiko binnen drei Tagen nach Fünf- oder Sechsfach-Impfung zu sterben
  • Während des zweiten Lebensjahres war das Risiko, binnen drei Tagen nach Impfung zu sterben um das nahezu Vierzehnfache erhöht

Diese Ergebnisse waren statistisch signifikant. Das bedeutet, dass bei einer Wiederholung der Studie unter denselben Voraussetzungen eine 95%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein Resultat innerhalb des Vertrauensintervalls heraus kommt.

Nicht signifikante Ergebnis sind nicht aussagekräftig, weil sie außerhalb des zuvor festgelegten Vertrauensintervalls liegen und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Zufallsfund darstellen. Nicht signifikant bedeutet, dass bei einer Wiederholung der Studie auch das Gegenteil rauskommen kann.

Es gilt deshalb als unseriös, nicht-signifikante Ergebnisse als Resultate darzustellen.
Genau das macht aber das RKI gleich auf der Startseite zur Token-Studie mit dieser, als einer von sieben Haupt-Aussagen graphisch hervor gehobenen Feststellung:
In den Tagen vier bis sieben nach der Impfung zeigte sich ein verringertes Risiko

Tatsächlich traten die Todesfälle in der Studie gehäuft an den Tagen 0 bis 3 nach der Impfung - und dann an den Tagen 8 bis 14 auf. Zwischen Tag 4 bis 7 wurden nur wenige Todesfälle registriert. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Zufall, das verminderte Risiko war auch nicht signifikant. Es demonstriert jedoch gut die manipulative Absicht der Studienautoren, dass genau dieser Zufallsfund als eine der Haupt-Aussagen der Token-Studie verkauft wird.

Als ebenso unseriös gilt es, die methodische Auswertung einer Studie im Nachhinein zu ändern und so anzupassen, dass die "richtigen" Ergebnisse heraus kommen.

Genau dies geschah aber mit der so genannten "Gewichtung" der Daten.

Die Studienautoren des RKI stellten nämlich fest, dass jene Fälle, die von den gerichtsmedizinischen Instituten zur Teilnahme vermittelt wurden, mit höherer Wahrscheinlichkeit kurz nach der Impfung gestorben waren, als jene die von den Gesundheitsämtern gemeldet wurden. Deshalb beschlossen die Statistiker des RKI diese Fälle zu gewichten. Sie errechneten einen Gewichtungsfaktor von 0,41. Das heißt, dass ein von den Gesundheitsämtern gemeldeter Todesfall in der Berechnung gleich viel zählte, wie zweieinhalb Todesfälle der Gerichtsmediziner.

Erst mit diesem absurden Kunstgriff gelang es, das Sterberisiko im Zeitraum von drei Tagen nach der Impfung in den nicht-signifikanten Bereich zu drücken. Und ausschließlich diese gewichteten Resultate wurden in der Zusammenfassung der Studie genannt. Natürlich ohne dort zu erwähnen, dass dieses Ergebnis nur durch eine künstliche und willkürlich anmutende Reduktion jener Fälle, die dem RKI nicht in den Kram passten, zustande gekommen war.

Beim achtfach höheren Sterberisiko nach Fünffach-Impfung half wohl auch der Gewichtungs-Trick nichts mehr. Hier argumentiert das RKI mit der geringen Fallzahl. Zitat RKI:
Allerdings trugen nur 14 fünffach geimpfte Fälle, von denen vier Fälle innerhalb von 3 Tagen nach Impfung verstorben waren, zu dieser Berechnung bei. Zusätzlich gibt es eine besonders hohe Teilnahmebereitschaft der Eltern, deren Kinder kurz nach Fünffachimpfung gestorben sind.

Ähnlich lautete die Argumentation beim exorbitant höheren Sterberisiko im zweiten Lebensjahr.

Tief im Bauch der Studie versteckt ist der Hinweis, dass früh geborene Babys ein viermal so hohes Risiko haben, binnen drei Tagen nach einer Sechsfach-Impfung zu sterben. Ihr Risiko ist damit doppelt so hoch wie bei Babys, die zum Termin geboren wurden. Werden Fünffach-geimpfte Frühchen auch noch dazu gezählt, steigt das Risiko sogar auf den Faktor 6,03.
Ein Ergebnis, das jenen Ärzten recht gibt, die Frühgeborene sicherheitshalber immer etwas später impfen.

In der Aufbereitung des RKI wurde alles versucht, diese alarmierenden Resultaten klein zu reden und im Haupttext der 160 Seiten umfassenden Studie zu verstecken. Möglicherweise ist es auch kein Zufall, dass diese deutsche Arbeit von der RKI-Homepage ausschließlich in englisch zum download bereit gestellt wird - und nur die geschönte Zusammenfassung in deutscher Sprache verfasst ist.


Konsequenzen

Was machen wir also mit diesen Resultaten?
Laut vermelden, dass eh alles in Ordnung ist, zur Tagesordnung über gehen und weiter impfen wie bisher, so wie es das Robert Koch Institut praktiziert?

Ich bin weit davon entfernt, alle diese Resultate, welche ich hier aus der Token-Studie zitiert habe, als gültige Beweise für die Gefährlichkeit von Babyimpfungen anzusehen.
Ich denke auch, dass es möglich wäre, dass Eltern, die ihre Kinder kurz nach Impfungen verloren haben, eine höhere Teilnahme-Moral hatten als andere Eltern. Möglich wäre es, auch wenn mir keine Gründe dafür einfallen, warum Eltern, deren Kinder ungeimpft oder in weiterem Abstand zu einem Impftermin gestorben sind, nicht ebenso interessiert an einer Aufklärung der Zusammenhänge sein sollten.

Doch selbst wenn dem so wäre, so kann man mit diesem Hinweis auf eine "Übererfassung von Todesfällen kurz nach Impfung" nicht einfach den Schwamm-Drüber-Blues anstimmen.
Fast alle der von mir zitierten Resultate der SCCS-Analyse haben weit reichende Konsequenzen für die tägliche Impfpraxis, wenn sie sich als real erweisen. Das muss geprüft werden. Stattdessen aber versuchte das RKI eine methodisch verpfuschte Studie durch ein Zurechtbiegen der Resultate "im Sinne des Impfgedankens" als korrekten Beitrag zur Impfstoff-Sicherheit zu verkaufen.
Und das ist eben eine glatte Manipulation.

Das Thema ist viel zu ernst, um hier sorglos oder nachlässig zu sein. Millionen von gesunden Kindern werden jährlich geimpft. Und deren Eltern wollen die größtmögliche Sicherheit, dass ihre Liebsten dabei nicht zu schaden kommen.
Diese Kinder müssen geschützt werden, und nicht irgendein anonymer "Impfgedanken".
Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut dieser Beamten und Impfexperten stecken, wenn sich in einigen Jahren heraus stellen sollte, dass hier alle Warnzeichen einer Katastrophe ignoriert, manipuliert und kleingeredet wurden.

Ein zivilisiertes Land braucht auch endlich ein nationales Impfregister, in dem jede verimpfte Dosis namentlich registriert wird. "So etwas existiert in Deutschland nicht", antwortete mir Martin Schlaud auf meine diesbezügliche Frage. "Impfpässe verbleiben im Besitz der Eltern, ohne dass die dokumentierten Impfdaten an zentraler Stelle zusammengeführt würden."
Ebenso wenig gibt es ein bundesweites Sterberegister, in dem alle Todesbescheinigungen zentral verfügbar wären. "Prinzipiell", so Schlaud, "böte die Verknüpfung zwischen diesen Registern weitreichende Möglichkeiten für wissenschaftliche Untersuchungen von Zusammenhängen zwischen Impfungen und plötzlichen Todesfällen."

Prinzipiell wäre das eine gute Idee. Ja, aber der Datenschutz…

Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Datenschutz ein idealer Verbündeter von Verantwortungslosigkeit Faulheit und Ignoranz ist.

Und dieselben Eigenschaften zeichnen auch Gesundheitsbehörden aus, welche sich bei jeder Gelegenheit mit der Industrie ins Bett legen und nichts so sehr fürchten wie eine objektive und unvoreingenommene Untersuchung der Impfstoff-Sicherheit.

Das Robert Koch Institut als jene Behörde, die Impfungen empfiehlt, damit zu beauftragen, die Sicherheit ihrer eigenen Empfehlungen zu bewerten, war von vornherein eine Schnapsidee. Befangenheit, nennt man das in der Rechtswissenschaft.
Wie sollte diese Behörde plötzlich als objektiver Gutachter auftreten - und beispielsweise nachweisen, dass einige dieser Impfungen auch Schaden anrichten: Es widerspricht der menschlichen Psyche diametral, Dinge, die einem emotional nahe gehen, objektiv bewerten zu können. Man sieht das, was man sehen will - das gilt auch in der Wissenschaft.
Und deshalb braucht es für die Untersuchung der Impfstoff-Sicherheit Fachleute, die neutral zum Thema stehen - und nicht solche, die ihr ganzes Berufsleben darauf aufgebaut haben, dass Impfungen schützen und nützen. Und zwar immer und ausnahmslos.

Eine seriöse Gesundheitspolitik müsste dem Robert Koch Institut, das in seiner Rolle so eindeutig befangen ist, diese Agenden wegnehmen und eine wirklich unabhängige wissenschaftliche Organisation mit der Neuauswertung und - wenn nötig - auch der Neuorganisation dieser Token-Studie beauftragen.

Denn die Fragen, welche die Token-Studie beantworten sollte, sind noch längst nicht geklärt.
Im Gegenteil: So wie das RKI hier vorgegangen ist, stürzt das Vertrauen in die Sicherheit der Baby-Impfungen ins Bodenlose ab.

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