Mittwoch, 3. April 2019

Das Versagen der Qualitätsmedien in der Impfdebatte

Zwang anstelle informierter Entscheidungsfindung. Propaganda statt objektiver Aufbereitung von Fakten. Ein aktuelles Beispiel für Journalismus in seiner feigsten und dümmsten Variante.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hält mit leicht irrem Blick eine Spritze hoch. Darüber steht in Großbuchstaben: "Impfen auf Befehl". Die Coverstory des aktuellen "Spiegel" widmet sich dem "bizarren Streit um den Schutz unserer Kinder".
Wer sich hier eventuell noch einen ausgewogenen Artikel erwartet, wird fünf Seiten weiter im Inhaltsverzeichnis bereits eines besseren belehrt. Dort wird in der Rubrik "Titel" der Artikel nämlich folgendermaßen angekündigt: "Warum eine Impfpflicht die einzig vernünftige Lösung für einen ideologisch aufgeheizten Streit ist". Der Spiegel bringt demnach als Coverstory ganz offen einen Aufruf für die Einführung von Zwangsimpfungen.

Die Coverstory des Spiegel ist ein offen deklariertes Plädoyer für Zwangsimpfungen

Anspruch eines Qualitätsjournalismus wäre es normalerweise, einen ausgewogenen Artikel mit den besten fachlichen Argumenten der jeweiligen Kontrahenten zu bringen. Und sich "nicht gemein zu machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten", wie es der Doyen des deutschen Journalismus, Hanns Joachim Friedrichs, einst formulierte. Derartige Zurückhaltung ist den elf (!) Spiegel-Redakteuren, die als Autorenteam den Artikel verantworten, fremd.

Als schauriger Einstieg in die Story dient die Leidensgeschichte einer Familie aus Bayern. Tochter Angelina war fünf Jahre alt, als sie plötzlich von Krämpfen überfallen wurde.  "Angelina wirkte verwirrt und wiederholte Sätze, die sie gerade gesagt hatte." Bald habe sie alles verlernt, erzählt die Mutter Gina R. den Spiegel Leuten. "Sie konnte nicht mehr laufen, nicht mehr sprechen, nicht mehr sitzen, sie konnte nicht einmal mehr schlucken."
Die Diagnose lautete auf SSPE - eine atypische chronische Gehirnentzündung, die als seltene, aber stets tödliche Spätfolge der Masern gilt. Offenbar ist das Mädchen im Alter von 6 Monaten infiziert worden. Zu einem Zeitpunkt als es noch nicht geimpft werden konnte. Wie und wo sich Angelina angesteckt hat, wissen die Eltern nicht. Doch nachdem Wildviren im Hirnwasser gefunden wurden, gilt der Ablauf als gesichert.
Impfgegner, berichtet Gina R., hätten ihr vorgeworfen, sie habe ihr Kind falsch behandelt, denn Fieber zu senken sei bei Masern falsch. "Sie schrieben", heißt es im Artikel, "ich solle meiner Tochter grüne Smoothies geben oder Globuli, dann werde sie wieder gesund."
Doch das, so die Spiegel-Autoren, "wird sie nie wieder sein". Das heute 13-jährige Mädchen, "ist ein Opfer der Masern geworden, weil es in Deutschland nicht gelungen ist, diese Krankheit auszurotten."


Wo waren die vielen SSPE Fälle in der Vorimpf-Ära?


Damit ist auch schon die Stoßrichtung des ganzen Artikels vorgegeben: Unschuldige Kinder sterben, weil esoterisch verbohrte Impfgegner ihre eigenen Kinder als Bioterroristen herum laufen lassen, die überall ihre Viren ausstreuen. Wenn dieses gemeingefährliche Verhalten durch einen Impfzwang per Gesetz abgeschafft würde, wäre das Problem gelöst. So einfach, so klar.

Doch ganz so simpel, wie der Spiegel suggeriert, ist das Leben nicht.
Das beginnt schon bei dem hier geschilderten SSPE Fall. Die Häufigkeit für SSPE liegt laut Spiegel bei "etwa 1 von 3300 Masernkindern unter fünf Jahren". Wenn das stimmen würde, hätte es in der Zeit vor den großen Impfprogrammen in Deutschland, als noch beinahe jedes Kind an Masern erkrankte, jedes Jahr mehr als 150 SSPE-Fälle geben müssen.
Davon kann jedoch keine Rede sein. Die ersten Impfungen waren zu Beginn der 70er Jahre verfügbar und erst zur Mitte der 80er Jahre war ein Großteil der Kinder geimpft. Eine Literatur-Recherche in der internationalen Medizin-Datenbank "pubmed" zeigt, dass während der 50er und 60er Jahre kaum wissenschaftliche Studien und Berichte zur SSPE erschienen sind. Wenn die Masern tatsächlich so viele Todesfälle bei Kindern verursacht hätten, wäre das Thema wohl kaum übersehen worden. Zumal sich dieses Sterben bei SSPE ja meist über viele Jahre hin zieht und damit tausende Kinder gleichzeitig betroffen gewesen wären.

Eine 1978 veröffentlichte epidemiologische Arbeit erfasste alle SSPE Fälle der DDR. Im Zeitraum von 1968 bis 1977 sind demnach insgesamt 156 Kinder erkrankt. Eine Studie aus Italien kam für die zehn Jahre von 1972 bis 1981 auf 207 Fälle. Das entspricht für Kinder und Jugendliche einem Risiko von 1,24 Fällen pro Million Einwohnern.
In allen diesen zeitgenössischen Berichten wird auch die Frage diskutiert, ob die Impfungen das SSPE Risiko erhöhen. Das wird zwar durchgehend verneint, doch dass auch Impfviren als Auslöser in Frage kommen, steht für die meisten Autoren außer Zweifel. In einer Studie aus den USA errechnen die Wissenschafter nach Wildvirus-Infektion ein etwa zehnmal höheres Risiko für eine SSPE als nach der Impfung.
Heute wird von den Behörden die Ansicht verbreitet, dass ausschließlich Wildviren die tödliche Komplikation auslösen können. Dies scheint jedoch nicht realistisch, zumal fast alle aktuellen SSPE Opfer geimpft worden sind - und der Nachweis der Masern-Erkrankung oft nur auf Vermutungen beruht.
SSPE als Schreckgespenst einzusetzen, um damit die Leute zum Impfarzt zu treiben, scheint tatsächlich eine wirksame Taktik. Seriös ist das allerdings nicht, solang die Umstände dieser Krankheit weitgehend im Dunklen liegen. Dass nur Wildviren diese atypische Infektion auslösen können, die abgeschwächten aber ansonsten weitgehend identischen Impfviren jedoch nicht, erscheint biologisch zudem vollständig unplausibel.

In der US-Fachinformation des Masern-Mumps-Röteln (MMR) Impfstoffs der Herstellerfirma Merck steht SSPE demnach auch in der Liste der möglichen Nebenwirkungen aufgeführt. Sogar die Wahrscheinlichkeit wird konkret beziffert: "Based on estimated nationwide measles vaccine distribution, the association of SSPE cases to measles vaccination is about one case per million vaccine doses distributed." ("Basierend auf der geschätzten nationalen Verbreitung der Masern-Impfung, tritt pro 1 Million Impfungen etwa ein Fall von SSPE auf.")
In der deutschsprachigen Fachinformation desselben MMR Impfstoffes desselben Herstellers fehlt diese Passage. Stattdessen beginnt der Absatz hier mit der Behauptung: "Es gibt keinen Beleg dafür, dass Masern-Impfstoffe SSPE verursachen können."
Die Spiegel Redakteure haben wohl nur den deutschen Text gelesen.


Stimmungsmache mit Impfquoten

Um zu zeigen, welch gewaltige Impflücken sich im Land auftun, werden die Landkreise mit der geringsten Masernimpfquote in einer Graphik hervor gehoben. Verheerend steht es demnach offenbar um Sachsen. Denn die Rekordhalter bei der Verweigerung der 2. Masernimpfung sind mit Görlitz (73,5%) und dem Erzgebirgskreis (74%) im ansonsten als besonders impffreudig bekannten Osten angesiedelt. Wolfsburg in Niedersachsen bringt es vergleichsweise auf stolze 97,9%.
Es handelt sich jedoch nicht um den dunklen Einfluss von Impfgegnern, wie der Spiegel hier suggeriert, sondern um das Gegenteil: Sachsen leistet sich als einziges Bundesland Deutschlands eine eigene Impfkommission, welche die Empfehlungen der Berliner STIKO noch in einigen Punkten überflügelt. So wird beispielsweise eine Meningokokken-Impfung bereits im Alter von 3 Monaten und die jährliche Influenza Impfung mit Beginn im 7. Lebensmonat empfohlen. Damit ist der sächsische Impfkalender deutlich dichter gepackt, als der gesamtdeutsche.
Offenbar war nicht mehr genügend Platz im Impfplan. Denn während die STIKO die zweite Masernimpfung in engem zeitlichem Zusammenhang zur Erstimpfung (11 - 14 Monate) vorschreibt, spätestens jedoch bis zum 23. Lebensmonat, empfehlen die sächsischen Hardcore Impf-Experten die zweite Impfung erst ab einem Alter von 46 Monaten.
Es handelt sich also nicht um sächsische Widerstandsnester gegen die Masernimpfung - sondern im Gegenteil - um behördliche Anweisungen.  Derartige Hintergrund-Details fehlen im Spiegel Artikel, gilt es doch die Notwendigkeit von Zwangsimpfungen heraus zu streichen.

In Wahrheit ist die Bereitschaft zur Masernimpfung in Deutschland bereits jetzt enorm. Den EU Behörden wird für die erste Impfung eine Quote von 95% gemeldet. Bei der Schuleingangs-Untersuchung im Jahr 2016 waren im Schnitt 93 Prozent der deutschen Kinder zweimal gegen Masern geimpft.
Was soll nun eine Impfpflicht bezwecken? - Denken die Behörden tatsächlich, dass eine weitere minimale Anhebung der Durchimpfung von 93 Prozent auf 95 Prozent den erhofften Durchbruch zur Ausrottung bringt? Sind es diese zwei Prozent wert, die Rechte der Eltern massiv zu beschränken und einen Schritt Richtung Medizindiktatur zu gehen?
Und was, wenn sich aus der Impfpflicht eine Gegenreaktion ergibt, eine enorme Verhärtung der Fronten, welche Impfkritiker vollständig unerreichbar macht für die "Argumente der Pharmamafia"? - Wird man dann einen elektronischen Impfpass brauchen, damit sich die Türen zur U-Bahn öffnen? Werden Seuchenwächter in der Fußgängerzone Spontankontrollen durchführen? Macht der Impfarzt Hausbesuche - in Begleitung einer Spezialeinheit der Polizei?


Impfpflicht trägt wenig zur Vermeidung von Masern bei

Die Masernimpfung enthält abgeschwächte, aber lebende Viren welche im Normalfall eine natürliche Reaktion des Immunsystems auslösen. Deutlich mehr als 90 Prozent der Geimpften sind in der Folge vor Masern geschützt. Die zweite Impfdosis dient nur dazu, die restlichen 10 Prozent der "Impfversager" zu erreichen. Bei zweifacher Impfung wird die Schutzwirkung mit nahezu 99 Prozent angegeben.
Es wäre demnach nur ein Katzensprung, um die von der WHO genannte Marke von 95 Prozent zu erreichen, die es laut WHO braucht, um die Masern auszurotten.

Dennoch kommt es weltweit laufend zu Masern-Ausbrüchen. Etwa in den USA, wo bis Ende März 390 Fälle gemeldet wurden, die zweithöchste Zahl seit dem Jahr 2000, wo etwas vorschnell die "Eliminierung" der Masern verlautbart worden war.
In den USA werden Touristen und illegale Einwanderern für die Masern-Invasion verantwortlich gemacht. In Deutschland liegt die Schuld laut Spiegel bei impfkritischen Ärzten, Waldorf-Schulen und esoterisch angehauchten Eltern, die sich von dubiosen Quellen im Internet aufhetzen lassen.
Doch auch in China, wo Impfpflicht herrscht bei einer Quote von angeblich 99 Prozent, wurden im letzten Jahrzehnt im Schnitt 39.000 Fälle pro Jahr gemeldet.
Und Frankreich, wo die Regierung Macron nicht nur die Impfung gegen Masern, sondern auch gegen zehn weitere Krankheiten gesetzlich vorgeschrieben hat, meldete im Vorjahr sechsmal so viele Masernfälle wie das bislang zwangsfreie Deutschland.
Auch ein Vergleich zwischen der Schweiz und Italien spricht nicht eben für die Erfolge der Impfpflicht. In der Schweiz traten in den letzten Jahren im Schnitt 6 Masernfälle pro Million Einwohner auf. In Italien waren es 43. Ohne Zwang bringt es die Schweiz auf eine Impfrate von 92 Prozent, Italien hält bei bescheidenen 85 Prozent.
Länder ohne Impfpflicht schlagen sich also an sich ganz gut. Der Zwang trägt wenig zur Steigerung der "Impffreudigkeit" der Bevölkerung bei. Im Gegenteil.

Schlicht falsch ist deshalb auch die Behauptung von Gesundheitsminister Spahn, wonach "immer mehr deutsche Kinder an Masern erkranken". Als Spahn diese Aussage in der ARD-Tagesschau wiederholte, musste das im hauseigenen "Faktenfinder" nachträglich korrigiert werden. Dort heißt es: "Dass "immer mehr" Kinder erkranken würden, wie Gesundheitsminister Spahn behauptet, ist nicht belegt.“
Hier eine Auflistung der tatsächlich gemeldeten Masernfälle im Vergleich zu den Vorjahren:

Graphik erstellt von Steffen Rabe aus den Meldedaten des Robert Koch Institut

Das bislang stärkste Masern-Jahr der jüngeren Vergangenheit war 2015 und fiel mit dem massenhaften Ansturm der Flüchtlinge aus den Krisenregionen zusammen. Die ersten Fälle in Berlin gingen von einer Unterkunft für Asylwerber aus. Als dann ein Kind an Masern starb, flammte erstmals die Forderung nach einer Impfpflicht heftig auf.
Was damals in der Berichterstattung unter den Tisch fiel, war die schwere angeborene Herzkrankheit des Buben. Obwohl der Sprecher der Charité dies den Medien mitteilte, fand es kaum ein Journalist wert, dieses nicht unwesentliche Faktum an die Öffentlichkeit weiter zu geben. Zumal die meisten anderen Infekte für das Kind ebenfalls Lebensgefahr bedeutet hätten.
Auch im aktuellen Spiegel-Bericht wird der Todesfall wieder hervor gekehrt ohne diese Zusatz-Information zu erwähnen.

In dieser Tonart geht es weiter. Als hauptsächliches Argument für die Impfung wird das enorme Sterbe- und Komplikationsrisiko der Erkrankung angegeben. Während das Robert Koch Institut vor einigen Jahren das Risiko einer Gehirnentzündung nach Masern noch mit 1 : 10.000 bezifferte, liegt es nun laut Spiegel bereits bei 1:1000 bis 1:2000. Beinahe gleich hoch, wie das allgemeine Sterberisiko bei Masern, das mit 1:1000 angegeben wird. Das ist insofern absurd, als eine Virus-Enzephalitis nur in seltenen Fällen tödlich verläuft.


Die Schwächen der Impfkampagne

Die Attacken auf Impfgegner-Nester werden immer wütender. Der Meinungsdruck wird auf allen Ebenen erhöht. Dazu trug auch die WHO bei, welche die Impfskepsis kürzlich in die Liste der zehn  größten akutellen Gesundheits-Gefahren aufnahm. Auf gleichem Rang wie der Klimawandel oder die elenden Lebensbedingungen in den Slum-Städten mancher Entwicklungsländer.

Doch ist dieser Vergleich tatsächlich angemessen? Oder verbirgt sich dahinter die Verzweiflung, dass es trotz jahrzehntelang laufender Impfprogramme weder bei Polio noch bei Masern gelingt, endlich den globalen Triumph der Ausrottung dieser Viren zu verkünden. Es ist ohne Zweifel frustrierend, das Scheitern der eigenen Ziele zu beobachten - doch möglicherweise liegen die Gründe dafür gar nicht bei den bösen Impfgegnern. Vielleicht wird ja hier ein wütendes Scheingefecht abgezogen, das von den Schwächen der eigenen Programme ablenken soll.

Für ein wirkliches Verständnis der Zusammenhänge wäre es deshalb im Artikel eines Qualitätsmediums auch dringend nötig gewesen, die Schwachstellen der Impfkampagne zu analysieren. Doch weder im Spiegel-Artikel noch in der offiziellen Gesundheitspolitik finden sich auch nur Ansätze einer kritischen Selbstreflexion.

Unerwähnt bleibt die Tatsache, dass geimpfte Mütter weniger Nestschutz an ihre Babys weiter geben und damit das Risiko von Erkrankungen im ersten Lebensjahr deutlich angestiegen ist. Wäre es möglich, dieses Manko durch Verbesserung der Impfung zu beheben? Wie müsste so eine Impfung aussehen, dass sie eine nachhaltigere Immunreaktion auslöst?

Und was ist mit der Dauer des Impfschutzes? Es erscheint mittlerweile recht unsicher, ob die Wirkung der Impfung, so wie einst versprochen, tatsächlich ein Leben lang anhält. Bei den Ausbrüchen der Masern während der letzten Jahre lag der Anteil der Erwachsenen bereits bei rund 50 Prozent.
Bereits die Untersuchung von Soldaten bei der Musterung zeigt, dass der Impfschutz rascher schwindet als erwartet. Eine slowenische Studie ergab, dass nur noch 85 Prozent der Jungmänner ausreichende Antikörper im Blut hatten.
Wie rasch das Problem voran schreitet, belegt eine aktuelle Studie aus Südkorea, wo bei 7.411 Mitarbeitern im Gesundheitssystem die Masern-spezifischen Antikörper gemessen wurde. Die älteren Menschen hatten die Masern noch natürlich mit gemacht. Sie hatten fast alle ausreichende Titer. Personen des Geburtsjahrgangs 1986 hatten im Schnitt nur noch zu 85% einen ausreichenden Antikörper-Titer. In der Kohorte des Jahrgangs 1995 lag der Wert dann bei alarmierend niedrigen 42%.
Wie diesen Herausforderungen begegnet werden soll, ist unklar, zumal eine Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen meist rasch verpufft.

Und was bedeuten diese Erkenntnisse für andere Impf-Kampagnen? Wird man daraus lernen und Fehler vermeiden?
Der Umgang mit Windpocken lässt nicht darauf schließen. Während die Schweiz und viele andere Länder gut damit fahren, nur jene zu impfen, die keine natürliche Krankheit durchgemacht haben, wird in Deutschland der Behördenapparat aktiv, wenn in einer Kita die überwiegend harmlose Kinderkrankheit ausbricht. Ungeimpfte Kinder werden wochenlang ausgeschlossen. Die Eltern müssen Pflegetage nehmen und ihre kerngesunden Sprösslinge hüten. Mit solchen Zwangsmaßnahmen sollen die Eltern zum Impfarzt getrieben werden.
Doch mit welchen Ziel? Eine Ausrottung ist bei Windpocken biologisch unmöglich. Zudem steigt durch die Impf-Kampagne - wie man aus den Erfahrungen der USA weiß - die Verbreitung von Gürtelrose in der Bevölkerung. Ein höheres Infektionsalter birgt - so wie bei Masern auch - ein höheres Komplikationsrisiko. Windpocken in der Schwangerschaft sind ähnlich gefährlich wie Röteln.
So wie derzeit die Weichen gestellt werden, kommt der Verdacht auf, dass in der Koordination der Impfpolitik das vollständige Chaos herrscht: mit 160 km/h in die Sackgasse.


Bessere Impfstoffe - bessere Argumente

Wer meinen Blog verfolgt, oder mein aktuelles Buch "Gute Impfung - Schlechte Impfung" gelesen hat, weiß dass ich trotz aller dieser Punkte ein grundsätzlicher Befürworter der Masernimpfung bin. Zumal in Zeiten, wo ein Masernausbruch medial das Echo einer Cholera-Epidemie auslöst, eine Umkehr zu alten Verhältnissen der Vorimpf-Ära ohnehin unmöglich wäre.

Um die Akzeptanz der impfkritischen Bevölkerung zu erhöhen, wäre es jedoch dringend nötig,  das Angebot zu verbessern. Derzeit ist meist nur die Dreier-Variante der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln leicht zu beschaffen. Oder die Vierer-Impfung, die auch noch den Windpocken-Wirkstoff enthält. Einzelimpfungen gegen Masern wurden hingegen weltweit aus dem Sortiment genommen und ihre Produktion (mit wenigen Ausnahmen) eingestellt.
Eine Masern-Einzelimpfung, die man über eine Atemmaske inhalieren kann, wurde zwar entwickelt, dann aber von den Behörden nicht zugelassen. Dabei entspräche die Inhalation der Viren dem natürlichen Infektionsweg und würde die Akzeptanz kritischer Eltern, die wegen der Dreifach-Spritzimpfung skeptisch sind, deutlich erhöhen.
Verbesserungsbedarf gäbe es auch bei den Inhaltsstoffen. Warum müssen in einer Zeit, wo gesunde Bio-Nahrung für viele Familien selbstverständlich ist, noch immer Antibiotika und Zellen aus dubiosen tierischen und menschlichen Quellen in der Impfung enthalten sein?
Hier wäre tatsächlich dringender Innovationsbedarf. Doch anstatt auf die Hersteller-Konzerne Druck auszuüben, endlich Geld und Hirnschmalz in die Entwicklung einer wirklichen "Bio-Impfung" zu investieren, drangsalieren die Behörden anscheinend lieber die eigene Bevölkerung.

Es gibt zudem zahlreiche Fachargumente, die man hätte nennen können, um die Zweifler und Skeptiker unter den Eltern zu überzeugen. Der im Netz kursierende Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus wurde kürzlich in einer großen dänischen Studie wieder einmal widerlegt. Negative Nebenwirkungen der Impfung sind tatsächlich extrem selten. MMR gehört zu den sichersten Babyimpfungen, die wir haben.
Im Gegensatz zu manchen negativen Auswirkungen, sind die positiven Effekte der Impfung auf das Immunsystem der Kinder tatsächlich erwiesen. Seit 20 Jahren liefern unzählige Studien Belege, dass Kinder nach der Masernimpfung seltener an Infekten erkranken als ungeimpfte Kinder.
Der Wert der Masernimpfung ist demnach enorm. Die Sterberate der Kinder in Hochrisiko-Ländern konnte nur durch diese Maßnahme um die Hälfte reduziert werden. "Und das sogar in Jahren, wo wir gar keine Masernwellen hatten", berichtet der dänische Wissenschaftler Peter Aaby, dessen Team die "unspezifischen Effekte" der Masernimpfung entdeckt hat. (Hier finden sich einige der wichtigsten Studien zu dieser Thematik.)
Die Impfung wirkt offenbar wie ein Trainingscamp. Ein in der Folge kompetenteres und besser eingespieltes Abwehrsystem schützt auch die Kinder in den Industrieländern. Studien aus Dänemark, den Niederlanden und den USA zeigen, dass Masern-geimpfte Kinder ein signifikant geringeres Risiko haben, auf Grund einer Atemwegs-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert zu werden.


Massen-Impfzwang durch die Hintertür?

Warum liest man in der acht Seiten umfassenden Spiegel-Titelstory rein gar nichts von diesen erfreulichen Fakten? Warum ignorieren erfahrene Wissenschaftsjournalisten diese handfesten positiven Argumente für die Impfung und greifen stattdessen auf primitive Gruselpropaganda zurück?

Die Antwort liegt wahrscheinlich darin begründet, dass mit der Anerkennung der positiven Effekte der Lebendimpfungen auch die negativen Effekte der inaktivierten Impfstoffe erwähnt hätte werden müssen. Tatsächlich haben Aaby und sein internationales Wissenschaftler-Team auch zahlreiche Studien veröffentlicht, welche zeigen, dass die meist aluminium-haltigen Totimpfungen die Abwehrkräfte der Kinder schwächen und das Risiko einer tödlichen Lungenentzündung, Malaria oder Durchfall-Erkankung in den Monaten nach dem Impftermin stark ansteigt.
An solch unangenehmen Fakten wollte die Task-Force der Spiegel-Eleven offenbar nicht einmal anstreifen.

Und wer weiß schon, welche Impfungen dann in der legistischen Umsetzung tatsächlich erfasst werden. Auch in Italien und Frankreich war in der Öffentlichkeit zunächst immer lediglich von der Gefahr der Masern die Rede. Als das Gesetzes-Paket zur Zwangsimpfung im Parlament verabschiedet wurde, war dann jedoch plötzlich die Impfung gegen zehn bzw. elf Krankheiten vorgeschrieben.


PS: Die "Ärzte für individuelle Impfentscheidung" haben heute eine Petition gegen die Einführung der Impfpflicht veröffentlicht. Wer gegen Zwangsimpfungen ist, muss jetzt aktiv werden, denn wie es aussieht schreitet die Politik bald zur Tat.

Kommentare:

  1. Lieber Bert,
    wie immer erstklassig recherchierter Journalismus. Hut ab!
    Besten Gruß aus Germanien

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  2. Vielen Dank für den Artikel! Sehr interessant. Ich bin allerdings der Meinung dass eine (für Kinder im richtigen Alter) durchgemachte Masernerkrankungen im Sinne einer durchaus sinnvollen Kinderkrankheit ein vielfach größerer Trainingseffekt für das Immunsystem und die kindliche Entwicklung an sich ist. Vorausgesetzt man behandelt die Masern richtig....
    Freundliche Grüße.

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    1. ??? So ein unglaublicher Unsinn! Ds ist ja ein Fall fürs Kabarett!

      https://derstandard.at/2000096953912/Masern-mal-romantisch-gesehen

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  3. Es ist immer das Gleiche, man muss die Fälle suchen, dann findet man sie - auch in der USA

    Zitat: Conclusions:

    SSPE cases in California occurred at a high rate among unvaccinated children, particularly those infected during infancy. Protection of unvaccinated infants requires avoidance of travel to endemic areas, or early vaccination prior to travel at age 6-11 months. Clinicians should be aware of SSPE in patients with compatible symptoms, even in older patients with no specific history of measles infection. SSPE demonstrates the high human cost of "natural" measles immunity.

    Details: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28387784

    Warum findet Bert Ehgartner diese Publikation nicht?
    Die SSPE Häufigkeit in dieser Publikation deckt sich ganz gut mit den europäischen Zahlen.
    Und warum bekommen 1/3 der Geimpften SSPE? Weil sie als Säuglinge infiziert wurden und Masern bei Säuglingen bei Vorhandensein mütterlicher Antikörper ohne (oder nur mit leichten Symptomen) verläuft und nicht diagnostiziert wird.
    Im Liquor kann man aber immer Wildtypmasern finden.
    SSPE ist übrigens erst nach dem 2. Weltkrieg ursächlich mit Masern assoziiert worden.

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    1. Und was ist jetzt das Besondere an dieser Arbeit? - Ich habe für die Recherche dutzende solcher Studien gelesen - mit den verschiedensten Schwerpunkten und Intentionen. Von einer objektiven Aufarbeitung der Genese der SSPE sind wir jedoch noch meilenweit entfernt.

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    2. "Von einer objektiven Auarbeitung der Genese der SSPE sind wir meilenweit entfernt...?"

      Wieso denn? SSPE wird durch das Wildtypvirus verursacht, das Risiko SSPE zu bekommen ist umso größer, je jünger das Kind ist. Und die MMR Impfung (2x für >95% ) schützt auch vor SSPE.
      Und warum muss man eine Genese der SSPE im Detail kennen, wenn SSPE wie auch Masern eradizierbar sind?

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    3. Sagen Sie hier Ihre Glaubensbekenntnisse auf? - Wie soll denn das biologisch plausibel sein, dass ein Masernvirus imstande ist die SSPE auszulösen, ein anderes aber nicht?
      Außerdem findet man bei SSPE keine Masern-Wildviren, sondern so genannte Escape Mutanten, die offenbar nicht mehr infektiös sind. Es wäre in der Tat spannend, dazu mal eine kompetente virologische Expertise zu hören.

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  4. Das Ganze ist nicht sonderlich simpel, deshalb hier einige differenzierte Hintergrund-Infos:
    http://impf-info.de/die-impfungen/masern/115-masern-die-impfung.html

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  5. @Anonym 4.4.: leider sachlich falsch, man beachte folgende SSPE-Statistik: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0068909
    In der Graphik wird deutlich, dass die Mehrzahl der SSPE-Fälle geimpft wurden!!!!!! Bei der Minderzahl Impfstatus unbekannt, da ca. 97% in D geimpft sind, kann man somit davon ausgehen, dass ALLE SSPE-Fällt geimpft wurden.
    Fazit per Logik: Es ist somit klar, dass die Impfung vor SSPE NICHT SCHÜTZT. Und - es ist die Hypothese erlaubt, dass evtl. just die Impfung zu SSPE führt.
    Alles klar?
    Zweiter Fehler: Die Masern sind nicht ausrottbar. Es gibt immer wieder Ausbrüche in hochgradig durchgeimpften Kollektiven (Links spare ich mir, man recherchiere selbst) und es gibt immer wieder Impfversager.
    Alles klar?

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  6. Das SSPE-Thema ist nicht geklärt, siehe folgende Studie:

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10589903

    Es ist legitim anhand dieser Daten zu überlegen, ob nicht sogar die Impfung zu SSPE führt...

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    1. Anoynm:

      "Es ist legitim anhand dieser Daten zu überlegen, ob nicht sogar die Impfung zu SSPE führt..."

      Zitat aus dem Artikel:

      " In all cases where brain tissue has been examined by molecular methods, wild type measles virus strains have been identified, never vaccine strains"

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    2. Hä? Ich lese da etwas anderes: "Measles inclusion-body encephalitis caused by the vaccine strain of measles virus."

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    3. "Hä? Ich lese da etwas anderes: "Measles inclusion-body encephalitis caused by the vaccine strain of measles virus."

      Measles inclusion-body encephalitis (MIBE) ist etwas anderes als SSPE - auch wenn manch "Impfkritiker" den Unterchie nicht begreift oder nict begreifen will..

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  7. Achja, dieses "geniale Argument" mit dem ALUHUT. Da muß man erstmal nachschauen, was das bedeuten soll. Die Wikipedia sagt:

    "Obwohl solche Anfertigungen durchaus auch in der Realität getragen werden,[2] wird der Begriff Aluhut oder Aluhutträger häufig metaphorisch verwendet, um Anhänger von Verschwörungstheorien,[3] generell paranoide[4] oder einfach nur sehr anstrengende[5] Menschen zu bezeichnen. Kommentatoren der Washington Post benutzen den Ausdruck auch selbstironisch, um Zweifel an der Welt auszudrücken."

    Lieber Bert, bitte äußere weiterhin Deine Zeifel an der Welt und sei anstrengend. Das ist - by the Way - durchaus eine wissenschaftliche Haltung, während die Skeptiker nur skepsislos dem Mainstream hinterher laufen.

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  8. @ Ehgartner

    Ja klar, schwere Nebenwirkungen sollen biologisch plausibel sein. Multiple Sklerose durch Hepatitis B Impfung hat zB keine biologische Plausibilität - ist nach vielen Studien ad akta gelegt (nur bei Impfgegnern nicht).
    Biologische Plausibilität SSPE durch Masernimpfvirus ist gegeben. Ja warum sollte das nicht der Fall sein? Daher müssen Studien her, ob diese biologisch plausible schwere Nebenwirkung auch auftritt. Wäre das der Fall hätten man ein gravierendes Problem.
    Inzwischen haben Studien ergeben, dass SSPE weitaus häufiger auftritt als früher geglaubt. In alten Lehrbüchern findet man Angaben von 1:1 Mio bei Kindern. Neuere Angaben siehe oben 1:600 bei Kids < 1 Jhr. Aber bei keinem Kind mit SSPE wurde Genotyp A gefunden.

    Hier zB eine Studie aus Südafrika - mit Details welche Mutationen im Masern Wildtaypvirus auftreten. Masernstamm des Ausbruchs dort war B3

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30487282

    Da wird auch von der schwerwiegenden Erkrankung MIBE geschrieben.Aufgetreten bei HIV positiven Kindern.
    Und da gibts in der Literatur zumindest einen Fall, der durch das Impfvirus verursacht wurde. Das Kind hatte eine schwerwiegende Immundefizienz, die zum Impfzeitpunkt noch nicht diagnostiziert war und ist ursächlich an der Masernimpfung verstorben. Wäre diese Immundefizienz früher erkannt worden, hätte das Kind nicht geimpft werden dürfen, weil klare Kontraindikation.
    Na und dann gabs ja noch die gefährliche Impfpoliomyelitis (ca 1:1 Mio )beim Polio Lebendimpfstoff, daher wurde vor 19 Jhr die OPV Impfung eingestellt. War auch biologisch plausibel.

    Fazit :obwohl biologisch plausibel verursachen die derzeitigen Masern-Impfstämme keine SSPE, wohl aber MIBE bei schwer Immunsupprimierten - das ist aber eine Kontraindikation.
    Im übrigen hats ja 1994-96 in Ö einen großen Masernausbruch gegeben (ca 30.000 Fälle)- der 16 SSPE Fälle verursacht hat.
    Und in der USA sind SSPE Fälle nur mehr ganz selten bei Adoptivkindern aufgetreten, die in Säuglingsheimen Masern hatten. Die SSPE Häufigkeit ist um mindestens 90% zurückgegangen, weil in der USA eine gute Maserndurchimpfungsrate besteht.

    Ja und Masern ist global eradizierbar- durch Impfung. Gesamtamerika war bereits Masernfrei, bis das Virus durch Ungeimpfte wieder eingeschleppt wurde.

    Alles klar?

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    1. Man kann die Masern nicht ausrotten, da nicht alle Geimpften immun sind. Nur die die Masern durchgemacht haben sind wirklich immun gegen den Virus. Die Geimpften koennen die Krankheit bekommen und andere anstecken.


      https://montrealgazette.com/news/local-news/health-worker-who-caught-measles-had-been-vaccinated-muhc

      The employee at the McGill University Health Centre who contracted the measles — and who might have inadvertently exposed dozens of patients to the highly contagious virus for several days at the end of March — had received the standard two shots years earlier, an MUHC infectious-diseases specialist said Monday.

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    2. "Man kann die Masern nicht ausrotten, da nicht alle Geimpften immun sind. Nur die die Masern durchgemacht haben sind wirklich immun gegen den Virus. Die Geimpften koennen die Krankheit bekommen und andere anstecken."

      Um die Masern auszurotten muß noch nicht einmal jeder gegen Masern geimpft sein und auch nicht jeder Geimpfte gegen Masern immun sein.
      Es reicht wenn ein so hoher Prozentsatz der Bevölkerung gegen Masern immun ist das ein Maserkranker im Durchschnitt weniger als eine andere Person ansteckt.

      Dann schrumpft die Zahl der Masernkranken nämlich zwangsläufig auf null - und wenn der Punkt erreicht ist wo niemand mehr die Masern hat kann auch niemand mehr mit Masern angesteckt werden.

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    3. Die zahl der Masernkranken schrumpft mit der Anzahl/Vielzahl der Impfungen eben nicht, evidenzbasierte Hinweise dazu:
      http://impf-info.de/die-impfungen/masern/249-masern-trotz-impfung-die-untersch%C3%A4tzte-gefahr.html

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    4. PS: Die Zahl der Masernkranken schrumpft mit der Anzahl/Vielzahl der Impfungen eben nicht AUF NULL, evidenzbasierte Hinweise dazu...etc.

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  9. dann nehmen wir halt mal - wie so oft - offizielle studien:

    https://naturheilt.com/blog/masern-ausgeloest-durch-masernimpfung/

    https://jcm.asm.org/content/55/3/735

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    1. Ja das wissenschaftliche paper ist eine schöne Arbeit , um in Ausbruchssituationen zu differenzieren, ob die Masernimpfung einen Masernähnlichen Ausschlag verursacht, oder Wildtypmasern.
      Das Masern ähnliche Exanthem nach Impfung ist eine bekannte Nebenwirkung ca am Tag 9-11 nach der Masernimpfung. Es ist harmlos und es sind immer die Impfviren vom Genotyp A verantwortlich. Das ist aber keine Wildtypmaserninfektion, wo immer Non-Genotyp A Viren nachgewiesen werden.
      Man hat den Eindruck, dass in naturheilt.com die verfasser nicht verstanden haben warum die Arbeit durchgeführt wurde.
      Im übrigen, wenn Wildtypmasernviren in der USA nicht mehr zirkulieren, sondern nur mehr Impfviren, braucht man sich um die Differntialdiagnose nicht mehr kümmern, weil dann etwa 5% der MMR Geimpften solche Nebenwirkungen haben- und das war ja in the Amercas doch einige Jahre der Fall.
      Wenn aber hier in kurzer Zeit im Labor gezeigt werden kann, dass es sich um ein Exanthem mit Impfmasern handelt, dann brauchen die Kids nicht mehr der Schule fernbleiben. Und wenn man die Impfempfehlungen befolgt (mit 2xMMR) dann sind die Kids ja schon mit 2 Jhr 2x MMR geimpft.

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  10. Der Artikel nennteine auffällig niedrige Zahl an SSPE Fällen in der DDR.
    Dort galt aber eine Impfpflicht unter anderem gegen die Masern.
    Da ist halt die Realität das Gegenteil der Aussage

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    1. Die Masern-Lebendimpfung setzte sich in Europa sehr langsam durch. Erst ab Mitte der 1980er Jahren war die Mehrzahl der Kinder geimpft. Im Osten gabs bei Masern ziemliche Probleme, vielfach Ausbrüche.
      Bis 1976 wurde in Deutschland zudem ein Masern-Totimpfstoff verwendet (Quintovirelon), der sich als weitgehend unwirksam erwiesen hat. Nur jene, die mit Lebendimpfstoff nachgeimpft wurden, hatten Schutz.

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  11. "In einer Studie aus den USA errechnen die Wissenschafter nach Wildvirus-Infektion ein etwa zehnmal höheres Risiko für eine SSPE als nach der Impfung"

    Sie führen hier eine über 40 Jahre alte Studie als Argument an die aus einer Zeit stammt als so etwas wie PCR-Tests bestenfalls Science Fiction waren mit denen man Masernwildviren von Masernimpfviren hätte unterscheiden können?

    Seriöse Information sieht für mich anderes aus....

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  12. MITDENKER:

    "dann nehmen wir halt mal - wie so oft - offizielle studien:

    https://naturheilt.com/blog/masern-ausgeloest-durch-masernimpfung/

    https://jcm.asm.org/content/55/3/735"

    Ja lieber Mitdenker - dann nehmen Sie doch bitte mal die offizielle Studie und zitieren daraus eine Stelle in der wenigstens angedeutet wird dass die Maserimpfung Maserfälle verursachen könnte.

    Sie werden da nicht finden.

    Tatsächlich geht es darum, dass es bei Masernausbrüchen wichtig ist Masernerkranke möglichst schnell zu identifieren.
    Da die Masernimpfung in einigen Fällen auch Masernähnliche Symptome erzeugen kann ("Impfmasern") ist ein entsprechender Schnelltest wichtig um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

    Darum geht es in der Studie - bzw. genauer über das dazuhörige Testverfahren.

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  13. "Anspruch eines Qualitätsjournalismus wäre es normalerweise, einen ausgewogenen Artikel mit den besten fachlichen Argumenten der jeweiligen Kontrahenten zu bringen. "

    Dann ist die Seite "impfkritik.de" von Hans Tolzin offensichtlich kein Qualitätsjournalismus.

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  14. "Warum müssen in einer Zeit, wo gesunde Bio-Nahrung für viele Familien selbstverständlich ist, noch immer Antibiotika und Zellen aus dubiosen tierischen und menschlichen Quellen in der Impfung enthalten sein?"

    Mal Butter bei den Fischen:

    Nennen Sie mal einen aktuellen Impfstoff der tierische oder menschliche Zellen enthält.

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  15. Zur Herstellung u. der Verunreinigung von Impfstoffen:
    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/impfstoff-herstellung-ia.html

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  16. Das Dumme ist, das durch diese Fronten, wo einer den anderen verunglimpft, besorgten Eltern überhaupt nicht geholfen ist. Statt sich des Themas einmal ernsthaft zu nähern, was für mich eben auch heißt, den Impfkritiker sachliche Argumente vorzuweisen und nicht, sie lächerlich zu machen, haben wir hier einfach Krieg. Schwarz-Weiß Denken. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.
    Ich habe nicht das Fachwissen, um in den obigen Diskussionen mitzuhalten. Aber ich habe fünf anerkannte (!) Impfschäden in direktem Umfeld. Einer davon war mein inzwischen verstorbener Bruder. Drei dieser Geschädigten sind schwerstgeschädigt. Fragst du nun mal einen normalen Mediziner, der kennt überhaupt gar keinen. Wie kann das sein? Da sind mir die Statistiken schlicht egal. Wenn man so einen armen Menschen kennt, hat man einfach Angst vor den Impfungen. Denn genau das, was nach Aussage meines alten Hausarztes "so gut wie nie" vorkommt, habe ich regelmäßig vor Augen. Auch der Hinweis bei Impfungen "viel verträglicher, als bisher" macht nicht gerade Mut.
    Ich muss also selbst entscheiden. Muss für mich herausfinden, wem ich Glauben schenken kann. Wenigstens das ist mir geblieben. Aber vielleicht nicht mehr lange. Jetzt soll mir auch dieser Entscheid abgenommen werden. Auch das macht mir Angst. Jetzt wird mir unterstellt, eine Gefahr für die Menschheit zu sein, nur weil ich mich der derzeitigen medizinischen Lehre nicht unterwerfen will. Einer Lehre, die ihre Grundsätze spätestens alle 50 Jahre verwirft.
    Ist "Kritiker" wirklich ein Schimpfwort?

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  17. Nein "Kritiker" ist kein Schimpfwort, Kritik muss aber auf Fakten beruhen, und diejenigen, die hier behaupten, dass die MMR Impfung SSPE verursacht, die liefern keine Fakten, sondern Mutmaßungen oder einfach fake news.

    Und generell sind blogs, die von Personen ohne entsprechende Ausbildung betrieben werden immer mit Argwohn zu betrachten.

    Und @ Anonym von 12.4.- sind das staatlich anerkannte Impfschäden? Davon 5 zu kennen wäre wirklich recht einzigartig. In den letzten Jahren sind geglaubte Impfschäden kräftig zurückgegangen, weil mit modernen Diagnosemethoden bei geglaubten Impfschäden, eine andere Diagnose erstellt werden konnte. Es ist halt nicht immer eine schwere Erkrankung zeitlich nach einer Impfung ursächlich mit dieser verknüpft- glücklicherweise. Beispiel Multiple Sklerose nach Hepatitis B Impfung, kommt natürlich vor, ist aber nicht ursächlich. Oder Autismus nach MMR Impfung- auch nicht ursächlich.

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    1. Dann liefert die Herstellerfirma Merck in der US-Fachinformation zu ihrem MMR Impfstoff Fake News, wenn sie dort SSPE unter den möglichen Nebenwirkungen anführt? Es werden dort sogar konkrete Zahlen genannt.

      Übrigens: Personen, die im Schutze der Anonymität versuchen, meinen Ruf zu schädigen, sollten schon etwas bessere Argumente liefern.

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    2. "Dann liefert die Herstellerfirma Merck in der US-Fachinformation zu ihrem MMR Impfstoff Fake News, wenn sie dort SSPE unter den möglichen Nebenwirkungen anführt? Es werden dort sogar konkrete Zahlen genannt. "

      Also das würde mich sehr interessieren. Wo kann ich diese Fachinformation lesen?

      Immerhin schreibt die gleiche Firma Merck hier:

      https://www.merckmanuals.com/en-pr/professional/pediatrics/childhood-vaccination/anti-vaccination-movement#v8973501

      das es keinen kausalen Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und Autismus gibt.


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    3. Ich schrieb über SSPE, nicht über Autismus
      Hier ist die Produktinformation von Merck zu ihrem MMR Impfstoff aus der ich zitiert habe:
      https://www.merck.com/product/usa/pi_circulars/m/mmr_ii/mmr_ii_pi.pdf

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    4. In der Produktinfo von Merck wird geschrieben, dass MMR Geimpfte ohne Masernanamnese SSPE entwickeln können- das ist richtig. Dazu kommt es weil mütterliche Antikörper, des Säuglings bei Maserninfektion Symptome von Masern verhindern, die Kinder aber trotzdem infiziert sind. Und gerade diese asymptomatischen Masern bei Säuglingen verursachen mit ca 1:600 SSPE.
      Und das CDC schreibt ja auch, dass Nebenwirkungen angeführt werden, ohne Bezug ob kausal oder nicht.
      Und sie schreiben weiter von einer Assoziation vom MMR Impfung und SSPE und nehmen Bezug auf eine retrospektive Studie aus 1982 !!! Das ist schon eine Zeitlang her und heute weiss man es besser: Die MMR Impfung schützt vor Masern und damit auch vor SSPE.
      Und heutzutage schreibt auch das CDC, dass es klar ist, dass der MMR Impfstoff keine SSPE verursacht.

      zB hier: https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/65/wr/mm6501a3.htm

      Alles klar? Aber die Produktinfo vom Hersteller braucht diesbezüglich dringend eine Überarbeitung bzw Richtigstellung - auch klar!

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    5. Fürwahr ein kompliziertes Thema (SSPE); einiges dazu hier:
      http://www.impfungen-und-masern.de/masern.html#sspe

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    6. @Anonym von 24.4.19 10:09 Na so kompliziert ist die Sache nicht, aber obiger link ist ein ordentliches Geschwurbel.
      Warum werden von Impfgegnern immer nur selbstgemachte Gschichtl vorgetragen und keine oder wenn doch verfälschte oder uralte Angaben aus wissenschaftlichen Publikationen?

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    7. "Geschwurbel" ist nun wirklich kein sachlich-wissenschaftliches Argument; fällt Ihnen keines ein? Schade, bis jetzt wars durchaus interessant.
      "Impfgegner": Wenn die Argumente ausgehen, kommt der durchsichtige Versuch der Abwertung des Diskussionspartners. Durchsichtiger Versuch.
      Warum "selbstgemachte Gschichtl"? Weil sich die impfkritischen Zeigenossen eigene Gedanken machen, anstatt nur den aktuellen Mainstream nachzuplappern.

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    8. Also Herr Robert Römer aka Faulborn mit der Seite Impfungen- und- Masern - Natürlich ist Geschwurbel kein fachliches Argument, aber Ihr Impfgegnerbuch mit dem Titel Holocaust 2.0 ist ja auch kein wissenschaftliches Buch und ihre schwer antisemitischen Äußerungen die sie mal in Hinblick auf Masern abgesondert haben, hat auch nichts mit Wissenschaft zu tun. Da habe ich mich mit dem Wort Geschwurbel noch sehr höflich ausgedrückt.

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    9. Holocaust 2.0 ?! Auf die Ehre, davon hab ICH noch nie gehört. Was soll das für ein Wälzer sein? Sollten Sie etwa alle, die auch nur eine Silbe Impfkritisches von sich geben (wie zur Zeit das RKI, das gegen die Impfpflicht ist), mit den Rechten in einen Topf werfen? Schaut so aus. Und antisemitische Äußerungen, ich weiß wirklich nicht, was Anonym vom 29.4./18.42 jetzt meint/will. So etwas liegt mir - als Grünen (der von den Rechten regelmäßig Hasstiraden einfährt) - nun wirklich fern.
      Somit ist das wohl ein gutes Beispiel für "Lagerdenken". Wer nicht 100% auf Linie ist, ist ein "PKK-Unterstützer" (dieser Satz verlangt etwas Transferdenken).

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    10. @Anonym von 24.4.019

      auf der Seite http://www.impfungen-und-masern.de/masern.html#sspe hat ein Robert Römer folgendes gepostet

      Es kann sein, dass Robert Römer der sich inzwischen Robert Faulborn nennt, dieses antisemitische Geschwurbel entfernt hat.


      Im Kapitel 6 Angst-die Masernfrage muss gelöst werden "... Auch wenn die Krankheit schon lange weg ist (Anm die Masern), können die Viren deinem Kind noch schweren Schaden zufügen. Juden sind heimtückisch. Du siehst nicht was sie heimlich tun. Aber wir sehen es und du siehst die Auswirkungen. Kinder sterben.„
      "Windpocken sind auch Viren. Die Viren verbleiben genauso im Körper und richten im Verborgenen Schaden an. Wenn der Jude erstmal im Körper ist, kann er immer wieder ausbrechen."

      Und da gab es auch sein Buch online Holocaust 2.0

      Also, man sollte sich schon die Inhalte anschauen, die Impfgegner so von sich geben. Ich hoffe, dass jetzt klar ist, dass ich mich mit dem Wort Geschwurbel sehr höflich ausgedrückt habe.

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    11. Der Judenvergleich wäre freilich übel, auf der Masern-Online-Seite ist davon jedoch nichts zu finden. Sein Buch gibt es noch als kostenlosen download, da könnte man nachschauen...
      Ein Vergleich Impfungen mit dem Holocaust finde ich sowieso daneben, es gibt zwar Impfschäden (auch Todesfälle), aber im Vergleich mit dem Holocaust und seinen Millionen Toten ist das wenig.
      Jedenfalls enthält die kritisierte Homepage über die Masern gute Recherchen und interessante Inhalte.

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    12. @Anonym 30.4.2019 11:14
      Der Judenvergleich ist nicht nur übel, sondern völlig unakzeptabel. Und wer sowas schreibt tickt nicht ganz richtig - und die Recherchen sind ebenfalls unterirdisch
      interessant ist nur, dass es viele Impfgegner gibt, die das Impfwesen als Holocaust an unseren Kindern bezeichnen. Und das ist klar üble Nachrede. Und Römers Buch Holocaust 2.0 da stehts nicht mehr so drinnen - aber allein der Titel ist schwerst daneben. Ich habe offensichtlich eine frühere Version.

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  18. An Anonym vom 13.4.: Erstens: Kritik, die auf Fakten beruht ist gut, es geht aber auch ohne. Es ist legitim, etwas zu kritisieren, wozu man ein "schlechtes Gefühl" hat oder was einem emotional gegen den Strich geht. Z.B. zu sagen: "Ich fühle mich nicht ernst genommen" etc.
    Zudem sind hier Fakten genannt, es geht nur um die Interpretation u. Tragweite derselben. Just deshalb wird ja diskutiert.

    Dazu: "Und generell sind blogs, die von Personen ohne entsprechende Ausbildung betrieben werden immer mit Argwohn zu betrachten." Oje, Gesundheitsminister (Beispiel SPAHN), die ohne entsprechende Ausbildung...sind mit Argwohn zu betrachten. Und - was ist dann mit dem Spiegel, der Zeit, dem TV etc.? Das sind Journalisten, just wie es Bert E. einer ist. Ok, betrachten wir sie mit Argwohn, gute Idee...

    Und gut, dass sie das mit den Impfschäden ansprechen. Die gehen im IMPFPFLICHT-Hype total unter. Nehmen wir ein kleines Beispiel, nehmen wir die USA. Dort wurden bereits über 4 Milliarden $ (!!) an anerkannte Impfschadenopfer ausbezahlt (gerichtlich festgestellt). Beeindruckend sind immer Rechtsanwälte, die die einzelnen Fälle UND DIE ENTSPRECHENDEN Impfschaden-Erkrankungen auflisten. Zum Staunen u. Wundern hier so ein Link:

    https://www.mctlawyers.com/vaccine-injury/cases/

    Wie unschwer zu sehen ist: HIER GEHT ES NICHT um vielfach erwähnten Rötungen an der Einstichstelle, da werden heftige chronische Erkrankungen aufgelistet wie Guillain-Barre Syndrome, SIRVA etc.
    Aber wen beeindruckt das hier schon, wenn man mit einer Impfpflicht an Hunderttausenden maximal 1-3 schwere Masernfolgen pro Jahr (Beispiel Deutschland) evtl. verhindern kann (um dann undokumentierte u. verleugnete schwere Impfschäden in unbekannter Menge (Stichwort "UNDERREPORTING") wie diese hier dafür als Quittung zu bekommen).

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  19. Lieber Herr Ehgartner,
    ich bin selbst niedergelassener Internist und kümmere mich sorgfältig um den Impfschutz meiner Patienten. Ich bin ein einfacher Arzt, der in seiner Doktorarbeit gelernt hat, wissenschaftlich zu arbeiten und seit über zwanzig Jahren praktiziert.
    Anlässlich der aktuellen Impfdiskussion, habe ich mich in letzter Zeit vermehrt mit Impfkritikern beschäftigt und bin dabei auf Sie gestoßen. Es hat mich sehr beeindruckt, wie fleißig Sie Informationen zusammentragen. Leider kann ich Ihnen in keinem Punkt zustimmen. Umso erstaunter war ich, als ich las, dass Sie für zwei Semester einen Kurs für evidenzbasierte Medizin besucht hatten. Anscheinend hat Sie dieser Kurs nicht sehr beeindruckt, denn Sie wenden die evidenzbasierte Medizin leider nicht an. Sie betreiben „cherry picking“, d.h. es werden nur Studien zitiert, die Ihre Meinung belegen sollen, und Sie äußern sich nicht über den Evidenzgrad der jeweils zitierten Studie. Gerade letzteres ist bei der heutigen Informationsflut unabdingbar. Leider findet man diese methodischen Fehler auf den einschlägig bekannten Webseiten und in den Kommentaren ständig.

    Sie fragen sich, wo die vielen SSPE Fälle in der Vorimpf-Ära waren.
    Zitat: „Eine Literatur-Recherche in der internationalen Medizin-Datenbank "pubmed" zeigt, dass während der 50er und 60er Jahre kaum wissenschaftliche Studien und Berichte zur SSPE erschienen sind“.

    Es gibt dafür eine naheliegende Erklärung: Man kannte diese Erkrankung damals nicht, weil sie noch nicht erforscht war. Dies gelang erst in den späten Sechzigerjahren. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde der Zusammenhang zwischen Masern und der SSPE aufgeklärt.
    https://pmj.bmj.com/content/78/916/63
    “A viral aetiology was suggested by Dawson, but it was Bouteille et al, in 1965, who on electron microscopy demonstrated the presence of viral structures resembling measles virus in the brain. In 1969 measles virus was actually recovered from the brain of a patient with SSPE. Since then a lot of progress has been made towards understanding of this potentially lethal disorder.”

    Sie hätten sich also viel Zeit und Mühe ersparen können. Sie konnten gar keine Arbeiten finden.
    Wie Sie sicherlich wissen, zeichnet sich das British Medical Journal durch einen hohen Impact Faktor aus. Dieser ist zwar nicht perfekt, gilt aber immer noch zu den am wenigsten schlechten Kriterien, die einem helfen, die Qualität eines Fachartikels zu beurteilen. Gute Wissenschaftler und gute Wissenschaftsjournalisten wissen das.

    Bitte verzeihen Sie, dass ich anonym bleiben will. Ich mache das zum Selbstschutz, da ich bemerkt habe, wie schnell Impfkritiker aggressiv werden. Das lässt mich fürchten.
    Ich versichere Ihnen aber, dass ich nicht zu „Psiram“ oder den „Skeptikern“ gehöre. Ich werde auch nicht von der Pharmaindustrie bezahlt und werde nicht von der Regierung manipuliert.

    Herzliche Grüße!

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    1. Sehr geehrter Herr Internist,
      Sie schreiben, Sie können mir in keinem Fall zustimmen, weil ich "cherry picking" betreibe. Selbst freuen Sie sich aber sehr, dass sie eine Studie im BMJ gefunden haben, welche belegt, dass der Zusammenhang zwischen Masern und SSPE erst zur Mitte der 60er Jahre entdeckt wurde.

      Ich gratuliere ihnen zu dieser Kirsche.
      Allerdings sind Sie leider einem Denkfehler aufgesessen.

      Denn auch, wenn der Zusammenhang zu Masern fehlte, so war die SSPE natürlich bekannt. Sie wurde als "subacute inclusion-body encephalitis" bezeichnet, oder als "subacute sclerosing leukoencephalitis" oder als "panencephalitis".

      Klarerweise macht eine Krankheit, die vor allem Kinder befällt - und nach jahrelangem Siechtum immer tödlich endet - großes Aufsehen. Und als solches wurde sie auch erforscht. Es wurden Fallberichte publiziert, Hypothesen diskutiert, etc.

      Auch über AIDS ist viel geschrieben und geforscht worden - noch bevor bekannt wurde, dass HIV der Auslöser ist.

      Aus den wenigen Publikationen geht hervor, dass die SSPE in der Vorimpf-Ära ein sehr seltenes Phänomen war. Und genau das habe ich geschrieben.

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    2. Wie EBM-Fachleute die Debatte um die Einführung der Impfpflicht bewerten, können Sie z.B. hier nachlesen:
      https://www.ebm-netzwerk.de/aktuelles/news2019-05-02

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  20. Lieber Herr Ehgartner,

    hier bin ich wieder – der anonyme Internist. Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es freut mich, dass Ihnen die von mir gefundene Kirsche auch gefällt. Aber lassen wir lieber den Sarkasmus. Der bringt uns nicht weiter.
    Bitte entschuldigen Sie, dass ich meine Gegenrede auf zwei Kommentare aufteilen muss. Ich komme leider mit 4096 Zeichen nicht aus.

    Hier Teil 1:

    Sie meinen also, mir sei ein Denkfehler unterlaufen. Gut – dann gehen wir an Ihre Hypothese mal methodisch heran. Diese besagt, dass die SSPE in der Vorimpf-Ära ein sehr seltenes Phänomen war. Sie begründen dies mit Ihrer Recherche auf Pubmed und gehen davon aus, dass eine so schlimme Erkrankung klarerweise viel Aufsehen hätte erregen müssen. Sie meinen damit vermutlich, dass man dementsprechend sehr viel mehr wissenschaftliche Publikationen finden müsste. Auf meinen Einwand hin, dass die SSPE damals noch gar nicht erforscht war, entgegnen Sie, dass die SSPE natürlich bekannt war, sie hätte nur andere Namen gehabt.

    Ihre Hypothese bezieht sich also auf eine Krankheitshäufigkeit – also eine epidemiologische Größe. Für eine entsprechende Recherche bieten sich dazu in erster Linie epidemiologische Datenbanken an (in Deutschland z.B. die Gesundheitsberichterstattung des Bundes, die vom Robert-Koch-Institut und dem statistischen Bundesamt getragen wird). Pubmed ist eine Plattform für die Suche nach medizinischen Fachartikeln. Die Häufigkeit von Publikationen über eine bestimmte Erkrankung korreliert nicht mit der tatsächlichen Häufigkeit der Erkrankung in der Bevölkerung. Wenn man es dennoch tut, hat dies die gleiche Beweiskraft wie die berühmte Korrelation zwischen der Storchenpopulation und der Geburtenrate.
    Hier zerfällt die Hypothese bereits.
    Aber gut – überlegen wir weiter. Wir wissen nichts über die Art und Methodik Ihrer Recherche. Welche Suchbegriffe wurden verwendet, wie lange hat die Recherche gedauert, wie tief war sie? Was wäre, wenn ein anderer Journalist, der Ihre Hypothese widerlegen möchte, ebenfalls recherchiert? Vielleicht käme er zu einem ganz anderen Ergebnis. Das wäre natürlich ebenso unbrauchbar, weil es kognitiv verzerrt wäre. Man müsste sich schon ein Experiment ausdenken. Wählen wir z.B. 1000 Journalisten zufällig aus uns lassen sie nach einer standardisierten Methode recherchieren. Wir hätten dann vermutlich die kognitiven Verzerrungen ausgeglichen. Das Ergebnis taugt aber trotzdem nichts, weil wie gesagt die Datenbasis ungeeignet ist.

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  21. Jetzt Teil 2:

    Machen wir einen weiteren Schritt. Welche diagnostischen Möglichkeiten hatten die Ärzte damals? Heute kann man neben der typischen klinischen Symptomatik die SSPE zu Lebzeiten u.a durch eine sehr spezielle Liquordiagnostik und bildgebende Verfahren wie die Kernspintomographie und die Computertomographie feststellen. Damals ließ sich eine neurodegenerative Erkrankung nur post mortem mittels einer Autopsie sicher diagnostizieren. Wie viele Kinder wurden denn damals obduziert – oder andersherum: wie viele Kinder wurden denn damals nicht obduziert? Was ist, wenn ein Kind an einer unklaren Encephalitis verstarb, aber nicht obduziert wurde? Hatte es vielleicht eine SSPE? Und was ist mit den klinischen Differentialdiagnosen der SSPE, die damals teilweise schon bekannt waren? Hier eine kleine Auswahl: Leukodystrophien, Mukopolysachaccharidosen, neuronale Ceroid-Lipofuszinosen, früh beginnende multiple Sklerose oder amyotrophe Lateralsklerose, neurometabolische Encephalopathien, M. Krabbe, M. Wilson, Gangliosidosen, M. Nieman-Pick, juveniler M. Huntington, Sialidosen u.v.m.
    Was ist, wenn sich die Ärzte irrtümlicherweise auf eine dieser Erkrankungen festlegten? Sie wussten, dass diese Erkrankungen furchtbar und unheilbar sind. Wurden diese Kinder denn alle obduziert? Kann es sein, dass sich darunter Fälle von SSPE befanden?
    Und wie sah damals überhaupt die medizinische Infrastruktur aus? Heute hat ein neurologisch auffälliges Kind einen leichten Zugang zu Experten. Wie war das damals?
    Und zuletzt: wie groß war damals die Forschergemeinde? Wie viel wurde denn insgesamt publiziert? Kann man das mit heute vergleichen?

    Ich bin mir nicht sicher, wem hier der Denkfehler unterlaufen ist.
    Ich weíß, dass ich Sie nicht überzeugen kann. Darum geht es mir auch gar nicht.
    Aber es gibt vielleicht verunsicherte Eltern, die diesen Blog lesen. Denen möchte ich aufzeigen, dass auf populären impfkritischen Seiten sehr häufig scheinbar schlüssige Hypothesen aufgestellt werden, diese sich aber bei genauer Betrachtung als nicht haltbar erweisen.

    Ich möchte mich im Voraus entschuldigen, dass ich jetzt unseren Disput von meiner Seite aus beende. Es kostet einfach unglaublich viel Zeit.
    Außerdem möchte ich mich jetzt etwas mehr mit Herrn Tolzin beschäftigen. Seine Hypothesen, sind eine wahre Fundgrube für schlechten Journalismus.

    In diesem Sinne!

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    1. Sie dachten, dass SSPE sozusagen erst "gegründet wurde", seit feststeht, dass die Komplikation durch Masernviren ausgelöst wird.
      Das habe ich als Denkfehler bezeichnet.

      Ihre weiteren Argumente und Rechtfertigungen in dieser Angelegenheit zu beantworten ist in der Tat sehr zeitraubend und geht auch am eigentlichen Thema vorbei.

      Mein Argument im obigen Artikel war: SSPE sollte in der Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Masernimpfung nicht als vorrangiges Argument verwendet werden, weil SSPE zum einen extrem selten ist und zum zweiten dessen Genese noch nicht ausreichend verstanden wird.

      Das wars auch schon.

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    2. SSPE Extrem selten? Komisch die standardisierten Häufigkeiten der "Nebenwirkungen" teilen sich ein von sehr häufig >10%, häufig >1%<10%. gelegentlich >0,1% <1%, selten > 0,01% < 0,1%, sehr selten <0,01%.

      Und wenn SSPE sehr selten wäre oder noch weniger extrem selten dann wäre das seltener als 1:10.000.
      Typisch Impfgegner suchen sich immer andere Häufigkeiten, ist besser geeignet zum kleinrechnen. Tatsächlich liegt die SSPE Häufigkeit, wenn Masern im 1.Lj (also zu jung für Impfschutz bei etwa 1:600, also gelegentlich - immerhin eine immer tödliche Spätkomplikation von Maserninfektionen.
      Und warum soll man die Genese von SSPE bis ins letzte molekularbiologische Detail kennen lernen wollen? Dann müßte die Durchimpfungsrate weiter sinken, damit es wieder mehr SSPE Fälle gibt. Ausser Impfgegner will das aber niemand.

      Und @ unbekannter Internist: volle Zustimmung.

      Und immer wieder dasselbe Infekttionsrisken werden kleingeredet, tatsächliche und widerlegte Ereignisse nach Impfung zB HepB verursacht MS werden wider besseres Wissen immer noch behauptet, oder ohne Wissen.

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    3. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Nämlich dass die Impfmaximalisten die Infektionsrisiken HOCHRECHNEN und DRAMTISIEREN, um ihre Impfstrategien zu rechtfertigen. Wie man hier unschwer sehen kann:

      https://www.welt.de/politik/deutschland/article174093863/Zahl-der-Maserntoten-Regierung-muss-Impfgegnern-in-einem-Punkt-recht-geben.html

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  22. Passend dazu möchte ich auf ein paar Gedanken meinerseits verlinken:

    https://guidovobig.com/2019/05/05/eingeimpfte-massenpanik/

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  23. Hallo unbekannter Internist,
    alles ganz interessante Ausführungen, allerdings wenn ich lese, dass SSPE damals als:
    "Leukodystrophien, Mukopolysachaccharidosen, neuronale Ceroid-Lipofuszinosen, früh beginnende multiple Sklerose oder amyotrophe Lateralsklerose, neurometabolische Encephalopathien, M. Krabbe, M. Wilson, Gangliosidosen, M. Nieman-Pick, juveniler M. Huntington, Sialidosen"
    diagnostiziert worden sein könnte (anstatt als SSPE9, dann frage ich mich schon, wie es sein kann, dass derartig unterschiedliche Erkrankungen (die man ja wohl alles unterscheiden kann) mit SSPE verwechselt worden sein sollen. Da schätze ich die differentialdiagnostischen Fähigkeiten der Ärzteschaft nun doch etwas höher ein als Sie. By the Way: Eine früh beginnende MS hat nun wirklich gar nichts mit dem Verlauf einer SSPE zu tun; da gibt es nicht einmal Ähnlichkeiten.
    Aber schauen wir mal, was Bert Ehg. dazu zu sagen hat.

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    1. In meinem letzten Notdienst wurde ich zu einem ca. 15 jährigen Mädchen mit einer neurodegenerativen Erkrankung gerufen. Es hatte eine Tetraspastik, Kontrakturen an allen Extremitäten, schwere epileptische Anfälle, war blind und nicht in der Lage zu kommunizieren. Es wurde liebevoll von der Mutter gepflegt. Dieses Schicksal hatte mich sehr betroffen. Es ist leider so, dass sich neurogenerative Erkrankungen in fortgeschrittenen Stadien in ihrer klinischen Symptomatik sehr ähneln und sich ohne Spezialdiagnostik nicht so leicht differenzieren lassen. So hätte rein nach der Symptomatik das Mädchen auch eine SSPE haben können. Der Pathomechanismus – nämlich das Zugrundegehen der weißen und grauen Substanz – ist bei diesen Erkrankungen sehr ähnlich.
      Leider gibt es auch sehr seltene Formen einer schwer verlaufenden, progressiven MS, die von einer SSPE nicht so leicht klinisch unterschieden werden kann. Symptome wie Ataxie, Dysarthrie, Para-und Tetraspastik, Sehstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Störungen der Thermoregulation können bei beiden Erkrankungen auftreten.
      Wenn Sie das Thema interessiert, empfehle ich Ihnen die Bibliothek der nächst gelegen medizinischen Fakultät aufzusuchen und sich ein Lehrbuch über neurodegenerative Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter durchzulesen.

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    2. Ich bleibe - auch bzw. trotz der etwas überheblichen Antwort - dabei: Leukodystrophien, Mukopolysachaccharidosen, neuronale Ceroid-Lipofuszinosen, früh beginnende multiple Sklerose oder amyotrophe Lateralsklerose, neurometabolische Encephalopathien, M. Krabbe, M. Wilson, Gangliosidosen, M. Nieman-Pick, juveniler M. Huntington, Sialidosen" und SSPE sollten voneinander unterscheidbar sein. Sonst macht die Unterteilung in eben jene Erkrankungen keinen Sinn. Das ist doch nur der müde Versuch den Eindruck zu erwecken, als hätte man SSPE früher nur fehldiagnostiziert. So doof sind Mediziner nun wirklich nicht :-).

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  24. Sehr geehrter Herr Dr. Ehgartner,
    ich möchte mich herzlich für Ihren Einsatz bedanken. Als mehrfache Mutter bin ich nach Schweinegrippe, EHEC und auch eigenen Erfahrungen inzwischen "immun" gegen Hysterie und Angstmache und verabscheue auch die momentanen Kampagnen, die in der Öffentlichkeit keine Diskussion mehr zulassen. Ich habe nicht die Zeit und auch nicht die Qualifikation, jede Studie oder wissenschaftliche Arbeit zu medizinischen Themen zu lesen und zu bewerten. Aber trotzdem kann ich mir z.B. ein Bild davon machen, dass das Risiko, an einem Krankenhauskeim oder im Straßenverkehr zu sterben, um ein Vielfaches höher ist, als an den Masern. Ich registriere, dass hier trotzdem nicht mit der gleichen Vehemenz vorgegangen wird.
    Mein persönliches Fazit ist daher, dass andere Gründe dahinter stehen müssen, wenn hier nun eine Zwangsmaßnahme diskutiert wird. Warum wird diese aber nicht zuerst für Ärzte, Erzieher oder gleich für alle Erwachsenen erlassen? Sie haben doch deutlich mehr wechselnde Kontakte mit gefährdeten Personen, und bei ihnen scheint es ja mit der Durchimpfungsrate nicht so weit her zu sein?
    Umso dankbarer bin ich für sachliche Informationen zum Thema, damit wir als Eltern eine fundierte Entscheidung für unsere Kinder treffen können.
    Ich kenne einige Eltern, die Ihre Beiträge ebenfalls für ihre Meinungsbildung lesen, und ich fände es gut, wenn anonym auftretende Ärzte, die Ihr Gästebuch in extremer Weise und Umfang für ihre Darstellungen nutzen, vielleicht eine eigene Homepage unter ihrem Namen einrichten würden.
    Nochmals vielen Dank und freundliche Grüße,
    A. Harst

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    1. Danke, Frau Harst, für den Zuspruch und die Anregungen. Nur in einem muss ich widersprechen: Doktortitel hab ich keinen.
      Herzliche Grüße, Bert Ehgartner

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  25. Warum ist in den ganzen Kommentaren eigentlich nie die Rede davon, dass eine durch Viren übertragene Krankheit nicht oder nur mit riesigem Aufwand ausgerottet werden kann.
    Schon 2012 hat die Uni Bonn bewiesen, dass das Masernvirus in Fledermäusen und Nagern vorkommt.

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  26. ....nur mit riesigem Aufwand ausgerottet werden kann, wenn es ein tierischen Wirt gibt

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  27. Vielen Dank an Frau Harst, dem möchte ich mich als zweifache Mutter anschließen. Ich bekomme langsam das Gefühl, dass hier ein ganz anderer Kampf auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird als der um die Gesunderhaltung der Bevölkerung und dem Schutz vor Infektionskrankheiten. Wie soll man als Mutter eine informierte Entscheidung treffen, wenn Studien nicht Herstellerunabhängig und ergebnisoffen durchgeführt werden ? Da können wir noch lange Studien und Gegenstudien herbeizitieren, die man als Laie weder versteht noch nachvollziehen kann. Und weil eine Imfpflicht auch für alle Erwachsenen schwerer durchsetzbar ist,suchen wir uns das schwächste Glied in der Kette: unsere Kinder ? Bei den Erwachsenen scheuen wir die Auseinandersetzung ? Bei Kindern sind wir sehr verletzlich, in jeder Beziehung und da setzen wir jetzt den Hebel an. Herr Spahn hat selbst keine Kinder, trifft aber weitreichende Entscheidungen für Menschen mit Kindern. Er erzwingt Solidarität für eine Herdenimmunität von Eltern und ist selbst nicht betroffen ? Er fordert etwas von vielen Bürgern unseres Landes, was er selbst nicht geben kann ? Im STIKO-Protokoll vom 17. Mai 1973 findet sich folgende Aussage:"Eine Pflichtimpfung bedeutet keine Ausrottung eines Bazillus, sondern eine flächendeckende Durchseuchung der Bevölkerung." Sehr geehrte Ärzteschaft, heißt das nicht, dass eine Ausrottung des Masernvirus gar nicht möglich ist ? Wir Eltern werden hier zwischen den verschiedenen Interessengruppen aufgerieben, anstatt sachlich, fachlich und wissenschaftlich fundiert und für jedermann verständlich informiert. Wenn wir es dann wagen, kritische Fragen zu stellen und Antworten erwarten, werden wir an den modernen Pranger gestellt und beschimpft. Wird der Gesetzgeber mit der Impfpflicht nun auch die Beweislast übernehmen, wenn im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung Gesundheitsbeeinträchtigungen auftreten und beweisen müssen, dass diese nichts mit der Impfung zu tun haben ? Bis jetzt muss ja der Geimpfte den Zusammenhang beweisen. Wird es hier eine Beweislastumkehr geben ? Oder muss ich davon ausgehen, dass ich bei einer vom Staat verordneten Impfung auch selbst noch Beweis führen muss, wenn ich einen Impfschaden vermute ? Warum werden für eine Begründung der Masernimpfpflicht Zahlen genannt, dass weltweit täglich 400 Kinder an Masern sterben (das ist schrecklich), aber keine Zahlen, dass täglich weltweit 24.000 Kinder an Hunger und 1500 Kinder an verunreinigtem Wasser sterben ? Warum sind wir nicht in der Lage gleichzeitig dagegen etwas zu tun ? Ist es weniger schrecklich, wenn ein Kind an Hunger und Unterernährung und verunreinigtem Wasser und in Kriegsgebieten stirbt, als wenn es an Masern stirbt ? Die meisten der Kinder, die weltweit täglich an Masern sterben, leben wohl in solchen Gebieten, in denen alle genannten Faktoren vorhanden sind: Hunger, Unterernährung, mangelnde Hygiene, dreckiges Wasser, Krieg ? Warum wird also mit solchen Zahlen bei uns hantiert, um die Menschen von der Notwendigkeit einer Masernimpfung bei uns in Deutschland zu überzeugen ? Warum setzt sich Herr Spahn nicht mit derselben Vehemenz wie für die Masernimpfung dafür ein, dass unsere Kinder in den Genuss von gesundheitlicher Prävention durch gesundes und in den Kindereinrichtungen und Schulen frisch zubereitetes Essen kommen ? Das wäre ein guter Beitrag für die Gesundheit unserer Kinder und würde sich später kostensenkend im Gesundheitswesen auswirken. Kinder, die lernen, wie man sich gesund und lecker ernährt, werden später seltener krank. Das ist doch auch eine sehr wichtige Aufgabe für einen Gesundheitsminister ? Auf viele Fragen bekommt man leider kaum eine Antwort.

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    1. Die Masernimpfung kann wahrscheinlich Gehirnschaeden verursachen.

      https://pediatrics.aappublications.org/content/101/3/383?sso=1&sso_redirect_count=1&nfstatus=401&nftoken=00000000-0000-0000-0000-000000000000&nfstatusdescription=ERROR%3a+No+local+token
      Acute Encephalopathy Followed by Permanent Brain Injury or Death Associated With Further Attenuated Measles Vaccines: A Review of Claims Submitted to the National Vaccine Injury Compensation Program
      Results. A total of 48 children, ages 10 to 49 months, met the inclusion criteria after receiving measles vaccine, alone or in combination. Eight children died, and the remainder had mental regression and retardation, chronic seizures, motor and sensory deficits, and movement disorders. The onset of neurologic signs or symptoms occurred with a nonrandom, statistically significant distribution of cases on days 8 and 9. No cases were identified after the administration of monovalent mumps or rubella vaccine.
      Conclusions. This clustering suggests that a causal relationship between measles vaccine and encephalopathy may exist as a rare complication of measles immunization.

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  28. Auch mehrfach Geimpfte erkranken an den Masern ueberall auf der Welt

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31078327
    Assessing measles vaccine failure in Tianjin, China.
    Abstract
    Despite increasing global measles vaccination coverage, progress toward measles elimination has slowed in recent years. In China, children receive a measles-containing vaccine (MCV) at 8 months, 18-24 months, and some urban areas offer a third dose at age 4-6 years. However, substantial measles cases in Tianjin, China, occur among individuals who have received multiple MCV doses. This study describes the vaccination history of measles cases 8 months - 19 years old. Data came from measles cases in Tianjin's reportable disease surveillance system (2009-2013), and from a case control study (2011-2015). Twenty-nine percent of those in the surveillance dataset and 54.4% of those in the case series received at least one dose of MCV. The minimum and median time-to-diagnosis since vaccination revealed an increase in time since vaccination for incremental doses. Considerable measles cases in Tianjin occur in vaccinated children, and further research is needed to understand the reasons for vaccine failure.

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