Donnerstag, 22. Juli 2021

Die Stunde der Impfpflicht

Kein Tag vergeht ohne dass irgendjemand vehement in der Öffentlichkeit für die Impfpflicht eintritt. Im September läuft sogar ein Volksbegehren für die Impfpflicht an. 
Weil mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus Überzeugung - oder infolge des schon über Monate aufgebauten massiven Drucks - geimpft ist, schneidet die Forderung nach einer Impfpflicht auch in den Umfragen immer besser ab. Was man selbst gemacht hat, ist ja immer schon eine Richtschnur dafür gewesen, wie sich gefälligst auch die anderen zu verhalten haben.

Ärzte in einem kalifornischen Impfzentrum warten auf den Ansturm (credit)

 
Eine ältere Dame, die sich vorwiegend über die diversen Nachrichten-Formate des ORF informiert, drückte ihren Standpunkt kürzlich im Gespräch mir gegenüber so aus:
"Mir gehen diese Ungeimpften unglaublich auf die Nerven. Was glauben die eigentlich? Dass sie etwas Besseres sind? Die gefährden die Gesundheit aller Menschen. Da gehört ein Impfzwang her. Auch bei den Kindern. Von denen kommen ja die meisten Infekte her."

Vor zwei Wochen hat mir dieselbe Dame noch erzählt, dass sie nach der 2. Impfdosis drei Tage lang hohes Fieber und Schüttelfrost hatte, so dass sie glaubte, ihre letzte Stunde habe geschlagen. "Ein zweites Mal würde ich mich sicher nicht mehr impfen lassen", hatte sie damals betont.
Darauf angesprochen sagt sie jetzt: "Ja, mir ist es schlecht gegangen. Aber mit Corona wäre ich wahrscheinlich gestorben."

Soweit also der medial geschulte Volksmund, der sich laut diversen Umfragen bereits auf 50 bis 70% Zustimmung zur Impfpflicht aufsummiert.

Nachdem sich die meisten Politiker an solchen Umfragen orientieren, und außerdem auch noch selbst geimpft sind, wird das Bedürfnis, eine Impfpflicht gesetzlich vorzuschreiben, immer verführerischer.


Die Spirale dreht sich rasch. Und überall blüht Polarisierung und Anlass-Gesetzgebung. Wer nicht geimpft ist, wird nicht mehr angestellt. Wer nicht geimpft ist, darf nicht in die Disko. Wer nicht geimpft ist, wird entlassen. Genesene werden zunehmend aus der 3 G Regel ausgenommen. Begründung: "Weil es so ist! - Warum solle jemand belohnt werden, der sich infiziert hat?"


Mittlerweile sind laut Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen in Österreich rund 9 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Die Risikogruppen sind zu mehr als 90% durchgeimpft.

Im Vorjahr betrug um diese Zeit die Durchimpfungsrate noch 0%.

Was sich massiv geändert hat, ist die Anzahl der Tests. Österreich hat sich seit dem Vorjahr zum Test-Weltmeister entwickelt. Die Zahl der Tests liegt beim 40-fachen wie noch im Juli 2020. 

Insofern wundert es nicht, wenn auch die positiven Fälle angestiegen sind. 

Die positiven Fälle (blau) liegen deutlich über den Werten des Vorjahres


Die große Mehrzahl der positiv Getesteten hat keine Symptome. Getestet wird nicht, weil der Verdacht auf eine Krankheit besteht, sondern weil die Personen ins Gasthaus oder zum Friseur wollen. 

Aussagekräftiger als die Tests sind die Zahlen der aus den Krankenhäusern gemeldeten Fälle. 

Vergleich der Krankenhaus-Belegung mit Covid-Patienten zum Vorjahr


Wenn man die Bettenbelegung auf Normal- und Intensivstationen vom Juli 21 mit dem Juli 20 vergleicht, merkt man in den Kurven kaum einen Unterschied. Außer, dass es heuer mehr Covid-positive Intensivpatienten gibt.

Wieso hat sich da so wenig zum Besseren verändert, wo doch die Risikogruppen geimpft sind?
Handelt es sich um lauter Ungeimpfte, die in den Krankenhäusern liegen?
Wenn das tatsächlich so wäre, gäbe es längst unzählige Medienberichte, die das in Schlagzeilen und News-Berichten thematisieren. 
Doch hier ist Schweigen im Walde. Es gibt keine Angaben zum Impfstatus der hospitalisierten Corona-Patienten. Der Verdacht liegt somit nahe, dass es umgekehrt ist: dass im Spital großteils Geimpfte liegen.


Wenn die Covid-Kurve im Herbst ähnlich stark ansteigen sollte, wie im Vorjahr, dann wird der Teufel los sein.
Denn auszusprechen, dass die Impfung wenig gebracht hat, kommt für die regierenden Politiker und deren Expertenklüngel keinesfalls in Frage. Es braucht andere Schuldige.
Also wird zum Halali auf die Impfverweigerer geblasen. Der Absturz in die Barbarei ist nahe.

Bleibt nur, auf ein Wunder zu hoffen: Dass die Impfung doch besser wirkt, als sich das jetzt bereits abzeichnet
Oder auf das Wunder der Erkenntnis: Dass es doch keine so gute Idee war, die Menschheit einem hoch riskanten wissenschaftlichen Experiment zu unterziehen. 

PS: Wenn Ihnen dieser Blog interessant und wichtig erscheint, würde ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen.


Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite


9 Kommentare:

  1. Und was macht man dagegen ?

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  2. DIE Daten aus Israel nehmen.
    59 Prozent hospitalisierung mit Geimpften.
    Neuinfektionen Delta ca 50 Prozent Geimpfte 50 Prozent Ungeimpfte und nur 1 Prozent Genesene.
    60 Prozent der Bevölkerung sind vollständig mit Biontech geimpft.
    Oder Delta England 60 Prozent an Delta gestorbenen sind geimpfte.

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  3. Und welchen Sündenbock nimmt man, wenn alle geimpft sind und trotzdem Varianten die Welt ''unsicher'' machen? Ach ja, ganz vergessen, dann braucht man ja auch keine Tests mehr und Erkältungen und Grippe werden wieder Erkältungen und Grippe sein dürfen. Perfekt!?

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  4. Damit ist doch jede Impfpflicht, die ja auf das Erreichen von Herdenimmunität abzielt ad absurdum geführt, wenn Geimpfte dieselbe Viruslast bei der Delta Variante im Rachen tragen wie Ungeimpfte!

    https://www.impf-info.de/coronoia.html#delta-viruslast-und-%C3%BCbertragungsrisiko-bei-infizierten-geimpften-genauso-hoch-wie-bei-infizierten-ungeimpften-28-07-2021

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  5. In diesen folgenden Artikeln wird geschrieben, dass v.a. Ungeimpfte an Covid-19 sterben würden bzw. schwere Verläufe hätten:

    https://www.n-tv.de/panorama/Arzte-sehen-vor-allem-Ungeimpfte-sterben-article22700368.html

    https://www.stern.de/gesundheit/sterbende-corona-patienten-bitten-um-impfung----aber-es-ist-zu-spaet--30627136.html

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    1. Ebenso hier:

      https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-coronavirus-155.html

      https://www.welt.de/wissenschaft/plus232287025/Corona-Warum-unter-den-Toten-in-Grossbritannien-40-Prozent-doppelt-geimpft-waren.html

      https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/125668/USA-Warnung-vor-Pandemie-der-Ungeimpften

      „Wir sehen Ausbrüche von Fällen in Teilen des Landes [USA], die eine niedrige Impfquote aufweisen“
      Meine Frage wäre: Wer lebt denn dort und wie? Könnte es evtl auch sein, dass Bewohner in Slums, prekären u.ä. Verhältnissen evtl weniger Zugang zur Impfung hatten und dass sie aber vielleicht gar nicht wegen der mangelnden Impfung, sondern wegen ihrer allgemeinen Lebenssituation - wie vmtl auch bei anderen Krankheiten - eher sterben?
      Welche Hautfarbe haben diese Menschen? Sind es vielleicht überwiegend dunkelhäutige Menschen, die schlechter als Weiße Vitamin D bilden können? Sind es Arbeiter, die viel in der Fabrik sind, sich selten (zu Tageszeiten) draußen aufhalten und somit auch weniger Vitamin D bilden können?

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  6. Also laut Profil von Anfang August waren 84 % der Intesivpatienten ungeimpfte bzw nicht vollstädig geimpft. Und Profil schreibt auch, dass das Gesundheitsministerium dies Daten schlicht nicht hat. Es ist ein Jammer, dass diverse Datenbanken zu Forscungszwecken nicht (anonym) vernetzt sind.

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    1. ja, das stimmt: das ist ein Armutszeichen, dass diese Daten nicht erhoben werden, bzw. die technischen Voraussetzungen nicht unternommen werden, um das auf Knopfdruck zu verknüpfen.
      Dass 84% der Covid-Intensivpatienten ungeimpft sind, kam mit Hilfe einer Telefonumfrage zustande. Hier ist die Qualität der Daten äußerst zweifelhaft.

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