Mittwoch, 17. Juni 2009

Diabetes-Epidemie bei Kindern läuft ungebremst

Bei manchen Immunkrankheiten gibt es Signale, dass sich die stete Aufwärtskurve langsam abflacht. Asthma scheint sich beispielsweise auf einem hohen Niveau eingependelt zu haben. Verheerend sind die Aussichten hingegen bei Typ 1 Diabetes: Bis 2020 wird sich Europa-weit die Zahl der neu auftretenden Fälle bei Kindern unter fünf Jahren verdoppeln. Damit sind die pessimistischen Prognosen sogar noch übertroffen worden.

In der aktuellen Ausgabe des Lancet finden sich die neuesten Ergebnisse der EURODIAB Study Group, die seit 20 Jahren Europa-weit die Fälle von Diabetes Typ 1 sammelt. Bei dieser Autoimmunkrankheit wendet sich das eigene Immunsystem gegen die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und zerstört sie.
Im europäischen Schnitt steigt die Diabetes Inzidenz um 3,9 Prozent. Am stärksten ist der Anstieg in der Altersgruppe von 0 bis 4. Hier kommt es bis 2020 zu einer Verdoppelung der neuen Fälle. Insgesamt wird die Prevalenz von Diabetes bei Kindern unter 15 Jahren um 70 Prozent ansteigen.

Die aktuellen Daten beweisen, dass die Krankheit, so wie zuvor schon in den USA beobachtet, sich immer früher manifestiert. Je früher die Krankheit auftritt, desto schwerer sind normalerweise die Symptome, die zur Entdeckung der Stoffwechselstörung führen. Häufig handelt es sich dabei um eine Ketoazidose, eine lebensgefährliche Unterversorgung des Organismus mit Energie - bei gleichzeitig extrem hohen Werten von Glukose und Ketonkörpern im Blut. Nur die rasche Gabe von Insulin kann den Energiefluss wieder in Gang bringen. Die Eltern stehen dann fassungslos vor der Diagnose, dass ihr Kind eine lebenslange chronische Krankheit hat.

"Die Verschiebung ins Baby und Kleinkind-Alter deutet darauf hin, dass sich im Lebensumfeld der Kinder etwas in eine gesundheitsschädliche Richtung verändert hat", schreibt Dana Dabelea, Epidemiologin an der Colorado School of Public Health in Denver, in einem Kommentar zu diesen Ergebnissen. Was genau hier die Ursache ist, weiß Dabelea natürlich nicht. Sie erhofft sich aber Antworten aus der so genannte TEDDY-Studie, die 2006 gestartet wurde und 7.000 Neugeborene bis zu ihrem 15. Lebensjahr begleiten soll. Bei diesen Kinder wird von der Hygiene bis zur Ernährung, vom genetischen Risiko bis zu den durchgemachten Infektionen alles aufgezeichnet und ausgewertet, was zu Entstehung von autoaggressiven Tendenzen des Immunsystems führen könnte und dies mit regelmäßigen Bluttests im Abstand von jeweils drei Monaten auch konkret nachgeprüft.

Wieder mal sucht man in der Studienbeschreibung vergeblich danach, ob auch der Einfluss der immer häufigeren Impfungen im Babyalter auf das Diabetes-Risiko untersucht wird. Nicht mal das Wort Impfungen findet sich auf der TEDDY Website.
Und das, obwohl das autoimmune Potenzial von Impfungen längst bekannt ist und bei den internationalen Kongressen zum Thema "Autoimmunity", bereits seit einigen Jahren in eigenen Veranstaltungsreien diskutiert wird.

Gut zusammengefasst wird das z.B. in dem Artikel "The Mosaic of Autoimmunity", verfasst von Yehuda Shoenfeld et al., der im Vorjahr im Journal der Israelischen Ärztegesellschaft erschienen ist.


Vaccines and adjuvants in the mosaic of
autoimmunity

Since 1796, when Edward Jenner inoculated cowpox material and
prevented smallpox in 12 people, vaccination has been used as
an indispensable tool against infectious diseases. In fact, it may
be considered one of the greatest medical discoveries since it
succeeded in totally eradicating some diseases around the world
(plague and smallpox) and consequently improved the quality of
life and survival of entire populations [19].
However, several adverse effects can ensue from the vaccination,
ranging from local reactions to systemic side effects, such
as fever, flu-like symptoms, gastrointestinal disorders and, in
the last two to three decades, the most serious – autoimmune
diseases [20]. Considerable data have recently been gathered with
regard to involvement of the immune system following vaccination,
although its precise role has not been fully elucidated [21].
Several authors have postulated that the autoimmunity process
could be triggered or enhanced by vaccine immunogen content
as well as by adjuvants, which are used to increase the immune
reaction [19].
A common target for the occurrence of autoimmune complications
is the central nervous system, with the appearance
of demyelinating disorders such as multiple sclerosis, and
other neurological conditions, e.g., Guillain-Barré syndrome and
autism.
Other autoimmune diseases that may occur after vaccination
include arthritis, rheumatoid arthritis, reactive arthritis,
SLE, diabetes mellitus, thrombocytopenia, vasculitis, Reiter’s
syndrome, dermatomyositis, and polyarteritis nodosa. Other
vaccines reported to be associated with the onset of autoimmune
disorders are the following: rubella, mumps and
measles; influenza; diphtheria, pertussis and toxoid; typhoid;
hepatitis A and B; tetanus; Meningococcus; Bacillus Calmette-
Guerin; rabies; smallpox; and poliovirus vaccines (practically
all types).
The relationship between vaccines and autoimmunity is
bi-directional. On the one hand, vaccines prevent infectious
conditions, and in turn prevent the development of an overt
autoimmune disease which in some individuals is triggered by
infections. On the other hand, many case reports and series that
describe autoimmune diseases post-vaccination strongly suggest
that vaccines can trigger autoimmunity.
It is important to emphasize that a temporal relationship
between autoimmunity and a specific vaccine is not always
apparent. This matter is complicated by the fact that one vaccine
may cause more than one autoimmune phenomenon and,
likewise, a particular immune process may be caused by more
than one vaccine [20].
Appropriate epidemiological studies should be undertaken to
confirm the case reports or series where familial or genetic risk
factors for autoimmune conditions were found in many of the
patients who developed autoimmune disturbances after vaccination.
In this way, vaccination should be considered part of the
mosaic of autoimmunity, in which abrogation of an infectious
disease could concomitantly induce another autoimmune disease.
In summary, throughout our lifetime the normal immune system
walks a fine line between preserving normalcy and the development
of autoimmune disease [21].

Kommentare:

  1. ich nehme mal an, es soll kinder bis zum 15 lebensjahr heißen und nicht bis zum 115. ;-)
    lg
    presonic

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  2. tja, die alten Kinder über 100 Jahren triffts wohl nicht mehr so massiv ;-)
    Danke fürs Gegenlesen - ist schon korrigiert.

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  3. "Nicht mal das Wort Impfungen findet sich auf der TEDDY Website."

    Das Wort "Impfungen" nicht, aber die englische Bezeichnung dafuer, habe ich gefunden:

    Data will be gathered from cohorts of newborns from the general population and newborn first-degree relatives of probands with T1DM. Newborns will first be identified to be at genetic risk for T1DM before long term follow-up. These cohorts are to be followed for 15 years for the appearance of various beta-cell autoantibodies and diabetes, with documentation of early childhood diet, reported and measured infections, vaccinations, and psychosocial stressors.

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  4. Tatsächlich, das habe ich übersehen.
    Bleibt die Frage, wie der Einfluss der Impfungen gemessen werden soll, wenn der Großteil der Kohorte nach Plan geimpft wird (in den USA sogar mit Hep-B Impfung am ersten Lebenstag).

    Solange keine halbwegs große Gruppe vorgesehen ist, in der die Kinder später oder gar nicht geimpft werden, wird der Vergleich kaum irgendwelche Aussage-kräftigen Daten ergeben.

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