Donnerstag, 8. November 2012

Diane M. Harper: "Es kann sein, dass von Aluminium ein Langzeitschaden ausgeht"

Die US-Medizinerin Diane M. Harper war an den Zulassungsstudien der beiden HPV-Impfstoffe Gardasil und Cervarix führend beteiligt. Speziell Gardasil - ein Produkt des Konzerns Merck - entwickelte sich zum weltweiten Bestseller. Doch seit ihrer Zulassung sorgen die HPV-Impfstoffe immer wieder für Schlagzeilen, wenn zuvor gesunde Mädchen und Frauen plötzlich schwer erkranken oder sterben. Eine aktuelle Analyse des US-Meldesystems VAERS zeigt, dass Gardasil in der Altersgruppe der Geimpften für mehr als die Hälfte der schweren Nebenwirkungen und bleibenden Schadensfälle bei Mädchen und jungen Frauen verantwortlich sein könnte. 
Im Interview mit Prof. Harper habe ich speziell nach ihrer Einschätzung der Sicherheit dieser Impfungen - und hier vor allem der Wirkverstärker gefragt, welche bei beiden Impfungen neuartige Aluminium-Verbindungen enthalten.


Wissen wir genug über die Auswirkungen von aluminiumhaltigen Substanzen auf das Immunsystem? Wie ist dazu Ihre Meinung?

Harper: Ich denke, dass wir dem unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen. Adjuvantien wurde eine sehr lange Zeit einfach übersehen. Es stimmt, dass Menschen, die mit Impfungen arbeiten, nicht lange über Adjuvantien nachdenken. Stattdessen widmen sie sich lieber den Antigenen – also den Wirkstoffen, die darin verwendet werden. Doch für Wissenschaftler ist es enorm wichtig, Fragen zu stellen und sich auch in heikle Dinge reinzuknien, die in der Vergangenheit als unantastbar gegolten haben. Wir wissen, es sind schlimme Dinge passiert mit Menschen, die geimpft wurden. Wir wissen nicht immer, warum so etwas auftritt, und vielleicht ist wirklich das Aluminium-Adjuvans dafür verantwortlich. Es kann sein, dass vom Aluminium ein Langzeitschaden ausgeht, der sich über die Zeit akkumuliert. Wir wissen, dass es eine Epidemie an Demenzkrankheiten gibt, von der die erste Babyboomer-Generation betroffen ist, die nun ins Rentenalter kommt. Wir wissen, dass diese Generation zu den meistgeimpften in der Geschichte der Menschheit gehört. Es wäre dumm, wenn die Wissenschaft hier die Augen verschließen würde. Die Aluminium-Belastung aus allen Quellen – inklusive der Mengen aus den Impfungen – gehört evaluiert. Wir müssen diese wichtigen Fragen stellen und wir werden sie wohl nicht mit einer Studie beantworten können. Es wird eine ganze Generation von Wissenschaftlern brauchen, die hier Daten sammeln müssen, um die medizinische Praxis zu ändern. Aber wenn wir nicht irgendwann damit anfangen, werden wir das niemals erreichen.

Die Behörden schreiben derzeit keine eigenen Sicherheitstests am Menschen für neuartige aluminiumhaltige Adjuvantien vor. Ist das nicht höchst fahrlässig?

Harper: Natürlich sollten die Behörden sich auch über die Sicherheit der Adjuvantien Sorgen machen und nicht von Haus aus annehmen, dass diese wohl ohnehin keinerlei Schaden anrichten können.

Noch einmal zurück zu den Zulassungsstudien bei Gardasil: Sowohl in der Impfgruppe als auch in der Kontrollgruppe sind bei exakt 2,3 Prozent der Teilnehmerinnen "neue Krankheiten mit potenziell autoimmunem Hintergrund" aufgetreten. Diese Nebenwirkungen können vom Aluminium verursacht worden sein, das auch in den Kontrollgruppen zugesetzt wurde. Würden Sie das als gutes Studiendesign bezeichnen, wenn Nebenwirkungen derart maskiert werden?

Harper: Es stimmt, dass auch die Placebogruppe das Aluminium-Adjuvans gespritzt bekam. Es gab kein Salzwasser-Placebo. Wenn also das Aluminium-Adjuvans die 2,3 Prozent Nebenwirkungen verursacht hat, so würden wir das tatsächlich in beiden Gruppen sehen. Es gibt weder einen Beweis, dass es das Aluminium war, noch einen Beweis zu dessen Entlastung. Es gab tatsächlich keine Studie, die sich in irgendeiner Art um den Effekt des Aluminiums kümmerte. Wir hätten eine Salzwasser-Kontrolle gebraucht.

Sie waren doch prominent beteiligt an diesen Studien. Warum haben Sie das nicht gefordert?

Harper: Ich hatte keinen Einfluss auf das Design. Das wurde zwischen dem Pharmakonzern Merck und den Arzneimittelbehörden ausgehandelt. Die US- und die EU-Behörden hätten bloß auf einer Salzwasser-Kontrolle bestehen müssen. Dann wäre das geschehen. Die Behörden sind derzeit aber überhaupt nicht besorgt wegen der Adjuvantien und wollten nur wissen, ob die Antigene lokale Rötungen oder Schwellungen machen.

Waren es nicht taktische Gründe: Dass es für die Impfung nicht gut ausgesehen hätte, wenn sie gegen eine neutrale Wasserlösung hätte antreten müssen. Dann wäre der Unterschied bei den Nebenwirkungen wohl deutlich höher gewesen.

Harper: Ja. Viele Studien zeigen, dass eine Injektion mit Aluminium deutlich mehr lokale Nebenwirkungen produziert, als eine Injektion mit Salzwasser.

Die Behörden haben also ein falsches Placebo zugelassen, das die negativen Effekte der Adjuvantien versteckt hat. Die Konsumenten wollen aber wissen, welche Nebenwirkungen die ganze Impfung hat – und nicht nur die Antigene.

Harper: Das ist richtig. Es wäre interessant, das zu wissen. Aber wir haben keine Chance, das zu erfahren.

Denken Sie, dass Merck zu nahe Beziehungen zu den Behörden pflegt? Gibt es zu wenig Kontrolle?

Harper: Dr. Julie Gerberding war die frühere Direktorin der CDC (Anm: US-Behörde „Centers for Disease Control“) und jetzt ist sie die Präsidentin der Impf-Abteilung bei Merck. Merck macht das generell gerne, dass sie Führungspersonen der Behörden abwerben.

In den letzten Jahren zeigten einige Studien, speziell jene der dänischen Forschergruppe um Peter Aaby aus Westafrika, dass aluminiumhaltige Impfungen die Gesundheit der Kinder gefährden können. Wissen wir genug über solche Effekte?

Harper: Peter Aabys Arbeit ist so wichtig! Wir haben derzeit nicht genug gut gemachte Studien, um das zu beantworten. Dieses Feld ist sehr jung und wir müssen Finanziers ermutigen, hier rigorose Forschung zu ermöglichen. Wir müssen auch Regierungen und Krankenkassen ermutigen, diese Forschung zu unterstützen. Es gibt hinreichend Belege für schwere Reaktionen, die wohl vom Aluminium stammen.

Die Behörden empfehlen seit vielen Jahrzehnten Impfstoffe, die Aluminium als Hilfsstoff enthalten. Sie sitzen diesbezüglich mit den Herstellern im Boot und würden enorme Kritik ernten, wenn sich herausstellen sollte, dass vom Aluminium eine Gefahr ausginge.

Harper: Das würden sie mit Sicherheit. Man kann sich aber nicht auf ewig hinter dem verstecken, was gewesen ist und was man einmal getan hat. Deshalb sollten sie besser mutig sein und einen Schritt vorwärts tun: Wir müssen diese Fragen dringend beantworten und wir müssen uns auch die alten Impfpläne hernehmen, um zu sehen, was davon gut und was schlecht ist.
Kennen Sie die Harry-Potter-Filme? Die Gesundheitsbehörden sollten sich nicht so anstellen wie Dolores Umbridge mit ihrer Doktrin „Stell ja meine Autorität nicht in Frage, es wird so bleiben, wie es immer war!“ Ich hoffe, die Behörden haben das Rückgrat, hier einen wirklich unvoreingenommenen Blick zu werfen und das alles aufzuarbeiten, was jetzt schon an Fakten vorliegt. Jedenfalls braucht es Ermutiger und Leute, die Fragen stellen, so dass eine Generation junger Wissenschaftler sich dieser Aufgabe stellt und für sich beschließt, diese Fragen zu klären. Es wird viel Leidenschaft brauchen, sich dieser Herausforderung und den Konflikten, die das mit sich bringt, zu stellen.

Diane M. Harper (Foto: privat) ist Medizinerin und Inhaberin zweier Master-Abschlüsse in Public Health und Science. Sie ist Professorin und Leiterin der Forschungsabteilung an der Universität Kansas City in Missouri. Einer ihrer Arbeits-Schwerpunkte liegt im Bereich der Prävention gynäkologischer Krebserkrankungen. Hier befasste sie sich früh mit humanen Papillomaviren (HPV) und deren Auswirkungen auf krankhafte Veränderungen an der Zervix. Ab 1997 war sie als "Principle Investigator" an den Zulassungsstudien von Gardasil und Cervarix, den beiden HPV-Impfstoffen beteiligt. Das Forschungs-Team, das Harper leitete, begleitete rund 3.000 Mädchen und Frauen als Studien-Teilnehmerinnen. 
Das Interview ist in meinem aktuellen Buch "Dirty Little Secret - Die Akte Aluminium" veröffentlicht worden.

Kommentare:

  1. Ich habe seit einer Grundimmunisierung mit Tetanus und dem Adjuvant Aluminiumhydroxid starke neurologische Beschwerden und Dauerschmerzen. Obwohl Gelenk- und Nervenschmerzen als Nebenwirkung der Impfung aufgelistet ist wird es als Impfschaden nicht anerkannt, lt. Sozialgericht ist es nicht bekannt, dass dies dauerhaft sein könnte. 10 Jahre später kämpfe ich noch immer mit den gleichen Problemen und niemand glaubt mir, dass es von der Impfung kommt.

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  2. #1: Wurde ihr Fall rechtskräftig abgelehnt ?
    Welche Gutachter waren im Spiel ? Welches Gericht ?
    ( in beidem herrscht Willkür )
    Hatten Sie Kontakt mit dem Schutzverband für Impfgeschädigte e.V. ?

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    1. Ja, der Fall ist rechtskräftig abgelehnt worden weil ich schon vor der Impfung wegen diversen Krankheiten einen Arzt aufgesucht habe und weil es nicht bekannt ist, dass die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel (Myalgien und Athraligien)die ich nachweislich habe dauerhaft sind. Es dauert jedoch immer noch an.
      Mit dem Schutzverband für Impfgeschädigte hatte ich kurz Kontakt die Klage aber alleine, bzw. mit Hilfe eines Rechtsanwalts durchgeführt. Der Gutachter wurde mir vom Schutzverband empfohlen. Das Gutachten war sehr gut und ich dachte nicht, das damit der Impfschaden abgelehnt werden könne. Ich hatte damals nicht die Kraft nochmals Einspruch einzulegen und weiss nicht ob es nochmals versuchen könnte, denn es liegen inzwischen schon wieder viel mehr Forschungsergebnisse vor.

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