Bert Ehgartner live

Mittwoch, 10. Juni 2026

90 Prozent der Impfstudien haben "extrem niedrige Qualität"

Im Lauf der nun auch schon 40 Jahre meines Berufslebens entwickelte sich das Thema Impfen zu einem Schwerpunkt meiner journalistischen Arbeit. Zum einen aus Interesse an diesem rasch wachsenden, immer lukrativer werdenden Segment der Pharmaindustrie. Zum anderen aus Sorge um die Auswirkungen der Eingriffe in das Immunsystem gesunder Kinder und Erwachsener. Und diese Sorge ist nicht banal, wie viele glauben. 

Eine Studie untersuchte die wissenschaftliche Qualität von
Übersichtsarbeiten im Impfwesen: mit niederschmetterndem Ergebnis

Seit den 80er Jahren hat sich die Menge an empfohlenen Impfungen, die in den Impfplänen Europas vorgesehen sind, vervielfacht. Und auch die Anzahl der Pflichtimpfungen wächst. Frankreich hat im Vorjahr den Kindern nochmal zwei Impfungen (gegen Meningokokken) zusätzlich vorgeschrieben - und hält nun bei Pflichtimpfungen gegen 12 Krankheiten. Nur Lettland hat mit 13 Krankheiten noch mehr Impf-Vorschriften. Polen zieht mit der Zwangsimpfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) im nächsten Jahr gleich. Auch Kroatien führt die HPV-Impfung verpflichtend für Schulkinder ein. 

Wenn man dazu in der Literatur die neuesten Studien liest - und allein bei HPV sind das pro Woche Dutzende Veröffentlichungen - so gelangt man zum Eindruck, dass das alles seine Ordnung hat und die Fälle von Gebärmutterhalskrebs - vor dem die Impfung schützen soll - sich im freien Fall befinden. Mehr Impfungen, mehr Gesundheit. Und sogar Krebs wird verhindert. Was für Segnungen der modernen Medizin.

Sieht man sich hingegen die veröffentlichten Fallzahlen der Statistik-Behörden an, so fragt man sich, woher die Studienautoren ihren Optimismus nehmen. Ja, die Krebskurve ist gefallen. Seit den 70er Jahren hat sich das Risiko für Frauen mehr als halbiert. Doch seit 2007 die HPV Impfung auf den Markt kam, hat sich dieser Trend immer weiter abgeschwächt. Speziell in der jüngeren - bereits zu mehr als 80% geimpften - Altersgruppe nehmen die Krebsfälle in vielen Ländern sogar wieder zu. 


Impfschäden sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel

Und nicht nur die Wirksamkeit der Impfungen gerät zunehmend unter Verdacht, auch die Sicherheit ist fragwürdig: Wenn geimpfte Kinder mit ungeimpften Kindern verglichen wurden, zeigte in den letzten 20 Jahren Studie um Studie, dass die Impfungen keinen gesundheitlichen Vorteil bringen. Im Gegenteil: Impfungen fördern Allergien, Autoimmunerkrankungen und Entwicklungsstörungen. Heuschnupfen kann ebenso eine Impffolge sein wie Multiple Sklerose oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. 

In einer kürzlich veröffentlichten US-amerikanischen Studie (dazu gibt es auch einen Film) wurde das eindrucksvoll untermauert: Sie ergab, dass geimpfte Kinder ein vielfach höheres Risiko für chronische Krankheiten haben. Das Asthmarisiko war mehr als viermal erhöht, das Risiko für Allergien dreimal so hoch, das Risiko einer Autoimmunerkrankung sogar um das Sechsfache erhöht. 

Bei vielen Krankheiten konnten gar keine Zahlen genannt werden, weil in der Gruppe der ungeimpften Kinder – im Gegensatz zur Impfgruppe – ganz einfach keine Fälle vorkamen. Zum Beispiel bei ADHS. 262 Fälle in der Impfgruppe – aber kein einziger Fall unter 2.000 ungeimpften Kindern. Dasselbe Muster bei Verhaltensstörung, Lernstörung oder Hirnfunktionsstörung: es gab keine Fälle in der ungeimpften Gruppe. Ebenso bei frühkindlichem Diabetes, einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Alle paar Jahre verdoppeln sich hier die Fallzahlen. Und niemand in der ach so klugen Wissenschaft, kennt die Ursache.

Oder will sie kennen. 


Ein sich selbst bestätigendes System

Beim Impfwesen versagt jegliche Kontrolle. In der Wissenschaft wird gefördert, was von den Behörden gewünscht wird. Und nachdem sich die Behörden wünschen, dass die von ihnen geförderten Impfungen sich segensreich auf die Geimpften auswirken, liefern Wissenschaftler entsprechende Studienresultate. Sie wollen ja beim nächsten Mal auch wieder gefördert werden. 

Über die Jahrzehnte hat sich hier ein sich selbst bestätigendes System aufgebaut, das darauf ausgerichtet ist, die Gesellschaft mit immer mehr Impfungen zu fluten und den Profit der Hersteller zu maximieren. 

Bereits jetzt haben in den USA mehr als die Hälfte der Kinder mindestens eine verschreibungspflichtige chronische Krankheit. Und in Europa sind wir auf bestem Weg, hier rasch aufzuholen. 

Wenn ich derartige Argumente auf meinen Vorträgen bringe oder in meinen Filmen und Artikeln darauf hinweise, sind viele Eltern sehr betroffen. Viele können nicht glauben, was ich hier berichte, auch wenn ich zu allen Behauptungen die dazu gehörigen Quellen und Belege nenne. Sie können nicht glauben, in welch miserablen Zustand sich das wissenschaftliche System am Beispiel des Impfwesens befindet. Zwar gibt es auch in anderen Bereichen Schwächen. Beim Impfwesen ist das hingegen der Normalzustand. Oft hat man den Eindruck, dass es sich gar nicht mehr um eine Wissenschaft handelt, sondern vielmehr um ein Glaubenssystem, zu dem nur Zutritt hat, wer die Heilige Kuh ebenfalls anbetet. 


Studie prüfte die wissenschaftliche Qualität von Impf-Studien

Doch noch regt sich vereinzelt Widerstand. "There is a crack in everything. That’s how the light gets in", lautet ein berühmter Vers von Leonhard Cohen: "Es gibt einen Riss in allem. So kommt das Licht herein."

Und so ein Sprung im System wurde kürzlich als kritische Reflexion der Zustände im Impfwesen veröffentlicht. 

Die Studie wurde öffentlich - mit Mitteln des deutschen Gesundheitsministeriums und des 'Globalen Gesundheitsschutz-Programms' - gefördert. Das Autorenteam setzte sich zusammen aus Experten des Robert Koch Instituts, der Berliner Charite und der WHO. Und sie nahmen sich vor, die Qualität der Übersichtsarbeiten im Impfwesen zu prüfen. 

Systematische Übersichtsarbeiten spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Impfempfehlungen. Die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse hängt jedoch von deren methodischer Qualität ab. 

Die Autoren suchten 120 solche Übersichtsarbeiten die in der jüngeren Vergangenheit (2011-2023) publiziert worden sind. 

Die Studien wurden jeweils von zwei Experten nach einheitlichen Kriterien analysiert und danach in die Kategorien 'hohe', 'mittlere', 'niedrige' oder 'extrem niedrige' Qualität eingestuft.

Das niederschmetternde Resultat: 110 der 120 Arbeiten landeten in der letzten Kategorie mit "extem niedriger Qualität". 

Speziell schlecht schnitten Studien ab, deren Autoren finanzielle Interessenskonflikte hatten, also zum Beispiel für einen Konzern arbeiteten, der selbst Impfstoffe herstellt - oder häufig von solchen Konzernen Aufträge bekamen. 

Meine Suche nach Medienberichten über diese Studie brachte null Resultate. Es scheint nicht erwünscht, Wissenschaft - und schon gar nicht jene vom Impfen - öffentlich zu kritisieren. Spätestens seit der Covid-Pandemie hat sich in der Bevölkerung  eine gewisse Wissenschafts-Skepsis breit gemacht. Und dem wollte man wohl - mit der Besprechung einer derart kritischen Arbeit - keine unnötige Aufmerksamkeit zukommen lassen.


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Freitag, 5. Juni 2026

EU-Beitritt der Ukraine: Kreuzzug ins Chaos (Kommentar)

Mit der Zustimmung Ungarns haben nun alle Mitgliedsstaaten grünes Licht für die weitere Phase der Beitritts-Verhandlungen der Ukraine zur EU gegeben. In wenigen Tagen wird das Verfahren formell mit dem ersten Kapitel eröffnet. Die USA haben sich positiv dazu geäußert - wohl auch, weil sie selbst damit einen Klotz am Bein los wären. Auch Russland hat nichts einzuwenden, solange die Ukraine nicht der NATO beitritt. Es wird immer deutlicher, dass die EU-Mitgliedschaft die Karotte darstellt, mit der der Ukraine die Abtretung des Donbass - und damit ein Frieden - abgegolten werden soll. Die Frage ist nur, ob die Europäische Union einen solchen Schritt verkraftet. 

Wie erklärt man es den ukrainischen Nationalisten, dass der Krieg verloren ist?

Das größte der ungelösten Probleme eines Friedensvertrags der Ukraine mit Russland liegt auf ukrainischer Seite. Denn Russland kann den enormen Verlust an Menschenleben und Ressourcen zumindest damit rechtfertigen, dass die Krim und die Gebiete im Osten mit vorwiegend russisch-sprachiger Bevölkerung 'befreit' wurden und nun sicher vor ukrainischen Attacken seien. Die russischen Soldaten werden zu Hause als Helden empfangen werden. Sie können ihren Sold investieren und kehren in eine weitgehend intakte Heimat zurück. 

Aber was sagt Selenskij seinen Leuten? Wie kann er den ultranationalistischen und rechtsextremen Gruppierungen (Azov, Svoboda, Pravyi Bewegung), die sich bereits vor dem Krieg über Hass und Ablehnung alles Russischen definierten, erklären, dass die Ost-Gebiete verloren sind?

Was sagt er den rund 800.000 Soldaten, die seit vier Jahren ihr Leben riskiert haben und nun als Verlierer heimkehren?

Was der Bevölkerung, die Unvorstellbares mitgemacht hat: Wo die Mehrzahl der Familien zerrissen wurde, weil Millionen Menschen geflüchtet, viele auch gefallen und noch mehr verwundet und verkrüppelt sind?

Ein enormes Problem stellen auch jene zehntausenden Soldaten dar, die entwurzelt wurden, keine Chance auf eine Rückkehr in ihre Berufe haben, schwer traumatisiert und in vielen Fällen in die Zivilgesellschaft gar nicht mehr resozialisierbar sind. Noch dazu in einem bankrotten Staat mit einer ruinierten Wirtschaft, die außer bei der Produktion von Drohnen kaum irgendwo konkurrenzfähig ist. Einem Staat ohne Sozialhilfe, dafür mit grassierender Korruption.

Wer kümmert sich hier um Männer, die täglich an der Kippe zum Tod standen und auch selbst getötet haben? Was macht man mit solchen Leuten in Friedenszeiten? Wie soll man mit emotionalen Krüppeln und wandelnden Zeitbomben umgehen? 


Der Trick mit dem Kreuzzug

In der Menschheitsgeschichte kamen solche Situationen immer wieder vor. Und es fanden sich manchmal auch unkonventionelle Lösungen. Vielleicht habt Ihr im Geschichtsunterricht von dieser gehört: 

Im 10. und 11. Jahrhundert litten weite Teile Frankreichs (und angrenzender Regionen wie Flandern/Niederlothringen, also Teile der heutigen Benelux-Staaten) unter endlosen Fehden. Ritter und kleinere Adlige führten private Kriege, oft mit angeheuerten Söldnern. Plünderungen, Vergewaltigungen und Zerstörungen waren alltäglich – vor allem gegen Bauern und Besitztümer der Kirche. Es gab schon länger keine zentrale Ordnungsmacht, die dem Einhalt gebieten konnte. Weder Landwirtschaft nach Handwerk oder Waren-Transport waren unter diesen Bedingungen möglich. Die Belastung für die Gesellschaft wurde unerträglich. 

Da kam Papst Urban II. im Jahr 1095 auf eine großartige Idee. Ein Kreuzzug sollte die überschüssige, destruktive Gewalt der fränkischen Ritter und ihrer Gefolgsleute nach außen lenken – gegen die "Ungläubigen" im Osten.

Tatsächlich gelang es mit Propaganda und Druck, ein riesiges Heer von mehr als 100.000 Personen auf den Weg nach Jerusalem zu schicken, um das 'Heilige Land' von den Ungläubigen zu befreien. Rund 7.000 Ritter und ihre Infanterie inklusive Anhang verließ das gebeutelte Heimatland auf mehrere Jahre. Das Chaos herrschte nun anderswo - weit weg. Rund 70% der Leute, die in den Kreuzzug gezogen waren, kamen nicht mehr zurück. Und somit konnte sich in Europa die Ordnungsmacht wieder etablieren und ein normales Leben ermöglichen. 

Wie es aussieht wird derzeit an der modernen Variante dieser Kreuzzugs-Idee gearbeitet. 

Und diese lautet: Das verheißene 'Heilige Land' der Ukraine wird die EU. Die heldenhaften Soldaten, die als einziges Heer Europas - neben Russland - Kampferfahrung haben, bilden künftig den Kern eines gemeinsamen EU-Heers. 

Und für die ukrainische Bevölkerung gibt es das Trostpflaster, im Eilverfahren in die europäische Staatengemeinschaft integriert zu werden. Das verspricht eine Perspektive auf Wohlstand, Wiederaufbau - oder, wenn das nicht klappt, ungehinderten Umzug in ein anderes EU-Land. 

Der EU-Beitritt soll demnach dafür sorgen, dass die Ukraine nach einem Friedensvertrag halbwegs stabil bleibt. 


Zerreißprobe für die Europäische Union

Doch was bedeutet die Idee für die Europäische Union selbst und ihre Mitglieder?

Wenn man den historischen Vergleich nachliest, so ging die Sache für das 'Heilige Land' damals nicht wirklich gut aus. Zehntausende Einheimische starben während des Plünderzuges der Kreuzzügler entlang der Levante und bei der blutigen Eroberung Jerusalems. Ein Schock, der in der muslimischen Erinnerung bis heute nachwirkt. 

Es entstanden eigene Herrschaftsstrukturen - die so genannten Kreuzfahrerstaaten. Für die bisherigen Strukturen bedeutete dies Fremdherrschaft, Gewalt und hohe Steuerlast. Der Kreuzzug veränderte die Machtverhältnisse im Nahen Osten nachhaltig und trug zur Einigung - der bislang untereinander zerstrittenen - muslimischen Gruppierungen bei. Nach und nach wurden - z.B. unter Saladin, die Nachfahren der Kreuzzügler zurückgedrängt und besiegt. Viele flohen, wurden getötet oder versklavt. 

Dies ließe sich so interpretieren, dass der EU turbulente Zeiten bevor stehen, wenn die neue Kreuzzugs-Idee der Aufnahme der Ukraine tatsächlich umgesetzt wird. 

In zehn Tagen sollen die konkreten Verhandlungen über einen beschleunigten EU-Beitritt beginnen.


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Mittwoch, 3. Juni 2026

Lösen Sonnenbrände tatsächlich Hautkrebs aus?

Jetzt beginnt wieder die Zeit des Eincremens. Speziell Kinder gelten als Hochrisikogruppe für Sonnenbrand – und jeder dieser Brände, so warnen Experten, erhöht das spätere Hautkrebsrisiko. Wer jedoch die aktuelle Studienlage betrachtet, entdeckt ein deutlich nuancierteres Bild:  Strahlung ist nicht gleich Strahlung, Krebs nicht gleich Krebs - und das Cremen hat auch negative Seiten. Vernünftiger Umgang mit der Sonne ist jedenfalls gesünder als Sonne zu meiden.


Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken ist breit gestreut:
In der Türkei zählt man 10 Fälle pro 100.000 Einwohner, in Norwegen sind es 200

Die Grafik stammt von 2019 und hat schon einige Jahre am Buckel, aber tendenziell stimmt sie bis heute. Die Länder Nordeuropas haben das höchste Hautkrebs-Risiko. Gefolgt von Westeuropa. Das geringste Risiko bestehen in Süd- und Osteuropa. 

Eindeutig gesichert ist der Einfluss starker Sonneneinstrahlung und häufiger Sonnenbrände (speziell bei hellen Haupttypen) für weißen Hautkrebs. Der verläuft aber meist mild. Eine dänische Studie zeigte, dass Menschen, die mit der häufigsten Variante, dem Basalzellkarzinom, diagnostiziert werden, sogar ein etwas höheres Lebensalter erreichen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir länger leben, wenn wir uns der Sonne aussetzen.

Problematisch ist vor allem das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs). In zwei Drittel der Fälle wird es früh erkannt und kann fast immer entfernt und damit geheilt werden. Problematisch ist das dritte Drittel, wenn der Tumor bereits dicker ist und weiter ins Gewebe reicht - oder bereits Metastasen gebildet hat. In Deutschland treten pro Jahr knapp 30.000 Neuerkrankungen auf, rund 3.000 Patienten sterben daran. 

Melanome zeigen in Europa eine ähnliche geografische Verteilung wie oben dargestellt - aber auf deutlich niedrigerem Niveau. In West- und Nordeuropa hat man ein Risiko von rund 2% im Lauf des Lebens an einem Melanom zu erkranken. In Südeuropa beträgt es 1% in Osteuropa nur 0,65%. 

Am höchsten ist das Risiko in Australien mit 4,7%.

Massiv ist der Unterschied zu ärmeren Ländern. In niedrig bis mittel entwickelten Staaten liegt das Melanomrisiko unter 0,08%. Nur in Ländern mit dem höchsten Entwicklungs-Level klettert es über 1%. 


Risikofaktoren - jenseits von Sonnenbrand

Interessant ist die Frage, ob häufiges Eincremen und die Vermeidung von Sonnenbränden - speziell auch bei Kindern - das lebenslange Risiko von Melanomen reduziert. 

Dazu ist im Vorjahr eine systematische Übersichtsarbeit der medizinischen Universität Saarland (Brunner, 2025) erschienen, in der die Resultate von 23 Studien kombiniert wurden. Bei der Auswertung der Teilnehmer, die "meist oder immer" Sonnencreme verwendet haben, ergab sich gegenüber der Gruppe, die "nie oder wenig" geschmiert hatte, kein signifikanter Unterschied im Melanom Risiko. 

Die Autoren schreiben: "Ein Melanom kann überall auf der Haut auftreten – nicht nur an sonnenexponierten Stellen – und auch in anderen Organen. Das lässt auf das Vorliegen weiterer Risikofaktoren schließen, die ermittelt werden müssen."

Eine andere aktuelle Studie aus den USA (Cahoon, 2024) untersuchte den Einfluss von UVA und UVB Strahlung. Langwellige UVA Strahlung macht den Großteil der ultravioletten Strahlung aus und ist relativ konstant hoch – auch im Winter und bei bewölktem Himmel.

Die kurzwellige UVB Strahlung ist speziell zur Mittagszeit und im Sommer präsent. Das Sonnenbrand-Risiko geht vor allem von UVB aus. 

Unter den rund 63.000 Teilnehmern der Studie traten 837 Fälle von Melanomen auf. Die Gruppe der Teilnehmer, die während der Kindheit den höchsten Anteil an UVA abbekommen hatten, zeigte ein beinahe dreifach höheres Krebsrisiko. UVB-Strahlung in der Kindheit war jedoch kein Einflussfaktor für Melanome. Auch hier ergab sich demnach kein messbarer Einfluss von Sonnenbränden. 

Manche Sonnencremes enthalten problematische toxische Substanzen 


Negative Effekte von Sonnencreme

Bleibt demnach die Frage, warum von Behörden und Medien überall verbreitet wird, dass Sonnenschutz die wichtigste Hautkrebs-Prävention ist. Kann es eventuell sogar sein, dass zu häufiges Schmieren einen negativen Effekt hat?

Darauf deuten tatsächlich einige Daten hin. 

Frauen cremen sich wesentlich häufiger ein als Männer. Im jüngereen Alter - bis etwa 50 Jahre -  haben sie aber ein höheres Risiko am Schwarzen Hautkrebs zu erkranken. Die Melanome bilden sich speziell auf Armen und Beinen. 

Bei Männern treten Melanome meist im höheren Alter und eher am Torso auf, speziell am Rücken. Weil die Stellen eher versteckt sind und Männer auch weniger zum Arzt gehen, sind die Krebs-Fälle meist weiter fortgeschritten. Auf die gesamte Lebenszeit gesehen haben damit Männer ein höheres Risiko, am Hautkrebs zu sterben. 


Sonnenschutz-Muffel

Interessant ist die unterschiedliche Krebs-Prävalenz in Nachbarstaaten mit nahezu gleichen klimatischen und sozialen Verhältnissen, beispielsweise zwischen Deutschland und Polen.

Laut einer repräsentativen Umfrage (BfS/Forsa, 2024) nutzen 77% der Deutschen Sonnencreme. 

Polen sind laut einer ebenfalls 2024 veröffentlichten Umfrage (Allegro/Danae) hingegen eher Sonnencreme-Muffel: Fast die Hälfte der befragten Männer und etwa ein Drittel der Frauen gaben an, dass sie wenig oder gar keinen Sonnenschutz benutzen. 

Auf ihr Melanom Risiko hat das keinen Einfluss. Zumindest keinen negativen: Im Vergleich haben nämlich Deutsche ein mehr als doppelt so hohes Melanom-Risiko als Polen.


Problematische Inhaltsstoffe

Das sind - wie gesagt - alles nur Indizien. Ob von Sonnencreme tatsächlich ein Krebsrisiko ausgeht, ist nicht bewiesen. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe  des Produkts ist beim Einkauf aber auf jeden Fall zu empfehlen. Als problematisch gelten speziell chemische UV-Filter, Parabene, Aluminiumverbindungen und Nanopartikel in mineralischen Filtern. Mineralische, nano-freie Produkte gelten derzeit als die toxikologisch unbedenklichste Variante. (-> Produkttest)

Die Recherche zeigt, dass es noch beträchtliche Wissenslücken bei der Entstehung von Hautkrebs gibt. Kinder nicht in die Sonne zu lassen, oder den ganzen Tag über massiv einzucremen, scheint das Risiko nicht wirklich zu mindern. Zudem kann das die Aufnahme von Vitamin D behindern. Der Körper produziert nämlich den Großteil (ca. 80–90 %) seines Vitamin-D-Bedarfs selbst in der Haut unter Einwirkung von UVB-Strahlung.

Insofern ist Gelassenheit im Umgang mit der Sonne keine schlechte Empfehlung. Alles Leben auf unserem Planeten geht von der Sonne aus. Sie vorwiegend als Gefahr zu betrachten nützt zwar der Kosmetikindustrie, schadet aber wahrscheinlich der Gesundheit - und ganz sicher der eigenen Psyche. 


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