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Montag, 13. Juli 2026

Ein fehlerhaftes, überaggressives Immunsystem... (Kommentar)

Simple Gemüter denken beim Thema Impfen ausschließlich positiv: "Ohne Impfungen würden wir heute noch mit mitte dreißig sterben. Mit Hilfe von Impfungen wurden zahlreiche Krankheiten ausgerottet. Wer seine Kinder nicht impft, liebt sie nicht."

Sowas in der Art. 

Aber auch die weniger simplen Gemüter tun sich schwer, die Risiken des Impfens in ihrer ganzen Tragweite einzuschätzen. 

Deshalb hier ein paar Denkanstöße.


Beim Lymphom produziert das Immunsystem selbst die Krebszellen

Impfungen sind pharmazeutische Eingriffe an meist vollständig gesunden Babys, Kindern und Erwachsenen. Sie haben den Zweck, in das Immunsystem einzugreifen und eine Immunität gegen bestimmte Viren oder Bakterien auszulösen. 
Bei Lebendimpfungen genügen dafür meist kleine Dosen von abgeschwächten aber lebenden Viren / Bakterien. 
Bei Totimpfungen müssen die Wirkstoffe (abgetötete, inaktivierte Viren / Bakterien) hingegen mit Substanzen versetzt werden, welche das Immunsystem schocken und in Alarm versetzten. Denn nur dann leitet das Immunsystem überhaupt eine Immunreaktion ein und erzeugt Antikörper gegen die toten Viren / Bakterien. 

Mehr als zwei Drittel der Impfungen verwenden die zweite Methode. 
Hier braucht es meist mehrere Dosen zur Basis-Immunisierung. Und weil Antikörper altern und absterben, braucht es Auffrischungen.
Und jedes Mal wieder muss das Immunsystem mit toxischen Zusätzen aggressiv gemacht werden, damit es überhaupt "anspringt". 
Solche Zusätze sind zum Beispiel Aluminium-Verbindungen oder 'QS-21', ein Extrakt des chilenischen Seifenrindenbaums.
Beide Substanzen sorgen an der Einstichstelle für Zelltod. Dies löst eine Immunreaktion aus und Millionen von Abwehrzellen fluten das Gewebe. 
Gleichzeitig gibt es auch außerhalb der Einstichstelle Großalarm im gesamten Organismus. 

Aufgeregte Immunzellen neigen zu Fehlern

Ein künstlich unter Stress gesetztes System neigt zu Fehlern. Wenn man frisch geimpft vom Arzt kommt und die Frühlingsluft voll mit Birkenpollen ist, kann es sein, dass diese von den aufgeregten Abwehrzellen als 'feindlich' eingestuft und angegriffen werden. Die Immunreaktion wird zu einer Lernerfahrung. Und künftig ist das Immunsystem vorgewarnt, wenn wieder mal die Pollen schwirren. Oder anders ausgedrückt: Man hat sich einen ausgewachsenen Heuschnupfen, bzw. eine Birkenpollen-Allergie zugezogen.

Dasselbe kann mit allen möglichen Substanzen ablaufen. Und statt Heuschnupfen können ein Asthmaanfall, Neurodermitis oder andere Unannehmlichkeiten ausgelöst werden. 

Ein künstlich aggressiv gemachtes Immunsystem neigt auch zu sonstigen Fehlern. Etwa zur Verwechslung von körperfremden mit körpereigenen Molekülen. Dies kann daran liegen, dass die Wirkstoffe in der Impfung eine gewisse Ähnlichkeit mit Zellen in den Organen haben. Besonders anfällig sind hier die Nervenzellen (Multiple Sklerose), das Darmgewebe (chronische Darmentzündungen), die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Diabetes Typ 1) - oder Narkolepsie als Folge der Schweinegrippe Impfung Pandemrix, deren Wirkstoff den Nervenzellen im Schlaf-Wach-Zentrum des Hypothalamus glich. 


Verdacht gegen Impfungen ist biologisch plausibel

Autoimmunerkrankungen haben sich in den letzten Jahrzehnten epidemie-artig verbreitet. Man unterscheidet weit mehr als 100 Arten. Besonders häufig betroffen sind die Gelenke (Rheuma,...), die Schilddrüse (Hashimoto,...), die Haut (Psoriasis, Lupus,...) oder der Darm (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). Aber kaum ein Organ bleibt verschont. Allein bei den Muskeln unterscheidet man sechs verschiedene Hauptgruppen solcher Autoimmun-Phänomene.

Nachdem Impfungen ins Immunsystem eingreifen und es durch ihre Zusätze absichtlich aggressiv machen, muss man Impfungen - wenn man die Sache halbwegs objektiv betrachtet - zu den Verdächtigen zählen, die solche Krankheiten auslösen können.

Tatsächlich gibt es Unmengen an Studien, die solche Zusammenhänge beschreiben. Niemand zweifelt daran, dass diese Abläufe biologisch plausibel sind. Gestritten wird nur darüber, wie häufig solche "unerwünschten Arzneimittel Reaktionen" sind. Die meisten Impfexperten halten sie für "extrem selten". - Und führen alle möglichen zusätzlichen Verdächtigen an, um von Impfungen abzulenken. Den Lebensstil, die Ernährung, die Mobilfunk-Strahlung, die Gene, etc. 

Ja, die Gene: unzweifelhaft gibt es Familien, die eine Neigung dazu haben, dass ihr Immunsystem auszuckt und sich Fehlreaktionen chronifizieren. 

Auch die meisten Störungen des autistischen Spektrums haben eine autoimmune Komponente. Dasselbe gilt für ADHS. Und für das im Zuge der Covid-Zeit bekannt gewordene Phänomen ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom).


Wenn das Immunsystem selbst Krebszellen erzeugt

Ein dysfunktionales Immunsystem erhöht zudem das Risiko bestimmter Krebsarten. Entweder indirekt, indem es bei der Überwachung von Tumorzellen versagt, oder direkt - bei Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) und Leukämie. Lymphome entstehen aus Zellen des Immunsystems selbst. Das Immunsystem produziert die Krebszellen. Auch bei Leukämie ist die Rolle des Immunsystems zentral. 

Bei Kindern machen diese beiden Krebsarten etwa die Hälfte aller Fälle aus. 

Allein heute im Ö1-Mittagsjournal gab es vier Beiträge zu diesen Phänomenen. Einer betraf die Krebserkrankung des Finanzministers, der eine Lymphom Behandlung beginnt. Ein Beitrag beschrieb die zunehmenden ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen. Und zwei Beiträge behandelten das Thema ME/CFS, bei dem Betroffene offenbar von Behörden schikaniert werden. 

Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist von Krankheiten betroffen, die von einem fehlerhaften überaggressiven Immunsystem ausgelöst werden. 

Dass Impfungen hier eine bedeutsame Rolle spielen können, wird vom Großteil des Medizin- und Wissenschaftsbetriebs geleugnet bzw. konsequent ignoriert. Niemand untersucht das ernsthaft. Und der akademische Forschungsbetrieb ist gut darauf abgerichtet, jene Resultate zu liefern, die von ihm erwartet werden. 

Falls sich irgendwann die Zeiten ändern und man diese Zusammenhänge penibel prüft, wird man mit Sicherheit drauf kommen, dass Impfungen einen gewissen Anteil dieser Krankheiten auslösen. Wie hoch dieser Anteil ist, wird sich zeigen.

Ob das noch zu unseren Lebzeiten passiert, ebenfalls. 

Dass eine plausible Ursache für chronische Krankheiten, die ein Drittel der Bevölkerung in ihrer Lebensqualität belasten, derzeit nicht vorurteilsfrei untersucht wird, halte ich - btw - für einen Skandal.


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Montag, 28. Juli 2025

Alu-Impfungen schützen doch nicht vor Autismus

Wenn Impfungen unter Verdacht geraten, dass sie Krankheiten auslösen, anstatt vor ihnen zu schützen, gehen im Impfwesen intern die Alarmglocken los. Dann rücken statistisch versierte Wissenschaftler aus, um diesen Verdacht zu untersuchen. Und meist wird er umgehend widerlegt. So auch diesmal bei Alu-Impfungen. Doch offensichtlich ist der Krug mit der Entlastungsbotschaft einmal zu oft zum Brunnen gegangen und zerbrochen. Denn mittlerweile mussten die Autoren die Verwendung falscher Daten einräumen - und plötzlich kehrt sich die Botschaft ins Gegenteil um.  


Studienleiter Anders Hviid lieferte auch in der Vergangenheit verlässlich gute Impf-Nachrichten


Vor einigen Tagen erschien eine vom dänischen Wissenschaftler Anders Hviid geleitete Studie, die sich der Frage widmete, ob Aluminium-haltige Kinderimpfungen ein Risiko für Allergien, Autoimmunerkrankungen oder neuronale Entwicklungsstörungen bedeuten. Insgesamt wurden 50 verschiedene dieser chronischen Krankheiten untersucht - von Asthma bis Autismus, von Nahrungsmittelallergien bis zur juvenilen Diabetes. Die Teilnehmerzahl lag bei über 1,2 Mio. Kindern - die Daten stammten aus dem dänischen "medizinischen Geburtenregister". 
Und was war das Resultat? 
In allen drei Hauptgruppen - bei Allergien, Autoimmunerkrankungen und Entwicklungsstörungen - und bei allen 50 untersuchten Krankheiten zeigte sich kein negativer Einfluss von Alu-Impfungen. Im Gegenteil: Der Trend geht deutlich in die positive Richtung. 
So deutlich, dass es schon an ein Wunder grenzt. 
Bei 11 Krankheiten - sowie in einer Hauptgruppe - bieten Alu-Impfungen sogar einen statistisch signifikanten Schutz. 
Beispielsweise  bei Colitis Ulcerosa (Risikominimierung: -28%), Asthma (-4%), Nesselsucht/Urtikaria (-10%), Nahrungsmittelallergien (-16%), Autismus (-7%) und ADHS (-10%). 

WOW! 

Wunder über Wunder: Alu-Impfungen schützen signifikant vor den gelb markierten Krankheiten 


Wie das biologisch plausibel sein soll, wäre eine interessante Frage gewesen. Immerhin gibt es von Bakterien bis zum Menschen keinen einzigen bekannten biologischen Mechanismus, bei dem Aluminium eine sinnvolle Rolle spielt. Auf der anderen Seite sind mehr als hundert biologische Abläufe bekannt, die von Aluminium-Ionen gestört oder unterbunden werden. Das Element Aluminium ist eindeutig toxisch und wurde während der Evolution als unbrauchbar und gefährlich aussortiert.  Insofern ist es biologisch vollständig unplausibel, dass Aluminium plötzlich vor Autismus schützen soll. Doch diese Frage wurde gar nicht gestellt. 

Die Frohbotschaft geht raus

Das hätte wohl zu sehr abgelenkt von der eigentlichen Botschaft: "Aluminiumhaltige Impfungen haben keinerlei Einfluss auf die ständig zunehmenden chronischen Krankheiten bei Kindern."
Und in diesem Sinne wurde die Studie nach Erscheinen auch weltweit gefeiert. "Impfstoffe verursachen weder Autismus noch Asthma", titelte die Apotheken-Umschau
eltern.de gab mit der Botschaft: "Aluminium in Impfungen - Kein Grund zur Sorge" Entwarnung. Studienautor Anders Hviid wurde folgendermaßen zitiert: "In einer Zeit, die von weit verbreiteten Fehlinformationen über Impfstoffe geprägt ist, ist es von entscheidender Bedeutung, sich auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen." Diese fundierten Erkenntnisse kamen - logisch - von ihm selber. 
Die von Bill Gates gegründete globale Impfallianz GAVI verkündete im selben Tenor: "In einer Zeit, in der die Besorgnis über die Sicherheit von Impfstoffen und die Verbreitung von Fehlinformationen zunimmt, sind diese Ergebnisse eine eindeutige Bestätigung für den Wert und die Sicherheit routinemäßiger Impfungen im Kindesalter."

"Fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse" sollen vor Fehlinformationen schützen (eltern.de)

Anders Hviid pries seine Studie auf dem Portal LinkedIn so an: "Unsere Studie unterstreicht, dass es keinen Grund zur Sorge über Aluminium in Impfstoffen im Zusammenhang mit den untersuchten Krankheiten gibt. Wir hoffen, dass die Ergebnisse dazu beitragen können, Eltern zu beruhigen, die verständlicherweise besorgt sein können, wenn sie auf die derzeit kursierenden Fehlinformationen über Impfstoffe stoßen."

Peinlicher Fehler 

Nur 2 Tage nach Veröffentlichung der Studie waren die Autoren jedoch gezwungen, ein "Erratum" zu veröffentlichen. Irrtümlich, so Anders Hviid, seien falsche Zahlen ins Supplement der Publikation gerutscht. - Betroffen sind davon die Daten für Entwicklungsstörungen. Die seien aus einer anderen Datenbank - und man habe verabsäumt, sie bei der Publikation durch diese Daten zu ersetzen. Das habe aber keine wesentlichen Änderungen in den Aussagen der Studie verursacht. 


Nun, diese Botschaft ist falsch. Denn die neuen Daten im Supplement ziehen nun einige der Aussagen  im Haupttext der Studie in Zweifel. So etwa die seltsamen Resultate, dass eine höhere Aluminium-Dosis in Impfungen einen statistisch signifikanten Schutz vor ADHS und Autismus bietet.  
Mit den neuen, korrigierten Daten hat sich das nun teilweise ins Gegenteil umgedreht. Kinder aus der höchsten Alu-Gruppe hatten nun nämlich ein signifikant höheres Risiko, mit Autismus oder anderen Entwicklungsstörungen diagnostiziert zu werden, als Kinder aus der mittleren Alu-Gruppe. Im US Magazin "The Defender" wird deshalb zum Rückzug der ganzen Studie aufgerufen. 

Aluminium und dessen "schmutziges kleines Geheimnis"

Im nächsten Jahr sind es genau 100 Jahre, dass erstmals Alu-Verbindungen in Impfungen als Adjuvantien (Hilfsstoffe) eingesetzt wurden. Der englische Chemiker Alexander Glenny versuchte im Jahr 1926 mit der Zugabe von Aluminium die schlecht wirksamen Diphtherie- und Tetanus Impfstoffe aufzupeppen. Tatsächlich zeigten die damit geimpften Versuchstiere einen höheren Antikörper-Titer. Was genau hier im Organismus ablief verstanden weder Glenny noch seine Kollegen. Doch warum lange nachforschen, wenn der Effekt passt. Was zählte war der höhere Titer. Denn er galt als Beleg für eine bessere Wirksamkeit der Impfung. Aluminium galt in der Folge als "dirty little secret" - als "schmutziges kleines Geheimnis" der Immunologie. 
Erst in den letzten 20 Jahren wurden die immunologischen Hintergründe dieses Mechanismus halbwegs aufgeklärt. Lebendimpfungen - wie etwa die Masern oder Mumps-Impfung - enthalten abgeschwächte, aber lebende Viren. Sie brauchen keine Wirkverstärker, weil sie selbst vom Immunsystem erkannt werden und eine normale Immunreaktion auslösen. Bei den Totimpfungen, die über Formaldehyd abgetötete Viren oder Bakterien, oder nur einzelne Proteine enthalten, würde das Immunsystem hingegen kaum reagieren, weil von diesen Viren- und Bakterienteilen keine Gefahr ausgeht. Deshalb der niedrige Titer.
Hier kommt nun Aluminium ins Spiel: Die mit der toxischen Aluminiumverbindung versetzte Impfung wird ins Muskelgewebe injiziert und verursacht dort massenhaft Zelltod. Dies löst eine Entzündung aus und Millionen von Immunzellen strömen an die Einstichstelle. Nun werden auch die toten Wirkstoffe aus der Impfung ernst genommen und erkennungsdienstlich behandelt. Denn theoretisch, so die "Überlegung" des Immunsystems, könnten sie ja an dem Zell-Massaker mitschuldig sein. 
Mit diesem Trick arbeiten Impfungen seit bald 100 Jahren. Ob die Alu-Verbindungen auch sicher sind, galt als zweitrangig. Seriöse Sicherheitsstudien wurden nie durchgeführt. Genauere Details zu diesen abenteuerlichen Vorgängen zeige ich in meinem Film "Unter die Haut - Was macht Aluminium in Impfungen?"

Funktionieren Impfungen wie eine Vergiftung?

Nun hat das dänische Statens Serum Institut unter der Leitung von Anders Hviid also endlich eine Studie zur Sicherheit der Alu-Impfungen durchgeführt. Doch bereits ihr Design erscheint seltsam:
Die Impfungen von mehr als 1,2 Millionen dänischen Kindern wurden ausgewertet und die darin enthaltene Menge an Aluminium bestimmt. In der Folge wurden die Kinder in drei Gruppen eingeteilt. 
  •   42.990 Kinder kamen in die Gruppe mit 0 bis 1,5 Milligramm Aluminium
  • 701.571 Kinder in die Gruppe mit 1,5 bis 3 Milligramm Aluminium
  • 464.378 Kinder in die Gruppe mit mehr als 3 bis 4,5 Milligramm Aluminium

34.547 Kinder wurden aus der Studie ausgeschlossen, weil sie Impfungen mit mehr als 4,5 Milligramm Aluminium erhalten hatten. Das, so die Autoren, erschien ihnen unrealistisch.

Kurios ist auch die statistische Adjustierung, die Anders Hviid und sein Team vornahmen. Weil wenig geimpfte Kinder deutlich seltener beim Arzt waren, wurde das statistisch angepasst. In einem Letter an das Journal 'Annals of Internal Medicine' wies Dr. Paul Koshy darauf hin, dass der Fakt, dass "höhere Aluminiummengen mehr Arztkontakte nach sich ziehen" auch eine "dosisabhängige Reaktion" sein könnte. Statt so etwas zu berücksichtigen wurden daraus resultierende Effekte statistisch geglättet und unsichtbar gemacht.

In der Studie wurden Alu-geimpfte Kinder mit anderen Alu-geimpften Kindern verglichen. Die Resultate basieren auf der Frage, ob es für die Kinder ein Krankheitsrisiko darstellt, wenn die erhaltenen Impfungen etwas mehr oder etwas weniger Aluminium in den kindlichen Organismus einbringen. 
Dieses Studien-Design geht von der Annahme aus, dass sich Krankheiten des Immunsystems gleich entwickeln, wie z.B. eine Bleivergiftung. Dass es also auf die Dosis ankommt. Dabei haben die Autoren der Studie die bekannte Tatsache ignoriert, dass Allergien, Autoimmunerkrankungen und auch die Störungen des autistischen Spektrums massiv von der genetischen Empfänglichkeit abhängen. Während viele Kinder 10 oder mehr Alu-Impfungen ohne sichtbare Symptome vertragen, kann bei empfänglichen Kindern eventuell schon die erste oder zweite Impfdosis einen dauerhaften Schaden anrichten. 


Warum gab es keine ungeimpfte Vergleichsgruppe?

"Es wäre viel einfacher und aussagekräftiger gewesen, wenn man einfach Säuglinge, die nie einen Impfstoff mit Aluminiumzusatz erhalten haben, mit Säuglingen verglichen hätte, die einen solchen Impfstoff erhalten haben", kritisierte der englische Toxikologe und Aluminium-Experte Christopher Exley - ebenfalls in einem Letter an das Journal
Anders Hviid entgegnete darauf, dass vollständig ungeimpfte Kinder relativ selten sind. "Sie sind wahrscheinlich auch nicht mit geimpften Kindern hinsichtlich Faktoren wie Lebensstil vergleichbar", schrieb er. Deshalb lasse sich eine Gruppe ungeimpfter Kinder statistisch nur schwer kontrollieren. 
Ein recht eigenartiges Argument, das offenbar bedeuten soll, dass man gar keine Studien durchführen kann, in denen geimpfte mit ungeimpften Kindern verglichen werden. 
Gerade das wäre aber - nach Ansicht vieler Kritiker - dringend nötig, um die Ausgangsfrage der Studie tatsächlich zu beantworten. 
Zumal es die Daten der ungeimpften Kinder ja gab: 15.237 Kinder hatten laut dänischem Impfregister gar keine Alu-Impfung erhalten. 
Und nun wirds spannend. 


Versteckte Zahlen

Christof Kuhbandner, Professor für Psychologie und ausgewiesener Statistik-Fachmann von der Universität Regensburg entdeckte, dass man die Daten der Kinder, die nie eine Aluminium-Impfung erhalten haben, aus den im Supplement der Studie zur Verfügung gestellten Daten relativ einfach ausrechnen kann. Hier gibt es den download-link für diese Daten, falls jemand selbst statistisch tätig werden möchte.
Bevor die Studie korrigiert wurde, ergab sich auch für die ungeimpften Kinder das kuriose Resultat, dass Aluminium in Impfungen offenbar vor Autismus und ADHS schützen.
Mit den korrigierten Daten kippt der Trend nun aber komplett in die Gegenrichtung. 
In seinem Brief an das Journal schreibt Kuhbandner: "Diese Berechnungen zeigen eine deutliche Verringerung des Krankheitsrisikos bei Kindern, die keine aluminiumadsorbierten Impfstoffe erhalten haben, im Vergleich zu denen, die solche Impfstoffe erhalten haben, mit statistisch signifikanten Ergebnissen für mehrere Endpunkte."

Die Risikoreduktion für Kinder, die keine Alu-Impfung erhalten haben, beträgt 19% für die gesamte Hauptgruppe der Allergischen Krankheiten. Am deutlichsten fällt die Risikoreduktion bei allergischer Bindehautentzündung (-34%) und Neurodermitis (-27%) aus. Auch bei Nahrungsmittelallergien (-23%), Arzneimittelallergien (-22%) und Autismus (-13%) ist der Trend eindeutig. 

Kuhbandner schließt seinen Brief mit folgender Forderung: 
"Da die Studienautoren nicht über das signifikant geringere Krankheitsrisiko bei Kindern berichten, die keinen aluminiumhaltigen Impfstoffen ausgesetzt waren, erscheint eine Überarbeitung ihres Artikels angebracht. Wenn dieser Effekt nach Adjustierung um mögliche Störfaktoren bestehen bleibt, ist auch eine Überarbeitung der Schlussfolgerungen erforderlich. Ohne solche Überarbeitungen besteht die Gefahr, dass irreführende Informationen verbreitet werden."
Statistik-Fachmann Christof Kuhbandner fordert eine Überarbeitung der Studie

Katastrophales Feedback aus der Science Community

Insgesamt sind bisher zehn Briefe an das Journal 'Annals of Internal Medicine' veröffentlicht worden. Alle von ausgewiesenen Fachleuten und alle mit einer einheitlichen Tendenz: Sie kritisieren das Design der Studie heftig, weisen auf schwere Fehler hin und werfen den Herausgebern des Journals vor, dass so eine fehlerhafte Studie in dieser Form nicht hätte erscheinen dürfen. 

Dan Salmon und Stephen Black vom 'Johns Hopkins Institute für Impfstoff-Sicherheit' beziehen sich in ihrem Brief auf die Krankheit Asthma, an der laut WHO weltweit 262 Millionen Menschen laborieren und jährlich  rund 500.000 sterben. "Wichtig ist, dass selbst ein relativ geringfügig erhöhtes relatives Risiko für chronisches Asthma durch Aluminiumbelastung zu einer sehr erheblichen Gesundheitsbelastung führen würde", schreiben sie und verweisen auf eine erst kürzlich von der US-Behörde CDC durchgeführte Studie, nach der von Aluminium in Impfungen ein bis zu 26% erhöhtes Risiko  für Asthma ausgeht. 
Salmon und Black kritisieren, dass die dänische Studie Fehler enthält und beispielsweise auf Arztbesuche adjustiert: "Da Asthmatiker jedoch wahrscheinlich häufiger Arztbesuche machen, könnte diese Anpassung den Zusammenhang zwischen Asthma und der Exposition gegenüber Aluminium abschwächen."  Es brauche endlich Studien, die solche Fehler vermeiden, um den möglichen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Aluminium in Impfstoffen und dem Risiko chronischer Erkrankungen tatsächlich zu klären.

Die Professorin für globale Gesundheit, Christine Stabell Benn von der Süddänischen Universität, kritisiert mehrere Fehler der Autoren. So etwa, dass Aluminium nur dosisabhängig untersucht wurde und keine Alu-freie Kontrollgruppe analyisiert wurde, obwohl dies - wie auch Christof Kuhbandner fand - an Hand der Daten möglich gewesen wäre. Außerdem seien Diagnosen, die während der ersten beiden Lebensjahre gestellt wurden, in der Auswertung nicht berücksichtigt worden. Dies mache z.B. für die Krankheit 'atopische Dermatitis (Neurodermitis)' einen beträchtlichen Unterschied, weil diese Symptome recht früh erkannt werden. "Hoffentlich werden die Autoren die Ergebnisse für atopische Dermatitis und andere gesundheitliche Folgen berichten, wenn sie Personen vergleichen, die Aluminium ausgesetzt waren, mit solchen, die nicht exponiert waren", schreibt Benn. "Dies könnte mit einem Startalter vor dem zweiten Lebensjahr erfolgen."

Catherine Sarkisian von der Universität von Kalifornien in Los Angeles wirft den dänischen Studienautoren gleich mehrere Fehler vor. Darunter das Faktum, dass signifikante Vorteile der Verabreichung Aluminium-haltiger Impfungen berichtet werden, das allerdings von den Autoren in keiner Weise diskutiert wird. "Was könnte ein bioplausibler Mechanismus dafür sein? Sollten wir Kindern mehr Aluminium empfehlen?", fragt sie sarkastisch und schließt mit dem Statement: 
"Ich habe keine Ahnung, ob Aluminium in Impfstoffen zu schlechten Ergebnissen bei Kindern beiträgt (oder ob es diese verhindert, wie in diesem Artikel behauptet wird), aber ich weiß, dass das Vertrauen in unser Fachgebiet stark gesunken ist, und als Internist und Wissenschaftler bin ich zutiefst bestürzt darüber, dass eine so renommierte Fachzeitschrift wie Annals durch die Veröffentlichung dieser minderwertigen Arbeit das Misstrauen in der Bevölkerung weiter anheizt."

Soweit das Feedback der wissenschaftlichen Community. 


Medien verschweigen Fehler 

Dass dies dazu führt, dass die beinahe euphorische mediale Berichterstattung korrigiert wird, ist nicht zu erwarten. 
Im Gegenteil. Nach wie vor erscheinen Artikel, welche die Fehler der Studie sogar noch durch eigene Recherche Fehler ergänzen.
Beispielsweise ein Artikel von 'orf science' vor zwei Tagen. Da wird die Entwarnung brav berichtet, ohne auf die kritischen Stellungnahmen aus den Briefen an das Journal einzugehen. Und dann fügen die Autoren auch noch ihre eigene Expertise hinzu, dass Aluminium für die Babys kein Problem darstelle, weil "nur ein bis zwei Prozent der aufgenommenen Menge Aluminium überhaupt im Körper gespeichert werden". 
Das Problem bei dieser Aussage: Sie bezieht sich nicht auf Aluminium aus Impfungen, sondern auf Aluminium, das über Nahrungsmittel oral aufgenommen wird. Hier sorgt der gegenüber Vergiftungen erprobte Mechanismus des Magen-Darm-Trakts dafür, dass Giftstoffe durchgeleitet und ausgeschieden werden. 
Impfstoffe werden jedoch – unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes – ins Muskelgewebe injiziert - und damit wird immer 100% des enthaltenen Aluminiums im Körper aufgenommen. 
Wie es sich im Körper verteilt und wieviel davon nach welcher Zeit wieder ausgeleitet wird, ist ein Rätsel, das bislang nie zufriedenstellend geklärt wurde. 

Trotz solcher zweifelhafter journalistischer Schützenhilfe steht fest: Anders Hviid, der als weltweit führender Impfexperte gilt und Impfungen (z.Bsp. CovidMMRHPV) bereits in einigen anderen Studien weiß gewaschen hat, hat sich mit den Schlampereien und fachlichen Fehlern bei der Veröffentlichung dieser Studie einen schweren Image-Schaden eingefangen.

Einen Beleg, dass Alu-Impfungen nichts mit den 50 untersuchten Krankheiten zu tun haben, hat die dänische Studie - trotz aller Behauptungen - ganz eindeutig nicht erbracht. Ganz im Gegenteil. 



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Dienstag, 21. Juni 2016

Antibiotika – Das unerträgliche Mantra von der Resistenz

Noch immer setzen Ärzte Antibiotika ein, um „auf der sicheren Seite“ zu sein. Infektionsexperten und Behörden warnen vor der Gefahr von Resistenzen. Doch viel gefährlicher als diese Nebenwirkung der Überverschreibung von Antibiotika ist ihre Hauptwirkung: Der Kahlschlag, den sie im menschlichen Mikrobiom – der Gemeinschaft unserer bakteriellen Mitbewohner – anrichten.




In nahezu jeder Ansprache bei Infektionskongressen, in jedem Artikel zum „rationalen Einsatz der Antibiotika-Therapie“ wird vor der Gefahr gewarnt, dass Bakterien gegen die Medikamente resistent werden können. Die Wundermittel könnten bald nicht mehr wirken und die alten Seuchen wieder aufblühen, weil durch Überverschreibung viele Krankheitserreger nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. „Ohne ein rasches und koordiniertes Handeln aller Beteiligten steuert die Welt auf eine post-antibiotische Ära zu, in der normale Infektionen und kleine Verletzungen wieder tödlich enden können“, warnte kürzlich etwa der stellvertretende WHO-Direktor Keiji Fukuda.

Resistenzen – die Warnung ist so alt wie die Antibiotika selbst. Schon deren Erfinder Alexander Fleming hatte gewarnt, dass Bakterien gegen Penicillin resistent werden könnten. Er drohte, dass eine zu geringe Dosierung oder ein zu kurzer Einnahmezeitraum unabsehbare Folgen auf die Wirkung seines Wundermittels haben könnten.

Antibiotika-Resistenzen entstehen nach denselben Prinzipien wie bei einem Herbizid, das gegen Unkraut schrittweise seine Wirkung verliert. Bei der ersten Anwendung sterben von 100 Unkrautpflanzen 95. Die fünf überlebenden allerdings vererben Teile ihrer Fähigkeit, dem Gift zu widerstehen. In der nächsten Generation stirbt nur noch die Hälfte der Pflanzen. Und nach einigen weiteren Saisonen verträgt das Unkraut das Gift bereits fast besser als die Nutzpflanzen.


Massenmord an Bakterien

Genauso läuft es bei Antibiotika. Amoxicillin, ein Verwandter des Penicillins, ist eines der am meisten verschriebenen Antibiotika speziell bei Kindern. Schluckt ein Kind den meist rosa gefärbten süßen Saft, wird der Wirkstoff über den Darm ins Blut abgegeben und verteilt sich auf den ganzen Organismus, in alle Organe, den Mund, den Hals, die Haut, die Ohren, bei Mädchen in die Vagina. Überall, wo die Antibiotika auf Bakterien treffen, werden diese attackiert und getötet. Amoxicillin ist ein sogenanntes Breitbandantibiotikum und als solches ein sehr effektiver Bakterien-Massenmörder.

Doch bei jeder Bakterienart gibt es Exemplare, die über bestimmte Mutationen oder Genvarianten verfügen, die sie den Angriff überleben lassen. Resistenzen werden bei der Teilung dieser Bakterien weitergegeben. Nach all dem Sterben ist für die resistenten Mikroben nun auch Platz genug, sich zu teilen und sich massenhaft zu verbreiten. Das können nützliche Bakterien sein, welche wieder ihre Positionen einnehmen, es können seltene Bakterien sein, die normalerweise ein Nischendasein führen und sich nun – mit unbekannten Folgen für die Behandelten – ausdehnen, und es können hoch problematische Bakterien sein, die Krankheiten auslösen, viel schlimmer und ernsthafter als der banale Infekt, für den das Kind den Saft vielleicht bekommen hat.

Abgesehen vom „theoretischen Risiko“ der Resistenzen sehen sehr viele Ärzte keinerlei Gefährdungspotenzial, wenn sie Antibiotika verordnen. Und die ständige Wiederholung des Resistenz-Mantras scheint das Drohpotenzial selbst dieser Warnung abzunutzen. Am Ende zählt vor allem der Wunsch, den Patienten entgegenzukommen.
Die ewige Mahnung von der Antibiotika-Resistenz wird formelhaft beschworen, der wirklich gravierende Systemfehler ist in Wahrheit aber ganz wo anderes zu suchen.

Natürlich müssen es die Ärzte in den Kliniken ausbaden, wenn sie die komplizierten Fälle bekommen. Bei ihnen sammeln sich jene Erkrankten, die routinemäßig ein paar Kuren zu viel erhalten haben, jene, die – vielleicht sogar im Krankenhaus selbst – geschwächt von allen möglichen sonstigen Therapien und Eingriffen das Pech hatten, Krankenhauskeime aufzuschnappen und jetzt mit ihrem komplizierten, unkurierbaren Infekt den Antibiotika-Fachleuten an der Universitätsklinik das Leben schwer machen, die sich nun mit multiresistentem Staphylokokkus aureus, Clostridium difficile und wie die Biester sonst noch alle heißen, herumschlagen müssen.
Das viel größere Problem liegt aber nicht darin, dass nach fünfzehn Antibiotika-Therapien die sechzehnte vielleicht nicht mehr funktioniert. Sondern in den Katastrophen, welche die fünfzehn Verschreibungen davor schon angerichtet haben. Jede einzelne.

Das Problem liegt in der konkreten Wirkung der Antibiotika – nicht in der Nebenwirkung: in den verheerenden Folgen der inflationär und sorglos verordneten Chemotherapien auf unsere mikrobielle Besiedlung und dem Kahlschlag, der durch Antibiotika im Mikrobiom der Behandelten verursacht wird und der ein ganzes System entgleisen lassen kann.


„Alle Krankheiten beginnen im Darm“

Hippokrates, der Vater der modernen Medizin, hatte schon vor 2500 Jahren geschrieben, dass „alle Krankheiten im Darm beginnen“. Von den 100 Billionen Mikroben, die sich darin herumtreiben, hatte er noch keine Ahnung, doch dass er mit seiner Ansicht recht haben könnte, wird immer deutlicher. Die Entdeckung des Mikrobioms wirkte in den letzten Jahren wie ein Katalysator, der eine neue Sichtweise ermöglichte.

Viele Menschen engagieren sich für Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt. Es hat lange gedauert, doch nun geht immer mehr Leuten auf, dass auch wir selbst schwer bedrohte Biotope mit uns tragen. Inzwischen führen Forscher sogar schon Selbstversuche durch und experimentieren mit verschiedenen Ernährungsformen, um die Auswirkungen auf die Bakterien zu beobachten.

Jeff Leach, ein Wissenschaftler, den ich kürzlich kennengelernt habe, lebt viele Monate des Jahres beim Volk der Hadza in den Steppen Tansanias, um zu untersuchen, wie sich das Mikrobiom des Menschen bei einem Lebensstil wie in der Steinzeit verändert. Er selbst ist sein Versuchsobjekt: Leach lebt wie die Hadza, geht mit auf die Jagd, isst dieselben Beutetiere, Honig und Beeren – und als Dessert fette Maden. Er hat sogar wieder mit dem Rauchen angefangen, weil es zur Tradition der Hadza gehört, abends zusammenzusitzen und bestimmte Gräser zu paffen.

Jeff Leach untersucht die Auswirkungen eines Steinzeit-Lebensstils auf sein Mikrobiom


Andere Forscher nahmen sich selbst und andere Freiwillige als Versuchskaninchen, um die Einflüsse verschiedener Antibiotika auf die Darmflora im Detail zu studieren. Dabei zeigte sich, dass das Antibiotikum Clindamycin speziell auf die Gruppe der Bacteroides verheerende Auswirkungen hat und ihren Artenreichtum drastisch reduziert. Bacteroides gehören zur wichtigsten und zahlenmäßig häufigsten Spezies im Dickdarm. Selbst zwei Jahre nach einer Antibiotika-Kur hatte sich ihr Bestand nicht wieder erholt.

Das vorwiegend für Harnweginfekte und Entzündungen der Nasennebenhöhlen eingesetzte Antibiotikum Ciprofloxacin schafft es in drei Tagen, die Artenvielfalt im Darm drastisch zu reduzieren. Die britische Wissenschaftsautorin Alanna Collen berichtet in ihrem interessanten Buch „Die stille Macht der Mikroben“ sogar von einer Studie mit Babys, bei denen nach mehreren Antibiotika-Kuren überhaupt keine Bakterien-DNA mehr ausfindig gemacht werden konnte. Das heißt, das Mikrobiom, das viele von der Bedeutung her mittlerweile als eigenes Organ des Menschen betrachten, wurde bei diesen kleinen Kindern bereits vollständig zerstört.


Kleinkinder mit Diabetes


All diese Forschungsfragen betreffen drängende Probleme unserer Zeit: etwa die enorme Zunahme bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1, bei dem das Immunsystem die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Diabetes-1-Häufigkeit verdoppelt sich in Industrieländern alle 20 Jahre. Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind Kleinkinder unter fünf Jahren. Der Alltag dieser Familien ist fortan mit Mathematik ausgefüllt: Die Kinder müssen sich ständig stechen, Blutzucker messen, Nudeln oder Saucen abwiegen, Speisen in Broteinheiten umrechnen und daraus den Insulinbedarf berechnen.

Für ihre Eltern gibt es keine Nacht mehr, in der sie durchschlafen können. Sie müssen spätnachts aufstehen, Blutzucker messen, um Überzucker zu vermeiden – oder den noch schlimmeren Unterzucker. Erwischen Diabeteskranke irrtümlich zu viel Insulin, droht der „Hypo“, ein dramatischer Zuckerabfall, der zu Bewusstlosigkeit und Koma, dem sogenannten „hypoglykämischen Schock“, führen kann. Zahlreiche Studien zeigen, dass „Hypos“ das Risiko einer Demenz im späteren Leben dramatisch ansteigen lassen, weil das Gehirn hoch sensibel auf Phasen der Unterzuckerung reagiert.

Ursache von Typ-1-Diabetes ist ein entfesseltes Immunsystem, das auf den eigenen Körper losgeht. Doch warum dreht das Immunsystem durch? Kann es sein, dass ihm die hilfreichen Bakterien abhanden gekommen sind? Dass zu wenige regulierende T-Zellen gebildet werden oder dass sonst eine Beziehung gekappt wurde, die wir noch gar nicht kennen? Die Mikroben haben zusammen rund 20 Millionen Gene, mit denen sie in den Organismus eingreifen. Hundert Mal mehr Gene als wir in unserem humanen Genom zur Verfügung haben. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten, um auch nur die wichtigsten Zusammenhänge zu verstehen.

Jeff Leach beim Volk der Hadza (Foto + Infotipp: humanfoodproject.com)


Anlass für den Selbstversuch von Jeff Leach war die Krankheit seiner Tochter, die seit ihrem dritten Lebensjahr an dieser autoaggressiven Form von Diabetes leidet. Leach ist Anthropologe mit Studienabschluss an der London School of Hygiene. Durch die Krankheit seiner Tochter hat sich seine Einstellung zum Beruf verändert, und er machte die faszinierende Mikrobenwelt in uns zu seinem Forschungsschwerpunkt. „Irgendetwas mit unserem westlichen Lebensstil ist völlig aus dem Ruder gelaufen: mit unserer Medizin, unserer Nahrung, unseren Immunfunktionen“, sagte Leach bei einem unserer Skype-Gespräche, die er von der Savanne aus über Satellit mit mir führte. „Mit meiner Arbeit hier – indem ich wie ein Steinzeitmensch lebe – hoffe ich ein paar Antworten zu finden, die ich mit nach Hause nehmen kann.“ Nach Hause zu seiner Tochter, die mittlerweile in Kanada studiert. „Ich habe viel darüber nachgedacht, was wir bei ihr falsch gemacht haben. Sie war als Baby oft krank, bekam ständig Antibiotika. Ich frage mich mit dem Wissen, das ich heute habe, was wir damals wohl mit ihrem Mikrobiom angestellt haben.“


Unser Bauchhirn

Zunehmend rückt die MGB-Achse ins Zentrum der wissenschaftlichen Forschung. MGB steht für „microbiota, gut, brain“ also die Verbindung vom Mikrobiom zum Darm, dem größten und wichtigsten Organ des Immunsystems, hin zum Nervensystem und dem Gehirn. Die Mikroben regulieren die Darmfunktion und die Gesundheit. Die Beweislage wird immer massiver, dass sie das Immun- und das Nervensystem ebenso beeinflussen – und dass sich der Informationsfluss in jede Richtung bewegt. Dies passiert, ohne dass es uns auffällt, wenn wir bei guter Gesundheit sind. Was aber passiert bei den zahlreichen Erkrankungen, bei denen – zumindest zeitweilig – entzündliche Prozesse im Gehirn auftreten können? Viel spricht dafür, dass auch hier die MGB-Achse eine entscheidende Rolle spielt.

In verschiedenen Ländern werden mittlerweile Krankheiten untersucht, die auf den ersten Blick nicht verwandt scheinen, hier aber möglicherweise ihre gemeinsame Wurzel haben. Dazu zählen unter anderem Autismus, ADHS, Multiple Sklerose und diverse psychische Störungen.

Ein Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn erscheint auf den ersten Blick absurd. Doch sogar umgangssprachlich wird von „Entscheidungen aus dem Bauch heraus“ oder vom „Bauchgefühl“ gesprochen. Außer im Gehirn und im Rückenmark gibt es nirgendwo im Organismus eine derartige Anhäufung von Nervenzellen. Das „Bauchhirn“ umfasst rund 500 Millionen davon und entspricht damit etwa dem gesammelten Grips eines Hundes. Evolutionär ist das Bauchhirn wesentlich älter als das Gehirn, diesem aber neurochemisch, also von seinen Zelltypen, Wirkstoffen und Rezeptoren her, sehr ähnlich. Der Darm bedient sich des Gehirns im Kopf und kommuniziert mit ihm. Diese Kommunikation verläuft in beide Richtungen: Darmbakterien haben Einiges mitzureden.

Etwa bei der Produktion des Neurotransmitters Serotonin, das eine große Rolle bei verschiedenen kognitiven Prozessen wie dem Lernen spielt, aber auch für gute Stimmung oder einen ruhigen Schlaf zuständig ist. 80 Prozent der Serotoninproduktion im Körper erfolgt im Darm unter Aufsicht und Mithilfe von Bakterien. Nebenher erzeugen die Mikroben auch noch unterschiedliche andere Chemikalien, die für die Funktionen des Nervensystems notwendig sind, wie wasserunlösliche Lipide in Molekülgröße, sogenannte Ganglioside. Sie werden für die äußere Membran von Nervenzellen gebraucht.

Gut vorstellbar, dass Antibiotika in dieses sensible Gefüge eingreifen könnten, etwa indem sie die Produktion von Serotonin oder Gangliosiden behindern. „Bei Erwachsenen hat das vielleicht keine großen Folgen“, erklärt der US-amerikanische Mikrobiomforscher Martin Blaser, „aber bei einem Baby, dessen Gehirn sich gerade massiv entwickelt, wäre das durchaus vorstellbar. Zumal viele Studien zeigen, dass autistische Kinder oft abnorme Serotoninwerte haben.“


Rheuma-kranke Kinder

Eine andere Autoimmunkrankheit, die stark im Zunehmen begriffen ist, ist juveniles Rheuma, das bereits im Kindes- oder Jugendalter ausbricht. Hier werden Infektionen als Auslöser diskutiert. Sie sollen zur Bildung von Antikörpern führen, die in der Folge versehentlich auch körpereigenes Gewebe als „fremd“ markieren und damit Autoimmunreaktionen des Immunsystems provozieren. Eine aktuelle Arbeit der Universität von Pennsylvania in Philadelphia bringt nun einen anderen möglichen Auslöser ins Spiel: Kinder, welche diese Krankheit entwickelten, haben in ihren ersten Jahren mehr als doppelt so häufig Antibiotika bekommen wie die gesunden Kinder der Vergleichsgruppe. Infekte waren zwar ebenfalls mit der Krankheit assoziiert, allerdings nur, wenn sie mit Antibiotika behandelt worden waren. Nicht mit Antibiotika behandelte Infekte machten hingegen keinen Unterschied. Für einen kausalen Zusammenhang mit Antibiotika spricht, dass es eine Dosis-Wirkung-Beziehung gab: Kinder die mehr als fünfmal Antiobiotika erhalten hatten, erkrankten dreimal häufiger an juvenilem Rheuma als Kinder mit nur einer Dosis.


Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Bei entzündlichen Darmerkrankungen attackiert das Immunsystem den eigenen Darm. Die Ursachen dafür sind unbekannt. Möglicherweise spielt eine mikrobielle Fehlbesiedelung eine Rolle, die durch Antibiotika ausgelöst wurden. Gleichzeitig werden diese gegen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa aber auch in der Therapie eingesetzt, zusammen mit verschiedenen neuartigen Medikamenten, die auf die Besänftigung des Immunsystems abzielen.

Eine der größten Untersuchungen zum Thema stammt aus Dänemark. Dort hat sich – bei gleich bleibender Diagnostik – die Häufigkeit von Colitis ulcerose bei Kindern unter 15 Jahren während der letzten drei Jahrzehnte mehr als verdoppelt. Regelrecht explodiert sind die Fälle von Morbus Crohn: Heute gibt es 15-mal mehr Fälle als noch bis Mitte der 1980er Jahre. Anlass genug also, nach möglichen Auslösern zu suchen.
Zwischen 1995 und 2003 wurden in Dänemark rund 577.000 Kinder geboren. In der Studie wurden alle Arzneimittelverschreibungen dieser Kinder erfasst und über einen Zeitraum von sechs Jahren das Auftreten entzündlicher Darmerkrankungen registriert. Bei einer derart großen Stichprobe lassen sich auch selten auftretende Zusammenhänge untersuchen.
Insgesamt erkrankten in den sechs Jahren 117 Kinder. Im Schnitt waren sie bei der Diagnose gerade einmal dreieinhalb Jahre alt. Und hier zeigte sich abermals eine massive Korrelation mit Antibiotika, speziell bei Morbus Crohn. Das Erkrankungsrisiko von Kindern, die vor der Diagnose Antibiotika bekommen hatten, war dreifach erhöht. Und auch hier ein deutlicher Zusammenhang mit der Dosis: Jede Antibiotika-Verschreibung erhöhte das Risiko um 18 Prozent. Kinder, die siebenmal oder öfter Antibiotika bekommen hatten, hatten ein siebenfach höheres Risiko als Kinder, die ohne diese Mittel ausgekommen waren.


Warnung an die Ärzte

Diese Befunde und Zahlen ergeben ein Gesamtbild, das höchste Aufmerksamkeit verdient. „Doch wann haben Sie zuletzt von Ihrem Arzt gehört, dass Antibiotika einen Risikofaktor darstellen, dass Ihr Kind später an Morbus Crohn oder Asthma erkrankt?“, fragt Martin Blaser. Die Antwort lautet meist: nie.
Erst kürzlich war Blaser jedoch auf einer Konferenz mit Fachleuten, wo derartige Fragen diskutiert wurden. „Da stand plötzlich ein Arzt auf, den ich nicht kannte, und forderte angesichts all der Informationen eine Black-Box-Warnung für alle Antibiotika.“

Eine „Black-Box-Warnung“ ist die stärkste und auffälligste Form einer Warnung, die von den Behörden für rezeptpflichtige Arzneimittel verfügt werden kann. Den Namen hat sie von dem auffälligen schwarzen Rahmen, der die Warnung umschließt. Entsprechende Mitteilungen betreffen beispielsweise ein erhöhtes Blutungsrisiko bei bestimmten Blutverdünnungsmitteln oder auch die Warnung, dass manche Mittel nicht genommen werden dürfen, wenn eine Krebserkrankung vorliegt, weil sie das Tumorwachstum beschleunigen. Übertragen auf Deutschland wäre die Entsprechung ein „Rote-Hand-Brief“, in dem Pharmaindustrie und Arzneimittelbehörden eine wichtige Mitteilung machen. Das auffällige Symbol der roten Hand auf der Vorderseite des Briefes hält selbst dauergestresste Ärztinnen und Ärzte davon ab, den Brief achtlos wegzuwerfen. „Solche Methoden scheinen notwendig, um die Botschaft endlich unters Volk zu bringen“, sagt Blaser – und meint mit „Volk“ in erster Linie seine eigene – gegen Antibiotika-Erkenntnisse resistente – Kollegenschaft.


Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus meinem Buch "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien", das kürzlich im Verlag Ennsthaler erschienen ist.

Sonntag, 15. Mai 2011

Studie: Je mehr Impfungen, desto höher die Kindersterblichkeit

In keinem Land werden die Babys häufiger geimpft als in den USA. Der erste Termin (Hepatitis B) folgt unmittelbar nach der Geburt, 25 weitere Impfdosen kommen im Lauf des ersten Lebensjahres dazu, um den Kindern den maximalen Schutz zu bieten. Zwei US-Impfexperten prüften, ob diese Rechnung auch tatsächlich auf geht und fanden einen beunruhigenden Zusammenhang: In Industrieländern wo mehr geimpft wird, ist die Kindersterblichkeit nicht geringer, sondern höher. 

Die Anfang Mai im Journal "Human and Experimental Toxicology" publizierte Arbeit stammt von Neil Z. Miller und Gary S. Goldman. Beide sind selbstständig tätige Impfexperten, die sich seit Jahren - meist kritisch - mit der aktuellen Impfpraxis in den USA befassen. Goldman ist der Gründer der Plattform Medical Veritas. In mehreren Arbeiten, die zum Teil hochrangig publiziert wurden und für enorme Aufmerksamkeit sorgten, berichtete er über einen dramatischen Anstieg der Gürtelrose - in Folge der in den USA bereits seit den 90er Jahren üblichen Massenimpfung gegen Windpocken. (Näheres dazu in diesem Beitrag)

In der aktuellen Arbeit suchten die beiden nach einer Methode, die Anzahl der Impfungen mit einem objektiven Maßstab für das Überleben der Kinder in Verbindung zu setzen. Als Quellen verwendeten sie die internationalen Statistiken der CIA zur Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahr, sowie eine Übersicht zu den nationalen Impfplänen.
In die Analyse aufgenommen wurden - ausgehend von den USA - alle Länder mit einer niedrigeren Kindersterblichkeit. Im World Factbook zur Kindersterblichkeit während des ersten Lebensjahres lagen die USA auf Rang 34, folglich galt es für 34 Länder die nationalen Impfpläne zu sammeln. Die europäischen Impfpläne entnahmen Miller und Goldman dem von der EU geförderten EUVAC-Netzwerk.

Bei der Auswertung ergab sich ein signifikanter linearer Zusammenhang zwischen der Anzahl der Impfungen und der Kindersterblichkeit. Der Zusammenhang war allerdings nicht - wie von den Gesundheitsbehörden postuliert - indirekt proportional: Dass ein Mehr an Impfungen schützt und nützt und zur niedrigeren Sterblichkeit der Babys während des riskanten ersten Lebensjahres beiträgt. Im Gegenteil, das Ergebnis lautete: Je mehr Impfungen, desto höher die Sterblichkeit.

Miller und Goldman leiten daraus die Frage ab, ob bestimmte Todesfälle mit einem Übermaß an Impfungen zu tun haben könnten. Und sie schreiben:

A closer inspection of correlations between vaccine doses, biochemical or synergistic toxicity, and Infant-Mortality-Rates, is essential. All nations—rich and poor, advanced and developing—have an obligation to determine whether their immunization schedules are achieving their desired goals.

Doch der Reihe nach. Sehen wir uns zunächst an, wie Miller und Goldman zu ihren Schlüssen kommen. Als Grundeinheit für die Menge an Impfungen, denen die Babys in den verschiedenen Ländern ausgesetzt werden, definierten die Autoren eine "Impfdosis" folgendermaßen:
A vaccine dose is an exact amount of medicine or drug to be administered. The number of doses a child receives should not be confused with the number of ‘vaccines’ or ‘injections’ given. For example, DTaP is given as a single injection but contains three separate vaccines (for diphtheria, tetanus, and pertussis) totaling three vaccine doses.

Eine Dreifach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis/Keuchhusten (DTaP) wurde demnach als drei Impf-Dosen gezählt. Die in Deutschland oder Österreich übliche Sechsfachimpfung für Babys als sechs Impf-Dosen.
In den USA umfasst der Impfplan für die Babys im ersten Lebensjahr dreimal die DTP-Impfung, dreimal Polio, dreimal Hib, dreimal Hepatitis B, dreimal Pneumokokken, dreimal Rotavirus und zweimal Influenza-Impfung. Das sind insgesamt 26 Dosen. In Kanada ist der Impfplan nur unwesentlich dünner besiedelt: Anstelle der Rotavirus-Impfung wird die Meningokokken-Impfung verabreicht, die Influenza Impfung ist nur einmal und nicht zweimal empfohlen.
In der Kindersterblichkeit liegen die USA auf Rang 34 mit 6,22 Todesfällen pro 1000 lebendgeborenen Kindern während des ersten Lebensjahres. Nahezu ebenso schlecht – auf Rang 31 – liegt Italien mit 5,51 Todesfällen, ein Land mit reich gefülltem Impfplan, der über die herrschende Impfpflicht nach dem Vorbild der USA auch noch besonders resolut umgesetzt wird. Kanada hält bei 5,04 Todesfällen und Rang 28.
Deutschland (3,99 Todesfälle) und Österreich (4,42 Todesfälle) rangieren im Vergleich der Industrieländer im Mittelfeld.
Die Rangliste der Länder mit der niedrigsten Sterblichkeit wird von Singapur (2,31 Todesfälle), Schweden (2,75) und Japan (2,79) angeführt.
Singapur kommt laut nationalem Impfplan auf 17 Impf-Dosen, Schweden und Japan mit 12 Dosen nicht einmal auf die Hälfte der in den USA oder Kanada verabreichten Impfungen.

In der Szene der Pro-Impf Blogger hat die Arbeit von Miller und Goldstein für helle Empörung gesorgt. Catherina fühlte sich auf Just the Vax an die alte These erinnert, dass der Storch die Babys bringt und zerriss die Methodik der Arbeit in der Luft. Recht ähnlich die Kritik von David Gorski auf seinem blog Sciene Based Medicine.
Mir selbst stieß beim Lesen der Studie auch einiges auf. Ich kontaktierte Neil Miller per mail und machte ihn darauf aufmerksam, dass der deutsche Impfplan in der Studie falsch übernommen wurde, weil die Hepatitis B-Impfung (die in der Sechsfachimpfung enthalten ist) fehlt. Miller schrieb zurück, dass ihm der Fehler leid tue und er das für die Print-Ausgabe des Journals korrigieren werde. Er habe die Auswertung von seinem Statistiker noch einmal nachrechnen lassen - an der zentralen Aussage der Arbeit ergäbe sich dadurch aber keine Änderung.

Weiters missfiel mit die von den Autoren gewählte Einheit der "Impfdosis". Denn eine Sechsfachimpfung ist sicherlich schonender für die Babys als die Verabreichung derselben "Impfdosis" in Form einer Dreifach- und drei Einzelimpfungen, wie das in den USA üblich ist.  Mit diesen vier Impfungen werden auch viermal die Aluminium-haltigen Wirkverstärker, Konservierungsmittel, Stabilisatoren und sonstige Zusatzstoffe verabreicht. Nirgends wird den Babys demnach so eine hohe Dosis der bekannt problematischen Aluminium-Verbindungen verabreicht wie in den USA oder Kanada. Hätten die Autoren die Einheit anders gewählt, wäre der von ihnen gefundene Zusammenhang möglicherweise noch deutlicher gewesen.

Eine weitere Schwäche der Arbeit ist die Nicht-Berücksichtigung der Impfrate. Es macht ja einen gewaltigen Unterschied, ob eine behördliche Impfempfehlung, von der Bevölkerung angenommen oder ignoriert wird.
Ein Beispiel hierfür ist die teure Pneumokokken-Impfung, die in Österreich behördlich empfohlen, von den Kassen - im Gegensatz zu Deutschland - aber nicht bezahlt wird. Zwar gibt es immer wieder verbilligte Impfaktionen, dennoch sind nicht einmal 20 Prozent der österreichischen Babys gegen Pneumokokken geimpft. Die Impfrate in Deutschland liegt hingegen über 80 Prozent.
Auf derartige Unterschiede nimmt die aktuelle Studie keine Rücksicht. Der Aufwand, in 34 Ländern diese Daten auszukundschaften, hätte ihre Möglichkeiten überstiegen, entgegnete mir Miller auf meinen diesbezüglichen Vorhalt.

Sicherlich gibt es - außer den Impfraten - noch eine Unzahl weiterer Einflüsse auf das Überleben der Babys im ersten Lebensjahr. Dazu zählen soziale Maßnahmen, etwa eine ausreichende materielle Absicherung der Mütter, ebenso wie Fragen der medizinischen Infrastruktur, die in den Ländern unterschiedlich entwickelt sind.
Dennoch halte ich es für unverschämt, wenn nun allein der Forschungs-Ansatz, den Miller und Goldman gewählt haben, bereits als eine Art Sakrileg gilt, oder als unzulässige Korrelation zweier nicht zusammenhängender Einflüsse abgewertet wird.
Impfungen und Kindersterblichkeit haben wahrlich mehr miteinander zu tun als die Anzahl der Störche mit den Geburten. Allein schon deshalb, weil ja die Impfungen in allen Ratgebern als deklarierte Maßnahme zur Senkung der Kindersterblichkeit beworben werden. Von einem offiziellen Ansiedlungsprogramm für Störche zur Förderung der Geburtenzahl in der Region habe ich hingegen noch nie etwas gehört.

Es muss erlaubt sein, auch im Bereich des Impfwesens "ungehörige" Fragen zu stellen und althergebrachte Wahrheiten auf ihre tatsächliche Relevanz zu prüfen.
Wenn sich nun in der vorliegenden Arbeit heraus stellt, dass die Häufigkeit der Impfungen nicht positiv sondern negativ mit dem Überleben der Kinder korreliert, so halte ich das noch keinesfalls für eine gültige Schlussfolgerung. Zumal die Studie so viele Schwächen und Fragezeichen beinhaltet.

Miller und Goldman können aber durchaus das Verdienst beanspruchen, dass es nun nicht mehr so einfach möglich ist, unwidersprochen und ohne jegliche Beweispflicht festzustellen, dass Impfungen selbstverständlich die Kindersterblichkeit senken. Und dass jene Länder, die ihre Kinder am meisten impfen, die Kindersterblichkeit am meisten senken.

Für diese Aussage gibt es keinen Beleg.

Insofern haben Miller und Goldman einen recht einfachen Weg gefunden, Dogmen des Impfwesens in Frage  zu stellen, ohne Millionen an Forschungsgeldern auftreiben zu müssen, die für impfkritische Forschungsfragen im Normalfall ohnehin nie gewährt werden.

Wenn man dieses Konzept weiter verfolgt und zudem auch die internationalen Impfpläne ordentlich aufarbeitet, so sind durchaus noch einige weitere Fragen möglich, die über die Korrelation zwischen Impfungen und der Inzidenz bestimmter Krankheiten geprüft werden könnten. Wenn das wissenschaftlich korrekt und mit nachvollziehbarer Methodik durchgeführt wird, so fiele es auch schwer das von medizinischer Seite abzutun, zumal der Zusammenhang von Dosis und Wirkung ja eine der zentralen Lehrsätze naturwissenschaftlichen Denkens darstellt.

Insofern könnte man folgende weitere - als selbstverständlich angesehene - Wahrheiten des Impfwesens einem Elchtest unterziehen:
  • Die Anzahl der Impfungen hat nichts mit der Häufigkeit von ADHS zu tun.
  • Je mehr Impfungen desto weniger Allergien
  • Je mehr Impfungen desto niedriger ist das Asthma-Risiko
  • Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autoimmun-Krankheiten
  • Die in den Impfungen enthaltene Menge an Aluminium hat überhaupt nichts mit der länderspezifischen Inzidenz von Autismus zu tun.

Ich halte die Möglichkeit, dass diese Dogmen ebenfalls kippen, für durchaus gegeben.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Was machen die Pneumokokken in der Lunge?

In Deutschland wird die Pneumokokken-Impfung als Gratisleistung für alle Kinder angeboten. In Österreich wird sie - trotz seit langem aufrechter Impfempfehlung des Impfausschusses - nur für „Risikokinder“ bezahlt. Immer wütender tragen Impfexperten die Forderung an die Öffentlichkeit, diese „Ungerechtigkeit“ doch endlich zu beseitigen - und der „beschämenden Zwei-Klassen-Medizin“ ein Ende zu machen. Impfexperte Herwig Kollaritsch „muss fast in Tränen ausbrechen“, wenn er an die österreichische Impfpraxis denkt: „Wir sind das letzte Land in der EU, in der es keine allgemeine Pneumokokken-Impfung gibt.“

In meinem letzten Beitrag habe ich die beiden neuen Pneumokokken-Impfstoffe Synflorix und Prevenar 13 vorgestellt. Synflorix darf bei Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr zur aktiven Immunisierung gegen invasive Erkrankungen (z.B: Meningitis, Sepsis) und Mittelohrentzündungen eingesetzt werden. Prevenar 13 ist bis zum Alter von fünf Jahren zugelassen und enthält drei Serotypen mehr. Sein Einsatzgebiet umfasst zusätzlich Schutz vor Pneumokokken-bedingter Pneumonie.

Nun möchte ich mich der Frage widmen, ob der Nutzen der Impfungen tatsächlich so gesichert ist, wie die Experten das öffentlich darstellen.

Klar ist, dass die Impfungen durchaus eine Wirkung haben. Bei Geimpften gehen Infektionen mit den in der Impfung enthaltenen Serotypen generell stark zurück. Das Immunsystem wird also gegen einen Teil der insgesamt rund 90 verschiedenen Pneumokokken-Serotypen scharf gemacht und verhindert deren Vordringen in Regionen, wo sie an Krankheiten beteiligt sind.

Wie zahlreiche Studien zeigen, nehmen die Infektionen mit anderen, nicht in der Impfung enthaltenen Serotypen allerdings beständig zu. Einige Arbeiten belegen sogar, dass damit insgesamt jetzt mehr invasive Pneumokokken-Erkrankungen auftreten als vor Einführung der Impfung.
Dieses Phänomen des Serotyp-Replacement war auch der unmittelbare Anlass, die neuen Impfstoffe einzuführen. Wirken diese doch nicht mehr gegen bloß 7 Pneumokokken-Typen, sondern gegen zehn, bzw. 13 Serotypen.

Warum aber findet dieses Replacement überhaupt statt? Warum finden wir plötzlich Pneumokokken im Gehirn, in der Lunge oder im entzündeten Mittelohr, die vor Einführung der Impfungen dort selten bis überhaupt nicht angetroffen wurden?

Sind diese Bakterien-Typen nun plötzlich aggressiver geworden?
Oder nehmen sie bloß ein Angebot wahr? Dringen also auf einen Platz vor, der vom Immunsystem zur Besiedlung frei gegeben ist, bzw. nicht ausreichend bewacht wird?

Welche Rolle spielen die Bakterien überhaupt in diesem Zusammenhang?

Handelt es sich bei den Pneumokokken wirklich um die Erreger einer Krankheit, die ohne deren Beteiligung nicht entstanden wäre?
Handeln Pneumokokken also so ähnlich wie Insekten, die eine Frucht anstechen und Ihre Eier dort rein legen, um ihren Larven Nahrung zu verschaffen.
Falls dem so wäre, stellt sich gleich wieder die Anschlussfrage, warum die Pneumokokken das nicht jedesmal tun. Warum befallen sie nicht jedesmal die Lungen, wenn sie in einem Organismus auftauchen? Immerhin siedeln Pneumokokken bei etwa einem Drittel aller gesunden Kinder als normale Bestandteile des bakteriellen Milieus an den Schleimhäuten des Hals-Nasen-Rachen-Raums.

Könnte es sein, dass Pneumokokken-Infektionen nur bei einer vorhandenen Organschädigung auftreten?
So ähnlich, wie sich die eben gerade zufällig anwesenden Insekten auf einen aufgeplatzten reifen Pfirsich setzen.

Das würde in der Praxis bedeuten, dass zuerst die Organschädigung ist und in der Folge irgend eine der ständig anwesenden Viren oder Bakterien-Arten diese Schwäche ausnützt.
Das wäre eine Erklärung für das Replacement: Wenn das Immunsystem gegen bestimmte Serotypen scharf gemacht wird, gehen eben die anderen in die Lunge.

Möglicherweise hat das sogar irgend eine biologische Ursache, die aus evolutionärer Sichtweise sinnvoll ist, uns aber bislang verborgen geblieben ist.
Vielleicht werden die Keime dazu benötigt, über eine kräftige Entzündung die zelluläre Erneuerung des Organs zu fördern. Gnadenlos und moralfrei wie die Natur handelt, möchte sie vielleicht ein gesundes wiederhergestelltes Individuum, dessen Organschwäche über das Recycling der beschädigten Zellen vollständig behoben ist - und geht dabei bewusst das Risiko ein, dass das betroffene Lebewesen diese radikale Reparatur nicht überlebt.

Welche Antworten geben die Experten auf diese Fragen?
Mir sind keine bekannt.
Auch in den Studien wird meist nur damit argumentiert, dass die Impfungen allein deshalb schon ihren Zweck erfüllen, weil sie die Häufigkeit der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen reduzieren. Zumindest jene, vor denen die Impfung schützt.
Wenn es nun technologisch gelänge irgendwann gegen alle 90 Pneumokokken-Serotypen in einer einzigen Impfung zu schützen, so würde das folgerichtig das Ende der Pneumokokken-assoziierten Krankheiten bedeuten - weil ja dann kein Serotyp-Replacement mehr möglich wäre. Soweit das Endziel dieser Strategie.

Aber vielleicht gibt es ja das Replacement Phänomen nicht nur innerhalb der Spezies der Pneumokokken, sondern ganz allgemein. Das wäre nicht unwahrscheinlich.
So wie ja nicht nur Fruchtfliegen an den reifen Früchten naschen, sondern auch Wespen und viele andere Insekten.

Es wäre also nicht nur nötig, zum Beleg des Nutzens der Impfung die Gesamtzahl der invasiven Pneumokokken-Krankheiten zu zählen und auszuwerten, sondern alle kindlichen oder adulten Gehirnhautentzündungen, Infektionen des Blutes (Sepsis), Pneumonien - auch jene mit viralen Auslösern - mit in die Rechnung aufzunehmen.

Erst wenn die Gesamtzahl der Erkrankungen zurück geht, ließe sich ein Mehrwert durch die Pneumokokken-Impfung behaupten.

Und das auch nur dann, wenn gleichzeitig seriös gemessen würde, wie stark der Effekt der unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung ist. Das wurde bislang nur schlampig und oberflächlich gemessen, so als handle es sich bei Impfungen um eine vollständig ungefährliche Maßnahme.

Jede Impfung verstärkt aber erwiesenermaßen das Aggressions-Potenzial des Immunsystems. Die Pneumokokken-Impfung hat den Zweck, das Immunsystem gegen einen Teil der eigenen Bakterien-Flora aggressiv zu machen. Also gegen Besiedler, die normalerweise nützliche Aufgaben im Organismus erfüllen.

Im Vergleich wäre das so ähnlich, wie die generelle Ausweisung aller Staatsbürger mit albanischer Herkunft. Mit dem Argument, dass Albaner eben überdurchschnittlich oft an Diebstählen und Bank-Überfällen beteiligt wären.

Die Pneumokokken-Impfung führt zu einer verstärkten Alarmierung und Gewalt-Bereitschaft des Immunsystems. Sein Aggressions-Potenzial steigt - sowohl gegenüber „Feinden“ von außen wie von innen. Jede Gewaltaktion hat aber ein gewisses Risiko, dass es sich um Fehlalarm handelt - und auf Grund von Irrtümern, Fehlinformationen oder schlichtem Zufall die falschen „Feinde“ attackiert werden und ein gewaltiger Kollateralschaden entsteht.
Und dadurch ergibt sich - übersetzt in den konkreten medizinischen Zusammenhang - die Gefahr einer Chronifizierung - in Form einer Autoimmunkrankheit oder einer Allergie.

Wir sollten diesen Verdacht besser nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn jemand in einem aussichtslosen Stadium einer Krebserkrankung ist, so ist es nachvollziehbar, wenn Arzt und Patient gemeinsam eine Therapie wählen, die selbst ein hohes Risiko darstellt.

Bei Eingriffen an Gesunden - und dabei handelt es sich bei Impfungen im Normalfall - müssen aber immer und ausnahmslos die strengsten Vorsichts-Maßnahmen gelten.
Und jedem Verdacht ist unvoreingenommen nachzugehen. Alle potenziell negativen Effekte sind dem möglichen Nutzen objektiv gegenüber zu stellen.

Wir können es uns nicht leisten, hier großzügig zu sein, uns ins Faulbett zu legen und das beste zu hoffen. Das wäre ein nicht Wahrnehmen der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und eine fahrlässige Gefährdung der Gesundheit der Kinder.

Immerhin befinden wir uns inmitten einer bislang überhaupt nicht verstandenen explosionsartigen Zunahme von Krankheiten des Immunsystems: Bei kindlichem Asthma oder Neurodermitis haben sich im Vergleich zur Situation in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Fallzahlen dramatisch erhöht. Autoimmune Diabetes nimmt ebenso stark zu, wie entzündliche Darmerkrankungen. Und auch bei ADHS, dem immer häufiger beobachteten "Zappelphilipp-Syndrom" wird eine autoimmune Genese immer wahrscheinlicher.

Bevor man den positiven Effekt einer Maßnahme wie der Pneumokokken-Impfung als erwiesen ansehen kann, sind also noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Und erst wenn das erledigt ist, haben seriöse Impfexperten das moralische Anrecht, angesichts der himmelschreienden Ungerechtigkeit, die sich hier abspielt, in Tränen auszubrechen.

Der Ordnung halber bitte aber auch dann noch unter Offenlegung ihrer finanziellen und intellektuellen Interessenskonflikte.