Dienstag, 7. Dezember 2021

"Boostern oder nicht?" – Geert Vanden Bossche antwortet auf Impffragen

Die Warnungen des belgischen Wissenschaftlers Geert Vanden Bossche vor den negativen Folgen der Covid-Impfprogramme haben großes Interesse gefunden. Mein Artikel dazu wurde binnen einer Woche von mehr als 100.000 Besuchern gelesen. Natürlich traten dabei auch neue Fragen auf. Geert hat die meisten davon per Mail beantwortet. Er führt seit kurzem - gemeinsam mit Kollegen - auch einen wissenschaftlichen Blog, der viele weiterführende Informationen liefert. 

Vanden Bossche warnt, dass wir mit Hochgeschwindigkeit in die Sackgasse fahren

Was soll man Menschen raten, die bereits zweimal geimpft worden sind: Sollen sie sich infizieren lassen, wie dies auch kürzlich der Virologe Christian Drosten öffentlich überlegt hat. Oder wäre es sicherer, wenn sie die dritte Dosis als Auffrischungsimpfung bekommen?

Geert Vanden Bossche: Keine Auffrischung. Die hochinfektiöse Delta-Variante führt zu einer wiederholten Exposition der Geimpften gegenüber dem Virus und dient daher als starke "natürliche" Auffrischung ihres Impfschutzes. 

Erreichen diese Personen irgendwann ein Immunitäts-Niveau wie jene, welche die Infektion ohne Impfung durchgemacht und abgewehrt haben?

Geert Vanden Bossche: Nein, denn solange wir die hohen Infektionsraten nicht beseitigen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das angeborene Immunsystem der Geimpften kontinuierlich unterdrückt wird.

Was passiert mit dem Immunsystem von Menschen, die sich von einer symptomatischen SARS CoV-2 Infektion erholt haben und nach einigen Monaten – so wie offiziell empfohlen – eine Impfung erhalten? 

Geert Vanden Bossche: Lassen Sie sich niemals nach einer natürlichen Infektion impfen! Es wird lediglich Ihr Spektrum an breit funktionierenden Abwehrzellen auf ein viel engeres Niveau umgelenkt. Die Impfung schwächt die Fähigkeit der Abwehrzellen, Varianten zu erkennen. Dies erhöht die Anfälligkeit für schwere Erkrankungen und kann die Geimpften noch anfälliger für ADE (Anm.: Antibody-Dependent Enhancement = Infektionsverstärkende Antikörper) machen.

Wie sicher schützt eine durchgemachte Infektion mit "Nachweis eines ausreichenden Titers neutralisierender Antikörper" vor Re-Infektion?

Geert Vanden Bossche: Im Prinzip sollte der Schutz in Ordnung sein, wenn auch weniger umfassend als der Schutz über die angeborene Immunabwehr.

Abgesehen vom Eingriff durch Impfungen: Ist der Schutz durch das lernende Immunsystem gleichwertig mit dem Schutz, den Kinder und Jugendliche durch ihre angeborene Immunantwort erhalten?

Geert Vanden Bossche: Ob die Covid-Viren den natürlich erworbenen Abwehrkräften entkommen, bleibt abzuwarten. Wir haben nie zuvor einen derartigen Tsunami von Varianten gesehen, die alle innerhalb von nur einem Jahr aufgetaucht sind. Die natürlich erworbene Immunität ist aber jedenfalls wesentlich breiter und stärker als der von der Impfung vermittelte Schutz.

Kritiker werfen Ihnen vor, dass Sie die Bevölkerung in Angst versetzen - indem Sie z.B. ankündigen, dass "nur Menschen mit intakter angeborener Immunität überleben". Meinen Sie das tatsächlich so apodiktisch?

Geert Vanden Bossche: Das gilt natürlich nur für den Fall, dass wir diesen Wahnsinn noch jahrelang fortsetzen. Dass wir also die Kinder impfen und laufend neue Booster-Massenimpfungen durchführen. 

Alle sind überrascht und alarmiert wegen der neuen afrikanischen Covid-Variante Omicron. Wie schätzen Sie deren Gefährlichkeit ein?

Geert Vanden Bossche: Ich war nicht überrascht. Ob Omicron Delta überflügeln kann, bleibt abzuwarten. Falls ja, hätten wir ein weiteres Problem. Die große Frage ist, ob neue Varianten demnächst sogar Genesene mit natürlich erworbenen Antikörpern gefährden können. Die Massenimpfung hat das Veränderungspotenzial der Viren von einigen hundert Jahren auf ein Jahr verkürzt. Ich hoffe, dass unser Immunsystem mit dieser Geschwindigkeit mithalten kann.

Was kann passieren, wenn Omicron die impfspezifischen Antikörper überwindet. Wären die Geimpften dann ohne Immunabwehr? 

Geert Vanden Bossche: Omicron ist gut ausgerüstet, um den neutralisierenden Impfantikörpern zu entkommen und den Impfschutz zu durchbrechen. Ich erwarte, dass dies zu einer höheren Morbidität und Mortalität bei Geimpften führt. Aber sie wären nicht vollkommen ohne Immunabwehr. Wenn die Impftiter zurück gehen, haben Geimpfte zudem die Möglichkeit, ihre angeborene Immunität zu trainieren. Diese würde wieder aktiver und überlässt den konkurrierenden Impf-Antikörpern das Feld nicht mehr allein. Das Immunsystem kann dann eigenständige – an Omicron angepasste – Antikörper erzeugen und hilft damit den Patienten, sich von der Krankheit zu erholen. 
Wenn die Viren infolge weiterer Booster-Kampagnen immer weiter neue, noch aggressivere Varianten bilden, könnte diese Fähigkeit jedoch eines Tages verloren gehen.  

Dieses Interview beruht auf mehreren E-mails, die ich mit Geert Vanden Bossche gewechselt habe. Die letzen beiden Fragen zu Omicron habe ich von Geerts Blog übernommen und gekürzt. 

PS: Wenn Ihnen dieser Blog interessant und wichtig erscheint, würde ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen.



Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite


8 Kommentare:

  1. Vielen Dank für Ihr Engagement!

    Dieses hier verstehe ich jedoch nicht:
    "Wie sicher schützt eine durchgemachte Infektion mit "Nachweis eines ausreichenden Titers neutralisierender Antikörper" vor Re-Infektion?

    Geert Vanden Bossche: Im Prinzip sollte der Schutz in Ordnung sein, wenn auch weniger umfassend als der Schutz über die angeborene Immunabwehr."

    Das würde bedeuten, jmd, der die Infektion durchgemacht hat, wäre weniger geschützt als jmd, der sie noch nicht durchgemacht hat?

    Normalerweise sagt man doch immer, das Immunsystem lerne mit jedem Infekt und würde dadurch stärker werden?


    Außerdem: Woher weiß ich, ob meine "angeborene Immunabwehr" (noch) okay ist?

    Welche Konsequenzen hat es, wenn jemand an einer Autoimmunerkrankung leidet?

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    1. Auch jemand, der mit dem angeborenen Immunsystem den SARS CoV-2 Viren begegnet, hat laut GVB "die Infektion durchgemacht". Auch diese Immunreaktion hat einen Trainingseffekt, der die entsprechende Person beim nächsten Virenkontakt umfassend schützt - und wieder weiter trainiert.
      Ich verstehe selbst noch nicht, woran GVB die Überlegenheit der angeborenen Immunabwehr konkret fest macht. Gewiss hat er aber damit recht, dass sie wesentlich kompetenter ist, als bisland angenommen wurde. Und auch Lerneffekte nicht ganz offensichtlich nicht nur auf den zweiten Ast des Immunsystems - "das lernende Immunsystem" beschränkt.
      In meinem Umfeld gibt es einige Personen, die nie einen positiven Test hatten - und auch keine Antikörper entwickelt haben - obwohl der Partner (ohne sonderliche Abschirmung) oder andere nahe Kontakte an Covid erkrankt war.
      Diese Menschen mit besonders fittem Immunsystem werden nun als erste gezwungen, sich impfen zu lassen. Das ist eine der wissenschaftlichen Absurditäten, welche die Vertreter des Impfzwangs ignorieren - oder intellektuell nicht verstehen.

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  2. Also Ehgartner zaubert mal wieder einen"Spezialisten" herbei, der cherry picking macht. Genauso wie mit der Alu Geschichte einen Wissenschaftler, der dann auf Kongressen auftrat mit der Frage " Warum sagen alle die Unwahrheit" Also alle auf der Welt nur C. EXLEY kennt die Wahrheit und bekämpft Impfungen- so wie Ehgartner.
    Also wer gegen den Forschungsstand vieler 1000er Wissenschaftler argumentiert, der muss ganz massive Argumente haben- nur haben die Personen, die mit Ehgartner kommunizieren- keine valide Argumente, sogar ihre Hypothesen sind schwach Warum soll man in eine neue Pandemie nicht hineinimpfen? Das hat es schon vielfach gegeben. POLIO, oder Masern. Oder soll man bei SarsCoV-2 warten bis alle durchseut sind? Bei massiver Übersterblichkeit >10.000 in 12 Monaten ohne Impfstoffe.

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    1. GVB muss man genau und sorgfältig lesen, um seine Argumente zu verstehen! Hoch wirksame Masern- oder Polio Lebend-Impfungen sind NICHT mit den aktuellen Covid-Impfstoffen vergleichbar.

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  3. Gibt es von Ihrer Seite Hr.Ehgartner auch bereits Informationen zu den Totimpfstoffen? Danke!

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    1. Ich werde hier demnächst eine Nutzen/Schadens Einschätzung geben. Allerdings rücken die Termine, zu denen die Impfstoffe verfügbar wären, immer mehr nach hinten. Bei Novavax gibt es offenbar Probleme in der Produktion. Von Valneva wurde überhaupt ein Termin erst im Mai des nächsten Jahres genannt.

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  4. Guten Abend Herr Ehgartner,

    ich wurde nun von berufswegen genötigt, mich impfen zu lassen...

    Habe mich bewusst für den Vektorimpfstoff Janssen entschieden, war froh, überhaupt wählen zu dürfen. Dies hatte im Wiener Austria Center für Irritationen gesorgt ^^ - egal.

    In 3 Wochen dann nocheinmal Janssen, da man den ab 3.Jänner ein 2tes mal "braucht".

    ...ich weiß nicht, wie sie das sehen - aber die Idee vom "Kreuzimpfen"(dringend geraten von einigen Virologen) gefällt mir irgendwie nicht.

    Ich wurde über 100 mal getestet seit Beginn, war nie positiv bisher.
    Hatte auch 0 Antikörper bis vor 2 Monaten.

    Das mit den 2G (oder bald 1G) bzw.Impfzwang finde ich persönlich... nicht gut.
    Habe es geschafft, einige absolute Befürworter zumindest davon zu überzeugen, dass es auch andere Meinungen geben kann...

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

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